*seufz*Das stimmt halt nicht automatisch. Wenn alle ihr Sortiment mit den gleichen Titeln bestücken, weil nur sie Umsatz versprechen, dann konkurrieren auch alle Händler nur mit Hilfe dieses begrenzten Buchangebots miteinander - und der Leser kauft insgesamt weniger, weil überall das gleiche steht. Daher gehe ich selten zu Thalia: Nicht, weil die böse sind, sondern weil nur da eh nur Zeug steht, das ich nicht haben will, ich finde da einfach nichts.
Da Thalia generell sehr gute Umsätze hat, scheint mir dieses "ich gehe selten zu Thalia" nicht unbedingt ein mehrheitsfähiges Verhalten der Buchkäufer zu sein.

Und was das "der Leser kauft insgesamt weniger, weil überall das gleiche steht" angeht - schon mal überlegt, wie viele Bücher nicht gekauft werden, weil sie nicht da (d.h. genau in der Buchhandlung, in der der potentielle Kunde sich gerade befindet) stehen?
Sieh an, die ältesten Buchläden in deinem Viertel. Die vermutlich ein Stammpublikum haben, das um die dortige Beratung weiß, das da hingeht, weil es etwas Spezielles will. Und du glaubst, dass die sich nicht überlegen, ob sie mit diesem oder jenem Titel ausreichend Umsatz machen können oder nicht? Sowohl in ihrem spezialisierten Segment - wo sie ihre Kunden kennen, was ein unschätzbarer Vorteil ist - wie auch darüberhinaus? Wie sieht's denn bei diesen Buchhandlungen mit dem allgemeinen Sortiment und/oder der SF aus?Da freut sich der Buchhändler, der ein etwas anderes Programm fährt - auch wenn natürlich auch er oder sie das angebotene Nischenprogramm mit Vorsicht gestalten muss, um finanziell nicht baden zu gehen. Anekdotische Belege: Die ältesten Buchläden in meinem Viertel sind ein "Gay"-Buchladen, ein "Erotik"-Buchladen (Bildbände, Märchen, Romane, egal was: es geht immer um Sex, Liebe, Porno (ich frag mich ehrlich gesagt, wie das reichen kann, aber es scheint zu reichen)) und ein "Krimi"-Buchladen (der einzige, in dem ich dank Beratung Krimis finde, die man an Leute verschenken kann, die bereits 'jeden' Krimi kennen und haben).
Als Nicht-Ketten-Buchhandlung kann man in der Nische durchaus (noch!) überleben, wenn das Einzugsgebiet groß genug ist und die Eckdaten stimmen. Aber das dürfte in Zukunft zunehmend schwieriger werden.