Nun, ich habe den Streifen schon vor 3 Wochen gesehen und finde ihn nicht ganz so gut.
Bin offenbar auch nicht die anvisierte Zielgruppe.
Abseits der literarischen Vorlagentreue, den Roman kenne ich nicht, habe ich mit Andy Weir nur mit dem „Marsianer“ in Wort und Bild Kontakt gehabt. Ggf ist „Der Astronaut“ eine gute Literaturverfilmung. Das kann ich nicht beurteilen. Was ich so hörte spricht dafür bzw waren Leser von Hail Mary zumeist angetan.
Zum Film selbst:
Es ist so ziemlich das was man erwartet, wenn Amazon eine mainstreamtaugliche Produkton vorlegt.
Countdownthriller, Weltenuntergangsdystopie, Erstkontaktgeschichte, social Drama,
menschelnde Alienfreundschaft,
Actionthriller, wissenschafts SF Thriller, Monodrama uvm.. Wollten zumindest bei mir nicht alle
gleichzeitig funktionieren.
Hängen geblieben sind neben den Hochglanzbildern viel Klamauk, Slapstick, Kalauer und Tanzeinlagen in Dauershleife.
Die „Ich Perspektive“ konnte von Ryan Gossling in den Monodramateilen zumindest
in Bezug auf Amnesie, Isolation und Verzweiflung nur bedingt transportiert werden. Deshalb hat man ihm auch eine Heavy Metal Vokuhila Frisur verpasst, oder er musste als trotteliger Wissenschaftler die Brille irgendwo im Gesicht tragen (wie lustig).
Referenzen wären hier Melanie Laurent (Oxygen) oder Adam Sandler (finde ich auch erstaunlich) in „Spaceman- Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“. Sie zeigen, was gutes Schauspiel, reduziert auf wenige „Face to Face“ Dialoge in einer isolierten Raumkapsel bedeutet. Wie man es besser macht, wenn man kann oder darf.
Was ich positiv fand:
Guter Plot
Tückische „Ich Perspektive“ clever über Rückblenden umschifft
Easter Egg in der first Contact Szene mit Reminiszenz an
„Unheimliche Begegnung der dritten Art“. Wer hat das Main Theme
der Musik auch mit den Klopfsignalen in Verbindung gebracht? Geniale Idee
Was ich negativ fand:
Viel zu lang
Kein richtiger Spannungsbogen
Slap Stick, Klamauk und Kalauer in Dauerschleife
Sandra Hüller, Film und Schauspielpreise hin oder her, erinnerte mit ihrem
overacted Schauspiel und der auf Inhaltsschwere überdehnten Stimme,
an den nervenden Christoph Waltz in seinen Spectre 007 Rollen
Die Story hätte viel Potential gehabt. Offenbar begnügt sich Amazon auf Grund monetärer Erwägungen, auch wegen der Zweitverwertung übers Streaming, mit einer (sehr) seichten, mainstreamtauglichen Verfilmung. Schade. Vllt ist es auch genau das, was Andy Weir sich vorgestellt hat, schliesslich ist er Mitproduzent.