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Saskia Karges - Amatea

AmateaSaskia Karges Dystopie Climate Fiction Roman solarpunk 2025 Rosenthal

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6 Antworten in diesem Thema

#1 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

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Geschrieben 18 November 2025 - 11:52

Saskia Karges - Amatea - Memoirs of the Last City

 

amatea.jpg

 

 

Klappentext

 

„Um die Welt zu retten, hatten wir alles geopfert, was den Menschen ausmachte. Amatea war nur noch die letzte Bastion der Menschheit – nicht aber mehr der Menschlichkeit.“

 

Ruth Bernstein träumt schon als Kind davon, Stadtplanerin zu werden – grüner, nachhaltiger, gerechter soll die Welt durch ihre Ideen werden. Als Schülerin entwirft sie das zukunftsweisende Projekt Amatea – eine Stadt der Nachhaltigkeit.

Doch ein schwerer Schicksalsschlag wirft sie aus der Bahn. Sie gibt ihren Traum auf – und ahnt nicht, dass Amatea längst von einem mächtigen Konsortium übernommen wurde. Was bleibt von einer Idee, wenn andere sie zum eigenen Vorteil formen? Und wie viel Wahrheit kann man ertragen, wenn jene, die man liebt, Teil der Katastrophe sind? Ruth muss sich fragen, wie viel Einfluss ein einzelner Mensch wirklich hat – und wie weit man gehen darf, um den Planeten zu retten.

 

Solarpunk trifft auf Dystopie – erzählt als intime Biografie zwischen Hoffnung, Schuld und Apokalypse.

 

Publikationsdaten

 

ISBN: 978-3384672766

Seitenzahl: 518

Publikation: Rosenthal, 19.11.2025

Auch als ebook erhältlich

 

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Wie ich zu dem Buch kam

 

Die Autorin hat den "Andromeda Nachrichten" ein Rezensionsexemplar angeboten. Die Ausführungen der Autorin auf ihrem Instagram-Account haben meine Neugierde geweckt. https://www.instagra...karges_autorin/

 


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#2 Stephan

Stephan

    Yoginaut

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Geschrieben 18 November 2025 - 14:23

Das klingt alles sehr generisch, was mich dann aber gecatcht hat ist der Werbetext in der oberhessischen Presse (leider ist der Rest hinter Paywall):

 

"Am 19. November erscheint in „Amatea – Memoirs of the Last City“ ein Roman, der in einer dystopischen Zukunftsversion Marburgs spielt."

 

Marburg? Das ist mal was neues. Kein Chicago, Tokyo oder New York, sondern etwas lokales. Und Berlin, Hamburg oder Frankfurt hatten wir ja als deutsche Versuche schon. Ein bissl Cyberpunk in Marburg?

Da bin ich interessiert, was die Rezensionen sagen werden. Evtl kauf ich mir das.


Mein Blog über Science Fiction: www.ostinspace.blog  :)

  • (Buch) gerade am lesen:Das Geflecht. An der Grenze.

#3 My.

My.

    Wiedergänger

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Geschrieben 18 November 2025 - 15:39

Ich werde nie verstehen, warum ein deutsches Buch von einer deutschen Autorin einen englischen Untertitel braucht.

Das stößt mich ab.

 

My.


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#4 J. A. Hagen

J. A. Hagen

    Typonaut

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Geschrieben 18 November 2025 - 17:28

@My.:

 

Ich fremdele auch damit, aber wieso heißt dann der Daedalos im Untertitel Story Reader für Phantastik und verwendet einen englischen Begriff?


  • (Buch) gerade am lesen:Samantha Shannon: The Priory of the Orange Tree
  • (Buch) als nächstes geplant:Batgirl Vol. 2: Knightfall descends
  • • (Buch) Neuerwerbung: Mark Waid/Chris Samnee: Black Widow
  • • (Film) gerade gesehen: Deadpool/Wolverine

#5 My.

My.

    Wiedergänger

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Geschrieben 18 November 2025 - 17:52

@My.:

 

Ich fremdele auch damit, aber wieso heißt dann der Daedalos im Untertitel Story Reader für Phantastik und verwendet einen englischen Begriff?

 

Der daedalos ist ja nun nicht auf meinem Acker gewachsen, sonst hätte er auch kein "Phantastik" im Untertitel, sondern "Fantastik".

 

My.


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#6 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

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Geschrieben 26 März 2026 - 08:23

Meine (überfällige) Rezension:

 

Mit »Amatea: Memoirs of the Last City« legt Saskia Karges einen bemerkenswert stillen, zugleich nachhallenden Roman vor, der sich zwischen Solarpunk-Vision und dystopischer Abrechnung bewegt. Im Zentrum steht Ruth Bernstein, aus deren Perspektive der Roman erzählt wird. Der Autorin gelingt eine detailliert gezeichnete Charakterisierung, die Ruth weder idealisiert noch bricht, sondern sie als widersprüchliche und zutiefst menschliche Figur zeichnet. Der Roman, der verhältnismäßig oft auf Dialogführung verzichtet und rückblickend von einer merklich älteren Ruth am Ende ihres Lebens erzählt wird, erinnert mehr an eine Autobiografie als an einen Spannungsroman. Ruths Erinnerungen wirken wie die nachträgliche Rekonstruktion eines Lebens, das sich zwischen Hoffnung, Schuld und Resignation bewegte. Ihre Perspektive bleibt dabei stets glaubwürdig, geprägt von Ambitionen, Träumen, teils harscher Selbstkritik und einer unterschwelligen Trauer über verpasste Möglichkeiten.

 

Die große Stärke des Romans liegt in seiner Sprache. Karges schreibt in einer schlichten, eleganten Prosa, die nie überladen wirkt. Die Sätze sind klar gebaut, oft von zurückhaltender Schönheit, und entwickeln gerade dadurch eine nachhaltige Wirkung. Es ist ein Stil, der sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern den Gedanken Raum gibt.

 

Inhaltlich überzeugt „Amatea« durch die kluge Verarbeitung von Ereignissen, Bewegungen und verschiedenen Entwicklungen der 2010er und 2020er. Die Auseinandersetzung mit Pluralismus, Klimaaktivismus, technokratischen Lösungsfantasien aber auch die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der Pandemie prägen Ruths Jugendzeit. Die titelstellende Stadt Amatea steht dabei als vielschichtiges Symbol: für die Sehnsucht nach einer besseren Welt ebenso wie für die Gefahren, die entstehen, wenn gut gemeinte Konzepte von mächtigen Akteuren vereinnahmt werden. Karges gelingt es, diese Ambivalenz auszuhalten, ohne einfache Antworten zu liefern.

 

Allerdings ist der Roman nicht frei von Schwächen. Insbesondere die erste Hälfte weist spürbare Längen auf. Karges verliert sich stellenweise in Nebensächlichkeiten. Detaillierte Beschreibungen von Alltagsmomenten in der Kindheit und im Studium oder ausführliche, teils meinungsbehaftete Gedankenschleifen, die zwar zur Charakterisierung von Ruth beitragen, aber in diesem Ausmaß auch den Erzählfluss bremsen. Hier hätte eine straffere Dramaturgie dem Text gutgetan. Gerade Leser:innen, die eine stärker plotgetriebene Handlung erwarten, könnten in diesen Passagen an Geduld verlieren.

 

Doch wer durchhält, wird belohnt: In der zweiten Hälfte gewinnt der Roman deutlich. Die zuvor gelegten Spuren verdichten sich, moralische Fragen treten schärfer hervor, und Ruths persönliche Geschichte verschränkt sich immer enger mit der Entwicklung von Amatea. Besonders hervorzuheben ist das Ende: bitter, konsequent und frei von versöhnlicher Glättung. Karges entscheidet sich bewusst gegen einfache Erlösung und führt ihre zentrale Frage – wie weit der Mensch gehen darf, um die Welt zu retten – zu einem Schluss, der lange nachwirkt.

 

So bleibt »Amatea: Memoirs of the Last City« ein Roman, der weniger durch Spannung als vielmehr durch gut ausgearbeitete Spekulation begeistert. Eine ruhige Erzählweise, präzise Sprachgestaltung und die gelungene Figurenzeichnung machen ihn zu einer eindringlichen Lektüre, auch wenn er sich gelegentlich in seinen eigenen Details verliert. Gerade im Verzicht auf Effekthascherei und in seiner Unaufgeregtheit entfaltet das Buch jedoch eine besondere Kraft – als Mahnmal gegenüber Gier, Dummheit und menschlichen Abgründen, aber auch als eindringliche Reflexion über Verantwortung, Verlust und die Fragilität unserer Zukunft.

 

Rezensiert für die "Andromeda Nachrichten"

Das Exemplar wurde von der Autorin zur Verfügung gestellt.


Bearbeitet von ChristophGrimm, 30 März 2026 - 06:24.

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#7 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

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Geschrieben 31 März 2026 - 17:56

Nach dem Review ist vor dem Interview.
Wir sprachen mit Autorin Saskia Karges über ihren Roman:

https://weltenportal...-saskia-karges/

Sarah und ich haben den Roman als Bloggerin bzw. Rezensent begleitet.
Die Rezension meiner geschätzten Co-Redakteurin findet ihr hier:

https://sarah83sbook...amatea.html?m=1

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