Zum Inhalt wechseln


Foto

EXODUS Nr. 50.1 und Nr. 50.2 (06/2026)


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
168 Antworten in diesem Thema

#1 ShockWaveRider

ShockWaveRider

    verwarnter Querulant

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 6.315 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:München

Geschrieben 27 Juni 2026 - 16:05

Hurra!

Die doppelte Jubiläums- und Abschiedsausgabe ist da.

Gestern bei uns im Briefkasten!

 

Schade, dass der Aufkleber mit der numerierten Sonder-Gold-Edition auf der äußeren Plastikfolie angebracht war.

Ich würde mir den gern auf einem der EXODUS-Hefte selber anbringen.

Mal schauen, wie gut er sich lösen lässt.

 

Natürlich überwiegt die Freude über gleich zwei auf den ersten Blick gelungene Magazine. EXODUS ist einen langen Weg gegangen, bis es hier angekommen ist.

Auf der anderen Seite ist natürlich auch Wehmut, weil das die letzte Ausgabe eines etablierten SF-Magazins sein wird.

René Moreau und seinen Mitstreitern sei der Ruhestand gegönnt; sie haben ihn sich redlich verdient.

Aber a weng schad is' scho!

 

Bittersüße Grüße

Ralf

 


Verwarnungscounter: 2 (klick!, klick!)

ShockWaveRiders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten -
einen Kerl wie den sollte man lynchen!

  • (Buch) gerade am lesen:A. Mira "Neurobiest"; "NOVA 35"
  • (Buch) als nächstes geplant:"!Time Machine Nr. 10"; C. Meier "Apeirophobia"

#2 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 384 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Münster

Geschrieben 27 Juni 2026 - 17:34

Ist bei uns auch gestern angekommen. Die Graphiken sehen super aus, die Geschichten muss ich noch lesen. Wirklich schade, dass René und seine Mitstreiter die EXODUS-Hefte nicht mehr weiterführen. 


  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#3 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 971 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben 27 Juni 2026 - 18:02

Melde auch hier den Empfang des Duos. Und was für ein Duo! Ich bin sehr gespannt auf die Texte. Als mir wie immer die (diesmal besonders) vielen Graphiken entgegen lächelten, habe ich nochmal innerlich ganz tief geseufzt. Ein solches Magazin müsste ewig leben. Aber ich weiß ja: So ist das Leben. Trotzdem schwer.



#4 ShockWaveRider

ShockWaveRider

    verwarnter Querulant

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 6.315 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:München

Geschrieben 27 Juni 2026 - 19:24

Ach, Mist! Jetzt ist mir die falsche Jahreszahl durchgerutscht, und ich kann den Threadtitel nicht mehr korrigieren.

Kann bitte ein gnädiger Moderator aus der 2025 eine 2026 machen? Danke!

 

Gruß

Ralf


Verwarnungscounter: 2 (klick!, klick!)

ShockWaveRiders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten -
einen Kerl wie den sollte man lynchen!

  • (Buch) gerade am lesen:A. Mira "Neurobiest"; "NOVA 35"
  • (Buch) als nächstes geplant:"!Time Machine Nr. 10"; C. Meier "Apeirophobia"

#5 My.

My.

    Wiedergänger

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 14.138 Beiträge
  • Geschlecht:unbekannt

Geschrieben 28 Juni 2026 - 06:00

Aus Platzmangelgründen habe ich "nur" PDF. Macht nix. Ist auch geil. Und vor allem sehen die Grafiken an einem hintergrundbeleuchteten Monitor noch drei Mal besser aus. Behaupte ich. Kann ich ja mangels Papier nicht wirklich beurteilen.

Und ich wünschte mir, ich könnte beizeiten auch so fulminant in Rente gehen. Woran schon gearbeitet wird.

(Gnichel. Und ich hätte EXODUS 50.2 als EXITUS auf den Markt gebracht <g>.)

 

My.


| Michael Haitel

| p.machinery Michael Haitel

| Norderweg 31 · DE-25887 Winnert

| Fon +49 4845 3539956

| Fax +49 4845 3539958

| michael@haitel.de

| www.pmachinery.de

| VAT ID DE189832110

| Steuer 17/056/02051

|

| Achtung! Sie erreichen uns telefonisch nur, wenn Sie Ihre Rufnummer

| übertragen!

 


#6 Uwe Hermann

Uwe Hermann

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.684 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Wagenfeld

Geschrieben 28 Juni 2026 - 06:11

Ich warte noch auf die Exemplare. :-(

 

Bei uns kommt die Post immer später. Ich wohne halt am Ende der Welt.



#7 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 9.520 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Kiel

Geschrieben 28 Juni 2026 - 06:46

Auch hier sind die Exemplare angekommen, ich habe bisher nur Vorworte und Abschieds Worte gelesen -)

Ach, Mist! Jetzt ist mir die falsche Jahreszahl durchgerutscht, und ich kann den Threadtitel nicht mehr korrigieren.
Kann bitte ein gnädiger Moderator aus der 2025 eine 2026 machen? Danke!

Gruß
Ralf


Done
Yvonne, die gnädige

Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
  • • (Film) gerade gesehen: Der Simpsons Movie, Lola rennt

#8 Sam Francisco

Sam Francisco

    Giganaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 692 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Nordhessen

Geschrieben 28 Juni 2026 - 12:35

Meine sind auch angekommen. Leider kann ich bei dieser Hitze nicht lesen, der Schweiß tropft und ich bleibe als am Papier kleben. Ich habe Angst, sie kaputt zu machen.


Future ist die Zukunft!
  • (Buch) gerade am lesen:Dirk van den Boom: Canopus
  • (Buch) als nächstes geplant:immer noch Alan Campbell - Scar Night (Kettenwelt 1), aber meine Planungen werden häufig über den Haufen geworfen.

#9 ShockWaveRider

ShockWaveRider

    verwarnter Querulant

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 6.315 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:München

Geschrieben 28 Juni 2026 - 13:40

Done
Yvonne, die gnädige

 

DANKE!!!!!  :D  :D  :D

 

bedankt sich

Ralf


Verwarnungscounter: 2 (klick!, klick!)

ShockWaveRiders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten -
einen Kerl wie den sollte man lynchen!

  • (Buch) gerade am lesen:A. Mira "Neurobiest"; "NOVA 35"
  • (Buch) als nächstes geplant:"!Time Machine Nr. 10"; C. Meier "Apeirophobia"

#10 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 9.520 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Kiel

Geschrieben 29 Juni 2026 - 06:19

So, ich kopiere mal die Inhaltsverzeichnisse (leider andere Reihenfolge als in den Heften):

 

EXODUS 50.1 – Neue Storys von 
David Daubitz: Malware
Helmut Ehls: Die Bären entdecken den Mond
Christian Endres: Tod zwischen den Sternen
Andreas Eschbach: Bigger Than Life
Erik Harlandt: Mittelmaß mit Methode – Der Mizzki-Weg
Uwe Hermann: Mein alter Herr  → (LESEPROBE)
Dieter Korger: Willkommen auf Random!
Michael Marrak: Die Maschine, die alle Probleme löste und unsere Sprache sprach (Teil 1) → (LESEPROBE)
Maria Orlovskaya: Godspeed You! Night Empress
Peter Schattschneider: Keine Fragen, alles gut
Angela und Karlheinz Steinmüller: Die Welt wird vloral  
 
EXODUS 50.2 – Neue Storys von 
Victor Boden: Letzte Worte (Micro-Story)
Volker Dornemann: Being smart
Andreas Eschbach: Wichtige Anmerkungen für Benutzer der Wirklichkeit
Uwe Hermann: Die Wirklichkeit der anderen
Karsten Kruschel: Schrödinger ist halbtot, flüsterte die Katze
Claire Larsen: California
Karsten Lorenz: Wenn Kinder spielen
Michael Marrak: Die Maschine, die alle Probleme löste und unsere Sprache sprach (Teil 2)
Michael Marrak: Die Ausgesetzten II
Jacqueline Montemurri: Der letzte Vertrag → (LESEPROBE)
Maria Orlovskaya: 1 Match gefunden
Maria Orlovskaya: Die Hochzeit der Suri Klammast → (LESEPROBE)
Ralph Würschinger: Ride ´n´ Mount
 
 
 
Die erste Story habe ich gestern Abend gelesen
 
Christian Endres: Tod zwischen den Sternen
 
Ein Ich-Erzähler (der aber nicht wesentlich mehr Eigenschaften hat, als dass er die berühmte Detektivin Lennox verehrt), begegnet auf einem Raumschiff ebenjener Lennox und kommt so zufällig mit, als diese einen Tod aufklären soll. 
Ein, zwei Details sind gestern Abend wohl unbemerkt an mir vorbei gespült (wie der Fleck auf seinem Hemd), daher muss ich noch mal nachlesen.
Spaß macht die Story definitiv. Lennox erhält viel Gesicht (die Erzählperspektive erinnert an Watson/Holmes, da geht es ja eigentlich auch um Holmes und wir schauen nur aus Watsons Augen, so ungefähr kam mir das hier auch vor), denn Lennox erhält eine ganze Menge Gesicht und Charakter (die Illustration passt auch gut dazu). 
Sehr schön die Szene, in der Lennox Schlussfolgerungen partout nicht ernst genommen werden und umso schöner die Selbstsicherheit der Figur und die absolute Souveränität, die in der Kürze der Zeit auch nie alt wird. 
Die Auflösung ist absolute SF, da wird dann keiner jammern, dass das auch irgendwo ohne SF funktioniert hätte.
 
Auf dem Niveau von Smarte Tränen ist es nicht, will es aber wohl auch nicht sein. Es ist Unterhaltung für mein Hirn und ein wenigi auch für mein Herz, auch als Frau, denn die Figur von Lennox ist absolut empowernd für mich als weibliche Leserin. Das gleich dann auch etwas aus, wie wenige weibliche Namen mal wieder vorhanden sind in der letzten Doppel-Ausgabe. 
 
 
Late edit:Satzanfang mit "Alldieweil"! Kommt total gut und passend und mega ungewöhnlich in der geschriebenen Sprache für mich.
Ich dachte, das sei umgangssprachlich, lerne aber gerade, dass es nur veraltet ist. Ich dachte immer, das sei grammatikalisch eher berlinerisch. Wieder was gelernt!

Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
  • • (Film) gerade gesehen: Der Simpsons Movie, Lola rennt

#11 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 971 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben 29 Juni 2026 - 08:54

Da ich schon lange nichts mehr von Michael Marrak gelesen habe, war der Griff zur Maschine, die alle Probleme löste, für mich naheliegend. Zuletzt war ich in die lovecraftschen Untiefen von Imagon versunken. Da kommt mir das Backstory-Prequel aus dem KANON-Universum gerade recht, ein Märchen aus dem Reich der marrakschen Mechanoquantik. Und am Anfang war … der Irrtum, folgenschwer, geboren aus des Menschen Einfalt, mal wieder. Und auch diesmal schuf er die Maschinen nach seinem Ebenbild, auch wenn es auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Trans-Cosma und selbst ihr Wahr-Vater sind menschlicher als so manche heutige KI. Das Beste an Michaels Geschichte ist für mich der Sprachwitz und das gekonnte Spiel mit (meist humorvollen) Implikationen, gut gewürzt mit einem Schuss ungezügelter Begriffsneuschöpfungen. Herrlich.

Ich fand auch die Graphiken in der Galerie von Pierangelo Boog recht ansprechend, wobei der Pulpeinschlag so manche dazu reizen könnte, die Darstellung von Weiblichkeit nochmal zu thematisieren. Wer genau hinsieht, wird jedoch die Ironie bemerken, die auch den Juroren des Kurd-Laßwitz-Preises aufgefallen ist.

Letzte Worte von Victor Boden, drastisch, hoffnungslos, leider bedenkenswert.



#12 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 384 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Münster

Geschrieben 29 Juni 2026 - 16:55

 

 
Christian Endres: Tod zwischen den Sternen
 
Ein Ich-Erzähler (der aber nicht wesentlich mehr Eigenschaften hat, als dass er die berühmte Detektivin Lennox verehrt), begegnet auf einem Raumschiff ebenjener Lennox und kommt so zufällig mit, als diese einen Tod aufklären soll. 
Ein, zwei Details sind gestern Abend wohl unbemerkt an mir vorbei gespült (wie der Fleck auf seinem Hemd), daher muss ich noch mal nachlesen.
Spaß macht die Story definitiv. Lennox erhält viel Gesicht (die Erzählperspektive erinnert an Watson/Holmes, da geht es ja eigentlich auch um Holmes und wir schauen nur aus Watsons Augen, so ungefähr kam mir das hier auch vor), denn Lennox erhält eine ganze Menge Gesicht und Charakter (die Illustration passt auch gut dazu). 
Sehr schön die Szene, in der Lennox Schlussfolgerungen partout nicht ernst genommen werden und umso schöner die Selbstsicherheit der Figur und die absolute Souveränität, die in der Kürze der Zeit auch nie alt wird. 
Die Auflösung ist absolute SF, da wird dann keiner jammern, dass das auch irgendwo ohne SF funktioniert hätte.
 
Auf dem Niveau von Smarte Tränen ist es nicht, will es aber wohl auch nicht sein. Es ist Unterhaltung für mein Hirn und ein wenigi auch für mein Herz, auch als Frau, denn die Figur von Lennox ist absolut empowernd für mich als weibliche Leserin. Das gleich dann auch etwas aus, wie wenige weibliche Namen mal wieder vorhanden sind in der letzten Doppel-Ausgabe. 
 
 
Late edit:Satzanfang mit "Alldieweil"! Kommt total gut und passend und mega ungewöhnlich in der geschriebenen Sprache für mich.
Ich dachte, das sei umgangssprachlich, lerne aber gerade, dass es nur veraltet ist. Ich dachte immer, das sei grammatikalisch eher berlinerisch. Wieder was gelernt!

 

Habe ich jetzt auch gelesen, bin aber nicht so richtig damit warm geworden. Bei Kriminalgeschichten von Sherlock-Holmes-Typ habe ich es eigentlich lieber, wenn alle Indizien, Tatwaffen und Motive vorher ausgebreitet werden, und der Leser (vergeblich) mitraten darf. Hier war das leider nicht der Fall. Die Tatwaffe (wenn man das so sagen darf) kam wie ein Deus ex machina aus einer vorher nie eingeführten Richtung. Die Panikreaktion der verdächtigen Person scheint ebenfalls nicht besonders logisch, weil sie als überlegt und nervenstark eingeführt wurde. Die Auflösung der Bedrohung des Erzählers kommt mir auch etwas gezwungen vor. 

Die Ausstattung des Raumschiffs könnte besser durchdacht sein, auf mich wirkt sie wie eine Kreuzung aus Titanic und Raumkreuzer. Ansonsten ist die Geschichte flüssig geschrieben und mit einem guten Schuss Ironie gewürzt. Leicht verdaulich für zwischendurch.


  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#13 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 971 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben 30 Juni 2026 - 10:57

Der Tod zwischen den Sternen ist flott geschrieben, eine kaum verhohlene Tec-Kritik und strukturell ein typischer Whodunit mit klassischem Denouement, das leider nur eine Preisgabe von vorenthaltener Information ist und keine kunstvolle Kombination von Hinweisen und Fakten, die wir im Prinzip auch hätten selbst schlussfolgern können. Er lässt einige Fragen offen und stellenweise den Deus Ex grüßen. Einen Gag fand ich richtig lustig, nämlich die Sache mit dem Fleck am Hemd. Das wäre eine super Gelegenheit gewesen im Nachgang ein originelles Licht auf die Figur der Ash Lennox zu werfen. Leider wird auch dieses Element nicht aufgelöst. Sollte es als bloßen Scherz der Dame gedeutet werden sollen, fände ich es schade. Da wäre mehr Potential drin gewesen. All das ist vielleicht der Kürze des Texts geschuldet, der möglicherweise mehr Raum gebraucht hätte, um sein Genre-Versprechen zu erfüllen.

@Thomas
Da haben wir wohl einen sehr ähnlichen Eindruck.

@Yvonne
Der Duktus des Thierry Sonko weist mehrere solcher veralteten Sprechakte auf, z.B. auch "versetzte". Das ist offenbar Absicht. Die Figur Ash Lennox prägen stereotypisch ein paar wenige Merkmale von Meisterdetektiven der Literatur wie souverän, vornehm, wehrhaft. Da wäre mehr drin gewesen, vielleicht auch etwas originelles.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 30 Juni 2026 - 10:58.


#14 Uwe Hermann

Uwe Hermann

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.684 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Wagenfeld

Geschrieben 30 Juni 2026 - 14:30

Meine Ausgabe der neuen EXODUS ist leider eben erst eingetroffen. Ich hatte noch keine Zeit einen Blick hineinzuwerfen, aber der erste Eindruck ist schon mal umwerfend. Schade, dass ... aber das wisst ihr ja.  :bigcry:



#15 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 9.520 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Kiel

Geschrieben 01 Juli 2026 - 06:37

Christian, dann habe ich die Erklärung zum Fleck auf dem Hemd gar nicht überlesen, sie war gar nicht drin? Ich habe es auf meine Unaufmerksamkeit geschoben, da ich zurzeit abends lese. 

 

Andreas Eschbach: Bigger than life

Brauchte etwas, um reinzukommen. Erst fand ich das Rätsel interessant, dann zog es sich etwas (wohl, weil die beiden Figuren nicht so plastisch sind). Der Schluss war aber sehr sehr gut (und hier denke ich, man hatte eine bessere Chance, mitzuraten als beim Endres, dafür hatte die Endres-Story für mich keine Längen) und die Nebenfigur, die den Schluss gestaltet, wird auch viel lebendiger als die anderen. Hat sich wegen des Schlusses gelohnt, auch wenn das Thema nicht neu ist, fand's hier aber überraschend und sehr angenehm, guter Pay Off am Ende. (Eschbach kann ja eigentlich auch Enden, ich würde ihn fast als Meister der Enden bezeichnen, sehr oft sind seine Roman-Enden auch einfach noch mal richtig geil und katapultieren den Roman dann noch mal einen ganzen Stern höher.)

 

Angela und Karlheinz Steinmüller: Die Welt wird vloral  

Dazu finde ich keinen Zugang.

 

Ich stecke gerade in Helmut Ehls: Die Bären entdecken den Mond, bin damit aber noch nicht fertig. Überrascht bin ich, weil mir Ehls gar nichts sagt. Der hat quasi vor meiner Zeit veröffentlicht (also bevor ich 2020 die Exodus abonniert habe), vielleicht hatte er eine Schaffenspause. Bisher kann ich sagen, dass mir der Ton der Erzählstimme außerordentlich gut gefällt.


Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
  • • (Film) gerade gesehen: Der Simpsons Movie, Lola rennt

#16 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 384 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Münster

Geschrieben 01 Juli 2026 - 08:00

Andreas Eschbach: Bigger than life

 

Der Philosoph Ernst-Edgar Jünger-Richter ist verschwunden, nachdem er ein Gaming-Startup besucht hat. Zwei Polizisten nehmen sich die Firma vor. Sie finden den Philosophen auch, aber ganz anders als erwartet.

Der Text kommt mir eher wie eine Fingerübung vor. Sauber aufgebaut, die Exposition vielleicht etwas breit. Flüssig geschrieben, gute Dialoge, Hinweise auf die Wendung am Schluss werden sorgfältig gestreut. Aber: Die Plausibilität der Geschichte lässt doch etwas zu wünschen übrig, zum Beispiel:

Die Polizisten lassen sich in der Firma den fortgeschrittenen VR-Helm vorführen, der die Benutzer vollständig in die Illusion des Games zieht. Sie setzen den Helm gleichzeitig auf. Damit wären beide vollkommen hilflos, und das in einer unbekannten, potenziell gefährlichen Umgebung. Das ist nicht realistisch.

 

Spoiler

Ich traue Andreas Eschbach zu, dass er diese inhaltlichen Inkonsistenzen selbst gefunden hätte, wenn er die Geschichte nach einigen Wochen noch ein zweites oder drittes Mal durchliest. Deshalb kommt mir die Geschichte wie eine Fingerübung vor: Formal gut, stilistisch sehr gut, inhaltlich ausbaufähig. 

Am Schluss wäre wohl noch Platz gewesen für eine weitere kurze Wende. 

Der Name des Philosophen ist übrigens ein kleiner Scherz des Autors: Pate gestanden haben offenbar der Schriftsteller Ernst Jünger und der Wissenschaftsphilosoph Edgar Richter. 


Bearbeitet von Fermentarius, 01 Juli 2026 - 08:01.

  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#17 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 384 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Münster

Geschrieben 01 Juli 2026 - 20:31

Angela und Karlheinz Steinmüller: Die Welt wird vloral  

Studenten in Prag füttern eine KI mit dem Voynich-Manuskript, einer rätselhaften Handschrift aus dem 15. Jahrhundert. Daraufhin geschieht wenig, bis alle auf einmal geschieht.Nicht schlecht geschrieben, aber die Dynamik der Ereignisse erschließt sich mir nicht. Es geht offenbar vorwiegend um die böhmische Mentalität, alles gelassen hinzunehmen und das Beste daraus zu machen. In der Moldau wandern die Steine, und in China fällt ein Sack Reis um. 


Bearbeitet von Fermentarius, 01 Juli 2026 - 20:32.

  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#18 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 971 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben 02 Juli 2026 - 10:23

Als nächstes war klar, dass ich Bigger Than Life lesen würde von Andreas Eschbach, einer der Autoren, die ich gerne lese. Am Ende der ersten Seite hatte ich eine wie sich zeigen würde zutreffende Annahme zum Prozedere, mit dem das Verschwinden des Professors im Zusammenhang stand, und nach dem Auftreten der ersten Anomalie wusste ich Bescheid. Das war wohl den vielen ähnlichen Geschichten zum selben Thema geschuldet, die ich bislang gelesen habe. In solchen Fällen frage ich mich immer, was jemand sich dabei gedacht hat, denn vor allem den Erfahrenen ist die Zielgruppe bekannt und allzu große Vorhersehbarkeit kein Ziel beim Erfinden ihrer Geschichten. Außerdem stoßen einen spätestens die Probelesenden darauf.

Bei Tod zwischen den Sternen habe ich keine Ahnung, ob Christian die zu seiner Geschichte angesprochene Problematik reflektiert hat oder nicht. Leider äußern sich die meisten nicht zur Kritik an ihren Texten, weil es allgemein als nicht ratsam (zuweilen auch als nicht schicklich oder Zeichen von Schwäche) gilt. Man könne dabei nur verlieren, was leider zum Teil stimmt, da einem oft unterstellt wird, man wolle nur abwehren. Seufz. Bei Andreas weiß ich aber zufällig mehr, und zwar wie er zum Kurzgeschichtenbau steht: kurz, prägnant, auf eine Pointe bezogen, nur die eigentliche Handlung zählt und die Figuren sind eher Ausführende der Grundidee. Das erklärt die Sparsamkeit der Geschichte. Vielleicht hat er dem zuliebe in Kauf genommen, dass viele nach etwas mehr als der Hälfte das Ende erraten und einem Teil schon kurz nach Beginn schwant, wohin das Ganze führen könnte. Auch wenn es nicht leicht ist, in einer relativ kurzen Kurzgeschichte eine überzeugende, originelle und zugleich überraschende Wendung anzulegen, so ist es dennoch möglich und ich persönlich würde dies immer anstreben. Schon gute Witze belegen, dass es geht.

Was ich mir auch etwas weniger sparsam gewünscht hätte, ist die Plausibilität der Handlung. Beide Polizisten legen sich zugleich hin, obwohl sie dann gelähmt und ihrer Sinne für die Umgebung beraubt sind. Hmmm. Und nur jemand, der den Bezug zur Realität ein Stück weit verloren hat, würde seine Kontrahenten auf die geschilderte, wenig nachhaltige Weise aus dem Weg räumen. Es ist ja nur eine Frage der Zeit, bis das Ganze auffliegt. Mir fehlt da ein Hinweis auf die Geistesschwäche des Antagonisten oder noch besser auf eine verborgene Funktion der von ihm ergriffenen Maßnahme, die dem Ganzen im letzten Moment noch einen schlüssigen Dreh verpasst, z.B. entlarven die Protagonisten die Maßnahme, doch vor allem der Professor hat entscheidende Erfahrungen dort gemacht, die ihn vom Wert des Produktes überzeugt haben.

Interessant finde ich auch die Betrachtung der Erzählstimme und der Perspektive. Die Stimme gleitet an einigen Stellen kurz in die erlebte Rede (z.B. "ach, sieh an ...") und bleibt durchgängig bei Lehmann. Nur einmal wechselt sie ohne Not in Sauls Perspektive ("Im Augenblick hatte Saul nur zwei Wünsche: ...") Das ist interessant, denn vielleicht ist es unbeabsichtigt, was uns daran erinnern würde, dass auch die besten von uns Fehler begehen. Es ist auch deswegen interessant, weil manche in solchen Fällen an eine Regel erinnern, die besagt, man sollte in einer Szene möglichst nicht die Perspektive wechseln. Das ist auch zum Teil richtig, wenn man es unmotiviert tut oder übertreibt. Der vorliegende Fall zeigt aber, ob Schnitzer oder nicht, dass so etwas nicht schlimm sein muss, auch wenn es überflüssig ist.

@Yvonne
Für Dich kam die Pointe offenbar überraschend. Würde mich interessieren, wievielen aus der Zielgruppe es so ging. Vielleicht ist die Geschichte ja doch nicht so vorhersebar, wie es mir schien.

@Thomas
Erneut ähneln sich unsere Einschätzung doch sehr.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 02 Juli 2026 - 10:23.


#19 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 9.520 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Kiel

Geschrieben 02 Juli 2026 - 12:13

Christian, kurz nach dem Anfang war mir langweilig, daher speed reading. Langsamer und aufmerksamer wurde ich erst zum Ende hin, insofern kam mir der Schluss zwar sofort zwingend vor, aber geahnt habe ich es trotzdem vorher nicht.


Ich bin mit dem Ehls jetzt durch und war unterhalten, kann aber den Plot leider nicht finden und warte erstmal eure Einschätzung ab.

Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
  • • (Film) gerade gesehen: Der Simpsons Movie, Lola rennt

#20 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 384 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Münster

Geschrieben 02 Juli 2026 - 13:29

Ich bin mit dem Ehls jetzt durch und war unterhalten, kann aber den Plot leider nicht finden und warte erstmal eure Einschätzung ab.

Hallo Yvonne, hier kommt meine Rezension:

 

Helmut Ehls: Die Bären entdecken den Mond

 

Ein ebenso erfolgloser wie mittelloser Autor begibt sich auf eine Reise zu einem Saal, in dem er aus seinen Werken vorlesen soll. Der Titel bezieht sich auf eine Geschichte, die der Ich-Erzähler geschrieben hat. Im einem Alptraum entdeckt er sie in einer Zeitschrift, aber mit einem anderen vorgeblichen Autor, Auf der Reise zu seiner Lesung, die ihm als "ausverkauft" angekündigt wird, begegnet er einigen skurrilen Typen. Bei der Lesung erwartet ihn eine Überraschung, ein Bär taucht auf und will nach oben. Und ein Grund zu Feiern findet sich immer. Christian Kracht kriegt auch noch einen mit.

Flüssig geschriebenes Schelmenstück. Ich hätte fast vergessen: die Geschichte spielt auf dem Mond. Müsste sie nicht unbedingt. Sie könnte auch in sumerischen Ur, im ägyptischen Theben, im antiken Rom, im elisabethanischen London oder in im gegenwärtigen Berlin spielen. Ebenso hoffnungsvolle wie erfolglose Autoren gab es immer. Und was ist mit dem Bären?

Ein Erklärung wäre,  dass William Kotzwinkles manuskriptklauender Bär inzwischen auf den Mond ausgewandert ist (William Kotzwinkle: Ein Bär will nach oben, 1996). Dann wäre die Äußerung der Buchhändlerin "von dir will er nichts" so zu verstehen, dass bei dem Autor kein erfolgversprechendes Manuskript zu holen ist. Nicht mal für einen Bären.

Aber es könnte auch anders gemeint sein. Denn ich muss ehrlich gestehen: Wenn mir der Autor etwas sagen will, habe ich es nicht verstanden.


Bearbeitet von Fermentarius, 02 Juli 2026 - 13:58.

  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#21 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 971 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben 02 Juli 2026 - 14:33

Als nächstes, gerade passend, einen Findling aus dem Steinbruch des Urgesteins Steinmüller. ;) 
Über Plausibilität brauchen wir hier nicht reden und ich lese diese andeutungsreiche gesellschaftskritische Schrift als Satire. Durchaus kunstvoll geformt, jedoch hängt der Spannungsbogen für mich ein wenig durch, da weder von der Handlung her noch im Stil der Präsentation die Würze meinen Gaumen befriedigend zu kitzeln vermochte. Aber das ist in gewisser Weise jammern auf hohem Niveau.

Der seltsame Tag im Cartoon gefällt mir graphisch gut, nur die Pointe mochte sich mir in ihrer ganzen Attraktivität nicht erschließen.

Michael Vogts Illustration zu Christian Endres Geschichte finde ich handwerklich gekonnt, atmosphärisch und im Porträtausdruck fehlt mir bei diesem Stil aber oft etwas. So auch hier.

Oliver Engelhards Illustration zu Bigger Than Life zeigt Liebe zum Detail, könnte szenisch aber für mein Empfinden plastischer und ausdrucksstärker sein. Die Graphik soll wohl die berüchtigte Wand mit Saul und der Kriegerin darstellen. Hmmm. Im Text heißt es noch: "Eine Kriegerin mit einer unglaublichen Figur und einer Lederrüstung, die das meiste davon frei ließ". Ich weiß, dass Oliver die Präsentation weiblicher Kurven früher nicht gescheut hat, woraufhin hier im Forum Kritik laut wurde von wegen stereotyper, wenn nicht gar sexistischer Darstellung. Falls er sich von einer solchen Darstellung dieses Mal wegen der Kritik hat abhalten lassen, die Kriegerin so darzustellen, wie sie nun mal im Text beschrieben wird, hätte er sie besser ganz weglassen sollen.

Die Marrakschen Illustrationen finde ich wie gewohnt ansprechend, dieses Mal im realistischen 3-D-Stil.

 

@Yvonne

Ah, speed reading. Das lässt natürlich wenig Muße für Vorwegnahme.



#22 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 384 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Münster

Geschrieben 02 Juli 2026 - 15:24

Der seltsame Tag im Cartoon gefällt mir graphisch gut, nur die Pointe mochte sich mir in ihrer ganzen Attraktivität nicht erschließen.
 

 

Wenn du die Illustration zur Geschichte der Steinmüllers meinst: Das sind wohl vier Seiten aus dem echten Voynich-Manuskript.


Bearbeitet von Fermentarius, 02 Juli 2026 - 15:42.

  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#23 Marrak

Marrak

    Infonaut

  • Mitglieder
  • PIPPIP
  • 211 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Brunswick Area

Geschrieben 03 Juli 2026 - 02:50

 

Helmut Ehls: Die Bären entdecken den Mond

 

Es gibt eine Kurzgeschichtensammlung von Terry Bisson namens "Die Bären entdecken das Feuer" (Heyne, 1998). Vielleicht ist der Storytitel davon inspiriert. Ich habe das Buch vor Jahrzehnten gelesen und erinnere mich nicht mehr an den Plot der Titelgeschichte. Ich glaube, sie hatte gar keinen. Auf Amazon steht: "In der Titelgeschichte dreht es sich um Bären, die auf den Mittelstreifen von Highways leben (nicht ganz ungefährdet) und in den angrenzenden Wäldern ums Lagerfeuer hocken.


Bearbeitet von Marrak, 03 Juli 2026 - 02:51.

Oh, no ... It's Bicycle Repair Man!

Website: www.michaelmarrak.de
Facebook: Michael Marrak (official)

#24 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 384 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Münster

Geschrieben 03 Juli 2026 - 04:43

Es gibt eine Kurzgeschichtensammlung von Terry Bisson namens "Die Bären entdecken das Feuer" (Heyne, 1998). Vielleicht ist der Storytitel davon inspiriert. Ich habe das Buch vor Jahrzehnten gelesen und erinnere mich nicht mehr an den Plot der Titelgeschichte. Ich glaube, sie hatte gar keinen. Auf Amazon steht: "In der Titelgeschichte dreht es sich um Bären, die auf den Mittelstreifen von Highways leben (nicht ganz ungefährdet) und in den angrenzenden Wäldern ums Lagerfeuer hocken.

Eine solche Anspielung wäre durchaus denkbar. Vom Inhalt der Kurzgeschichte von Terry Bisson findet sich in der aktuellen Geschichte allerdings nichts wieder. 


  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#25 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

  • Globalmoderator++
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 9.520 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Kiel

Geschrieben 03 Juli 2026 - 06:04

Ah, verstehe, bei Ehl habe ich nämlich kein Speed Reading betrieben (war sehr unterhaltsam, wenn ich auch den Traum etwas nervig fand), aber es am Ende trotzdem nicht verstanden (Prämisse, wo bist du?). Aber offenbar ging es Thomas ähnlich. 

 

Mich persönlich stört es nicht, wenn ein SF-Element für die Handlung nicht zwingend notwendig ist, solange die Geschichte gut ist, es hält mich nur manchmal von Nominierungen ab. Allerdings nicht so stark wie andere Dinge.


Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
  • • (Film) gerade gesehen: Der Simpsons Movie, Lola rennt

#26 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 971 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben 03 Juli 2026 - 12:48

Von Mondbären und anderen Ehlschen Kreaturen: Mit lakonischer Selbstironie erzählt uns Fin-Jasper Ulenik von seinen komischen, wenn auch für ihn ernüchternden Erlebnissen um seine lunare Lesung, was dramaturgisch für mich wenig spannend, durch funktionierenden Wortwitz und originelle Einfälle aber unterhaltsam blieb. Warum zum Kuckuck das Ganze im SF-Kontext stattfinden musste … na ja, musste es natürlich nicht, so wie in den meisten Fällen bei ulkigen Geschichten. Die Wahl des Genres ist dann mehr Liebhaberei als zwingende Grundlage. Der Alptraum zu Beginn hätte eigentlich auch die Vergangenheitsform verdient, kam aber wohl aus dramaturgischen Gründen im Präsens daher.

Mehrere von Franz Miklis Werken wirken auf mich wie informelle Industrieachäologie mit dichten, fast chaotischen Ansammlungen von zerfasernden Linien. Wiederkehrende Unbestimmtheit, geisterhafte Elemente und die Farbenwahl erwecken in mir den Eindruck von auf seltsame Weise vertraute Fremdheit, was ich interessant finde. Es passt zu seinem explorativen Vorgehen. Der bewusste Verzicht auf digitale Technik ist ebenfalls interessant. Ohnehin habe ich den Eindruck, dass die Jubiläumsbände dieses Mal graphische Werke mit KI-Assistenz außen vor gelassen haben. Es wäre verständlich.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 03 Juli 2026 - 21:34.


#27 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 971 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben 03 Juli 2026 - 21:36

Beim Mizzki-Weg treffe ich einen alten Bekannten wieder, Erik Harlandt, den ich vor allem als Lektor, der alles, also Layout, Satz, usw., aus einer Hand für Selfpublisher anbietet. Der Perspektivenwechsel, über den hier die Gesellschaftskritik aufgebaut wird, ist zwar nicht neu, aber sicherlich ein probates Mittel, wenn das Potential gut ausgeschöpft wird, was hier noch hätte etwas tiefer gehen können. Das erinnert mich an einen kleinen Scherztausch, den ich im April 2026 im Scifinet hatte. Ich erzählte von meiner Beobachtung, dass größere Verlage selbst bei Wiederauflage oder Lizensierung sehr erfolgreicher Bücher nochmal nach Verbesserungspotential schauen, woraufhin Gerd der Scherzkeks meinte, dass er allmählich anfange, die Viele-Welten-Hypothese für viel realistischer zu halten als zuvor. Daraufhin habe ich zurück gefrotzelt, dass er mir gleich auch noch sagen wird, dass in den USA Trump regiert und wir statt fleißig Klimaschutz zu betreiben unser ganzes Geld in sinnlose Kriege stecken. So etwas abwegiges.  ;) Den Anfang des Mizzki-Weges mit einer längeren Rede zu machen, bei der es letztlich um die Exposition der Ausgangsidee geht, ohne einen handfesten Spannungsbogen aufzubauen, ist, finde ich, etwas verwegen.

Michael Vogts Illustration, auf der wohl Georg Mizzki zu sehen sein soll, wie er gerade … ups, ich will ja nichts verraten. Na ja, jedenfalls finde ich hier einen ähnlichen Stil wie beim Tod zwischen den Sternen, nur noch stilisierter. Wie schon gesagt, fehlt mir da etwas der Ausdruck.

Frauke Bergers Illustration zum Publikum der Lesung auf dem Bärenmond finde ich liebevoll und ansehnlich, wirkt auf mich vom Stil her aber wie aus einem Kinderbuch, was ich im Exodus jetzt nicht erwartet habe.

 

 

Wenn du die Illustration zur Geschichte der Steinmüllers meinst: Das sind wohl vier Seiten aus dem echten Voynich-Manuskript.

 
Nein, ich meine den Comic von Olaf Brill und Michael Vogt auf Seite 27 von Band 50.1.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 03 Juli 2026 - 21:39.


#28 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Illuminaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIP
  • 971 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben 04 Juli 2026 - 09:49

Malware von David Daubitz nutzt eine bestimmte Variante des Topos des ontologischen Schocks (s. z.B. Oblivion, Blade Runner, The Sixth Day, Moon) und lässt manches offen, was eine schlüssige Dekodierung der inneren Logik und den Genuss der Pointe erschwert, deren unscharfe Konturen für mich generisch bleiben. David beweist ein gutes Vorstellungsvermögen und bietet viele Weltendetails, allerdings auch an Stellen, an denen sie mir narrativ etwas unpassend erscheinen, z.B. mitten in einer Verfolgungsszene, wo es ja eher hektisch zugeht. Die Erzählstimme verlässt an zwei Stellen Jacks Perspektive, an einer einen Tick zu lang wie ich finde, auf Seite 42 ab "Er sieht nicht …" Jack ist ohnehin keine sehr nahbare Figur und auch wenn es nur eine Kurzgeschichte ist, bleibt ein gewisses Maß an Identifizierung doch wichtig. Dranbleiben wäre da besser. Die Erzählstimme kommentiert für meinen Geschmack auch ein wenig zu oft das Geschehen, statt es uns einfach zu zeigen:
"Doch es ist nicht irgendjemand" S. 46
"Jack zögert nicht" (S. 41/47), "Jack denkt nicht" (S. 42/46)
"Die Lautlosigkeit um ihn herum ist nicht normal." S. 43

Weitere handwerkliche Anmerkungen wären:
"Irgendetwas stimmt nicht. Das weiß er." S. 43
Die Erzählstimme ist bereits in Jacks Perspektive. Da ist "das weiß er" redundant.

"Da schneidet eine sanfte Stimme durch die kalte Stille." S. 43
Für mich ist das Verb schneiden konnotiert mit scharfen Klingen, Verletzung und Schmerz. Das passt nicht zu einer sanften Stimme. Auch stehen sanft und kalt nicht in einem optimalen Gegensatz. Passender empfände ich z.B. folgende Metapher unter Beibehaltung der sanften Stimme als Prämisse: Da beendete eine sanfte Stimme die unerbittliche Stille.

"Die Wände rücken näher." S. 43
Solche Metaphern sind schon oft verwendet worden. Es ist anregender für mich, wenn ich als Leser neue entdecken kann.

Niklas P.R. Kappensteins Illustration in Acryl mit plastischen Aufträgen ist im vorliegenden Illustrationskontext ungewöhnlich und mir daher willkommen. Das der Geschichte entnommene Motiv ist jedoch so gar nicht ungewöhnlich. Es ist nicht einfach, es auf originelle Weise aufzugreifen. Das ist hier, wie ich finde, nicht optimal gelungen.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 04 Juli 2026 - 21:07.


#29 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 384 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Münster

Geschrieben 04 Juli 2026 - 11:43

 

 
Nein, ich meine den Comic von Olaf Brill und Michael Vogt auf Seite 27 von Band 50.1.

Hatte ich irgendwie nicht ganz begriffen. Ergibt aber eindeutig mehr Sinn.

 

 


  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#30 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 384 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Münster

Geschrieben 04 Juli 2026 - 11:49

Erik Harlandt: Mittelmaß mit Methode – Der Mizzki-Weg

David Daubitz: Malware

 

Beides nicht meine Sache. Keine Rezension.

Christians Anmerkungen sind aber auf jeden Fall lesenswert und schlüssig.


Bearbeitet von Fermentarius, 04 Juli 2026 - 11:55.

  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig


Besucher die dieses Thema lesen: 2

Mitglieder: 0, Gäste: 2, unsichtbare Mitglieder: 0