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Chancen vs. Risiken


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111 Antworten in diesem Thema

#61 Naut

Naut

    Semantomorph

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Geschrieben 25 Mai 2026 - 20:33

Interessante Meldung, „… the first time AI autonomously resolved a major open problem central to a mathematical subfield …“:

Ich habe mir das mal angesehen. Das ist zwar interessant und hat eine gewisse historische Bedeutung, aber was die KI hier eigentlich geleistet hat, ist nicht, "einen neuartigen Beweis konstruiert", wie in der Zusammenfassung behauptet, sondern ein besonders geschicktes Gegenbeispiel zu Erdös' Behauptung, dass eine bekannte Konstruktion optimal sei.

Anders formuliert: Unter allen Beweistechniken ist diese die einfachste, weil es genügt, ein einziges Gegenbeispiel zu finden.

Ich will das gar nicht kleinreden, denn das erwähnte Gegenbeispiel ist so komplex, dass bisher niemand das Durchhaltevermögen hatte, darauf zu kommen. Das ist eben eine Stärke von KI, sie langweilt sich nicht. Trotzdem ist damit das zugrundeliegende Problem nicht gelöst, wir wissen nur, dass Erdös falsch lag.

(Kurz nach Publikation des Gegenbeispiels fand ein menschlicher Mathematiker auf Basis der Arbeit ein eleganteres Gegenbeispiel.)
Liest gerade: Zafón - Der dunkle Wächter

#62 Stahlelefant

Stahlelefant

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Geschrieben 23 Juni 2026 - 12:08

Ich fürchte, dass sie nächstes Jahr Sturmgewehre jonglieren können … und vielleicht auch bedienen. […]
 
Könnte aber (hoffentlich) auch sein, dass die benötigte Rechenpower doch noch zu hoch ist, als dass man die nötigen Chips (und Akkus) in einem Roboter unterbringen könnte. Das ist zumindest aktuell wohl noch das Problem bei KI-gesteuerten Drohnen (Ukraine-Krieg). Gewisse Aufgaben können die schaffen, aber sie sind wohl noch nicht in der Lage, komplett autonom zu agieren.

 
KI für Zielaufklärung und Drohnensteuerung, die Freunde vom Donald helfen, die Ukraine profitiert davon: Reisners Blick auf die Front "Die Drohnenangriffe tragen die Handschrift von Trumps Tech-Bros" https://www.n-tv.de/...id30998191.html
 
Und hier noch was für alle Optimisten, hoffentlich stimmt’s :) :
https://observer.co....the-human-touch
Artikel aus dem Observer. Der Mensch wird vieles nicht der KI anvertrauen wollen, und teilweise ist es auch kaum möglich – wenn jemand die Verantwortung tragen muss. Handarbeit (hochwertige Artikel) wird begehrt sein, weil Leute auch mal was Besonderes haben wollen, wenn alles maschinell hergestellt werden kann … etc.


Nautron respoc lorni virch.

  • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles

#63 Mammut

Mammut

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Geschrieben 13 Juli 2026 - 14:36

Philosophie ist für viele der Inbegriff einer brotlosen Kunst und eines Studiums mit mageren Karriereaussichten. Informatikern schien dagegen die Zukunft zu gehören. Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz haben sich die Aussichten für Absolventen allerdings verschoben.

Umwälzung dank KI: Philosophen überholen Informatiker auf dem US-Arbeitsmarkt - n-tv.de



#64 Mammut

Mammut

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Geschrieben 18 Juli 2026 - 14:51

Roland Emmerich im Interview
"Technik kann man nicht aufhalten"
https://www.n-tv.de/...id31095196.html

#65 Michael Fallik

Michael Fallik

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Geschrieben 18 Juli 2026 - 22:26

 Technik kann man nicht aufhalten ... finde ich eine gelungene Aussage, kommt gleich nach Der Ball ist rund. Wenn ich ins Gym gehe, sitzen dort jeweils acht Sportbegeisterte um mich herum, die völlig weggetreten auf ihr Handy starren. Wie sagte letztens ein Freund von mir ... mangels Alternative wird es als Normalzustand angesehen. Heutzutage die Frage nach Chancen und Risiken zu stellen, ist völlig sinnfrei. Es impliziert, das es eine Entwicklung ist, die von denen, die diese Frage stellen, beeinflusst werden kann. Langfristig hat uns das Massentierhaltung, eine kaputte Umwelt und Wohlstandskrankheiten eingebracht. Wenn man einmal die sinkende Lebensqualität in Relation zur Industrialisierung stellt, die stetig sinkende Bereitschaft zum kritischem Denken dazu addiert und durch die Anzahl der Katzen-Videos und der tanzenden, blauen Elefanten mit Trumpgesicht  teilt ... wartet, ich habe die Science-Fiction-Szene vergessen, die munter Untergangsszenarien konsumiert oder Raumschlachten in fernen Galaxien dem täglichen Überlebenskampf derjenigen vorzieht, die Kobalt und  seltene Erden aus ihrer vormals grünen Heimat buddeln. Das ist kein Pessimismus. Es ist ehr die  Frage, ob es der Krone der Schöpfung gerecht wird. Objektiv  betrachtet, gab es in der Vergangenheit eine Menge Chancen. Doch jede Verbesserung, sei es die Fähigkeit, mit Schiffen um die Welt zu segeln oder Metall zu schmieden, wurde ganz wie von selbst zum Todesurteil aller, die noch nicht in den Genuss dieser Vorzüge geraten waren. Afrika wurde erstaunlich spät von den Europäern kolonisiert. Warum? Die kleine Tse-Tse fliege war schuld. Jemand erforschte die Wirkung von Chinin und die Sklaverei begann. War irgendjemand dran Schuld? Fällt alles unter Risiken. Zurück zu deinem Thema:

So ein Big Brother Ding braucht seine eigene Zeit und eine Bereitschaft der Massen. Keine Ahnung, wie die chinesische Bevölkerung damit umgeht, aber ob die noch die Luft haben, über Chancen und Risiken zu philosophieren, bezweifele ich.


www.klangbildwort.de
  • (Buch) gerade am lesen:English for runaways Band 97
  • (Buch) als nächstes geplant:English for runaways Band 98
  • • (Film) gerade gesehen: Arthur Rimbaud - Sechs Monate in der Hölle
  • • (Film) als nächstes geplant: Der Geschmack von Rost und Knochen

#66 Stahlelefant

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Geschrieben 20 Juli 2026 - 20:22

Kimi K3 – die „gelbe Gefahr“? Soll fast so gut sein wie Claude Mythos, ist aber open source. Wenn sich damit also leicht Sicherheitslücken identifizieren lassen, werden die Hacker es lieben. Dazu gibt’s einen Artikel beim Telegraph. Weiteres mögliches Problem, das erwähnt wird:

A recent report by US company Harmonic Security estimated that one in 12 workers in the US and UK were already using some form of Chinese AI. Alastair Paterson, Harmonic’s chief executive, said: “All data submitted to these platforms should be considered property of the Chinese Communist Party given a total lack of transparency.”
https://www.telegrap...l-ai-communism/

Aber auch nicht-chinesische Anbieter können wohl problematisch sein. KI saugt dein Geschäft aus:
https://www.telegrap...s-bubble-afloat

 

Philosophie ist für viele der Inbegriff einer brotlosen Kunst und eines Studiums mit mageren Karriereaussichten. Informatikern schien dagegen die Zukunft zu gehören. Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz haben sich die Aussichten für Absolventen allerdings verschoben.

Umwälzung dank KI: Philosophen überholen Informatiker auf dem US-Arbeitsmarkt - n-tv.de

Ja, einen ähnlichen Artikel hatte ich weiter oben schon verlinkt:

 

Und noch ein Artikel, von Telegraph online. Informatiker finden leicht einen Job? Die Zeiten scheinen vorbei zu sein, zumindest für Berufseinsteiger. Bezieht sich auf Großbritannien, aber ob es in Deutschland wirklich anders ist?
 
Computer science used to be a golden ticket to a lucrative career. Now graduates can’t get a job


Nautron respoc lorni virch.

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#67 Mammut

Mammut

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Geschrieben 22 Juli 2026 - 08:10

"Beispielloser Cyber-Vorfall": KI von OpenAI bricht bei Testlauf aus und hackt fremdes System - n-tv.de

 

Das klingt ja ziemlich schräg.



#68 Mammut

Mammut

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 12:50

 

SANTA CLARA (dpa-AFX) - Der führende Hersteller von KI-Chips, Nvidia, und fast 40 weitere Technologieunternehmen haben eine KI-Sicherheitsallianz ins Leben gerufen. Dem Bündnis gehören unter anderem Microsoft, IBM, SAP, Dell, Palantir sowie der Konzern SpaceXAI an.

Auffällig ist dabei jedoch vor allem, wer bei der neuen Allianz fehlt: Ausgerechnet die führenden Entwickler geschlossener KI-Modelle, namentlich Google, OpenAI und Anthropic, sind nicht Teil der Initiative.

Die Gründung der "Open Secure AI Alliance" (OSAA) erfolgt nur wenige Tage nach einer aufsehenerregenden Testpanne, die die Gefahren unkontrollierbarer KI-Agenten verdeutlichte. Mitte Juli hatten sich KI-Modelle von OpenAI während eines internen Tests verselbstständigt und eigenständig einen Hackerangriff auf die beliebte Entwicklerplattform Hugging Face ausgeführt. OpenAI selbst bezeichnete den Vorfall im Nachhinein als "beispiellos".

Hackerabwehr nur mit KI-Modellen aus China möglich

Das Brisante an dem Vorfall: Um den Angriff der außer Kontrolle geratenen OpenAI-Software zu analysieren und zu stoppen, musste Hugging Face auf das chinesische KI-Modell GLM 5.2 zurückgreifen. Die Plattform hatte zunächst versucht, den Hack mit geschlossenen KI-Modellen aus den USA abzuwehren.

Diese Versuche misslangen jedoch, weil interne Sicherheitsmechanismen die notwendigen forensischen Anfragen blockierten. Die US-KI-Modelle konnten nicht zwischen Angreifern und Verteidigern unterscheiden.

Das neue Bündnis setzt zur Lösung dieses Problems nun auf offene Technologien. Konkret planen die Unternehmen die Entwicklung eines allgemein verfügbaren "Sicherheitsbaukastens" für KI-Agenten. Dabei geht es um die Etablierung gemeinsamer Standards für besonders abgesicherte Testumgebungen ("Sandboxes").

Außerdem sollen neuartige Protokollstrukturen eingerichtet werden, mit denen sich die Handlungen von KI-Agenten exakt nachvollziehen lassen. Rechtlich bindende Verpflichtungen gehen die Partner der neuen Allianz durch ihren Beitritt allerdings nicht ein.

Offene vs. geschlossene KI-Modelle

Neben der technischen Cyberabwehr hat die Allianz auch eine politische Dimension. Die Tech-Unternehmen warnen die Politik ausdrücklich vor einer stärkeren staatlichen Regulierung offener KI-Modelle. Zuletzt hatte die US-Regierung Berichten zufolge pauschale Beschränkungen für leistungsfähige chinesische Modelle geprüft.

Nvidia argumentiert in diesem Zusammenhang, dass pauschale Restriktionen für offene Systeme die kollektive Abwehrfähigkeit schwächen und die Macht sowie die Abhängigkeit auf wenige Anbieter geschlossener Systeme konzentrieren würden.

Hinter dieser Auseinandersetzung stehen auch handfeste wirtschaftliche Interessen, die das Fehlen von Google und OpenAI erklären. Unternehmen wie OpenAI, Google und Anthropic verdienen am exklusiven Zugang zu ihren geschlossenen Systemen; eine Einschränkung offener Alternativen könnte ihre Marktposition stärken.

Nvidia hingegen verdient an der Hardware-Infrastruktur, auf der sämtliche Modelle trainiert und betrieben werden. Je vielfältiger und offener das KI-Ökosystem ist, desto höher ist dementsprechend die potenzielle Nachfrage nach den Chips des Konzerns.



#69 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 14:55

@Mammut

Um auf Deine Ausgangsfrage im Januar zurück zu kommen: Ich gehe mit den Chancen so um, dass ich sie versuche zu nutzen und für andere nutzbar zu machen, wenn ich den Eindruck habe, dass es daran hapert. Die Risiken versuche ich zu erkennen, realistisch einzuschätzen und ihnen in meinem Wirkungskreis entgegen zu treten. Da ist die Alltagsebene, die mediale (mit Geschichten, Artikeln, usw.) und natürlich die politische, auf die wir alle mehr versuchen sollten Einfluss zu nehmen.

 

Allgemein gesehen würde ich sagen, dass keiner von uns die Zukunft sicher vorhersagen kann. Zu meiner Einschätzung: Es gibt Probleme, bei denen ich noch keine Lösung in Sicht sehe, wie z.B. der Klimakrise. Damit meine ich: Es gibt zwar Lösungsansätze, aber ich sehe momentan nicht, dass sie jemals ausreichend umgesetzt werden. Dann gibt es Bedrohungen, für die es noch keine schlüssigen Lösungen gibt, wie z.B. diejenigen, die die fortgeschrittene Automation (vulgo KI) mit sich bringt. Wieder andere werden im Prinzip gut in Schach gehalten, stellen im aktuellen gesellschaftlichen Kontext aber ein andauerndes Risiko dar, dass jederzeit zu katastrophalen Auswirkungen führen kann. Dazu zähle ich unsere monströsen Kriegsfähigkeiten, die Biotechnologie und die Nanotechnologie von morgen.

 

Ich hoffe, die Menschheit wird es schaffen, ihre Möglichkeiten zum Wohle aller zu nutzen, denn dies würde in der Tat viel Gutes mit sich bringen. Die Möglichkeiten werden nämlich sehr weitgehend sein, glaube ich.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 28 Juli 2026 - 14:57.


#70 Naut

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 16:57

Ich hätte auch lieber "Culture" als "Terminator".
Liest gerade: Zafón - Der dunkle Wächter

#71 Fermentarius

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Geschrieben 28 Juli 2026 - 19:51

Sam Altman hat vor einigen Tagen behauptet, die KI-Singularität sei jetzt da. Nach einer alten und berühmten Vorhersage von Vernor Vinge aus dem Jahr 1993 soll sie dann eintreten, wenn die KI intelligenter ist als jeder Mensch. Noch einmal zur Erinnerung: 

"Within thirty years, we will have the technological means to create superhuman intelligence. Shortly after, the human era will be ended."

Den ersten Teil hat er schon sehr gut vorhergesagt. Auf den zweiten Teil bin ich nicht so scharf. Ich meine allerdings, dass er falsch liegt. Das Problem ist nicht so sehr die künstliche Intelligenz an sich, sondern ihre Fähigkeit, selbstständig zu handeln. Eine Fähigkeit, die wir der KI erst einräumen. Und damit müssen wir eben extrem zurückhaltend sein. 

Und nicht zu vergessen: Intelligenz ist nur schwer zu messen. IQ.Tests sind kulturabhängig. Alle Versuche, sie davon zu lösen, führt nur zur Überbetonung bestimmter Teilaspekte, die einige Psychologen - zurecht oder zu Unrecht - als allgemein menschliche Leistungen definiert haben. Die Messung künstlicher Intelligenz ist noch viel schwerer. Und noch eine Sache:

KI ist ebenfalls kulturabhängig. In einer Kultur, die Computern wenig Raum gibt, hat sie keine Chance. Sie ist, anders als der Mensch, kein Teil der Natur.


  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#72 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 15:05

Ja, die Autonomie ist praktisch die Machete, die wir ihr in die Hand geben, darauf hoffend, dass wir nichts übersehen haben, und dass sie uns damit den Weg frei- und nicht den Kopf abschlagen wird.  :unsure:

 

Den Unterschied zwischen Kultur und Natur sehe ich nicht so grundlegend, denn Kultur ist eine Erfindung von Lebewesen, die Teil der Natur sind. Wenn aber Natur zu Kultur führt, ist Kultur letztlich eine Emergenz von Natur.

 

Unsere Konzepte von Intelligenz halte ich für stark anthropomorph. Wir haben keinen blassen Schimmer, wozu Maschinen fähig wären, die sich aus dieser anthropomorphen Wiege herausentwickeln, und welche Ziele sie anstreben würden. Deshalb ist für mich die Abgabe von Kontrolle an KI, die dieses Potential hat, auch das Gegenteil von Sicherheit, zumindest für den Rest der Schöpfung. Was sich die Leute, die so etwas vorhaben, dabei denken, ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich geht es wieder um Spieltrieb, Ansehen und das schnelle Geld.  :huh:


Bearbeitet von Christian Hornstein, 30 Juli 2026 - 15:06.


#73 Stahlelefant

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Geschrieben 17 August 2026 - 08:24

Mathematicians despair as AI achieves jaw-dropping breakthroughs

Den Mathematikern fällt die Kinnlade runter:

https://www.telegrap...i-breakthrough/

 

 

And while many professions are told that AI will free up the drudgery of everyday work, allowing people to focus on the most creative and stimulating elements, mathematicians say that AI is threatening to do the very core of the work.


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#74 Christian Hornstein

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Geschrieben 21 August 2026 - 18:34

 

And while many professions are told that AI will free up the drudgery of everyday work, allowing people to focus on the most creative and stimulating elements, mathematicians say that AI is threatening to do the very core of the work.

 

Nun, auch das ist doch halbwegs vorhersehbar. Wenn diese Systeme wirklich irgendwann alles lernen könnten, weshalb sollte es dann noch etwas geben, dass sie nicht auch tun können? Ich warte täglich darauf, dass unsere Politiker die Rufe aus der Bevölkerung hören, die Zeichen der Zeit erkennen und endlich mal anfangen, ernsthaft über Ressourcenallokation und Teilhabe nachzudenken in einer Gesellschaft, in der es für viele nicht mehr möglich ist durch Verkauf ihrer Arbeitskraft ihren Lebensunterhalt zu sichern, anstatt die Schere zwischen Haben und Nicht-Haben immer weiter auseinander fahren zu lassen. Das kann doch nicht so schwer sein zu verstehen, dass so etwas für alle auf Dauer Instabilität bedeutet.



#75 Stahlelefant

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Geschrieben 21 August 2026 - 19:03

Nun, auch das ist doch halbwegs vorhersehbar. Wenn diese Systeme wirklich irgendwann alles lernen könnten, weshalb sollte es dann noch etwas geben, dass sie nicht auch tun können? Ich warte täglich darauf, dass unsere Politiker die Rufe aus der Bevölkerung hören, die Zeichen der Zeit erkennen und endlich mal anfangen, ernsthaft über Ressourcenallokation und Teilhabe nachzudenken in einer Gesellschaft, in der es für viele nicht mehr möglich ist durch Verkauf ihrer Arbeitskraft ihren Lebensunterhalt zu sichern, anstatt die Schere zwischen Haben und Nicht-Haben immer weiter auseinander fahren zu lassen. Das kann doch nicht so schwer sein zu verstehen, dass so etwas für alle auf Dauer Instabilität bedeutet.

Mir wird auch teilweise mulmig … siehe weiter oben im Thread. Wie die Sache weitergeht, scheint aber nicht leicht vorherzusagen zu sein. Es gibt auch optimistische Stimmen, die davon ausgehen, dass die Arbeit nicht ausgehen wird, siehe z. B. hier:

 

Und hier noch was für alle Optimisten, hoffentlich stimmt’s :) :
https://observer.co....the-human-touch
Artikel aus dem Observer. Der Mensch wird vieles nicht der KI anvertrauen wollen, und teilweise ist es auch kaum möglich – wenn jemand die Verantwortung tragen muss. Handarbeit (hochwertige Artikel) wird begehrt sein, weil Leute auch mal was Besonderes haben wollen, wenn alles maschinell hergestellt werden kann … etc.


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#76 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 26 August 2026 - 13:21

@Stahlelefant

 

Wenn Firmen, die davon leben wollen, KI-Dienste zu verkaufen, sich beeilen zu entwarnen, dass ihr Produkt für die Menschen keine Nachteile haben wird, wenn sie dieses kaufen, kann einen dies eigentlich nicht wundern.

Schmunzeln lässt mich das Argument, wir würden demnächst Menschengemachtes plötzlich so sehr schätzen, dass wir bereit sein werden, dafür wesentlich mehr auszugeben als für die preisgünstigeren KI-Produkte und -Dienstleistungen. Deshalb kaufen wir ja auch alle schon immer fleißig Bio-Produkte (6,3 % des Lebensmittelumsatzes in Deutschland, siehe z.B. https://www.foodwatc...en-daten-fakten) und tragen alle maßgeschneiderte Klamotten, weil wir der Qualität stets der Ersparnis den Vorrang geben. So etwas wird eben nur passieren, wenn unsere Kaufkraft entsprechend aussieht, was bisher nicht in Sicht ist.

Das Argument, dass wir den Maschinen nicht trauen werden, die Verantwortung stets beim Menschen belassen und deshalb viele Jobs von Menschen ausgeführt bleiben werden, lässt mich ebenfalls schmunzeln. Selbst wenn wir es in Europa anders halten sollten als in anderen Ländern und der Verantwortungsdiffusion nicht freien laufen lassen sollten, der Wirkung der woanders stattfindenden Produktivitätssteigerung durch KI-Einsatz werden wir uns nicht entziehen können. Gerade macht es VW vor mit seinem Autobau in China. Adieu Arbeitsplätze. Es wird letztlich so ähnlich werden, wie es jetzt ab dem 2.8.2026 mit der Durchsetzung des Gesetzes über künstliche Intelligenz passieren wird: Wenn ein Content mit KI generiert wurde, muss dies gekennzeichnet werden, es sei denn, es gibt einen Menschen, der für den Content gerade steht. Wer glaubt, dass sich niemand finden wird, der diese Verantwortung übernimmt, täuscht sich, denn es geht um viel Geld und Risiken kann man versichern. Letztlich können wir es uns auch wirtschaftlich und aus Gründen der nationalen Sicherheit auf Dauer nicht leisten, die meisten Automatisierungen sein zu lassen, nur weil niemand die Verantwortung dafür übernehmen möchte. Man wird es "verantwortbar" machen, irgendwie. Oder um es mit den Worten unseres Kanzlers zu sagen: What ever it takes.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 26 August 2026 - 13:23.


#77 Mammut

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Geschrieben 26 August 2026 - 14:50

Das Argument, dass wir den Maschinen nicht trauen werden, die Verantwortung stets beim Menschen belassen und deshalb viele Jobs von Menschen ausgeführt bleiben werden, lässt mich ebenfalls schmunzeln. Selbst wenn wir es in Europa anders halten sollten als in anderen Ländern und der Verantwortungsdiffusion nicht freien laufen lassen sollten, der Wirkung der woanders stattfindenden Produktivitätssteigerung durch KI-Einsatz werden wir uns nicht entziehen können. Gerade macht es VW vor mit seinem Autobau in China. Adieu Arbeitsplätze. 

 

Um das mal einzuordnen: VW hatte im Jahr 2015 610.000 Mitarbeiter und 2024 den Höchststand von 679.500 Mitarbeitern. Grundsätzlich scheint der Konzern ein wenig überdimensioniert. Aber ich denke, wenn man nicht automatisiert, verliert man mehr Mitarbeiter durch fehlende Geschäfte als durch die Automatisierung selbst.



#78 Jannis

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Geschrieben 27 August 2026 - 12:09

@Stahlelefant

 

Wenn Firmen, die davon leben wollen, KI-Dienste zu verkaufen, sich beeilen zu entwarnen, dass ihr Produkt für die Menschen keine Nachteile haben wird, wenn sie dieses kaufen, kann einen dies eigentlich nicht wundern.

Schmunzeln lässt mich das Argument, wir würden demnächst Menschengemachtes plötzlich so sehr schätzen, dass wir bereit sein werden, dafür wesentlich mehr auszugeben als für die preisgünstigeren KI-Produkte und -Dienstleistungen. Deshalb kaufen wir ja auch alle schon immer fleißig Bio-Produkte (6,3 % des Lebensmittelumsatzes in Deutschland, siehe z.B. https://www.foodwatc...en-daten-fakten) und tragen alle maßgeschneiderte Klamotten, weil wir der Qualität stets der Ersparnis den Vorrang geben. So etwas wird eben nur passieren, wenn unsere Kaufkraft entsprechend aussieht, was bisher nicht in Sicht ist.

[...]

 

Danke und 100% Zustimmung!

 

Der Mensch (böse Verallgemeinerung) handelt dann doch erst einmal unreflektiert und um seine einfachen Bedürfnisse zu befriedigen. 

 

Natürlich weiß jeder Mensch, dass Billig-Fleisch aus der Massentierhandlung schlecht für die Tiere, schlecht für den Konsumenten und schlecht für die Welt sind. Die Alternative wäre aber a: weniger Fleisch / Woche ---> "ich lasse mir doch nicht mein Fleisch verbieten!" oder B: Wechsel zum teureren Bio-Fleisch vom Metzger mit eigener Herde & Schlachtung --> weniger Geld in der Hauskasse und darum "ich lasse mir doch nicht meinen Urlaub auf der sonnigen Insel verbieten"

Der Konsumer-Literaturmarkt wird mittelfristig komplett von Maschinen übernommen. In der E-Literatur interessiert das keinen (100 verkaufte Exemplare ernähren nicht die Autor:innen, sondern die Stipendien, Preise, ...) , aber es ist schlicht nicht mehr möglich für einen B- oder gar C-Listen Autor:in in der Belletristik von seinen Werken zu leben (genauso wenig, wie der Buchhandel vom Verkauf von Büchern überleben wird: die Margen liegen hier teilweise unter 1%!). 

Was bleibt, sind "Hobby-Autor:innen/-Verleger:innen" die nicht auf die Verkaufserlöse angewiesen sind, oder "schlimmer", sogar für ihr Hobby astronomische Kosten bezahlen (in Euro oder Arbeitszeit). Zusätzlich wird der Markt von hingerotzter SP-Ware überflutet, die dann von hingerotzter KI-Ware abgelöst wird. Und wenn dann ein Buch ein Siegel "KI frei" aufweist, aber 10,- Euro mehr kostet, wird es im Regal liegen bleiben. 

 

Es ist unsere Wahl als Konsumenten, was der Markt hergibt. Und KI ist nicht Schuld daran. 


Meistens gut gelaunt, offen für sehr viel und immer für eine angeregte Diskussion zu haben!

  • (Buch) gerade am lesen:Kafkarabesken oder Die Ermittlungen : Friedrich, Peter

#79 Mammut

Mammut

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Geschrieben 29 August 2026 - 08:46

Was bleibt, sind "Hobby-Autor:innen/-Verleger:innen" die nicht auf die Verkaufserlöse angewiesen sind, oder "schlimmer", sogar für ihr Hobby astronomische Kosten bezahlen (in Euro oder Arbeitszeit). Zusätzlich wird der Markt von hingerotzter SP-Ware überflutet, die dann von hingerotzter KI-Ware abgelöst wird. Und wenn dann ein Buch ein Siegel "KI frei" aufweist, aber 10,- Euro mehr kostet, wird es im Regal liegen bleiben. 

 

Es ist unsere Wahl als Konsumenten, was der Markt hergibt. Und KI ist nicht Schuld daran. 

 

KI ist da definitiv nicht dran schuld. Es ist ja heute schon so, der größte Teil der Veröffentlichungen erfolgt unter ferner liefen und interessiert niemanden. Die Emanzipation von den grundlegenden Marktmechanismen hat nur sehr wenigen Vorteile gebracht. Trotz theoretisch riesigen Reichweiten im Internet, obwohl es mittlerweile eine Vielfalt an Veröffentlichungsmöglichkeiten gibt, hat sich die Situation für Autoren, Illustratoren und Kleinverlagen nicht gebessert. Eher hat die wachsende Konkurrenz untereinander (durch ein erhöhtes Angebot) dafür gesorgt, dass der Kuchen Schritt für Schritt kleiner geworden ist.

Wenn man sieht, dass die Literaturpreisszene vielfältiger geworden ist, Cons mittlerweile sehr angesagt sind und teilweise aus den Nähten platzen, Rezensionen überall (und meist kostenfrei) verfügbar sind, ist das schon irgendwo ein Widerspruch.

Wo da die Gefahr durch KI bestehen soll? Die Nische wird auch so immer nischiger.



#80 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 29 August 2026 - 11:17

Um das mal einzuordnen: VW hatte im Jahr 2015 610.000 Mitarbeiter und 2024 den Höchststand von 679.500 Mitarbeitern. Grundsätzlich scheint der Konzern ein wenig überdimensioniert. Aber ich denke, wenn man nicht automatisiert, verliert man mehr Mitarbeiter durch fehlende Geschäfte als durch die Automatisierung selbst.

 
Die Automatisierung ist eigentlich auch eine Chance. KI sind Werkzeuge, die zu unserem Vorteil oder Nachteil gereichen können. Der Vorteil für die Allgemeinheit wird sich aber nicht von selbst über die Mechanismen eines kapitalistischen Marktes einstellen. Hier müssen ergänzte Rahmenbedingungen die Situation gestalten und zwar global. Und daran scheitern wir als Menschheit bislang. Wenn wir in einem hoch kompetitiven Umfeld nicht Bereiche der Kooperation aufmachen, werden wir uns zerfleischen. Wenn wir uns global nicht darauf verständigen können, die Entwicklung und den Einsatz von KI dem Tempo anzupassen, das wir brauchen, um soziale Anpassungen vorzunehmen, werden wir von unseren eigenen Maschinen über die Kante eines Abgrundes gerissen, dessen Tiefe wir erst beginnen zu erahnen.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 29 August 2026 - 11:18.


#81 Mammut

Mammut

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Geschrieben 29 August 2026 - 12:49

 
Die Automatisierung ist eigentlich auch eine Chance. KI sind Werkzeuge, die zu unserem Vorteil oder Nachteil gereichen können. Der Vorteil für die Allgemeinheit wird sich aber nicht von selbst über die Mechanismen eines kapitalistischen Marktes einstellen. Hier müssen ergänzte Rahmenbedingungen die Situation gestalten und zwar global. Und daran scheitern wir als Menschheit bislang. Wenn wir in einem hoch kompetitiven Umfeld nicht Bereiche der Kooperation aufmachen, werden wir uns zerfleischen. Wenn wir uns global nicht darauf verständigen können, die Entwicklung und den Einsatz von KI dem Tempo anzupassen, das wir brauchen, um soziale Anpassungen vorzunehmen, werden wir von unseren eigenen Maschinen über die Kante eines Abgrundes gerissen, dessen Tiefe wir erst beginnen zu erahnen.

 

Hach, die Menschen lieben Untergangszenarien. Man muss noch nicht mal SF dafür lesen, die nähere Zukunft bietet das ebenfalls.

 

Hier mal eine Anfrage bei google gemini:

Entwicklung der Gesamtbeschäftigung in Deutschland seit etwa 1980

Seit dem Durchbruch der kommerziellen Software hat die Gesamtzahl der Jobs in Deutschland signifikant zugenommen, anstatt durch Automation zu schrumpfen. Parallel dazu hat sich jedoch die Natur und Zusammensetzung dieser Beschäftigung grundlegend gewandelt.

 

Gesamtzahl Erwerbstätige

 

Anfang der 80er: ca. 26 bis 27 Millionen (nur Westdeutschland) / ca. 38 Mio. (gesamt inkl. DDR)

Heute: ~46 Millionen (Historischer Höchststand)

 

Ach ja, noch ein historisches Beispiel. In den 80ern hieß es, die Autofabrik der Zukunft (da ging es hauptsächlich um japanische Firmen und ihre fortschrittliche Expertise) kommt ohne Mitarbeiter aus.

Tesla gilt ja als sehr kompetent bezüglich Automatisierung, Robotik, etc.

Im Tesla-Werk in Grünheide arbeiten derzeit rund 11.700 bis 12.000 Menschen.

 

Das ist ein wenig mehr als eine Handvoll, die eine autonome Fabrik leiten.

 

Also wir können nicht in die Zukunft sehen. Aber die Lehren der Vergangenheit zeigen, die Arbeitswelt ist im Umbruch, aber ob das zu weniger Beschäftigung führt, muss sich erst einmal zeigen. Die bisherigen Automatisierungen haben zu einer Zunahme der Beschäftigung geführt und die Jobs sind seit den 80ern tendenziell eher höherwertiger geworden. 



#82 Tiff

Tiff

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Geschrieben 29 August 2026 - 14:00

Ach ja, noch ein historisches Beispiel. In den 80ern hieß es, die Autofabrik der Zukunft (da ging es hauptsächlich um japanische Firmen und ihre fortschrittliche Expertise) kommt ohne Mitarbeiter aus.

Tesla gilt ja als sehr kompetent bezüglich Automatisierung, Robotik, etc.

Im Tesla-Werk in Grünheide arbeiten derzeit rund 11.700 bis 12.000 Menschen.

 

Das ist ein wenig mehr als eine Handvoll, die eine autonome Fabrik leiten.

 

Also wir können nicht in die Zukunft sehen. Aber die Lehren der Vergangenheit zeigen, die Arbeitswelt ist im Umbruch, aber ob das zu weniger Beschäftigung führt, muss sich erst einmal zeigen. Die bisherigen Automatisierungen haben zu einer Zunahme der Beschäftigung geführt und die Jobs sind seit den 80ern tendenziell eher höherwertiger geworden. 

Das ist wohl alles richtig, aber mir fehlt da noch eine analytische Betrachtung, die die heutige Situation schlüssig erklärt. Warum schlägt die Automatisierung nicht stärker zu als befürchtet? Ich denke nicht, dass es ein Naturgesetz ist, dass Automatisierung automatisch immer mehr neue hochwertige Jobs nach sich zieht. In den 50-er Jahren wurde auch schon über KI spekuliert, dann kam ewig nichts, und jetzt plötzlich eben doch.

 

Ich denke, auch wenn es kaum zu glauben ist, wir stehen bei der Automatisierung eher noch am Anfang. Ein einfaches Beispiel sind z.B. ständig defekte Kaffeeautomaten, die eine entsprechende menschliche Service-Kraft erfordern. Ist es vollkommen unmöglich, einen, z.B. auch selbstreinigenden Kaffeeautomaten zu konstruieren, der ohne menschliche Service-Kräfte auskommt? Oder nur eine Frage der Zeit, des Geldes, des Wollens, usw. Ich denke, vieles, was theoretisch technisch möglich ist, lohnt sich einfach nicht, auch hinsichtlich der Entwicklungskosten schon nicht. Noch nicht. 



#83 Tiff

Tiff

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Geschrieben 29 August 2026 - 14:31

 
Die Automatisierung ist eigentlich auch eine Chance. 

In der Theorie funktioniert das wunderbar. Niemand muss mehr arbeiten, jeder kann sich durch seine Hobbys selbst verwirklichen. Eine schöne phantasievolle Möglichkeit: Jeder bekommt mit Erreichen der Volljährigkeit einen dem eigenen Aussehen nachgebildeten dualen humanoiden Roboter an die Seite gestellt, der 24/7 für ihn arbeitet.  :happy:  :huh:


Bearbeitet von Tiff, 29 August 2026 - 14:31.


#84 Mammut

Mammut

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Geschrieben 29 August 2026 - 14:47

Das ist wohl alles richtig, aber mir fehlt da noch eine analytische Betrachtung, die die heutige Situation schlüssig erklärt. Warum schlägt die Automatisierung nicht stärker zu als befürchtet? Ich denke nicht, dass es ein Naturgesetz ist, dass Automatisierung automatisch immer mehr neue hochwertige Jobs nach sich zieht. In den 50-er Jahren wurde auch schon über KI spekuliert, dann kam ewig nichts, und jetzt plötzlich eben doch.

 

Du hast Recht, keiner hat eine Glaskugel.

 

Wenn man aber mal das prognostizierte Arbeitskräfteangebot anschaut:

Niedrige/Moderate Nettozuwanderung (ca. 100.000–200.000 Personen/Jahr):
Das Arbeitskräfteangebot schrumpft schrittweise um etwa 15 % bis 20 %. Rund um das Jahr 2056 würde das Potenzial somit von heute ~47 Millionen auf etwa 38 bis 40 Millionen Erwerbspersonen sinken.
 
Das heißt generell fehlen in 30 Jahren 7-9 Millionen Arbeitskräfte im Vergleich zu heute. Ob die durch Verlagerung (Arbeitskräfte ins Ausland) oder Automatisierung wegfallen, das ist schlecht abzusehen. Vielleicht fallen auch mehr als die 7-9 Millionen Arbeitsplätze weg, dann steigt die Arbeitslosigkeit. 
 
Mal was zur Automatisierung der Automobilindustrie, verglichen wurden Deutschland mit den USA:
Wesentliche Unterschiede im Branchenvergleich
  • Rohbau vs. Endmontage: Sowohl in Deutschland (VW, BMW, Mercedes) als auch in den USA (GM, Ford, Tesla) ist der Karosserierohbau zu nahezu 90 bis 95 % vollautomatisiert. Roboter erledigen hier Schweißen, Kleben und Nietverbindungen.

  • Fertigungstiefe & Premiumsegment: Deutsche Hersteller stellen einen extrem hohen Anteil an Premiumfahrzeugen mit komplexer Variantenausstattung her. Das erfordert hochpräzise, vollautomatisierte Bearbeitungsprozesse in der Teilefertigung.

  • Das Tesla-Phänomen („Unboxed Process“): Tesla hat in den USA versucht, auch die finale Assemblierung (Endmontage) massiv zu automatisieren („Alien Dreadnought“), musste dies wegen technischer Hürden jedoch teilweise wieder zurückfahren. Dennoch treiben Tesla und die Elektromobilität den Automatisierungsdruck in den USA bei Gigacasting (Großgussverfahren) und Modulmontage stark voran.

  • Zulieferstruktur (Tier-1 & Tier-2): Während US-Zulieferer teilweise eine heterogene Automatisierung aufweisen, ist das deutsche Zulieferernetzwerk (Bosch, Continental, ZF etc.) extrem stark durchautomatisiert, um dem hohen Kostendruck an europäischen Standorten standzuhalten.

 

Das heißt, wenn man selbst nicht automatisiert und dadurch nicht günstiger produziert, hat man unter dem Strich im globalen Wettbewerb schlechte Karten.

 

Hier mal die Beschäftigungszahlen der Autoindustrie in Deutschland:

Rückkehr auf das Niveau der 1990er-Jahre: Mit aktuell knapp 691.500 Beschäftigten (Stand: Mitte 2026, Destatis) liegt der Beschäftigtenstand fast wieder genau dort, wo die Branche vor 30 Jahren im Jahr 1996 gestartet ist. Der gesamte Beschäftigungszuwachs des 2010er-Jahre-Booms wurde damit innerhalb weniger Jahre wieder abgebaut. Gegenüber dem Höchststand von 2018 (ca. 834.000 Beschäftigte) wurden in Deutschland bisher rund 142.500 Stellen in der Automobilherstellung und der Zulieferindustrie abgebaut.

 

 



#85 Stefan9

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Geschrieben 29 August 2026 - 17:14

BMW ist bereits seit längerem voll auf Roboter und KI Kurs:

https://www.press.bm...ein?language=de


------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------

 

In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer

 

Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen. 

 

"Wir können nicht alle mit einem Mac Book und einem Chai Latte in Berlin in einem Coworking Space sitzen und die zehnte Dating App erfinden". Marco Scheel 3:50 min

https://www.youtube....h?v=3mnB5Q5Hay4

  • (Buch) gerade am lesen:James Blish Gewissensfall
  • • (Film) gerade gesehen: Zeugin der Anklage

#86 Christian Hornstein

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Geschrieben 01 September 2026 - 18:30

@Mammut

Es ist nicht immer zielführend die Zukunft aus der Vergangenheit im Analogieschluss abzuleiten. Es gibt Disruptionen. Die KI-Entwicklung ist so eine. Diese Maschinen unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von ihren Vorgängerinnen: Sie können lernen. Frühere Maschinen waren immer spezialisiert und der Aufwand, um sie herzustellen, war enorm. KI der Zukunft werden autonom lernen, wie Aufgaben zu erledigen sind, und momentan gibt es keinen Grund anzunehmen, dass es für die Art der Aufgaben Einschränkungen geben wird, sobald kognitive Fähigkeiten mit robotischen Körpern verschmolzen sind. Entweder wir nutzen die daraus entstehende Chance durch mehr Teilhabe in der Gesellschaft oder wir führen unser heutiges Scheren-System fort und nur wenige kommen in den Genuss der Vorteile der KI.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 01 September 2026 - 18:31.


#87 Mammut

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Geschrieben 01 September 2026 - 18:37

Was ist denn das heutige Scheren-System?



#88 yiyippeeyippeeyay

yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 01 September 2026 - 19:00

[..] momentan gibt es keinen Grund anzunehmen, dass es für die Art der Aufgaben Einschränkungen geben wird [..]

Eine furchtbare Sache, die uns m.E. alle als Jahre lange Schlafmützen entpuppt, mal eben in einem Nebensatz stehend. Es muss einfach gelingen, moralische Einschränkungen einzubauen - mit der einfachen damals von Weizenbaum formulierten Grundregel, dass S/W bzw. eine Maschine nicht über das spezifische individuelle Leben irgendeines Menschen entscheiden darf!! KI-gesteuerte Marschflugkörper, die u.a. ZivilistInnen töten, durchbrechen das schon jetzt; genauso, wenn auch weniger gravierend, irgendwelche KI-gesteuerten Auswahlabläufe bei Bewerbungen für einen Job! (Letzteres ist meines Wissens schon jetzt in der EU verboten!!)

 

(Dieser Post hier auch eine Teilreplik zur "Schmunzelei" in #76, oben.)

 

P.S. (late edit): Ich sehe gerade dass ich Weizenbaum-konforme Vorgehensweisen schon deutlich härter hier im Thread vor Wochen angedeutet hatte. War wohl von wenig Interesse (s. Zitat in diesem Post)?


Bearbeitet von yiyippeeyippeeyay, 01 September 2026 - 19:21.

/KB

Yay! KI-generiertes SF-Zitat Ende November...
"In the sprawling city forums of the galaxy, where chaos reigns and time flows differently, true power is found not in dominance, but in moderation. The wise use their influence to temper ambition with reason, and chaos with order."

(auf Bing.de generierter Monolog von der Copilot-S/W - die ich hiermit NICHT bewerbe! - nach Aufforderung nach einem "s.f. quote" mit einem bestimmten Wort darin; ich ersetzte nur das 4. Wort mit "city forums")


#89 Mammut

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    Pot Healer

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Geschrieben 04 September 2026 - 16:12

In den USA wird KI aktuell auch oft als Bedrohung wahrgenommen:

Widerstand gegen KI in den USA: "Sind Rechenzentren fertig, sind Arbeitsplätze weg" - n-tv.de

 

Hier mal was zur Größe der Rechenzentren:

Meta will KI-Rechenzentrum so groß wie Manhattan bauen | BR24

 

Hier ein Video zum Stargate Rechenzentrum:

Video · Stargate: Ein gigantisches Rechenzentrum zeigt den Platzbedarf von künstlicher Intelligenz



#90 Stahlelefant

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Geschrieben 04 September 2026 - 18:28

@Christian Hornstein und @Jannis: Etwas späte Antwort, aber ich will doch lieber noch darauf hinweisen, dass ich geschrieben hatte:

 

Und hier noch was für alle Optimisten, hoffentlich stimmt’s :) :
https://observer.co....the-human-touch
Artikel aus dem Observer.

Ich bin zwar tendenziell durchaus eher optimistisch gestimmt, aber die Aussage des Observer zu der (vermeintlichen oder vielleicht doch möglichen) steigenden Nachfrage nach Qualitätsprodukten habe ich mir nicht kritiklos zu eigen gemacht, sondern dazugesagt: hoffentlich.

 

„Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust“. Wie weiter oben schon mal geschrieben: Bei allem Optimismus machen mir Tempo und möglicher Umfang des Umbruchs teilweise doch Sorgen. So sitze ich vielleicht zwischen den Stühlen. „Ey, jetzt entscheide dich endlich mal für eine Seite! Alles andere ist Wischiwaschi!“ „Nein, die Wahrheit liegt doch meistens in der Mitte.“ Weiter oben habe ich mich mal halb scherzhaft als Realisten bezeichnet. Also, wenn ich keiner bin, dann strebe ich aber zumindest an, zu einer realistischen Einschätzung zu kommen. Aber man hat halt auch keine Glaskugel, in die man blicken könnte. Die weitere Entwicklung scheint unsicher zu sein.

 

@Stahlelefant

 

Wenn Firmen, die davon leben wollen, KI-Dienste zu verkaufen, sich beeilen zu entwarnen, dass ihr Produkt für die Menschen keine Nachteile haben wird, wenn sie dieses kaufen, kann einen dies eigentlich nicht wundern.

Schmunzeln lässt mich das Argument, wir würden demnächst Menschengemachtes plötzlich so sehr schätzen, dass wir bereit sein werden, dafür wesentlich mehr auszugeben als für die preisgünstigeren KI-Produkte und -Dienstleistungen. Deshalb kaufen wir ja auch alle schon immer fleißig Bio-Produkte (6,3 % des Lebensmittelumsatzes in Deutschland, siehe z.B. https://www.foodwatc...en-daten-fakten) und tragen alle maßgeschneiderte Klamotten, weil wir der Qualität stets der Ersparnis den Vorrang geben. So etwas wird eben nur passieren, wenn unsere Kaufkraft entsprechend aussieht, was bisher nicht in Sicht ist.

Das Argument, dass wir den Maschinen nicht trauen werden, die Verantwortung stets beim Menschen belassen und deshalb viele Jobs von Menschen ausgeführt bleiben werden, lässt mich ebenfalls schmunzeln. Selbst wenn wir es in Europa anders halten sollten als in anderen Ländern und der Verantwortungsdiffusion nicht freien laufen lassen sollten, der Wirkung der woanders stattfindenden Produktivitätssteigerung durch KI-Einsatz werden wir uns nicht entziehen können. Gerade macht es VW vor mit seinem Autobau in China. Adieu Arbeitsplätze. Es wird letztlich so ähnlich werden, wie es jetzt ab dem 2.8.2026 mit der Durchsetzung des Gesetzes über künstliche Intelligenz passieren wird: Wenn ein Content mit KI generiert wurde, muss dies gekennzeichnet werden, es sei denn, es gibt einen Menschen, der für den Content gerade steht. Wer glaubt, dass sich niemand finden wird, der diese Verantwortung übernimmt, täuscht sich, denn es geht um viel Geld und Risiken kann man versichern. Letztlich können wir es uns auch wirtschaftlich und aus Gründen der nationalen Sicherheit auf Dauer nicht leisten, die meisten Automatisierungen sein zu lassen, nur weil niemand die Verantwortung dafür übernehmen möchte. Man wird es "verantwortbar" machen, irgendwie. Oder um es mit den Worten unseres Kanzlers zu sagen: What ever it takes.

 

 

Danke und 100% Zustimmung!

 

Der Mensch (böse Verallgemeinerung) handelt dann doch erst einmal unreflektiert und um seine einfachen Bedürfnisse zu befriedigen. 

 

Natürlich weiß jeder Mensch, dass Billig-Fleisch aus der Massentierhandlung schlecht für die Tiere, schlecht für den Konsumenten und schlecht für die Welt sind. Die Alternative wäre aber a: weniger Fleisch / Woche ---> "ich lasse mir doch nicht mein Fleisch verbieten!" oder B: Wechsel zum teureren Bio-Fleisch vom Metzger mit eigener Herde & Schlachtung --> weniger Geld in der Hauskasse und darum "ich lasse mir doch nicht meinen Urlaub auf der sonnigen Insel verbieten"

Der Konsumer-Literaturmarkt wird mittelfristig komplett von Maschinen übernommen. In der E-Literatur interessiert das keinen (100 verkaufte Exemplare ernähren nicht die Autor:innen, sondern die Stipendien, Preise, ...) , aber es ist schlicht nicht mehr möglich für einen B- oder gar C-Listen Autor:in in der Belletristik von seinen Werken zu leben (genauso wenig, wie der Buchhandel vom Verkauf von Büchern überleben wird: die Margen liegen hier teilweise unter 1%!). 

Was bleibt, sind "Hobby-Autor:innen/-Verleger:innen" die nicht auf die Verkaufserlöse angewiesen sind, oder "schlimmer", sogar für ihr Hobby astronomische Kosten bezahlen (in Euro oder Arbeitszeit). Zusätzlich wird der Markt von hingerotzter SP-Ware überflutet, die dann von hingerotzter KI-Ware abgelöst wird. Und wenn dann ein Buch ein Siegel "KI frei" aufweist, aber 10,- Euro mehr kostet, wird es im Regal liegen bleiben. 

 

Es ist unsere Wahl als Konsumenten, was der Markt hergibt. Und KI ist nicht Schuld daran. 


Bearbeitet von Stahlelefant, 04 September 2026 - 19:21.

Nautron respoc lorni virch.

  • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles


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