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"Smartokratie": Neue Anthologie Ausschreibung im Eridanus Verlag

Smartokratie Anthologie Kurzgeschichten Social Fiction Near Future Tech Fiction Sciencefiction Eridanus Verlag Ausschreibung

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91 Antworten in diesem Thema

#31 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

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Geschrieben 02 April 2026 - 07:35

Die Ausschreibung ist beendet. Es wurden 276 Kurzgeschichten eingereicht.

Die vollständige Sichtung und das Treffen einer Auswahl wird wohl etwas Zeit in Anspruch nehmen.

 

(Wetten, wie viele Geschichten schlussendlich von Achim darunter sind, werden entgegengenommen  :bighlaugh:)


SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com

  • (Buch) gerade am lesen:… Einsendungen und Manuskripte ...
  • • (Film) als nächstes geplant: „Star Trek: Strange New Worlds - S3“ (Bluray)

#32 Frank Lauenroth

Frank Lauenroth

    ThrillerAutor

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Geschrieben 02 April 2026 - 07:49

Das ist doch mal ne Nummer  :respect: Meinen Glückwunsch und mein Bedauern. Viel Arbeit, viel Auswahl. Gutes Gelingen!

 

[Ich tippe mal auf 8 AS-Storys.]


 In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke                                                Meine Story LADEN! ZIELEN! FEUER! im Weltenportal N°6   ->   https://weltenportal...-Webausgabe.pdf  <- auf Seite 97 im PDF

                                                                                                                                                                      Meine Story HÖCHSTER EINSATZ AUF ROBINA 8 in  DELTER  ->  https://www.amazon.de/dp/B0F38PW9WG   <- Story komplett in der Leseprobe enthalten!


#33 Mammut

Mammut

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Geschrieben 02 April 2026 - 09:11

Die Ausschreibung ist beendet. Es wurden 276 Kurzgeschichten eingereicht.

Die vollständige Sichtung und das Treffen einer Auswahl wird wohl etwas Zeit in Anspruch nehmen.

 

(Wetten, wie viele Geschichten schlussendlich von Achim darunter sind, werden entgegengenommen  :bighlaugh:)

 

Da lag meine Prognose von 350 doch zu hoch. Ist aber immer noch sehr viel. Aber da ist bestimmt auch einiges sehr Lesenswertes darunter.


Die neue Anthologie aus der Galactic Pot Healer Bar:

https://defms.blogsp...pot-healer.html


#34 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 03 April 2026 - 10:40

Das ist doch mal ne Nummer  :respect: Meinen Glückwunsch und mein Bedauern. Viel Arbeit, viel Auswahl. Gutes Gelingen!

 

[Ich tippe mal auf 8 AS-Storys.]

Es durfte nur eine Story pro Autor*in eingereicht werden.

 

Ansonsten ist das eine krasse Zahl!


Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

Science-Fiction-Buchblog: https://www.jol-rose.../de/rezensionen

  • (Buch) gerade am lesen:Schildmaid
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  • • (Film) gerade gesehen: Paradise
  • • (Film) als nächstes geplant: nope

#35 Frank Lauenroth

Frank Lauenroth

    ThrillerAutor

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Geschrieben 03 April 2026 - 10:45

Es durfte nur eine Story pro Autor*in eingereicht werden.

 

 

Stimmt. Das Großgedruckte. So wichtig.  


Bearbeitet von Frank Lauenroth, 03 April 2026 - 10:45.

 In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke                                                Meine Story LADEN! ZIELEN! FEUER! im Weltenportal N°6   ->   https://weltenportal...-Webausgabe.pdf  <- auf Seite 97 im PDF

                                                                                                                                                                      Meine Story HÖCHSTER EINSATZ AUF ROBINA 8 in  DELTER  ->  https://www.amazon.de/dp/B0F38PW9WG   <- Story komplett in der Leseprobe enthalten!


#36 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 03 April 2026 - 11:22

Dann hoffen wir mal, dass Gemini und ChatGPT jeweils nur eine Geschichte eingereicht haben :) . 


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#37 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 04 April 2026 - 12:07

Dann hoffen wir mal, dass Gemini und ChatGPT jeweils nur eine Geschichte eingereicht haben :) .

Nach rund 80 gelesenen Geschichten würde ich davon ausgehen, dass der Anteil von LLM-erzeugten Geschichten gering ist. Einige wenige Texte erscheinen mir seltsam, was aber auch ein eigenwilliger bzw. schlechter Stil sein könnte. Ich gestehe, ein wenig darauf zu bauen, dass Kai, Sarah und ich kollektiv wohl Texte aussortieren werden, die uns „komisch“ vorkommen.

Nun, wenn wir die Auswahl getroffen haben, werden uns die Autor:innen enthüllt - und dann gemeinsam mit Jana die finale Entscheidung getroffen, ob wir mit diesen Menschen zusammenarbeiten wollen.

Aber ja, die „Angst“, einen AI-Text als einen der subjektiv besten Texte für die Sammlung auszuwählen, schwingt mit. (Und es wäre bei dieser Themenanthologie auch eine gewisse Ironie, würde es passieren).

Ich schätze, „leichter“ wird es für uns Hrsg. in Zukunt nicht:
https://www.fr.de/ra...r-94247106.html

Bearbeitet von ChristophGrimm, 04 April 2026 - 12:14.

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com

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#38 Mammut

Mammut

    DerErnstFall Michael Schmidt

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Geschrieben 04 April 2026 - 12:38

Ich schätze, „leichter“ wird es für uns Hrsg. in Zukunft nicht:
https://www.fr.de/ra...r-94247106.html

 

1800 verkaufte Exemplare (+die Verkäufe der SP Veröffentlichung vorher). Wahnsinn!

Denke, wenn euch ein KI Text drunter rutscht, dieser von den Lesern gefeiert wird und ihr 1800 Exemplare unter die Leute bringt ist das doch ein Erfolg.

Frag mich natürlich, ob "Shy Girl" ein Kunsthype war bevor er aufgekauft wurde oder ob das wirklich viele gekauft und gelesen haben und den Hype befeuerten.

 

Sugar von Mia Ballard, der Autorin, hat 985 Bewertungen:

https://amzn.to/4co66Wm


Bearbeitet von Mammut, 04 April 2026 - 12:40.

Die neue Anthologie aus der Galactic Pot Healer Bar:

https://defms.blogsp...pot-healer.html


#39 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 04 April 2026 - 13:30

Mir ist noch kein KI-generierter Output im Bereich Belletristik untergekommen, bei dem ich nicht über irgendwelche stilistisch fragwürdige Formulierungen, logische Fehler und dergleichen gestolpert wäre. Im Text "Shy Girl" gab es derlei offenbar ja auch, nur war das Lektorat des Verlags wohl nicht aufmerksam genug.

 

Wenn es um Romane geht und man keine Texte haben möchte, die im Wesentlichen maschinell generiert wurden, empfehle ich allen Verlegenden und AgentInnen, zunächst das Exposé auf die bewährte Weise, nochmal strenger als ohnehin üblich, kurz zu prüfen. Nur was diesen Filter passiert, könnte anhand von zufällig gewählten Stichproben aus dem Manuskript untersucht werden durch ein Softwarewerkzeug. Um übermäßige Intoleranzen zu vermeiden, könnten die von der Software angemeckerten Stellen geprüft werden. Bei Bedarf könnte der Text noch von einer Handvoll sprachsensibler StudentInnen oder PraktikantInnen untersucht werden, die mit einer kleinen Sammlung an typischen Auffälligkeiten bewaffnet und sensibilisiert werden.

 

Bei Ausschreibungen für Kurzgeschichten, die durch eine Flut drohen blockiert zu werden, könnte analog vorgegangen werden.

 

Etwas Gutes haben die KI-generierten Texte: Sie regen uns an, zum einen unsere Fertigkeiten zu optimieren, um nicht plötzlich als Maschinen dazustehen, zum anderen darüber nachzudenken, was einen für Menschen wirklich guten Text und was menschlichen Output ausmacht.

 

Ich weiß nicht, ob zukünftige Maschinen Texte hervorbringen werden, die nach menschlichen Maßstäben wirklich gut wirken, aber sollte dies der Fall sein, möchte ich alle, die schon jetzt versuchen, ihre Kreativität und Ausdruckskraft an die Maschinen zu delegieren, um ihre Produktivität und Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt zu steigern, dazu ermutigen zu überlegen, ob Geldverdienen und Anerkennung wirklich das Wichtigste beim Schreiben ist, und zu bedenken, was sie durch die Delegation auf Dauer verlieren.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 04 April 2026 - 13:31.


#40 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 04 April 2026 - 13:52

Ich glaube nicht, dass es an Unaufmerksamkeit des Lektorats lag. Das Buch hatte sich ja bereits sehr gut verkauft - warum dann noch etwas daran ändern? Ich finde es eher erstaunlich, dass sich Werke, die die zitierten Formulierungen enthalten, so gut verkaufen, also dass das offensichtlich Leser*innen gar nicht stört. Das Beängstigende daran ist für mich also eher, dass sich schlechte Texte so gut verkaufen. Und das ist, leider, auch gar nichts Neues.


Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

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#41 Christian Hornstein

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Geschrieben 04 April 2026 - 15:17

Ach, Du meinst, der Verlag hat das gesehen und als KI-generiert erkannt, aber gemeint, daran nichts zu ändern, weil es sich genau in der Form im Selfpublishing so gut verkauft hatte? Huch, an so etwas habe ich gar nicht gedacht, aber Du hast natürich recht. So könnte es auch gewesen sein, obwohl ich das von Hachette jetzt nicht gedacht hätte. Es ist immerhin Frankreichs größter Verlag mit Tradition und einer der ältesten.

 

Es stimmt, es ist nichts Neues, dass Texte, die bestimmte Qualitätskriterien nicht erfüllen, sich trotzdem gut verkaufen. Das gilt zum Teil ja selbst für Texte mit überdurchschnittlich vielen Rechtschreibfehlern. Da ist es nicht verwunderlich, wenn auch subtilere Ungereimtheiten überlesen werden. Beängstigend finde ich das weniger, sondern ein Stück weit bedauerlich. Richtig bedenklich finde ich den aktuellen Trend, auch solche Texte fast komplett von Maschinen formulieren zu lassen, die eigentlich etwas genuin menschliches ausdrücken sollen und dazu eigentlich auch da sind. Ich weiß noch nicht recht, für wen das schlimmer auf Dauer sein würde, für die LeserInnen, für die "AutorInnen" oder für diejenigen KünstlerInnen, die noch alles selbst machen. Laut Wolfgang Tischers Umfrage (Literaturcafé) machen das aber nur wenige Schreibende so, dass sie Maschinen schreiben lassen.



#42 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 04 April 2026 - 16:51

Mal aus der Sicht von jemandem, der sich einen Prompting-Workshop reinziehen durfte (weil das im Lebenslauf eines Grafikers aus irgendeinem Grund gut ankommt):

 

Mal davon abgesehen, dass eine KI zu unnötig vielen Adjektiven neigt, kann sie aus meiner Sicht absolut keine Spitzen. Jedenfalls die gängigen LLMs wie Claude AI oder natürlich ChatGPT sind dazu einfach nicht in der Lage, bei irgendwelchen moralisch "freizügigeren" Modellen wie Dream Up kann ich nicht mitreden. Die habe ich nie getestet.

 

Die Figuren einer ChatGPT drohen nicht, beleidigen nicht, lassen die anderen stets aussprechen und hegen auch keine wirklich dunklen oder tiefsinnigen Gedanken – eher in Richtung "like HR is constantly in the room". Lässt du sie einen Plot für einen Cosmic-Horror pitchen klingt der Wahnsinn extrem kontrolliert und überschaubar, als wäre er eher freiwillig; im Science-fiction neigt sie eher zu Ideen, die sich cool anhören, aber technisch nicht wirklich faszinierend sind.

 

Gut möglich, dass ich bereits einem KI-Text auf den Leim gegangen bin, aber sagen wir es einfach so: Einen Roman wie von Dan Abnett, Christian Kracht, Clive Barker oder Lovecraft kein LLM im Moment nicht entwerfen. Auch ihre Kurzgeschichten finde ich meist viel zu platt, anorganisch ... und mir persönlich zu ängstlich. Allein schon Stilmittel wie Campyness (ich erinnere mich da an deine Story in der EXODUS, Christian) funktionieren wirklich überhaupt nicht.

 

Sollte es allerdings tatsächlich ein KI-generierter Text durch Christoph, Sarah und Kai schaffen (die ich alle drei für sehr kritische, sehr begabte Literaten halte), muss er ziemlich gut sein. In dem Fall hätte er es wohl auch tatsächlich verdient.

 

 

Aber mal davon abgesehen: "Smartokratie" scheint echt die Sammlung des Jahres zu werden. Selbst wenn es mein Text nicht schafft, bin ich sehr gespannt, was da am Ende alles drin sein wird. Und ob sie "Alien: Contagium" vom Thron stoßen kann ;-)


"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"


#43 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 04 April 2026 - 21:13

Wenn Du weniger politische Korrektheit und mehr Pikanterie generieren lassen willst, musst Du auf LLMs zurückgreifen, die weniger strenge Inhaltfilter besitzen. Die lädst Du Dir dann auf Deinen Rechner und fummelst damit nach freiem Belieben herum. Das sind dann uncensored, unfiltered, unrestricted Versionen bekannter LLMs und sogenannte NSFW (Not Safe For Work). Geht alles. Ob das der eigenen Schaffenskraft gut tut, sei mal außen vor gelassen.  :huh: 



#44 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 04 April 2026 - 22:46

Mir sind Dream Up und Komparsen bekannt. Ich halte sie aber für überbewertet. Auf der einen Seite können sie NSFW-Art produzieren, der aber fehlt aus meiner Sicht immens viel von der Seele, die gute Erotik ausmacht. Und die Texte sind ehrlich gesagt kein bisschen besser. Sie lesen sich wie eine richtig schlechte Kurzgeschichte aus dem "Warhammer 40,000"-Universum oder wie eines von diesen Star Wars-Deepfakes, in denen die Blutpumpe abstrakt auf Hochtouren läuft. Clive Barker z.B. schreibt nicht einfach nur Gemetzel, sondern kann es extrem gut applizieren, was seinen Schockmomenten diesen grotesken Wert verleiht. Was ich sagen will: Gute Beleidigungen, spürbare Diskriminierungen oder stechende Gewalt entstehen nicht einfach nur dadurch, dass man übertreibt oder sie unverblümt darstellt, sondern besonders dadurch, wie man es tut. Oder ob man es vielleicht auch einfach nur geschickt andeutet. Und das kriegen die LLMs einfach noch nicht hin. Wenigstens aus meiner Sicht. Man kann mir hier aber gerne widersprechen. 

 

Was die Nutzung von KI betrifft: Als Zeichner sind mir KIs unangenehm und bestenfalls bei der Farbwahl oder bei Tests behilflich, wenn ich z.B. eine neue Kombination versuchen oder Hintergründe testen will. Als Designer sind sie absolut nutzlos – mein letzter Chef bestand mindestens einmal im Monat darauf, dass ich sie während der Arbeit verwendete, was dann meist ein halber Tag war, den ich hätte in richtige Arbeit investieren können. Und als Schreiber will ich sie nicht an meine Werke lassen. Mir ist bewusst, dass z.B. Claude AI sehr präzise sein soll, wenn es um den Erhalt der eigenen Vision geht, aber da stört mich schlichtweg der seelisch-handwerkliche Aspekt: Ich verdiene kaum Geld mit der Schriftstellerei, da brauche ich kein Werkzeug zur Maximierung. Im Bereich der Passion will ich einfach 100% menschliche Arbeit haben. Und ja, mir ist das Argument bekannt, dass ein Lektor oder Testleser ja auch den eigenen Text verändern und Fehler ausbügeln, dass man am besten mit anderen, antwortenden Personen Brainstorming und Theorycrafting betreiben sollte und dass das mit einer KI eigentlich nur besserem Rubberducking entspricht ... aber, das sind entweder Menschen oder eine Statue von Spyro. Aber kein Computer. Und ja, ich weiß, wie das naiv klingt.

 

Aber klar: LLMs sind fürs Copy Writing nützlich (vor allem seitdem man diesen armen Seelen kaum noch ein Viertel Preises bezahlt) – vor allem auch, weil sie auch diese immer gleichen Standard-Sprüche und Featurettes mit weit mehr Enthusiasmus wiederholen können. Sie können Fragebögen schön ausformulieren, Fragen in einem Test runder machen und sie haben mir sogar schon beim Verbessern meines Lebenslaufs geholfen. Aber auch hier habe ich stets nochmal drüber lesen und meist nochmal die Hälfte umformuliert. Und einem Uwe Hermann würde ich garantiert keinen KI-generierten Slop auf sein Backcover schreiben. Das Beispiel habe ich jetzt bewusst gewählt, weil ich den Rückentext für seine neueste Novelle verfassen durfte  :wink2:

 

Die Diskussion passt gerade herrlich zum Thema. Hast du auch eine Story eingereicht, Christian?


Bearbeitet von Maxmilian Wust, 05 April 2026 - 02:18.

"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"


#45 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 05 April 2026 - 09:35

Ja, sicher, dem heutigen Output von LLMs in der Belletristik merkt man trotz allem auch auf der Ebene von Ideen, Dramaturgie und Fingerspitzengefühl den generischen Ursprung an.

 

Im Bereich der Passion will ich einfach 100% menschliche Arbeit haben. 

 

Das geht mir ganz genauso und ich hätte es nicht besser ausdrücken können.

 

 

Was die Nutzung von KI betrifft: Als Zeichner sind mir KIs unangenehm und bestenfalls bei der Farbwahl oder bei Tests behilflich, wenn ich z.B. eine neue Kombination versuchen oder Hintergründe testen will. Als Designer sind sie absolut nutzlos ...

  

Auch diese Erfahrung kann ich teilen. Ich bin ja seit langem in den Bereichen Text, Graphik und Musik kreativ unterwegs und habe die heutigen KI als Werkzeug ausgetestet. Manche können auf jeden Fall qualitativ anerkennenswerte Ergebnisse liefern, aber um eine persönliche Vision rascher und komfortabler umzusetzen sind sie für mich nicht brauchbar. Ich kenne Leute, die Stunden damit verbringen, einen ellenlangen Prompt so hinzubekommen, das er halbwegs generiert, was sie sich vorstellen. In der Zeit habe ich das zwei- bis dreimal selber erzeugt. Nützlich finde ich die KI bei der Delegation von Routine- oder Fleißarbeit, z.B. beim Inpainting, bei der Rauschunterdrückung oder bei der Recherche.

 

Beim Schreiben erstelle ich meist vorher ein Konzept, es sei denn, es ist ein recht kurzer Text und ich habe schon eine recht genaue Vorstellung davon, was ich am Ende haben will. Bei längeren Texten halte ich von reinem pantsing wenig, weil es meist bedeutet, dass umfangreiche Überarbeitungen drohen. Für Text könnte ich theoretisch eine KI instruieren, aber schon bei kurzen Probeläufen war der Output so weit von dem entfernt, was ich mir sprachlich vorstelle, das ich es besser gleich selber schreibe.

 

Bei der Musik (meist Songs) gehe ich einen ganz anderen Weg. Da ist der Ausgangspunkt oft eine Stimmung, ein Thema, und ich entwickle das am Instrument, explorativ. Wenn ich da eine KI instruieren müsste, wäre ich aufgeschmissen, weil ich etwas verbal formulieren müsste, von dem ich bestensfalls halbbewusste Regungen spüre.

 

Im Graphikbereich habe ich eigentlich immer eine genaue Vorstellung vom finalen Bild und auch hier ist meine Erfahrung, dass die KI selbst bei genauer Instruktion so dermaßen davon abweicht, dass ich es lieber gleich selber mache. Es fühlt sich auch besser an, selber Hand angelegt zu haben, egal wie graphisch ansprechend der KI-Output sein mag.

 

Vom sich explorativ heran tasten mit Hilfe einer KI halte ich wenig, weil m.E. die Gefahr viel zu groß ist, dass die KI einen durch ihren Output massiv vom eigenen Ziel ablenkt, so ein solches überhaupt vorliegt. Man kann natürlich auch stundenlang generieren, korrigieren, neu generieren lassen usw., aber erstens besteht die selbe Gefahr auch hier und zweitens ist das eine Energieverschwendung sondersgleichen.

 

 

Die Diskussion passt gerade herrlich zum Thema. Hast du auch eine Story eingereicht, Christian?

 

Leider nicht. Ich habe die Ausschreibung übersehen, weil ich anderweitig so beschäftigt war.
 


Bearbeitet von Christian Hornstein, 05 April 2026 - 09:40.


#46 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 06 April 2026 - 10:40

Ach, Du meinst, der Verlag hat das gesehen und als KI-generiert erkannt, aber gemeint, daran nichts zu ändern, weil es sich genau in der Form im Selfpublishing so gut verkauft hatte? Huch, an so etwas habe ich gar nicht gedacht, aber Du hast natürich recht. So könnte es auch gewesen sein, obwohl ich das von Hachette jetzt nicht gedacht hätte. Es ist immerhin Frankreichs größter Verlag mit Tradition und einer der ältesten.

 

 

Nein, ich meine, dass es ihnen egal war. Entweder, weil sie es nicht auf dem Schirm hatten oder weil sie halt dachten "verkauft sich, das ist das Wichtige". Wenn die einen Text aufkaufen, der bereits im SP draußen war, wieso sollten sie nochmal Geld in ein Lektorat investieren? Möglicherweise hat sogar niemand im Verlag den Text gelesen. Vielleicht gab es ein Korrektorat (und das kann mit KI gewesen sein), aber vielleicht nichtmal das. Es ist bitter, aber ich glaube, dass auch große Verlage an allen Ecken sparen müssen und wollen. Und meine Einblicke in Verlage legen den Schluss nahe, dass nicht alle wirklich lesen, was sie vermarkten. So wie jemand, die Kühlschränke verkauft, auch nicht jedes Produkt ausprobiert hat.

 

Ansonsten weigere ich mich KI für meine kreativen Prozesse zu verwenden. Bei mir ist alles hirngedacht, inklusive der enthaltenen Fehler. Ich mag den Prozess auch einfach viel zu sehr und ich glaube daran, dass es Bereiche gibt, in denen es nicht gut ist, es sich zu leicht zu machen.


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#47 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 06 April 2026 - 14:33

Nein, ich meine, dass es ihnen egal war. Entweder, weil sie es nicht auf dem Schirm hatten oder weil sie halt dachten "verkauft sich, das ist das Wichtige" ... Es ist bitter, aber ich glaube, dass auch große Verlage an allen Ecken sparen müssen und wollen.

 

Das fände ich doch sehr unprofessionell. Es ist ja bekannt, dass ganz gleich, wie erfolgreich ein Buch im SP ist, ein Blick in den Text stets ratsam ist. Ich weiß nicht, ob so große Verlage wirklich so massiv sparen müssen, aber es wäre schockierend für mich, wenn ich erfahren würde, dass Hachette den Text ohne jeglichen Lektorblick weiterverkauft hat. Ich kenne das eher so, dass selbst bei Wiederauflage oder Lizensierung sehr erfolgreicher Bücher nochmal geschaut wird, ob man das eine oder andere nicht noch verbessern oder aktualisieren kann, z.B. bei Übersetzungen.

 

 

Ich mag den Prozess auch einfach viel zu sehr und ich glaube daran, dass es Bereiche gibt, in denen es nicht gut ist, es sich zu leicht zu machen.

 

Das ist ein weiser Satz, den ich vollends teilen kann.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 06 April 2026 - 14:33.


#48 Gerd

Gerd

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Geschrieben 06 April 2026 - 17:50

Das fände ich doch sehr unprofessionell. Es ist ja bekannt, dass ganz gleich, wie erfolgreich ein Buch im SP ist, ein Blick in den Text stets ratsam ist. Ich weiß nicht, ob so große Verlage wirklich so massiv sparen müssen, aber es wäre schockierend für mich, wenn ich erfahren würde, dass Hachette den Text ohne jeglichen Lektorblick weiterverkauft hat. Ich kenne das eher so, dass selbst bei Wiederauflage oder Lizensierung sehr erfolgreicher Bücher nochmal geschaut wird, ob man das eine oder andere nicht noch verbessern oder aktualisieren kann, z.B. bei Übersetzungen.

Wow. Ich bin beeindruckt. Und fange allmählich an, die Viele-Welten-Hypothese für viel realistischer zu halten, als es bislang der Fall war. :wink2:

- scnr -


Sudden moroseness. One hop too far.

#49 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 06 April 2026 - 18:12

Das fände ich doch sehr unprofessionell. Es ist ja bekannt, dass ganz gleich, wie erfolgreich ein Buch im SP ist, ein Blick in den Text stets ratsam ist. Ich weiß nicht, ob so große Verlage wirklich so massiv sparen müssen, aber es wäre schockierend für mich, wenn ich erfahren würde, dass Hachette den Text ohne jeglichen Lektorblick weiterverkauft hat. Ich kenne das eher so, dass selbst bei Wiederauflage oder Lizensierung sehr erfolgreicher Bücher nochmal geschaut wird, ob man das eine oder andere nicht noch verbessern oder aktualisieren kann, z.B. bei Übersetzungen.

Nach meiner Erfahrung mit inzwischen sechs populärwissenschaftlichen Büchern würde ich es durchaus für möglich halten, dass ein Buch nur sehr oberflächlich geprüft wird, bevor es zur Veröffentlichung übernommen wird. Die Verlage sparen, wo sie können. Und ein freiberuflicher Lektor muss nicht darin geschult sein, KI-generierte oder KI-verbesserte Texte zu erkennen. Die Entscheidung, ein Buch zu veröffentlichen, ist weitgehend ökonomischer Natur. Das Buch hatte in England 1500 Kunden gefunden, also konnte man in den USA etwa 5000 erwarten. Da bleibt nicht viel Geld übrig, wenn man noch einen Lektor und einen Korrektor beschäftigen will.


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#50 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 06 April 2026 - 19:12

Ja. Ich denke auch, Christian, dass deine Sicht auf Professionalität leider Wunschdenken ist. Jedenfalls widerspricht sie den mir zugetragenen Erfahrungen.


Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

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#51 ChristophGrimm

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Geschrieben 07 April 2026 - 08:41

Ein Zwischenstand meiner bisherigen Sichtungen:

 

Unsere Grobbewertung folgt dem Ampelsystem:

Grün - Potenziell denkbar

Gelb - Auch denkbar, wenngleich nicht vollständig überzeugend*

Rot - Unpassend oder nicht überzeugend 

*(hier bewerten wir drei wohl sehr individuell. Was mich betrifft: zumeist interessante Gedanken, aber handwerklich/strukturell/sprachlich, vielleicht auch teilweise inhaltlich optimierungsbedürftig. Nach meiner bisherigen Erfahrung ist es herausgeberseitig mit viel Arbeit verbunden und Autor:innen reagieren bei größeren Nacharbeiten nicht immer konstruktiv. Die grün bewerteten Geschichten müssten rar und etwas an einer gelb bewerteten Geschichte für mich SEHR originell sein / hervorstechen, um sie anzugehen – Ausnahmen bestätigen wie üblich die Regel)

 

90 Texte gelesen

4 sagen mir sehr zu (Grün)

4 haben Potenzial (Gelb)

82 nicht in Erwägung gezogen (Rot)

 

Die rot markierten Geschichten sind, objektive Kriterien angelegt, nicht zwingend schlecht, erscheinen mir aus teils objektiven, teils subjektiven Gründen jedoch als unpassend. 

 

Kai, Sarah und ich lesen und bewerten unabhängig voneinander. Ich bin gespannt, ob und wie viele "Grün-Grün-Grün"-Bewertungen bzw. "Grün-Gelb"-Kombinationen wir zum Schluss haben werden und ob wir die Anthologie realisieren können. 

 

Unabhängig von meiner Wertung bzw. Güte der Texte: Der bislang einhellige Tenor über Smart-Technologie ist dystopischer Natur oder beschäftigt sich mit einzelnen Negativpunkten, individuell und gesamtgesellschaftlich, auf uns. Es wird oft nur kritisiert, selten ein die "richtige" Richtung anstoßender Gedanke geäußert. So viele Schwarzseher und potenzielle Amish habe ich unter SF-Autor:innen gar nicht vermutet. Lediglich in zwei der bisher von mir gelesenen Texte kann sich vorgestellt werden, dass (spekulative) Smarttechnologie auch Potenzial hat, unser Leben, gesamtgesellschaftlich oder individuell, zu verbessern.

 

Inhaltlich: Die "Smart Home"-Thematik ist sehr beliebt, was vermutlich auch irgendwo naheliegend ist. Es wird sicher den Niederschlag in der Anthologie finden, jedoch nicht dominant. Zudem war bislang ausnahmslos jede Geschichte eine Variante oder eine Satire auf "Misery" (Böhses, böhses SmartHome) oder die allseits geschätzten "Fehlfunktionen".

 

... und nun zu den verbleibenden 186.


Bearbeitet von ChristophGrimm, 07 April 2026 - 08:42.

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#52 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 07 April 2026 - 09:13

Danke für das Update. 8 von 90 ist nicht gerade ein guter Schnitt, erstaunt mich aber auch nicht. Auf jeden Fall liest du echt schnell!


Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

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#53 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 07 April 2026 - 10:35

90 Texte gelesen

4 sagen mir sehr zu (Grün)

4 haben Potenzial (Gelb)

82 nicht in Erwägung gezogen (Rot)

Meinen Respekt für die Leseleistung! Wenn ich das richtig sehe, müssten sich 276 Geschichten auf mehr als 4000 Standardseiten addieren. Das ist schon ein gewaltiges Pensum. Acht brauchbare Geschichten von 90 gelesenen - das sollte perspektivisch für die Anthologie reichen, wenn ich mal annehme, dass ihr ca. 300 bis 400 Seiten einplant.

Die dystopische Ausrichtung der meisten Geschichten kann ich nachvollziehen. Die Haustechnologie wird immer smarter, und in diesem Jahr noch sollen humanoide Roboter in die Serienproduktion gehen. Und will man wirklich eine Kameraüberwachung im Haus, die nicht nur Einbrüche meldet, sondern verpflichtet ist, mittels KI wahrscheinliche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu identifizieren und an die Polizei zu melden?

Schnelle Veränderungen machen den Menschen eigentlich immer Angst. Vielleicht wäre mal eine Strichliste interessant, welche negativen Auswirkungen die Ausschreibungsteilnehmer am häufigsten fürchten.


Bearbeitet von Fermentarius, 07 April 2026 - 10:53.

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#54 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

    Temponaut

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Geschrieben 07 April 2026 - 10:40

Ich glaube ja, dass es daran liegt, dass dystopische Szenarien immer leichter zu entwickeln sind als utopische. Hinzu kommt, dass sich leichter spannende Elemente (Gewalt, Verbrechen, Bedrohungen) in dystopische Szenarien einbauen lassen. Utopisch oder wenigsten anti-dystopisch zu sein, musste ich echt üben.


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#55 Mammut

Mammut

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Geschrieben 07 April 2026 - 11:10

Die dystopische Ausrichtung der meisten Geschichten kann ich nachvollziehen. Die Haustechnologie wird immer smarter, und in diesem Jahr noch sollen humanoide Roboter in die Serienproduktion gehen. Und will man wirklich eine Kameraüberwachung im Haus, die nicht nur Einbrüche meldet, sondern verpflichtet ist, mittels KI wahrscheinliche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu identifizieren und an die Polizei zu melden?

Schnelle Veränderungen machen den Menschen eigentlich immer Angst. Vielleicht wäre mal eine Strichliste interessant, welche negativen Auswirkungen die Ausschreibungsteilnehmer am häufigsten fürchten.

 

Also ich habe mir den Ausschreibungstext nochmal durchgelesen. Der gibt schon einiges vor, aber auf mich wirkt der eher positiv. Da meist der Ausschreibungstext die Richtung beschreibt, wundert es mich persönlich, dass so viele Texte die Technik als Bedrohung ansehen.

Allerdings kann man natürlich den Titel Smartokratie so interpretieren, dass diese Blickrichtung wahrgenommen wird.

Also rein vom Ausschreibungstext hätte ich eher positive Geschichten erwartet. Scheint dann eher so zu sein, dass die technische Entwicklung negativ wahrgenommen wird und man so eher die Risiken erkennt.

Man sieht das natürlich auch hier im Forum oder in der SF Szene ganz allgemein. Da tummeln sich viele ältere Personen und lehnen Fortschritt eher ab bzw. sehen eher die kritischen Aspekte.


Die neue Anthologie aus der Galactic Pot Healer Bar:

https://defms.blogsp...pot-healer.html


#56 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 08 April 2026 - 15:40

Ein Zwischenstand meiner bisherigen Sichtungen:

...

 

90 Texte gelesen

4 sagen mir sehr zu (Grün)

4 haben Potenzial (Gelb)

82 nicht in Erwägung gezogen (Rot)

 

Die rot markierten Geschichten sind, objektive Kriterien angelegt, nicht zwingend schlecht, erscheinen mir aus teils objektiven, teils subjektiven Gründen jedoch als unpassend...

 

Unabhängig von meiner Wertung bzw. Güte der Texte: Der bislang einhellige Tenor über Smart-Technologie ist dystopischer Natur oder beschäftigt sich mit einzelnen Negativpunkten, individuell und gesamtgesellschaftlich, auf uns...

 

Inhaltlich: Die "Smart Home"-Thematik ist sehr beliebt, was vermutlich auch irgendwo naheliegend ist. Es wird sicher den Niederschlag in der Anthologie finden, jedoch nicht dominant. Zudem war bislang ausnahmslos jede Geschichte eine Variante oder eine Satire auf "Misery" (Böhses, böhses SmartHome) oder die allseits geschätzten "Fehlfunktionen".

 

... und nun zu den verbleibenden 186.

 

Wow! Das nenne ich fleißig. Wenn Du wirklich alle ganz gelesen hast, musst Du ja täglich Stunden damit verbracht haben. Wahrscheinlich hast Du aber bei nicht wenigen schon nach einigen Seiten gemerkt, wie der Hase läuft, und (hoffentlich) nicht weitergelesen. Diese Selektionsphase war schon immer der Hauptgrund, warum ich diese Verleger-Tour-de-Force nie durchgezogen habe.

 

Ich glaube auch, dass dieser Auswahlschnitt zu erwarten ist. Auch das SMART-Home als dystopisches Monster ist leider mittlerweile ein Klischee.

 

Der Ausschreibungstext lässt explizit die Darstellung sowohl von Chancen als auch von Gefahren der Technik zu. Die Beispiele im zweiten Absatz werden allerdings oft mit einem "oder" verbunden. Das könnten manche missverstanden haben als: Entweder es wird eine Utopie oder eine Dystopie. Meines Erachtens wäre die realistischste und interessanteste Variante eine Mischung.

 

 

Ich glaube ja, dass es daran liegt, dass dystopische Szenarien immer leichter zu entwickeln sind als utopische. Hinzu kommt, dass sich leichter spannende Elemente (Gewalt, Verbrechen, Bedrohungen) in dystopische Szenarien einbauen lassen. Utopisch oder wenigsten anti-dystopisch zu sein, musste ich echt üben.

 
Ja, klar. Allerdings ist es durchaus möglich, auch positive Visionen spannend zu inszenieren. Eines der prominentesten Beispiele ist vielleicht Star Trek, das ja vom Ansatz her eigentlich positiv ist, wenn auch manchmal im Konfliktbereich etwas plakativ.



#57 Christian Hornstein

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Geschrieben 08 April 2026 - 15:56

Wow. Ich bin beeindruckt. Und fange allmählich an, die Viele-Welten-Hypothese für viel realistischer zu halten, als es bislang der Fall war. :wink2:

- scnr -

 

Jetzt sagst Du mir gleich noch, dass in den USA Trump regiert und wir statt fleißig Klimaschutz zu betreiben unser ganzes Geld in sinnlose Kriege stecken. Haha! Alter Scherzkecks.  ;) 
 

 

Nach meiner Erfahrung mit inzwischen sechs populärwissenschaftlichen Büchern würde ich es durchaus für möglich halten, dass ein Buch nur sehr oberflächlich geprüft wird, bevor es zur Veröffentlichung übernommen wird. Die Verlage sparen, wo sie können. Und ein freiberuflicher Lektor muss nicht darin geschult sein, KI-generierte oder KI-verbesserte Texte zu erkennen. Die Entscheidung, ein Buch zu veröffentlichen, ist weitgehend ökonomischer Natur. Das Buch hatte in England 1500 Kunden gefunden, also konnte man in den USA etwa 5000 erwarten. Da bleibt nicht viel Geld übrig, wenn man noch einen Lektor und einen Korrektor beschäftigen will.

 

Bei den sechs sind ja auch Fischer und Springer dabei. Ich hoffe, Du meintest nicht, dass auch die sich Deine Manuskripte zu Freimaurer und Offline nur oberflächlich angesehen haben.

 

 

Ja. Ich denke auch, Christian, dass deine Sicht auf Professionalität leider Wunschdenken ist. Jedenfalls widerspricht sie den mir zugetragenen Erfahrungen.

 
Wunschdenken kann es eigentlich nicht sein, da ich wie gesagt Fälle gesehen habe, wo es klar anders war. Aber vielleicht sind das ja Ausnahmen und ich habe die vielen Fällen, bei denen das nicht so ist, weniger deutlich präsent.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 08 April 2026 - 15:57.


#58 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 08 April 2026 - 15:58

Wow! Das nenne ich fleißig. Wenn Du wirklich alle ganz gelesen hast, musst Du ja täglich Stunden damit verbracht haben. 

 

So schlimm ist es nicht. Ich lese, je nach Länge, 3 - 4 Geschichten pro Tag. Ca. 40-50 Normseiten (*). Das beansprucht zumeist die Stunde vor dem Schlafengehen.

Klar ist aber auch: Ich schreibe derzeit nicht selbst, arbeite kaum am "Weltenportal", schaue nicht fern (**) und meine Standard-Lesezeit – eben diese Stunde – wird nur für die Einsendungen genutzt, bis ich durch bin.

 

Die ersten zwei Seiten lese ich aufmerksam, danach wird quergelesen und die Struktur abgeklopft (Spannungsbogen, Wendepunkte, Abschluss und evtl. Pointe). 

Gewissermaßen entscheidet der Text mein Lesetempo: Wenn die Geschichte gut ist, lese ich langsamer.  

 

(*Ich lese auf einem iPad, inkl. Notizen zum jeweiligen Text direkt im Nachgang. Ich passe mich der Anthologie an :D)

(** ohnehin nicht viel, aber derzeit eben überhaupt nicht)


Bearbeitet von ChristophGrimm, 08 April 2026 - 15:59.

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#59 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 08 April 2026 - 16:03

@ChristophGrimm

 

Ja, das ergibt Sinn. Dennoch ziemlich diszipliniert. Chapeau!



#60 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 08 April 2026 - 16:24

Bei den sechs sind ja auch Fischer und Springer dabei. Ich hoffe, Du meintest nicht, dass auch die sich Deine Manuskripte zu Freimaurer und Offline nur oberflächlich angesehen haben.

 

Über die Zusammenarbeit mit den Verlagen kann ich mich wirklich nicht beklagen. Dass lief sowohl bei Springer als auch bei Fischer immer sehr gut. Als Sachbuchautor genießt man natürlich einen Vertrauensvorschuss, weil die Lektoren unmöglich alles überprüfen können. Wenn etwas grob unplausibel aussieht, fragen sie natürlich nach. Ansonsten war es immer meine Verantwortung, die Quellen richtig ausgewertet zu haben. Wo ich meine Meinung ausgedrückt habe, gab es keine Diskussionen, denn da mischen sich die Verlage nicht ein. Und ich muss sagen, das Schreiben der Bücher hat mir wirklich Spaß gemacht, auch wenn es anstrengend war. 

Ich konnte aber schon sehen, dass der Etat für die Bücher zeitlinear geringer wurde. Erst gab es kein eigenes Korrektorat mehr, dann waren die Lektoren nicht mehr angestellt, sondern arbeiteten freiberuflich. Der Satz wurde aus Deutschland in andere Länder verlagert. Gedruckt wurde vieles in Polen oder Tschechien. KI war damals natürlich noch kein Thema. 


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