Noch eine statistische Ergänzung zum Buchmarkt:
Die Verkaufs- und Bestsellerdaten von Media Control (die dem Börsenblatt zugrunde liegen) decken rund 85 bis 88 % des gesamten deutschen Buchmarkt-Umsatzes ab.
Nicht berücksichtigt (~12–15 % des Umsatzes):
Verkäufe über kleine, nicht angeschlossene Einzelbuchhandlungen.
Direktverkäufe durch Autoren und Verlage.
Exklusive E-Book-Verkäufe/Abonnements über Plattformen wie Amazon Kindle Unlimited oder Tolino Select.
2. Nach Anzahl der Neuerscheinungen (Titelanzahl)
Wenn man nicht auf das Geld, sondern auf die reine Anzahl der veröffentlichten Werke/Titel blickt, ist der unberücksichtigte Anteil wesentlich höher – insbesondere in der Belletristik.
Erfasst durch das VLB / DNB: Das VLB zählt in Deutschland jährlich rund 60.000 bis 70.000 gedruckte Verlags-Neuerscheinungen.
Schätzung für nicht erfasste Werke (~20 bis 40 % aller Titel):
Self-Publishing ohne VLB/ISBN: Viele Self-Publisher veröffentlichen E-Books oder Print-on-Demand-Titel exklusiv über Plattformen (wie Amazon KDP) mit einer rein internen Identifikationsnummer (ASIN). Diese tauchen weder im VLB noch in der Handelsstatistik auf.
Genre-Schwerpunkt Belletristik: Gerade in den beliebten Untergenres der Belletristik (Fantasy, Romance, Thriller, Science Fiction) schätzen Branchenkenner, dass inzwischen jeder dritte bis vierte neu erschienene Titel ein Self-Publishing-Werk ohne VLB-Eintrag ist.
Fazit: Wenn das Börsenblatt Zahlen präsentiert, bildet es den wirtschaftlich relevanten Großteil des Marktvolumens (über 85 %) sehr gut ab. Bezogen auf die Gesamtzahl aller geschriebenen und veröffentlichten Geschichten fehlt jedoch schätzungsweise ein Viertel bis ein Drittel aller Titel.