Ich lese gerade den siebten Teil von Dungeon Crawler Carl (Teil 8 liegt schon bereit). Teil 1 gibt es auch schon auf Deutsch (und im Sommer dann auch Teil 2). Dabei habe ich schon ziemlich viel Spaß, wobei Teil 7 doch bisher sehr, sehr ernst ist, vergleichsweise. Bei aller Schrägness und dem krassen Weltenbau liegt doch eine ziemlich kritische Medien- und Machtkritik drunter, in der Farbe ähnlich wie bei Panem, nur dass es alles krass viel bunter und heftiger ist (und aber immerhin nicht nur eine Person den Dungeon überleben kann, dafür sind aber auch viel, viel mehr Menschen und Tiere drin und das "Spiel" geht sehr, sehr lange).
Der "Ich lese gerade..."-Thread
#6121
Geschrieben 19 Mai 2026 - 07:42
Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/
- • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
-
• (Film) gerade gesehen: Der Simpsons Movie, Lola rennt
#6122
Geschrieben 19 Mai 2026 - 08:36
Gerade angefangen mit "Die Fahrt des Sternenpflugs" bzw. Teil 1 der "Menschen wie Götter"-Trilogie von Sergej Snegow.
Versprochen wird eine klassische Space Opera der 60er Jahre. Hoffe dass das stimmt =)
Das war seinerzeit meine Lieblingstrilogie. Nihilationsantriebe (wenn ich mich recht erinnere).
Ich hatte es Jahre später mal wieder versucht und war nur noch halb so begeistert. Bin gespannt, wie es Dir gefällt.
† In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke
#6123
Geschrieben 21 Mai 2026 - 17:54
Kim Ho-Yeon
Fauster
Golkonda 2021
Goethes Faust auf Koreanisch. Die Firma "Mephisto" bietet sehr zahlungskräftigen Kunden einen besonderen Service: Über einen Chip im Gehirn nichtsahnender Personen können sie an deren Leben teilhaben. Zunächst mal eine spezielle Art, die ewige Jugend zu erreichen, wird dies zu einem Wettkampf zwischen den verschiedenen Teilnehmern dieses Spiels: Wer kann seinen Schützling am Besten steuern, damit dieser möglichst erfolgreich wird? (Gesteuert wird übrigens nicht über den Chip, sondern über Nudging und das clevere Ziehen von Fäden im Hintergrund. Der Chip funktioniert nur zum Beobachten.)
Die Person, die spielt, heißt "Faust", die Person, deren Leben sie belauscht und beeinflusst, nennt man "Fauster". Einer dieser Fauster ist der Starfußballer Park Junsok, der davon träumt, in die deutsche Bundesliga zu wechseln. Aber nachdem er erfährt, dass er einen Voyeur im Hirn trägt, stellt sich unter anderem die Frage, ob das wirklich sein Traum ist.
War nicht ganz mein Fall und ich habe es nur zu Ende gelesen, weil es ein Geschenk meiner Frau war. Ich denke aber trotzdem, wer ein Faible für asiatische SF und Anime hat, kann hier durchaus einen Blick in den Roman riskieren.
Bearbeitet von Michael Böhnhardt, 21 Mai 2026 - 18:00.
#6124
Geschrieben 31 Mai 2026 - 07:21
Gerade fertig geworden mit Parataxis von Shintaro Kago, erschienen bei Manga-Cult. Das war für mich eine ungewöhnliche Lektüre, weil ich eigentlich kein Manga-Fan oder überhaupt Comicleser bin, aber immerhin mal etwas anderes. Es ist ein Episodenroman um Cyberpunk und Bodyhorror, und er ist ziemlich böse. Der japanische Stil liegt mir nicht besonders und war teilweise auch verwirrend, aber mein Gesamteindruck war trotzdem positiv - ein lesenswertes Comicbuch. Es ist übrigens auch auf die japanische Art aufgebaut, also Titelseite "hinten" und "rückwärts" zu lesen, und auf den einzelnen Seiten von rechts nach links.
#6125
Geschrieben 07 Juni 2026 - 14:12
Gerade am lesen:
Mit Future Work – Die Arbeit von übermorgen angefangen.
Mit den Martian Chronicles komme ich nur langsam voran, ist auf Englisch anspruchsvoller als gedacht.
Vor kurzem gelesen:
Alfred Bonnardot: „Archéopolis“ https://scifinet.org...bonnardot-1857/
Nautron respoc lorni virch.
- • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles
#6126
Geschrieben 25 Juni 2026 - 20:57
Gerade gelesen: Yesteryear von Caro Claire Burke.
Die Tradwife-Influenzerin Natalie hat eine riesige Schar an Followern, die sich von ihr erklären lassen, wie man ein glückliches Leben als Hausfrau und Mutter auf einer kleinen Farm führt. Einer Biofarm natürlich, auf der Brot und Seife selbst hergestellt werden. Ihr geliebter Mann kümmert sich derweil um Äcker und Tiere.
Sie hat sich etabliert und ihre Merchendise-Produkte verkaufen sich glänzend. Aber das ist natürlich nur Fassade. Hinter den Kulissen kümmern sich zwei Kindermädchen um die fünf Kinder, eine Produzentin sorgt dafür, dass alles stets optimal ausgeleuchtet und geschnitten auf Instagram erscheint. Muss man da noch erwähnen, dass Natalie ihren Mann verachtet, und ihre Follower heimlich verspottet? Die Farm ist auch nicht echt, ihr schwer reicher Schwiegervater hat sie für Millionen Dollar gekauft. Tatsächlich würde sich ein so winziger Familienbetrieb heutzutage nicht mehr rentieren.
Und dann wacht Natalie irgendwann auf und aus der Illusion ist Wirklichkeit geworden. Sie findet auf einer Farm im neunzehnten Jahrhundert wieder. Kinder, die sie nicht kennt, reden sie mit "Mutter" an und ihr weichlicher Mann ist plötzlich zu einem brutalen Patriarchen mutiert. Was ist passiert? Ein Zeitsprung? Eine Parallelwelt? Ein brutales Fernsehformat? Eine Rachefantasie von ihren zahlreichen Hatern? Eine Flucht erweist sich jedenfalls als unmöglich.
Das Buch ist unterhaltsam zu lesen, besonders weil es aus der Perspektive der unsympathischen Natalie geschrieben ist. Die Autorin schreibt sprachgewaltig und mit vielen treffenden Metaphern.
Dabei entsteht das Bild einer jungen Frau, die aus streng religiösen Familie stammt und ein starres Moralkorsett hat, an dem sie ihre Mitmenschen misst. Die haben dabei allerdings kaum eine Chance, gut abzuschneiden. Zugleich ist sie aber menschenscheu, und fürchtet sich regelrecht vor zufälligen Begegnungen mit ihren Followern. Mehr zufällig gerät sie in die Rolle der Influenzerin.
Die Autorin lässt sich hier äußert bissig über die Tradwife-Influenzerinnen und ihre Follower, aber auch über die Frauen, die vergeblich versuchen, in großen Firmen eine Karriere aufzubauen. Motto: Egal was Frauen auch versuchen, die Männer lassen sie nicht hochkommen, nur die Hausfrauenillusion ist erlaubt. Der Debütroman hat in den USA die Bestsellerlisten erobert. Kann ich durchaus nachvollziehen. Aber ...
Die Auflösung des Rätsels von dem plötzlichen Höllensturz ist ziemlich misslungen, weil wenig plausibel. Das Ende überzeugt mich auch nicht. Die Gesellschaftssatire trifft, der Übergang in das Psychodrama ist nicht recht nachvollziehbar.
Übrigens ist über die Autorin im Internet wenig zu finden. Kein Wikipedia-Eintrag, nur wenige Fotos, keine persönlichen Daten wie Alter oder Ausbildung. Auch interessant.
Bearbeitet von Fermentarius, 25 Juni 2026 - 20:58.
Website: https://www.thomasgrueter.de
Blog: https://scilogs.spek...ankenwerkstatt/
Aktueller Blogpost: Die Sonne kommt auf die Erde
- • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig
#6127
Geschrieben 11 Juli 2026 - 08:10
Susanna Clarke - Piranesi
Zweifellos ein Meisterwerk. An diesem Buch stimmt alles.
#6128
Geschrieben Gestern, 11:59
The Martian Chronicles: Bin bei „There Will Come Soft Rains“ angekommen, das passt, denn die Geschichte spielt im August 2026, Thema: Verwüstung nach einem Atomkrieg. Es geht auch um ein SmartHome, allerdings auf dem Stand von 2005, wo der Atomkrieg stattfand. Um fünf Uhr nachmittags kommt die Zigarre hervor, bereits angezündet, sehr praktisch.
Future Work: Siehe auch hier: https://scifinet.org...p-brandstädter/ (Wiedergelesene Geschichte von Philipp Brandstätter.)
Future Work ist als PDF kostenlos erhältlich: https://publikatione....edu/1000134596
Ich wollte ein gedrucktes Exemplar, und der Medimops hat es dann apportiert, Preis war fair.
Lese gerade Vorwort etc., zuerst habe ich die Geschichten gelesen. Fing gut an, dann kamen schwächere Geschichten, am wenigsten haben mir „Flow“ und „3,78 LifePoints“ gefallen, die fand ich u. a. zu klischeelastig. „Bad Data“ gehört zu den besten Geschichten im Band, es geht um KI. Unterhaltsam, bis auf den Anfang, der düster ist, Selbstmordgedanken. (Nebenbei: Wenn man schon Triggerwarnungen bringt, warum unterlässt man dann den Hinweis auf das Thema Selbstmord. Heftiger Schnitzer.) Außerdem erwähnenswert: „Die Moralische Instanz“ und „Nach all diesen Jahren“, in beiden KG geht es um KI und ein moralisches Dilemma. So auch in „Das Eden Protokoll“, die Geschichte hat mir am besten von allen gefallen, erinnerte mich von der Konstellation her ein wenig an „Dieses Habenwollen“ in FFM Nr. 4 (2023).
Nautron respoc lorni virch.
- • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles
#6129
Geschrieben Gestern, 21:06
Gerade gelesen: Yesteryear von Caro Claire Burke.
Die Tradwife-Influenzerin Natalie hat eine riesige Schar an Followern, die sich von ihr erklären lassen, wie man ein glückliches Leben als Hausfrau und Mutter auf einer kleinen Farm führt. Einer Biofarm natürlich, auf der Brot und Seife selbst hergestellt werden. Ihr geliebter Mann kümmert sich derweil um Äcker und Tiere.
Sie hat sich etabliert und ihre Merchendise-Produkte verkaufen sich glänzend. Aber das ist natürlich nur Fassade. Hinter den Kulissen kümmern sich zwei Kindermädchen um die fünf Kinder, eine Produzentin sorgt dafür, dass alles stets optimal ausgeleuchtet und geschnitten auf Instagram erscheint. Muss man da noch erwähnen, dass Natalie ihren Mann verachtet, und ihre Follower heimlich verspottet? Die Farm ist auch nicht echt, ihr schwer reicher Schwiegervater hat sie für Millionen Dollar gekauft. Tatsächlich würde sich ein so winziger Familienbetrieb heutzutage nicht mehr rentieren.
Und dann wacht Natalie irgendwann auf und aus der Illusion ist Wirklichkeit geworden. Sie findet auf einer Farm im neunzehnten Jahrhundert wieder. Kinder, die sie nicht kennt, reden sie mit "Mutter" an und ihr weichlicher Mann ist plötzlich zu einem brutalen Patriarchen mutiert. Was ist passiert? Ein Zeitsprung? Eine Parallelwelt? Ein brutales Fernsehformat? Eine Rachefantasie von ihren zahlreichen Hatern? Eine Flucht erweist sich jedenfalls als unmöglich.
Das Buch ist unterhaltsam zu lesen, besonders weil es aus der Perspektive der unsympathischen Natalie geschrieben ist. Die Autorin schreibt sprachgewaltig und mit vielen treffenden Metaphern.
Dabei entsteht das Bild einer jungen Frau, die aus streng religiösen Familie stammt und ein starres Moralkorsett hat, an dem sie ihre Mitmenschen misst. Die haben dabei allerdings kaum eine Chance, gut abzuschneiden. Zugleich ist sie aber menschenscheu, und fürchtet sich regelrecht vor zufälligen Begegnungen mit ihren Followern. Mehr zufällig gerät sie in die Rolle der Influenzerin.
Die Autorin lässt sich hier äußert bissig über die Tradwife-Influenzerinnen und ihre Follower, aber auch über die Frauen, die vergeblich versuchen, in großen Firmen eine Karriere aufzubauen. Motto: Egal was Frauen auch versuchen, die Männer lassen sie nicht hochkommen, nur die Hausfrauenillusion ist erlaubt. Der Debütroman hat in den USA die Bestsellerlisten erobert. Kann ich durchaus nachvollziehen. Aber ...
Die Auflösung des Rätsels von dem plötzlichen Höllensturz ist ziemlich misslungen, weil wenig plausibel. Das Ende überzeugt mich auch nicht. Die Gesellschaftssatire trifft, der Übergang in das Psychodrama ist nicht recht nachvollziehbar.
Übrigens ist über die Autorin im Internet wenig zu finden. Kein Wikipedia-Eintrag, nur wenige Fotos, keine persönlichen Daten wie Alter oder Ausbildung. Auch interessant.
Ja, das habe ich kürzlich auch gelesen. Fand das Ende ziemlich... Ungültig. Da war die Erzählerin irgendwie zu unzuverlässig. Somit ist es auch kein phantastischer Roman.
Bis dahin war er durchaus sehr gut, im vielerlei Hinsicht.
Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/
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• (Film) gerade gesehen: Der Simpsons Movie, Lola rennt
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