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KI-generierte Texte werden bei Ausschreibungen eingereicht - und nun?

KI AI ChatGPT Ausschreibungen Verlage Herausgeber

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159 Antworten in diesem Thema

#61 J. A. Hagen

J. A. Hagen

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 08:42

Wie soll das gehen in einer Welt, in der kaum noch frei ausgeschrieben wird und dann so viele Texte eingereicht werden, dass die Hrsg irgendwann müde werden - hätte man Miras Texte dann übersehen? Oder einfach nicht mehr geschafft zu lesen?

 

Ich glaube, die Herausgeber würden schneller filtern – erste Seite lesen und dann entscheiden, ob der Text abgelehnt wird oder in die nächste Runde kommt.
Ich würde das so machen. Holpriger Stil – raus. Langweiliger Anfang – raus. Ich würde zusehen, dass ich möglichst schnell fünfzig Prozent aussortiere und mich mit dem Rest näher befassen.


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#62 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 08:48

Naja. Ich kann nur sagen, wie ich es gerade mache: Obwohl nur ca. 25% der Texte in der engeren Auswahl landen, lese ich 70% der Texte ganz. Da gibt es manche mit holprigem Stil oder langweiligem Anfang, die sich dann als wahre Perlen entpuppen. Mit einem guten Lektorat werden das richtig gute Texte. Hätten mir nicht einige Herausgeber*innen genau diese Chance gegeben, meine ersten Texte wären auch rausgeflogen. Wenn sich niemand mehr diese Arbeit macht, erhöht das die Einstiegshürden massiv. So konnte ich aus den Anmerkungen der Lektorierenden lernen und schreibe immer besser. Hoffentlich.


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#63 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 09:29

Ich bin da sehr nah bei Jol. Während der Perlensuche für die NOVA 34 haben wir fast alle Texte beide in Gänze gelesen. Es ist aber auch schwierig, in einem normalen Hrsg-Alltag allen zu helfen, die Diamanten abzuschleifen. Klar, das Lektorat kann einen Text schon weiter nach vorn bringen, aber man hat es ja auch nicht immer mit überarbeitungswilligen Autory zu tun. 

Da haben wir schon eine Menge abgelehnt, aber Begründungen verfasst und in Einzelfällen wurde der Text in überarbeiteter Version erneut eingeschickt, in mindestens einem Fall haben wir den Text dann genommen.

 

Nach meiner Erfahrung beim Herausgeben von Der Tod kommt auf Zahnrädern wäre ich sehr skeptisch ob der Bereitschaft der Autory zu überarbeiten, bei mindestens einem Drittel handelt man sich endlose Diskussionen ein. Oft erscheint dann trotz aller Lektoratsmühe der Text dann trotzdem sehr nah an der Version, die anfänglich eingereicht wurde.

 

Nein, das ist echt ein Knochenjob und ich habe auch gar keinen Bock darauf, dass der noch erschwert wird. :-)

Selbst zu schreiben ist bei weitem einfacher, wenn ich das mal so sagen darf. 


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#64 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 09:40

Ich glaube, die Herausgeber würden schneller filtern – erste Seite lesen und dann entscheiden, ob der Text abgelehnt wird oder in die nächste Runde kommt.
Ich würde das so machen. Holpriger Stil – raus. Langweiliger Anfang – raus. Ich würde zusehen, dass ich möglichst schnell fünfzig Prozent aussortiere und mich mit dem Rest näher befassen.


Nun … ich denke, ab einer gewissen Menge Einsendungen, wird das ohnehin schon so gehandhabt.
So als Vergleich: 238 Einsendungen beim „Alien Contagium“ entsprach ca. dem Gegenwert von ca. 12-15 (!) Anthologien. Das ging nur über Querlesen.
Natürlich werden mir Rohdiamanten entgangen sein. Gerade bei den Texten, bei denen es knapp war, fände ich es schade, wenn sie im Datennirvana verschwinden würden.

Naja. Ich kann nur sagen, wie ich es gerade mache: Obwohl nur ca. 25% der Texte in der engeren Auswahl landen, lese ich 70% der Texte ganz. Da gibt es manche mit holprigem Stil oder langweiligem Anfang, die sich dann als wahre Perlen entpuppen. Mit einem guten Lektorat werden das richtig gute Texte. Hätten mir nicht einige Herausgeber*innen genau diese Chance gegeben, meine ersten Texte wären auch rausgeflogen. Wenn sich niemand mehr diese Arbeit macht, erhöht das die Einstiegshürden massiv. So konnte ich aus den Anmerkungen der Lektorierenden lernen und schreibe immer besser. Hoffentlich.


Ich verstehe was du meinst, denn ich könnte nicht mit Sicherheit sagen, ob ich ohne Sven Haupt meinem Imposter-Gefühl nicht irgendwann nachgegeben hätte.
Ich vermute aber, deine Texte brachten auch in holprigem Zustand etwas mit, was für jemand anderen die Mühe eines intensiveren Lektorats wert war.
Um mal mein schönstes Hrsg.-Beispiel zu bringen: Ein VÖ-Debüt-Autorin reichte einen Text ein, bei dem mein Gedanke war: „Das hat was. Aber da wird sie noch einmal ordentlich ran müssen.“ - Dieser Text ist für den DSFP nominiert ;).

 - Onlinepause -

 

„Alien Contagium: Erstkontakt-Geschichten“: https://eridanusverlag.de | "En passant - Die Reisen des Sherlock Holmes": https://burgenweltverlag.de
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#65 FrankW

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 09:55

Edit: Die Namen sind nicht geblieben, weil diese nicht zu Steampunk passten. ...

Da sind wir wieder beim Thema "Konventionen". Wieso passt ein Name besser zu einem Genre als ein anderer? Doch nur, weil viele Autoren zuvor Geschichten dieses Genres einen Namensstil aufgepresst haben. Ist eine Steampunk-Story schlecht, wenn die Protagonisten Uschi und Jürgen heißen? Oder wenn sie (nach Fantasy-Art) N'ghch und Xutim heißen?


Bearbeitet von FrankW, 06 Juli 2023 - 09:59.


#66 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 09:57

Nun … ich denke, ab einer gewissen Menge Einsendungen, wird das ohnehin schon so gehandhabt.
So als Vergleich: 238 Einsendungen beim „Alien Contagium“ entsprach ca. dem Gegenwert von ca. 12-15 (!) Anthologien. Das ging nur über Querlesen.
Natürlich werden mir Rohdiamanten entgangen sein. Gerade bei den Texten, bei denen es knapp war, fände ich es schade, wenn sie im Datennirvana verschwinden würden.

 


Keine Sorge, seitdem wird der restliche Markt mit Erstkontakt-Storys überschwemmt, einige tauchten beim Verlag für moderne Phantastik wieder auf, andere in weniger gelungenen Anthologien ...

 

Eine Menge davon wird aber auch weiterhin erfolglos eingereicht und immer wieder abgelehnt, ich frage mich, wann die Menschen den Text dann aufgeben und endlich einen neuen schreiben. 


Bearbeitet von Rezensionsnerdista, 06 Juli 2023 - 09:58.

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#67 Jol Rosenberg

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 10:36

Meiner ist ja auch woanders erschienen. Wobei ich ja immer noch finde, dass ihr den hättet nehmen müssen. Jawohl!  :bighlaugh:

 

Ich reiche Texte nicht selten mehrfach ein, allerdings dann immer nach Anpassung oder Überarbeitung.

 

238 Einreichungen sind aber auch extrem viel. Ob es bei meiner wohl knapp war?


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#68 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 10:46

Den von Jol mochte ich auch, schade, dass der Text in einer unauffälligeren Anthologie erschienen ist.

Ich verstehe aber, dass man bei so vielen Texten eine Auswahl treffen muss. Dankenswerterweise steckte ich ja noch in der Recherche, als die Deadline vorbei war ;))

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#69 yiyippeeyippeeyay

yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 15:01

Der Witz ist ja, und das habe ich oben alles schon geschrieben, [..]

Warst das wirklich du, Naut? :devil: KIs tendieren sicher eher als Menschen dazu sich zu wiederholen... ;)

Ich denke man könnte das Problem technisch so angehen, wie es eigentlich bei dem Gros der unerwünschten EMails nötig wäre, dass man einen Nicht-KI-Text eindeutiger identifiziert schon bei der Erstellung. Ich stell mir sowas wie "verbriefte" hermetische Versionen von WORD usw. vor, die nur einem Menschen erlauben eine Story bei ihnen einzutippen, und dieser dann im letzten "checkout"-Schritt noch ein unverfälschbares/eindeutiges digitales Siegel verpasst, das von den Ausschreibern beim Lesen mittels wiederum ihrer Sonder-WORD-Vn. geprüft wird, und dann die Aussage machen kann, dass hier die Quelle nur ein Mensch war...

 

Natürlich schützt das nicht davor, dass der Mensch alles nochmal aus etwas KI-Generiertem, das ihm vorliegt, abtippt; aber das wäre ja zumindest etwas aufwändiger. q:D

 

So oder so kommt ja wohl demnächst das EU-KI-Gesetz - das Wenige was ich bisher davon mitbekam, scheint eine ziemliche drakonische Voraussetzung für KI-Generatoren zu setzen, nämlich dass da höchste Transparenz über die eigentlichen Quellen herrschen müsse. (Wenn ich das richtig verstand.) Damit würden in der EU zugelassene Generatoren eh auf ein Minimum reduziert, schätze ich.


Bearbeitet von yiyippeeyippeeyay, 06 Juli 2023 - 15:03.

/KB

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Junge: Ich habe einen! -...

Prof.: Nein, das genügt nicht. Kein Engländer kann das aussprechen. Hatte Fräulein Slate dir einen gegeben?

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Prof.: Englische Leute erfinden sich namentlich ständig neu.

(Studierter Brite in besten Jahren, vs. dem Jungen, den er vor kurzem vorm Verenden in einem chinesischen Slum rettete, grob übersetzt aus Babel, im Harper-Voyager-Verlag, S. 11, by Kuang)


#70 ThK

ThK

    Illuminaut

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Geschrieben 06 Juli 2023 - 22:37

KI-generierte Texte verraten sich nach wie vor durch das Hänsel-und-Gretel-verirrten-sich-im-Metroplex-Syndrom. Einfacher Anfang, simple Struktur, oberflächliche Figuren, ein Mangel an atmosphärisch dichten Beschreibungen, die irgendwie nicht zum anvisierten Thema passen. Um Cyberpunk zu schreiben, fehlt einer KI die Fähigkeit zu originellen technologischen Metaphern, Steampunk könnte sie nicht in die dazu passende alte Sprache umsetzen. Noch dürften KI-Texte deshalb relativ schnell identifizierbar sein, außer jemand hat praktisch schon genau so viel Arbeit investiert, um die Geschichte detaillierter auszuarbeiten, dass er genau so gut gleich selbst hätte ein Buch schreiben können.

Verdächtige Texte könnten natürlich auch schlicht und ergreifend von einem schlechten Schriftsteller geschrieben worden sein, aber auch dem würde man ja kein Zusage schicken wollen. Den Nachweise, dass der Text KI-generiert ist, braucht man in diesem Fall auch nicht zu erbringen. Die Betonung liegt allerdings auf einem großen NOCH, denn eher früher als später werden die KIs weiter entwickelt werden. Um beim Steampunkl zu bleiben, müsste man so einem System nur Charles Dickens und Arthur Conan Doyle zu fressen geben.

Letztendlich werden wir wohl an den Punkt kommen, an dem wir virtuoses KI-Flüstern als eigenständige Form der Schriftstellerei akzeptieren müssen, genauso wie Queen sich damit abfinden musste, dass ein Vanilla-Ice mit einem Sample aus "Under Pressure" ziemlich viel Geld verdient hat.



#71 Frank Lauenroth

Frank Lauenroth

    Quadruplenominaut

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Geschrieben 07 Juli 2023 - 07:20

https://netzpolitik....derne-chatbots/

 

Besonders wichtig und damit auch direkt das Thema dieses Threads betreffend ist Punkt 8 dieses Vortrags.

 

Ich zitiere aus dem Fazit:

"Moderne Chatbots sind noch nicht zur Infrastruktur geworden, das kollektive Vergessen hat noch nicht begonnen. Schon in kurzer Zeit kann es zu spät sein, und die Naturalisierung der Infrastruktur lässt uns vergessen, dass hinter Chatbots Entscheidungen stecken, die uns schaden können. Genau jetzt ziehen Chatbots in unseren Alltag ein. Genau jetzt ist die Zeit, zu den Entscheidungen hinter Chatbots Nein zu sagen."


 In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke                                                          : Aktuelle Projekte und neue Veröffentlichungen :                                                'Gleich' ist der Tod des kleinen Mannes.


#72 Uwe Post

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Geschrieben 08 Juli 2023 - 11:09

Und damit sind wir bei einem interessanten Aspekt: Der Dummheit und Bequemlichkeit vieler Medienkonsumenten. Vielleicht sogar der Geiz (KI-generierte Romane sind womöglich irgendwann billiger als "richtige"). Durch diese Tür kann ganz ungewollt der Einfluss von Chatbots übermäßig Einfluss gewinnen. Aber gegen Dummheit ist eben kein Kraut gewachsen: Die Amis wählen immer noch ihren alten Affen, der mindestens so blöden Quatsch von sich gibt wie ein mit Karnevalsversen trainierter Chatbot. Andere Leute glauben immer noch, dass sie mit einem coolen neuen Audi immer auf leeren Straßen unterwegs sind, weil die TV-Werbung das suggeriert. Oder dass in Whatsapp- oder Facebook-Gruppen ausschließlich wahre und wichtige Inhalte stehen, über die man sich am besten sofort sehr aufregen sollte, weil wüste Beschimpfungen gegen Andersdenkende ja eine bewährte Lösung für die meisten Probleme der Welt sind.

 

Nicht die KIs bereiten mir Sorge. Sondern die Menschen.


Bearbeitet von Uwe Post, 08 Juli 2023 - 11:12.

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#73 Sam Francisco

Sam Francisco

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Geschrieben 08 Juli 2023 - 12:25

 
Nicht die KIs bereiten mir Sorge. Sondern die Menschen.


Das kann man so stehen lassen.
Future ist die Zukunft!
  • (Buch) gerade am lesen:Mary Robinette Kowal - Die Berechnung der Sterne
  • (Buch) als nächstes geplant:Alan Campbell - Scar Night (Kettenwelt 1), aber meine Planungen werden häufig über den Haufen geworfen.
  • • (Buch) Neuerwerbung: Michael Marrak - Lex Talionis / De Profundis
  • • (Film) gerade gesehen: The Creator

#74 lapismont

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Geschrieben 08 Juli 2023 - 12:59

Ja! Und Elfen natürlich auch.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
Fantasyguide
Saramee
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  • (Buch) gerade am lesen:: Leigh Brackett – Das lange Morgen

#75 George Nelson

George Nelson

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Geschrieben 08 Juli 2023 - 16:59

Der Dummheit und Bequemlichkeit vieler 

...

wüste Beschimpfungen gegen Andersdenkende ja eine bewährte Lösung für die meisten Probleme der Welt sind.

 

Nicht die KIs bereiten mir Sorge. Sondern die Menschen.

 

Du bist ja ganz schön robust unterwegs. Schließt du dich eigentlich bei deiner Kritik mit ein?

 



#76 Uwe Post

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    FutureFictionMagazin'o'naut

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Geschrieben 09 Juli 2023 - 08:07

Ich halte mich im Hinblick auf Wissen über und Umgang mit KI und modernen Medien für recht gut aufgeklärt und, ja, robust.

Aber allgemein gesagt bin auch ich natürlich ein Mensch und verfüge demzufolge über menschliche Schwächen. Aber ich falle sicher nicht so leicht auf KIs oder (deep) fakes rein wie die Mehrheit, die sich deutlich weniger mit diesen Themen auseinandersetzt.

 

Ich denke, es gibt zig Belege für meine These: Menschen können verantwortungsvoll mit modernen Medien umgehen oder gedankenlos. Letzteres kann üble Folgen haben und sollte daher möglichst vermieden werden. Da hilft nur Bildung und Aufklärung, aber weder Verbote noch Regulierung, denn dergleichen wird im Zweifel eh irgendwie unterlaufen, wenn es dem Gewinn schadet. Man schaue sich nur die Cookie-Richtlinie an: Die zugehörigen Fenster, die jede Webseite anzeigt, sind inzwischen so kompliziert, dass eilige, uninformierte User schnell auf den deutlich sichtbaren "alle akzeptieren"-Button klicken und sich damit doch wieder zum Opfer von Tracking machen. Wer bewusst auf Nummer Sicher gehen will, browst einfach im Safemode. Dafür muss man den aber kennen, verstehen und gewisse Komfort-Nachteile in Kauf nehmen. Deshalb ist Bequemlichkeit eben gefährlich - man macht sich zur leichten Beute für Geschäftemacher - und auch Desinformation.

 

Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Wie auch Thorsten schrieb, kann man - derzeit - KI-Texte ausschließen, indem man schlechte Texte schlicht ablehnt. Was man eh tun sollte. Also alles gut  :devil:


Bearbeitet von Uwe Post, 09 Juli 2023 - 08:20.

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#77 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 09 Juli 2023 - 22:09

(Es ist natürlich erlaubt, auf dem Stand zu stehen dass jeder Mensch selber darauf achten sollte, dass dieser kritisch auf semantische Inputs von außen achtet. Aber ich denke es ist auch wichtig darüber hinaus aktiv zu werden: Wenn man z.B. sieht, dass in Deutschland, trotz politischer Bildung als Pflichtfach in der Schule, so gefühlt jeder 5. Wahlberechtigte bestimmte Prinzipien im Einschätzen der Partei, die sie/er/es bevorzugt, viele der Eckpunkte dieser Bildung ignoriert, UND in vielen anderen Ländern der Erde gar keine solche Bildung von seiten des Staates stattfindet, könnte ich mir vorstellen dass genau ein notwendiges Mehr wie dort, aber im Bereich Umgang mit virtuellen Infoquellen bzw. neuer Prosa allgemein, sinnvoll wäre. Und dass wir auch darüber diskutieren dürfen ohne gleich das Meta-Argument "jeder Mensch ist eher selber Schuld" zu hören...)

 

Wie gesagt ich bin u.a. gespannt aufs neue KI-Gesetz der EU, und dessen Umsetzung. Letztere stell ich mir nicht trivial vor.


Bearbeitet von yiyippeeyippeeyay, 09 Juli 2023 - 22:12.

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#78 Uwe Post

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Geschrieben 10 Juli 2023 - 07:17

Es würde mich sehr wundern, senn es in absehbarer Zeit eine wirksame Regelung gäbe, die die absehbaren Probleme eindämmen kann. Nicht in Deutschland, nicht in der EU, schon gar nicht weltweit.

Deshalb halte ich es für das realistischste Szenario, dass aufgrund fehlender Regelungen (oder deren Aushöhlung bzw. Umgehung) weiterhin viele Medienkonsumenten erhebliche Problemen haben werden. Die Politik ist einfach viel langsamer als der technische Fortschritt. Und die Bildung(spolitik) ist nochmal langsamer. Und zwar um mehrere Jahre.

 

Das beste Mittel gegen das ausufernde Wachstum von KI ist, den Leuten immer wieder zu zeigen, dass die Dinger jede Menge Unsinn verzapfen. Solange Facebook mit Werbung Geld verdient, ist denen deren Inhalt piepegal. Ob da ein Deepfake von Putin für Trump wirbt oder was auch immer. Der erste Schritt wäre, endlich den irreführenden Begriff der künstlichen "Intelligenz" sparsamer zu verwenden. Deshalb empfehle ich, z.B. bei ChatGPT immer von einem "Chatbot" zu sprechen, und bei anderen Anwendungen eben von "Mustererkennung" oder "Bildgeneratoren". Hinzu kommt die übereinstimmende Aussage hier im Thread, dass Chatbots halt schlechte Texte erzeugen, die keine Chance haben, in einer ordentlichen Anthologie zu landen. Wer also so etwas irgendwo einsendet, verschwendet nicht nur die Zeit der Herausgeber, sondern auch seine eigene.

 

Und falls Chatbots irgendwann doch mal gute Texte erzeugen: Ja, dann ist das halt so. Menschen können ein Stückweit durch geeignete Technik ersetzt werden. Und das geschieht immer dann, wenn es gut fürs Geschäft ist, sprich: billiger, schneller, verlässlicher. Gegen solche Naturgesetze ist kein Kraut gewachsen. Wenn man freilich den CO2-Ausstoß einpreisen würde, sähe das vielleicht etwas anders aus, dann wäre der viele Strom, den die Rechenzentren verbrauchen, womöglich so teuer, dass zumindest das Argument "billiger" entfallen würde. Der Protest der Tech-Giganten sowie Abwanderung in Länder ohne solchen CO2-Aufpreis wäre dann nur logisch. Kapitalismus halt.


Bearbeitet von Uwe Post, 10 Juli 2023 - 07:21.

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#79 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 10 Juli 2023 - 07:44

Nur das Kapitalismus natürlich kein Naturgesetz ist. Ansonsten muss ich dir zustimmen. Leider.


Bearbeitet von Jol Rosenberg, 10 Juli 2023 - 07:44.

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#80 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 10 Juli 2023 - 09:27

@yiyippeeyippeeyay

Ja, ich denke auch, dass es immer Menschen geben wird, die man sozusagen auch vor sich selbst ein Stück weit schützen sollte. Die Grenze zur Bevormundung u.ä. wäre dann immer neu auszuloten. Ich setze dabei natürlich eine Art fürsorgliche Gesellschaft voraus.

 

@Uwe

Ja, ich finde auch, dass es sinnvoll wäre die Bezeichnungen bedachter zu wählen. Allein durch die Implikationen und Konnotationen von Begriffen kann man viel irreführendes oder auch aufklärendes suggerieren.

 

@Jol

Ja, auf jeden Fall. Kapitalismus ist nur eine mögliche Art zu wirtschaften, die zwar seit langem en vogue ist, sich aber durch die einseitige Fokussierung auf kurzfristige Profitmaximierung als nicht nachhaltig erwiesen hat.



#81 George Nelson

George Nelson

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Geschrieben 10 Juli 2023 - 12:44

@yiyippeeyippeeyay

Ja, ich denke auch, dass es immer Menschen geben wird, die man sozusagen auch vor sich selbst ein Stück weit schützen sollte. Die Grenze zur Bevormundung u.ä. wäre dann immer neu auszuloten. Ich setze dabei natürlich eine Art fürsorgliche Gesellschaft voraus.

 

 

Tja, wen soll man wovor schützen? Geht es um falsche Ernährung, Bewegung, Drogen, Politik, Intelligenz, Wissen, Soziales? Man findet bestimmt bei jedem Schwachstellen, wo dringend korrigierend eingegriffen werden sollte. Aber wehe, man sagt etwas. Dann krachts im Himmel.

 

Ich lese gerade ein Fachbuch zum Thema Krieg. Da geht es auch um die Schwächen der menschlichen Intelligenz. Da ist auch nicht alles Gold. Die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und die Geringachtung der anderen ist ein heißes Eisen.

 

Es wäre schon mal ein schöner Anfang, wenn Menschen, die um Hilfe bitten, diese auch bekommen.



#82 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

    Temponaut

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Geschrieben 10 Juli 2023 - 12:59

Tja, wen soll man wovor schützen? Geht es um falsche Ernährung, Bewegung, Drogen, Politik, Intelligenz, Wissen, Soziales? Man findet bestimmt bei jedem Schwachstellen, wo dringend korrigierend eingegriffen werden sollte. Aber wehe, man sagt etwas. Dann krachts im Himmel.

 

Ich lese gerade ein Fachbuch zum Thema Krieg. Da geht es auch um die Schwächen der menschlichen Intelligenz. Da ist auch nicht alles Gold. Die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und die Geringachtung der anderen ist ein heißes Eisen.

 

Es wäre schon mal ein schöner Anfang, wenn Menschen, die um Hilfe bitten, diese auch bekommen.

 

Da stimme ich zu. Wichtig dabei finde ich, dass ja Beeinflussungen stattfinden. Es ist halt gemein, Firmen Programme erstellen zu lassen, die bewusst suchterzeugend sind und dann Leute damit allein zu lassen oder sie gar zu entwerten, weil sie Süchte entwickeln. Nur um mal einen Aspekt beispielhaft zu benennen. Insofern sollten nicht die Einzelpersonen begrenzt werden, sondern die Firmen.


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#83 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 11 Juli 2023 - 05:48

 

Firmen Programme erstellen zu lassen, die bewusst suchterzeugend sind und dann Leute damit allein zu lassen oder sie gar zu entwerten, weil sie Süchte entwickeln.

 

Das wird ja oft mit dem Schutz der individuellen Freiheit gerechtfertigt, nach dem Motto: Jeder muss doch die Möglichkeit haben zu wählen und die meisten werden ja gar nicht gefährdet. Mir fehlt da oft die Sorge um diejenigen, die sich eben nicht schützen können. Außerdem wirkt es auf mich merkwürdig, wenn Menschen bewusst gefährdet werden, obwohl es nicht zwingend sein muss und kein entsprechend hoher Mehrwert vorliegt. Mir scheint, es gibt genug Möglichkeiten, um Schönes zu erleben, ohne solche Risiken in Kauf nehmen zu müssen.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 11 Juli 2023 - 05:57.


#84 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Typonaut

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Geschrieben 11 Juli 2023 - 06:14

Ich versuche seit einiger Zeit heraus zu finden, wie ich Zitate den Zitierten zuordnen kann, habe dazu aber in der Hilfe nichts gefunden. Wie stellt Ihr das ein?



#85 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 11 Juli 2023 - 07:09

Ich versuche seit einiger Zeit heraus zu finden, wie ich Zitate den Zitierten zuordnen kann, habe dazu aber in der Hilfe nichts gefunden. Wie stellt Ihr das ein?

 
Wir man das aktiv einstellt, weiß ich nicht, ich nehme dann immer den "Zitieren"-Button und lösche alles heraus, was ich nicht brauche und lasse das stehen, was ich meine.

Rein theoretisch ginge es so:

<p>&nbsp;</p>
<blockquote class="ipsBlockquote" data-author="Christian Hornstein" data-cid="438018" data-time="1689052474"><cite class="ipb" contenteditable="false">Christian Hornstein schrieb am 11 Juli 2023 - 07:14:</cite>
<div>
<p>Ich versuche seit einiger Zeit heraus zu finden, wie ich Zitate den Zitierten zuordnen kann, habe dazu aber in der Hilfe nichts gefunden. Wie stellt Ihr das ein?</p>
</div>
</blockquote>

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#86 Naut

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Geschrieben 11 Juli 2023 - 08:41

Ich versuche seit einiger Zeit heraus zu finden, wie ich Zitate den Zitierten zuordnen kann, habe dazu aber in der Hilfe nichts gefunden. Wie stellt Ihr das ein?

Die Syntax sieht so aus:

{quote name="Christian Hornstein" post="438018" timestamp="1689052474"}Ich versuche seit einiger Zeit heraus zu finden, wie ich Zitate den Zitierten zuordnen kann, habe dazu aber in der Hilfe nichts gefunden. Wie stellt Ihr das ein?{/quote}

Statt {} musst Du jeweils [] einsetzen.

Der "timestamp" ist ein Unix Timestamp (seconds since epoch), wenn Du den bearbeiteten willst, findest Du Konverter dazu im Netz.

Bearbeitet von Naut, 11 Juli 2023 - 08:44.

Liest gerade: Atwood - Die Zeuginnen

#87 Uwe Post

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Geschrieben 11 Juli 2023 - 12:04

 

 

Das wird ja oft mit dem Schutz der individuellen Freiheit gerechtfertigt, 

 

Das ist ja auch richtig so. Dies schließt die Freiheit ein, sich blöde oder einfach nur naiv anzustellen.

Alles, was im Internet stattfindet, lässt sich nicht wirkungsvoll eindämmen. Geschäftemacher weichen Regulierungen einfach aus, indem sie ihre Server auf Malta hinstellen, oder notfalls ins Darknet.

Dass es auch bei Chatbots+Co letztlich ums Geschäft geht, ist ja gar keine Frage. Die Tech-Konzerne investieren Millionen und wollen am Ende aber Gewinn erwirtschaften. Kollateralschäden wie manipulierte Wahlen oder Verbreitung von Fakes oder Falsch/Desinformation sind da ein sekundäres Problem.

Deswegen kann man zwar nach Regulierungen rufen, aber viel Hoffnung sollte man sich nicht machen, dass da zeitnah etwas Wirksames passiert.


Bearbeitet von Uwe Post, 11 Juli 2023 - 12:05.

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#88 rostig

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Geschrieben 11 Juli 2023 - 13:39

Vor 70 Jahren wurde darüber diskutiert, dass man in den Innenstädten keine einheitliche 50 km/h-Regelung vorschreiben dürfe, da die Leute schon von sich aus vernünftig fahren und keine Regulierung brauchen. Wir wissen, wie das ausgegangen ist. Gut 20 Jahre später waren viele gegen eine Gurtpflicht. Wir wissen, wie das ausgegangen ist.  Dann kam die Katalysatorenpflicht (gegen den üblichen Widerstand) und bald kommt Tempo 120 auf der Autobahn. Fazit: vernünftige Regelungen setzen sich auch gegen lautstarke Minderheiten, die sich als Mehrheit gerieren, am Ende durch. Auch zum Thema KI werden sich Regelungen finden und durchsetzen, zwar nicht zeitnah aber in Zukunft.



#89 kah299887

kah299887

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Geschrieben 11 Juli 2023 - 14:19

 

Vor 70 Jahren wurde darüber diskutiert, dass man in den Innenstädten keine einheitliche 50 km/h-Regelung vorschreiben dürfe, da die Leute schon von sich aus vernünftig fahren und keine Regulierung brauchen. Wir wissen, wie das ausgegangen ist. Gut 20 Jahre später waren viele gegen eine Gurtpflicht. Wir wissen, wie das ausgegangen ist.  Dann kam die Katalysatorenpflicht (gegen den üblichen Widerstand) und bald kommt Tempo 120 auf der Autobahn. Fazit: vernünftige Regelungen setzen sich auch gegen lautstarke Minderheiten, die sich als Mehrheit gerieren, am Ende durch. Auch zum Thema KI werden sich Regelungen finden und durchsetzen, zwar nicht zeitnah aber in Zukunft.

 

Und auch dann wird es Menschen oder Länder/Regierungen geben die das ignorieren, weil Sie sich Vorteile davon versprechen.



#90 Uwe Post

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Geschrieben 11 Juli 2023 - 15:55

@rostig:

Tempolimits lassen sich mit Blitzern (einigermaßen) durchsetzen. Katalysatoren durch den TüV. Mit Regulierungen gegen Software, die auf irgendeinem Server irgendwo in den Karpaten läuft, wird es etwas schwieriger. Siehe Altersbegrenzung bei gewissen Pornosites, um nur ein Beispiel zu nennen. Deshalb sind das zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Das Internet ist halt grenzenlos und unkontrollierbar (es sei denn, man schränkt die Privatsphäre erheblich ein, indem man alle Daten abhört, siehe Webfilter). Und, wie Kevin richtig sagt: Leute, die unlautere Absichten haben, scheren sich eher wenig um Regulierungen. Und deren Auswüchse sind im Internet eher normal als Ausnahme (z.B. Scam). Chatbot-basierte Spam-Mails, die übliche Filter unterlaufen können, sind nur eine der eher harmlosen Folgen, die in Kürze zu erwarten sind. Hacker fangen eh schon an, per KI nach Sicherheitslücken zu suchen. Es folgen Chatbot-basierte Fake-Profile in den sozialen Medien, und natürlich Webshops mit Billigst-E-Books, Cover und Content von Bots, auf Wunsch mit Lokalkolorit Deiner Heimatstadt, ich empfehle Barbara W. Rosenblütes neuen superromantischen Erotik-Roman "Perlen des Verlangens: Liebesnest in Darmstadt".

 

Man kann das nicht unterbinden. Man muss damit umgehen.


Bearbeitet von Uwe Post, 11 Juli 2023 - 16:07.

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