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Lesezirkel für die DSFP-nominierten Kurzgeschichten aus 2025

2025

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40 Antworten in diesem Thema

#31 FranzH

FranzH

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Geschrieben Heute, 09:40

Genau: Für eine Kategorie "Novellen" gibt es zu wenig Novellen, die in Frage kommen.
Außerdem haben wir auch zu wenig Preisgeld für eine weitere Kategorie.

#32 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

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Geschrieben Heute, 09:58

Wir waren hier von Ralph Alexander-Neumüller

Trotz des sehr länglichen Texts bleibt die Figur Paul blass und widersprüchlich: z.B. er liebt es zu präsentieren, mag aber seinen Leuten nichts erklären. Die Grundidee einer versteckten Botschaft in den Genen ist interessant aber es fällt schwer zu glauben, dass eine fremde Spezies diese wie beschrieben entziffern könnte. Zahlenreihen wären möglich aber den Namen Paul kodiert In Genen zu entdecken würde das Verständnis unseres Alphabets bedingen. Außerdem sehe ich einen Widerspruch zur Startprämisse: Zahlen sind die Zukunft.
Fazit: redundante Dystopie die den eigentlichen Gag mit abgenutzten Weltuntergangsbildern zuschüttet. Zudem wurde das Thema "versteckte Genbotschaft" in den 2000er Jahren des Öfteren diskutiert, siehe u.a. "Hausdorf: Götterbotschaft in den Genen" oder "www.welt.de/print-welt/article334784/Eine-Botschaft-der-Aliens-versteckt-in-unserem-Erbgut.html". Es ist also nicht sehr originell. Daher meine Einschätung: der schwächste Text der Liste


Tatsächlich bin ich eher angetan. Ich bezweifle zwar nicht, dass es unwahrscheinlich ist, dass die zukünftigen Wesen das Wort "Paul" entziffern, im Zuge der Story habe ich es aber akzeptieren können.

Anfänglich ist die Story eher lang und für eine Kurzgeschichte viele Details. Der Autor ist offenbar eher in längeren Genres zu Hause. Oual wird für mich hauptsächlich durch Dialoge und Beziehungen charakterisiert, besonders gelungen jene zu seiner anfänglichen Konkurrentin.

Nicht ganz so schön ist die Beschreibung des Chinesen, die ist sehr klischeehaft. (ja, ich weiß, gab es in Story of your life auch, da war die Figur aber komplexer und nicht durchweg negativ).
Die Beschreibung des Afrikaners bzw die Sicht Pauls auf ihn ist sehr nahe dran an strukturelle Rassismus.

Dass wir uns letztendlich nicht einigen können, finde ich realistisch.

Die letzte Szene ist gut gemacht und zuerst dachte ich, upps, der Fehler wird wiederholt. Wäre auch eine gute Story gewesen.

Insgesamt waren mir die ein, zwei Jahrzehnte zu knapp. Würde nicht ein kleiner Teil der Menschheit überleben? Wenn auch eben ohne Welt übergreifende Zivilisation, ähnlich wie bei the walking dead oder so.
Dass die Zivilisation in ein, zwei Jahrzehnten zusammen bricht, ist vorstellbar. Aber das eliminiert ja noch nicht alle Menschen. Vermutlich spielt das aber keine Rolle.

Mir hat die Story Gut gefallen, toller Stil, gute Idee und gute Auflösung.


Mir fehlt jetzt nur noch eine Story, die ich noch gar nicht kenne, der Gardemann. Dann kommen vier Rereads.
Mindestens drei Storys haben schon eher novellen-vibes. Wobei ich nichts dagegen habe -)

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#33 rostig

rostig

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Geschrieben Heute, 10:01

Michael Pfrommer - Die Amazone
Eine Welt die sich beinahe zwanglos aus unser aktuellen Wirklichkeit entwickeln könnte: fragmentiert auf genetischer und weltanschaulicher Ebene. Man fragt sich angesichts der Massendemos gegen die Coronapolitik: Sind Menschen wirklich so aggressiv und dämlich und der Blick auf unsere Welt sagt ja. Vor dem Hintergrund dieser agitierten Menschenmassen entspannt sich ein politischer Whosdonit-Krimi bekannter Machart mit dem üblichen noch-nicht-ganz resignierenden Ermittler. Das Worldbuilding ist exzellent, die Figuren glaubhaft, der Schreibstil perfekt mitreißend. Das offene Ende charakterisiert die Geschichte eher als Romaneinstieg und stört mich ein wenig.
Fazit: nicht das originellste Stück SF aber ich würde den Roman gerne lesen wollen. 



#34 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

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Geschrieben Heute, 10:06

Ach so, upps, der pfrommer fehlt mir auch noch

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#35 rostig

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Geschrieben Heute, 12:15

Aiki Mira - Ausreißende Sterne

Natürlich habe ich mich am ersten Satz gestoßen: Eine Supernova ist kein Planet! Aber im poetischen Sinn der Geschichte erscheint es doch sinnvoll. Leider fehlt mir die Kenntnis der Andymon-Vorgeschichte. Daher kann ich die Story nur alleinstehend bewerten und nicht als Ergänzung eines vorhandenen Geschichtsgerüst. Für sich genommen ist es ein sehr emotionaler Text über Familienbeziehungen vor einem kosmologischen Hintergrund. Stimmig, nachvollziehbar, voller Poesie. Die Space-Symbiose war schon ein Thema bei ihrem Roman "Titans Kinder".

Fazit: sprachlich und emotional gelungener Text, lesenswert, auch durchaus 2 mal



#36 Stephan

Stephan

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Geschrieben Heute, 12:25

Die nominierten Kurzgeschichten sind halt auch nicht nur von der Länge sondern auch vom Stil und vom Genre her betrachtet komplett verschieden. Die liegen soweit auseinander das es mir da als Jury echt schwerfallen würde einen Vergleich anzustellen und schon mal gar nicht da irgendwie einen ersten, zweiten und dritten Platz festzulegen.

 

Zum Beispiel ist die Geschichte von Uwe Post ohne Zweifel sehr gut geschrieben, die Sprache ist absolut preisverdächtig, da kann ich gar nicht dran rumdeuteln. Aber wenn mir das Thema absolut nicht zusagt, hätte ich große Schwierigkeiten es über einer Geschichte zu platzieren, die stilistisch vielleicht nicht ganz heranreicht, aber einen Plot hat, der mich wesentlich mehr anspricht. 


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#37 Rezensionsnerdista

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    Yvonne

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Geschrieben Heute, 12:49

Wir müssen es ja zum Glück auch nicht, wir können in Ruhe lesen :-)


Ich überlege auch schon wie mein Ranking wohl ausfällt, muss aber noch vier Texte erneut und zwei erstmals lesen

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#38 Stephan

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Geschrieben Heute, 13:27

Blumen für Lisa-9

 

sehr kontrovers

Spoiler

Bearbeitet von Stephan, vor 49 Minuten.

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#39 rostig

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Geschrieben Heute, 14:13

Für mich macht Uwe Post schon sehr deutlich, dass Lisa ein Androide ist: u.a Ladekabel und Zehamputation aber auch mehrfach im Text. Die Kernfrage ist: welche Gefühle  entwickeln wir für eine menschlich wirkende Maschine? Und wie sind sexuelle Interaktionen in dieser Situation zu werten? Und richtigerweise gibt Uwe keine Antworten auf diese Fragen, sondern überlässt es dem / der Lesenden.



#40 Stephan

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Geschrieben Heute, 14:27

Das überzeugt mich kaum, denn das hätte die Geschichte auch anhand eines Androiden in Gestalt eines erwachsenen Menschen tun können. Und sogar noch besser tun können.

Das Ladekabel und der kaputte Zeh dienen lediglich als Erinnerung daran, das Lisa-9 ein Android und kein 9 jähriges Kind ist. Über diese Versicherung hinaus sind diese technischen Dinge ohne Funktion für die Geschichte.

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#41 ChristophGrimm

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Geschrieben vor 56 Minuten

Für mich macht Uwe Post schon sehr deutlich, dass Lisa ein Androide ist: u.a Ladekabel und Zehamputation aber auch mehrfach im Text. Die Kernfrage ist: welche Gefühle  entwickeln wir für eine menschlich wirkende Maschine? Und wie sind sexuelle Interaktionen in dieser Situation zu werten? Und richtigerweise gibt Uwe keine Antworten auf diese Fragen, sondern überlässt es dem / der Lesenden.


Ist das die Kernfrage?
Man bringt das Thema Pädophilie nicht auf den Tisch, wenn es keine Behandlung erfährt.
Es geht doch per se gar nicht nur um einen Sexbot - sondern um einen Vater, der nicht nur eine „technische Lösung“ für seine Neigung gefunden hat - (ob DAS eine Lösung ist, kann man Lesenden überlassen) -, sondern diese Lösung in seine Familie integriert.

Das ist ein Konflikt, der keine wirkliche Thematisierung, keine Lösung und nur sehr bedingt eine Reflektion erfährt.
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