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Ian Watson - Mythen, Monster und Manien


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45 Antworten in diesem Thema

#31 Mammut

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Geschrieben 16 Juli 2026 - 15:37

Die Geschichte ist schon sehr schwarzhumorig. Der Kunstgriff, hier einen mythischen und den realen Mengele auftreten zu lassen verhindert für mich, dass Mengele irgendwie trivialisiert wird. In der religiösen Frankensteinfassung wird das Monster ja deutlich mehr zum Fehler gemacht, der ausgemerzt werden muss und Frankensteins Taten sind eine Gotteslästerung oder Herausforderung. Mengele bei Watson hingegen ist wirklich das Monster, der das nur für sich macht, mit ein wenig Wissenschaftsgehabe.

 

Mengele ist aber eher mit Dr. Frankenstein vergleichbar, oder?

Die beiden Mengeles als Kunstgriff hat mir gut gefallen, danke für die Erinnerung.

 

Die Invasion der Uranier wurde schon 2005 hier besprochen und erschien damals im Alien Contact Jahrbuch 2004:

Die beste ALIEN-CONTACT-Story 2004 - Kurzgeschichten, Anthologien & Magazine - SF-Netzwerk

 

Die Geschichte ist von 2004: Title: An Appeal to Adolf

 

Die Idee, die Uranier als Untergrundbewegung mit prominenten Kopf hat mir gut gefallen. Ebenso die absurde Gigantomanie der Schiffe. Aber auch hier wiederholt sich die Geschichte und selbst der Dümmste hat irgendwann gemerkt wie die beiden sich vergnügen.

Unterhaltsame Geschichte, aber insgesamt kein großes Kino. Falls ich die Story damals gelesen habe, da ist gar nichts hängen geblieben wenn ich ehrlich bin.



#32 lapismont

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Geschrieben 16 Juli 2026 - 16:03

Mengele ist aber eher mit Dr. Frankenstein vergleichbar, oder?

 

 

Ja, es ist ja immer Thema bei den Frankenstein-Auseinandersetzungen das Thema, wer da das wahre Monster ist.

Nur ist Frankenstein in der Urfassung mehr ein Prometheus, in der späteren Fassung dann eben der unmoralische Gotteslästerer. Rein meine Interpretation.


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#33 rostig

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Geschrieben 16 Juli 2026 - 17:08

Im Original habe ich Victor Frankenstein als furchtsames Weichei empfunden durch dessen Feigheit aus seinem Geschöpf ja erst ein Monster wird. 



#34 lapismont

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Geschrieben 16 Juli 2026 - 17:53

Im Original habe ich Victor Frankenstein als furchtsames Weichei empfunden durch dessen Feigheit aus seinem Geschöpf ja erst ein Monster wird. 

So oder so, er hat das Monster geschaffen. Aber eben auch etwas, das außerhalb der »Schöpfung« existiert. Das tragische ist dann, dass Frankenstein der Kreatur dadurch auch Rechte aberkennt. Aber wir schweifen ab :D


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#35 lapismont

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Geschrieben 17 Juli 2026 - 13:19

Die Invasion der Uranier

Ich geb zu, so etwas in der Art hab ich noch nicht gelesen. Es ist schon ein eigenes Thema, wie sich Briten über Nazis lustig machten und machen. Die Geschichte ist herrlich übertrieben und absurd. Etwas leidet sie darunter, dass Watson hier ein hartes Ende nutzt, und so darum herum kommt, die alternative Historie weiter zu spinnen.

Aber klar, nach der finalen Demaskierung ist die Pointe erzählt. 


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#36 Stephan

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Geschrieben 19 Juli 2026 - 16:26

Invasion der Uranier

Spoiler


Mein Blog über Science Fiction: www.ostinspace.blog  :)

  • (Buch) gerade am lesen:"Mythen, Monster und Manien" von Ian Watson
  • (Buch) als nächstes geplant:"ZOI" von Jane Mondrup
  • • (Buch) Neuerwerbung: "Athos 2643" von Nils Westerboer

#37 Mammut

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Geschrieben 20 Juli 2026 - 20:21

Die Bibel in Blut erschien 1994, wurde 1998 in den Weird Tales veröffentlicht und für den Bram Stoker nominiert. Außerdem gibt es eine spanische Übersetzung:

Title: The Bible in Blood

 

Das Necronomicon kennt wohl jeder. Ganz generell sind fiktive Bücher sehr beliebt, gerade in der Horrorliteratur. Aber eine Bibel, abgeschrieben von Juden mit ihrem eigenen Blut und die dazugehörige Geschichte ist ganz besonders und im vorliegenden Fall auch stark um gesetzt. Die Geschichte spielt in der Gegenwart, aber auch in der Endphase des 2. Weltkriegs und macht auch den Bogen zur persönlichen Betroffenheit, einer besonderen Verwandtschaft. 

Eine mitreißende Story und für mich die bisher stärkste Geschichte des Bandes. Allein für "Die Bibel im Blut" hat sich die Anschaffung des Buches schon gelohnt. Großartige Story.



#38 lapismont

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Geschrieben 21 Juli 2026 - 14:06

Die Bibel in Blut ist auch in meinen Augen sehr gut geschrieben und inszeniert. Das Leben im Lager ist übel dargestellt, alles sehr bedrückend. Mit dem Plot selbst hingegen kann ich nichts anfangen. Irgendwas mit Magie und Legenden. Unklare Figurenmotivation.

Nee, nicht mein Fall.


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#39 Mammut

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Geschrieben 23 Juli 2026 - 18:09

Heinrich Himmler in der Halluzinationszelle von Barcelona

 

Wirkt wie ein skurriler Reiseführer auf SS

 

1000 Jahr Reich

 

Eine Alternativweltgeschichte, in der es die alten deutschen und japanischen Reiche noch gibt, sogar als Mondbasis. Die Amis übernehmen eine angebliche Erfindung der Deutschen, die Orgonkanone, ein schräges Teil und malträtieren damit, gewollt und ungewollt zugleich die Deutschen.

 

Zahnlose Zuversicht

 

Eine Geschichte über Ostberlin, die DDR, was man aufgibt für den Kampf gegen den kapitalistischen bösen Westen und das ist ziemlich schräg.

 

Klickkäfer

 

...ist eine Reise durch die Welt heute und gestern mit allerlei schrägen Ideen.

 

Bin durch. Insgesamt ist mir das Buch ein wenig zu nazilastig und der Humor hat bei mir auch nur bedingt gezündet.



#40 lapismont

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Geschrieben 24 Juli 2026 - 07:58

Heinrich Himmler in der Halluzinationszelle von Barcelona

Hier mischt Watson den Spanischen Bürgerkrieg und die Kunstfeindlichkeit der Nazis mit Himmlers Persönlichkeit. Am ende wird alles noch megautopisch.

Die architektonischen Foltermethoden waren schon ziemlich finster.

Eine doch recht intensive Auseinandersetzung des Autors mit der Psychologie des Verbrechens.

 

Letztlich nichts, was mich thematisch besonders reizt und mir geht es wie Mammut, so geballt wird auch mir das zu viel. 


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#41 lapismont

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Geschrieben 27 Juli 2026 - 14:01

1000 Jahr Reich

Das hab ich abgebrochen, war mir zu wirr erzählt. Ich weiß nicht, alternative Nazizeitlinien geben mir nix.


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#42 rostig

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Geschrieben 27 Juli 2026 - 17:00

Die "Uranier" waren nicht meins. Eine skurile Persiflage auf deutschen Größenwahn mit einigen Monty Pythons - Momenten vor allem am Ende. Der Erzähler war durchaus liebevoll charakterisiert, alle anderen inkl. Hitler nur Staffage. Die Wittgenstein-Story schien mir überflüssig aber ich kenne auch das oben erwähnte Buch über die Beziehung zu Hitler nicht. Genial fand ich die kurze Erwähnung über die Unmöglichkeit von Flugzeugen. Sie zeigt die Fremdartigkeit dieser Alternativwelt besonders deutlich.

 

"Bibel aus Blut" hat mir hingegen gefallen. Für mich hat es deutliche Anklänge an Necronomicon. Die alternativen Ansätze zur Motivation des Oberst hat Watson interessant ausgearbeitet. Die verwobenen Ebenen eigentlich unmöglicher Erinnerungen an die Mutter mit historischem Geschehen und mythologischen Erwägungen hat sehr viel Charme. Ich mochte die Idee, dass die Abwesenheit Gottes an diesem gottlosen Ort das Eindringen / Entstehen bösartiger Wesenheiten ermöglicht. Und wird die Fertigstellung der Bibel das Tor für diese Wesen öffnen?

 

Die Himmler-Story war die erste SF-geprägte Geschichte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Themenkomplex "KI-Simulation-Konvergenz virtueller Realität" nicht ganz geheuer war; esist wohl kein Thema mit dem er sich auskennt. Die Beschreibung der Situation (Jagd nach mystischen Artefakten) und der wahnsinnigen Folterzelle ist dagegen sehr gelungen und irrtierend.


Bearbeitet von rostig, 28 Juli 2026 - 13:12.


#43 lapismont

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 13:02

Zahnlose Zuversicht

 

Okay, der Anfang war etwas befremdlich, Watson hat den DDR-Unterricht nicht gut eingefangen. Der Teil im Museum war aber lustig.


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#44 Mammut

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 14:50

Zahnlose Zuversicht

 

Okay, der Anfang war etwas befremdlich, Watson hat den DDR-Unterricht nicht gut eingefangen. Der Teil im Museum war aber lustig.

 

Die hatte meinen Humor auch eher getroffen, wobei das auch nur teilweise. Der Nazi Humor in den anderen Geschichten ist mir aber noch befremdlicher.



#45 lapismont

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 15:33

Die hatte meinen Humor auch eher getroffen, wobei das auch nur teilweise. Der Nazi Humor in den anderen Geschichten ist mir aber noch befremdlicher.

Ich denke, das liegt daran, dass wir als Deutsche die Verbrechen dahinter immer auch mitdenken. Zumindest mir geht das so. Und die Gefahr besteht ja durchaus, dass wieder Leute Macht bekommen, die Menschen foltern und töten.


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#46 rostig

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Geschrieben 29 Juli 2026 - 13:03

Zahnlose Zuversicht

Die Lehrerszene illustriert sehr schön, wie man sich den Schulalltag in der DDR vorstellt. Das Museumsgelage hat mich eher befremded, da Exponate normalerweise in Formalin eingelegt werden und nicht in Ethanol. 

 

1000 Jahre Reich

Die einzige SF-Story mit einer merkwürdigen Pointe: Orgonstrahlung gegen Nazi-Gebäude. Ist das der ultimate Traum der Hippiebewegung = Liebe besiegt Beton und Größenwahn?

 

Der KLickkäfer

Verarbeitet Watson hier seine eigenen Tinituserfahrungen? 




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