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"Smartokratie": Neue Anthologie Ausschreibung im Eridanus Verlag

Smartokratie Anthologie Kurzgeschichten Social Fiction Near Future Tech Fiction Sciencefiction Eridanus Verlag Ausschreibung

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88 Antworten in diesem Thema

#61 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 09 April 2026 - 12:15

Ich konnte aber schon sehen, dass der Etat für die Bücher zeitlinear geringer wurde. Erst gab es kein eigenes Korrektorat mehr, dann waren die Lektoren nicht mehr angestellt, sondern arbeiteten freiberuflich. Der Satz wurde aus Deutschland in andere Länder verlagert. Gedruckt wurde vieles in Polen oder Tschechien. KI war damals natürlich noch kein Thema. 

 

Ah, ich verstehe. Du hast aufgrund der damals im Lauf der Zeit beobachteten Sparmaßnahmen jetzt gefolgert, dass der Trend sich seitdem möglicherweise fortgesetzt hat. Das wäre natürlich möglich. Allerdings wurden die Dienstleistungen ja ausgelagert, aber nicht ausgelassen.



#62 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 09 April 2026 - 16:53

Ah, ich verstehe. Du hast aufgrund der damals im Lauf der Zeit beobachteten Sparmaßnahmen jetzt gefolgert, dass der Trend sich seitdem möglicherweise fortgesetzt hat. Das wäre natürlich möglich. Allerdings wurden die Dienstleistungen ja ausgelagert, aber nicht ausgelassen.

Normalerweise kommen solche Fehler ja auch kaum vor. Bei der Unmenge an Büchern, die ein Verlag wie Hachette veröffentlicht, ist dieser eine Fehler durchaus verzeihlich, zumal das Buch ja noch vor der Veröffentlichung gestoppt wurde. Und ich gehe mal davon aus, dass die meisten Verlage bisher nicht automatisch auf KI-Beteiligung prüfen. Andererseits häufen sich Fehler, wenn man Redundanzen ausschaltet, also dafür sorgt, dass jeder genau eine Aufgabe hat, und jede Stufe exakt ihre Arbeit macht, ohne die Arbeit der Vorgänger noch einmal zu überprüfen. Das ist die billigste und schnellste Lösung, aber eben auch die fehleranfälligste. Ich denke, die Verlage (wie alle kommerziell arbeitenden Unternehmen) müssen eine Balance zwischen Qualität und Aufwand finden. Beides sind allerdings keine linearen Kurven. Wenn der Aufwand x die Anzahl der Fehler auf ein Viertel reduziert, würde 2x die Fehler auf ein Sechzehntel reduzieren. Irgendwann lohnt sich dann weiter Aufwand nicht mehr. 


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#63 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 10 April 2026 - 10:00

Ja, das ergibt Sinn. Fehler sind natürlich unvermeidlich. Ich hoffe nur, dass Verlage sich ihrer Verantwortung bewusst bleiben und die ihnen vorgelegten Manuskripte zumindest vor einer Veröffentlichung weiterhin sowohl inhaltlich als auch formal so gut wie möglich prüfen. Ich jedenfalls würde dies immer tun und falls ich aus finanziellen Gründen dazu nicht mehr in der Lage wäre, würde ich lieber schließen. Die Herausforderung, demnächst möglicherweise der Flut an Manuskripten nicht mehr Herr zu werden, erscheint mir relativ groß. Wenn ich aber lese, wie souverän Christoph das gerade meistert, stimmt mich das doch wieder optimistisch. :) 



#64 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 10 April 2026 - 13:26

Wo prüfst du Manuskripte, Christian?

 

Bei möglichen zukünftigen Herausgaben werde ich auf jeden Fall auch darauf achten.


Bearbeitet von Jol Rosenberg, 10 April 2026 - 13:27.

Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

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#65 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 14 April 2026 - 11:49

Wo prüfst du Manuskripte, Christian?

 

Ich vermute, Du meinst das Prüfen auf KI-generierte Inhalte. Da gibt es mittlerweile viele, z.B. https://gptzero.me/de.



#66 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 14 April 2026 - 15:07

Zwischenstand: „Halbzeit“ und Sichtungsfrust

Mittlerweile habe ich 135 Texte gelesen, aber nur einen weiteren in Erwägung gezogen. Mir mangelt es massiv an originellen Gedanken (und daraus resultierend, an originellen Geschichten). Fehlerhafte/böse SmartHomes oder SocialScore-bedingte Ungerechtigkeit (Regierungen, Versicherungen oder Konzerne; würfelt euch einen Übeltäter aus) bestimmen die Handlungen. Es wird nicht differenziert, nicht einmal im Ansatz eine Lösung für die spekulierten Missstände offeriert. Außer: Weg mit aller Technik. Zurück ins letzte Jahrhundert. Oder besser noch, in das davor.

Ich mache erst einmal Pause - und hoffe auf eine stärkere zweite Sichtungsrunde.

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com

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#67 Frank Lauenroth

Frank Lauenroth

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Geschrieben 14 April 2026 - 16:52

:unsure:

 

Das ist ja wahrlich kein erbauliches Zwischenfazit.

Das Ausschreibungsthema besitzt reichlich Potential für spannende Ideen.

Ich drück euch die Daumen, dass da noch die eine oder andere Perle zu entdecken ist.


 In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke                                                Meine Story LADEN! ZIELEN! FEUER! im Weltenportal N°6   ->   https://weltenportal...-Webausgabe.pdf  <- auf Seite 97 im PDF

                                                                                                                                                                      Meine Story HÖCHSTER EINSATZ AUF ROBINA 8 in  DELTER  ->  https://www.amazon.de/dp/B0F38PW9WG   <- Story komplett in der Leseprobe enthalten!


#68 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 14 April 2026 - 18:11

Zwischenstand: „Halbzeit“ und Sichtungsfrust

Mittlerweile habe ich 135 Texte gelesen, aber nur einen weiteren in Erwägung gezogen. Mir mangelt es massiv an originellen Gedanken (und daraus resultierend, an originellen Geschichten). Fehlerhafte/böse SmartHomes oder SocialScore-bedingte Ungerechtigkeit (Regierungen, Versicherungen oder Konzerne; würfelt euch einen Übeltäter aus) bestimmen die Handlungen. Es wird nicht differenziert, nicht einmal im Ansatz eine Lösung für die spekulierten Missstände offeriert. Außer: Weg mit aller Technik. Zurück ins letzte Jahrhundert. Oder besser noch, in das davor.

Ich mache erst einmal Pause - und hoffe auf eine stärkere zweite Sichtungsrunde.

Hört sich an wie zäher Einheitsbrei. Aber der Weg ins Schlaraffenland führt bekanntlich durch den Griesbreiberg. :) 
 


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#69 Michael Fallik

Michael Fallik

    Infonaut

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Geschrieben 14 April 2026 - 20:25

Wenn es nicht reicht, sag Bescheid. Ich habe noch nichts eingesandt.  :fun:


www.klangbildwort.de
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#70 Jol Rosenberg

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Geschrieben 15 April 2026 - 18:12

Man rolle Michael den roten Teppich aus!  :bang:

 

Zum Glück habe ich nicht über ein SmartHomeSystem und nicht über Social Scores geschrieben. Aber ich finde es schon beängstigend, dass ich in den letzten Monaten an einem Text über ein SmartHomeSystem gearbeitet habe. Wobei der in typischer Jol-Manier utopisch abbiegt. Man hält ja die eigenen Ideen oft für originell - bis der Text auf einem Stapel ähnlicher Texte landet.


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#71 Michael Fallik

Michael Fallik

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Geschrieben 16 April 2026 - 06:14

Man rolle Michael den roten Teppich aus!  :bang:

Ein roter Teppich? Darum geht es also. Ich finde bei diesen Teppichen immer viel spannender, woraus die Glamours  aussteigen, bevor sie ihn betreten, ob sie vielleicht zu Fuß kamen und wohinein der Teppich führt. 


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#72 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 16 April 2026 - 16:42

Tatsächlich fand ich die Themenwahl auch nicht ganz leicht. Nicht, weil es nicht genug zu erzählen gab, sondern eben deshalb. Ich dachte mir schon, dass SmartHomes, SmartClothing und KIs absolut dominieren würden, also bin ich komplett von den Themen weggesteuert. Mit Social Scores habe ich nicht gerechnet. Sind die nicht längst wieder toterzählt? Eine meiner liebsten Ideen waren Smartguns und eine Geschichte in den schlimmsten Tagen des Dritten Weltkriegs, in dem es um technologische Eskalation auf dem Schlachtfeld geht. Aber die Ausschreibung wirkte auf mich nicht so, als wären da wirklich Kriegsgeschichten erwünscht. Meine zweite Wahl war dann ein Smart-Detektiv (wenn man so will), aber da dachte ich dann, dass das eh Nob Sheperd einreichen wird und das Thema somit eigentlich schon von einem talentierten Schreiber abgedeckt werden wird. Zum Schluss entschied ich mich dann für smartes Sexspielzeug, weil davon scheinbar noch nie erzählt wurde und wer mir diesen Satz gerade geglaubt hat, konnte hoffentlich kurz schmunzeln. Ich gebe aber zu, dass ich ursprünglich auch das Thema KI aufgreifen wollte, wenn auch eher als Alltagsberater denn Skynet, aber mich dann Moritz Boltz davon abgebracht hat und meine andere Idee für spannender befunden. Ob sie auch zündet, sehe ich dann wenn keine Ablehnungsmail kommt, aber: Danke Moritz. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, hattest du mal wieder Recht.

 

Meine Themenüberlegung hat jedenfalls dazu geführt, dass ich wirklich gespannt bin, was am Ende in der Sammlung zu finden ist. Ein böses Smarthaus ist liegt mich bereits in der Kategorie "The Simpsons already did it" – was für mich noch schlimmer ist, als schon wieder eine der inzwischen zahllosen Interpretationen einer "Black Mirror"-Episode. Heißt aber nicht, dass es nicht trotzdem spannend sein kann. Vier Autoren und -innen haben mir auch ihre Texte vor der Einsendung für ein Testlesen geschickt. Zwei davon waren Smarthomes. Glücklicherweise keine Bösen.


"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"


#73 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

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Geschrieben 17 April 2026 - 07:14

Smartest sex spielzeug ist schon abgedroschen?

Kenne nur eine Story dazu (aus USA) und die war Superklasse


Offenbar lese ich nicht mehr genügend Kurzgeschichten -)

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#74 Dyrnberg

Dyrnberg

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Geschrieben 17 April 2026 - 08:01

Ich glaube ja, dass es daran liegt, dass dystopische Szenarien immer leichter zu entwickeln sind als utopische. Hinzu kommt, dass sich leichter spannende Elemente (Gewalt, Verbrechen, Bedrohungen) in dystopische Szenarien einbauen lassen. Utopisch oder wenigsten anti-dystopisch zu sein, musste ich echt üben.

Ich stimme vollkommen zu und würde gerne eine Beobachtung ergänzen: Einer Dystopie wird oft (meines Erachtens:  fälschlicherweise) ein höherer intellektueller Grad zugesprochen.

 

Im Sinne von: Mein Text ist sehr klug, und ich natürlich auch, denn ich betreibe Gesellschaftskritik. Dabei ist es keine intellektuelle Glanzleistung, etwas zu kritisieren, was schon seit Jahrzehnten in Millionen Texten kritisiert wird: Böse Konzerne, gierige Menschen, Überwachungsstaat, Naturausbeutung, etc.

 

Ein Hauch von Differenziertheit oder Utopie erscheint mir da intellektuell die größere Leistung.



#75 Mammut

Mammut

    DerErnstFall Michael Schmidt

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Geschrieben 17 April 2026 - 08:47

Smartest sex spielzeug ist schon abgedroschen?

Kenne nur eine Story dazu (aus USA) und die war Superklasse


Offenbar lese ich nicht mehr genügend Kurzgeschichten -)

 

Da bin ich mir auch nicht sicher. Schaumschwester könnte darunter fallen, aber ob die so smart waren?

Fantasyguide: Schaumschwester (Autor: Thor Kunkel)

 

Das Thema ist aber aktuell in den News:

https://www.n-tv.de/...id30724435.html


Bearbeitet von Mammut, 17 April 2026 - 09:27.


#76 Michael Fallik

Michael Fallik

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Geschrieben 17 April 2026 - 09:02

Der Ausschreibungstext, das dazugehörige Bild und selbst der Name gaben dezent die Richtung vor (Smartokalypse?). Das trotz allem so viele Einsendungen zum Gegenteil tendieren, ist interessant. Meine spontane Reaktion auf Christophs Projekt war, dass endlich jemand einen hoffnungsvollen Gegenpol aufzeigen möchte. Was hält uns davon ab, KI, Vernetzung und all den hilfreichen Apps etwas Gutes abzugewinnen? Warum überhaupt danach fragen und es nicht als gegeben anzusehen?

 

Vielleicht hätte ich einen Mittelweg eingeschlagen. Zwei chinesische Arbeiter, die im sozialen und ideologischem Bewertungssystem die Rollen tauschen. 


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#77 ChristophGrimm

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Geschrieben 17 April 2026 - 09:05

Sex kommt in den wenigsten Geschichten vor. Bisher dreimal, wenn ich mich recht entsinne – zweimal davon rein menschlich und ohne Gadgets ;)


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#78 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 17 April 2026 - 09:17

Der Ausschreibungstext, das dazugehörige Bild und selbst der Name gaben dezent die Richtung vor (Smartokalypse?). Das trotz allem so viele Einsendungen zum Gegenteil tendieren, ist interessant. Meine spontane Reaktion auf Christophs Projekt war, dass endlich jemand einen hoffnungsvollen Gegenpol aufzeigen möchte. Was hält uns davon ab, KI, Vernetzung und all den hilfreichen Apps etwas Gutes abzugewinnen? Warum überhaupt danach fragen und es nicht als gegeben anzusehen?

 

Vielleicht hätte ich einen Mittelweg eingeschlagen. Zwei chinesische Arbeiter, die im sozialen und ideologischem Bewertungssystem die Rollen tauschen. 

 

Unsere Idee hinter dem Projekt war tatsächlich der Balanceakt zwischen Chancen und Risiken.

Wie es Dyrnberg oder auch Jol schrieben: Dystopien gehen leichter von der Hand. Differenziertere Überlegungen sind schwieriger umzusetzen und zumeist auch mit einiger Recherche verbunden.

 

Ich schaue einfach mal, wie es am Ende der Sichtungen aussieht. Im Idealfall kommt die gewünschte Mischung zustande. 

Wenn nicht, bleiben grundlegend nur zwei Möglichkeiten: Die VÖ zu verschieben und einzelne Autor:innen im Nachgang gewinnen – oder die Sammlung nicht zu realisieren. (Es gibt genug schlechte Anthologien auf dem Markt).

 

Eines wird es definitiv nicht geben: Eine zweite Ausschreibung. Ich tue mir das kein zweites Mal an.  


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#79 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 17 April 2026 - 13:41

Oh Christoph, ich fühle mit dir! Und hoffe sehr, dass das Buch zustande kommt. Und natürlich, dass mein Text dazu beiträgt.  :bighlaugh:

 

@Dyrnberg: Das stimmt, mir wird immer wieder Naivität vorgeworfen. Oder Ideologische Verbrämtheit. Dabei empfinde ich es wirklich als viel fordernder, eine durchdachte anti-Dystopie zu entwickeln.


Bearbeitet von Jol Rosenberg, 17 April 2026 - 13:43.

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#80 Maxmilian Wust

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Geschrieben 17 April 2026 - 13:45

Smartest sex spielzeug ist schon abgedroschen?

Abgedroschen? Ich sagte nur, dass sie extrem selten sind. Ich habe zahllose Kurzgeschichten über Gynoiden oder künstlich / chemisch induzierte Orgasmen gelesen, Erotik in virtuellen Welten und so weiter – aber tatsächlich noch nie eine über Sexspielzeug. Daher der Scherz.

 

 

Wie es Dyrnberg oder auch Jol schrieben: Dystopien gehen leichter von der Hand. Differenziertere Überlegungen sind schwieriger umzusetzen und zumeist auch mit einiger Recherche verbunden.

Hm. Ein spürbarer Teil der Autoren und -innen, die ich traf, behaupteten, dass ihre Form des Schreibens oder ihr Genre, die absolute Königsdisziplin wäre, ob jetzt Weird-fiction, Krimi, Kinderbuch oder Utopie – gerade die letzten beiden hatten die ungute Tendenz, dass irgendwann der Suffix fiel, von wegen, es würde schon immense Fähigkeiten und Training brauchen, um so etwas schreiben zu können. Und dann sind es fast immer einfach nur politische Manifeste gewesen, in denen eindimensional die Ideologie des Verfassers bestätigt wurde.

 

Das macht mir Utopien aktuell ein bisschen sauer: Wenn man einmal die Regeln verstanden hat (die Checkliste, wie sie auf Reddit sagen), werden sie furchtbar vorhersehbar. In einer progressiven Utopie gibt es keine Detransitioner und in einer christlichen Utopie niemanden, der sich von der Kirche abwendet, weil er einfach keine Logik mehr darin sieht (sondern immer nur, weil der Partner / Tochter / Lieblingsmolch im Teich gestorben ist) – aber in beiden dafür klar definierte Feindbilder. In solchen Geschichten wird nichts geschehen, das den ideologischen Richtlinien des Autors widerspricht.

 

Einzig Lena Richter und Yvonne Tunnat waren aus meiner Sicht (im deutschen Raum) in der Lage, links-progressive Utopien zu erzählen, in denen das Ideal zwar hochgehalten, aber durchaus, intelligent und manchmal sogar spitzfindig hinterfragt wird. Das sind für mich echte Utopien, die Skill und Gitgud verlangen. Eine Beweisführung, warum dein Ideal das einzig Richtige ist und deine Widersprecher (Kapitalisten, Rechte, Linke, Nicht-Christen, whatever) allesamt dumm und böse sind, braucht bis auf handwerkliche Kunst nicht viel – außer Überzeugung. Aber gut, was will ich, wenn nicht meine Meinung bestätigt sehen?  :bighlaugh: 

Eine wirklich gute Utopie, die eigentlich beste, die ich kenne, ist für mich der Manga "One Piece", in der durchdachte und emotionale Geschichten in einer farbenfrohen, eher schönen Welt erzählt werden. Und das ohne jeden politischen Kommentar.
 

 

Ich stimme vollkommen zu und würde gerne eine Beobachtung ergänzen: Einer Dystopie wird oft (meines Erachtens:  fälschlicherweise) ein höherer intellektueller Grad zugesprochen.

 

Im Sinne von: Mein Text ist sehr klug, und ich natürlich auch, denn ich betreibe Gesellschaftskritik. Dabei ist es keine intellektuelle Glanzleistung, etwas zu kritisieren, was schon seit Jahrzehnten in Millionen Texten kritisiert wird: Böse Konzerne, gierige Menschen, Überwachungsstaat, Naturausbeutung, etc.

 

Ein Hauch von Differenziertheit oder Utopie erscheint mir da intellektuell die größere Leistung.

Das stimmt zwar, beschreibt aber bestenfalls Low-tought-Dystopien aus Videospielen, wo die Handlung lediglich Ausrede ist. Für Dystopien gilt aus meiner Sicht dasselbe wie für Utopien: Verlieren sie sich in politische Ideale, erliegen sie der Vorhersehbarkeit. Gute Beispiele wie bspw. in "Blame!", "Aposimz", "Dorohedoro", "Mirror's Edge", "Godhusk" oder meinetwegen "I Have No Mouth And I Must Scream" (wobei ich die Geschichte sehr facettiert einstufen würde) warnen eigentlich nicht und treffen auch keine sozialpolitische Aussage. Sie entlassen dich in düstere Welten und zeigen dir keine Alternative auf, wie man es hätte besser machen können, sondern eher vielleicht einen Überlebensplan in einem schrecklichen Alltag.

 

Werke wie "1984", "Fahrenheit 451" und "Idiocracy" sind für mich die Ausnahmen, die die Regel bestätigen, und müssen sehr präzise und gekonnt appliziert werden, um nicht edgy oder pseudo-intellektuell zu wirken. Die allermeisten, die vor einer schrecklichen Zukunft warnen wollen, können das nicht. Da stimme ich dir zu.


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#81 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 19 April 2026 - 09:21

Trotz allem Frust über weniger erquickliche Einsendungen, den ich voll und ganz nachfühlen kann, gibt es auch einen positiven Aspekt: Mein Wunsch geht auch immer in Richtung Originalität und Differenzierung, doch sind Redundanz und Einseitigkeit trotz allem auch ein Hinweis darauf, dass sich mit Ideen immerhin auseinander gesetzt wird, möge es auch nicht in der Art sein, die man sich wünscht. Wenn jemand sich die Mühe macht, eine Geschichte zu schreiben, und sogar den Mut aufbringt, sie zur Veröffentlichung anzubieten, dann bedeutet das Thema diesem Menschen etwas und er möchte irgendwie in den öffentlichen Diskurs einsteigen. Das mag zwar literarisch nicht immer befriedigend sein, aber es ist ja ein Akt der Beteiligung. Das finde ich gut, denn zu viele von uns, viel zu viele, schweigen duldsam, überlassen die Auseinandersetzung anderen und hoffen, alles wird gut. Das hat noch nie besonders überzeugend funktioniert. Was uns alle betrifft, sollten auch wir alle angehen. In dem Sinne: Nimm es nicht zu schwer, Christoph. Du wirst auch irgendwie Zeuge einer Art von Engagement.  ;)


Bearbeitet von Christian Hornstein, 19 April 2026 - 09:22.


#82 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 19 April 2026 - 11:02

Okay, du hast es gerade wirklich geschafft, dieser Repetition auf kluge Weise sehr viel "wholesomeness" abzugewinnen  :bighlaugh:

 

Ich weiß gerade nicht, ob ich mich über deine – wie sagt man in der Alt-right? – toxic positivity grummeln oder lieber deinen diplomatischen Intellekt loben soll.

 

Auch wenn ich verstehe (ich kenne es nämlich wirklich gut, wenn jede Minute eines Tages zur Ressource wird), so finde ich es jetzt schade, dass du nicht an der Ausschreibung teilgenommen hast. Gerade weil ich immer noch glaube, dass die Smartokratie eines der Werke werden kann, das "Alien: Contagium" von seinem Thron als Lithmustest stößt. Hier kann man mir jetzt toxic positivity unterstellen  :bighlaugh:


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#83 Jol Rosenberg

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Geschrieben 19 April 2026 - 18:51

 

Einzig Lena Richter und Yvonne Tunnat waren aus meiner Sicht (im deutschen Raum) in der Lage, links-progressive Utopien zu erzählen, in denen das Ideal zwar hochgehalten, aber durchaus, intelligent und manchmal sogar spitzfindig hinterfragt wird. Das sind für mich echte Utopien, die Skill und Gitgud verlangen. Eine Beweisführung, warum dein Ideal das einzig Richtige ist und deine Widersprecher (Kapitalisten, Rechte, Linke, Nicht-Christen, whatever) allesamt dumm und böse sind, braucht bis auf handwerkliche Kunst nicht viel – außer Überzeugung. Aber gut, was will ich, wenn nicht meine Meinung bestätigt sehen?  :bighlaugh: 
 

 

Ich bin ja bekennender Fan von beiden Autor*innen, aber von Yvonne fällt mir keiner ein, den ich als utopisch lese. Daher wäre ich jetzt neugierig, wenn du es verraten magst, an welchen Text du gedacht hast.


Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

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#84 Rezensionsnerdista

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    Yvonne

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Geschrieben 19 April 2026 - 19:03

Mir fallen drei ein, die jol aber alle drei nicht kennt :)

Alle anderen sind in der Tendenz eher düster

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#85 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 19 April 2026 - 19:08

Was? Ich habe utopische Geschichten von dir verpasst? Wo kann ich sie nachlesen?


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#86 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 19 April 2026 - 19:53

Da ich Yvonne auch privat als mindestens gute Bekannte und gute Gesprächspartnerin schätze, bin ich lieber vorsichtig. "Nano-Godt" war selbstverständlich exzellent, ebenso wie "Morsche Haut", wobei man bei beiden natürlich drum streiten kann, ob sie wirklich Utopien waren. Aber eine ihrer bisher besten konntest du noch nicht lesen, weil sie noch nicht veröffentlicht worden ist (wobei ich die Wochen runterzähle, bis sie das wird).

 

 

Mir fallen drei ein, die jol aber alle drei nicht kennt :)

Alle anderen sind in der Tendenz eher düster

Unpopular opinion: Stanisław Lem und Eiichirō Oda, die absoluten Meister der Utopie, schrieben beide mehrere düstere Utopien. Das tat auch Rhianna Pratchett (yep, die Tochter von Terry Pratchett), die mit "Mirror's Edge" die aus meiner Sicht die mit Abstand schönste-düstere Utopie überhaupt geschaffen hat.


"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"


#87 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 19 April 2026 - 21:48

Gerade weil ich immer noch glaube, dass die Smartokratie eines der Werke werden kann, das "Alien: Contagium" von seinem Thron als Lithmustest stößt. Hier kann man mir jetzt toxic positivity unterstellen  :bighlaugh:

 

Danke für die Blumen, Max. Ich bin stolz auf die Anthologie – (ja, wirklich! Da sind großartige Geschichten drin!) –, aber auf einem Thron sehe ich sie nicht. Da muss ich im Regal nur zu "Dangerous Visions (*), "Science-Fiction Hall of Fame" (**), "Her Smoke Rose Up Forever" (**) oder "Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes" (**) schielen. 

 

(*) Der dritte Band wurde eigentlich durch Ergänzungen von JMS gerettet. Hier hatte Ellison wohl sein Gespür verloren.

(**) Ja, sind Best-ofs. Aber eben das Beste der Besten.

 

 

Trotz allem Frust über weniger erquickliche Einsendungen, den ich voll und ganz nachfühlen kann, gibt es auch einen positiven Aspekt: Mein Wunsch geht auch immer in Richtung Originalität und Differenzierung, doch sind Redundanz und Einseitigkeit trotz allem auch ein Hinweis darauf, dass sich mit Ideen immerhin auseinander gesetzt wird, möge es auch nicht in der Art sein, die man sich wünscht. Wenn jemand sich die Mühe macht, eine Geschichte zu schreiben, und sogar den Mut aufbringt, sie zur Veröffentlichung anzubieten, dann bedeutet das Thema diesem Menschen etwas und er möchte irgendwie in den öffentlichen Diskurs einsteigen. Das mag zwar literarisch nicht immer befriedigend sein, aber es ist ja ein Akt der Beteiligung. Das finde ich gut, denn zu viele von uns, viel zu viele, schweigen duldsam, überlassen die Auseinandersetzung anderen und hoffen, alles wird gut. Das hat noch nie besonders überzeugend funktioniert. Was uns alle betrifft, sollten auch wir alle angehen. In dem Sinne: Nimm es nicht zu schwer, Christoph. Du wirst auch irgendwie Zeuge einer Art von Engagement.  ;)

 

Das ist mir durchaus bewusst – und der Teil von mir, der nicht Hrsg./Lektor ist, findet es großartig, dass sich Menschen ausdrücken wollen. 

Ich habe allerdings nie etwas von Heuchelei gehalten, daher kann ich nicht so tun, als hätte ich gerade die Qual der Wahl oder wäre begeistert. 

 

Das Gros der Texte nehme ich auch als interessante, menschliche Widersprüchlichkeit wahr: Keine:r der Autor:innen dürfte ohne Smartphone das Haus verlassen. Trotzdem zeichnen sie Alptraumszenarien davon bzw. betonen, wie viel besser es davor war. Mir leuchtet eben nicht ein, dass schreibende Menschen nicht ein paar Schritte weiter oder zur Seite denken wollen. 


SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com

  • (Buch) gerade am lesen:… Einsendungen und Manuskripte ...
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#88 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 19 April 2026 - 23:31

Danke für die Blumen, Max. Ich bin stolz auf die Anthologie – (ja, wirklich! Da sind großartige Geschichten drin!) –, aber auf einem Thron sehe ich sie nicht. Da muss ich im Regal nur zu "Dangerous Visions (*), "Science-Fiction Hall of Fame" (**), "Her Smoke Rose Up Forever" (**) oder "Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes" (**) schielen. 

 

(*) Der dritte Band wurde eigentlich durch Ergänzungen von JMS gerettet. Hier hatte Ellison wohl sein Gespür verloren.

(**) Ja, sind Best-ofs. Aber eben das Beste der Besten.

Das kann ich nicht beurteilen, wird aber mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit so sein. Irgendwelche Compilations aus den Besten der Besten sind da sicher mächtiger.

 

Mir geht es eher um die 30-60 Anthologien, die ich von 2022 bis heute lesen konnte (die Zahl variiert, weil ich mehrere in der Mitte abgebrochen habe). Das war querbeet von Fantasy über Science-fiction bis zu Erotik für Frauen – und auch nicht nur, weil sie mir als Autorenexemplar zugeschickt wurde. Ich habe auch "Alien: Eroticon", "Biokalypse", "Psyche mit Zukunft" und mehrere andere gelesen, in denen nichts von mir veröffentlicht wurde. Diese waren absolut nicht schlecht, aber von allen mir bekannten Ausschreibungsanthologien der letzten Jahre dominiert "Alien: Contagium" – und zwar mit Abstand. Ich würde noch "Der Tod kommt auf Zahnrädern" in die Nähe stellen, aber da gab es keine Ausschreibung. "Alien: Contagium" war und ist ein Lightning in a bottle, wie man in meiner Branche sagt.

Und das meine ich nicht nur als Lob, sondern auch mit professionellem Neid. Denn bis jetzt nage ich an dem Gedanken, wie du das hinbekommen hast. Warst du explizit grausam und hast hart ausgesiebt? Hast du auf irgendwelche Elemente geachtet, von denen du wusstest, dass sie einfach funktionieren? Hast du so Pipes Puzzle-mäßig lektoriert und angeordnet? Keine Sorge, eine Zeitlang hatte ich auch vermutet, dass du einen totalen Glückstreffer gelandet hast und ein gutes Maß an Professionalität auf perfekte Zufälle trafen. Aber ... das war's nicht. Das wissen wir alle. Für mich jedenfalls ist "Alien: Contagium" das Level, das man anstreben sollte, wenn man sich als Herausgeber versuchen will.

 

Da ich zudem von der Weltenportal Nr. 6 sehr beeindruckt war und die 7er auch stark mitzieht (was allein an den Comix liegt, machen wir uns da keine Illusionen), habe ich natürlich der "Smartokratie" die allerstärksten Chancen eingeräumt, dem "Alien: Contagium" endlich mal gefährlich zu werden. Und genau wie Jol, so hoffe ich natürlich auch, dazu beizutragen  :bighlaugh: Nur bei Moritz Boltz weiß ich, dass er es mit höchster Wahrscheinlichkeit wird. Der Mistkerl!


Bearbeitet von Maxmilian Wust, Gestern, 09:59.

"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"


#89 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben Gestern, 14:39

Interessant, dass dich "Alien: Contagium" so begeistert hat. Ich fand die Antho gut, aber mit 10,5 von 18 Punkten war sie für mich kein Stern am Anthohimmel: https://www.jol-rose...eridanus-verlag

 

Da sieht man mal wieder, wie verschieden Geschmäcker sind.


Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

Science-Fiction-Buchblog: https://www.jol-rose.../de/rezensionen

  • (Buch) gerade am lesen:Schildmaid
  • (Buch) als nächstes geplant:Empfindungsfähig
  • • (Film) gerade gesehen: Paradise
  • • (Film) als nächstes geplant: nope



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