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Jenseits des Zeitgeistes lauern Gespenster - Anti-Wokeness Phantastik

Michael Tillmann Kurzgeschichten Horror Wokeness Phantastik Collection Blitz-Verlag

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48 Antworten in diesem Thema

#31 Michael Tillmann

Michael Tillmann

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Geschrieben 20 Januar 2026 - 14:23

Ja, ist es auch. Hier wird der Wokismus recht gut beschrieben (wenn auch meiner Ansicht nach immer noch beschönigend): https://westendverla...95a2e76a6696516


Die Verwendung des Wortes "Planwirtschaft" im LINK erobert mein Herz im Sturm. Hier zeigt ein einziges Wort direkt Ross und Reiter an! Geniale Wortwahl von der Dame!
Autonomer Autor! KEIN Mitglied der PAN.
Autor von "Jenseits des Zeitgeistes lauern Gespenster. ANTI-Wokeness-Phantastik"
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#32 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 20 Januar 2026 - 14:35

Mir fallen sofort die Parallelen zur Sprache des Dritten Reiches auf. Statt dem angeblichen jüdischen Gift ist es nun der Wokismus (was auch immer das sein soll), der uns nun alle vergiftet und dem wir ach so hilflos ausgeliefert sind, wenn wir nicht machtvoll ausgrenzend dagegen schlagen. Eine wirkliche Debatte sieht anders aus, daher verabschiede ich mich hier auch schon wieder.


Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

Science-Fiction-Buchblog: https://www.jol-rose.../de/rezensionen

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#33 Michael Tillmann

Michael Tillmann

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Geschrieben 20 Januar 2026 - 15:33

Mir fallen sofort die Parallelen zur Sprache des Dritten Reiches auf. Statt dem angeblichen jüdischen Gift ist es nun der Wokismus (was auch immer das sein soll), der uns nun alle vergiftet und dem wir ach so hilflos ausgeliefert sind, wenn wir nicht machtvoll ausgrenzend dagegen schlagen. Eine wirkliche Debatte sieht anders aus, daher verabschiede ich mich hier auch schon wieder.


ODER wir führen ohne Bezugnahme auf den von dir kritisierten Text und die kritisierte Wortwahl ganz offen die Debatte.

Dazu lade ich dich herzlich ein!

.
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#34 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 20 Januar 2026 - 16:36

Michael, wir haben offenbar sehr verschiedene Ansichten darüber, was einladend ist. Deine Antwort auf meine Frage zum Thema einer von dir herausgegebenen Anthologie jedenfalls war für mich maximal uneinladend. Da fehlt einfach jede Debattengrundlage, wenn wir nicht einmal darüber sprechen können, worüber wir uns eigentlich austauschen wollen. Das ist auch darum wichtig zu wissen, weil mögliche Interpretationen des Themas Menschen wie mir in D (und weltweit) keine Lebensrechte zugestehen und wir vor dem Hintergrund sprechen, dass queere Menschen von denen, auf die sprachlich Bezug genommen wird, systematisch ermordet worden sind und gerade auch in vielen Ländern systematisch ermordet werden. Da von "ich lade zur offenen Debatte ein" zu schreiben, hat schon mehr als nur ein Geschmäckle. Darüber, ob es vielleicht in Ordnung wäre, mich und meine Identität auszulöschen und unter Strafe zu stellen, möchte ich nämlich gar nicht diskutieren (oh was Wunder).


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#35 rostig

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Geschrieben 20 Januar 2026 - 16:51

Der oben zitierte Westendverlag ist  u.a. auch auf Youtube sehr aktiv und vertritt AfD-nahe Thesen wie z.B. dass wir unsere guten Beziehungen zu Russland unnötig für die Ukraine geopfert haben. Wokeness meint im Kern Wachsamkeit gegen Diskrimination = Political Correctness. Wie alle Tugenden kann man es übertreiben (frömmeln) aber es bleibt trotzdem eine positive Aktivität. 



#36 Michael Tillmann

Michael Tillmann

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Geschrieben 20 Januar 2026 - 17:12

Michael, wir haben offenbar sehr verschiedene Ansichten darüber, was einladend ist. Deine Antwort auf meine Frage zum Thema einer von dir herausgegebenen Anthologie jedenfalls war für mich maximal uneinladend. Da fehlt einfach jede Debattengrundlage, wenn wir nicht einmal darüber sprechen können, worüber wir uns eigentlich austauschen wollen. Das ist auch darum wichtig zu wissen, weil mögliche Interpretationen des Themas Menschen wie mir in D (und weltweit) keine Lebensrechte zugestehen und wir vor dem Hintergrund sprechen, dass queere Menschen von denen, auf die sprachlich Bezug genommen wird, systematisch ermordet worden sind und gerade auch in vielen Ländern systematisch ermordet werden. Da von "ich lade zur offenen Debatte ein" zu schreiben, hat schon mehr als nur ein Geschmäckle. Darüber, ob es vielleicht in Ordnung wäre, mich und meine Identität auszulöschen und unter Strafe zu stellen, möchte ich nämlich gar nicht diskutieren (oh was Wunder).


Meine persönliche Meinung wäre, es könnte psychologisch sinnvoller sein sich seinen Ängsten zu stellen, anstatt sich in sichere Räume zurückziehen.

Gut, dann diskutieren wir halt nicht.

Ich dachte ja nur, weil du ja heute eine Frage in diesem Thread gestellt hattest, würdest du vielleicht meine Einladung annehmen.

Der oben zitierte Westendverlag ist  u.a. auch auf Youtube sehr aktiv und vertritt AfD-nahe Thesen wie z.B. dass wir unsere guten Beziehungen zu Russland unnötig für die Ukraine geopfert haben. Wokeness meint im Kern Wachsamkeit gegen Diskrimination = Political Correctness. Wie alle Tugenden kann man es übertreiben (frömmeln) aber es bleibt trotzdem eine positive Aktivität.


Da hast du recht. Vielleicht was grundsätzlich positiv gemeint war ist irgendwann gekippt
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#37 Helli-S

Helli-S

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Geschrieben 20 Januar 2026 - 17:16

Mit dem zitierten Artikel kann ich mich auch nicht einverstanden erklären. Mich beschleicht das Gefühl, dass dort auf perfide Weise Dinge verdreht werden. Da gebe ich Jol vollkommen Recht.

 

Überdreht ist es für meinen Geschmack, wenn ich sage "Als Kind habe ich gern Pippi Langstumpf gelesen" und ich dann bezichtigt werde, ich würde rassistische Literatur propagieren. So als Besispiel.


Viele Grüße, Helli

 

 

 

Immer cool bleiben.


#38 J. A. Hagen

J. A. Hagen

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Geschrieben 20 Januar 2026 - 17:33

Der Artikel ist als Kommentar gekennzeichnet. Das heißt, dass er subjektiv und unausgewogen sein kann.

 

Vorab meine generelle Meinung: Es wird immer Leute geben, die im Namen einer gut gemeinten Sache zu weit gehen, aber das heißt nicht, dass diese Menschen für eine Mehrheit stehen. Nicht jeder Muslim ist Islamist, nicht jeder Christ Kreationist. Nicht jeder Demonstrant (m(w/d) ist ein Randalierer.

 

Jetzt zum Kommentar:
 

Die positive Idee des Schutzes von Minderheiten und des Ausgleichs von Ungerechtigkeiten ist in ein starres, einengendes Schubladendenken mit pessimistischem Welt- und Menschenbild gedreht, sodass eine schwer überwindbare Wand zwischen Benachteiligten und Privilegierten entstehen kann. 

 

Diese steile These wird nicht belegt, sondern behauptet.

 

Als nächstes wird der Begriff "Wokeness" mit der Duden-Definition erklärt. Den Duden ziehe ich in Fragen der Grammatik zu Rate, aber er ersetzt kein Lexikon. 
 

und mit Verweis auf die knappe Duden-Definition von „woke“: im hohen Maß politisch wach und engagiert gegen (insbesondere rassistische, sexistische, soziale) Diskriminierung. Letztere enthält, im Kern, zumindest aus psychologischer Perspektive, schon einen leisen Hinweis auf das potentiell Ungesunde: ein Übermaß an Wachheit, die wir in der klinischen Psychologie als Erscheinungsformen pathologischer Angst, von Manien oder gar wahnhafter Zuständen kennen. 

 

Ein hohes Maß ist gleich ein Übermaß? Demnach ist eine hochintelligente Person also zu intelligent? Die Herleitung ist fragwürdig.
 

Durch ihre unkritische Wiederholung mit dem Anschein von Faktizität in etablierten Medien sickern die woken Annahmen mehr und mehr unbemerkt in das Denken von Rezipienten ein, werden mit der Zeit zur gefühlten Wahrheit.

 

Wieder eine Behauptung, die nicht belegt wird. Nicht die einzige.

Mein Fazit: Der Text strotzt voller Behauptungen, die nicht belegt werden. Daher ist er als unsachlich zu bewerten. 
Für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema "woke" ungeeignet. 

Ich frage mich außerdem, wie qualifiziert diese Psychologin ist, weil ich eher den Eindruck habe, dass hier eine Laiin schreibt.

 


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#39 Michael Tillmann

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Geschrieben 20 Januar 2026 - 18:27

Kennt denn jemand einen Text, der so ausgewogen ist, dass er für alle als Diskussionsgrundlage OK ist?
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#40 J. A. Hagen

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Geschrieben 21 Januar 2026 - 08:48

Worüber möchtest Du diskutieren? Über Wokeness bzw. woke per se bzw. über Sinn und Zweck, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass Menschen in unserer Gesellschaft benachteiligt sein könnten, weil sie einer bestimmten Bevölkerungsgruppe angehören, oder über das überschießende Verhalten von Splittergruppen, die als woke bezeichnet werden, aber leider nur die Sache in Verruf bringen?


Bearbeitet von J. A. Hagen, 21 Januar 2026 - 08:49.

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#41 Michael Tillmann

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Geschrieben 21 Januar 2026 - 12:34

Worüber möchtest Du diskutieren? Über Wokeness bzw. woke per se bzw. über Sinn und Zweck, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass Menschen in unserer Gesellschaft benachteiligt sein könnten, weil sie einer bestimmten Bevölkerungsgruppe angehören, oder über das überschießende Verhalten von Splittergruppen, die als woke bezeichnet werden, aber leider nur die Sache in Verruf bringen?


Eigentlich geht es mir primär um mein Buch. Logisch! Da aber eine sekündäre Diskussion aufkommen ist, was Wokeness überhaupt ist, wollte ich mich dieser Frage gerne stellen. Daher hab ich letztlich in die Runde gefragt, wer einen Text über Wokeness kennt, der für eine solche Diskussion geeignet wäre.
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#42 Jannis

Jannis

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Geschrieben 21 Januar 2026 - 13:15

Ich würde gerne darüber diskutieren, wie gerade die rechte Szene die fehlgeleitete Diskussion um "Wokeness" benutzt, um bestimmte Ziele zu erreichen und Bevölkerungsgruppen zu diffamieren.
 
Siehe: Samaras G (2025) Battleground Europe: the rise of anti-woke movements and their threat to democracy. Front. Polit. Sci. 7:1568816. doi: 10.3389/fpos.2025.1568816
 
Kernpunkte:
Waffen-Einsatz von Sprache: Politiker nutzen "Anti-Woke"-Rhetorik als politische Waffe. Themen wie LGBTQ+-Rechte oder Klimaschutz werden als "fremde Ideologien" (oft aus den USA importiert) dargestellt, um Ängste in der Bevölkerung zu schüren.
 
Gefahr für die Demokratie: Der Autor argumentiert, dass diese Bewegungen die Demokratie gefährden. Warum? Weil sie versuchen, schutzbedürftige Gruppen (wie Transpersonen oder Migranten) auszugrenzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen.
 
Ansteckungseffekt bei der Mitte: Ein zentraler Punkt des Papers ist, dass auch Parteien der politischen Mitte (z. B. die CDU in Deutschland unter Friedrich Merz oder Emmanuel Macron in Frankreich) beginnen, diese Sprache zu übernehmen. Das Paper warnt davor: Wenn die Mitte "Anti-Woke"-Themen besetzt, stärkt das oft nur die extremen Parteien, weil diese als das "Original" wahrgenommen werden.
 
Bsp Deutschland: Hier wird "Woke-Kultur" oft mit Debatten über Gendern und Migration verknüpft, besonders von der AfD, aber zunehmend auch in der Union.

Meistens gut gelaunt, offen für sehr viel und immer für eine angeregte Diskussion zu haben!

  • (Buch) gerade am lesen:Andymon - Angela Steinmüller und Karlheinz Steinmüller

#43 Jol Rosenberg

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Geschrieben 21 Januar 2026 - 19:38

Oh danke, Jannis. Wenn es darum gehen soll, bin ich gern dabei. Die Grundlage dafür wäre für mich eine Definition des Themas. Hier sind ja schon mehrere Definitionen versucht worden, spannenderweise aber nicht vor dir, Michael. (Und für das verlinkte Buch der Kollegin kann ich mich einfach nur schämen. Daran ist nichts fachlich fundiert.) Ich finde es arg befremdlich, dass du eine Anthologie zu einem Thema herausgibst (dazu also Leute eingeladen und Texte ausgewählt hast), dann aber auf Nachfrage gar nicht sagen kannst oder willst, wie du dein Thema definierst. Im Gegenteil, das Thema "kann nur jeder Mensch mit sich ganz alleine ausmachen." Dann ist das diese Anti-Wokeness wirklich nichts weiter als ein Gespenst, etwas nicht Existentes, Ausgedachtes, vor dem man sich ein bissel fürchtet, das aber gleichzeitig niemand ernst nimmt.

 

Auch ich verstehe Wokeness als einen Begriff, der von Schwarzen US-Amerikaner*innen geprägt wurde für Menschen, die sich mit Diskriminierung beschäftigen und für mehr Gleichheit einsetzen. Er wurde dann ausgeweitet auf Diskriminierungssensibilität allgemein. Der Begriff meint Menschen, die versuchten und versuchen, sensibler für Ausschlüsse und Ungleichheiten zu werden und sie zu minimieren, er kann aber nur von außen zugeschrieben werden. Zunehmend nehme ich den Begriff als rechten Kampfbegriff wahr. Woke ist dann alles, was anstrengend, unbequem oder kritisch ist, im Sinne von dass es den Status Quo in Frage stellt. Es wird also ein ursprünglich von Schwarzen besetzter Begriff umgedeutet, lächerlich gemacht, verunglimpft, was schon an sich etwas aussagt.

Was ist dann also Anti-Wokeness? Anti-Wokeness lese ich als das Beharren darauf, an den verinnerlichen Diskriminierungen und den eigenen Privilegien festzuhalten. Wird dazu eine Anthologie veröffentlicht, dann nehme ich an, dass der Herausgeber dazu eingeladen hat, möglichst rassistische, sexistische, transfeindliche und anderweitig diskriminierende Texte einzusenden, die sich bitte auch noch über Leute lustig machen, die sich für mehr Menschlichkeit einsetzen. Stellt sich die Frage, warum ich das lesen sollte. Diskriminierung erlebe ich jeden Tag gratis auf der Straße, die muss ich mir nicht extra per Buch oder Thread abholen. Und diskriminierende Texte gibt es auch zuhauf, da kann ich in jede Exodus oder Nova schauen. Oder ich lese einfach einen beliebigen vierzig Jahre alten Text.

 

Eine kritische Auseinandersetzung mit Diskriminierungssensibilität wird an vielen Stellen und sehr intensiv geführt. Meine Wahrnehmung ist jedoch, dass die, die sie führen, nicht grundlegend in Frage stellen, dass es schön wäre, Menschen nicht aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihres Geschlechts, von Behinderung, kognitiver Kapazität oder oder oder zu diskiminieren. Dafür zu streiten, weiter unhinterfragt diskriminieren und das Recht des Stärkeren leben zu dürfen, ist ja nochmal eine ganz andere Sache. Zu dem Thema wüsste ich auch nicht, worüber ich diskutieren sollte.


Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

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#44 Michael Tillmann

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Geschrieben 21 Januar 2026 - 20:07

 

Ich würde gerne darüber diskutieren, wie gerade die rechte Szene die fehlgeleitete Diskussion um "Wokeness" benutzt, um bestimmte Ziele zu erreichen und Bevölkerungsgruppen zu diffamieren.
 
Siehe: Samaras G (2025) Battleground Europe: the rise of anti-woke movements and their threat to democracy. Front. Polit. Sci. 7:1568816. doi: 10.3389/fpos.2025.1568816
 
Kernpunkte:
Waffen-Einsatz von Sprache: Politiker nutzen "Anti-Woke"-Rhetorik als politische Waffe. Themen wie LGBTQ+-Rechte oder Klimaschutz werden als "fremde Ideologien" (oft aus den USA importiert) dargestellt, um Ängste in der Bevölkerung zu schüren.
 
Gefahr für die Demokratie: Der Autor argumentiert, dass diese Bewegungen die Demokratie gefährden. Warum? Weil sie versuchen, schutzbedürftige Gruppen (wie Transpersonen oder Migranten) auszugrenzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen.
 
Ansteckungseffekt bei der Mitte: Ein zentraler Punkt des Papers ist, dass auch Parteien der politischen Mitte (z. B. die CDU in Deutschland unter Friedrich Merz oder Emmanuel Macron in Frankreich) beginnen, diese Sprache zu übernehmen. Das Paper warnt davor: Wenn die Mitte "Anti-Woke"-Themen besetzt, stärkt das oft nur die extremen Parteien, weil diese als das "Original" wahrgenommen werden.
 
Bsp Deutschland: Hier wird "Woke-Kultur" oft mit Debatten über Gendern und Migration verknüpft, besonders von der AfD, aber zunehmend auch in der Union.

 

 

Darf ich mir bitte erlauben, Dir einen Tipp zu geben? Es ist aus Gründen der Strategie in Diskussionen nicht gerade zielführend, wenn man schon im ersten (Ok, zweiten) Beitrag eines Threads direkt die ganz dicke NAZI-Keule herausholt. Das ist kontraproduktiv. 

 

OK, da sind die Nazis. Natürlich gibt es Nazis. Aber warum werden nur die bösen Nazis erwähnt? Ganz unbestreitbar gibt es unten den jungen Männern aus fremden Kulturkreisen auch viele, die nicht gerade sehr woke angehaucht sind. Wenn man vor zwei Jahren allgemein die Probleme mit dieser Gruppe erwähnte, so wurde man direkt scharf angegangen. Aber nach der Veröffentlichung der letzten amtlichen Kriminalstatistik sind alle verstummt, die vorher empört waren. Die Fakten sind die Fakten, da hilft auch keine Empörung und kein Abstreiten. Die Juden fühlen sich nicht mehr sicher in Deutschland. Und das liegt nicht an irgendwelchen Skinheads. Was sagst Du den Juden?

 

Aber man muß wirklich kein Nazi sein oder "durch Nazis angesteckt" sein, um Sachen kritisch zu sehen. Was sagst Du denn bitte den ganzen Leute da draußen in Deutschland, die es sehr seltsam finden, wenn Menschen mit XY Chromosomen im Kampfsport Menschen mit XX Chromosomen gegenüber stehen? Was sagst du den Frauen, die das nicht gut finden? Haben diese Frauen nicht auch ihre Rechte?

 

Ich wohne ja in Köln. Was sagst Du den Homosexuellen hier in Köln, die über Jahre ganz prima akzeptiert waren (tolle gemeinsame Partys!), aber jetzt von den neuen Spannung genervt sind, die alle, nach Meinung einiger Homosexueller, erst durch Übertreibungen in den Reihen der woken Szene entstanden sind. Ist das nicht kontraproduktiv? Was sagt man diesen Homosexuellen, die genervt von Wokeness sind.? 

 

Natürlich kann man das alles abstreiten, aber das ist nicht zielführend ...

 

PS: Hat jemand "Fundvogel" (den Science Fiction Roman aus der Vorkriegszeit) von Hanns Heinz Ewers gelesen, der das Thema Geschlechtsumwandlung behandelt? Ist der Roman interessant? Lohnt sich die Lektüre?


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#45 Michael Tillmann

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Geschrieben 21 Januar 2026 - 20:19

Oh danke, Jannis. Wenn es darum gehen soll, bin ich gern dabei. Die Grundlage dafür wäre für mich eine Definition des Themas. Hier sind ja schon mehrere Definitionen versucht worden, spannenderweise aber nicht vor dir, Michael. (Und für das verlinkte Buch der Kollegin kann ich mich einfach nur schämen. Daran ist nichts fachlich fundiert.) Ich finde es arg befremdlich, dass du eine Anthologie zu einem Thema herausgibst (dazu also Leute eingeladen und Texte ausgewählt hast), dann aber auf Nachfrage gar nicht sagen kannst oder willst, wie du dein Thema definierst. Im Gegenteil, das Thema "kann nur jeder Mensch mit sich ganz alleine ausmachen." Dann ist das diese Anti-Wokeness wirklich nichts weiter als ein Gespenst, etwas nicht Existentes, Ausgedachtes, vor dem man sich ein bissel fürchtet, das aber gleichzeitig niemand ernst nimmt.

 

Auch ich verstehe Wokeness als einen Begriff, der von Schwarzen US-Amerikaner*innen geprägt wurde für Menschen, die sich mit Diskriminierung beschäftigen und für mehr Gleichheit einsetzen. Er wurde dann ausgeweitet auf Diskriminierungssensibilität allgemein. Der Begriff meint Menschen, die versuchten und versuchen, sensibler für Ausschlüsse und Ungleichheiten zu werden und sie zu minimieren, er kann aber nur von außen zugeschrieben werden. Zunehmend nehme ich den Begriff als rechten Kampfbegriff wahr. Woke ist dann alles, was anstrengend, unbequem oder kritisch ist, im Sinne von dass es den Status Quo in Frage stellt. Es wird also ein ursprünglich von Schwarzen besetzter Begriff umgedeutet, lächerlich gemacht, verunglimpft, was schon an sich etwas aussagt.

Was ist dann also Anti-Wokeness? Anti-Wokeness lese ich als das Beharren darauf, an den verinnerlichen Diskriminierungen und den eigenen Privilegien festzuhalten. Wird dazu eine Anthologie veröffentlicht, dann nehme ich an, dass der Herausgeber dazu eingeladen hat, möglichst rassistische, sexistische, transfeindliche und anderweitig diskriminierende Texte einzusenden, die sich bitte auch noch über Leute lustig machen, die sich für mehr Menschlichkeit einsetzen. Stellt sich die Frage, warum ich das lesen sollte. Diskriminierung erlebe ich jeden Tag gratis auf der Straße, die muss ich mir nicht extra per Buch oder Thread abholen. Und diskriminierende Texte gibt es auch zuhauf, da kann ich in jede Exodus oder Nova schauen. Oder ich lese einfach einen beliebigen vierzig Jahre alten Text.

 

Eine kritische Auseinandersetzung mit Diskriminierungssensibilität wird an vielen Stellen und sehr intensiv geführt. Meine Wahrnehmung ist jedoch, dass die, die sie führen, nicht grundlegend in Frage stellen, dass es schön wäre, Menschen nicht aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihres Geschlechts, von Behinderung, kognitiver Kapazität oder oder oder zu diskiminieren. Dafür zu streiten, weiter unhinterfragt diskriminieren und das Recht des Stärkeren leben zu dürfen, ist ja nochmal eine ganz andere Sache. Zu dem Thema wüsste ich auch nicht, worüber ich diskutieren sollte.

 

Folgende INFO:

 

Es gibt keine Anthologie und es wird wahrscheinlich auch keine in der Zukunft geben. Man findet einfach nicht genug Leute, die das Thema überhaupt noch interessiert. Viele glauben leider, daß Thema ist so oder so schon durch. Angesichts von Kriegen, Wirtschaftskrise, Einbruch der Konjunktur in Deutschland, Gewalt an Bahnhöfen, Energiekrise, Judenhass etc. wollen die Leute über andere Themen schreiben. Angesichts der Probleme interessieren zum Beispiel neue Pronomen einfach niemand mehr.

 

Das größte Manko meines Buches ist, daß ich es nicht früher am Markt etablieren konnte. Wokeness interessiert immer weniger. Dabei sind die Probleme noch nicht gelöst!


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#46 Michael Tillmann

Michael Tillmann

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Geschrieben 21 Januar 2026 - 22:16

PS: Falls jemand den Faden verloren hat: Es gibt mein Buch mit meinen Geschichten, aber es gibt keine separate Anthologie mit mehreren Autoren.
Autonomer Autor! KEIN Mitglied der PAN.
Autor von "Jenseits des Zeitgeistes lauern Gespenster. ANTI-Wokeness-Phantastik"
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#47 rostig

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Geschrieben 22 Januar 2026 - 07:31

Gute Anmerkung! Es geht um ein Buch und wir sollten keine Grundsatzdiskussion lostreten sondern den Thread auf die begrenzen, die das Buch gelesen haben.



#48 Jol Rosenberg

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Geschrieben 22 Januar 2026 - 12:45

Na jetzt wird es lustig. Der Autor des Buches lädt zu einer Grundsatzdiskussion ein und weigert sich, über den Inhalt seines Buches (das ich fälschlicherweise für eine Anthologie hielt) zu sprechen. Und dann kommt jemand und meint, man solle doch über das Buch sprechen. Ja, was denn nun?

 

Darf ich mir bitte erlauben, Dir einen Tipp zu geben? Es ist aus Gründen der Strategie in Diskussionen nicht gerade zielführend, wenn man schon im ersten (Ok, zweiten) Beitrag eines Threads direkt die ganz dicke NAZI-Keule herausholt. Das ist kontraproduktiv. 

 

OK, da sind die Nazis. Natürlich gibt es Nazis. Aber warum werden nur die bösen Nazis erwähnt? Ganz unbestreitbar gibt es unten den jungen Männern aus fremden Kulturkreisen auch viele, die nicht gerade sehr woke angehaucht sind. Wenn man vor zwei Jahren allgemein die Probleme mit dieser Gruppe erwähnte, so wurde man direkt scharf angegangen. Aber nach der Veröffentlichung der letzten amtlichen Kriminalstatistik sind alle verstummt, die vorher empört waren. Die Fakten sind die Fakten, da hilft auch keine Empörung und kein Abstreiten. Die Juden fühlen sich nicht mehr sicher in Deutschland. Und das liegt nicht an irgendwelchen Skinheads. Was sagst Du den Juden?

 

Aber man muß wirklich kein Nazi sein oder "durch Nazis angesteckt" sein, um Sachen kritisch zu sehen. Was sagst Du denn bitte den ganzen Leute da draußen in Deutschland, die es sehr seltsam finden, wenn Menschen mit XY Chromosomen im Kampfsport Menschen mit XX Chromosomen gegenüber stehen? Was sagst du den Frauen, die das nicht gut finden? Haben diese Frauen nicht auch ihre Rechte?

 

Ich wohne ja in Köln. Was sagst Du den Homosexuellen hier in Köln, die über Jahre ganz prima akzeptiert waren (tolle gemeinsame Partys!), aber jetzt von den neuen Spannung genervt sind, die alle, nach Meinung einiger Homosexueller, erst durch Übertreibungen in den Reihen der woken Szene entstanden sind. Ist das nicht kontraproduktiv? Was sagt man diesen Homosexuellen, die genervt von Wokeness sind.? 

 

Natürlich kann man das alles abstreiten, aber das ist nicht zielführend ...

 

PS: Hat jemand "Fundvogel" (den Science Fiction Roman aus der Vorkriegszeit) von Hanns Heinz Ewers gelesen, der das Thema Geschlechtsumwandlung behandelt? Ist der Roman interessant? Lohnt sich die Lektüre?

 

Michael, ich finde es enorm unangenehm, wenn du hier andere Menschen herablassend behandelst und bitte dich, das zu unterlassen. Vielleicht führst du Diskussionen strategisch, ich gebe zu: Ich tue das nicht. Ich versuche, Menschen zu begegnen, mich für ihre Meinungen zu interessieren und in einen Austausch mit ihnen zu kommen. Wenn sie dabei, wie du, faschistische Rhetorik verwenden, dann frage ich nach. Du hast diese Frage beantwortet und dich klar dazu entschieden, dich nicht von Nazi-Rhetorik abzugrenzen. Und nun holst du nochmal aus, um uns auf dem Silbertablett Nazirhetorik zu servieren, inklusive dem, was in dem von Jannis verlinkten wissenschaftlichen Artikel so schön beschrieben wird: "This stance has resulted in efforts to marginalize LGBTQ+ rights, restrict migration, and condemn Islam, with some of these views frequently accompanied by conspiracy theories and hate speech (Nygreen and Ives, 2024). By 2023, the term had not only become widely misunderstood by the public but was also increasingly used in a ridiculing manner"

 

Michael, du fragst: "Warum werden nur die bösen Nazis erwähnt?" Schöne Frage. Warum erwähnen wir nicht auch die schönen Autobahnen?

Was genau meinst du wohl mit "fremden Kulturkreisen"? Und dann behauptest du etwas über amtliche Statistiken, von denen ich mir sehr sicher bin, dass du dir nicht die Mühe gemacht hast, sie anzusehen. Denn dann hättest du sehr andere Fakten herausziehen müssen:

"Nach den teils deutlichen Anstiegen der polizeilich registrierten Straftaten in den vergangenen zwei Jahren – nach dem Ende der coronabedingten Beschränkungen – sank die Kriminalität 2024 erstmals wieder leicht. Hauptgrund dafür ist die Cannabis-Teillegalisierung mit ihren Auswirkungen auf die Statistik."

 

Die letzten Statistiken sind von 2024. Vermutlich beziehst du dich auf diesen Satz: "Gestiegen ist auch die Gewaltkriminalität durch nichtdeutsche Tatverdächtige (+7,5 Prozent, 2024: 85.012 nichtdeutsche Tatverdächtige)."

DIe BKA-Statistik enthält dazu einige Erklärungen:

 

"Bei der Interpretation dieser unterschiedlichen Tatverdächtigenbelastung bei Deutschen und Nichtdeutschen müssen jedoch folgende Punkte beachtet werden:

  • Herkunftsunabhängig ist die Kriminalitätsbelastung bei jungen Menschen und bei Männern deutlich überdurchschnittlich. Das bedeutet: Eine Bevölkerungsgruppe mit einem höheren Anteil an Männern und an jüngeren Menschen – wie es bei der nichtdeutschen Bevölkerung der Fall ist – weist alleine dadurch erwartbar eine höhere Kriminalitätsbelastung auf.
  • Die höhere Kriminalitätsbelastung ist auch aus einem weiteren Grund plausibel: Es ist bekannt, dass Personen mit Migrationsgeschichte tendenziell stärker von Risikofaktoren betroffen sind, die eine Begehung bestimmter Straftaten (beispielsweise Gewalt- und Eigentumsdelikte) herkunftsunabhängig wahrscheinlicher machen. Dazu zählen neben einer nachteiligen räumlichen und ökonomischen Lebenssituation auch psychische Belastungen, eigene Gewalterfahrungen in der Kindheit sowie positive Einstellungen gegenüber Gewalt.
  • Die PKS erfasst nur Straftaten, von denen die Polizei Kenntnis erlangt hat. Unterschiede in der Belastungszahl deutscher und nichtdeutscher Tatverdächtiger sind daher nicht unmittelbar mit einer tatsächlich unterschiedlichen Kriminalitätsbelastung dieser Bevölkerungsgruppen gleichzusetzen. Insbesondere die Anzeigequote kann hier eine Rolle spielen: Wenn etwa Straftaten unter Beteiligung nichtdeutscher Tatverdächtiger mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zur Anzeige gebracht werden als Straftaten mit deutschen Tatverdächtigen, kann dies ebenfalls zu höheren Belastungszahlen in der PKS führen. Tatsächlich gibt es Forschungsbefunde, die zeigen, dass Straftaten, an denen Personen beteiligt sind, die als „migrantisch“ oder „fremd“ wahrgenommenen werden (u.a. Nichtdeutsche), merklich häufiger angezeigt werden."

Quelle: https://www.bka.de/D..._2024_node.html

 

 

Das würde also nahelegen, dass, um die Straftaten zu minimieren, mehr Wokeness gut wäre: Weniger Diskriminierung, weniger prekäre Bedingungen. Und außerdem, bei allen Jugendlichen: Eine Infragestellung von Werten, die Gewalt gutheißen.

 

Du fragst nach den ganzen cis Frauen im Kampfsport, die nun plötzlich gegen trans Frauen antreten, wobei du dich weigerst, trans Frauen korrekt zu benennen. Ich gebe zu, ich kenne keine einzige solche cis Frau. Aber ich kenne eine Menge trans Frauen, die vergeblich nach Orten suchen, an denen sie sicher Sport treiben können. Was sagst du denen?

 

Ich freue mich auch enorm darüber, dass die Homosexuellen in deinem Kölner Umfeld so akzeptiert waren. Tatsächlich kenne ich in meinem sehr queeren Umfeld einige Leute, die in Köln gelebt haben oder dort aufgewachsen sind und niemand von denen berichtete von Akzeptanz. Manche berichteten, dass es in Köln weniger schlimm gewesen sei als anderswo, aber dass sich das nun ändert, hat mit dem Rechtsruck zu tun.

 

Folgende INFO:

 

Es gibt keine Anthologie und es wird wahrscheinlich auch keine in der Zukunft geben. Man findet einfach nicht genug Leute, die das Thema überhaupt noch interessiert. Viele glauben leider, daß Thema ist so oder so schon durch. Angesichts von Kriegen, Wirtschaftskrise, Einbruch der Konjunktur in Deutschland, Gewalt an Bahnhöfen, Energiekrise, Judenhass etc. wollen die Leute über andere Themen schreiben. Angesichts der Probleme interessieren zum Beispiel neue Pronomen einfach niemand mehr.

 

Das größte Manko meines Buches ist, daß ich es nicht früher am Markt etablieren konnte. Wokeness interessiert immer weniger. Dabei sind die Probleme noch nicht gelöst!

 

Ja, das Thema ist fürwahr nicht sehr interessant. Glücklicherweise kenne ich noch eine Menge Leute, die sich für mehr Menschlichkeit einsetzen mögen und sich dafür interessieren, einen diskriminierungsärmeren Alltag zu schaffen. Dass dich Neopronomen nicht interessieren müssen, zeigt nur, wie privilegiert du bist. Ich und viele Leute in meinem Umfeld haben dieses Privileg nicht.

 

Zum Buch kann ich nur sagen, dass ich den Titel merkwürdig finde: "Jenseits des Zeitgeists" - das verweist auf sich durchziehende Linien, die eben nichts mit Zeitgeist zu tun haben. "Lauern Gespenser" - das verweist auf sich durchziehende Linien, die als unangenehm wahrgenommen werden. Da fallen mir Themen ein wie Kolonialismus und Faschismus. Dann kommt aber der Nachsatz "Anti-Wokeness-Fantastik" und der scheint das Gegenteil zu meinen. Meines Erachtens ist dir da also schon beim Titel ein Fehler unterlaufen. Das spricht nicht für das Buch.

 

Ansonsten: Verleumdungen, Verdrehungen und Hass, eine Einladung zur Diskussion, die nichts weiter als eine Farce ist. rostig hat recht: Ich überlasse den Thread denen, die das Buch gelesen haben.


Bearbeitet von Jol Rosenberg, 22 Januar 2026 - 12:48.

Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

Science-Fiction-Buchblog: https://www.jol-rose.../de/rezensionen

  • (Buch) gerade am lesen:Schildmaid
  • (Buch) als nächstes geplant:Empfindungsfähig
  • • (Film) gerade gesehen: Paradise
  • • (Film) als nächstes geplant: nope

#49 Jannis

Jannis

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Geschrieben 22 Januar 2026 - 15:24

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Da es keinen Global-Mod mehr gibt, der freiwillig diesen Thread moderiert, wird er geschlossen, bevor der Thread eskaliert.


Meistens gut gelaunt, offen für sehr viel und immer für eine angeregte Diskussion zu haben!

  • (Buch) gerade am lesen:Andymon - Angela Steinmüller und Karlheinz Steinmüller



Auch mit einem oder mehreren dieser Stichwörter versehen: Michael Tillmann, Kurzgeschichten, Horror, Wokeness, Phantastik, Collection, Blitz-Verlag

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