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Produktplacement

Geschrieben von , 09 Dezember 2005 · 317 Aufrufe


Die Diskussion schwappte über, die Öffentlichkeit war geschockt. Es wurde verlautbart , dass in vielen, mit Gebührengeldern finanzierten Filmen, Fernsehspielen und Serien, Produkte geschickt in die Handlung platziert und werbewirksam in Szene gesetzt wurden.
Ein Aufschrei ging durch die Landesrundfunkanstalten und der interessierte Leser von Tageszeitungen nahm verblüfft zur Kenntnis, dass jede Fernsehproduktion, die als Wiederholung angesetzt ist, auf Schleichwerbung überprüft wird.

Eine Aufgabe, die im Nachhinein nicht gerade einfach und auch nicht billig ist.

Was macht man denn nun mit den Szenen, in denen Kommissare im BMW oder Mercedes zum Tatort fahren ? Retuschiert man die Markennamen weg und hofft, der Zuschauer hält einen 5er BMW für einen Lada oder Daihatsu ? Werden in einer Szene, die in einer Einkaufspassage spielt, zukünftig vor Drehbeginn sämtliche Reklamebeleuchtungen abgerissen oder in der Post-production geschwärzt ?
Kaum vorstellbar... und genau das dokumentiert die Scheinheiligkeit der Herren in den Landesrundfunkanstalten. Man kann nämlich gar nicht einen Film drehen, ohne Produkte dabei zu benutzen.
Okay, die Filmumsetzung von „Warten auf Godot“ käme eventuell ohne bzw. mit minimalen Produktplacement aus, aber ein Kracher an der Kinokasse wäre es wohl nicht.

Und überhaupt... so beeinflussbar sind Zuschauer gar nicht, oder haben sie etwas davon gehört, dass nach dem Film „Abwärts“ mit Götz George die Nachfrage nach Thyssen-Aufzüge sprunghaft angestiegen ist. Auch der Film „Katastrophenflug LH51“, in der eine Boing wirklich gut in Szene gesetzt wurde, löste keine erhöhtes Bestellaufkommen für diesen Flugzeugtyp beim Durchschnittsverbraucher in Deutschland aus.
Aber vielleicht regt man sich ja nur über kleine und unscheinbare Produkte auf.
Handys mit klitzekleinen Markenlogos, die der Fernsehkonsument nur dann erkennen könnte, wenn er mit 24facher Vergrößerung die Zoom-Funktion seines Fernsehers benutzt ?
Diese Art von Produktplacement ist mir noch nie in einer deutschen Serie aufgefallen (ganz im Gegensatz zu den amerikanischen Folgen der CSI-Serie, wo in jeder Folge mindestens zweimal der taffe Ermittler sein Motorola aufklappt und gut sichtbar benutzt.. tja, die haben´s halt drauf)

Oder handelt es sich bei der ganzen Aufregung um irgendwelche Hintergrundgegenstände, die werbewirksam positioniert wurden ?
Dann frage ich mich allerdings, wem diese aufgefallen sein sollen. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, was an Produkten in den letzten 20 Tatort-Folgen eingesetzt wurde... aber dafür könnte ich mindestens 100 Gegenstände aufzählen, die in Serien wie CSI, Cold Case oder Criminal Intent gut ins Bild gesetzt wurden.

Ist es denn wirklich die tausende Euros an Gebührengelder wert, jede Folge von Großstattrevier oder Polizeiruf 110 durchzusehen, um nicht genehmigtes Produktplacement herauszuschneiden ? Zumal es ja anscheinend keiner bemerkt hat.

Ich denke nicht.

Obwohl... die ganze Aufregung um Produktplacement hat zumindest einen Umstand den Zuschauern näher gebracht.
Deutsche Produktplacer sind so grottenschlecht, dass keiner in diesem Lande befürchten muß, dass die Dinge auch gekauft werden, die da "placementiert" wurden.

Ehrlich gesagt, gehöre ich sowieso nicht zu der Gruppe von Zuschauern, die sich durch Produktplacing beinflussen lassen.
Der Kauf meines Motorola-Handys, meines HP-Druckers, meiner Cornea-TFT-Monitore, den IBM-Thinkpads und der Casio Uhr (alles in CSI zu sehen) war eine rein willkürliche Entscheidung und hatte nichts mit irgendwelcher Werbung zu tun. Ehrlich nicht.

Produktplacing - mir doch egal




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