Plausibel ist bei "Dune", was allein schon eine oberflächlichere Sicht betrifft, NICHTS. Harry Potter für Erwachsene eben.Gibt es dazu etwas Wissenschaftliches? Ist es weniger plausibel als die Raumfahrt in "Dune"?

Gehobene Science Fiction? Was sind die Kriterien dafür?
#121
Geschrieben 03 Februar 2014 - 22:05
Austriae Est Imperare Orbi Universo
#122
Geschrieben 03 Februar 2014 - 22:24
Ist das nicht die allgemeine Definition von Science-Fiction?Harry Potter für Erwachsene eben.

#123
Geschrieben 04 Februar 2014 - 07:28
Das ist aber eine etwas engstirnige Sicht. Herberts Gedanken zu planetaren Ökologien und dem Sandwurm als invasive, biosphärentransformierende Spezies sind interessant und plausibel.Plausibel ist bei "Dune", was allein schon eine oberflächlichere Sicht betrifft, NICHTS. Harry Potter für Erwachsene eben.
(Dass der andere Kram über genetische Erinnerungen, Präkognition, Schildgeneratoren usw. Schwachsinn ist, darüber kann man getrost hinwegsehen. Oder auch nicht, je nach persönlichen Vorlieben.)
#124
Geschrieben 04 Februar 2014 - 07:53
Dune ist in weiten Teilen peinlich schlecht.
Das klingt ja nach persönlicher Betroffenheit

#125
Geschrieben 04 Februar 2014 - 08:28

Warum müssen die Sandwürmer plausiebler sein, als ein explodierendes Auto oder eine Wolke aus Dunkler Materie (Star Trek)?

Bi-lal kaifa
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#126
Geschrieben 04 Februar 2014 - 08:45
Plausibel klingt ja gefährlich. Ist das etwas anderes als realistisch?
Warum müssen die Sandwürmer plausiebler sein, als ein explodierendes Auto oder eine Wolke aus Dunkler Materie (Star Trek)?
Persönlicher Geschmack sonst nichts.
Und hier hat jeder Leser eine andere Reizschwelle, eine andere befindlichkeit was geht und was blöd ist. Ich hab ja Probleme mit Menschen in verrückten Anzügen die fliegen, brennen, vereisen, oder sonst irgendwelche Naturgewalten verursachen. Andere finden die Aliens aus Star Trek die ausser nem nasenhöcker sich in nix von uns unterscheiden doof. Andere finden Geschichten über Zeitreisen kindisch. Ist doch irgendwie interessant oder? Wir haben in unserem Genre ganz klar eines gemeinsam, wir lesen gern von Dingen die es so nicht gibt, aber es ist den allermeisten dennoch sehr wichtig das diese Dinge die es nicht gibt innerhalb gewisser individuell verschieden gezogener fester Grenzen ablaufen. Wenn das ganze keinen Rahmen, kein Korsett mehr hat, so wird es schwierig.
#127
Geschrieben 04 Februar 2014 - 09:23

Bi-lal kaifa
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#128
Geschrieben 04 Februar 2014 - 10:03
Also gut, dann machen wir eben Nägeln mit Köpfen. Hier mein Kanon der phantastischen Literatur:
...
Ja, und für wen soll das jetzt von Interesse oder Bedeutung sein?
Zumal einiges aus meiner Sicht mehr als fragwürdig ist (Der Schwarm, Lucky Starr etc. etc.)?
Das Problem ist doch wohl, daß es bei so vielen unterschiedlichen Sichtweisen keine unstrittige "Oberliga" geben kann, da es keine objektiven Kriterien gibt.
Ich zum Beispiel halte Lems Spätwerk für abgehoben, pseudowissenschaflich und im Grunde unlesbar, während mir der hier geschmähte "Dune"-Zyklus trotz einiger überflüssiger Längen durchaus etwas gegeben hat.
Am Lustigsten sind für mich aber Diskussionen über vermeintliche "wissenschaftliche Unmöglichkeiten", ESP, Telepathie etc., bei denen ich mich frage, woher Vertreter einer Spezies, die erst ein paar Jahrhunderte wissenschaftlich-technologischer Entwicklung hinter sich hat, diese Selbstgewißheit nehmen.
Die Menschen glauben in ihrer Mehrzahl einerseits den größten Unsinn (das Universum ist unendlich), würden es aber vehement zurückweisen, daß sie selbst und ihre vermeintliche Umwelt nur Teil einer Simulation sind (die wieder Teil einer Simulation ist etc.), was ich für keineswegs ausgeschlossen halte.
Was ich damit sagen will: Die Einschätzung, ob ein Buch "Oberliga" ist oder nicht, liegt einzig im Auge des Betrachters/Lesers und jeder Versuch der Aufstellung eines Kanons ist anmaßend und zum Scheitern verurteilt (wer's nicht glaubt, lese die SF-Hitlisten bei Amazon, bei denen es (zumindest mir) die Schuhe auszieht).
#129
Geschrieben 04 Februar 2014 - 10:23


Das ist er nicht. Er ist durchschnittliche Fantasy mit Schwurbelmotorik. Mit all seinen Gilden, Feudalsystem, Erlöser-Mystik, flatternden Barbarella-Ornithoptern, überspitzt gar schröcklich bösen Harkonnens, die in Mordor wohnen könnten

Keiner, dem dieser Roman gefällt, möge sich bitte kritisiert fühlen.
LG
Jakob
Austriae Est Imperare Orbi Universo
#130
Geschrieben 04 Februar 2014 - 11:00

Bearbeitet von C. J. Knittel, 04 Februar 2014 - 11:00.
Bi-lal kaifa
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#131
Geschrieben 04 Februar 2014 - 11:08
Bitte seht meine Aussage auch als allergische Reaktion an, die durch unzählige Klappentexte verschlimmert wird. Natürlich ist diese polemisch
![]()
.
...
Keiner, dem dieser Roman gefällt, möge sich bitte kritisiert fühlen.
Gegen Gefühle lässt sich wenig machen - so hatte ich eine ausufernde Antwort parat, ehe ich deine Attacken gegen die Lobhudelei um Dune als das erkannt hab. Die Lobhudelei geht dir aufn Sack. Okay, das geht mir bei mancher Sache auch so, da versteh ich dich nun doch sehr gut :-)
#132
Geschrieben 04 Februar 2014 - 11:20
Das tut sicher auch niemand, aber es bringt auch nichts, den eigenen Maßstab als allgemeingültig anzusehen.Das ist er nicht. Er ist durchschnittliche Fantasy mit Schwurbelmotorik. Mit all seinen Gilden, Feudalsystem, Erlöser-Mystik, flatternden Barbarella-Ornithoptern, überspitzt gar schröcklich bösen Harkonnens, die in Mordor wohnen könnten
, retardierter Form der Kriegsführung und vieles mehr.
Keiner, dem dieser Roman gefällt, möge sich bitte kritisiert fühlen.
"Dune" hat viele Schwächen (ich mag den Feudalkram auch nicht), aber schaut eben auch über den SF-Tellerrand hinaus und enthält ein Fülle von Ideen und philosophischen Ansätzen, die ich bei den meisten heutigen SF-Titeln vermisse. So absurd ist auch die Idee eines dominanten Ordens nicht, oder die von Teilen der Menschheit, die in die Diaspora gegangen sind (und verändert zurückkehren). Selbst ein maschinenstürmerischer Dschihad ist m. E. keine allzu weltfremde Vision. Dazu gefällt mir die Art des Autors, einen Jahrtausende überspannenden Zeitraum zumindest ansatzweise zu beschreiben (was eigentlich unmöglich ist). Sicherlich hätte man das Ganze auch in drei Bänden unterbringen können, aber die Seitenschinderei ist heutzutage oft noch weitaus schlimmer.
Den frühen bis mittleren Lem habe ich gern (bis sehr gern) gelesen, aber zum Schluß war der elitäre Anspruch wohl größer als die Fähigkeit oder auch nur der Willen des Autors, den Leser "mitzunehmen", so daß einiges für mich wie eitle Spiegelfechterei wirkt (Seht her, ich bin der große Kosmologe, und wer mich nicht versteht, ist selber schuld). Das ist für mich keine "große" Literatur, sondern kleinkarierte Rechthaberei. Herr Lem wußte über das Universum und seine Mechanismen nicht mehr als Du oder ich (nämlich nichts), tat aber so, als wäre er der einzige Wissensträger. Das empfinde ich als peinlicher als ein paar verfressene Sandwürmer.

Bearbeitet von frankh, 04 Februar 2014 - 11:23.
#133
Geschrieben 04 Februar 2014 - 11:39
Solche apodiktischen Aussagen halte ich für ziemlichen Unfug. Sie negieren die Berechtigung der Literaturwissenschaft und überführen alles in diesem Bereich Gedachte in einen unendlich-verschwurbelten Raum der Beliebigkeit. Es scheint, dass die fehlende und gleichwohl nie zu bekommende mathematische Panzerung geisteswissenschaftlicher Bemühungen Dich zu einem Entweder-Oder verführt, dem Du mit einer Hinwendung zu radikaler Subjektivität erliegst. Ich halte denjenigen Barfüßer, der analytisch und systematisch darüber nachzudenken beginnt, wie ihm die Schuhe abhanden gekommen sind, in keiner Weise für anmaßend.Die Einschätzung, ob ein Buch "Oberliga" ist oder nicht, liegt einzig im Auge des Betrachters/Lesers und jeder Versuch der Aufstellung eines Kanons ist anmaßend und zum Scheitern verurteilt (wer's nicht glaubt, lese die SF-Hitlisten bei Amazon, bei denen es (zumindest mir) die Schuhe auszieht).
#134
Geschrieben 04 Februar 2014 - 11:58
Solche apodiktischen Aussagen halte ich für ziemlichen Unfug. Sie negieren die Berechtigung der Literaturwissenschaft und überführen alles in diesem Bereich Gedachte in einen unendlich-verschwurbelten Raum der Beliebigkeit.
Ein weiteres Mal: Ziel der Literaturwissenschaft ist nicht festzustellen, was "Oberliga" ist (was immer damit gemeint sein soll).
Daraus folgt aber auch nicht, dass Qualitätsurteile völlig beliebig und subjektiv sind. Wie schon in einem früheren Post angedeutet: Geschmack ist entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht etwas, was einem irgendwie zufliegt oder mit dem geboren wird und an dem sich nichts ändern lässt. Geschmack ist in hohem Grade antrainiert. Deshalb kann man eben durchaus analysieren, was gemessen an den dominanten Geschmackskategorien besser oder schlechter gemacht ist.
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
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#135
Geschrieben 04 Februar 2014 - 12:39
Nö, aber jemand der am Klassiker-Lesezirkel dazu vor nicht all zu langer Zeit teilgenommen hat, und da KEINE derartigen (begründeten) Argumente gebracht hat, sollte sich nachher vielleicht etwas mit der negativen Rhetorik zurückhalten? Oder gerne dort nochmal nachträglich etwas begründeter posten, warum z.B. "NICHTS" an Dune plausibel sei.Er ist durchschnittliche Fantasy mit Schwurbelmotorik. Mit all seinen Gilden, Feudalsystem, Erlöser-Mystik, flatternden Barbarella-Ornithoptern, überspitzt gar schröcklich bösen Harkonnens, die in Mordor wohnen könnten
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/KB
Yay! KI-generiertes SF-Zitat Ende November...
"In the sprawling city forums of the galaxy, where chaos reigns and time flows differently, true power is found not in dominance, but in moderation. The wise use their influence to temper ambition with reason, and chaos with order."
(auf Bing.de generierter Monolog von der Copilot-S/W - die ich hiermit NICHT bewerbe! - nach Aufforderung nach einem "s.f. quote" mit einem bestimmten Wort darin; ich ersetzte nur das 4. Wort mit "city forums")
#136
Geschrieben 04 Februar 2014 - 13:02


Bi-lal kaifa
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#137
Geschrieben 04 Februar 2014 - 13:05
Na ja, "Unfug" ist schon ein ziemlich herber Vorwurf, zumal ich immer deutlich gemacht habe, daß es für mich schon einen Unterschied zwischen guter und weniger guter (SF-)Literatur gibt und dafür nicht selten Prügel bezogen habe. Ich kann aber nicht erwarten, daß meine Einschätzung zur Qualität von anderen geteilt wird. Wir reden jetzt nicht über Handwerkliches, das durchaus objektivierbar ist, sondern darüber, ob ein Buch inhaltlich gut oder schlecht ist. Da hilft Deine "Literaturwissenschaft" wenig, von der ich ohnehin wenig halte, da es sich hier überwiegend um akademische Selbstbespiegelung handelt, die z. B. mit einem Begriff wie "sense of wonder" (für mich ein K.O.-Kriterium bei der Lektüre) nichts anzufangen weiß.Solche apodiktischen Aussagen halte ich für ziemlichen Unfug. Sie negieren die Berechtigung der Literaturwissenschaft und überführen alles in diesem Bereich Gedachte in einen unendlich-verschwurbelten Raum der Beliebigkeit. Es scheint, dass die fehlende und gleichwohl nie zu bekommende mathematische Panzerung geisteswissenschaftlicher Bemühungen Dich zu einem Entweder-Oder verführt, dem Du mit einer Hinwendung zu radikaler Subjektivität erliegst. Ich halte denjenigen Barfüßer, der analytisch und systematisch darüber nachzudenken beginnt, wie ihm die Schuhe abhanden gekommen sind, in keiner Weise für anmaßend.
#138
Geschrieben 04 Februar 2014 - 13:07
Nun gut - ich hätte besser Literaturkritik geschrieben (die man ja durchaus als Teil der Literaturwissenschaft auffassen kann). Die ernstzunehmende Kritik gründet sich auf Maßstäbe (was schon in ihrem Begriff liegt), qualitative Urteile führen zur Hierachisierbarkeit der verhandelten Werke - die Aufstellung eines Kanons liegt also in Reichweite (so umstritten er in Einzelfällen dann auch sein mag).
Ein weiteres Mal: Ziel der Literaturwissenschaft ist nicht festzustellen, was "Oberliga" ist (was immer damit gemeint sein soll).
Ich bin ja so altmodisch, immer noch einen ästhetisch-moralischen Keim in der Bedeutung des Wortes "Geschmack" erblicken zu wollen, einen lange Menschen-Zeiten überdauernden Setzling ...Daraus folgt aber auch nicht, dass Qualitätsurteile völlig beliebig und subjektiv sind. Wie schon in einem früheren Post angedeutet: Geschmack ist entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht etwas, was einem irgendwie zufliegt oder mit dem geboren wird und an dem sich nichts ändern lässt. Geschmack ist in hohem Grade antrainiert. Deshalb kann man eben durchaus analysieren, was gemessen an den dominanten Geschmackskategorien besser oder schlechter gemacht ist.
#139
Geschrieben 04 Februar 2014 - 13:08
die z. B. mit einem Begriff wie "sense of wonder" (für mich ein K.O.-Kriterium bei der Lektüre) nichts anzufangen weiß.
Dann hast du eindeutig die falschen Bücher gelesen; mir fallen spontan einige wissenschaftliche Texte ein, die den Sense of Wonder als Kategorie bemühen (wobei Du allerdings auch wieder den Fehler machst, wissenschaftliche Analyse mit Qualitätsurteil zu verwechseln. Wenn mich interessiert, inwiefern H.G. Wells in War of the Worlds den Kolonialismus-Diskurs verarbeitet, bringt mir Sense of Wonder gar nichts).
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#140
Geschrieben 04 Februar 2014 - 13:36
Das klang aber dann doch etwas anders, wenn Du (implizit) behauptest, dass man von der herausragenden künstlerischen Bedeutung eines Buchs ("Oberliga") eigentlich gar nicht sprechen darf, da solcherart Aussagen immer nur persönliche Gültigkeit haben können ...Na ja, "Unfug" ist schon ein ziemlich herber Vorwurf, zumal ich immer deutlich gemacht habe, daß es für mich schon einen Unterschied zwischen guter und weniger guter (SF-)Literatur gibt und dafür nicht selten Prügel bezogen habe.
#141
Geschrieben 04 Februar 2014 - 13:52
Dabei bleibe ich auch. Siehe "Der Schwarm". Was für mich ein pseudowissenschaftlicher Retorten-Thriller ist, der auf der Ökowelle reitet, ist für die Kritik mehrheitlich eine Offenbarung oder gar der deutsche SF-Roman schlechthin. Muß ich das Ding deswegen ernst nehmen, nur weil es offenbar einen gesellschaftlichen Konsens dazu gibt?Das klang aber dann doch etwas anders, wenn Du (implizit) behauptest, dass man von der herausragenden künstlerischen Bedeutung eines Buchs ("Oberliga") eigentlich gar nicht sprechen darf, da solcherart Aussagen immer nur persönliche Gültigkeit haben können ...
#142
Geschrieben 04 Februar 2014 - 15:34
Ein Kanon bildet sich ja doch über längere Zeiträume. Sehen wir einfach in 30 Jahren noch einmal, was von Schätzing übrig geblieben ist (solange lebe ich vermutlich nicht mehr, aber ach, ich weiß es doch schon jetzt ...).Dabei bleibe ich auch. Siehe "Der Schwarm". Was für mich ein pseudowissenschaftlicher Retorten-Thriller ist, der auf der Ökowelle reitet, ist für die Kritik mehrheitlich eine Offenbarung oder gar der deutsche SF-Roman schlechthin. Muß ich das Ding deswegen ernst nehmen, nur weil es offenbar einen gesellschaftlichen Konsens dazu gibt?
#143
Geschrieben 04 Februar 2014 - 17:12
Ja. Nicht weil das Werk so toll ist, sondern weil Schätzing "SF" publikumswirksam in der allgemeinen Belletristik platziert hat und damit mithift, dass die Verlage das Genre nicht völlig aufgeben. Jeder Verlag braucht den einen oder anderen Renner, der die ganzen Nischenprodukte, die wir hier so gern lesen, mitfinanziert. Wir brauchen die Schätzings dieser Welt ... nur lesen müssen wir sie nicht.Dabei bleibe ich auch. Siehe "Der Schwarm". Was für mich ein pseudowissenschaftlicher Retorten-Thriller ist, der auf der Ökowelle reitet, ist für die Kritik mehrheitlich eine Offenbarung oder gar der deutsche SF-Roman schlechthin. Muß ich das Ding deswegen ernst nehmen, nur weil es offenbar einen gesellschaftlichen Konsens dazu gibt?
#144
Geschrieben 04 Februar 2014 - 17:29
Bearbeitet von Amtranik, 04 Februar 2014 - 17:29.
#145
Geschrieben 04 Februar 2014 - 18:20
Es ist doch wohl klar, daß ein von der Kritik hochgelobter Bestseller anders und kritischer bewertet wird als ein BoD- oder Kleinstverlags-Erstling. Da würde ich schonmal nicht von "Anfeindungen" sprechen, wenn jemand äußert, daß zwischen Medienhype und tatsächlicher Qualität eine gewisse Diskrepanz besteht. Das hat nun wirklich nichts Persönliches.Man muss ihn jetzt nicht gleich in den Boden stampfen. Vieles andere ist auch nicht besser, aber da standen die Autoren dann auch nicht auf den Bestsellerlisten, was meiner Meinung nach der Hauptgrund für die Anfeindungen von Frank Schätzing sind. So schlecht nämlich, das man es nur aufgrund seiner Schreibe tun müsste ist er nun auch wieder nicht.
#146
Geschrieben 04 Februar 2014 - 18:31
Es ist doch wohl klar, daß ein von der Kritik hochgelobter Bestseller anders und kritischer bewertet wird als ein BoD- oder Kleinstverlags-Erstling. Da würde ich schonmal nicht von "Anfeindungen" sprechen, wenn jemand äußert, daß zwischen Medienhype und tatsächlicher Qualität eine gewisse Diskrepanz besteht. Das hat nun wirklich nichts Persönliches.
Ich denke da befindet sich "Der Schwarm" dann wohl in guter Gesellschaft mit anderen Werken in den Bestsellerlisten.
#147
Geschrieben 04 Februar 2014 - 18:32
Offensichtlich nicht für dich, wie man unschwer erkennen kann. Und ganz offensichtlich für mich, denn sonst hätte ich es ja wohl nicht geschrieben, was selbst dir hätte klar sein müssen, wenn bei dir auch nur ein paar Neuronen für etwas gut sind. Und ebenso offensichtlich auch für andere, was man unschwer an deren Reaktion ableiten kann, was ein jeder mit hinreichenden kognitiven Fähigkeiten auch erkennen könnte.Ja, und für wen soll das jetzt von Interesse oder Bedeutung sein?Also gut, dann machen wir eben Nägeln mit Köpfen. Hier mein Kanon der phantastischen Literatur:
...
So ist es nun einmal, wenn man dazu aufgefordert wird, die individuelle Grenze zwischen schlichter Unterhaltungsliteratur und gehobener Literatur zu ziehen. Manche sehen es eben anders, was eigentlich ein jeder halbwegs vernunftbegabter erkennen sollte, nicht wahr? Vallenton hat ausdrücklich danach gefragt und ich war so freundlich, auf seine Frage einzugehen. Warum tust du es nicht?Zumal einiges aus meiner Sicht mehr als fragwürdig ist (Der Schwarm, Lucky Starr etc. etc.)?
Da irrst du dich. Diese objektiven Merkmale existieren durchaus. Es ist nur die Frage, ob du sie für dich als gültig anerkennst, aber das ändert nichts daran, dass es sie gibt. Das Stichwort hierzu lautet: Intersubjektivität.Das Problem ist doch wohl, daß es bei so vielen unterschiedlichen Sichtweisen keine unstrittige "Oberliga" geben kann, da es keine objektiven Kriterien gibt.
Ich habe schon weiter oben bereits erläutert, dass es weder an dir, noch an mir, geschweige den an die Science-Fiction-Hitlisten bei Amazon liegt, zu bestimmen, was zur Oberliga gehört. Was zur gehobenen Literatur gehört und was nicht, liegt einzig und alleine an den maßgeblichen Kritikern, also schlussendlich am Feuilleton.Was ich damit sagen will: Die Einschätzung, ob ein Buch "Oberliga" ist oder nicht, liegt einzig im Auge des Betrachters/Lesers und jeder Versuch der Aufstellung eines Kanons ist anmaßend und zum Scheitern verurteilt (wer's nicht glaubt, lese die SF-Hitlisten bei Amazon, bei denen es (zumindest mir) die Schuhe auszieht).
Nein, das kannst du wirklich nicht, aber du kannst erwarten, dass deine argumentative Begründung zumindest danach hinterfragt wird, ob sie begründet ist und wenn das der Fall ist, dann darfst du auch erwarten, dass es als ästhetisches Urteil akzeptiert wird, selbst wenn man dieses Urteil nicht teilt.Ich kann aber nicht erwarten, daß meine Einschätzung zur Qualität von anderen geteilt wird.
Nein, muss du nicht. Aber du musst schon akzeptieren, dass es allgemein zur gehobenen Literatur gezählt wird, unabhängig davon, ob du diese Einschätzung teilst.Siehe "Der Schwarm". Was für mich ein pseudowissenschaftlicher Retorten-Thriller ist, der auf der Ökowelle reitet, ist für die Kritik mehrheitlich eine Offenbarung oder gar der deutsche SF-Roman schlechthin. Muß ich das Ding deswegen ernst nehmen, nur weil es offenbar einen gesellschaftlichen Konsens dazu gibt?
Bearbeitet von Ming der Grausame, 04 Februar 2014 - 18:48.
Buck Rogers
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#148
Geschrieben 04 Februar 2014 - 23:35
Es klingt einfach nach einer Trotzreaktion, weil sich Dir der Stoff aus irgendeinem Grund nicht erschlossen hat. Deine bisher vorgebrachten Argumente waren auch alles andere als überzeugend. Wer von "schröcklich bösen Harkonnens, die in Mordor wohnen könnten" schreibt, hat wohl eher den mißlungenen Kinofilm im Hinterkopf, denn die Romane. Und die Erlösergeschichte findet gleich im zweiten Band ein katastrophales Ende. Aber Hauptsache ein bißchen polemisiert …Bitte seht meine Aussage auch als allergische Reaktion an, die durch unzählige Klappentexte verschlimmert wird. Natürlich ist diese polemisch
![]()
. Es nervt, über Jahrzehnte hinweg immerwährende von einander abgeschriebene Lobeshymnen zu lesen, die diesen Roman zum Urmeter der Science Fiction machen wollen.
#149
Geschrieben 05 Februar 2014 - 07:53
Der misslungene Kinofilm ist ein Glanzstück von David Lynch. Ich erinner mich zum Beispiel an die göttliche Szene des im Tank transportierten Navigators, in der einer seiner Träger stoplpertmißlungenen Kinofilm im Hinterkopf, denn die Romane. Und die Erlösergeschichte findet gleich im zweiten Band ein katastrophales Ende. Aber Hauptsache ein bißchen polemisiert …

#150
Geschrieben 05 Februar 2014 - 08:11
Sehe auch ich so und praktisch ein jeder, der sich als Cineast betrachtet. Es hat nämlich schon seine Gründe, warum es z.B. auf IMDb ein Rating von 6,6/10 hat und zu den Top 5000 gehört.Der misslungene Kinofilm ist ein Glanzstück von David Lynch.mißlungenen Kinofilm im Hinterkopf, denn die Romane. Und die Erlösergeschichte findet gleich im zweiten Band ein katastrophales Ende. Aber Hauptsache ein bißchen polemisiert …
Bearbeitet von Ming der Grausame, 05 Februar 2014 - 08:12.
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