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EXODUS Nr. 50.1 und Nr. 50.2 (06/2026)


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168 Antworten in diesem Thema

#31 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 04 Juli 2026 - 21:03

Jetzt habe ich Maria Orlovskayas Godspeed You! Night Empress gelesen.

Hier geht es um den Topos der menschlichen Hybris sensu Frankenstein/Prometheus, hier speziell im Umgang mit der Sterblichkeit, insbesondere im Fall von Verlust und Trauer, das Orpheus-Motiv mit Ablehnung (s. z.B. den Film Archive). In Marias Geschichte wird die technische SF-Seite des Unterfangens durch eine spirituelle ergänzt, die den wissenschaftlichen Plausibilitätsrahmen verlässt.

Im vorliegende Fall ist der Aspekt besonders interessant, inwiefern der Text in der Lage ist, das Interesse der Lesenden, also mein Interesse (Ein-Personen-Stichprobe ;) ), zu wecken und zu halten. Hier sehe ich zwei Faktoren: Zum einen über die Sprache durch ansprechende Beschreibungen. Zum anderen enthält der Text mir lange vor, was genau mit der Gefährtin der Hauptfigur geschehen ist und baut letztlich auf meine Neugier, dies zu erfahren. Die Informationsvermittlung verläuft häppchenweise. Das Problem: Dieser Weg hält für mich mehrere Rückblenden und Expositionen bereit, die für sich genommen wenig Anreiz bieten. Zudem ahne ich bald, wohin es geht (ich erkenne ja den Topos). Last but not least fehlt es mir an Information über die Beteiligten und ihrer Beziehung, die geeignet wäre, mich emotional zu beteiligen. Sicher wird hier und da gemeinsam Gelebtes und Verbindendes erwähnt, aber ein dramaturgisch tiefgreifendes Motiv der Hauptfigur, für das, was sie tut, wird für mich nicht erkennbar. Auch die Tragik der Situation und das Erleben der Gefährtin werden nur hauchdünn angedeutet. Ich kann mir natürlich alles mögliche vorstellen, aber wenn ich eine Geschichte lese, möchte ich gerne auch die Vorstellungskraft der Autorin kennenlernen.

Mario Frankes Illustration ist vom Motiv her sehr passend, in der Ausgestaltung aber für mich etwas zu generisch. Stilistische Verpixelungen und Reihen von Einsen und Nullen sind Standardelemente, die in etlichen Gebrauchsgraphiken zu IT-Themen zu finden sind. Selbst das verfremdete menschliche Antlitz mit dem Kniff der Unterwasser-Aufnahme mit Sauerstoffbläschen ist schon lange nicht mehr originell. Hier hätte ich mir mehr Schöpfungshöhe gewünscht.

 

 

Erik Harlandt: Mittelmaß mit Methode – Der Mizzki-Weg

David Daubitz: Malware

 

Beides nicht meine Sache. Keine Rezension.

Christians Anmerkungen sind aber auf jeden Fall lesenswert und schlüssig.

Danke für das Lob.  :closedeyes: 



#32 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 05 Juli 2026 - 10:00

Jetzt bin ich bei Willkommen auf Random! angelangt von Dieter Korger, dem ich bei dieser Gelegenheit empfehle, mal zu prüfen, ob seine Kontaktdaten bei der Autorenwelt noch aktuell sind, denn auf eine Nachricht von mir über diesen Kanal hat er vor einiger Zeit nicht reagiert. Dieser Text hat mich an die Geschichten von Philip José Farmer erinnert und zwar nicht nur wegen der Verquickung von Spirituellen Inhalten und SF, sondern auch wegen mancher Plausibilitätslücke und dem Gebaren der Figuren.

Wir haben z.B. Arturo Mercator, ein promovierter Biologe, Wissenschaftler und Offizier des Forschungsschiffs Pendragon. Einerseits spricht er so: "Hätten Sie die Güte …"; " … werte Vandana …". Andererseits so: "Hör zu, Kumpel!" (zu Seraf); "Wer … sind die Typen?" Ich weiß nicht, wie es Euch dabei geht, aber bei mir knirscht es.
Irgendwie scheinen auch andere Figuren zur Jugendsprache und zudem noch zu Anglizismen zu neigen:
Seraf: "... bis der Typ eintrifft …"; "… kannst du ihn dann an den Deal erinnern …"
Vandana: " So was wie ein 'checks and balances'-System?" Warum nicht Gewaltenteilung?
Selbst die Erzählstimme verfällt mal in ein "Sie kannte sich mit dem Teil kein bisschen aus".

Hat das vielleicht etwas damit zu tun, dass der Planet Random heißt?  :) 

Okay, dann weiß Vandana plötzlich die Passwörter. Woher? Arturo könnte sie verraten haben, doch das wird nie offenbar. Im Archiv konnte sie bestenfalls die Nachnamen von Stan und Oliver recherchieren, aber nicht, dass ausgerechnet diese den gesuchten Passwörtern entsprechen. Hmm.

Dann sollen die zwei KI kurz davor gewesen sein, ihre Forschungsergebnisse und/oder Missionsziele, in dem Fall über Random, an die Erde zu senden, hätten dies aber unterlassen, weil sie ihre Aufmerksamkeit auf die Lösung des Problems hätten richten müssen, das durch das Versagen der Kryosysteme entstanden war. Wenn man bedenkt, dass ein solches Versenden einen klitzekleinen Bruchteil der Ressourcen eines heutigen Prozessors beanspruchen würde, so dass ein quasi paralleles Abarbeiten über Prozess-Scheduler kein Problem wäre, erst recht nicht nach Erledigung der Kryoproblematik, die zu diesem Zeitpunkt schon lange zurück lag, wenn man das also bedenkt, erscheint die Darstellung recht unplausibel.

Andreas Möllers Illustration als Strichzeichnung erinnert mich an Jean-Claude Mézières Zeichnungen für Valérian et Laureline (im Deutschen Valerian und Veronique), nur etwas konventioneller an klassischen Porträt- und Schraffier-Techniken orientiert, und greift gut Elemente der Geschichte auf.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 05 Juli 2026 - 10:02.


#33 Uwe Post

Uwe Post

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Geschrieben 05 Juli 2026 - 11:00

Ich halte mich aus bestimmten Gründen bedeckt. Mich würde nur hinterher mal eure Meinung zu der Tatsache interessieren, dass Exodus es vorgezogen hat, von einigen Autorx mehrere Texte zu bringen, andere aber ganz außen vor geblieben sind.


Bearbeitet von Uwe Post, 05 Juli 2026 - 11:00.

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#34 Uwe Post

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Geschrieben 05 Juli 2026 - 14:31

Ich schreibe jetzt doch mal von meinen ersten Eindrücken, da ich jetzt weiß, dass ich nicht mal wieder der einzige bin, der Fragen hat.

 

Christian Endres: Tod zwischen den Sternen

Ich halte viel von Christian, der richtig knackige, runde Geschichten zu schreiben vermag. Diese gehört nicht dazu. Im Gegenteil, ich glaube, es ist die schwächste, die ich von ihm kenne.  Es beginnt mit einem ziemlich generischen Titel, einem Anfangssatz, der sofort sagt "Standard-Weltraumkrimi, langweilig", unnötigen oder schwachen Adjektiven (natürlich ist es ein interplanetarer Flug, und natürlich durch den Weltraum! Wissen wir schon! Oder der "grausige" Mord), und einer letztlich völlig überflüssigen erzählenden Figur, die mit den eigentlichen Protagonisten "einfach so mitgeht". Die geniale Detektivin durchschaut natürlich sofort alles und erzählt es den Lesern, damit die auf keinen Fall in die Verlegenheit kommen, etwas zu erraten (wobei die vermeintlich in den Passagierdecks blockierten Teleporter natürlich ein ganz unübersehbarer Hinweis sind). Weitere Fragen: Wieso löst die Meisterdetektivin nur an Orten, die mit M anfangen? Und wenn es sogar intergalaktische (also mehrere Galaxien übergreifende) Organisationen gibt, wieso gibt es nur Menschen und Klone von irdischen Raubtieren? Und was war jetzt mit dem Fleck am Hemd des Erzählers, hab ich da was überlesen?

Und warum bildet ausgerechnet so ein wirklich eher unorigineller Weltraumkrimi die Eröffnung des großen Jubiläums?

Die Illustration kommt zwar handwerklich sauber daher, aber laut Text trägt die Detektivin eine Krawatte und hat braune Augen, und der Kerl im lila Anzug einen Schnauzer, keinen Kinnbart. Da die Figuren hier absolut im Zentrum stehen (na ja und der Blutfleck), hätte ich mir hier etwas mehr Werktreue gewünscht.

Ein enttäuschender Auftakt.

 

Andreas Eschbach: Bigger Than Life

Natürlich kommt hier Andreas professionelle Art zu Schreiben zum Tragen. Die Inszenierung ist filmreif, die Kriegerin im "Erwachsenenspiel" gerade abziehbildhaft-augenzwinkernd genug, um nicht sexistisch zu sein, auch die nur die Wendung unterstreichende Kapiteltrennung (auf Seite 18) sitzt, und die Leute sind "so schlank, dass man kotzen könnte" (Bulemie). Das einzige Problem der Geschichte ist, dass der Plot schon so oder ähnlich in zig Kurzgeschichten (oder Black Mirror-Folgen) vorkam und die Auflösung für jemand, der sie längst erraten hat, etwa 2 Seiten zu lang geraten ist. Insgesamt ordentlich, ohne zu begeistern.

Die Illustration finde ich persönlich stilistisch unterdurchschnittlich, speziell die Kriegerin.

 

Fortsetzung folgt


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#35 Fermentarius

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Geschrieben 05 Juli 2026 - 16:39

Ich halte mich aus bestimmten Gründen bedeckt. Mich würde nur hinterher mal eure Meinung zu der Tatsache interessieren, dass Exodus es vorgezogen hat, von einigen Autorx mehrere Texte zu bringen, andere aber ganz außen vor geblieben sind.

Vielleicht haben die Herausgeber eine Hitliste von Geschichten erstellt, ganz unabhängig von den Namen der Autoren. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass mir einige frühere Ausgaben besser gefallen haben. Das betrifft allerdings nur die Geschichten, die Grafiken sind absolut erstklassig.


  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#36 Uwe Post

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Geschrieben 05 Juli 2026 - 19:09

 

 

Vielleicht haben die Herausgeber eine Hitliste von Geschichten erstellt, ganz unabhängig von den Namen der Autoren

So war es wohl, ja. Und dabei geht eben ein bisschen was von der Vielfalt drauf. Auf Vielfalt verweist auch der letzte Absatz des Vorworts - für mich in dem Fall ein Widerspruch. Vor allem, wenn man direkt mit zwei (mehr oder weniger) Krimigeschichten anfängt.


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#37 Marrak

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Geschrieben 05 Juli 2026 - 23:46

Mich würde nur hinterher mal eure Meinung zu der Tatsache interessieren, dass Exodus es vorgezogen hat, von einigen Autorx mehrere Texte zu bringen, andere aber ganz außen vor geblieben sind.

 

Ich halte nicht viel von "Meinungssuchereien" mit Aufruf an die Käuferschaft. Frag doch einfach die Herrausgeber selbst und poste die Antwort, statt es zuerst hintenrum zu probieren. In meinem Fall war es so: Ich hatte Rene zuerst den Ultrakurztext (Die Ausgesetzten II) geschickt, und er fand es schade, dass ich zur Abschlussnummer nur so ein kurzes Ding sende. Ich schrieb ihm, die Alternative wäre sehr lang, wahrscheinlich zu lang. Er bat um Zusendung und Prüfung des anderen Textes, und er gefiel ihm. Das wars. Ohne Klüngel, ohne Bevorteiligung. Mehr habe ich nicht zu sagen.


Bearbeitet von Marrak, 06 Juli 2026 - 00:28.

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#38 Maxmilian Wust

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 08:34

Hey Michael (Marrak),

 

super-offtopic, aber bei mir hat's gerade Klick gemacht. Schon seit deiner Ankündigung von der Neuauflage von "Lord Gamma" dachte ich mir, dass ich deinen Namen von irgendwoher kenne. Leider nicht durch deine Bücher, auch wenn ich in den 2000ern teilweise zwei pro Woche gelesen habe, sondern ich hatte bei deinem Namen die ganze Zeit klobige Raumschiffe in eher senkrechtem Design im Kopf. Und jetzt habe ich dich endlich mal gegoogelt: Du hast "Black Prophecy" geschrieben! Also, bzw. die Hintergrundgeschichte.

 

Warst du eigentlich auch an "Neocron" beteiligt?


"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"

#39 Uwe Post

Uwe Post

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 09:31

Michael, ich meinte Dich ja gar nicht. Deinen Zweiteiler betrachte ich als einen Text (der aus irgendeinem Grund auf zwei Hefte aufgeteilt wurde; ich bin zugegebenermaßen noch nicht so weit um zu beurteilen, wieso, aber ist ja auch egal, weil eh jeder Leser beide Hefte kauft), und dass Du nicht total kurz schreiben kannst, wissen wir, und wollen wir ja auch gar nicht anders!   :happy:

Es geht mir eher um die drei Texte von Maria und je zwei von Uwe und Andreas.

Die Meinung der Herausgeber kenne ich ja, die brauche ich nicht zu fragen, deshalb fragte ich die Leser  :aliensmile:


Bearbeitet von Uwe Post, 06 Juli 2026 - 09:32.

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#40 Christian Hornstein

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 10:22

Tja, Uwe, also meine Lesermeinung dazu ist schlicht, dass bei jeder Ausschreibung die Jury entscheidet, und im Bereich Kunst spielen hier einfach die persönlichen Vorlieben eine große Rolle. Selbst wenn Einsendungen pseudonymisiert bewertet werden, schlagen diese Vorlieben durch. Das ist, finde ich, auch okay, denn es ist eine wahnsinnige Arbeit, so ein Magazin aufzusetzen, das weißt Du noch viel besser als ich. Ich fände es auch legitim, wenn man einen Jubiläumsband herausbringt, der dann auch noch der letzte sein soll, dass man diejenigen Schreibenden auf jeden Fall aufnehmen möchte, vielleicht auch mehr als einmal, an denen das eigene Herz hängt. Damit habe ich sogar gerechnet und wenn ich mir die Liste anschaue, dann, glaube ich, ist es auch genauso gekommen. Ja, die Vielfalt hat das ganz klar eingeschränkt, aber nicht allzu sehr, denn da sind ja schon noch ein paar weniger bekannte Personen dabei, so ähnlich wie in früheren Ausgaben. Hattest Du einen Text eingeschickt?


Auch in der Erzählung Mein alter Herr von Uwe geht es um einen vermenschlichten Roboter, der sogar Gefühle hat, eine beliebte Voraussetzung für viele Storys, die ich immer geneigt bin zu hinterfragen, aber gut. In dieser Erzählung geht es um die Trauer und auch um die Angst des Roboters vor seiner Vernichtung sowie um die menschliche Regung, ihm in seiner Not zu helfen. Das ist natürlich ein bekannter Topos, der in vielen Werken umgesetzt wurde, zum Teil fast genauso wie in Uwes Geschichte, siehe z.B. die Serie Humans. Der Roboter erzählt selbst, allerdings spricht er zu uns 1:1 mit der Stimme von Uwe Hermann. Da hätte ich mir stilistisch mehr Individualität gewünscht.

 

Dirk Bergers Illustration von Uwes Geschichte ist zwar graphisch in Ordnung, aber auch hier erscheint mir der Roboter recht generisch. Wenn man z.B. diesen Roboter mit der Maschine in Detlef Klevers Illustration für Peter Schattschneiders Geschichte vergleicht, sieht man, was ich meine. Sie sind praktisch austauschbar. Dramaturgisch ist es auch seltsam, dass der Roboter beim Schachspiel auf dem Boden kniet. Warum sitzt er nicht an einem Tisch? So etwas passiert zuweilen, wenn man einzelne Bildelemente aus Bilddatenbanken erwirbt. Diese sind dann oft im Stil generisch und man findet nicht immer das Element, bei dem alles zusammenpasst (Aussehen, Perspektive, Position, Farbzusammenstellung). Wenn man nicht zu lange suchen und/oder anpassen will, muss man Abstriche machen, was im Ergebnis dann seltsam aussehen kann.



#41 Gray

Gray

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 10:49

Dirk Bergers Illustration von Uwes Geschichte ist zwar graphisch in Ordnung, aber auch hier erscheint mir der Roboter recht generisch. Wenn man z.B. diesen Roboter mit der Maschine in Detlef Klevers Illustration für Peter Schattschneiders Geschichte vergleicht, sieht man, was ich meine. Sie sind praktisch austauschbar. Dramaturgisch ist es auch seltsam, dass der Roboter beim Schachspiel auf dem Boden kniet. Warum sitzt er nicht an einem Tisch? So etwas passiert zuweilen, wenn man einzelne Bildelemente aus Bilddatenbanken erwirbt. Diese sind dann oft im Stil generisch und man findet nicht immer das Element, bei dem alles zusammenpasst (Aussehen, Perspektive, Position, Farbzusammenstellung). Wenn man nicht zu lange suchen und/oder anpassen will, muss man Abstriche machen, was im Ergebnis dann seltsam aussehen kann.

Hallo Christian, erst einmal danke für deine ausführliche Rezi - ich bewundere, wie intensiv du und andere sich mit den einzelnen Beiträgen auseinandersetzen (ich lese das immer mal in Abständen, habe aber leider wenig Zeit, mitzudiskutieren, da ich auch kaum zum lesen komme). Und ich freue mich - ehrlich - immer über kritische Anmerkungen. Also, der Roboter ist nicht aus einer Datenbank, er ist tatsächlich gemalt. Ich nehme dafür immer noch Rebelle und mein Wacom Cintiq-Grafiktablett. Ich mag einfach die grobe spezielle Art, die das Programm bei der Verwendung seiner bereitsgestellten Pinsel und Spachteln möglich macht. Ist nicht so glatt wie beim Malen in Photoshop. Bei der Art des Roboters hatte ich keine Wahl mehr - es musste ja der aus der Illustration der Vorgängergeschichte (Exodus 46?) sein, da es ja eine Fortsetzung ist. Und er musste die für seinen Zweck vorgesehene Bauweise (Helfertätgkeiten) haben, daher erschien der mir so geeignet (ich habe mich natürlich schon an typischen Roboterbildern orientiert, von daher vielleicht auch die Ähnlichkeit zu anderen). Auf dem Boden - es sollte einfach darstellen, dass er allein zurückgeblieben war und seine normale Welt weg ist. 

Also wie gesagt, danke für die Kritik, ich werde mal schauen, ob ich Licht, Farben und/oder Schatten irgendwie falsch gesetzt habe, wenn Objekt und Hintergrund nicht richtig zusammenpassen. Auf alle Fälle wichtig für mich - wenn du generisch schreibst, KI ist für mich ein No-Go, das lehne ich ab. Bilddatenbanken zu verwenden usw. wäre jetzt wahrscheinlich kein ethisches Problem für mich, aber ich glaube die Anpassung der einzelnen Bestandteile macht mehr Mühe, als es wert ist. 


Bearbeitet von Gray, 06 Juli 2026 - 10:50.

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert

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#42 Uwe Hermann

Uwe Hermann

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 11:09

 

Auch in der Erzählung Mein alter Herr von Uwe geht es um einen vermenschlichten Roboter, der sogar Gefühle hat, eine beliebte Voraussetzung für viele Storys, die ich immer geneigt bin zu hinterfragen, aber gut. In dieser Erzählung geht es um die Trauer und auch um die Angst des Roboters vor seiner Vernichtung sowie um die menschliche Regung, ihm in seiner Not zu helfen. Das ist natürlich ein bekannter Topos, der in vielen Werken umgesetzt wurde, zum Teil fast genauso wie in Uwes Geschichte, siehe z.B. die Serie Humans. Der Roboter erzählt selbst, allerdings spricht er zu uns 1:1 mit der Stimme von Uwe Hermann. Da hätte ich mir stilistisch mehr Individualität gewünscht.

 

Nun ja, ich habe die Geschichte ja auch geschrieben. ;-) 

Mir hat die Grafik von Dirk übrigens sehr gut gefallen, aber das ist Geschmacksache.
 



#43 Marrak

Marrak

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 12:28

Michael, ich meinte Dich ja gar nicht. Deinen Zweiteiler betrachte ich als einen Text (der aus irgendeinem Grund auf zwei Hefte aufgeteilt wurde; ich bin zugegebenermaßen noch nicht so weit um zu beurteilen, wieso, aber ist ja auch egal, weil eh jeder Leser beide Hefte kauft), und dass Du nicht total kurz schreiben kannst, wissen wir, und wollen wir ja auch gar nicht anders!   :happy:

Es geht mir eher um die drei Texte von Maria und je zwei von Uwe und Andreas.

Die Meinung der Herausgeber kenne ich ja, die brauche ich nicht zu fragen, deshalb fragte ich die Leser  :aliensmile:

 

Hi, doch, ich habe auch zwei Storys drin. Die auf zwei Hefte aufgeteilte Geschichte um die Maschine, die alle Probleme löst, und gegen Ende von Heft zwei (glaube ich) findet man noch die ganz kurze, von der ich gesprochen hatte (Die Ausgesetzten II). Die hat Rene drinbehalten. Es sind also gewissermaßen drei Storyblöcke von mir.


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#44 ChristophGrimm

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 12:47

Meine Leser- und noch mehr meine Hrsg.-Meinung ist schlicht: Die Geschichten, die am meisten überzeugt haben, kommen in eine Sammlung - und dann kann ich nur hoffen, dass es den Leser:innen gefällt.
Ich denke, René und Co. hatten weder die Absicht noch die Verpflichtung, ein möglichst breit gefächertes Autor:innen-Spektrum abzubilden.
Dass es insbesondere Abgelehnte anders sehen, wenn dann andere Namen mehrfach in Erscheinung treten, ist zwar irgendwo verständlich, andererseits werden Magazine ja nicht primär für Schreibende gemacht, sondern eben für Leser:innen. Und bevor man eine Story nimmt, die einem nicht gefällt, kann es auch gerne zweimal Andreas, Uwe H., Maria etc. sein.

(Aber immer, wenn ich so etwas sage, beschwert sich irgendjemand bei meinen Co-Herausgebenden oder meiner Verlegerin - anstatt bei mir - oder entfreundet mich sozialmedial. Also bin ich jetzt wieder still und freue mich auf die baldige Lektüre der beiden Hefte).
SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com
  • (Buch) gerade am lesen:DSFP-Nominierungen KG, "Int:Elegance", "Das Schloss im Laacher See" (M. O. Bendrin)
  • (Buch) als nächstes geplant:Irgendwas vom SuB im RuB
  • • (Buch) Neuerwerbung: "Grenzland der Liebe" (Finnische Phantastik Anthologie)

#45 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 13:15

Magazine für Lesende - soweit kommt's noch! :-)


Ich hatte die Exodus zu Hause gelassen (war beim Metropolcon) und steige morgen wieder ein.

Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
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#46 Marrak

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 14:00

Magazine für Lesende - soweit kommt's noch! :-)


Ich hatte die Exodus zu Hause gelassen (war beim Metropolcon) und steige morgen wieder ein.

 

Auch off-topic: Was meinte deine Tochter auf dem Con eigentlich mit: "Mit dem darfst du nicht mehr reden, den habe ich schon mehrmals aufgeschrieben"?   :blink:  :D


Bearbeitet von Marrak, 06 Juli 2026 - 14:00.

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#47 Christian Hornstein

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 15:07

Hallo Christian, erst einmal danke für deine ausführliche Rezi - ich bewundere, wie intensiv du und andere sich mit den einzelnen Beiträgen auseinandersetzen (ich lese das immer mal in Abständen, habe aber leider wenig Zeit, mitzudiskutieren, da ich auch kaum zum lesen komme). Und ich freue mich - ehrlich - immer über kritische Anmerkungen. Also, der Roboter ist nicht aus einer Datenbank, er ist tatsächlich gemalt. Ich nehme dafür immer noch Rebelle und mein Wacom Cintiq-Grafiktablett. Ich mag einfach die grobe spezielle Art, die das Programm bei der Verwendung seiner bereitsgestellten Pinsel und Spachteln möglich macht. Ist nicht so glatt wie beim Malen in Photoshop. Bei der Art des Roboters hatte ich keine Wahl mehr - es musste ja der aus der Illustration der Vorgängergeschichte (Exodus 46?) sein, da es ja eine Fortsetzung ist. Und er musste die für seinen Zweck vorgesehene Bauweise (Helfertätgkeiten) haben, daher erschien der mir so geeignet (ich habe mich natürlich schon an typischen Roboterbildern orientiert, von daher vielleicht auch die Ähnlichkeit zu anderen). Auf dem Boden - es sollte einfach darstellen, dass er allein zurückgeblieben war und seine normale Welt weg ist. 

Also wie gesagt, danke für die Kritik, ich werde mal schauen, ob ich Licht, Farben und/oder Schatten irgendwie falsch gesetzt habe, wenn Objekt und Hintergrund nicht richtig zusammenpassen. Auf alle Fälle wichtig für mich - wenn du generisch schreibst, KI ist für mich ein No-Go, das lehne ich ab. Bilddatenbanken zu verwenden usw. wäre jetzt wahrscheinlich kein ethisches Problem für mich, aber ich glaube die Anpassung der einzelnen Bestandteile macht mehr Mühe, als es wert ist. 

 
Ah, jetzt verstehe ich, wie Du gedacht hast in Bezug auf das Knien. Ich finde es schön, dass Du noch von Hand zeichnest. Das mache ich genauso, sogar noch klassisch mit Papier und Bleistift u.ä., auch wenn ich viel digital ergänze. Was den Roboter angeht, hatte ich damals schon geschrieben, dass die Darstellung des Roboters für mich überraschend war, weil im Text zwar erwähnt wurde, dass er mehr Technik als menschliches Aussehen aufweist, aber die dargestellte Maschine bedrohlich wirkte, anders als in der Geschichte (rote Augen, skelettartige Gestalt, an eine Kampfhaltung erinnernder Gestus), was heute schon bei Industrierobotern für den zivilen Bereich vermieden werde, auch wenn es sich um eine Maschine aus einer automatisierten Produktionsstraße handelt. Ich würde in einem solchen Fall das Aussehen des Roboters so spezifisch wie möglich auf die Story auslegen, im Idealfall so, dass er ein Unikat ist. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, vor allem bei Robotern, ein Motiv, das schon etliche Male durchgenommen wurde.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 06 Juli 2026 - 15:07.


#48 Fermentarius

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 15:31

Maria Orlovskaya Godspeed you, Night Empress

 

Die Geschichte ist mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Es geht wohl um einen Unternehmer, den tibetanische Mönche in das Geheimnis der Erinnerung an vergangene Leben eingeweiht haben. Er hat daraufhin ein Mittel entwickelt, das man nur spritzen muss, um diese Erinnerungen zu aktivieren. Er selbst will aber nicht wiedergeboren werden, sondern einfach nur ewig leben. Und seine Frau, auch wiedergeboren, an seiner Seite wissen. Aber Wiedergeburten sind natürlich, wie lange bekannt ist, ein Fluch, und das Nirvana ein besserer Ort.

 

Ich habe bisher nur wenige Geschichten mit einer besser polierten Oberfläche gelesen. Kurze, rhythmische Sätze, minimalistische Beschreibung der Orte und Situationen. Gleichzeitig habe ich auch nur wenige Geschichten mit so massiven Fehlern gelesen. Falsche Verwendung von Worten, kreischend schiefe Metaphern, inhaltliche Fehler, Inkonsistenzen aller Art. Als hätte jemand ein hastig zusammengeschustertes Gebilde oberflächlich abgeschliffen und mit glänzender Lackfarbe besprüht.

 

Fangen wir den schiefen Metaphern an:

 

„Ihre Oberfläche vibrierte leicht, als würden die in ihr verbauten Instrumente erst noch prüfen, ob sein Körper wieder betriebsbereit ist.“

 

Eine solche Prüfung erzeugt keine Vibration. Und eine Vibration erzeugt nicht den Eindruck einer Prüfung.

 

„Sie hatte … die akkurat geschnittenen Buchsbaumreihen betrachtet, die sich wie Gedankenfehler im Muster wiederholten“

Gedankenfehler - was soll das denn wohl heißen?

 

„In ihrem [Gesichts-]Ausdruck lag das niedergeschlagene Lamento eines Menschen, der durch ein Fenster in eine Welt schaut, die nicht für ihn gebaut wurde.“

 

Tut mir leid, aber die Welt ist nicht für einen bestimmten Menschen gebaut. Jeder Mensch muss sich einfügen. Und ein Lamento ist eine Klagerede oder ein Klagelied, nicht ein Gesichtsausdruck. Man kann sich denken, was gemeint ist. Trotzdem: der ganze Satz ist klangvoll, aber krumm und schief.

 

„In jenem Jahr, 1954, waren ihre Haare ebenfalls schwarz gewesen. Wie ein Fächer ausbreitet im grünen nichts. Eine schwimmende Anemone im Wasser.“

Eine Anemone ist ein Landpflanze, ein Buschwindröschen. Gemeint ist vermutlich eine Seerose. Beide Pflanzen sind auch nicht schwarz, sie haben weiße Blüten in einem Kranz grüner Blätter. Falls eine Seeanemone gemeint ist: Sie ist leuchtend farbig und sitzt auf dem Meeresgrund fest.

 

Falsche Verwendung von Worten:

Zwei hatte ich schon erwähnt (Lamento und Anemone). Das Gewässer vor dem Haus wird abwechselnd als Fjord und See bezeichnet. Ein Fjord ist aber ein Meeresarm.

Der Spitzname des Protagonisten ist „Night Emperor.“ Dazu: „Don beherrschte den Tod, er beherrschte die endlose Nacht. Er hatte sich zu ihrem König aufgeschwungen.“ „Emperor“ ist ein Kaiser. König wäre „Rex“.

„Mein Herz blieb ruhig, dank experimenteller Nootropika.“

Nootropika sind Stoffe zur Verbesserung der kognitiven Leistungen, nicht zur Verringerung der Herzfrequenz.

 

Inhaltliche Fehler.

 

„Die Wände der Kapsel lagen noch dicht an seiner Haut, innen von einem feinen Nebel überzogen. Ein Hauch aus Plasma und Sauerstoff.“

Sauerstoff wird erst bei -180 Grad Celsius flüssig. Und was denn für ein Plasma?

„Ich schwitzte in dunklen Serverräumen …“. Serverräume sind gekühlt.

Die Mönche sind einmal in Tibet, einmal in Nepal.

„Don ...ließ sich die Nadel der Dialysemaschine in seinen linken Arm gleiten. Eine Frischzellenfusion …“

Eine Dialysemaschine ist eine „künstliche Niere“. Sie macht keine Frischzelleninfusion.

„Das Wasser roch nach nichts. Weder nach Schilf noch nach Algen.“ In einem Fjord ist Salzwasser und das hat ganz allein einen spezifischen Geruch.

( Von einem Boot aus birgt jemand die Leiche seiner Frau aus aus dem Wasser). „Der Entsorger beugte sich über die Kante, griff nach dem Körper, der nun schwer und nass auf den Planken lag.“

So fällt man allenfalls selbst ins Wasser. Man bleibt im Boot stehen und benutzt einen Bootshaken, wenn man das unbedingt alleine machen will.

„Er sah weiter auf das Boot hinaus … Es hatte mehr Tiefgang, fuhr langsamer.“

Wenn ich annehme, dass die Leiche mit den nassen Sachen 60 kg wiegt, dann liegt das Boot maximal 2 cm tiefer (bei drei Quadratmetern Eintauchfläche des Bootes). Das wäre vom Ufer nicht zu sehen.

Der Protagonist wird durch seine Erfindung zum ersten Trillionär. Nur: Das Bruttoinlandsprodukt der Welt liegt zur Zeit bei etwa 0,11 Trillionen. Selbst unter Berücksichtigung der Inflation käme man nicht auf die nötigen Zahlen.

Und sind nur Beispiele.

 

Die Geschichte leidet auch unter groben Inkonsistenzen. Zum Beispiel: Der See liegt ruhig. Zwei Absätze weiter, Wind und Wellen. Zwei Absätze weiter: Ruhig wie poliertes Metall.

Ein oder zwei Absätze bauen jeweils ein Bild auf, das dann wieder zerfällt. Auf mich wirkt die Geschichte, als hätte jemand einen ersten Entwurf auf Hochglanz poliert, statt ihn auszuarbeiten.

 

Deshalb habe ich mich beim Lesen immer mehr gewundert. Eine Geschichte die beim Überfliegen so gut aussieht, um beim genaueren Lesen derart auseinander zu fallen, ist mir noch nicht begegnet.


Bearbeitet von Fermentarius, 06 Juli 2026 - 15:32.

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#49 Gray

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 15:54

 
Ah, jetzt verstehe ich, wie Du gedacht hast in Bezug auf das Knien. Ich finde es schön, dass Du noch von Hand zeichnest. Das mache ich genauso, sogar noch klassisch mit Papier und Bleistift u.ä., auch wenn ich viel digital ergänze. Was den Roboter angeht, hatte ich damals schon geschrieben, dass die Darstellung des Roboters für mich überraschend war, weil im Text zwar erwähnt wurde, dass er mehr Technik als menschliches Aussehen aufweist, aber die dargestellte Maschine bedrohlich wirkte, anders als in der Geschichte (rote Augen, skelettartige Gestalt, an eine Kampfhaltung erinnernder Gestus), was heute schon bei Industrierobotern für den zivilen Bereich vermieden werde, auch wenn es sich um eine Maschine aus einer automatisierten Produktionsstraße handelt. Ich würde in einem solchen Fall das Aussehen des Roboters so spezifisch wie möglich auf die Story auslegen, im Idealfall so, dass er ein Unikat ist. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, vor allem bei Robotern, ein Motiv, das schon etliche Male durchgenommen wurde.

Schön, ich bin aber von realer Farbe und Stift weggekommen, ich habe nur ein Arbeitszimmer und das ist in einem Mehrfamilienhaus, die Farbe hat einfach immer sehr gerochen. Außerdem schätze ich zwei Sachen sehr beim digitalen Arbeiten - dass du Schritte rückgängig machen kannst und das Einzoomen (meine Augen werden nicht jünger) :)  Aber ab und zu packt es mich auch noch. 

Bei den Robotern hast du tatsächlich weiter gedacht als ich, da muss ich besser aufpassen, danke für den Tipp.
 


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#50 Christian Hornstein

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 15:55

Nun ja, ich habe die Geschichte ja auch geschrieben. ;-) 
 

 
Ja, gewiss doch, aber bei einem Ich-Erzähler, der diegetisch nicht mit dem Autor identisch ist, hat man ja die Gelegenheit, die Stimme dieser Figur mehr hervortreten zu lassen als beim personalen oder auktorialen Erzähler. Ich finde es immer schön, diese Gelegenheit zu nutzen.  ;) 



#51 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 15:56

Auch off-topic: Was meinte deine Tochter auf dem Con eigentlich mit: "Mit dem darfst du nicht mehr reden, den habe ich schon mehrmals aufgeschrieben"? :blink: :D


Das pn - ne ich dir -)

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#52 Christian Hornstein

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 16:01

Schön, ich bin aber von realer Farbe und Stift weggekommen, ich habe nur ein Arbeitszimmer und das ist in einem Mehrfamilienhaus, die Farbe hat einfach immer sehr gerochen. Außerdem schätze ich zwei Sachen sehr beim digitalen Arbeiten - dass du Schritte rückgängig machen kannst und das Einzoomen (meine Augen werden nicht jünger) :)  Aber ab und zu packt es mich auch noch. 

Bei den Robotern hast du tatsächlich weiter gedacht als ich, da muss ich besser aufpassen, danke für den Tipp.
 

 
Das finde ich ja witzig. Mir geht es ganz genauso. Das Kolorieren mache ich digital und schätze genauso wie Du, dass man so leicht rückgängig machen und einzoomen kann. Bin ebenfalls nicht mehr der Jüngste, schaue mir aber gerne alles ganz genau an. Ich finde auch sehr praktisch, dass ich digital leicht variieren, einzelne Elemente umherschieben und mit verschiedensten Farben, Beschaffenheiten und Bildkomponenten experimentieren kann.



#53 Gray

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 17:58

 
Das finde ich ja witzig. Mir geht es ganz genauso. Das Kolorieren mache ich digital und schätze genauso wie Du, dass man so leicht rückgängig machen und einzoomen kann. Bin ebenfalls nicht mehr der Jüngste, schaue mir aber gerne alles ganz genau an. Ich finde auch sehr praktisch, dass ich digital leicht variieren, einzelne Elemente umherschieben und mit verschiedensten Farben, Beschaffenheiten und Bildkomponenten experimentieren kann.

Ja, hat viele Vorteile, zumal bei den Büchern dann auch noch an die Schrift usw. gedacht werden muss. Schade nur, dass man "das Original" verliert - da kommen immer mal Anfragen, aber man kann nicht alles haben :) Und insgesamt ist es ein wunderbarer Gegenpol zur Arbeit...


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#54 Christian Hornstein

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 18:43

Keine Fragen, alles gut von Peter Schattschneider kommt mit Hard Science daher, wie wir das von Peter kennen, allerdings aus dem hochspekulativen Bereich, was mir dann wieder Runzeln auf die Stirn schiebt. Es fängt schon mit der Grundlage an, die Tachyonen. Sie könnten einfach ein mathematisches Artefakt sein. Alle weiteren Folgerungen, besonders diejenigen, die Kausalitätsbrüche und -Wiederherstellungen durch Selbstkonsistenzprinzipien der Natur postulieren, sind, nun ja, eigentlich schon Metaphysik.

Wie auch immer: Sobald ich nach einem Viertel der Geschichte in Kenntnis gesetzt wurde, worum es geht, ahnte ich, was geschehen würde. Der Verlauf des Missbrauchs kam dann, wenn auch vorhersehbar, flott erzählt und unerbittlich. Ich habe nur Zweifel, ob die lange Exposition zu Beginn, vor allem bei einer Kurzgeschichte, die beste Wahl ist, zumal aufgrund fehlenden Hintergrundwissens wahrscheinlich viele, die lesen, auch nach den ganzen Erläuterungen das alles immer noch nicht richtig verstehen dürften. Das ist nämlich schon bei einfacheren Sachverhalten so. Theoretische Physik anschaulich zu machen geht meist nur bis zu dem Punkt, an dem es genau wird.

Außerdem würde ich versuchen, selbst bei einer Kurzgeschichte, nicht alles nur auf einem Effekt aufzubauen. Das wird in Kurzgeschichten oft gemacht, ist aber emotional recht dünn und meist vorhersehbar. Ein Meister, der uns zeigt, wie es anders geht, wäre z.B. Ted Chiang. Peter, Du kennst ihn doch bestimmt. Findest Du nicht auch, dass das viel mehr hergibt, wenn man diese Art Gedankenexperimente so erzählt?


Bearbeitet von Christian Hornstein, 06 Juli 2026 - 18:44.


#55 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 19:13

Auf den Anglo - amerikanischen Markt, so wurde mir gesagt (von der Autorin Marie vibbert), muss es immer sowohl einen Story arc als auch einen character arc geben. Etwas anderes wird von clarkesworld usw nicht mehr gedruckt.

Hierzulande ist das definitiv noch anders und es juckt mir in den finger, das mal Exemplarisch zu untersuchen, vielleicht tatsächlich mal an einem story jahrgang. 2026er Exodus, nova, die sf aus dem Weltenportal, den qw und dem ffm... Wäre mal interessant! (wobei ich bei Schattschneider schon sehr häufig einen character arc gelesen habe, z B bei der dsfp nominierten Story aus 2024)

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#56 Christian Hornstein

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 19:22

Maria Orlovskaya Godspeed you, Night Empress

 

Die Geschichte ist mehrerer Hinsicht bemerkenswert ...

 
Mensch Thomas, da hast Du den Text echt beim Wort genommen. Ein paar Sachen waren mir auch aufgefallen wie z.B. die Sache mit den Nootropika, dem Widerspruch zwischen Nebel und Plasma, der Fjord, der zum See wird, die infundierende Dialyse u.a. Wenn solche Sachen nicht handlungsentscheidend sind, sehe ich meist darüber hinweg und interpretiere sie so, dass es passt, z.B. "es sind halt weiterentwickelte Nootropika, die auch parasympathisch wirken, wie heute schon L-Theanin" oder "es ist halt ein Spezialnebel mit Nanodingsbums, die es ermöglichen auch Plasma aufzunehmen" oder "da ist halt ein Fjord und daneben ein See" oder "es ist eine weiterentwickelte Dialyse, die nicht nur Blut wäscht, sondern ihm auch viele Zusätze beimischt".



#57 Fermentarius

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 20:09

 
Mensch Thomas, da hast Du den Text echt beim Wort genommen. Ein paar Sachen waren mir auch aufgefallen wie z.B. die Sache mit den Nootropika, dem Widerspruch zwischen Nebel und Plasma, der Fjord, der zum See wird, die infundierende Dialyse u.a. Wenn solche Sachen nicht handlungsentscheidend sind, sehe ich meist darüber hinweg und interpretiere sie so, dass es passt, z.B. "es sind halt weiterentwickelte Nootropika, die auch parasympathisch wirken, wie heute schon L-Theanin" oder "es ist halt ein Spezialnebel mit Nanodingsbums, die es ermöglichen auch Plasma aufzunehmen" oder "da ist halt ein Fjord und daneben ein See" oder "es ist eine weiterentwickelte Dialyse, die nicht nur Blut wäscht, sondern ihm auch viele Zusätze beimischt".

Du bist wirklich ein lieber und toleranter Mensch, und das meine ich als Kompliment. Ich habe mal gelernt, dass ein Text, der an die Öffentlichkeit geht, so weit wie möglich auf Fehler abgeklopft sein soll. Ich weiß aus trüber Erfahrung, wie schwer das ist, und deshalb nehme ich gelegentliche Fehler nicht übel. Aber in dieser Kurzgeschichte sind auch die handlungsrelevanten Teile inkonsistent. Wenn ich das ausführe, würde ich allerdings massiv spoilern.


Bearbeitet von Fermentarius, 06 Juli 2026 - 20:10.

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#58 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 20:52

Du bist wirklich ein lieber und toleranter Mensch, und das meine ich als Kompliment. Ich habe mal gelernt, dass ein Text, der an die Öffentlichkeit geht, so weit wie möglich auf Fehler abgeklopft sein soll. Ich weiß aus trüber Erfahrung, wie schwer das ist, und deshalb nehme ich gelegentliche Fehler nicht übel. Aber in dieser Kurzgeschichte sind auch die handlungsrelevanten Teile inkonsistent. Wenn ich das ausführe, würde ich allerdings massiv spoilern.

 

Ich danke Dir für das Kompliment.  -_-

Wenn Du magst, schicke mir doch ein paar Beispiele die Handlung betreffend per PN. Ich habe auch da über manches glättend hinweg gesehen, weil die Handlung eh den Plausibilitätsrahmen gesprengt hat.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 06 Juli 2026 - 20:52.


#59 Christian Hornstein

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 21:03

Magazine für Lesende - soweit kommt's noch! :-)
 

 
Ich glaube, das ist der entscheidende Punkt. Magazine wie Exodus sind eben eher nicht kommerziell. René hat gesagt, dass sie nicht überall zu haben sind und das auch gut so ist. Ihm war wichtig, eine Plattform auch für Neulinge und Semiprofis bereit zu stellen und für Unkonventionelles. Das sind ganz persönliche Ziele und Präferenzen. Bei vielen ganz kleinen Verlagen ist das ähnlich. Diese Menschen sind Überzeugungstäter und bezuschussen ihren Laden oft mehr als dass sie daran verdienen. Sicher haben auch sie eine Zielgruppe und wollen Lesende erfreuen, aber sie haben halt auch ihre eigene Agenda.



#60 Christian Hornstein

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Geschrieben 06 Juli 2026 - 21:12

Auf den Anglo - amerikanischen Markt, so wurde mir gesagt (von der Autorin Marie vibbert), muss es immer sowohl einen Story arc als auch einen character arc geben. Etwas anderes wird von clarkesworld usw nicht mehr gedruckt.

 

Das Thema ist in den USA schon lange Standard. Es gibt sogar eine amerikanische Schreibschule, die intensives Training dazu anbietet auf einer breiten theoretischen Basis, sehr professionell ... und nicht billig. Ich glaube zwar nicht, dass ein Entwicklungsbogen der Hauptfigur unbedingt sein muss, damit eine Kurzgeschichte interessant ist, wobei ich persönlich so etwas bevorzuge, aber ohne Spannungsbogen wird es eng. Selbst die Texte, die beim Bachmann Preis gewinnen, weisen meist in irgendeiner Form einen solchen Bogen auf. Ich kann deshalb diese Setzung bei Clarkesworld verstehen, bei so etwas muss man aber aufpassen, nicht schon wieder zu normativ zu werden. Ich schätze nämlich, auch wenn gute Regeln gute Gründe haben, gibt es dazu auch Ausnahmen.
 




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