@Michael: Nur beginnen sie kaum mit einem 1400-Seiten Roman. - Meine Erfahrungen als Fan in den 60ern mögen die Zeiten vielleicht nicht überdauert haben, aber im Clubmagazin ANDROMEDA finden sie sich noch heute bestätigt: Fans mögen so viel schwafeln wie sie wollen, sie haben meistens herzlich wenig zu sagen, das drückt sich in der knappen Länge ihrer Storys aus, meist auch darin, dass sie zu mehr als „Pointen-Storys“ (die ich übrigens liebe) nicht fähig sind - und die sind bekanntlich eher kurz.
Hallo Helmuth,
die 1400 Seiten waren natürlich eine willkürliche Zahl. Aber die Erfahrungen in der Leselupe zeigen: Zumeist schreiben Fantasyneuautoren zwischen 10-17 Jahren eine Geschichte, die halt länger ist als 500 Seiten. Manche schreiben wirklich eine mehrbändige Saga, die 1400 Seiten übersteigt, zumindest behaupten das diese.
Das sind aber natürlich potentielle Romanautoren. Die potentiellen Kurzgeschichtenautoren starten recht kurz, da haben wir in der Leselupe auch genügend Beispiele für, da "veröffentlichen" Autoren mindestens dreißig Texte im Monat.
Wenn es gar um Gedichte geht, sind hunderte neue Texte keine Seltenheit, gerade wenn die Qualität nicht so im Vordergrund steht
Wenn ich meine eigene Schreiberfahrung zu Rande ziehe:
Man will natürlich zu Beginn möglichst eine Geschichte erzählen, dazu braucht man Platz. Man beschreibt die Personen, das Ausgangssetting, lässt diese handeln und führt die Szenerie zu einem Showdown. Eine umfangreiche Sache je nach "Temperament".
Jetzt hast du deine Texte fertig, willst Feedback, am besten Veröffentlichungen. Der nächste Schritt sind Ausschreibungen zu Anthologien oder zu Wettbewerben. Da sind die Längenbegrenzungen fast immer 1500 bzw. 2500 Wörter. Man beginnt, ein kürzeres Setting zu suchen, macht Abstriche bei Beschreibungen, Tiefe der Charaktere, Hintergrund der Welt.
Da werden die Texte immer kürzer, oft sind sie nur Ideenliferant und Schreibübung.
Mit etwas mehr Sicherheit werden die Texte dann wieder länger, fast, ohne das man dazu etwas tun kann.
Aber generell werden von den Herausgebern kürzere Texte bevorzugt, den Grund hast du ja selbst beschrieben. Dass dabei oft schematisch wirkende Texte vorkommen, dürfte nicht verwundern.
Ich habe zuletzt soviele dicke Schinken gelesen (oder zu lesen versucht), ich habe da im Moment keinen Bock drauf. Egal ob Mevielle, Hamilton, Asher, Morgan oder Marrak, alle diese Bücher machten auf mich den Eindruck der Beliebigkeit und haben sich nicht in meinem Bewusstsein verankert.
Ich habe aber von Marge Piercy ein Buch angefangen, das mindestens genauso dick ist (und auch so seine Längen hat), aber mich in keinster Weise langweilt.
Bis bald,
Michael