Das fast völlige Fehlen des Elements "Zukünftigkeit" Achmed A. W. Khammas 01.09.2006 Science-Fiction in der arabischen Literatur Während sich die europäische Literaturwissenschaft schon seit einigen Jahrzehnten mit der zeitgenössischen utopischen Literatur beschäftigt, fand das erste Symposium zur "Arabischen Literatur und Science Fiction" erst im April 2006 statt. An der Fakultät für Literatur und Humanwissenschaften im marokkanischen Casablanca wurde darüber diskutiert, ob es in der arabischen Welt überhaupt ein Bewusstsein für SF gibt, warum SF den arabischen Autoren keinen Spaß macht und wie sich die mangelnde Verbreitung dieser Literaturgattung, auch im akademischen Sektor, überhaupt erklären läßt.

Arabische Science Fiction
#1
Geschrieben 01 September 2006 - 12:52
#2
Geschrieben 03 September 2006 - 22:55
Zudem frage ich mich, ob es bei den Arabern nicht auch eine futuristische Ader gibt. Wer nicht weiß, wo zum beispiel dieses Gebäude steht:

könnte es glatt für eine Kulisse aus einem Science Fiction-Film halten. Es existiert aber und zwar in dem Stadtstaat Dubai (Teil der Vereinigten Arabischen Emirate). Sowei ich das übers Internet, aus Fernsehberichten und einigen Posts in einem anderen Forum nachrecherchieren konnte, ist dieser Stadtstaat unter der Fuchtel seines Emirs so etwas wie eine Realität gewordene, wenn auch autoritäre und sozial ungerechte, technokratische Near-Future-Vision.
Bearbeitet von Beverly, 04 September 2006 - 07:19.
#3
Geschrieben 03 September 2006 - 23:42
/KB
Yay! KI-generiertes SF-Zitat Ende November...
"In the sprawling city forums of the galaxy, where chaos reigns and time flows differently, true power is found not in dominance, but in moderation. The wise use their influence to temper ambition with reason, and chaos with order."
(auf Bing.de generierter Monolog von der Copilot-S/W - die ich hiermit NICHT bewerbe! - nach Aufforderung nach einem "s.f. quote" mit einem bestimmten Wort darin; ich ersetzte nur das 4. Wort mit "city forums")
#4
Geschrieben 04 September 2006 - 07:29
Dass sich in Dubai die Superreichen tummeln mag sein und gewiss geben sie qua Geld und Einfluss den Ton an. Darauf wird auch bei Diskussionen immer wieder hingewiesen. Allerdings ist es kein typisches Reichen-Ghetto, von denen hört man nämlich nichts! Das sind Städte z. B. in den USA und in Frankreich, von denen ich nur durch eine Unterhaltung mit einem Bekannten weiß, dass sie existieren, oder Villenviertel in Deutschland, wo die Häuser keine Namensschilder tragen. Die billigste Reise nach Dubai - 5 Tage im 2 Sterne-Hotel - kostet Internet-Recherchen zufolge ca. 500 Euro - für ein "reines" Millionärsghetto gibt es sowas mit Sicherheit nicht. Wenn Touristen-Attraktion, dann also für breitere Kreise, den vielen und bizarren Hochhäusern dort zufolge wie eine Art architektonischen Futurerama.Dubai wird aufgezogen als eine Touristen-Attraktion für alle Reichen und Super-Reichen der Welt, das muss zumindest immer fortschrittlicher aussehen. Die Reichen der Welt sind i.d.R. wenig interessiert am sozialen Umfeld solange alle Dienstleistungen "stimmen".
#5
Geschrieben 04 September 2006 - 07:48
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#6
Geschrieben 04 September 2006 - 12:17
Zudem frage ich mich, ob es bei den Arabern nicht auch eine futuristische Ader gibt. Wer nicht weiß, wo zum beispiel dieses Gebäude steht:
könnte es glatt für eine Kulisse aus einem Science Fiction-Film halten. Es existiert aber und zwar in dem Stadtstaat Dubai (Teil der Vereinigten Arabischen Emirate). Sowei ich das übers Internet, aus Fernsehberichten und einigen Posts in einem anderen Forum nachrecherchieren konnte, ist dieser Stadtstaat unter der Fuchtel seines Emirs so etwas wie eine Realität gewordene, wenn auch autoritäre und sozial ungerechte, technokratische Near-Future-Vision.
Hallo Beverly
Ich denke das sieht du falsch. Diese Märchenschlösser in Dubai sind genau das, Märchen aus tausendundeiner Nacht.
Wenn die Petrodollars nicht mehr fliessen wird das wie eine Fata Morgana in der Wüste versinken ( oder schon vorher im Krieg zerstört werden ) .
Das ist alles buchstäblich auf Sand gebaut .
Natürlich ist dieses Gebäude in dessen Atrium der Eifelturm hineinpasst beeindruckend, aber ich möchte nicht wissen was allein der Unterhalt und die Klimaanlage täglich kostet.
Es gibt keine moslemische SCFI, weil das mit dem Islam unvereinbar ist.
Wie sollte das auch aussehen ?
Nach den Vorstellungen der etwas härteren Moslems sollte die Welt in 500 Jahren vermutlich so aussehen wie in SA oder dem Iran.
Natürlich wird sie das nicht.
#7
Geschrieben 04 September 2006 - 12:52
Das ist natürlich Mumpitz. Tatsächlich könnte man auf der Basis des Islam durchaus interessante Utopien verfassen. Oder etwa alternative-history-Romane, das wäre ein weites Feld.Es gibt keine moslemische SCFI, weil das mit dem Islam unvereinbar ist.
Wie sollte das auch aussehen ?
Meine These ist, dass SF als Genre nur in relativ reichen Gesellschaften mit einem reichhaltigen Kulturleben prosperieren kann. Arme Gesellschaften oder jene, die ökonomische und soziale Probleme gravierender Art haben, kümmern sich auch in der literarischen Bearbeitung eher um die Gegenwart, weniger um die ferne Zukunft, kaum um literarischen Eskapismus. Es gibt etwas ägyptische und etwas mehr südafrikanische SF, ansonsten ist das Genre etwa bei afrikanischen Autoren nicht wahrnehmbar. Das läßt sich ähnlich erklären.
Bearbeitet von Diboo, 04 September 2006 - 12:52.
"Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, für Geld getan zu werden."
(13. Erwerbsregel)
"Anyone who doesn't fight for his own self-interest has volunteered to fight for someone else's."
(The Cynic's book of wisdom)
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#8
Geschrieben 04 September 2006 - 13:54
Bearbeitet von Beverly, 04 September 2006 - 13:59.
#9
Geschrieben 04 September 2006 - 13:55
Letztens in Tunesien habe ich wieder hier und da und auch nur ansatzweise (ich war nur 11 Nächte dort) das Gesicht des urbanen, säkuläreren Muslimenalltags gesehen. Solche Menschen, die man so gut wie nie im TV oder in den den Zeitungsberichten sieht, müsste man mal zu Zukunftsträumen befragen, und warum diese aktuell nicht schriftlich stattfinden.
P.S. @Beverly:
Stimme zu. Außerdem liegt es, wenn ich mich richtig erinnere in einer Freihandelszone, wird also als preiswerter Umschlagplatz für Flug- und Schiff-Verkehr angeboten. Das ist auch ölunabhängig.Zu Dubai: Soweit ich das überblicken kann, versucht sich der Stadtstaat eben durch den Tourismus, Ansiedlung von Dienstleistungen und als Finanzplatz vom Öl unabhängig zu machen.
Bearbeitet von yiyippeeyippeeyay, 04 September 2006 - 14:07.
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#10
Geschrieben 04 September 2006 - 16:46
Du verwechselst Äpfel mit Birnen. Im Vergleich etwa zu Subsahara-Afrika war auch der sozialistische Osten das Schlaraffenland. Sobald eine Gesellschaft reich genug ist, dass sie sich geschliffene Formen des Eskapismus leisten kann, entsteht Interesse an SF. Ist sie arm, sind die wenigen Literaten, die von ihr ernährt werden können entweder auf die Reflektion der Gegenwart zurückgeworfen oder schreiben für den internationalen, nicht den heimischen Markt (eine gute Beschreibung der afrikanischen Filmindustrie vor Nollywood).Und warum sollen arme Gesellschaften eine schlechte Grundlage für SF bieten und reiche eine gute? So einfach ist das nicht. So war der Ostblock ärmlicher als Westeuropa, hatte aber trotzdem bedeutende SF-Literatur.
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#11
Geschrieben 05 September 2006 - 17:48
Klingt einleuchtend, aber wie erklärst Du dann die SF in den ehemaligen Ostblockstaaten (Lem, Strugatzkis etc.)?Das ist natürlich Mumpitz. Tatsächlich könnte man auf der Basis des Islam durchaus interessante Utopien verfassen. Oder etwa alternative-history-Romane, das wäre ein weites Feld.Es gibt keine moslemische SCFI, weil das mit dem Islam unvereinbar ist.
Wie sollte das auch aussehen ?
Meine These ist, dass SF als Genre nur in relativ reichen Gesellschaften mit einem reichhaltigen Kulturleben prosperieren kann. Arme Gesellschaften oder jene, die ökonomische und soziale Probleme gravierender Art haben, kümmern sich auch in der literarischen Bearbeitung eher um die Gegenwart, weniger um die ferne Zukunft, kaum um literarischen Eskapismus. Es gibt etwas ägyptische und etwas mehr südafrikanische SF, ansonsten ist das Genre etwa bei afrikanischen Autoren nicht wahrnehmbar. Das läßt sich ähnlich erklären.
Hätte weiter lesen sollen, sorry.
Aber dennoch, wir reden hier doch nicht über das Fehlen von SF-Literatur in Subsahara-Afrika, oder?
Bearbeitet von Pirx, 05 September 2006 - 17:53.
Pirx
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#12
Geschrieben 10 September 2006 - 10:06
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(Sarah Williams: The Old Astronomer To His Pupil)
#13
Geschrieben 10 September 2006 - 18:17
Das SF ein Betätigungsfeld der Mittelschicht ist stimmt nicht wirklich. Ein nicht zu verachtender Teil der SF-Autoren stammen aus der Oberschicht (Akademiker). In meinen Augen ist SF etwas, das eher von nicht-konservativen Kreisen gelesen wird. Dabei spielt die Einkommensschicht, aus der sie kommen keine Rolle. Nur fehlt der Unterschicht häufig das Geld, um sich Bücher zu kaufen. In den arabischen Staaten gibt es so gut wie keine Mittelschicht. Die Unterschicht ist zu arm, um sich Bücher zu leisten und die Oberschicht ist konservativ. Durch diese Kombination gibt es keinen Markt für SF.Das Problem ist meiner Ansicht nach weniger die Religion als das Umfeld, in dem sie verbreitet ist. SF ist bis auf wenige Ausnahmen das klassische Betätigungsfeld der Mittelschicht, also jener Leute, die nicht 24/7 damit beschäftigt sind, ihr Leben zu bestreiten oder - das entgegengesetzte Extrem - das Leben anderer zu organisieren und zu bestimmen. Eine solche Mittelschicht gibt es aber in den Regionen nicht, in denen der Islam seine größte Ausbreitung hat - und wenn, dann ist es eine Mittelschicht, die an ihrem Aufstieg arbeitet oder gegen ihren Abstieg ankämpft. Es fehlt die Muße, jene freien Momente des Grübelns über eine Zukunft, die nicht die eigene ist.
Mein Blog (Meine Meinungen über Bücher, Filme und dergleichen)
#14
Geschrieben 10 September 2006 - 18:24
Nein, aber ich halte die Erklärungsansätze für vergleichbar (und mehr als die Hälfte der afrikanischen Staaten sind auch noch islamischAber dennoch, wir reden hier doch nicht über das Fehlen von SF-Literatur in Subsahara-Afrika, oder?

Dafür hätte ich, angesichts der großen Anzahl politisch sehr konservativer SF-Autoren, gerne mal einen besseren Beleg als Dein Bauchgefühl.In meinen Augen ist SF etwas, das eher von nicht-konservativen Kreisen gelesen wird. Dabei spielt die Einkommensschicht, aus der sie kommen keine Rolle.
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#15
Geschrieben 10 September 2006 - 20:35
Ein SF-Autor kann schon in einigen oder den meisten Bereichen konservativ sein. Ist er es in ALLEN, bringt er meines Erachtens keine gute SF mehr zustande. So war Heinlein politisch konservativ, aber ich assoziieren ihn mit Raumfahrt-Visionen. Poul Anderson war auch konservativ, aber auch er hat Visionen von der Besiedlung des Weltraums entwickelt. Vom konservativen Larry Niven stammen die beiden besten Romane - WELT IN DEN LÜFTEN und DER SCHWEBENDE WALD - über das Leben von Menschen in Schwerelosigkeit. Die Umkehrung sind dann Linke - also politisch nicht-konservative -, die etwa gegenüber Raumfahrt skeptisch bis ablehnend eingestellt sind ("technikfeindlich").Dafür hätte ich, angesichts der großen Anzahl politisch sehr konservativer SF-Autoren, gerne mal einen besseren Beleg als Dein Bauchgefühl.In meinen Augen ist SF etwas, das eher von nicht-konservativen Kreisen gelesen wird. Dabei spielt die Einkommensschicht, aus der sie kommen keine Rolle.
Bearbeitet von Beverly, 10 September 2006 - 20:50.
#16
Geschrieben 10 September 2006 - 20:47
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#17
Geschrieben 10 September 2006 - 21:03
Ich glaube, dass im Westen nicht wenige SF-Autoren und ihre Leser zum "intellektuellem Proletariat" gehören - also überdurchschnittlich gebildet, aber unterdurchschnittliches Einkommen.Das SF ein Betätigungsfeld der Mittelschicht ist stimmt nicht wirklich. Ein nicht zu verachtender Teil der SF-Autoren stammen aus der Oberschicht (Akademiker). In meinen Augen ist SF etwas, das eher von nicht-konservativen Kreisen gelesen wird. Dabei spielt die Einkommensschicht, aus der sie kommen keine Rolle.Das Problem ist meiner Ansicht nach weniger die Religion als das Umfeld, in dem sie verbreitet ist. SF ist bis auf wenige Ausnahmen das klassische Betätigungsfeld der Mittelschicht, also jener Leute, die nicht 24/7 damit beschäftigt sind, ihr Leben zu bestreiten oder - das entgegengesetzte Extrem - das Leben anderer zu organisieren und zu bestimmen. Eine solche Mittelschicht gibt es aber in den Regionen nicht, in denen der Islam seine größte Ausbreitung hat - und wenn, dann ist es eine Mittelschicht, die an ihrem Aufstieg arbeitet oder gegen ihren Abstieg ankämpft. Es fehlt die Muße, jene freien Momente des Grübelns über eine Zukunft, die nicht die eigene ist.
Ich weiß nicht, ob man das so pauschal sagen kann, weil ja andere Literaturgattungen in der arabischen Welt durchaus florieren. Da sind viele Autoren auch nicht konservativ und müssen ihre Bücher in einem Markt verkaufen, wo viele Käufer sehr arm sind und es noch viele Analphabeten gibt. Mir scheint es eher, dass SF selbst in ihren westlichen Ursprungsländern derzeit keine große Rolle spielt und sich Bücher mit dem Label "SF" sehr schlecht verkaufen, wenn nicht noch etwas anderes dazu kommt (bekannter Autor, Lokalkolorit). Die Araber liegen da vielleicht nur im für die SF schlechten Trend und währen die SF im Westen von einer langen Tradition zehren kann, hat sie diese in der arabischen Welt nicht.Nur fehlt der Unterschicht häufig das Geld, um sich Bücher zu kaufen. In den arabischen Staaten gibt es so gut wie keine Mittelschicht. Die Unterschicht ist zu arm, um sich Bücher zu leisten und die Oberschicht ist konservativ. Durch diese Kombination gibt es keinen Markt für SF.
#18
Geschrieben 17 September 2006 - 15:26
Deine Definition von "Mittelschicht" ist stark gewöhnungsbedürftig. Der durchschnittliche Akademiker in Deutschland lebt in kleinbürgerlichen Verhältnissen, hat bestenfalls ein Eigenheim und vielleicht 'nen Zweitwagen - aber dann muß er schon einen verdammt gut dotierten Posten an Land gezogen haben. Viele Akademiker harken Laub im Stadtpark für einen Euro die Stunde. Kurz gesagt: Der Bildungsgrad hatte zuletzt vor rund 150 Jahren zwingend etwas mit der Platzierung im sozialen Gefüge zu tun.Das SF ein Betätigungsfeld der Mittelschicht ist stimmt nicht wirklich. Ein nicht zu verachtender Teil der SF-Autoren stammen aus der Oberschicht (Akademiker).
Tatsächlich ist es so, daß es Genre-Literatur wie SF für jede politische Ausrichtung gibt. Konservative, Linksautonome, bibeltreue Christen und Ultrarechte - sie alle finden die ihnen genehmen Vertreter der SF.In meinen Augen ist SF etwas, das eher von nicht-konservativen Kreisen gelesen wird.
Du irrst. Selbst die härtesten Sozialfälle in der Bundesrepublik haben immer noch genug Geld, um sich drei bis fünf Vollpreis-Romane im Monat leisten zu können - und sie hätten sogar die Zeit, sie in diesem Monat zu lesen. Allerdings wird das Geld häufiger für Zigaretten und billigen Fusel ausgegeben, weil Perspektivlosigkeit herrscht. Und diese Perspektivlosigkeit ist es auch, die SF unattraktiv macht.Dabei spielt die Einkommensschicht, aus der sie kommen keine Rolle. Nur fehlt der Unterschicht häufig das Geld, um sich Bücher zu kaufen.
Die "arabischen Staaten" an sich sind schon eine grob fehlerhafte Formulierung, aber das sei dahingestellt. Tatsache ist, daß muslimische Länder im schlimmsten Fall, wie zum Beispiel in weiten Teilen Afrikas, eine sehr geringe Alphabetisierungsrate haben und tatsächlich keine freien Mittel, sich SF-Romane zu kaufen, selbst wenn es sie denn zu kaufen gäbe. Sie werden aber gar nicht angeboten, selbst dort nicht, wo die Petrodollar fließen und selbst der letzte Gastarbeiter noch genug verdient, um sich Bücher zu leisten. Auch nicht in Ländern wie Ägypten, wo es zwar deutlich mehr Armut, aber dennoch ein mit westlichen Nationen vergleichbares Gesellschaftsmodell mit einer großen Mittelschicht gibt. Warum SF gar nicht angeboten wird, obwohl es im Prinzip Käufer dafür geben sollte, das ist die Frage, die zu behandeln wäre. Die Antwort kann nur mangelndes Interesse sein, entweder von potentiellen SF-Schaffenden, von potentiellen SF-Konsumierenden oder von beiden. Und dann bleibt noch die Frage, warum mangelndes Interesse an diesem Genre herrscht.In den arabischen Staaten gibt es so gut wie keine Mittelschicht. Die Unterschicht ist zu arm, um sich Bücher zu leisten und die Oberschicht ist konservativ. Durch diese Kombination gibt es keinen Markt für SF.
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#19
Geschrieben 17 September 2006 - 16:10
Nun ja, Akademiker sind nicht nur die Leute, die in einer Uni unterrichten. Faktisch ist jeder mit Hochschulausbildung ein Akademiker. Außerdme sind Einkommen und Bildung noch immer stark verknüpft. Diese Verknüpfung geht in beide Richtungen.Deine Definition von "Mittelschicht" ist stark gewöhnungsbedürftig. Der durchschnittliche Akademiker in Deutschland lebt in kleinbürgerlichen Verhältnissen, hat bestenfalls ein Eigenheim und vielleicht 'nen Zweitwagen - aber dann muß er schon einen verdammt gut dotierten Posten an Land gezogen haben. Viele Akademiker harken Laub im Stadtpark für einen Euro die Stunde. Kurz gesagt: Der Bildungsgrad hatte zuletzt vor rund 150 Jahren zwingend etwas mit der Platzierung im sozialen Gefüge zu tun.
Wie schon gesagt, meinte ich mit "konservativ" nicht "politisch konservativ" sondern zurückblickend/fortschrittsfeindlich.Tatsächlich ist es so, daß es Genre-Literatur wie SF für jede politische Ausrichtung gibt. Konservative, Linksautonome, bibeltreue Christen und Ultrarechte - sie alle finden die ihnen genehmen Vertreter der SF.
OK, das ist jetzt verdammt verallgemeinernd und überaus feindlich gegenüber Ärmeren.Du irrst. Selbst die härtesten Sozialfälle in der Bundesrepublik haben immer noch genug Geld, um sich drei bis fünf Vollpreis-Romane im Monat leisten zu können - und sie hätten sogar die Zeit, sie in diesem Monat zu lesen. Allerdings wird das Geld häufiger für Zigaretten und billigen Fusel ausgegeben, weil Perspektivlosigkeit herrscht. Und diese Perspektivlosigkeit ist es auch, die SF unattraktiv macht.
Es geht hier nicht um muslimische Staaten, sondern, wie sowohl im Titel des Threads wie auch im Artikel, auf den sich diese Diskussion bezieht, genannt um arabische Staaten. Das es in vielen Teilen Afrikas keine SF gibt ist selbstverständlich und hängt nicht mit den dortigen Religionen zusammen.Die "arabischen Staaten" an sich sind schon eine grob fehlerhafte Formulierung, aber das sei dahingestellt. Tatsache ist, daß muslimische Länder im schlimmsten Fall, wie zum Beispiel in weiten Teilen Afrikas, eine sehr geringe Alphabetisierungsrate haben und tatsächlich keine freien Mittel, sich SF-Romane zu kaufen, selbst wenn es sie denn zu kaufen gäbe.
Ägypten und auch andere arabische Länder befinden sich gerade im Umschwung. Durch den Tourismus öffnet sich die Kultur langsamm und ermöglich eine Mittelschicht. Ein anderes Beispiel hierzu ist Dubai.Sie werden aber gar nicht angeboten, selbst dort nicht, wo die Petrodollar fließen und selbst der letzte Gastarbeiter noch genug verdient, um sich Bücher zu leisten. Auch nicht in Ländern wie Ägypten, wo es zwar deutlich mehr Armut, aber dennoch ein mit westlichen Nationen vergleichbares Gesellschaftsmodell mit einer großen Mittelschicht gibt. Warum SF gar nicht angeboten wird, obwohl es im Prinzip Käufer dafür geben sollte, das ist die Frage, die zu behandeln wäre. Die Antwort kann nur mangelndes Interesse sein, entweder von potentiellen SF-Schaffenden, von potentiellen SF-Konsumierenden oder von beiden. Und dann bleibt noch die Frage, warum mangelndes Interesse an diesem Genre herrscht.
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#20
Geschrieben 17 September 2006 - 19:47
Du irrst. Selbst die härtesten Sozialfälle in der Bundesrepublik haben immer noch genug Geld, um sich drei bis fünf Vollpreis-Romane im Monat leisten zu können - und sie hätten sogar die Zeit, sie in diesem Monat zu lesen. Allerdings wird das Geld häufiger für Zigaretten und billigen Fusel ausgegeben, weil Perspektivlosigkeit herrscht. Und diese Perspektivlosigkeit ist es auch, die SF unattraktiv macht.
Es führt vor allem weit weg vom Thema "Arabische Science Fiction".OK, das ist jetzt verdammt verallgemeinernd und überaus feindlich gegenüber Ärmeren.
Bearbeitet von Beverly, 17 September 2006 - 21:12.
#21
Geschrieben 18 September 2006 - 18:02
Bezüglich des Umschwungs in den arabischen Ländern, kann ich nur auf die Artikel in der Rheinischen Post vom 18.09.2006 verweisen. Hier wird die Entwicklung bei weitem nicht so positiv beurteilt. Laut der UN-Berichte (von arabischen Intellektuellen verfasst) hinken die arabische Länder deutlich hinter anderen Ländern her, trotz des Ölbooms und großer Ivestitionen. Von einem Aufschwung oder gar der Bildung einer Mittelschicht ist nicht die Rede. Als Hauptursache für die "Rückständigkeit" der arabischen Welt werden drei Mängel benannt: Mangel an Bildung, Freiheit und Emanzipation. Meiner Meinung nach, sind dies auch die Ursachen für den geringen Anteil arabischer Autoren an der SF. Ferner wird wohl auch wenig SF oder überhaupt Literatur aus anderen Sprachen ins Arabische übersetzt. Ob der Islam eine negative Wirkung auf die Entwicklung einer arabischen SF-Szene hat, kann ich nicht beurteilen. Allerdings scheint der Islam für die Auseinandersetzung mit moderner Wissenschaft schlechter gerüstet zu sein, als beispielsweise das Christentum.Nun ja, Akademiker sind nicht nur die Leute, die in einer Uni unterrichten. Faktisch ist jeder mit Hochschulausbildung ein Akademiker. Außerdme sind Einkommen und Bildung noch immer stark verknüpft. Diese Verknüpfung geht in beide Richtungen. Wie schon gesagt, meinte ich mit "konservativ" nicht "politisch konservativ" sondern zurückblickend/fortschrittsfeindlich. OK, das ist jetzt verdammt verallgemeinernd und überaus feindlich gegenüber Ärmeren. Es geht hier nicht um muslimische Staaten, sondern, wie sowohl im Titel des Threads wie auch im Artikel, auf den sich diese Diskussion bezieht, genannt um arabische Staaten. Das es in vielen Teilen Afrikas keine SF gibt ist selbstverständlich und hängt nicht mit den dortigen Religionen zusammen. Ägypten und auch andere arabische Länder befinden sich gerade im Umschwung. Durch den Tourismus öffnet sich die Kultur langsamm und ermöglich eine Mittelschicht. Ein anderes Beispiel hierzu ist Dubai.
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#22
Geschrieben 20 September 2006 - 18:13

Möglicherweise haftet der SF in arabischen Ländern aus ganz anderen Gründen als in Europa/USA eine gewisse "Anrüchigkeit" an. Moslems möchten in der Regel keine Aussagen über die Zukunft machen, da sie dies als Gott vorbehalten betrachten. Wenn man sagt, dass man sich am kommenden Wochenende treffen wird, wird die Antwort eines Moslems immer ein "Inshallah" enthalten (So Gott will). Diese Einstellung begegnet einem überall und zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten. Auch bei Menschen, die weniger ausgeprägt den Islam praktizieren. Im Telepolis-Artikel wird dies ebenfalls angesprochen ...Warum SF gar nicht angeboten wird, obwohl es im Prinzip Käufer dafür geben sollte, das ist die Frage, die zu behandeln wäre. Die Antwort kann nur mangelndes Interesse sein, entweder von potentiellen SF-Schaffenden, von potentiellen SF-Konsumierenden oder von beiden. Und dann bleibt noch die Frage, warum mangelndes Interesse an diesem Genre herrscht.
Möglicherweise gibt es sogar direkte Aussagen islamischer Religionsgelehrter zum Thema SF. Ich selbst weiß es nicht, weil ich kein Moslem bin, und habe lediglich durch längere Reisen einige Kenntnisse erworben. Aber ganz grundsätzlich hat der Islam eine sehr starke Wirkung auf alle Lebensbereiche in vorwiegend islamischen Ländern. So viel ich weiß, gehören zwar ca. 10% der Bevölkerung aller arabischen Staaten anderen Religionen an, haben aber meist gesellschaftlich wenig zu sagen. Im Telepolis-Artikel geht es um arabischsprachige Literatur. Der Islam ist aber nicht nur in arabischen Ländern verbreitet, sondern auch in sehr vielen anderen Ländern Afrikas und Asiens. Vielleicht meiden die dortigen Schriftsteller ebenfalls SF oder SF-nahe Themen? Wie stark ist eigentlich generell die Verbreitung von SF in Asien?Das fast völlige Fehlen des Elements "Zukünftigkeit" ist charakteristisch für die gesamte arabische Literatur - wie für einen weiten Bereich des Lebens. Denn die Zukunft ist allein in Gottes Hand, und es ist fast ein Sakrileg diesem in seine Pläne hineinphantasieren zu wollen. [...] Außerdem bedeutet Phantasie im engen islamischen Sinn Schaffenskraft - und Erschaffen ist auf Gott alleine beschränkt.
Bearbeitet von shoogar, 20 September 2006 - 18:17.
#23
Geschrieben 22 Januar 2008 - 23:19
MOLOSOVSKY IST DERZEIT IN DIESEM FORUM NICHT AKTIV: STAND 13. JANUAR 2013.
Ich weiß es im Moment schlicht nicht besser.
#24
Geschrieben 23 Januar 2008 - 00:37
#25
Geschrieben 23 Januar 2008 - 00:42
Naja, ich weiß nicht, ob das hier nicht schon erwähnt wurde, aber die Emirate und auch Länder, wie der Oman, werden selbst nach dem letzten Tropfen Öl noch stehen, reich und vital. Längst machen sie anders Geld und die dortige Oberschicht zählt zu den wichtigsten Investoren weltweit, zu den bedeutendsten Businessmachern, die es gibt. Sie sind längst global aktiv und Weltbürger. Und die Armut in den Emiraten oder dem Oman herrscht überwiegend nur bei den zahlreichen Einwanderern aus den anderen afrikanischen oder asiatischen Ländern. Darin liegt aber auch der Grund für ein gewisses Stück Boom und Reichtum. Denn, obwohl die Arabar dort so reich sind, bezahlen sie einen auf der Baustelle arbeitenden Inder mit gerade einmal 1 Euro pro Tag. Eine Versicherung gibt´s auch nicht extra. Doch auch dies wird sich bald ändern, denn längst rücken die Inder ab, weil es in ihrerm Heimat auch für die Armen immer mehr Chancen gibt. Andere dafür kommen an ihre Stelle, aus Pakistan oder Bangladesh. Aber so ist das. Ein Kartenspiel der Völker.Noch zum Dubai-Tower: Sind dort nicht die Wasserhähne aus Gold und der Eintritt in die Hotellobby allein kostet 50 US-Dollar? Alles eitel Menschenmerk. Alles Tand, gebaut auf Sand. Grüße Alex / molo, der weiß, dass Allah der schnellste Rechner ist.
#26 Gast_Michael Iwoleit_*
Geschrieben 23 Januar 2008 - 00:54
#27
Geschrieben 23 Januar 2008 - 07:14

#28
Geschrieben 23 Januar 2008 - 07:35
Literaturhistorisch stimmt diese Behauptung so absolut sicher nicht. Zwei der treibenden Kräfte hinter der "Erfindung" der SF im 19. Jhdt. waren Verne und Poe. Beide hatten mit Gesellschaftskritik nicht am Hut. Der erste, für den Gesellschaftskritik ein Thema war und der auch die Nachfolger beeinflusste, war H. G. Wells. Für die amerikanische SF der 1920er und 1930er - die eigentliche Geburtsstunde der modernen SF - stimmt Deine Behauptung aber schon wieder nicht mehr.Ich glaube, ihr liegt hier alle falsch. (So bin ich nun 'mal, die Weisheit mit Löffeln gepachtet.
) Ihr habt übersehen, woraus sich die SF entwickelt hat : Aus einer Extrapolation herrschender Zustände in die Zukunft. Von daher ist die Basis der SF eigentlich immer Kritik an der herrschenden Gesellschaft, andere Formen (Space Opera) entwickeln sich erst danach.
Auch das stimmt kaum mit der historischen Realität überein. Oder sind USA des Golden Age in Deinen Augen ein revolutionäres Land?Oder anders gesagt : SF ist Revolutionsliteratur - und konservativen Gesellschaftssystemen verhasst wie die Pest. Dieser Ansatz erklärt deutlich, warum wir hier in Deutschland nach Kohl und Schröder kein postives Klima für die SF haben. Und warum es in der rigiden arabischen Welt (jetzt !) keine SF mehr gibt.
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
- • (Buch) gerade am lesen:Samuel Butler: «Erewhon»
- • (Buch) als nächstes geplant:Samuel Butler: «Erewhon Revisited»
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• (Film) gerade gesehen: «Suicide Squad»
-
• (Film) Neuerwerbung: Filme schaut man im Kino!
#29
Geschrieben 23 Januar 2008 - 08:52
Nemo ? Gernsback ?Zwei der treibenden Kräfte hinter der "Erfindung" der SF im 19. Jhdt. waren Verne und Poe. Beide hatten mit Gesellschaftskritik nicht am Hut. Der erste, für den Gesellschaftskritik ein Thema war und der auch die Nachfolger beeinflusste, war H. G. Wells. Für die amerikanische SF der 1920er und 1930er - die eigentliche Geburtsstunde der modernen SF - stimmt Deine Behauptung aber schon wieder nicht mehr.
#30
Geschrieben 23 Januar 2008 - 09:17
Ich habe 20'000 Meilen unter dem Meer gerade erst kürzlich wieder gelesen (in einer neuen ungekürzten Übersetzung). Wenn das Deine Vorstellung von Gesellschaftskritik ist, dann ist die aber sehr zahm. Verne'sche Gesellschaftskritik ist, wenn man alle Annehmlichkeiten des französischen Bürgertums in ein U-Boot packt und den Leser mit seitenlangen Beschreibungen der Meereswelt überschüttet.Nemo ?
Aber selbst wenn wir Nemo als gesellschaftskritische Figur verstehen, dann macht er alleine das Buch nun wirklich nicht zu einem primär gesellschaftskritischen Roman.
Dass Gernsback gesellschaftskritisch ist, hat meines Wissens nicht einmal er selbst behauptet (zumindest wäre mir kein entsprechendes Zitat bekannt). Gemäss eigener Aussage ging es ihm um das Propagieren von (natur)wissenschaftlichem Wissen (und nicht einmal das hat er wirklich erfüllt). Man kann einem Buch wie Ralph 124C 41 + ja vieles nachsagen, aber Gesellschaftskritik findest Du darin nicht.Gernsback ?
EDIT: Bevor wir uns da in der Analyse einzelner Werke verzetteln, noch einmal was Grundlegendes. Du hast ja geschrieben, dass die Basis der SF Kritik an den herrschenden Zuständen ist. Ich glaube, selbst wenn Du einzelne Geschichten von Verne oder Gernsback findest, die als klar gesellschaftskritisch gelten können, wäre Deine Aussage falsch. Keiner der beiden war primär Kritiker der aktuellen Verhältnisse. Das erschliesst sich weder aus den Biographien der beiden, noch aus ihren Aussagen zu ihren Texten, noch aus den Reaktionen der Leser noch aus den Texten selbst. Weder Verne noch Gernsback waren in ihrem Selbstverständnis oder in der Rezeption primär Gesellschaftskritiker. Wenn ihre Texte diese Funktion auch erfüllt haben sollten (was ich bezweifle), dann allenfalls als Nebeneffekt. Die Behauptung, dass "Kritik an der herrschenden Gesellschaft" die Basis ihres Schreibens war, wirst Du kaum belegen können.
Bearbeitet von simifilm, 23 Januar 2008 - 09:31.
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