Zum Inhalt wechseln


Foto
- - - - -

Frank Lauenroth - Black Ice

Black Ice Frank Lauenroth Space Weltraum Sciencefiction Scifi Roman Eridanus Verlag

  • Bitte melde dich an um zu Antworten
12 Antworten in diesem Thema

#1 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 883 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben 22 Oktober 2025 - 20:58

Frank Lauenroth - Black Ice - Band 1 der Corona-Saga

 

blackiceklein.png

 

Frankie ist Frachter-Pilot. Ein Einzelgänger und Malocher. Vor allen Dingen ist er Optimist. Das muss er auch sein, denn die Zeiten sind hart. Draußen, in den äußeren Systemen, in denen er mit seinem Schiff Corona Frachten ausliefert, regiert die Handelsgesellschaft mit gnadenloser Hand. Als er durch ein Missverständnis in den Besitz einer großen Menge der wertvollen Droge Black Ice gerät, hat er plötzlich den gefürchteten Vollstrecker Duistermach auf den Fersen.

Auf seiner Flucht trifft er alte und neue Freunde – aber auch forzianische Kopfgeldjäger, die Geißel der äußeren Systeme. Bald bleibt nur noch ein verzweifelter Ausweg…


»Ein Pulp-Abenteuer der leichten Art, das sich selbst nicht allzu ernst nimmt.«
(Josefson – derStandard.at)

»Ein verrückter Space-Trip mit einer skurrilen Crew.«
(Judith Madera – literatopia.de)

 

Publikationsdaten

 

ISBN: 978-3-946348-49-8

Seitenzahl: 316

Preis Druckausgabe: 16,00 €

Auch als E-Book erhältlich

 


SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com

  • (Buch) gerade am lesen:„Amatea“ (Saskia Karges), „Die Schatten von Avamoore“ (Nathan Winters)
  • (Buch) als nächstes geplant:„Poirot and me“ (David Suchet), „Kryo“ (Ryan Rockwell)
  • • (Buch) Neuerwerbung: "Flucht.Punkt" (C240042C), "Der Tote in der Church Lane" (James Goodwin)
  • • (Film) gerade gesehen: „TRON: Ares" (war okay)

#2 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 883 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben 04 November 2025 - 15:44

Zwei lesenswerte Rezensionen zum Auftakt der Corona-Saga:

„(…) Raumschlachten, Ungeheuer, Bösewichte, alle Arten von Aliens, geheime Planenten, eine versteckte Raumflotte. Und noch vieles mehr. Alles zusammen ein rasantes Abenteuer, das ich an einem verregneten Sonntag-Nachmittag in einem Zug durchgelesen habe; und dabei allerbestens unterhalten wurde.“

Vollständige Rezension: https://www.literatu...auenroth-black/

„Eine vergnügliche, rasante und unterhaltsame Abenteuergeschichte. Nicht mehr - aber eben auch nicht weniger.“

Vollständige Rezension: https://www.sf-lit.d...rchiv/black-ice

Wer an einem Rezensionsexemplar interessiert ist, darf sich sehr gerne bei mir per PN melden :).

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com

  • (Buch) gerade am lesen:„Amatea“ (Saskia Karges), „Die Schatten von Avamoore“ (Nathan Winters)
  • (Buch) als nächstes geplant:„Poirot and me“ (David Suchet), „Kryo“ (Ryan Rockwell)
  • • (Buch) Neuerwerbung: "Flucht.Punkt" (C240042C), "Der Tote in der Church Lane" (James Goodwin)
  • • (Film) gerade gesehen: „TRON: Ares" (war okay)

#3 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 883 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben 16 November 2025 - 10:58

Eine neue Rezension:

„Toll geschrieben und von der ersten bis zur letzten Seite spannend und mitreißend. Gut, dass es erst der erste Teil von Frank Lauenroths Corona-Trilogie ist.“

https://noosphaere.d...er-corona-saga/

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com

  • (Buch) gerade am lesen:„Amatea“ (Saskia Karges), „Die Schatten von Avamoore“ (Nathan Winters)
  • (Buch) als nächstes geplant:„Poirot and me“ (David Suchet), „Kryo“ (Ryan Rockwell)
  • • (Buch) Neuerwerbung: "Flucht.Punkt" (C240042C), "Der Tote in der Church Lane" (James Goodwin)
  • • (Film) gerade gesehen: „TRON: Ares" (war okay)

#4 lapismont

lapismont

    Linksgrünversifft

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 18.152 Beiträge
  • Geschlecht:unbekannt
  • Wohnort:Berlin

Geschrieben 16 November 2025 - 20:34

Ich will die Neuausgabe auch demnächst lesen und bin gespannt, wie es zu meiner Rezi annodunnemals passt, die ich vorher nicht zur Erinnerung lesen werde.

Hab grad erst die Erfahrung gemacht, dass ich Bücher ELF Jahre später deutlich milder beurteile. Ob das bei Frank aber auch so ist?  :aliensmile:


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.

Moderator im Unterforum Fantasyguide
Fantasyguide
Saramee
Montbron-Blog

  • (Buch) gerade am lesen:Ursula K. Le Guin – Lavinia

#5 lapismont

lapismont

    Linksgrünversifft

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 18.152 Beiträge
  • Geschlecht:unbekannt
  • Wohnort:Berlin

Geschrieben 20 November 2025 - 18:44

Und Lektüre gestartet.

 

Beginnt natürlich prompt mit dem Stoff einer Kurzgeschichte, die ich jüngst in der sehr guten KG-Sammlung »Delter« von Frank las. Bin derzeit, Stand Seite 100, etwas gemischter Meinung. Die Settings werden sehr gehetzt präsentiert, es wird sehr viel geredet und alles ist sehr Action-lastig. Unterhaltsam ohne Frage und auch die Figuren sind bisher interessant. Was mir etwas fehlt, ist sprachliche Finesse. Das mag an den etwas lyrischeren Tonarten der Vorgängerlektüre liegen.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.

Moderator im Unterforum Fantasyguide
Fantasyguide
Saramee
Montbron-Blog

  • (Buch) gerade am lesen:Ursula K. Le Guin – Lavinia

#6 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 883 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben 02 Dezember 2025 - 19:37

Als dressiertes Marketing-Äffchen des Eridanus Verlag lese ich prinzipiell jede neue Veröffentlichung ...

... und wenn es mir gefallen hat, schreibe ich auch gerne etwas dazu.

 

Kurzrezi:

 

Heiße Ware, dunkle Geheimnisse, Verfolger im Nacken und zu allem Überfluss noch forzianische Schleimgrabbler. Klare Sache: „Black Ice“ ist ein actiongeladenes Weltraumabenteuer nach klassischem Muster. Frank bedient sich dabei nicht gerade an den Erfolgszutaten einiger bekannter Genrevertreter: Ein wenig „Star Wars“ hier, ein bisschen „Firefly“ da, dazu ein paar Prisen „Star Trek“ und „Dune“ – und natürlich ein ordentlicher Schuss „Guardians of the Galaxy“. Die grundsätzliche Geschichte, die Charaktergestaltung und auch der Weltenbau wandeln inhaltlich und tonal auf vertrauten Hyperraumpfaden. Frank serviert jedoch keinen müden Abklatsch, sondern meistert die Gratwanderung, Erwartungen zu bedienen und den sattsam bekannten Versatzstücken eigene Facetten abzugewinnen. Auf den ersten Blick mögen Frankie an Han Solo oder Mal Reynolds, Gostoe an Deanna Troi, Holly an Data und Wood an Groot erinnern, doch schon nach wenigen Seiten blitzen bei allen Figuren überraschende Facetten auf. Über den Verlauf des Romans hinweg zeigen die Charaktere der unfreiwillig zusammengefundenen Besatzung mehr Tiefgang, als man es von Weltraumromanen dieser Machart gewohnt ist. Insbesondere Frankie, der als Weltraumcowboy durch Empathie und eine bemerkenswerte Anständigkeit überrascht, dürfte von Leser:innen schnell ins Herz geschlossen werden. Lediglich der Verfolger Duistermach bleibt als Handlanger etwas zu sehr im Stereotyp des „Bad Guy“.
 
Der positive Gesamteindruck des Romans fußt aber vor allem auf einem Aspekt: Frank kann erzählen. Er hat ein gutes Gespür für den Erzählfluss und hält den Spannungsbogen konstant aufrecht, weiß jedoch auch, wann es sich lohnt, das Tempo zu drosseln. Gerade die Momente, in denen sich den Charakteren gewidmet wird, und es zwischen der Crew „menschelt“, sind besonders lesenswert. Stilistisch gibt sich der Roman überwiegend geradlinig und zweckdienlich, kann aber bisweilen mit sprachlichen Finessen punkten.
 
Wenn in der Namensgestaltung der Corona-Crew ein tieferer Sinn liegt – von der Anspielung auf eine Musikgruppe, die der Popgeschichte hauptsächlich mit zwei Songs nachhaltig in Erinnerung geblieben ist (immerhin!), abgesehen –, ist er mir verborgen geblieben. Vermutlich hatte Frank einfach seinen Spaß daran. Diese augenzwinkernde Reminiszenz passt allerdings zu einem Roman, der in erster Linie nur eines möchte: Unterhalten. Daher: „When you want to suck it, chew it“ – und nicht zu viel darüber nachdenken.
 
Fazit: Relax! Zurücklehnen und den wilden Ritt in vollen Zügen genießen, lautet das Motto dieses Romans. „Black Ice“ ist ein schwungvoll geschriebenes, temporeiches Weltraumabenteuer, das einerseits Genrekonventionen voll bedient, andererseits genüsslich mit Stereotypen und Klischees spielt. Spritzige Dialoge, geschickt platzierte Überraschungen und ein gut gesetzter Schlusspunkt – immerhin handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie – machen Lust, der sympathischen Truppe in weitere Abenteuer zu folgen.

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com

  • (Buch) gerade am lesen:„Amatea“ (Saskia Karges), „Die Schatten von Avamoore“ (Nathan Winters)
  • (Buch) als nächstes geplant:„Poirot and me“ (David Suchet), „Kryo“ (Ryan Rockwell)
  • • (Buch) Neuerwerbung: "Flucht.Punkt" (C240042C), "Der Tote in der Church Lane" (James Goodwin)
  • • (Film) gerade gesehen: „TRON: Ares" (war okay)

#7 lapismont

lapismont

    Linksgrünversifft

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 18.152 Beiträge
  • Geschlecht:unbekannt
  • Wohnort:Berlin

Geschrieben 02 Dezember 2025 - 19:51

Ich bin noch dabei. So spritzig finde ich die Dialoge jetzt nicht. Meist erzählen sich die Figuren Dinge, die offensichtlich, bereits gesagt oder schlichtweg banal sind. Das Ganze könnte für mich noch etwas rasanter sein, wenn nicht so viel geplappert werden würde.

Soviel Action ist dann eigentlich gar nicht mehr.

Also bisher bin ich nicht recht begeistert.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.

Moderator im Unterforum Fantasyguide
Fantasyguide
Saramee
Montbron-Blog

  • (Buch) gerade am lesen:Ursula K. Le Guin – Lavinia

#8 lapismont

lapismont

    Linksgrünversifft

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 18.152 Beiträge
  • Geschlecht:unbekannt
  • Wohnort:Berlin

Geschrieben 16 Dezember 2025 - 20:58

Hab das Buch heute beendet und mich dann doch zum Ende hin sehr damit gequält, fast hätte ich es dreißig Seiten vor Ende abgebrochen.

Es hat einen spannenden Plot und mit Franky Goesto Holly Wood natürlich die coole Crew überhaupt, jedoch kam ich mit dem ewigen Geplappere nicht klar, das ging mir dann doch auf die Nerven. Keine Ahnung, ob das in den KGn von Frank auch so ist und es mich dort nur nicht so stört, hier war es abturnend.

 

Vermutlich werde ich nicht zu Band 2 greifen.

:unsure:


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.

Moderator im Unterforum Fantasyguide
Fantasyguide
Saramee
Montbron-Blog

  • (Buch) gerade am lesen:Ursula K. Le Guin – Lavinia

#9 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 883 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben 20 Dezember 2025 - 14:22

Matthias vom ScifiBloc hat den Roman gelesen.

Sein Fazit: „ Black Ice ist ein actionreicher Science-Fiction-Thriller in einer gut durchdachten Zukunft, bevölkert von einem bunten Haufen widerwilliger Helden. Ein guter, spannender und insgesamt gelungener Auftakt, der neugierig auf die kommenden Bände der Corona-Saga macht.“

Die vollständige Rezension gibt es außerhalb von Social Media u. a. hier:
https://www.lovelybo...-21818961180-w/

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com

  • (Buch) gerade am lesen:„Amatea“ (Saskia Karges), „Die Schatten von Avamoore“ (Nathan Winters)
  • (Buch) als nächstes geplant:„Poirot and me“ (David Suchet), „Kryo“ (Ryan Rockwell)
  • • (Buch) Neuerwerbung: "Flucht.Punkt" (C240042C), "Der Tote in der Church Lane" (James Goodwin)
  • • (Film) gerade gesehen: „TRON: Ares" (war okay)

#10 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

    Infonaut

  • Mitglieder
  • PIPPIP
  • 296 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Milchstraße, rechts neben Andromeda

Geschrieben 30 Januar 2026 - 19:58

Bitte beachten: Wer den Roman für den Kurt-Laßwitz-Preis nominieren will – so wie ich –, sollte wissen, dass es sich dabei um eine Neuauflage aus dem Jahr 2014 handelt. Andernfalls wird man sich dort zum uninformierten Deppen machen – so wie ich.

 

Wie dem auch sei:

 

Klischees sind im Regelfall ein Symptom: Sobald genug davon auftauchen, weiß man eigentlich, dass man sich in einem bestenfalls mittelmäßigen Werk befindet. Die Handlung wird sich wahrscheinlich nicht mehr aus dem gewohnten Rahmen bewegen und die überraschende Wendung gewiss nicht überraschen. Wer sich Klischees bedient, muss wissen, was er tut oder sie gekonnt mit Albernheiten und korrekt appliziertem Lampshade Hanging umschiffen. Frank Lauenroth, so seltsam es klingen mag, gelang exakt das – nicht immer, nicht in jeder Szene, aber überraschend gut.

 

„Black Ice“ startet auf gewohnten Pfaden. Frankie, der Skipper des gealterten Raumschiffes Corona, bemerkt eines Tages, dass er einen blinden Passagier an Bord hat – der mehr zu sein scheint, als einfach nur auf der Suche nach einem neuen Wohnort. Und weil Frank Lauenroth auf seinen Kitchen Sink Approach besteht, kommen dann auch noch bedenkliche Mengen der namensgebenden Droge Black Ice dazu, die sich Laderaum finden.

 

Wer sich jetzt an „Firefly“, „Skydoll“ oder „The Callisto Protocoll“ erinnert fühlt, der hat vermutlich Recht: Lauenroth bedient sich bei allen dreien (besonders der blinde Passagier Holly teilt sich viele Eigenschaften mit Barbuccis Androidin Noa), interpretiert sie aber sehr schön weiter. Der Roman liefert zudem dafür den sympathischen Protagonisten, der bei Callisto einfach mal komplett fehlte (und mir die Handlung kaputt machte).

 

Die aus diesem Setup gewohnten Komplikationen aus bösartigen Machthabenden, Super-Corporations und dergleichen folgen bald und der gewohnte Roster an Charakteren, wie man sie aus den Serien oder guten Rollenspielgruppen kennt, schließt sich Frankie an – und erzählt sich wie eine menschliche Zweckgemeinschaft bis hin zu Freunden. Nur den rechtschaffen-bösen Zauberer habe ich vermisst. Weiß Frank Lauenroth nicht, dass jede funktionale Heldentruppe ihren rechtschaffen-bösen Söldner, Ex-General oder Auftragsmörder benötigt? So als Kontrastmittel, Befürworter „notwendiger Entscheidungen“ und insgeheim beliebteste Rolle? Als Ausgleich erhält man dafür die überaus sympathisch entworfene Gostoe – die charmant mit Waifu Vibes der 2000er glänzt. Die Antagonisten funktionieren als solche, agieren aber eher als Antrieb denn Sympathieträger. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht.

 

Die allerdings größte Stärke von „Black Ice“ ist, sich seiner selbst bewusst zu sein. Der Roman weiß, dass er kein tiefgehender Thriller oder philosophische Abhandlung sein möchte, ebenso, dass er nicht als reiner Schenkelklopfer wahrgenommen wird – und geht dabei in Kurvenlagen, die er weder als Thriller noch Slapstick könnte. Was funktioniert! Die Klischees, die mich zuerst noch skeptisch machten, wandeln ab etwa Seite 30 zu gut ausgewählten Zutaten. Was ich zunächst noch für eine literarische Fertigpizza hielt, schmeckte bald schon wie einer dieser wirklich guten Burger, die man auf Grillfeiern serviert bekommt: Kalorienhaltiges Schnellfressen, aber mit Qualität.

 

Denn genau das ist Frank Lauenroths Werk: Überaus leichtgängig und genießbar gut geschrieben. Mich würde nicht erstaunen, wenn viele Leser diese Neuauflage in ein, zwei Tagen durchlesen. Ein guter Snack, der Spaß macht, unterhält, nie stockt und mich entlässt, bevor er anfängt, langweilig oder gleichförmig zu werden. Ein Groschenroman, der zu gut ist, um als einer durchzugehen. Als weiteren Pluspunkt möchte ich anmerken, dass Lauenroth vollständig auf den Tanz über Eierschalen verzichtet, denn ich aktuell bei einigen modernen Werken nicht mehr ertragen kann. Daher auch meine Nominierung.

 

Meine größte Kritik gilt dem Cover, denn das ist eine glatte Themaverfehlung: Handwerklich bezaubernd und zudem mit gekonnter Farbwahl entworfen, postuliert es Schwermütigkeit und Kälte; leichtfüßig und spaßig ist hingegen der Roman. Und auch wenn mir das Cover von z.B. „Walpar Tonraffir und der Zeigefinger Gottes“ etwas zu schlicht und skizzenhaft war (die Neuauflage entwerfe ich, und wenn ich mich dafür mit Uwe Post prügeln muss), so wäre eines in diesem Stil deutlich besser für Black Ice geeignet gewesen – mit Charakteren statt Karat, wenn man mir hierbei folgen kann.

 

Als jemand, der das Buch aufgrund des Autorennamens gekauft hat, ohne den Klappentext zu lesen, wurde ich vom Kontrast von Bild zu Roman überrascht – zwar im Positiven, aber manch einer könnte anhand des Einbands eine Geschichte erwarten, die das All als einen kalten, gnadenlosen Ort beschreibt, bevor er sich stattdessen in einer netten Mischung aus "Firefly" und "The Amazing Digital Circus" wiederfindet. Und nein, das war kein Spoiler ;-)

 

Was ich dafür positiv hervorheben will, ist die Funktionalität von „Black Ice“ – und hier gerate ich an einen spannenden Widerspruch: Was Handlungsstränge angeht, so wende ich gerne ein Prinzip an, dass ich schlicht die „Rollenspielgruppe“ nenne, also eine Gruppe aus vier oder fünf aggressiven, autistisch intelligenten Powergamern und -innen (wie ich sie alle zwei Wochen am Spieltisch sitzen habe). Dabei stelle ich mir vor, wie sie sich in Form einer Pen & Paper-Kampagne durch die Handlung hindurchschlagen müssten. Nicht nur überlege ich dabei, welche Tricks, Waffen und Ausrüstung sie dafür improvisieren werden, sondern auch welche Logiklücken sie aufzeigen oder für ihre eigenen Zwecke ausnutzen würden. Noch heute darf ich mir bspw. anhören, dass ich vor vier Jahren das Einkommen eines Schreibers im Mittelalter um Faktor Drei falsch recherchiert hatte. Gute Rollenspieler sind schlimmer als Fangschreckenkrebse.

 

Nur die wenigsten Romanwelten und -szenarios deutscher Autoren bestehen aus meiner Sicht diesen Test, die meisten verschlägt es auf eine 0,75 auf der Henderson-Skala. "Black Ice" allerdings nicht. Hierbei muss ich anmerken, dass sich das gesamte Setting durch vor allem seine Geradlinigkeit definiert ("Black Ice" führt nicht in Myst-artige Untiefen), weshalb vielleicht seine Bausteine so korrekt fallen. Das ist nicht für einen guten Roman essentiell, aber ein schöner Pluspunkt.

 

Frank Lauenroth hat sich wiedermal bewiesen. Dieses Mal aus einer ganz anderen Richtung.

 

(Falls ich hier zu sehr gespoilert haben sollte, sagt mir bitte Bescheid. Man kann "Black Ice" nicht rezensieren, ohne nicht ein bisschen der Handlung vorwegzunehmen)


Bearbeitet von Maxmilian Wust, 31 Januar 2026 - 10:49.

"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"


#11 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 9.266 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Kiel

Geschrieben 31 Januar 2026 - 09:30

Ich stehe auf eure Rezensionen. Vor Jahren habe ich in die vorige Version des Romans mal reingeschaut ist nicht ganz mein Subgenre, insofern bin ich dankbar, dass ich mich durch eure Worte ein wenig besser informiert fühle

Und Maximilian, ich Falle auf Neu-Veröffentlichungen auch immer wieder herein. So wollte ich Udo zwei mal weismachen, "Ein Junge und sein Hund" gehöre auf die Liste der Übersetzungen, aber auch das war schon vor Jahren erstmals erschienen.
Sogar der Verlag wusste es nicht besser und stellte ein klp lese Exemplar zur Verfügung

Podcast: Literatunnat

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
  • • (Film) gerade gesehen: The Whale, Everything everywhere at once, Zurück in die Zukunft III

#12 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

    Infonaut

  • Mitglieder
  • PIPPIP
  • 296 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Milchstraße, rechts neben Andromeda

Geschrieben 31 Januar 2026 - 23:07

Erleichtert mich tatsächlich, dass sogar dir das mal passiert ist  :wink2:

 

Franks Werke zu rezensieren, macht – finde ich wenigstens – Spaß, weil er mit Sarkasmus ziemlich gut umgehen kann.

 

Wobei ich so langsam ernsthaft mit meinen Rezis nachhänge. Wie bekommt ihr das alle so unglaublich schnell hin?


"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"


#13 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 9.266 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Kiel

Geschrieben 01 Februar 2026 - 11:35

Ich mache es insgesamt nicht mehr so oft. Daher geht es

Podcast: Literatunnat

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
  • • (Film) gerade gesehen: The Whale, Everything everywhere at once, Zurück in die Zukunft III



Auch mit einem oder mehreren dieser Stichwörter versehen: Black Ice, Frank Lauenroth, Space, Weltraum, Sciencefiction, Scifi, Roman, Eridanus Verlag

Besucher die dieses Thema lesen: 0

Mitglieder: 0, Gäste: 0, unsichtbare Mitglieder: 0