Ein paar Worte zur Ausgabe
Nachdem unsere aktuelle Ausgabe etwas fantasylastig ausgefallen ist, kommen nun die SF-Fans wieder mehr auf ihre Kosten: Mit "Lichthaus", "Quallenjahre" und "Loss in Bits" erscheinen drei neue SF-Storys aus den Federn von Maximilian Wust, Moritz Boltz und Mary Stormhouse. Sie sind allesamt in naher Zukunft angesiedelt und entwerfen denkbare, wenngleich nicht unbedingt wünschenswerte Szenarien. Zudem haben wir eine ältere Geschichte von Kai Focke ausgegraben: "Unter dem Datenradar", ursprünglich erschienen in der Anthologie Zweitausendvierundachtzig: Orwells Albtraum (Hg. Schorm/Weigand, p. machinery, 2020). Sie hat – ebenso wie das orwellsche Vorbild – leider nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.
Wir setzen unsere Reihe internationaler Gastbeiträge mit der deutschen Erstveröffentlichung von "The Prize" (Der Preis) der indischen Autorin Meghashri Dalvi fort. Ein besonderer Dank gilt Michael K. Iwoleit, der uns durch die Indien-Ausgabe von InterNova auf die Geschichte aufmerksam gemacht und auch den Kontakt zur Autorin vermittelt hat, sowie Marie Meier, die uns diese Geschichte ins Deutsche übertragen hat. Auch Dalvis Geschichte nimmt sich einem ernsten Thema an, wenn auch mit bissigem Humor.
Wer es danach etwas leichter mag, kann sich am dunklen Märchen "Der Torwächter" von Rosi Blum oder an "Drachentöter" von I. Werner Weiske erfreuen, die genüsslich mit mehreren Klischees der Fantasysparte abrechnet.
Im Magazinteil gewährt Sarah Lutter mit einem Werkstattbericht Einblicke in die Konzeption, Entstehung und Inhalte unserer gemeinsam mit Kai Focke herausgegebenen Anthologie Smartokratie. Yvonne Tunnat, Udo Klotz und Anna Eichenbach besprechen ausführlich drei Neuerscheinungen bzw. Neuauflagen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt. Ergänzt werden diese Rezensionen durch eine Reihe kürzerer Besprechungen von Sarah Lutter und meiner Wenigkeit in unserer Rubrik "Lese-Log".
Auch an Liebhaber:innen der neunten Kunst ist gedacht: Maximilian Wust hat eine besondere Ausgabe der "Weltenportal Comix" vorbereitet – was sie so besonders macht, werdet ihr beim Lesen des Einseiters selbst entdecken. Außerdem hat sich Detlef Klewer für einen dieses Mal vier Seiten umfassenden Comic mit dem Autor M. W. Ludwig zusammengetan.
Wir hoffen, dass euch die Ausgabe gefallen wird – und dass sie einen Eindruck von der Vielfalt, zu der auch die gerne gescholtene, deutschsprachige Phantastikszene imstande ist, vermittelt.
Bearbeitet von ChristophGrimm, Gestern, 06:29.