Zitat
Warum jetzt der plötzliche Abgang? Immerhin hat sich Rusch jetzt (vielleicht sogar, weil er um meine
Gesundheit besorgt ist) bereit erklärt, es nochmal mit McDonald zu versuchen.
Also, ich bitte Dich. Ich habe hier einige der längsten Artikel gepostet und mir so ziemlich die
Finger fusselig getippt. Wenn man nach wiederholten Klärungsversuchen immer wieder dieselben
Vorwürfe hört und sich sogar sagen lassen muß, daß man als Profi sowie grundsätzlich keine
Ahnung hat, ist es legitim, die Sache dann irgendwann mal zu lassen.
Zitat
Warum nicht einfach mal einen kurzen Artikel hier oder anderswo frei zugänglich veröffentlichen,
der sachlich und auch für den interessierten Nicht-Literaturwissenschaftler einen Überblick zu
einem Autor gibt. Für mich ist einfach nur entscheidend, ob mein Interesse geweckt wird.
Stimmt, da könnte man mehr machen, werde ich auch. Mal abgeshen davon, daß meine Mitstreiter
und ich gerade auf InterNova gerade präsentieren, was wir in aller Bescheidenheit und nach bestem
Wissen und Gewissen für lesenswerte SF halten, werde ich demnächst ein Short-fiction-Blog mit
kurzen Statements bis längeren Artikeln starten. Wie groß das Interesse der SF-Leser ist, wird
man sehen müssen, denn es wird darin zwar auch, aber bei weitem nicht ausschließlich um SF
gehen.
Zitat
von Michael Iwoleit oder Frank W. Haubold oder Horst Pukallus verweist. Mit Fachmagazinen oder
Veröffentlichungen im Quarber Merkur erreicht ihr immer nur das selbe inzestuöse Publikum.
Öffnet euch!
Hm, das würde ich so nicht unterschreiben.
Quarber Merkur erreicht gerade nicht das Standard-
SF-Publikum sondern Leute, die sich etwas Erhellung für ihre Lektüren erhoffen und natürlich auch
solche, die selbst auf dem Gebiet SF/Phantastik forschen.
Zitat
Begebt euch auf die Ebene eines "normalen" Lesers und erklärt, warum ihr für Gene Wolfe schwärmt oder
Alfred Bester oder sonstige Autoren, von denen viele noch nie gehört haben, weil niemand ihnen die Lust
darauf vermitteln kann.
Also, ich bitte Dich, habe ich das nicht getan? Soll ich hier alle Artikel und Essays auflisten, die ich im
Laufe der Jahre geschrieben habe und die durchaus auch für Nicht-Adepten lesbar sind? Horst Pukallus
und ich haben, um nur ein Beispiel eines mir besonders am Herzen liegenden Buches zu nennen, damals
eine 20-seitige Rezension von Brian Aldiss' "Barefoot in the Head" und der deutschen Übersetzung
geschrieben. No offence intended, aber daß Dir solche leicht zugänglichen Arbeiten aus irgendwelchen
Gründen nicht aufgefallen sind, heißt nicht, daß es sie nicht gibt.
Zitat
Übrigens finde ich es auch blöd, wenn an dieser Diskussion bemängelt wird, dass z. B. Autorennamen
fallen, die "keiner kennt". Das ist paradox. Wenn die Namen nicht mal erwähnt werden dürfen, kann sie
auch niemand kennen lernen. Es wird keiner ausgelacht, wenn jemand nachfragt: Wer ist eigentlich
dieser Amery oder McDonald?
Wobei ich doch immer wieder erstaunt sind, welchen Autoren und Texte Leute, die doch SF-Leser sein
wollen,
nicht kennen. Als ich auf sf-fan.de einige Zeilen zum Tod von Thomas M. Disch geschrieben
habe, fraglos eines der wichtigsten Autoren in der amerikanischen SF, erlaubte sich ein Dösi die
Bemerkung: "Was ist das denn für 'ne Freakshow?" Sollte ich in diesem Thread wirklich als elitär
aufgefallen sein, weil ich Damon Knight und James Blish erwähnt habe, die als Autoren, Lehrer,
Kritiker und Herausgeber bis in jeden Winkel das mitgeformt haben, was Ihr heute als SF lest?
Ich erinnere mich an die Reaktionen auf einen Artikel, in dem ich eine kleine Auswahl von SF-Stories
diskutiert habe, und kam aus dem Staunen darüber nicht mehr raus, welche Stories vermeintliche
SF-Leser
nicht kennen. Es ist praktisch unmöglich, in einiger Breite SF zu lesen, ohne früher
oder später über "Shambleau", "All You Zombies", "Fondly Fahrenheit", "Flowers for Algernon" oder
"Nine Lives" zu stolpern - und doch bringen "SF-Fans" derlei immer wieder zustande. Was soll ich
daraus schließen? Daß souveräne Ignoranz gegenüber der eigenen Geschichte eine Tugend ist?
Und daß derjenige, der sich ein wenig gegen solche Ignoranz zu immunisiren versucht, ein elitärer
Großkotz ist?
All das sind natürlich nur Aspekte eines größeren Problems.
Gruß
MKI
leibowitz schrieb am 09.10.2010, 14:46:
Ich sehe aber schon das Gesamtbild, und jemand, der sich so äußert wie hier, ist garantiert nicht einer der besten deutschen SF-Schriftsteller.
Wer um 3:30 Uhr, wahrscheinlich hackestramm, primitivste Beleidigungstiraden loslässt
Au Mann, das trifft mich jetzt wirklich. Jeder, der mich kennt, kann bestätigen, daß ich zu jeder Tages- und
Nachtzeit auch ohne Einsatz von Alkohol und sonstigen Narkotika komplett bescheuert bin. Was mir persönlich
schon aus finanziellen Gründen lieber ist
Also, wenn schon Attacken, dann bitte kein unfundierten Gerüchte ausstreuen. Ein paar Zitate aus meinem
letzten psychiatrischen Gutachten reichen völlig. Ich kann's Dir zu diesem Zweck gern zusenden
Heul, schon wieder einen potentiellen Leser vergrault. Wenn das so weitergeht und die beiden Franks (Haubold
und Hebben) mal von irgendeinem Deppen überfahren werden, muß ich meinen Kram irgendwann selber
lesen.
Dann wird das Leben erst richtig hart...