Na jetzt wird es lustig. Der Autor des Buches lädt zu einer Grundsatzdiskussion ein und weigert sich, über den Inhalt seines Buches (das ich fälschlicherweise für eine Anthologie hielt) zu sprechen. Und dann kommt jemand und meint, man solle doch über das Buch sprechen. Ja, was denn nun?
Darf ich mir bitte erlauben, Dir einen Tipp zu geben? Es ist aus Gründen der Strategie in Diskussionen nicht gerade zielführend, wenn man schon im ersten (Ok, zweiten) Beitrag eines Threads direkt die ganz dicke NAZI-Keule herausholt. Das ist kontraproduktiv.
OK, da sind die Nazis. Natürlich gibt es Nazis. Aber warum werden nur die bösen Nazis erwähnt? Ganz unbestreitbar gibt es unten den jungen Männern aus fremden Kulturkreisen auch viele, die nicht gerade sehr woke angehaucht sind. Wenn man vor zwei Jahren allgemein die Probleme mit dieser Gruppe erwähnte, so wurde man direkt scharf angegangen. Aber nach der Veröffentlichung der letzten amtlichen Kriminalstatistik sind alle verstummt, die vorher empört waren. Die Fakten sind die Fakten, da hilft auch keine Empörung und kein Abstreiten. Die Juden fühlen sich nicht mehr sicher in Deutschland. Und das liegt nicht an irgendwelchen Skinheads. Was sagst Du den Juden?
Aber man muß wirklich kein Nazi sein oder "durch Nazis angesteckt" sein, um Sachen kritisch zu sehen. Was sagst Du denn bitte den ganzen Leute da draußen in Deutschland, die es sehr seltsam finden, wenn Menschen mit XY Chromosomen im Kampfsport Menschen mit XX Chromosomen gegenüber stehen? Was sagst du den Frauen, die das nicht gut finden? Haben diese Frauen nicht auch ihre Rechte?
Ich wohne ja in Köln. Was sagst Du den Homosexuellen hier in Köln, die über Jahre ganz prima akzeptiert waren (tolle gemeinsame Partys!), aber jetzt von den neuen Spannung genervt sind, die alle, nach Meinung einiger Homosexueller, erst durch Übertreibungen in den Reihen der woken Szene entstanden sind. Ist das nicht kontraproduktiv? Was sagt man diesen Homosexuellen, die genervt von Wokeness sind.?
Natürlich kann man das alles abstreiten, aber das ist nicht zielführend ...
PS: Hat jemand "Fundvogel" (den Science Fiction Roman aus der Vorkriegszeit) von Hanns Heinz Ewers gelesen, der das Thema Geschlechtsumwandlung behandelt? Ist der Roman interessant? Lohnt sich die Lektüre?
Michael, ich finde es enorm unangenehm, wenn du hier andere Menschen herablassend behandelst und bitte dich, das zu unterlassen. Vielleicht führst du Diskussionen strategisch, ich gebe zu: Ich tue das nicht. Ich versuche, Menschen zu begegnen, mich für ihre Meinungen zu interessieren und in einen Austausch mit ihnen zu kommen. Wenn sie dabei, wie du, faschistische Rhetorik verwenden, dann frage ich nach. Du hast diese Frage beantwortet und dich klar dazu entschieden, dich nicht von Nazi-Rhetorik abzugrenzen. Und nun holst du nochmal aus, um uns auf dem Silbertablett Nazirhetorik zu servieren, inklusive dem, was in dem von Jannis verlinkten wissenschaftlichen Artikel so schön beschrieben wird: "This stance has resulted in efforts to marginalize LGBTQ+ rights, restrict migration, and condemn Islam, with some of these views frequently accompanied by conspiracy theories and hate speech (Nygreen and Ives, 2024). By 2023, the term had not only become widely misunderstood by the public but was also increasingly used in a ridiculing manner"
Michael, du fragst: "Warum werden nur die bösen Nazis erwähnt?" Schöne Frage. Warum erwähnen wir nicht auch die schönen Autobahnen?
Was genau meinst du wohl mit "fremden Kulturkreisen"? Und dann behauptest du etwas über amtliche Statistiken, von denen ich mir sehr sicher bin, dass du dir nicht die Mühe gemacht hast, sie anzusehen. Denn dann hättest du sehr andere Fakten herausziehen müssen:
"Nach den teils deutlichen Anstiegen der polizeilich registrierten Straftaten in den vergangenen zwei Jahren – nach dem Ende der coronabedingten Beschränkungen – sank die Kriminalität 2024 erstmals wieder leicht. Hauptgrund dafür ist die Cannabis-Teillegalisierung mit ihren Auswirkungen auf die Statistik."
Die letzten Statistiken sind von 2024. Vermutlich beziehst du dich auf diesen Satz: "Gestiegen ist auch die Gewaltkriminalität durch nichtdeutsche Tatverdächtige (+7,5 Prozent, 2024: 85.012 nichtdeutsche Tatverdächtige)."
DIe BKA-Statistik enthält dazu einige Erklärungen:
"Bei der Interpretation dieser unterschiedlichen Tatverdächtigenbelastung bei Deutschen und Nichtdeutschen müssen jedoch folgende Punkte beachtet werden:
- Herkunftsunabhängig ist die Kriminalitätsbelastung bei jungen Menschen und bei Männern deutlich überdurchschnittlich. Das bedeutet: Eine Bevölkerungsgruppe mit einem höheren Anteil an Männern und an jüngeren Menschen – wie es bei der nichtdeutschen Bevölkerung der Fall ist – weist alleine dadurch erwartbar eine höhere Kriminalitätsbelastung auf.
- Die höhere Kriminalitätsbelastung ist auch aus einem weiteren Grund plausibel: Es ist bekannt, dass Personen mit Migrationsgeschichte tendenziell stärker von Risikofaktoren betroffen sind, die eine Begehung bestimmter Straftaten (beispielsweise Gewalt- und Eigentumsdelikte) herkunftsunabhängig wahrscheinlicher machen. Dazu zählen neben einer nachteiligen räumlichen und ökonomischen Lebenssituation auch psychische Belastungen, eigene Gewalterfahrungen in der Kindheit sowie positive Einstellungen gegenüber Gewalt.
- Die PKS erfasst nur Straftaten, von denen die Polizei Kenntnis erlangt hat. Unterschiede in der Belastungszahl deutscher und nichtdeutscher Tatverdächtiger sind daher nicht unmittelbar mit einer tatsächlich unterschiedlichen Kriminalitätsbelastung dieser Bevölkerungsgruppen gleichzusetzen. Insbesondere die Anzeigequote kann hier eine Rolle spielen: Wenn etwa Straftaten unter Beteiligung nichtdeutscher Tatverdächtiger mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zur Anzeige gebracht werden als Straftaten mit deutschen Tatverdächtigen, kann dies ebenfalls zu höheren Belastungszahlen in der PKS führen. Tatsächlich gibt es Forschungsbefunde, die zeigen, dass Straftaten, an denen Personen beteiligt sind, die als „migrantisch“ oder „fremd“ wahrgenommenen werden (u.a. Nichtdeutsche), merklich häufiger angezeigt werden."
Quelle: https://www.bka.de/D..._2024_node.html
Das würde also nahelegen, dass, um die Straftaten zu minimieren, mehr Wokeness gut wäre: Weniger Diskriminierung, weniger prekäre Bedingungen. Und außerdem, bei allen Jugendlichen: Eine Infragestellung von Werten, die Gewalt gutheißen.
Du fragst nach den ganzen cis Frauen im Kampfsport, die nun plötzlich gegen trans Frauen antreten, wobei du dich weigerst, trans Frauen korrekt zu benennen. Ich gebe zu, ich kenne keine einzige solche cis Frau. Aber ich kenne eine Menge trans Frauen, die vergeblich nach Orten suchen, an denen sie sicher Sport treiben können. Was sagst du denen?
Ich freue mich auch enorm darüber, dass die Homosexuellen in deinem Kölner Umfeld so akzeptiert waren. Tatsächlich kenne ich in meinem sehr queeren Umfeld einige Leute, die in Köln gelebt haben oder dort aufgewachsen sind und niemand von denen berichtete von Akzeptanz. Manche berichteten, dass es in Köln weniger schlimm gewesen sei als anderswo, aber dass sich das nun ändert, hat mit dem Rechtsruck zu tun.
Folgende INFO:
Es gibt keine Anthologie und es wird wahrscheinlich auch keine in der Zukunft geben. Man findet einfach nicht genug Leute, die das Thema überhaupt noch interessiert. Viele glauben leider, daß Thema ist so oder so schon durch. Angesichts von Kriegen, Wirtschaftskrise, Einbruch der Konjunktur in Deutschland, Gewalt an Bahnhöfen, Energiekrise, Judenhass etc. wollen die Leute über andere Themen schreiben. Angesichts der Probleme interessieren zum Beispiel neue Pronomen einfach niemand mehr.
Das größte Manko meines Buches ist, daß ich es nicht früher am Markt etablieren konnte. Wokeness interessiert immer weniger. Dabei sind die Probleme noch nicht gelöst!
Ja, das Thema ist fürwahr nicht sehr interessant. Glücklicherweise kenne ich noch eine Menge Leute, die sich für mehr Menschlichkeit einsetzen mögen und sich dafür interessieren, einen diskriminierungsärmeren Alltag zu schaffen. Dass dich Neopronomen nicht interessieren müssen, zeigt nur, wie privilegiert du bist. Ich und viele Leute in meinem Umfeld haben dieses Privileg nicht.
Zum Buch kann ich nur sagen, dass ich den Titel merkwürdig finde: "Jenseits des Zeitgeists" - das verweist auf sich durchziehende Linien, die eben nichts mit Zeitgeist zu tun haben. "Lauern Gespenser" - das verweist auf sich durchziehende Linien, die als unangenehm wahrgenommen werden. Da fallen mir Themen ein wie Kolonialismus und Faschismus. Dann kommt aber der Nachsatz "Anti-Wokeness-Fantastik" und der scheint das Gegenteil zu meinen. Meines Erachtens ist dir da also schon beim Titel ein Fehler unterlaufen. Das spricht nicht für das Buch.
Ansonsten: Verleumdungen, Verdrehungen und Hass, eine Einladung zur Diskussion, die nichts weiter als eine Farce ist. rostig hat recht: Ich überlasse den Thread denen, die das Buch gelesen haben.
Bearbeitet von Jol Rosenberg, 22 Januar 2026 - 12:48.