Der Artikel ist als Kommentar gekennzeichnet. Das heißt, dass er subjektiv und unausgewogen sein kann.
Vorab meine generelle Meinung: Es wird immer Leute geben, die im Namen einer gut gemeinten Sache zu weit gehen, aber das heißt nicht, dass diese Menschen für eine Mehrheit stehen. Nicht jeder Muslim ist Islamist, nicht jeder Christ Kreationist. Nicht jeder Demonstrant (m(w/d) ist ein Randalierer.
Jetzt zum Kommentar:
Die positive Idee des Schutzes von Minderheiten und des Ausgleichs von Ungerechtigkeiten ist in ein starres, einengendes Schubladendenken mit pessimistischem Welt- und Menschenbild gedreht, sodass eine schwer überwindbare Wand zwischen Benachteiligten und Privilegierten entstehen kann.
Diese steile These wird nicht belegt, sondern behauptet.
Als nächstes wird der Begriff "Wokeness" mit der Duden-Definition erklärt. Den Duden ziehe ich in Fragen der Grammatik zu Rate, aber er ersetzt kein Lexikon.
und mit Verweis auf die knappe Duden-Definition von „woke“: im hohen Maß politisch wach und engagiert gegen (insbesondere rassistische, sexistische, soziale) Diskriminierung. Letztere enthält, im Kern, zumindest aus psychologischer Perspektive, schon einen leisen Hinweis auf das potentiell Ungesunde: ein Übermaß an Wachheit, die wir in der klinischen Psychologie als Erscheinungsformen pathologischer Angst, von Manien oder gar wahnhafter Zuständen kennen.
Ein hohes Maß ist gleich ein Übermaß? Demnach ist eine hochintelligente Person also zu intelligent? Die Herleitung ist fragwürdig.
Durch ihre unkritische Wiederholung mit dem Anschein von Faktizität in etablierten Medien sickern die woken Annahmen mehr und mehr unbemerkt in das Denken von Rezipienten ein, werden mit der Zeit zur gefühlten Wahrheit.
Wieder eine Behauptung, die nicht belegt wird. Nicht die einzige.
Mein Fazit: Der Text strotzt voller Behauptungen, die nicht belegt werden. Daher ist er als unsachlich zu bewerten.
Für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema "woke" ungeeignet.
Ich frage mich außerdem, wie qualifiziert diese Psychologin ist, weil ich eher den Eindruck habe, dass hier eine Laiin schreibt.