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Smartokratie (Hrsg. Grimm, Lutter, Focke)

Smartokratie Near-Future Social Fiction Tech Fiction Anthologie Kurzgeschichten Nahe Zukunft Eridanus Verlag

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36 Antworten in diesem Thema

#1 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 12 Oktober 2026 - 13:45

smartocovklein.png

 

Grimm | Lutter | Focke (Hrsg.)
S M A R T O K R A T I E

Digitale Assistenten begleiten unseren Alltag, Künstliche Intelligenzen treffen Entscheidungen, trainierte Algorithmen formen unsere Wünsche – kennen uns besser als wir uns selbst. Die Entwicklungen der »Nahen Zukunft« versprechen Komfort, Sicherheit, Langlebigkeit und ein unüberschaubares Spektrum an Möglichkeiten. Doch wie viel Freiheit bleibt tatsächlich, wenn Technologie unser Leben bestimmt?

Smartokratie versammelt Kurzgeschichten über eine nahezu allumfassende Vernetzung von Technik, Politik und Gesellschaft. Sie erzählen von Abhängigkeit und Kontrollverlust, von Überwachung und Entfremdung, aber auch von Nähe, Fortschritt und Hoffnung.

Sechzehn Erzählungen und ein Essay skizzieren ebenso facettenreiche wie vielschichtige Zukünfte, die faszinieren, beunruhigen und lange nachwirken.

Beiträge:

  • Pling (Thomas Matula)
  • Nah ist das Land, das sie Leben nennen (Sven Haupt)
  • Der verbleibende Zustand (Felicitas Köhler)
  • Ein Fluss im Ozon (Maximilian Wust)
  • Echos (Nico Bergstreiser)
  • Vertragliche Priorität (J. R. Tarson)
  • Die schlafenden Kinder (Maximilian R. Herzig)
  • SmartBib (Sarah Lutter)
  • Vibes (Christoph Grimm)
  • Rückrufquote (Harald Müller)
  • Spa Hotel Sweet Memories (Nathalie Mierse)
  • Das neue goldene Zeitalter (Jan Seegelke)
  • Barnabas bekommt ein Update (Georg Billard)
  • Morgen, und morgen, und dann wieder morgen (Stefanie Klawitter)
  • Echo(ed) Hearts (Anna Eichenbach)
  • Nachglühen (Katrin Nink)
  • Der wissenschaftliche Impact von Science-Fiction-Literatur (Kai Focke)

_

 

Der Lesezirkel zur Anthologie „Smartokratie“ ist eröffnet! Ich freue mich auf eure Eindrücke und den Austausch.
Als Mitherausgeber werde ich natürlich interessiert mitlesen, mich aber weitestgehend zurückhalten – es sei denn, es ergibt sich eine konkrete Frage.

Bearbeitet von ChristophGrimm, 15 Oktober 2026 - 06:55.

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com
  • • (Buch) gerade am lesen:"Der Fluch des Kronos" (Peter Jungk)
  • • (Buch) als nächstes geplant:"Autokraten - Nicht mit uns!", "November Sommer" (Andreas Eschbach)

#2 Sam Francisco

Sam Francisco

    Giganaut

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Geschrieben 12 Oktober 2026 - 16:56

Die ersten zwei Geschichten habe ich schon gelesen, aber am Handy ist das Schreiben nicht so leicht wie an der Tastatur. Ich liefere meine Eindrücke nach.
Future ist die Zukunft!
  • • (Buch) gerade am lesen:Dirk van den Boom: Canopus
  • • (Buch) als nächstes geplant:immer noch Alan Campbell - Scar Night (Kettenwelt 1), aber meine Planungen werden häufig über den Haufen geworfen.

#3 ShockWaveRider

ShockWaveRider

    verwarnter Querulant

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Geschrieben 13 Oktober 2026 - 13:15

Ich würde ja gern mitlesen. Allein, mich hat die "Smartokratie" noch nicht erreicht!

 

Mulmige, zugleich vorfreudige Grüße

Ralf


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  • • (Buch) gerade am lesen:C. Grimm, S. Lutter, K. Focke (Hg.) "Smartokratie"; S. Haupt "Stille zwischen den Sternen"
  • • (Buch) als nächstes geplant:Ri Tokko "Das Automatenzeitalter"
  • • (Buch) Neuerwerbung: "Smartokratie"; Weltenportal Nr. 8, phantastisch! Nr. 103
  • • (Film) gerade gesehen: "Corpus delicti"

#4 Sam Francisco

Sam Francisco

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Geschrieben 13 Oktober 2026 - 20:07

Bevor ich mit meinen Leseeindrücken der einzelnen Stories beginne, möchte ich vorausschicken, dass ich das Buch »Smartokratie« als Rezensionsexemplar von Chris Grimm erhalten habe. Dafür nochmals vielen Dank. Das wird aber meine Rezensionen der einzelnen Geschichten oder des gesamten Buches nicht beeinflussen. Ich sage, was mir gefällt und was nicht.

 

Laut Duden kennzeichnet das Suffix -kratie soviel wie eine bestimmte Herrschaftsform oder Verhaltensweise. Da das Wort smart heutzutage vielfach für technisch automatisierte Geräte verwendet wird, erwarte ich hier Geschichten darüber, wie uns die Technik in Zukunft noch mehr beherrschen wird (Stichwort KI). Das klingt erst Mal dystopisch, aber mal sehen, was uns die jeweiligen Autoren so vorsetzen.

 

Thomas Matula – Pling: ****

 

Den Anfang macht Thomas Matula mit »Pling«. Pling ist das Geräusch, welches ertönt, wenn die Regierung die Möglichkeiten der Binären Demokratie nutzt. Und dieses Geräusch ertönt oft. Alle Bürger dürfen per Ja/Nein-Abfrage an den »wichtigen« politischen Entscheidungen teilhaben. Tun sie dies nicht, werden sie von einer Bundesbehörde nach ihren Gründen befragt, erst per Fragebogen, später auch persönlich. Bei weiterer Nichtteilnahme drohen Lohnkürzungen, Streichung des Urlaubs usw.

 

Der Protagonist trifft sich mit einer ehemaligen Bekannten, die ihn ziemlich widerspruchslos dazu überreden kann, aus diesem System auszusteigen und in eine Art Widerstandsgruppe einzutreten. Die Beweggründe des Protas hierzu werden mir allerdings nicht deutlich, hier schwächelt die Story ein wenig. Relativ schnell findet sich der Protagonist in einer Aktion gegen die Regierung wieder. Diese führt allerdings nicht zum gewünschten Erfolg. Den Plottwist habe ich relativ früh erahnt.

 

Das klingt jetzt deutlich negativer als die Geschichte tatsächlich ist. Der Autor hat mich mit Ausnahme der genannten Schwächen schon an die Geschichte fesseln können. Insgesamt ein guter Einstieg in die Anthologie, aber da geht bestimmt noch was. Das Thema ist jedenfalls voll getroffen.

 

SF

 

 


Future ist die Zukunft!
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#5 Rezensionsnerdista

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    Yvonne

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Geschrieben 14 Oktober 2026 - 08:22

Ich habe auch schon angefangen zu lesen, werde aber wohl langsam sein


Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

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#6 rostig

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Geschrieben 14 Oktober 2026 - 12:17

Buch ist eben eingetroffen, danke Christoph



#7 ShockWaveRider

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Geschrieben 14 Oktober 2026 - 15:04

Auch mein Rezensionsexemplar ist eingetroffen mit einer netten Zugabe.

Vielen Dank für beides, Christoph!

 

Ich versuche, morgen in die Diskussion einzusteigen.

 

Gruß

Ralf


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#8 rostig

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Geschrieben 14 Oktober 2026 - 15:44

ad Sam Francisco: Im wesentlichen Zustimmung zu deiner Analyse. Gut konstruierte Geschichte mit allerdings geringem Überraschungsmoment, eine lineare Extrapolation der aktuellen Technik (KI-Brille) und Politik. Die Motivation des Erzählers erscheint mir durchaus stimmig: er stammt aus dem alternativen Milieu seiner alten Freundin, hat sich dann eine angepasste Lebensweise zugelegt (eine nicht untypische Entwicklung die viele von uns kennen) und ist nun bereit noch einmal die Welt zu retten (oder wenigstens besser zu machen). Fazit: gelungener Einstieg in die Thematik der den Weg für weiter gehende Entwürfe bereitet. 



#9 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 14 Oktober 2026 - 18:11

Da ist sie jetzt also. Ich erinnere mich noch gut, als das Smartokratie-Projekt von Christoph Grimm, Sarah Lutter und Kai Focke das Gesprächsthema in meiner kleinen Bubble war. Wer nicht dabei sein wollte, der erwartete sich wenigstens viel davon. Und nur Wenige in meinem Umfeld hatten Ideen, die über ein Smarthome hinausgingen.

 

Das Ergebnis ist auf den ersten Blick überraschend. Ich hatte tatsächlich erwartet, dass sich dort fast nur die üblichen Verdächtigen sammeln und die Anthologie eher eine Hall of Fame sein wird. Doch statt Uwe Post, Nele Sickel und Jol Rosenberg lese ich Namen, von denen ich noch nie gehört habe. Selbst Google gibt zu den meisten Autoren und -innen kaum etwas aus, außer vielleicht ein stiefmütterlich gepflegtes Profil in den Sozialen Medien.

 

Da sich allerdings Christoph Grimm als ein Garant der Qualität hervorgetan hat, sind meine Erwartungen also genauso hoch. Sehen wir mal, ob diese Anthologie wieder einmal gerecht wird.

 

 

Pling

von Thomas Matula

 

In naher Zukunft agiert die Demokratie direkt, dem Schweizer Modell nachempfunden. Jeden Tag, teilweise jede Stunde sollen die Bürger über alle möglichen Belange entscheiden – allerdings nur binär, mit Dagegen oder Dafür. Die Ich-Erzählerin fühlt sich davon belästigt und möchte mithilfe einer Frau namens Linda aussteigen. Es wäre aber keine Geschichte, wenn sie dabei nicht in eine Verschwörung rund um die Binäre Demokratie geraten würde …

 

Thomas Matula erzählt ausgesprochen flüssig und nutzt schöne Metaphern, um seine Gefühlswelten darzustellen. So wird zum Beispiel Nervosität als schmelzender Schnee beschrieben, der von Ästen abfällt. Das macht seine Protagonistin angenehm spürbar. Ihr Verdruss mit dem System, das eigentlich totale Kontrolle über den Staat gewährt, ist zudem nachvollziehbar. Gleichzeitig stellt es auch die Frage rund ums Supermarktregal, also, ob Menschen überhaupt so viel Freiheit wollen.

 

Am Ende habe ich mich leider ein wenig abgespeist gefühlt: Hier wird ein sogenannter Run vorbereitet, also die Infiltration einer Einrichtung. Gerade im Zusammenhang mit Smarttechnologie hätte ich mir hier einfach mehr gewünscht, als das übliche „Wir zwicken uns durch den Zaun und knacken Schlösser“, mit der man in 1980er Filmen in absolut jede Hochsicherheitsanlage hineinkam. Hier spürte ich vor allem Parallelen zum Höhepunkt von „Denial of Service“ von Aiki Mira – in dem Aiki mit vielen schönen Formulierungen daran scheiterte, auch nur irgendwie Spannung aufzubauen. Matula wie Mira würde ich gerne ein paar Romane von Tom Clancy oder eine Spielrunde „Cyberpunk Red“ empfehlen, was ihre Infiltrationen betrifft.

 

Die Schlussaussage mag vorhersehbar sein, trifft dafür aber umso mehr. Matula erzählt hier mit einer gewissen Tragikkomödie, wie sich selbst die besten Systeme zur Gefahr werden können und warnt damit – vielleicht auch nur versehentlich – vor aktuellen, realen Entwicklungen.

 

Alles in allem: ein guter, schön geschriebener Start mit leicht lahmendem Infiltrationspart.

 

 

Nah ist das Land, das sie Leben nennen

von Sven Haupt

 

Ein Corporal und ein Sergeant sollen zusammen mit einer gnadenlosen Inspektorin gegen sogenannte No-Names in der Stadt vorgehen, also Einwohnern ohne legalen Status. Parallel dazu erzählt sich die Geschichte eines obdachlosen No-Names, der mit seiner Affenpuppe spricht.

 

Wie für Sven Haupt üblich, so zeichnet er auch dieses Mal eine dunkel-schöne Welt und entführt seine Leser in eine verregnete Cyberpunk-Metropole, die „schöngeblendet“ wird. Ihre Einwohner tragen Brillen, die die Stadt so aussehen lassen, wie sie es wollen. Wer das nicht tut, der sieht eine Welt im Verfall – nicht nur äußerlich, sondern auch menschlich und moralisch.

 

Die zwei Erzählebenen sind dabei erwähnenswert gut verknüpft. In Kurzgeschichten gestalten sich Perspektivenwechsel meist nervig, oft verwirrend, da man meist zu wenig Raum hat, um in dem anderen Charakter anzukommen. Haupt hingegen legt seine Erzählebenen sehr methodisch an. Gerade ein einziges Mal hatte ich das Gefühl, dass der Wechsel unpassend verlief, ansonsten fühlte ich mich gut angeleitet – was vor allem in der zweiten Hälfte, während sich die Verfolgungsjagd zuspitzt, wirklich funktioniert. Handwerklich bin ich hier sehr beeindruckt. Es hilft auch, dass der Corporal und sein Sergeant eher kommentieren, als wirklich zu agieren – also in ihren Abschnitten nacherzählen, was passiert ist –, während der alte Mann und sein Affe durch die Gassen fliehen.

 

Die Aussage an sich bleibt dabei eher Nebensache. Sven Haupt eröffnet zwar immer wieder gesellschaftliche und soziopolitische Fragen zu Augmented Reality und dem leidigen Thema der Immigrationspolitik, belässt es aber dabei, ohne auch nur einmal belehrend zu werden.

 

Die finale Auflösung zum Schluss ist hingegen ein wenig dürftig und eher der Überraschung wegen überraschend als schlau erdacht. Hier hätte ich mir gerne eine Andeutung oder Forshadowing für den Klick-Effekt gewünscht, wenn dann die Puzzleteile zusammenpassen. Oder wenn es solche gab, dann sind sie mir vielleicht auch entgangen.

 

Fazit: Eine gelungene, hochprofessionell geschriebene Geschichte auf Sven Haupt-Qualitätsstufe.

 

 

Der verbleibende Zustand

von Felicitas Köhler

 

Eine Studentin in Australien telefoniert jeden Tag mit ihrer Mutter – bis diese auf einmal nicht mehr antwortet.

 

Felicitas Köhler erzählt eine kurze, knackige Geschichte mit einem Twist, den es im Science-fiction zwar schon oft gab – ich selbst habe ihn bei „Neuromat“ in der c’t verwendet –, aber hier angenehm vermittelt wird. Tatsächlich hätte diese Story auch so in der c’t abgedruckt sein können.

 

Leider kann ich sonst nicht viel zu Köhlers Beitrag sagen: Er ist kurz, gut geschrieben und vorbei, bevor er langweilig wird. Ein netter, kleiner Happen zum Thema Smarttechnologie.

 

 

Ein Fluss im Ozon

von Maximilian Wust

 

Im Heidelberg der nahen Zukunft jagt der junge NGO-Detektiv Noël im, sagen wir, Home-Office eine Hackergruppe und verwendet dabei jedes Werkzeug, in das er sich einloggen kann – von Kameras über Smartphones bis hin zu einem Gynoiden.

 

Maximilian Wust behauptet von sich, wirklich gute Pfannkuchen machen zu können – und wenigstens diesen Glauben sieht man in dieser Geschichte. Pfannkuchen werden darin zwar mit keinem Wort erwähnt, aber so schreibt definitiv jemand, der weiß, dass man die gewünschte Fluffigkeit mit Eischnee erzielt und mit einem Schuss Öl stabilisiert.

 

Bin mal gespannt, was die anderen dazu sagen.

 

 

Echos

von Nico Bergstreiser

 

In nächstnaher Zukunft ist es zum Gebet geworden, nicht nur ein Foto, sondern eine Totalaufnahme, fast wie ein Reel, von allen wichtigen Momenten des Lebens zu machen.

 

Was folgt sind keine Belehrungen, keine tiefgehenden Konflikte oder der Fingerzeig, den so eine Geschichte bietet, sondern eine kurze Momentaufnahme zum Thema der Momentaufnahme. Wie geht nochmal das Zitat? „Noch nie hatten wir eine ganze Generation, die sich so total und fleißig dabei dokumentiert, wie sie absolut nichts erreicht.“ Das erzählt Nico Bergstreiser schnell, auf nur 3,1 Seiten und angenehm emotional.

 

 

Vertragliche Priorität

von J.R. Tarson

 

Ein Bewertungssystem hat aus dem Gesundheitswesen eine Triage gemacht. In der unguten Zukunft von J.R. Tarson entscheidet der sogenannte Urbascore, um wen sich im Notfall zuerst gekümmert wird. Und wer nicht genug Punkte hat, für den kommt eventuell jede Hilfe zu spät. Jonas, ein Krankenpfleger, ist davon nicht nur angewidert, sondern stößt auch noch auf eine Ungereimtheit.

 

„Vertragliche Prioriät“ könnte so direkt aus der Netflix-Serie „Black Mirror“ stammen – also, als diese noch gut war und nicht nur ihre eigenen Episoden nacherzählt hat. Ein düsteres Bild der Gesellschaft, verbunden mit einer Warnung vor einem System, das so wirklich entstehen könnte, gemischt mit der üblichen Korruption.

 

Mir gefiel hier, dass Tarson nicht auf das bekannte Schema zurückgriff. „Gehe nach A, dann nach B, am Ende nach C“, hat sich für Kurzgeschichten dieser Art etwas sehr bewährt. Umso erfrischender ist Tarsons Bruch damit. Jonas arbeitet sich tiefer und immer tiefer in eine Verschwörung, die so wirklich existieren könnte (und mit Sicherheit würde), während der Gegenwind zunehmend stärker wird, aber dabei (fast) nicht ins Niveau eines Pulp-Krimis oder Agententhrillers geht. Dasselbe gilt für den Stil, der erwähnenswert gemäßigt bleibt und eine gewisse Trockenheit als Methode adaptiert. Das funktioniert überraschend gut.

 

Leider schwächelt die Geschichte zum Schluss. Aus der sonst so reifen Story wird plötzlich Flughafenliteratur – mit einem Ende, das nicht so ganz zum Rest passt. Dass der Bogen zurück zum initialen Thema gemacht wird, ist eine wirklich gute Idee, gelingt aber nicht so ganz in der Umsetzung. Hierbei muss ich erwähnen, dass ich absolut nichts gegen Überzeichnung einzuwenden habe. Nur leider war die „Vertragliche Priorität“ bis eben zum Epilog eine Geschichte, die auf solche Mittel verzichtet hat. Schade.

 

Ansonsten ist es eine wirklich gute Story.

 

 

Die schlafenden Kinder

von Maximilian R. Herzig

 

Die KI M.O.M. herrscht über eine Stadt in wahrscheinlich Deutschland und kontrolliert dafür nicht nur die Maschinen, sondern auch die Ernährungs- und Alltagsgewohnheiten der Menschen. Catrin und Ben bemerken bald, dass da mehr dahinter steckt …

 

Die Kritik zu dieser Geschichte zu schreiben, schmerzt nun ein wenig. Ich mag den Autoren, wir hatten mehrere angenehme Gespräche, aber leider konnten mich „Die schlafenden Kinder“ nicht überzeugen.

 

Die Grundidee sowie das Handwerk sind dabei solide, die Texte sind flüssig geschrieben, die Dialoge nachvollziehbar, der Text verliert sich jedoch in der Ausführung. Ich werde vermutlich nie ein Freund von Comic-artigen Zeitsprüngen in der Literatur sein (wie „7 Stunden zuvor“ oder „Zur gleichen Zeit, anderswo in der Stadt“), aber sie störten mich nicht wirklich. Was mir im Weg stand, war einmal die etwas unstrukturierte Lesart, aber vor allem das sehr vorhersehbare Thema selbst: Eine offensichtlich bösartige KI, die mit Sorgfalt über eine Stadt oder sogar den ganzen Staat herrscht, aber aus deren System man dann derart leicht entkommen kann, wie eben Catrin und Ben, fühlte sich unglaubwürdig an. Gab es während der Einführung von M.O.M. keine Aussteiger, Verweigerer oder Zyniker, die entfernt oder ins System gezwungen werden mussten?

 

„Die schlafenden Kinder“ macht dabei durchaus Spaß zu Lesen und passt sich größtenteils der Qualität der anderen Geschichten an, kann aber nicht mit der Güteklasse eines Sven Haupt oder einer Felicitas Köhler mithalten.

 

Ein kleiner Nitpick noch zum Schluss: Ich finde es immer seltsam, wenn in Geschichten gewaltige Zahlenreihen wörtlich ausgesprochen werden. Ein Bot nennt Catrin beim vollen Namen, also Catrin-3492303277. Tut er das wirklich? Betet er sechs bis sieben Sekunden lang einen Zahlencode runter, nur um jemanden anzusprechen?

 

 

Das soweit, mehr folgt bald.


"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"

#10 lapismont

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Geschrieben 15 Oktober 2026 - 07:51

Pling  von Thomas Matula

 

In einer Binären Demokratie ist der Erzähler genervt von ständigen Volksentscheiden per Smartwatch. Einen Ausweg scheint eine Freundin aus alten Aktivist·innentagen zu bieten …

 

Stil: liest sich flüssig, die Beschreibungen sind frisch und sehr bildhaft
Plot: fängt interessant an, endet in einem Brazil-Desaster, nicht unerwartet, aber unbefriedigend
Figuren: haben ihre Funktion, mehr aber auch nicht, in die Tiefe werden sie nicht ausgebaut, alle Figuren fühlen sich kalt an, ganz besonders am Schluss
Idee: das mit der binären Demokratie und ihren Problemen ist cool, die Auflösung lahm
Lesespaß: anfangs hoch, verlor sich dann zum Ende hin

 

Insgesamt ein guter Einstieg, da stimme ich Max zu, die Geschichte hätte aber eine innovativeren zweiten Teil vertragen können.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.

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#11 lapismont

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Geschrieben 16 Oktober 2026 - 08:55

Nah ist das Land, das sie Leben nennen von Sven Haupt

 

Zwei Polizisten bekommen eine Aufpasserin, damit sie ihre Quoten zum Aufgreifen von Obdachlosen erfüllen. Einer dieser Obdachlosen folgt derweil einer seltsamen Frau.

 

Stil: Schnell erzählt, viel läuft über Dia- bzw. Monologe
Plot: Hab früh vermutet, wie de Figuren zueinander stehen und worauf es hinausläuft.
Figuren: Klischees, etwas mehr Tiefe erhält der Obdachlose, hier gelingt Sven Haupt eine intensive Darstellung
Idee: ein paar Hinweise zur Sichtbarkeit der Obdachlosen fand ich sehr originell, etwa das mit dem Müllscannen, ansonsten war da jetzt nichts Neues
Lesespaß: Die Szenen mit dem Obdachlosen fand ich gut, die anderen waren mir zu stereotyp.

 

Die Vorhersehbarkeit und die bekannten Archetypen bei den Figuren reichen für mich nur zum Mittelmaß. Mir fehlt auch etwas mehr zur mysteriösen Frau, hier wurde Potential verschenkt.


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#12 rostig

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Geschrieben 16 Oktober 2026 - 20:03

Nah ist das Land, das sie Leben nennen von Sven Haupt

 

Eine eher schwache Geschichte die auch wenig mit dem Anthologietitel zu tun hat. Das paramilitärische Vorgehen erinnert stark an ICE in den USA. Die smarten Datenbrillen spielen eher eine Gimmickrolle, immerhin hat der namenlose Obdachlose seine Visionen, die der Erzählung antreiben, mit einem kaputten Exemplar. Ansonsten spielt smarte Technologie / KI hier keine tragende Rolle.



#13 rostig

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Geschrieben 17 Oktober 2026 - 06:41

Der verbleibende Zustand von Felicitas Köhler

Auf emotionaler Ebene sehr ansprechende Geschichte, flüssig zu lesen und angenehm kurz. Aber das Thema "Bewustseins-Upload nach dem Tod" ist doch in den letzten Jahren recht oft behandelt worden und diese Geschichte weiß dem Thema leider nichts neues abzugewinnen. Daher mein Fazit: nett zu lesen aber wenig originell.



#14 rostig

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Geschrieben 17 Oktober 2026 - 11:31

Ein Fluss im Ozon von Maximilian Wust

 

Wow! Ein vertrackter Krimi, eine wilde Verfolgungsjagd und die Leistungsschau einer smarten Stadt (ausgerechnet Heidelberg - die Stadt fand ich nie sehr smart). Hier weiß einer spannungsreich zu erzählen, wunderschöne Metaphern zu benutzen und den Leser wahrlich zu unterhalten. Ein kleines Meisterstück der Kurzgeschichte und für mich DSFP und KLP Kandidat.



#15 rostig

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Geschrieben 17 Oktober 2026 - 14:55

Echos von Nico Bergstreiser

In der Kürze liegt die Würze: der Autor beschreibt glaubhaft auf weniger als 4 Seiten wie sich unsere Erinnerungskultur entwickeln könnte. In meiner Jugend war der Farbfilm mit 12 Bildern der Standard für Erinnerungsfotos, heute klagen meine Kinder über den geringen Speicherplatz der Handys nach einigen Tausend gespeicherter Aufnahmen und Nico zeigt uns den nächsten Schritt und seine bedenklichen Folgen. Fazit: sehr gelungen

 

Vertragliche Priorität von J.R. Tarson

Diese Geschichte ist der Gegensatz: länglich und zäh steuert sie auf ein erwartbares Ende zu. Die Kritik an einem Gesundheitssystem das begüterte Klienten bevorzugt ist sicherlich berechtigt und extrapoliert unsere aktuelle Klassenmedizin glaubhaft, aber eben auch wenig überraschend.



#16 rostig

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Geschrieben 18 Oktober 2026 - 10:11

Es ist so still hier ...



#17 Maxmilian Wust

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Geschrieben 18 Oktober 2026 - 10:36

Ich schreibe heute noch mehr Rezensionen. Sorry. Die letzten Tage waren bizarr voll.


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#18 Sam Francisco

Sam Francisco

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Geschrieben 18 Oktober 2026 - 10:37


Sven Haupt - Nah ist das Land, das sie Leben nennen: ***
 

So, endlich komme ich auch mal wieder zum Rezensieren. Aber rostig hat eigentlich fast alles, was ich zu der Geschichte zu sagen hätte, vorweggenommen:

 

Nah ist das Land, das sie Leben nennen von Sven Haupt
 
Eine eher schwache Geschichte die auch wenig mit dem Anthologietitel zu tun hat. Das paramilitärische Vorgehen erinnert stark an ICE in den USA. Die smarten Datenbrillen spielen eher eine Gimmickrolle, immerhin hat der namenlose Obdachlose seine Visionen, die der Erzählung antreiben, mit einem kaputten Exemplar. Ansonsten spielt smarte Technologie / KI hier keine tragende Rolle.

 

Nur schwach würde ich die Geschichte jetzt nicht nennen, eher durchschnittlich. Aber in Bezug auf den Anthologietitel am Thema vorbei. In der Schule hätte der Lehrer jetzt gesagt: »Thema verfehlt. Sechs. Setzen!«

 

Und leider war der Schluss auch sehr vorhersehbar.

 

SF


Bearbeitet von Sam Francisco, 18 Oktober 2026 - 10:39.

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#19 Sam Francisco

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Geschrieben 18 Oktober 2026 - 10:49

Felicitas Köhler - Der verbleibende Zustand: ****

 

Diese Geschichte hat mir gut gefallen. Die Ich-Erzählerin beschreibt die seit ihrem Umzug nach Australien eingeschränkten Video-Kontakte zu Ihrer Mutter. Dann kommt eines Tages kein Kontakt mit der Mutter mehr zustande. Stattdessen sieht sie über die Video-Anlage andere Personen in der Wohnung. Für mich kam die Auflösung überraschend, vermutlich weil ich noch nicht so viele Geschichten über einen Upload des Bewusstseins gelesen haben. Flüssig und angenehm zu lesen, trotz - oder wegen - der Kürze der Geschichte.

 

Weiter bin ich in der Anthologie noch nicht. Und ich finde es schön, dass die meisten Mitleser wohl auch nicht so viel schneller sind.

 

SF


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#20 lapismont

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Geschrieben 18 Oktober 2026 - 11:14

Ich werd morgen weiterlesen.

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#21 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 18 Oktober 2026 - 18:15

Ich hab auch erst zwei gelesen (und nicht in Reihenfolge der Anthologie)

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#22 lapismont

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Geschrieben 19 Oktober 2026 - 07:34

Der verbleibende Zustand von Felicitas Köhler

 

Studentin erzählt von den Videocalls mit ihrer Mutter.

 

Stil: Präsenz, der Tonfall ist von Anfang melancholisch, was den Plot spoilert
Plot: mir war recht klar, wo es hingeht
Figuren: obwohl nur angerissen, sind beide Figuren mit Wärme erzählt
Idee: für mich ausgenudelt
Lesespaß: Die Story ist von Anfang an traurig, aber kurz genug, um nicht zu ärgern

 

Berührende Story ohne Innovation, da stimme ich den Vorrednern zu.

 

 


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#23 ChristophGrimm

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Geschrieben 19 Oktober 2026 - 08:54

Kurze Zwischenbemerkung, weil mich die Rückmeldungen zu Felicitas Köhlers Geschichte "Der verbleibende Zustand" ... hmm, irritieren.

 

Spoiler

Bearbeitet von ChristophGrimm, 19 Oktober 2026 - 08:54.

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#24 rostig

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Geschrieben 19 Oktober 2026 - 09:19

Die Trennlinie zwischen Bewusstseins-upload und kopie erscheint mir sehr brüchig. Würde ich heute einen Upload durchführen und weiter leben wäre es doch eine Kopie, oder? Nur wenn ich beim Upload sterbe ist es ein Original? Kürzlich gab es bei Tele5 den Film "Archive" der auch diese Thematik aufnimmt.



#25 ChristophGrimm

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Geschrieben 19 Oktober 2026 - 09:36

Die Trennlinie zwischen Bewusstseins-upload und kopie erscheint mir sehr brüchig. Würde ich heute einen Upload durchführen und weiter leben wäre es doch eine Kopie, oder? Nur wenn ich beim Upload sterbe ist es ein Original? Kürzlich gab es bei Tele5 den Film "Archive" der auch diese Thematik aufnimmt.

 

Spoiler


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#26 lapismont

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Geschrieben 19 Oktober 2026 - 10:06

Die Geschichte wird aus Lauras Perspektive erzählt, insofern war mein Fokus beim Lesen nur indirekt auf der Mutter.

Spoiler


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#27 lapismont

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Geschrieben 19 Oktober 2026 - 10:18

Ein Fluss im Ozon von Maximilian Wust

 

Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma erhält von seiner Cheffin einen Spezialauftrag, für den er tief in das Überwachungsnetz Heidelbergs eindringen muss.

 

Stil: flüssig und spannend, mit lyrischen und lustigen Einschüben
Plot: er endet in dem Augenblick, wo es aus SF-Sicht für mich interessant wird, bis dahin ist es eine spannende Verfolgungsjagd
Figuren: passend zum Plot, Noël erhält an einer Stelle eine Motivationserklärung, die ich als Fremdkörper empfand
Idee: war jetzt nix besonderes, beim eigentlichen SF-Teil wurde Potential verschenkt
Lesespaß: den hatte ich, nur kam das Ende zu früh

 

Spoiler

 

Spannende Geschichte, die sich den eigentlich spannenden SF-Themen nicht stellt. Für mich jetzt kein Kandidat für einen Preis.


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#28 rostig

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Geschrieben 19 Oktober 2026 - 10:48

Die schlafenden Kinder (Maximilian R. Herzig)

Die Vertreibung aus dem scheinbaren Paradies ist nett zu lesen, man "leidet" mit dem Paar und doch scheint der Ausstieg zu einfach, zu glatt. Die KI M.O.M würde ich nicht als bösartig bezeichnen, sie tut das, was sie wahrscheinlich tun soll: sie sorgt für Ruhe und Bequemlichkeit der Menschen. Und ist der freie Wille nicht doch eine allzu menschliche Illusion? Fazit: nett zu lesen aber kein wirkliches Highlight

SmartBib (Sarah Lutter)

Der Stil ist eingängig, die Geschichte plätschert allerdings etwas vor sich hin. Der Ansatz, dass ein Virus in der Zentralbibliothek literarische Werke weltweit vernichten könnte erscheint mir sehr unrealistisch genauso wie die Rettung über Magnetbänder - eine für langfristige Speicherung eher ungeeignete Form. Fazit: leider nicht überzeugend



#29 lapismont

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Geschrieben Gestern, 10:47

Echos von Nico Bergstreiser

 

Kurze und dennoch tiefgründige Geschichte über das Problem, wenn (gespeicherte) Erinnerungen mehr zu bedeuten beginnen als reale Erlebnisse in der Gegenwart.

 

Hier stimmt für mich alles. Thema, Figuren, Ausführung, Ende. Mein Highlight bisher.


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#30 lapismont

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Geschrieben Gestern, 11:42

Vertragliche Priorität  von J. R. Tarson

Rettungsfahrer hadert mit der Priorisierung von Notfällen durch ein Computerprogramm. Da stolpert er über die Daten eines Aktivisten, die dahinter eine Verschwörung offenbaren

 

Stil: bieder, die Erzählstimme wechselt ständig zwischen Innensicht und auktorial, was dazu führt, dass sich der Prota lauter Dinge erklärt, die er bereits weiß
Plot: auch wenn Maximilian das anders sieht, für mich war das ein geradlinig erzählter Thrillerplot; ohne Überraschungen ging es von a nach b zu c
Figuren: uninteressante Standardfiguren
Idee: naheliegend und vermutlich in Grundzügen schon Realität
Lesespaß: hatte ich keinen, das war mir zu langweilig

 

Ein grauer, mittelmäßiger Text ohne Höhepunkte.


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