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EXODUS Nr. 50.1 und Nr. 50.2 (06/2026)


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235 Antworten in diesem Thema

#211 lapismont

lapismont

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Geschrieben 24 Juli 2026 - 12:31

Angela und Karlheinz Steinmüller: Die Welt wird vloral 

Tschechische Studenten füttern eine halbfertige KI mit dem Voynich-Manuskript als Anlerndaten. Und das hat Folgen …

 

Stil: Typische Erzählweise der Steinmüllers. Kaum szenisch, viel literarisches drumherum, etliche kulturelle Anspielungen – bestimmt nicht jedermans Stil
Plot: nun ja, er ist da. Im Kleinen passiert nicht viel, dafür im großen Ganzen
Figuren: bekommen nicht wirklich ein Profil, am meisten vielleicht noch der persönliche Avatar, Tante Libussa
Idee: Fand ich lustig. Die KI mit dem unenträtselbaren Material zu füttern, cool.
Lesespaß: Hab mich prächtig amüsiert. Die ausladende Erzählweise und ihre kleinen Scherze machen glücklich, mich zumindest.

 

Ein typischer Text der beiden. Den Stil muss man mögen und von der Idee her gefiel es mir, weil es einfach schön schräg ist. Ohne unvorstellbar zu sein. 


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.

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#212 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 25 Juli 2026 - 18:41

Uwe Hermann - Mein alter Herr:

 

Ich wusste es doch, Uwe Hermann enttäuscht mich nicht. Mein alter Herr ist eine leise, hoch emotionale Geschichte über die Angst vorm Tod, verpackt in ein Science-Fiction-Setting. Das ist zwar inhaltlich nicht das, was ich gerne lesen möchte, Uwe Hermann schafft es aber trotzdem, mich an den Haken zu kriegen. Dafür satte 4 Sterne.

 

SF

 
Falls Du die Serie Humans noch nicht angesehen hast, schau mal rein. Sie könnte Dir gefallen.  :)


Bearbeitet von Christian Hornstein, 25 Juli 2026 - 18:41.


#213 Sam Francisco

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Geschrieben 25 Juli 2026 - 18:42

Welche meinst du? Da gab es irgendwas aus Skandinavien, das habe ich gesehen. Das amerikanische Remake aber nicht.
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#214 Christian Hornstein

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Geschrieben 25 Juli 2026 - 18:45

Andreas Eschbach: Bigger Than Life

Okay, spätestens ab Schmetterlinge, zweiter Auftritt war die Geschichte erzählt.

 

Stil: unauffällig
Plot: ganz, ganz dünn
Figuren: flache Pappe
Idee: uralt
Lesespaß: gering

 

Nee, das hätte man zurückgeben müssen, allein die Idee, dass sich zwei Ermittler gleichzeitig in die Hände des Verdächtigen begeben, lässt den Plot in sich zusammen brechen. Das war nix.

 
And again ...  :o 



#215 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 25 Juli 2026 - 18:53

Welche meinst du? Da gab es irgendwas aus Skandinavien, das habe ich gesehen. Das amerikanische Remake aber nicht.

 

Es ist eine englische Adaptation und die meinte ich.
 


54 Mio Euro Umsatz - bei deutschsprachigen Romanen deutscher Autoren?

 

Nein, das ist der gesamte Umsatz. Da konkurrieren wir mit den ausländischen Autori. Ein Grund mehr sich anzustrengen, oder?  ;) 



#216 Uwe Post

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Geschrieben 27 Juli 2026 - 09:43

Okay, ich strenge mich mehr an, versprochen.

(Der DSFP hat mich motiviert, doch mal den halb fertigen Planetenroman zu komplettieren, der seit zwei Jahren in der Schublade liegt. Geschätztes Umsatzpotenzial: 200 Euro.)


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#217 Marrak

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Geschrieben 27 Juli 2026 - 11:16

Okay, ich strenge mich mehr an, versprochen.

 

Congrats auch hier nochmal. Hatte dir zwar auf FB dazu geschrieben bzw. in den Storybeitrag kommentiert, aber dort bist du wohl nicht oft. Na ja, ich auch nicht.  :cheers: 
 


Bearbeitet von Marrak, 27 Juli 2026 - 11:16.

Oh, no ... It's Bicycle Repair Man!

Website: www.michaelmarrak.de
Facebook: Michael Marrak (official)

#218 lapismont

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Geschrieben 27 Juli 2026 - 12:22

Helmut Ehls: Die Bären entdecken den Mond

Ein Autor von der dunklen Seite des Mondes reist zu einer Lesung auf die helle Seite.

Tja, ich guck gleich mal, was die andren hier dazu schrieben, mich lässt der Text erstmal ratlos zurück.

 

Stil: wild, erste Person Präsenz für Träume der Rest mit normaler Erzählstimme
Plot: Die Reise zur Lesung, also irgendwie der Weg, vielleicht auch mehr – keine Ahnung
Figuren: etwas übermotivierter Protagonist, was ganz gut rüberkommt
Idee: kunterbunter Blumenstrauß an Worldbuilding, aber eine richtige SF-Idee seh ich jetzt nicht
Lesespaß: wild und bunt mag ich schon, nur muss es auch irgendwie Sinn ergeben

 

So rein nach dem ersten Lesen war das jetzt nichts für mich.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.

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#219 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 27 Juli 2026 - 15:11

Okay, ich strenge mich mehr an, versprochen.

 

:respect:

 

 

Umsatzpotenzial: 200 Euro.

 

:thumb:  SF-Autori sind in der Regel Überzeugungstäter.  ;)

 

Übrigens legen auch die Kommentare der Leseri auf den Verkaufsportalen nahe, das der Wunsch nach Originalität u.a. weiter verbreitet ist und von deutschen Autori öfter weniger erfüllt wird. Nur als Beispiel: Michaels Lord Gamma auf Amazon, das als Leuchtturm gilt. Ein paar Stimmen:

 

Henning Mühlinghaus

Zuerst war ich etwas geknickt, als ich die Amazon-Versandbox aufriß: Bastei-Lübbe und dann auch noch ein deutscher Autor, von wegen 'Maikl Märräk' wie ich gedacht hatte. Doch: Sauber redigiertes Werk, keine schlampige Übersetzung, weil in deutsch geschrieben und 'Märräk' versteht sein Geschäft virtuos, schreibt spannend, pointiert - und was für Ideen!

 

Chriemhild

Ein deutscher Sci-Fi-Autor? Anfangs war ich ein wenig skeptisch, bin aber vollkommen überzeugt worden.

 

red_orc

Denn im Gegensatz zu den allermeisten Deutschen Science Fiction Autoren kann Michael Marrak tatsächlich schreiben


Bearbeitet von Christian Hornstein, 27 Juli 2026 - 15:13.


#220 ClaireLarsen

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Geschrieben 27 Juli 2026 - 15:13

Noch ganz kurz aus der Ecke gerufen: Bei uns liefen die letzten Tage drunter und drüber, daher kamen wir nicht mehr dazu, uns zu äußern. Aber weil wir die Diskussion rund um die EXODUS 50 nicht unnötig mit unserer Story blockieren wollen, sei an dieser Stelle nur kurz Uwe und Christian für die weitere Auseinandersetzung mit CALIFORNIA gedankt. Wenn man über Geschichten spricht, hat man nicht alles verkehrt gemacht. :-D Und Christian: Deine Worte haben uns wirklich motiviert. Wenn's mit EUREKA CITY soweit ist, freuen wir uns schon jetzt (vor allem unter Berücksichtigung, dass ALTERED CARBON einer deiner Lieblinge ist) auf deine Rückmeldung.

Jetzt aber zurück zu den anderen Geschichten.  :detective:  



#221 Uwe Post

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Geschrieben 27 Juli 2026 - 17:17

Gäbe es doch bloß EXODUS-Rezensionen bei Amazon, die wären sicher auch sehr erhellend. (Was Leserx dazu bringt, Rezensionen zu verfassen oder nicht, würde ich auch gerne mal besser verstehen. Das FFM verkauft sich ja nun nicht soo schlecht wie wir wissen, trotzdem gibt es zu den Heften 8-10 genau eine Rezension, und die besteht nur aus einem einzigen (immerhin erfreulichen) Satz.)


Bearbeitet von Uwe Post, 27 Juli 2026 - 17:17.

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#222 Uwe Hermann

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 06:25

Gäbe es doch bloß EXODUS-Rezensionen bei Amazon, die wären sicher auch sehr erhellend. (Was Leserx dazu bringt, Rezensionen zu verfassen oder nicht, würde ich auch gerne mal besser verstehen. Das FFM verkauft sich ja nun nicht soo schlecht wie wir wissen, trotzdem gibt es zu den Heften 8-10 genau eine Rezension, und die besteht nur aus einem einzigen (immerhin erfreulichen) Satz.)

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. 



#223 Uwe Post

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 08:12

Ich denke, Rezensionen werden hauptsächlich verfasst von Fans (die ihrer Begeisterung Ausdruck verleihen wollen), Verärgerten und ... Bots. 


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#224 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 08:23

Noch ganz kurz aus der Ecke gerufen: Bei uns liefen die letzten Tage drunter und drüber, daher kamen wir nicht mehr dazu, uns zu äußern. Aber weil wir die Diskussion rund um die EXODUS 50 nicht unnötig mit unserer Story blockieren wollen, sei an dieser Stelle nur kurz Uwe und Christian für die weitere Auseinandersetzung mit CALIFORNIA gedankt. Wenn man über Geschichten spricht, hat man nicht alles verkehrt gemacht. :-D Und Christian: Deine Worte haben uns wirklich motiviert. Wenn's mit EUREKA CITY soweit ist, freuen wir uns schon jetzt (vor allem unter Berücksichtigung, dass ALTERED CARBON einer deiner Lieblinge ist) auf deine Rückmeldung.

Jetzt aber zurück zu den anderen Geschichten.  :detective:  

 

Es ist tatsächlich auch ausdrücklich erlaubt, die Geschichten der anderen zu lesen und zu rezensieren. 


Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

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#225 lapismont

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 10:16

Erik Harlandt: Mittelmaß mit Methode – Der Mizzki-Weg

Es gibt sie die Parallelwelten, einige besser, einige schlechter. Abstieg ist schlecht, doch muss der Aufstieg besser sein? Mizzki hat sich entschieden zu bleiben und seine Idee ist, Mittelmaß zu sein. Er erfährt jedoch am eigenen Leib, dass sein Weg nicht immer funktioniert.

 

Stil: locker flockig
Plot: Cooler Weltenbau, es wird zwar schnell klar, wo der Prota gelandet ist, aber es passt.
Figuren: Man erfährt genug, um sich einzufühlen.
Idee: cool
Lesespaß: Den hatte ich.

 

Insgesamt eine schöne, knackige Geschichte.

 

Nachtrag, nachdem ich die Kommentare zur Geschichte hier las.

Jup, es ist unklar, wer oder was diese Weltenversetzungen durchführt und warum man über sie überhaupt weiß etc.Das ist ist meinen Augen alles satirische Prämisse. Die Story will keine Hard-SF sein, sondern witzig und das hat bei mir funktioniert. Mizzki ist eine traurige Gestalt, der traurige Sachen in einem traurigen Universum passieren.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.

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#226 Fermentarius

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Geschrieben 29 Juli 2026 - 14:43

Nach einer kleinen Pause mache mal weiter:

 

Dieter Korger: Willkommen auf Random

 

Menschen kommen nach ihrem Tod offenbar nicht in den Himmel, sondern auf einen fremden Planeten, einer von 300, der eine ferne Sonne umkreist. Und natürlich werden die Menschen auch zurück gebeamt, damit sie wiedergeboren werden. Das muss natürlich verwaltet werden. Also gibt eine gigantische Behörde, in der die Protagonistin arbeitet. Ihr Chef heiß Seraf, und Cherubim gibt es auch. Ein Raumfahrer von der Erde stört das Bild etwas. Seine beiden KIs, die das Schiff und sich gegenseitig kontrollieren, heißen Stan und Ollie - nicht ganz zufällig. 

Ab hier hatte ich immer mehr den Eindruck, dass sich "Random" auch auf die Handlung bezieht. Am ehesten würde ich die Geschichte als Groteske einordnen, aber witzige Versatzstücke reichen nicht für eine gelungene Komposition. Und auch die blassen Figuren unterstützen die Einordnung eher nicht. 

Fazit: Einige gute Einfälle, kein Gesamtbild, rudimentärer Weltenbau, kein Spannungsbogen, blasse Figuren. Nicht mein Fall.


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#227 Sam Francisco

Sam Francisco

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Geschrieben 20 September 2026 - 19:45

Michael Marrak – Die Maschine, die alle Probleme löste und unsere Sprache sprach:
 
So, nach einer längeren Zeit des Nichtlesens aus persönlichen Gründen habe ich mich endlich mal wieder dazu durchringen können, mit der Lektüre der Exodus Jubiläumsausgabe weiterzumachen.
 
Ich weiß nicht mehr genau, wo ich mit meinen Rezensionen stehengeblieben bin, kann durchaus sein, dass zwischendrin die eine oder andere Geschichte fehlt, aber jetzt geht es erst Mal weiter mit der Story von Michael Marrak, die in zwei Teile auf die beiden Hefte 50.1 und 50.2 aufgeteilt ist.
 
Die Story spielt in Michaels Kanon-Universum, in dem die im Titel genannte Maschine schon das ein oder andere Mal aufgetaucht ist. Dies hier ist die Geschichte ihrer Entstehung. Marrak verwendete in seiner Erzählung – wie man es von ihm gewohnt ist – ein echt stranges Vokabular, aber so geschickt, dass ich als Leser trotzdem genau weiß, was er ausdrücken will, ohne dass ich erst stundenlang darüber nachgrübeln muss. Genial.

Spoiler

 
Auch wenn ich als Leser mit der Maschine als Protagonistin keine emotionale Verbindung herstellen konnte, war es für mich auf jeden Fall ein großer Spaß beim Lesen. 4 von 5 Sternen.
 
SF


Bearbeitet von Sam Francisco, 20 September 2026 - 19:48.

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#228 Uwe Post

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Geschrieben 21 September 2026 - 09:39

Zu Deinem Spoiler: Ich find das eigentlich ziemlich eindeutig. Damit war es einer meiner (wenigen) Kritikpunkte. Es gibt ja auch noch andere Religionen im Universum, würde ich meinen. Und sonst denkt sich Michael ja auch immer tausendund ein cooles Zeug aus. Da ausgerechnet diese Überlieferung des 1. Buch Mose in Zusammenhang zu bringen fand ich irgendwie ... sagen wir, mal: unnötig eingeengt  :blush:. Weil das ja implizieren würde, dass es real war und kein Mythos, womit aber alle anderen Schöpfungsmythen automatisch unwahr werden. Aber sicher sehe ich das einfach zu eng, schließlich ist die Geschichte einfach sehr schöne Unterhaltung, man muss ja nicht alles auf die Goldwaage legen.


Bearbeitet von Uwe Post, 21 September 2026 - 09:43.

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#229 Sam Francisco

Sam Francisco

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Geschrieben 21 September 2026 - 14:52

Deinem letzten Halbsatz stimme ich unbedingt zu.
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#230 ShockWaveRider

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Geschrieben 29 September 2026 - 08:42

So, Teil 1 ist durch!
Grobeindruck vorab: EXODUS verabschiedet sich mit einem Paukenschlag und einem Feuerwerk.
Hier erstmal meine Eindrücke zu den einzelnen Texten.
 
Gruß
Ralf
 
Die Redaktion: Editorial, Personalia, Impressum
Inhalt: Mit Nr. 50 ist Schluss. Aber die Abschiedsnummer musste auf zwei Teile aufgeteilt werden. Die Redaktion verteilt viel Dank und etwas Ausblick auf den Inhalt.
Fazit: Das Editorial macht sich etwas breiter. Was für eine Jubiläums- und Abschieds-Ausgabe absolut okay ist.

Christian Endres: Tod zwischen den Sternen (I: Michael Vogt)
Inhalt: Auf einem Kreuzfahrtsraumschiff entdeckt der Ich-Erzähler die Meisterdetektivin Ash Lennox, die auch einen bizarren Mordfall aufklären muss. Sie identifiziert eine Passagierin als berüchtigte Auftragsmörderin,
Spoiler

Fazit: Ein weiblicher Sherlock Holmes im Weltall, deren Dr. Watson sich ihr gerade erst aufdrängt. Der Habitus ist großartig getroffen, die Schlussfolgerungen aber deutlich trivialer als die des Originals. Sauber geschrieben und sehr unterhaltsam!
Illu: Ich mag Michael Vogts Stil einfach, und diese Illu ist wieder sehr stilvoll geworden. Allerdings habe ich mir Ash Lennox noch ähnlicher mit Annie Lenox vorgestellt.

Andreas Eschbach: Bigger Than Life (I: Oliver Engelhard)
Inhalt: Kriminalkommissar Gerhard Saul soll das Verschwinden eines Bundestags-abgeordneten aufklären. Er wurde zuletzt im Headquarter einer Computerspiel-Firma gesehen. Dort werden Saul und sein Fahrer Lehmann herumgeführt, und sie bekommen eine Kostprobe eines VR-Spiels geboten.
Fazit: Das Spiel mit den verschiedenen Realitätsebenen ist altbekannt, aber Eschbach wollte das auch nur parodistisch auf die Schippe nehmen. Eine vergnügliche und unterhaltsame Satire. Aber dass ein führender Philosoph Bundestagsabgeordneter ist – das ist nun echt Science Fiction!
Illu: Ja, irgendwie soll es die Ästhetik eines Computerspiels treffen. Erinnert mich aber eher in der unteren Hälfte an naive Kunst, in der oberen an expressionistische Gemälde. Immerhin hat es weitgehend einen Bezug zur Story.

Angela und Karlheinz Steinmüller: Die Welt wird vloral (I: Vojnich-Manuskript)
Inhalt: Zwei IT-Studenten in Prag setzen eine KI auf die Entschlüsselung des Vojnich-Manuskripts an. Sie brauchen aber eine, die nicht amerikanisch-kapitalistisch verseucht ist. Schließlich finden sie einen französischen Prototypen. Ihr Projekt ist irgendwie erfolgreich, aber nicht ganz so, wie sie es sich vorstellten.
Fazit: Noch eine süße Satire, diesmal basierend auf einem real existierenden, bislang nicht entschlüsselten Dokument. Nette Prag-Referenzen.
Illu: Nun ja, so sieht wohl das Vojnich-Manuskript aus. Ganz viel Nudelschrift und viele nackte Frauen in Waschzubern und Wasserbecken.

Comic: Olaf Brill/Michael Vogt: Ein seltsamer Tag: Der letzte Xlydophanier
Unser Roboter-Pärchen hat ein Xlydophanier-Baby gerettet, kurz bevor die Spezies ihren Planeten in den atomaren Holocaust schickt. Doch der letzte Xlydophanier erweist sich als Klugsch**ßer.
Fazit: Ein erfreuliches Wiedersehen mit unseren spießigen Robotern an ungewohnter Stelle (EXODUS). Der Strip ist inhaltlich und künstlerisch wieder einmal gelungen.

Helmut Ehls: Die Bären entdecken den Mond (I: Frauke Berger)
Inhalt: Schriftsteller Finn darf seine SF-Story über Bären auf dem Mond auf dem Mond lesen. Wir erleben den ganz normalen Wahnsinn mit präterminalen Alpträumen, Logistik-Chaos auf einem fremden Himmelskörper, einer wenig einträglichen Lesung vor diversen interstellaren Spezies und zuletzt einer feucht-fröhlichen Marketingmaßnahme der Verlagspraktikantin. Also nichts Ungewöhnliches.
Fazit: Coole, entspannte und unterhaltsame Plauderei aus dem Nähkästchen eines SF-Autors. Vermutlich autobiografisch, aber das macht nichts.
Frauke Bergers Illu zeigt ein speziesübergreifend gemischtes Publikum in einem Hörsaal. Süß.

Erik Harlandt: Mittelmaß mit Methode – der Mizzki-Weg (I: Michael Vogt)
Inhalt: Mizzki hat herausgefunden, wie man mit der Mittelmaß-Methode einen Auf- oder Abstieg in einer Parallelwelt verhindert. Doch dann echauffiert er sich über die Weltlage – und landet in unserer Welt. Ein klarer Abstieg!
Fazit: Ja, irgendwo ganz witzig. Aber den Anfang hätte man deutlich kürzen können. Nach Mizzkis Weltenwechsel nimmt die Handlung aber Tempo auf. Nicht mehr als eine Glosse, aber die ist insgesamt gelungen.
Illu: Mizzki rutscht in ein Paralleluniversum. Habe ich ihn mir so vorgestellt?

David Daubitz: Malware (I: Niklas P. R. Kappenstein)
Inhalt: Jack, einer der letzten Menschen, betritt eine Bar voller Androiden. Nach einer kurzen Auseinandersetzung flüchtet und wird von der ehemaligen Pflegeandroidin Nia zu Glenn geführt, der angeblich weiß, wo ein anderer Mensch zu finden ist. Aber auch diese Begegnung eskaliert. Am Ende
Spoiler

Fazit: Auch wenn man die Auflösung relativ früh ahnt – die Story zeichnet sich durch dichte dystopische Atmosphäre, exakt beschriebene Actionszenen und elektrisierende Spannung aus, auch durch die Einhaltung der drei klassischen Einheiten. Gelungen!
Illu: Ist das ein Ölbild oder wurden die Pinselstriche am Computer nachgeahmt? Wie dem auch sei: die Nährstofftanks samt Inhalt in der Grundfarbe Türkis – das hat was!

»die Galerie« - Franz Miklis (Einleitung: René Moreau)
Miklis wählt für seine handgearbeiteten Gemälde eine Grundfarbe, die in allen Tönen und Abstufung exploriert wird. Die Gegenstände zerfallen oftmals in abstrakt-geometrische Formen und Unschärfen. Der Mann hat einen unverkennbaren, artistisch-ambitionierten Stil entwickelt.
Fazit: Durch die Bank großartig! Lieblingsbilder: alle!

»die Galerie« - Thomas Thiemeyer (Einleitung: René Moreau)
Dominierende Farben: Blau und Ocker. Lieblingsmotive: Monumentale Bauwerke, die sich entweder in der Unendlichkeit verlieren oder in noch monumentalere Berglandschaften eingelassen werden. Und immer sind da im Vergleich zu den Bauwerken winzige Primaten (menschliche und nicht-menschliche), die die Tempel für Verehrungszeremonien nutzen. Und immer ist da diese plastische Räumlichkeit, die den Betrachter in die Szene hineinsaugt.
Fazit: Beeindruckend, monumental, pathetisch! Lieblingsbild: „Distant Horizons“ (könnte ein Plattencover der Band „Yes“ sein)

Maria Orlovskaya: Godspeed You! Night Empress (I: Mario Franke)
Inhalt: Don hat einige bahnbrechende Substanzen entwickelt, u.a. eine, mit deren Hilfe man sich an frühere Leben erinnert. Aber nun will er den finalen Durchbruch, um das Rad der ewigen Wiederkehr zu durchbrechen: die Unsterblichkeit. Aber seine Night Empress Linda, die ihn durch alle Inkarnationen begleitet hat, hat andere Ziele.
Fazit: Philosophische und mystische Gedanken über Tod, Endlichkeit und Unsterblichkeit verwoben mit einer anrührenden Liebesgeschichte über alle Zeiten hinweg – eine Story, die ich nicht so schnell vergessen werde und die mich noch oft beschäftigen wird.
Illu: Linda im Wasser. Großartig die Plastizität der vielen kleinen Luftbläschen, die sich auf ihrer Gesichtshaut bilden.

Dieter Korger: Willkommen auf Random! (I: Andreas Möller)
Inhalt: Arturo landet auf der geheimnisvollen Welt Random. Eigentlich kommt jeder Mensch irgendwann dorthin, aber eben nicht mit einem Raumschiff. Deshalb nimmt ihn die Einheimische Vandana in Empfang und versucht, ihm im Auftrag ihres Serafs die Passwörter für das Raumschiff zu entlocken. Gleichzeitig entdeckt Arturo mehr und mehr, was es mit Random und seinem Aufenthalt dort auf sich hat.
Fazit: Noch eine SF-Version vom Leben nach dem Tod. Es wird nicht erklärt, weshalb die Menschen auf Random auftauchen und von dort in die nächste Runde zurück auf die Erde gehen, aber das muss man wohl akzeptieren. Ansonsten eine faszinierende Geschichte, deren Spannung aus der Interaktion zwischen Vandana und Arturo vor dem „gesellschaftlichen“ Hintergrund von Random entsteht.
Illu: Klarer comicartiger Stil, zeigt Vandana, Arturo, die Landekapsel und den See. Schöne Illustration, die den Namen auch verdient.

Uwe Hermann: Mein alter Herr (I: Dirk Berger)
Inhalt: Der alte Herr des Haushaltsroboters ist tot. Gleichzeitig verbietet die Regierung Haushaltsroboter und verpflichtet deren Besitzer, die Roboter binnen weniger Tage an einer Sammelstelle abzugeben. Der Roboter hat Angst, dass er dort zerlegt und seine Einzelteile recycelt werden, er also stirbt. Weiß der Sohn seines alten Herrn vielleicht einen Ausweg?
Fazit: Total süße Story aus dem „End-of-Life-Schaltung“-Universum. Die „Todes“ängste des Roboters sind sehr nachvollziehbar geschildert. Uwe Humor ist hier eher untergründig-strukturell angelegt. Wieder eine rundum gelungene Kurzgeschichte aus Uwes Feder.
Illu: Dirk Berger zeigt den Roboter beim Schachspielen. Nicht nur konstruktive Details, vor allem auch die Pose des Roboters überzeugen.

Peter Schattschneider: Keine Fragen, alles gut (I: Detlef Klewer)
Inhalt: Forscher haben ein „Oracle“ entwickelt, eine Maschine, die bei unvollkommener Information immer die besten Entscheidungen trifft. Da es mit überlichtschnellen Tachyonen arbeitet, muss man aufpassen, dass keine Zeitparadoxa auftreten. Kevin will das nutzen, um durch nanosekundenschnelle Börsentransaktionen auf die Schnelle ein Vermögen anzuhäufen. Das gelingt auch. Bis ihn der Ehrgeiz packt.
Fazit: Angesichts des Endes frage ich mich, wieso ich die Story noch lesen konnte. Ganz flott erzählt, aber insgesamt wenig originell.
Illu: Ein Roboter hinter zwei Phalli mit den Aufschriften „ORA“ und „CLE“ vor einem Chip-Schaltplan mit viel Geblitze und Bodennebel. Handwerklich gelungen und ganz eindrucksvoll.

Comic:
Kostas Koufogiorgos: Spaziergang

KK und ich halt …

Michael Marrak: Die Maschine, die alle Probleme löste und unsere Sprache sprach (Teil1) (I: Michael Marrak)
Inhalt: Trionitus der Große hat die Problemlösungsmaschine Trans-Cosma erschaffen. Doch auch andere Paralleluniversen haben ein Interesse an ihr. So materialisiert sie auf dem erdähnlichen Planeten Klimt in einem Dschungel. Dorthin wurde der Wissenschaftler Kanopus III. geleitet. Als ihm klar wurde, was er entdeckt hatte, begann er sogleich, die größten globalen Probleme zu lösen.
Fazit: Man merkt dem Marrak die pure Freude am Imaginieren und Erzählen an. Die Story durchzieht eine unglaubliche Frische und ein Pioniergeist, wie man ihn von Entdeckergeschichten aus dem 19. Jahrhundert kennt. Niedlich die Verwirrungen, wenn Trans-Cosma Metaphern wörtlich nimmt.
Der erste Teil macht Lust auf mehr.
Illu: Trans-Cosma und Trionitus in dessen komplett überdimensionierten Labor. Eindrucksvoll die Wendeltreppe, die sich um den Trichter in der Mitte windet.
Ach, wie gesegnet ist ein Mann,
der selbst sich Bilder malen kann.

Bearbeitet von ShockWaveRider, 29 September 2026 - 08:44.

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ShockWaveRiders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten -
einen Kerl wie den sollte man lynchen!

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  • • (Buch) als nächstes geplant:Ri Tokko "Das Automatenzeitalter"

#231 Christian Hornstein

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Geschrieben 01 Oktober 2026 - 08:21

...

Andreas Eschbach: Bigger Than Life (I: Oliver Engelhard)
Inhalt: Kriminalkommissar Gerhard Saul soll das Verschwinden eines Bundestags-abgeordneten aufklären. Er wurde zuletzt im Headquarter einer Computerspiel-Firma gesehen. Dort werden Saul und sein Fahrer Lehmann herumgeführt, und sie bekommen eine Kostprobe eines VR-Spiels geboten.
Fazit: Das Spiel mit den verschiedenen Realitätsebenen ist altbekannt, aber Eschbach wollte das auch nur parodistisch auf die Schippe nehmen. Eine vergnügliche und unterhaltsame Satire. Aber dass ein führender Philosoph Bundestagsabgeordneter ist – das ist nun echt Science Fiction!
Illu: Ja, irgendwie soll es die Ästhetik eines Computerspiels treffen. Erinnert mich aber eher in der unteren Hälfte an naive Kunst, in der oberen an expressionistische Gemälde. Immerhin hat es weitgehend einen Bezug zur Story.

...

 

Interessante Interpretation. Also Du glaubst, Andreas wollte das Spiel mit den verschiedenen Realitätsebenen auf die Schippe nehmen, indem er die beiden Polizisten als Trottel zeichnet, die sich der VR einfach zusammen hingeben, und indem er eine Pointe verwendet, die klassisch ist. Hmm. Irgendwie überzeugt mich das nicht. Die Veralberung der Polizisten trifft ja diese Figuren, nicht das Spiel mit den verschiedenen Realitätsebenen, und der klassische Schluss ist einfach nur klassisch. Da fehlt das Element der Verspottung. In der Erzählung gibt es zwar viel Humor, aber der hat mit dem Spiel mit den verschiedenen Realitätsebenen nichts zu tun. Also wenn dieser Text als Parodie auf dieses Spiel gedacht war, fehlt da etwas die Zielgenauigkeit.
 



#232 ShockWaveRider

ShockWaveRider

    verwarnter Querulant

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Geschrieben 02 Oktober 2026 - 07:40

Ich fand, die Eschbach-Story hatte einen hohen Grad an struktureller Ironie.

Der Spott lag nicht so sehr in Oberflächen-Details der Handlung oder wie genau es einzelnen Charakteren ergeht.

 

Gruß

Ralf,

fragt sich bei vielen Horror-Filmen, ob und von wie vielen Menschen die oftmals postulierte Gesellschaftskritik bemerkt wird


Bearbeitet von ShockWaveRider, 02 Oktober 2026 - 07:41.

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#233 Sam Francisco

Sam Francisco

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Geschrieben 02 Oktober 2026 - 08:41

Gruß
Ralf,
fragt sich bei vielen Horror-Filmen, ob und von wie vielen Menschen die oftmals postulierte Gesellschaftskritik bemerkt wird


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#234 Christian Hornstein

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Geschrieben 02 Oktober 2026 - 13:37

@Ralf

 

Hmmmmmm. Spannend. Ich laufe noch im Labyrinth herum.  :happy: 

Also zum einen setzt strukturelle Ironie ja eher ein Wissen und nicht bloß eine Vermutung der Leseri voraus, das die Figuren nicht haben. Aber sei's drum. Ich verstehe trotzdem noch nicht, wie daraus eine Parodie auf das Spiel mit den verschiedenen Realitätsebenen wird. Wenn ich als Leser ahne, dass die tumben Polizisten sich in eine VR-Falle begeben, weil ich solche Fallen aus vielen anderen Geschichten kenne, dann erkenne ich ein Muster, okay. Das wäre schon mal eine Voraussetzung für ein parodistisches Element. Jetzt müsste aber noch etwas kommen, das einen Aspekt des Originals auf die Schippe nimmt und mich erheitert. Was aber wäre das hier? Die übertriebene Arglosigkeit der Polizisten ist kein solcher Aspekt, weil es in den VR-Storys, die ich kenne, immer gute Gründe gibt, warum die Figuren in der VR landen. Parodieren ließen sich diese Gründe nur, wenn sie regelmäßig unplausibel wären. Ansonsten wäre es nur ein schlichtes lächerlich machen und kein parodieren.

Fragt sich

Christian

nachdenklich  :huh: 


Nur von einem!

:D 



#235 Uwe Post

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Geschrieben 02 Oktober 2026 - 17:27

 

 

 Also wenn dieser Text als Parodie auf dieses Spiel gedacht war, fehlt da etwas die Zielgenauigkeit.

Ich finde die Perspektive von Shockwaverider nachvollziehbar. Man kann sich durchaus auf den Standpunkt stellen, dass diese Tür im Nichts und alles andere so dermaßen altbekannt sind, dass es gar nicht ernst gemeint sein kann. Aber Spott lebt von Übertreibung, und die hätte in diesem Fall noch Luft nach oben gehabt, insofern ich dem zitierten Satz von Christian zustimmen würde.


Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Die Fortsetzung: KI² - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#236 ShockWaveRider

ShockWaveRider

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Geschrieben 03 Oktober 2026 - 10:56

Jenes war der erste Streich,
doch der zweite folgt sogleich.

 

Hier kommen meine ungefilterten Eindrücke zu den Texten der Ausgabe 50.2

Die Redaktion: Editorial, Personalia, Impressum
Inhalt: Ausblick auf Teil 2 und Begründung, warum der 2. Teil den 1. ergänzt und erweitert. Rückblick der Redaktion kommt später.
Fazit: Ja.

Michael Marrak: Die Maschine, die alle Probleme löste und unsere Sprache sprach (Teil 2 von 2) (I: Michael Marrak)
Inhalt: Nachdem es den Planeten Klimt verwüstet hatte, materialisierte Trans-Cosma in einem Paralleluniversum. Dort versuchte es, mit Hilfe des inkorporierten Abakus‘ Homunkuli zu erschaffen. Aber ein starker Impuls zieht es in ein Universum mit nur zwei Sternen. Hier begegnet Trans-Cosma endlich dem Renegaten, seinem wahren Vater.
Fazit: Das Abenteuer geht weiter. Trans-Cosma irrt sich empor. Und ist am Ende noch lange nicht am Ende. Der zweite Teil hat nicht ganz den Schwung und die Unschuld des Anfangs. Das ist aber Trans-Cosmas Entwicklung geschuldet. Überbordende Fantasie und leise, oftmals ironische Weisheiten zeichnen diese Erzählung von mehr als kosmischem Ausmaß aus.
Illu: Trans-Cosma trottet auf einem öden Planeten herum und erinnert dabei an Wall-E in der ersten halben Stunde. Nicht ganz so eindrucksvoll wie das Labor des Trionitus.


Maria Orlovskaya: Die Hochzeit der Suri Klammast (I: Frauke Berger)
Inhalt: Suri gehört zu denen, die jedem Kind im Alter von 4 Jahren eine Platine aus Baumrinde ins Handgelenk implantieren und verschalten. Sie hat ihr viertes Date mit Aren, der einer wesentlich höheren Kaste angehört. Aren macht ihr einen Antrag, aber Suri hat Vorbehalte. Die bestätigen sich, als Matriarchin Rava sie von der Hochzeit abbringen will. Doch Suri und Aren bleiben stur, unterstützt von dem Spruch, den Arens Großvater Taven nach seinem Tod über seine Platine einem Baum mitteilte.
Fazit: Eine Romeo&Julia-Geschichte vor dem Hintergrund einer Gesellschaft mit semi-magischen Details (die Rindenplatinen mit Verbindung zu den Bäumen), zugleich die Geschichte einer Emanzipation.
Illu: Eine große Menschengruppe steht um den Baum herum, an den zwei Menschen die Rindenplatine des Verstorbenen angebracht wird. Und der darauf reagiert. Alles sehr graphisch und in Ocker gehalten.


Claire Larsen: California (I: Mario Franke)
Inhalt: Eureka City – die Traum-Destination für terranische Sextouristen auf einem anderen Planeten. Hier leben Engel, geflügelte Aliens, die als Prostituierte arbeiten. Eine Polizistin freundet sich mit Engel Tasia an, die regelmäßig Spuren von Mißhandlungen aufweist. Aber sie traut sich nicht, die Täter anzuzeigen. Denn sie gehören einer Elite an und schrecken auch vor Mord nicht zurück.
Fazit: Ekelerregende Allegorie auf die Epstein-Exzesse. Knallhart geschildert, Krimi-Stil gut getroffen. Starker Einstieg in den Roman „Eureka City“.
Illu: Tasia steht in einem rotem Mantel mit roten Flügeln in einer kalten, blauen, technisierten Umgebungen im Regen. Stimmungsvoll wird Tasias Einsamkeit und Verlassenheit dargestellt. Gelungen!

Karsten Kruschel: Schrödinger ist halbtot, flüsterte die Katze (I: Mario Franke)
Inhalt: Geneviève und Maja empfangen die Daten von fast 1800 interstellaren Sonden. Sie können aber die Datenmenge nicht vernünftig auswerten. Doch seit einiger Zeit fallen immer mehr Sonden aus. Oder senden seltsame Signale. Ist das Universum vielleicht doch viel seltsamer als wir es uns vorstellen konnten? Und wer ist eigentlich Beobachter und wer ist Versuchskaninchen (bzw. -dosenöffner)?
Fazit: Die Ausgangssituation ist nicht 100% plausibel. Wieso werden zwei offenkundig unqualifizierte Menschen für die Überwachung der Satellitendaten eingeteilt? Und warum schlagen sie keinen Alarm? Die Dialoge und Beschreibungen hingegen sind gelungen und unterhaltsam.
Illu: Eine epische Explosion einer Raumsonde mit einer wundervollen Samtpfote im Vordergrund. Eindrucksvoll, realistisch, handwerklich großartig!


Volker Dornemann: Being smart (I: Detlef Klewer)
Inhalt: Weil er seine Bezahl-App nicht automatisch aktualisiert hat, kann ein Mann sein Wasser in einem Restaurant nicht zahlen. Der Kellner holt die Polizei. Die stellt fest, dass der Mann eine harmlose, gleichwohl illegale Software zum händischen Update verwendet. Aber die Ersteller dieser Software gelten als Staatsfeinde.
Fazit: Usw. usf. Eine nette Michael-Kohlhaas-Variation in der nahen Zukunft. Aus einer temporären, rein technisch bedingten Zahlungsunfähigkeit erwächst in unserer schönen, neuen digitalen Welt ein Monster, das unserem Helden eine langjährige Gefängnisstrafe einbringt. Schöne Glosse, die die Mechanismen von Regeln und Herrschaft aufzeigt.
Illu: Die Polizisten betreten das Restaurant. Kleidung, Pose und Mimik sehr stimmig, das Restaurant habe ich mir allerdings etwas edler vorgestellt. Trotzdem gutes Bild!


Michael Marrak: Die Ausgesetzten II
Inhalt: Ein Satellit im Erdorbit philosophiert, schwadroniert und lamentiert über seine Situation. Und er klagt an.
Fazit: Wenn Satelliten eine Seele hätten. Schöne Reflexion in fast biblischem Tonfall.


»die Galerie« - Pierangelo Boog (Einleitung: René Moreau)
Wie bitte? Der Mann ist Jahrgang 1957 und lebt und arbeitet noch?! Seine Bilder sehen aus wie originale Pulp-Cover aus dem Golden Age der SF in den 1930er und 1940er Jahren. Muskulöse Helden und erotische Damen bewegen sich vor Kraterlandschaften, und das in den kräftigsten Farben. Viele Frauendarstellungen wurden gewiss schon als sexistisch gebrandmarkt.
Fazit: Egal, mir gefällt’s! Gerade wegen der nostalgischen Note. Solche Bilder haben in meinem 10jährigen Ich das Interesse an der Science Fiction geweckt. Lieblingsbild: „Strange Planet“, das EXODUS 50.2-Cover! Der Kampf auf den Tragflächen eines Raumschiffs hat schon was.

»die Galerie« - Thomas Franke (Einleitung: René Moreau)
Thomas Franke hat mit seinen Collagen aus Fin-de-siècle-Motiven, die er in Kupferstich-Ästhetik überträgt, einen ganz eigenen, unverkennbaren Stil geschaffen. Dampfgetriebene mechanische Maschinen und archaische elektrische Apparate werden von Männern mit professoraler Attitüde oder von Marinesoldaten bestaunt.
Fazit: Ich mag Thomas Frankes Bilder einfach, kann mich oftmals an den Details nicht sattsehen. Lieblingsbilder: „Der Keller“, „Die Wissenschaftler“ (S. 62) und „Ein Mond – Zweiter Abend“.


Ralph Würschinger: Ride ‘n‘ Mount (I: Michael Vogt)
Inhalt: Virtuelle Reisen sind in Zukunft der Renner. Bagdad-Guide Parsa erhält einen Auftrag, wobei der Kunde sehr genau weiß, wohin er will. Nämlich in ein Servergebäude, wo Parsa einen Virus auf die Server spielen soll. Doch ungeplant taucht ein Wachmann auf.
Fazit: Spannende Thriller-Geschichte in einer Zukunft mit viel VR. Der Ansatzpunkt schön ausgedacht. Könnte der Anfang zu einer längeren Verfolgungsjagd in einem Roman sein.
Illu: Kleiner Comic-Strip, der Parsas Eindringen in den Serverraum und seine Begegnung mit dem Wachmann zeigt. Und das in bekannt guter Michael-Vogt-Qualität.

Maria Orlovskaya: 1 Match gefunden (I: Detlef Klewer)
Inhalt: Riva meldet sich auf der Dating-Plattform SYNA an. Dort matcht sie mit Ilai, der viel über sie zu wissen meint. Als sie sein Foto sehen will, verlangt SYNA Geld. Mit Verzögerung schaltet sie frei und erhält – Videos von sich selbst, aber anscheinend aus einer Parallelwirklichkeit.
Fazit: Der beste Match ist immer noch man selber. Und man sollte sich selbst ein gutes Freundy sein. Dichte Atmosphäre, starker Spannungsbogen, niedliches Ende. Eine klassische short story.*
Illu: Eine Frau mit asiatischen Zügen in der „Realität“ und im Video-Fenster. Die Metallnähte um die Augen und am Kinn sehen scharf aus. Auch wenn ich nicht verstehe, was sie darstellen sollen.
 

*Das ist Englisch und keine Phettbergerei.

 

Jacqueline Montemurri: Der letzte Vertrag (I: Alexander Preuss)
Inhalt: Milo Rehn ist Spracharchäologe und Experte für Vertragsinterpretationen. In einem Uralt-Vertrag taucht der Begriff „Lichtraum“ auf. Heißt das, für die Nutzung von Sonnenstrahlung sind rückwirkend Lizenzgebühren zu zahlen? Gemeinsam mit Assistentin Nahla macht er sich auf die Suche nach einem Ausweg.
Fazit: Das Thema ist großartig. Ich liebe die Übertragung juristischer Spitzfindigkeiten in SF-Kontexte. Die Erörterung, Skandalisierung und letztendliche Lösung des Problems gefällt. Weshalb man die Zweitgeschichte mit Milos Angst vor der Teleportation benötigte, erschließt sich mir hingegen nicht.
Illu: Ein Astronaut in orangefarbenem Schutzanzug auf einem dunklen Himmelskörper, vor dem eine kugelförmige Raumstation schwebt. Kompositorisch und handwerklich sehr schön gestaltet, wenngleich als SF-Bild wenig originell. Aber wo ist der Bezug zur Story? Soll das Milo in seiner anfänglichen Abgeschiedenheit darstellen?


Comic:
Kostas Koufogiorgos: Exodus

KK und ich – auch der Kreis schließt sich.


Karsten Lorenz: Wenn Kinder spielen (I: David Staege)
Inhalt: Diego hat ein Gerät erfunden, welches beliebige Gegenstände kopieren kann – ohne Energieverbrauch oder Informationsverlust. Sie ahnen großartige Geschäfte mit dem Verleih kopierter Maschinen oder dem Inverkehrbringen von kopiertem „echten“ Falschgeld. Doch Rodrigos Sohn Ráoul macht den Schaltplan der Platine weltweit zugänglich. Was die Welt auf den Kopf stellt. Das wirkt zunächst segenbringend – bis der erste Mensch kopiert wird.
Fazit: Die Grundannahme ist haarsträubend. Selbst die Kopie von Pixeln innerhalb einer Datei kostet Energie. Wieviel mehr die 100%ige Kopie makroskopischer 3D-Gegenstände! Ansonsten werden viele Konsequenzen einer solchen Erfindung gut angerissen. Die Idee hätte Stoff für einen Roman geboten. So erscheint vieles recht konstruiert und runtergehuscht, damit der Text nicht zu lang wird.
Illu: Ein Mann mit luziferischen Rothaar und einer Schifferkrause strickt an einer Kopie seiner selbst. Ausdrucksstark, dynamisch, passend zur Story.


Uwe Hermann: Die Wirklichkeit der anderen (I: Gerd Frey)
Inhalt: Der Schichtwechsel naht in einer Analytik-Firma. Da bemerkt Mitarbeiter Julius, dass er sich nicht mehr aus der virtuellen Arbeitsumgebund ausloggen kann. Der Abteilungsleiter (und Ich-Erzähler) macht sich auf die Suche nach Technikern. Aber dafür muss er in ein anderes Stockwerk – was noch nie zuvor jemand gemacht hat. Und wem er dort begegnet, davon hatte auch noch niemand gehört.
Fazit: Grundidee wenig originell, aber die Verpackung stimmt. Die Stimmung in einem Büro mit mäßigem Schwung gut getroffen, der Weg zur Auflösung interessant gestaltet. Ich war tatsächlich überrascht. Sehr gern gelesen, auch wenn sich Uwe seinen Humor hier sparsam dosiert hat.
Illu: Die Silhouette eines Mannes betritt einen leeren Gang. Vor allem die Oberflächenstrukturen sind großartig gestaltet. Alles transportiert eine kalte Atmosphäre.


Andreas Eschbach: Wichtige Anmerkungen für Benutzer der Wirklichkeit (I: Mario Franke)
Inhalt: Eine VR-Firma hat ihre Angebote so perfektioniert, dass die User in der Virtualität nicht nur alle Sinneseindrücke authentisch empfinden, sondern auch vergessen, dass sie sich in einer Simulation befinden. Was immer wieder zu Problemen führte. Aber das Unternehmen hat jetzt eine Lösung gefunden.
Fazit: Die Entwicklung verschiedener Produktstufen wunderbar durchdekliniert inklusive der unintendierten Folgen. Die Lektüre bereitet viel Spaß, auch wenn ich nicht glaube, dass die finale Lösung wirklich alle Probleme beseitigt.
Illu: Ein Mann mit Datenbrille sitzt auf einem Stuhl, während sich um ihn herum verschiedene Wirklichkeiten manifestieren. Exzellente Illustration, großartig gestaltet und umgesetzt.


Victor Boden: Letzte Worte (Micro-Story) (I: Victor Boden)
Inhalt: Für uns gibt es keinen Exodus, wir haben nur diesen einen Planeten, den wir gerade zugrunde richten.
Fazit: Keine Micro-Story, sondern ein Gedicht. Und zwar eins von den besseren, die man bislang in EXODUS finden konnte.
Illu: Die Erde macht ein Selfie, während sie hilflos auf dem Rücken rollt. Cool!


Die Redaktion: Die Herausgeber verabschieden sich – Ein paar Worte zum Schluss
Inhalt: Irgendwann ist mal Schluss. Und die EXODUS-Herausgeber haben den richtigen Zeitpunkt und die richtige Art und Weise gefunden.
René dankt seinen langjährigen Mitstreitern und erinnert sich an viele Begegnungen. Hans Jürgen philosophiert über den Charakter von EXODUS und seinen zwei Enden (meint er damit die zweigeteilte Ausgabe Nr. 50?). Und Heinz dichtet ein Lied von Trude Herr ein wenig um.
Fazit: Unprätenziös, dankbar, mit dem genau richtigen Maß an Stolz und Bedauern. Bleibt uns Lesern nur, eine ganz dickes Dankeschön für 50 Ausgaben eines ganz besonderen SF-Magazins zu sagen!
Macht’s gut – und danke! Nicht nur für den Fisch. Genießt euren Ruhestand!

Ein umfassendes Fazit beider Ausgaben wird nachgeliefert, wenn mir danach ist.

 

Gruß

Ralf


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