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die KI liegt in der amazon-Bestsellerliste für SF-Kurzgeschichten vorn

KI KI-generierte Texte Fake Bestsellerliste amazon

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139 Antworten in diesem Thema

#61 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 22 September 2026 - 18:39

... Ich finde diese ganze hysterische Hexenjagd nach AI-Texten jedenfalls sehr befremdlich....

 

Es ging bei der Anthologie auf Amazon nicht darum, dass manche Texte dort offenbar von einer KI entwickelt und formuliert wurden, sondern dass dies von der Autorin nicht angegeben wurde.
 



#62 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

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Geschrieben 22 September 2026 - 19:06

Es ging bei der Anthologie auf Amazon nicht darum, dass manche Texte dort offenbar von einer KI entwickelt und formuliert wurden, sondern dass dies von der Autorin nicht angegeben wurde.
 

 

Das ändert nichts daran, dass dieses gegenseitige Anstacheln zum Melden auf mich einen unangenehmen Eindruck macht, und auch nicht an meiner Einschätzung, dass erfahrungsgemäß niemand von den Beteiligten hinterher für etwaige ungerechtfertigte wirtschaftliche Schäden geradestehen wird.

 

Aber ihr habt das Böse bekämpft, das ist doch toll.
 



#63 Stahlelefant

Stahlelefant

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Geschrieben 22 September 2026 - 19:19

Das ändert nichts daran, dass dieses gegenseitige Anstacheln zum Melden auf mich einen unangenehmen Eindruck macht, und auch nicht an meiner Einschätzung, dass erfahrungsgemäß niemand von den Beteiligten hinterher für etwaige ungerechtfertigte wirtschaftliche Schäden geradestehen wird.

 

Aber ihr habt das Böse bekämpft, das ist doch toll.
 

Hier liegt vielleicht ein Missverständnis vor. Hast du die Screenshots gesehen, die die Rezensentin auf Amazon an ihre Rezension angehängt hatte? Daraus ging zweifelsfrei hervor, dass es ein KI-Text war.


Nautron respoc lorni virch.

  • • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles

#64 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

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Geschrieben 22 September 2026 - 19:22

Wir reden aneinander vorbei.



#65 Stahlelefant

Stahlelefant

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Geschrieben 22 September 2026 - 19:24

Wir reden aneinander vorbei.

Offensichtlich. Du hättest meine Frage beantworten können, hast es aber leider nicht getan.


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#66 Tiff

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Geschrieben 22 September 2026 - 19:26

Es ist gar keine Frage, dass es nicht in Ordnung ist, ein KI-generiertes Buch ohne Kennzeichnung zu verkaufen. Aber die allgemeine Entwicklung, dass KI immer besser darin werden wird, Texte zu verfassen, ist nicht mehr aufzuhalten. Es wird auch immer schwieriger werden, bei hybriden, d.h. von Menschen und KIs gemeinsam verfassten Texten auseinanderzuhalten, wer was geschrieben hat. Was für Gütesiegel soll es da irgendwann geben? Gelbe Aufkleber auf dem Buch: "Nur 5 % KI"? Macht euch nicht lächerlich. Okay, bemüht euch um Originalität und Qualität eurer Texte. Dagegen ist nichts zu sagen. 



#67 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

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Geschrieben 22 September 2026 - 19:33

Es ist zweifellos nicht in Ordnung, ein KI-geschriebenes Buch ohne Kennzeichnung zu veröffentlichen. Insbesondere ist es ziemlich lächerlich, wenn es so eindeutig geschieht.

 

Das ändert nichts daran, dass das sich anonym im Internet zusammenzurotten, um gemeinsam auf jemanden loszugehen, nun mal einen unangenehmen Eindruck hinterlässt.



#68 Stahlelefant

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Geschrieben 22 September 2026 - 19:38

OK, das kann man so sehen.

 

Aber war es wirklich anonym? Das ist hier ja kein Geheimbereich des Forums.


Nautron respoc lorni virch.

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#69 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

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Geschrieben 22 September 2026 - 19:48

OK, das kann man so sehen.

 

Aber war es wirklich anonym? Das ist hier ja kein Geheimbereich des Forums.

Du hast Recht, ich kann die meisten Accounts realen Personen zuordnen. Das macht mir dieses Verhalten gleich viel sympathischer.



#70 Uwe Post

Uwe Post

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Geschrieben 23 September 2026 - 08:31

Letztlich sollte sich eine Aktion (die spontan entstanden ist, niemand hat dazu aufgerufen) meiner Einschätzung nach vor allem gegen Amazon richten. Denn an sich wäre es Aufgabe der Plattform, eine von sicher sehr vielen Kunden gewünschte Kennzeichnung durchzusetzen. Tatsächlich aber ist es Amazon egal, was in den Büchern steht, hauptsache jemand kauft sie und sie kassieren ihren Anteil. Einen entsprechenden Hinweis hatte ich auch meiner Meldung hinzugefügt. Und was machen sie? Sie löschen die enthüllende Rezension, die auf die KI-Urheberschaft hinweist.

 

Bekanntlich muss man ja beim Erstellen eines Buchs bei Kindle Direct Publishing angeben, ob KI verwendet wurde und wofür. Diese Information wird jedoch nicht in der Produktanzeige verwendet (das weiß ich, weil wir beim Future Fiction Magazine immer angeben, dass wir für Übersetzungen und Grafiken KI verwenden, aber diese Info wird nirgendwo angezeigt, auch nicht unter "alle Details"). Und DAS ist für mich der eigentliche Skandal. Vielleicht HAT die Autorin es ja sogar deklariert, aber der Webshop stellt es nicht dar, obwohl das technisch nun wirklich überhaupt kein Problem wäre. Dass die Autorin es nicht deutlich in die Buchbeschreibung oder ins Vorwort packt, kann man ihr natürlich ebenfalls vorwerfen, denn (noch) gilt ja die Annahme, dass der Name einer Autorin auch für die Urheberschaft steht, was beim Generieren von Texten mit LLMs definitiv nicht der Fall ist - es handelt sich also um Vorspiegelung falscher Tatsachen, anders ausgedrückt: Betrug. Und damit KANN man nicht einverstanden sein.


Bearbeitet von Uwe Post, 23 September 2026 - 08:34.

Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Die Fortsetzung: KI² - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#71 Tiff

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Geschrieben 23 September 2026 - 11:45

Dann sollte man es den zuständigen Behörden melden.



#72 Christian Hornstein

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Geschrieben 23 September 2026 - 17:50

Es ist zweifellos nicht in Ordnung, ein KI-geschriebenes Buch ohne Kennzeichnung zu veröffentlichen. Insbesondere ist es ziemlich lächerlich, wenn es so eindeutig geschieht.

 

Das ändert nichts daran, dass das sich anonym im Internet zusammenzurotten, um gemeinsam auf jemanden loszugehen, nun mal einen unangenehmen Eindruck hinterlässt.

 
Du sprichst von dem Geschehen, als ginge es um Mobbing, Denunziantentum oder Lynchjustiz. Das entspricht nicht der Realität. Wir sind uns alle einig, dass es nicht in Ordnung ist, einen Text so zu verkaufen und zu präsentieren, als wäre er von Hand erstellt, wenn er von einer Maschine formuliert wurde. Auch der Wille des Gesetzgebers, erkennbar im  EU AI Act (Art. 50 KI-VO), geht in diese Richtung. Amazon hat schon lange zugestanden, dass sein System unangemessene Inhalte übersehen könnte und die Möglichkeit für Nutzer bereitgestellt, auf solche Inhalte aufmerksam zu machen. Wenn niemand davon Gebrauch machen würde, käme es einem Wegschauen gleich. Das halte ich nicht für sinnvoll. Wenn die Instanzen, die unsere Werte schützen sollen, in diesem Fall Ehrlichkeit und Fairness, nicht greifen, und wir eine legitime Möglichkeit haben, diese Schwäche zu kompensieren, dann sehe ich keinen vernünftigen Grund, dies nicht zu tun. Wenn Du jemanden dabei beobachten würdest, wie er ein Feuer an ein Asylantenheim legt, und kein Polizist weit und breit zu sehen wäre, der dies verhindern könnte, dann würdest Du doch auch einschreiten oder Dein Handy nehmen und die 110 wählen oder nicht?



#73 Michael Böhnhardt

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Geschrieben 23 September 2026 - 18:44

Der Fall hat doch mehr Anklänge von Mobbing als von dem heldenhaften Asylantenretter.

 

Man kann auch schön die Dynamik verfolgen, wie sich so etwas hochschaukelt. Wenn Uwe sagt, ich melde das mal, dann die anderen, ich auch, ich auch, na und ich erst, dann wird die Rezension gesperrt und nicht das Buch, dann regt sich einer auf, meldet gefälligst das Buch, und nicht die heldenhafte Rezension, verdammt, man muss doch was tun, wenn Amazon einfach zu doof ist ...

 

Wenn sich mehrere Personen online gegenseitig hochschaukeln, einer Person zu schaden, deren Verhalten und reine Existenz sie stört, dann ist das Cyber-Mobbing.

 

Wie oft willst du denn bei einem brennenden Asylantenheim heldenhaft das Handy zücken?

 

Hier hat das Ganze auch noch den Pranger-Effekt, ihr meldet das mögliche Fehlverhalten nicht nur, sondern ihr führt eine Vorverurteilung durch, die ihr hier im Forum breittretet. Dass möglicherweise Amazon die Rezension gesperrt hat, nicht aus Versehen, sondern weil sie vielleicht irrgeführend war, der Gedanke kommt euch gar nicht.

 

Euer Urteil steht von Anfang an fest, und es geht nicht darum, etwas zu melden, um es abzustellen, sondern hier die betreffende Person in aller Öffentlichkeit zu zerreisen, zu verspotten, fertigzumachen.

 

Das ist Mobbing.



#74 Sam Francisco

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Geschrieben 23 September 2026 - 18:49

Ich habe bei Amazon nicht die Rezension gemeldet, sondern das Buch, mit der Bemerkung, dass ein Hinweis auf KI Erstellung fehle. Ich lasse mir hier kein Mobbing unterstellen.
Future ist die Zukunft!
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  • • (Buch) als nächstes geplant:immer noch Alan Campbell - Scar Night (Kettenwelt 1), aber meine Planungen werden häufig über den Haufen geworfen.

#75 Michael Böhnhardt

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Geschrieben 23 September 2026 - 19:02

Ich hoffe, du bist auch bereit, die Folgen zu tragen, falls sich zum Beispiel herausstellen sollte, dass die Rezension, die eurer Meinung nach ein eindeutiger Beweis ist, gefaked sein sollte.

 

Dann wird aus bestimmten Äußerungen, wenn man sie nicht beweisen kann, sehr schnell üble Nachrede; und in manchen Fällen unlauterer Wettbewerb.

 

Das Melden bei Amazon ist nicht das Problem.



#76 Stahlelefant

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Geschrieben 23 September 2026 - 19:05

Es ist zweifellos nicht in Ordnung, ein KI-geschriebenes Buch ohne Kennzeichnung zu veröffentlichen. Insbesondere ist es ziemlich lächerlich, wenn es so eindeutig geschieht.

Du hast die Screenshots doch gesehen? Oder doch nicht?


Nautron respoc lorni virch.

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#77 Michael Böhnhardt

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Geschrieben 23 September 2026 - 19:13

Du hast die Screenshots doch gesehen? Oder doch nicht?

Nein, habe ich nicht.

 

Aber Screenshots kann man fälschen. Und es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Amazon die Rezension gesperrt hat, weil sie Screenshots enthält, die im Buch gar nicht sind.

 

Und prinzipiell könnt ihr machen, was ihr wollt, Ankläger, Richter und Henker in einer Person spielen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob ihr euch nicht vielleicht doch irren könntet ...

 

Als ob es darauf ankommt, ob ein solches Verhalten mein ästhetisches Wohlbefinden stört.



#78 Uwe Post

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Geschrieben 24 September 2026 - 08:48

Michael, glaubst Du wirklich, jemand macht sich die Mühe, solche Fotos zu fälschen?

 

https://www.amazon.d...cr_dp_d_rvw_ttl

 

Zwei weitere Rezensenten erwähnen es, ohne Fotos zu zeigen. Die zweite mit Foto wurde ja von Amazon gelöscht.

 

Leider ist die fragliche Stelle offenbar nicht in der Leseprobe, sonst könnte man sich selbst davon überzeugen, ohne 99 Cent auszugeben. Wobei der Hinweis "Überarbeitete Fassung" darauf hindeuten könnte, dass die Stellen inzwischen entfernt wurden.

 

Vielleicht noch als Hinweis: Die Autorin hat seit Juni sechzehn (16!) (teils umfangreiche) Bücher veröffentlicht, zuletzt ca. eines pro Woche, und das in ganz unterschiedlichen Genres. Entweder sie hat Tag und Nacht geschrieben, oder die sind alle mehr oder weniger KI-generiert.  Siehe Buchliste: https://www.amazon.d...X8HDGH/allbooks (nach Erscheinungsdatum sortieren und beim 16. Buch "Der verstummte Logos"  draufklicken und das VÖ-Datum nachschauen: 1. Juni)

 

Man kann auch als Stichprobe mal in "Pesthauch" reinlesen, bzw. ins Vorwort. Da steht z.B. "Der gesamte Schreibprozess war eine lange Reise, die mich an meine eigenen emotionalen und handwerklichen Grenzen gebracht hat. Es ist eine gewaltige Herausforderung, eine derart atmosphärische und philosophisch geprägte Geschichte zu schreiben [..]" Wenn das nicht LLM-generiert ist, fress ich die Printausgabe ohne Salz und Pfeffer. Zumal nur 9 Tage vorher das vorherige Buch erschienen ist. Soviel also zu "lange Reise".

 

Nochmal: Es ist gut möglich, dass die Autorin das Werk bei der KDP-Veröffentlichung als KI-generiert deklariert HAT. Aber der Amazon-Shop zeigt das grundsätzlich eben nicht an. Sie hätte es schon in die Buchbeschreibung schreiben müssen, hielt das aber aus erratbaren Gründen für unnötig.

 

Über die zahlreichen 5-Sterne-Bewertungen müssen wir gar nicht erst reden.


Bearbeitet von Uwe Post, 24 September 2026 - 08:58.

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#79 Michael Böhnhardt

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Geschrieben 24 September 2026 - 16:40

Michael, glaubst Du wirklich, jemand macht sich die Mühe, solche Fotos zu fälschen?

Was ich glaube, tut überhaupt nichts zur Sache.

Wenn ihr den Eindruck habt, dass bei einer Veröffentlichung gewisse Regeln nicht eingehalten werden, könnt ihr das an Amazon melden. Wenn ihr der Ansicht seid, dass Amazon nicht entsprechend reagiert, könnt ihr euch über Amazon beschweren.

Für mich ist Inhalt und Diskussionsverlauf dieses konkreten Threads das Problem. Dieser Thread ist als Internet-Pranger angelegt, auf den der Betreffende bereits kommt, sobald einer von euch einen Verdacht äußert. Den Verdacht hier zu äußern ist im Prinzip bereits eine Schuldigsprechung, denn der Pranger (öffentliche Beschämung mit implizitem Boykottaufruf) ist ja schon die Strafe. Eine Verteidigung ist dabei nicht vorgesehen. Das meine ich, wenn ich sage, Ankläger, Richter und Henker in einer Person.

Das ist hochgradig problematisch.

Und was ihr den Betreffenden vorwerft, ist ja auch nicht ohne, zumindest mal die Verletzung einer Kennzeichnungspflicht, was ja wohl strafbewehrt ist. Du selbst hast von Betrug gesprochen. Solche Äußerungen würde ich mir gut überlegen. Wenn ihr da an die falsche Person geratet, kann das schnell zu einer Überprüfung führen, ob diese Art von Pranger wettbewerbs-, straf- und auch medienrechtlich in Ordnung ist. Tut mir Leid, aber ich bezweifle das stark.

Und was meine Mobbing-Einschätzung anbetrifft: Die Dynamik in solchen Diskussionen führt regelmäßig dazu, dass da gewisse Grenzen sehr rasch überschritten werden; und schon dass sich hier mehrere Personen zusammenschließen, egal ob online oder in echt, um sich auf jeweils einen Verdachtsfall einzuschießen, überschreitet m.E. von vornherein zulässige Grenzen.



#80 Uwe Post

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Geschrieben 25 September 2026 - 10:59

Nee, sorry, DU schießt übers Ziel hinaus. Das hier ist ein Internet-Forum, in dem wir uns über unterschiedliche Dinge austauschen, und bisweilen ärgern wir uns auch öffentlich über gewisse Dinge.

Wenn dann mehrere der gleichen Meinung sind und sich daher entschließen, alle eine ähnliche Meldung durchzuführen, ist das kein irgendwie rechtlich zweifelhafter "Zusammenschluss".

 

Wir sind kein "Pranger". Wir sind Kritiker.

 

Und die Autorin hat sich diese Kritik redlich verdient.


Bearbeitet von Uwe Post, 25 September 2026 - 11:01.

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#81 Christian Hornstein

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Geschrieben 25 September 2026 - 16:49

@Michael

Es tut mir leid, aber ich glaube, Deine Vorwürfe entfernen sich zunehmend von den Tatsachen und stellen dabei einen legitimen Akt zivigesellschaftlichen Engagements als Hexenjagd dar. Das finde ich problematisch, weshalb ich mal näher darauf eingehe.

Mobben bedeutet schikanieren, demütigen, quälen, verletzen einer Person. Du behauptest, es sei darum gegangen, die Autorin in aller Öffentlichkeit zu zerreißen, zu verspotten und fertigzumachen. Stattdessen wurde lediglich der Verdacht gemeldet (an Amazon und im Forum), ein KI-generierter Text sei nicht als solcher gekennzeichnet worden, und zwar auf der Grundlage zureichender Anhaltspunkte (Rezensionen, Screenshots, Publikationsfrequenz), wohlgemerkt auch wegen entsprechender Mitteilungen der KI selbst im Text, nicht aufgrund mehr oder weniger zuverlässiger Ergebnisse einer Prüf-KI. Du meinst, man müsste schweigen, weil die Screenshots beider Rezensionen Fotomontagen sein könnten. Ich kann Dir nur sagen, dass diese Indizienkonstellation typisch ist für KI-generierte Bücher und letzte Gewissheit gibt es hier in der Regel nicht. Würde man Zweifelsfreiheit zur Voraussetzung machen, um eine Prüfung einzuleiten, gäbe es keine Überprüfungen mehr. Das finde ich nicht vernünftig in Anbetracht der Tragweite des Problems.

Ein gegenseitiges hochschaukeln hat auch nicht stattgefunden. Es gab keine Nutzer, die sich gegenseitig in Verurteilungen, Schmähungen oder ähnlichem überboten hätten.

Anprangern hat eine sachliche und eine herabwürdigende Konnotation, nämlich öffentlich informieren über einen Missstand und jemanden spöttisch bloßstellen. Letzteres ist nicht erfolgt. Und wenn ersteres nicht erlaubt wäre, dann könnte keine öffentliche Berichterstattung über potentielle Missstände erfolgen, z.B. über Whistleblower. Damit würde die Aufdeckung von Missständen erschwert, die Pressefreiheit und die Kontrollfunktion der "vierten Gewalt" eingeschränkt, die Anfälligkeit vieler Bereiche für Missbrauch erhöht und die Sicherheit in der Gesellschaft beeinträchtigt.

Uwe hat auch nicht implizit zu einem Boykott aufgerufen, denn implizit bedeutet mitgemeint und/oder deduktiv ableitbar. Weder weißt Du, ob er es so gemeint hat, noch ist Deine Interpretation logisch zwingend. Er hat nur mitgeteilt, was er getan hat. Und selbst wenn er uns offen aufgefordert hätte, es ihm gleich zu tun: Derlei Aufrufe gibt es in der Zivilgesellschaft jeden Tag, von allen möglichen Organisationen. Das darf man in einer Demokratie, sofern nicht zu etwas Verfassungs-/Gesetzeswidrigem aufgerufen wird. Und Uwe hätte ja nicht zu etwas Verwerflichem aufgerufen, denn das Melden bei Amazon ist wie gesagt explizit vorgesehen, aus gutem Grund.

Es hat auch niemand Dinge behauptet, die nicht bewiesen wurden. Wenn jemand an Amazon schreibt "Dieser Text scheint KI-generiert zu sein, ist aber nicht entsprechend gekennzeichnet, bitte überprüfen sie das" handelt es sich nicht um eine unbewiesene Behauptung, sondern einen Verdacht und eine korrekte Feststellung, mit Bitte um Überprüfung. Das ist auch keine Schuldigsprechung und keine Vorverurteilung. Melden führt bei Amazon auch nicht automatisch zu einer Sanktionierung, sondern initiiert höchstens eine Überprüfung. Außerdem wurden im Forum alle Fakten offengelegt und damit auch die Grenze zwischen Tatsachen und Meinungen. Da hat niemand behauptet oder auch nur suggeriert, es gäbe Sicherheit darüber, dass die Autorin betrogen habe. Im Gegenteil hat Uwe darauf hingewiesen, dass es auch sein könnte, dass eine Kennzeichnung von Amazon nicht umgesetzt wurde.

Ich hoffe, diese Erläuterungen schaffen etwas Klarheit und helfen zu differenzieren.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 25 September 2026 - 16:52.


#82 Stefan9

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Geschrieben 25 September 2026 - 17:37

In Frankreich geht auch gerade die Post ab.

Ein Titel von der Nominierungsliste des französischen Literaturpreises

wurde von der Liste gestrichen.

Grund: Es sollt streckenweise KI Elemente enthalten.

 

In Kanada ist der Roman vorab bereits als "Phänomen des Literaturjahres"

beschrieben worden.

 

Schreibt KI jetzt schon preiswürdige/ nominierungswürdige Romane?

 

Die ganze Geschichte hier:

https://www.tagessch...urt-ki-100.html

 

 


------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------

 

In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer

 

Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen. 

 

"Wir können nicht alle mit einem Mac Book und einem Chai Latte in Berlin in einem Coworking Space sitzen und die zehnte Dating App erfinden". Marco Scheel 3:50 min

https://www.youtube....h?v=3mnB5Q5Hay4

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#83 Michael Böhnhardt

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Geschrieben 25 September 2026 - 17:42

Nee, sorry, DU schießt übers Ziel hinaus. Das hier ist ein Internet-Forum, in dem wir uns über unterschiedliche Dinge austauschen, und bisweilen ärgern wir uns auch öffentlich über gewisse Dinge.

Wenn dann mehrere der gleichen Meinung sind und sich daher entschließen, alle eine ähnliche Meldung durchzuführen, ist das kein irgendwie rechtlich zweifelhafter "Zusammenschluss".

 

Wir sind kein "Pranger". Wir sind Kritiker.

 

Und die Autorin hat sich diese Kritik redlich verdient.

Naja, Kritiker kritisieren, ihr tut ja schon ein bisschen mehr.

 

Ich habe mir meine Argumente oben noch einmal angesehen, insbesondere nachdem sich Christian gerade so maßlos drüber aufgeregt hat, aber das ist schon prinzipiell so, wie ich die Vorgehensweise in diesem Thread einordnen würde. Ich reagiere auf solche Diskussionsmuster sehr empfindlich. Ob ich dabei übers Ziel hinausschieße, ist Ansichtssache, ich finde dafür umgekehrt, dass ihr in eurer Empörung über KI-genierte, nicht gekennzeichnete Texte weit übers Ziel hinaus schießt.

 

Dass ihr das macht um jemandem persönlich zu schaden, habe ich nicht angenommen, allerdings schon, dass euch in eurer Empörung nicht so ganz klar gewesen zu sein schien, dass die betreffende Person tatsächlich ein Mensch ist.



#84 Michael Böhnhardt

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Geschrieben 25 September 2026 - 18:16

In Kanada ist der Roman vorab bereits als "Phänomen des Literaturjahres"

beschrieben worden.

 

Schreibt KI jetzt schon preiswürdige/ nominierungswürdige Romane?

 

Die ganze Geschichte hier:

https://www.tagessch...urt-ki-100.html

Ein paar interessante Zitate aus dem Artikel:

 

"Herausgefunden haben will das eine anonyme Gruppe von Rechercheuren, die ihren Vorwurf auf der Plattform X in ihrem Account "Balance ton Claude" erhoben haben. Kulturjournalist Lorrain Sénéchal führt in der Sendung "C'est à vous" aus: "Sie haben die KI-Detektor-App Pangram benutzt, Textstellen des Romans eingespielt und das Ergebnis war: zu 100 Prozent mit KI geschrieben.""

 

"Zurzeit stellt Orélien ein Dossier zusammen, das seine Unschuld beweisen soll."

 

"Philippe Claudel stellt indes eine politische Frage: Warum, so der Prix-Goncourt-Präsident, komme diese Information jetzt ans Licht? "Es handelt sich hier um einen kanadisch-haitianischen Autor, der auf Französisch schreibt, der schwarz ist; ein Ausländer, der über Migranten schreibt", führt Claudel aus. "Lauter Themen, die in einer sehr entflammbaren Atmosphäre stören können.""



#85 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 26 September 2026 - 07:26

Naja, Kritiker kritisieren, ihr tut ja schon ein bisschen mehr.

 

Ich habe mir meine Argumente oben noch einmal angesehen, insbesondere nachdem sich Christian gerade so maßlos drüber aufgeregt hat, aber das ist schon prinzipiell so, wie ich die Vorgehensweise in diesem Thread einordnen würde. Ich reagiere auf solche Diskussionsmuster sehr empfindlich. Ob ich dabei übers Ziel hinausschieße, ist Ansichtssache, ich finde dafür umgekehrt, dass ihr in eurer Empörung über KI-genierte, nicht gekennzeichnete Texte weit übers Ziel hinaus schießt.

 

Dass ihr das macht um jemandem persönlich zu schaden, habe ich nicht angenommen, allerdings schon, dass euch in eurer Empörung nicht so ganz klar gewesen zu sein schien, dass die betreffende Person tatsächlich ein Mensch ist.

 
Ich finde es gut, dass Du Dir Deine Argumente noch einmal angesehen hast. Aufgeregt habe ich mich über Deine Argumente nicht, schon gar nicht ohne Maß. Da bin ich von Berufswegen schon auf Gelassenheit geeicht. :closedeyes: Ich habe nur gesehen, in welche Richtung Deine Argumente driften, und die fand ich bedenklich.

 

Wenn Du meinst, dass die Kritik an einer fehlenden Kennzeichnung KI-generierter Texte überzogen ist, dann möchte ich kurz die Tragweite des Problems skizzieren. Es gibt momentan keinen Grund anzunehmen, dass die zunehmende Verbreitung von KI-generierten Büchern in naher Zukunft abnehmen wird. Sie könnten irgendwann sogar den Markt dominieren. Wenn Menschen, die solche Texte nicht lesen möchten, dann keine Möglichkeit hätten, sie bei ihrer Auswahl auszufiltern, würden sie quasi gezwungen sein, sie zu lesen, wenn sie nicht auf neue Texte verzichten wollen. Warum ist das ein Problem?

 

Erstens ist Selbstbestimmung für Verbrauchende essentiell, auch wenn diese Selbstbestimmung in allen Gesellschaften unter Beschuss steht. Zweitens würde der Markt von Menschen geflutet, die es moralisch nicht für nötig halten, die Art ihrer Urheberschaft offenzulegen. Wollen wir, dass der Markt durch solche Menschen und ihre Inhalte dominiert wird? Drittens werden wir durch Einflüsse, die über längere Zeit auf uns einwirken, geprägt. Wollen wir von maschinellen Erzeugnissen geprägt werden?

 

Spätestens an dieser Stelle fragen manche Menschen, warum das ein Problem sein soll. Schließlich werden wir doch jetzt schon von Gebrauchstexten und -Graphiken umgeben, die KI-generiert sind, wobei kaum jemand nach irgendeiner Kennzeichnung schaut, und es geht uns dadurch nicht schlechter als zuvor. Was sie dabei übersehen, ist, dass dieser Prägungsprozess dauert. Wir gewöhnen uns allmählich. Außerdem sind die aktuellen Inhalte meist banal. Nur im Bereich der bewussten Täuschung (Deepfakes usw.) beginnen wir ein Problem zu erkennen. Es könnte in Zukunft aber noch um ganz andere Probleme gehen. Wenn wir wirklich irgendwann maschinelle Kreativität erleben sollten, wofür es bereits Anfänge gibt, könnten Trends unsere Kultur beeinflussen, die gar nicht mehr von Menschen initiiert wurden. Es gäbe dann die Möglichkeit, dass Menschen dem folgen, Formen und Inhalte nachahmen, auch wenn diese sie von ihrer eigenen Natur entfremden. Vor allem junge Menschen wären dafür anfällig, besonders, wenn sie diese Elemente cool fänden.

 

Eine Binsenweisheit lautet: Wehret den Anfängen. Warum hat sie recht? Weil es in vielen Fällen leichter ist, eine beginnende Entwicklung zu gestalten als darauf zu warten, dass sie Wurzeln geschlagen hat. Das ist hier so ein Fall. Wenn wir uns erst einmal gewöhnt haben, erlahmt unsere Motivation, uns zu wehren.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 26 September 2026 - 07:28.


#86 Christian Hornstein

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Geschrieben 26 September 2026 - 07:52

Ein paar interessante Zitate aus dem Artikel:

 

"Herausgefunden haben will das eine anonyme Gruppe von Rechercheuren, die ihren Vorwurf auf der Plattform X in ihrem Account "Balance ton Claude" erhoben haben. Kulturjournalist Lorrain Sénéchal führt in der Sendung "C'est à vous" aus: "Sie haben die KI-Detektor-App Pangram benutzt, Textstellen des Romans eingespielt und das Ergebnis war: zu 100 Prozent mit KI geschrieben.""

 

"Zurzeit stellt Orélien ein Dossier zusammen, das seine Unschuld beweisen soll."

 

"Philippe Claudel stellt indes eine politische Frage: Warum, so der Prix-Goncourt-Präsident, komme diese Information jetzt ans Licht? "Es handelt sich hier um einen kanadisch-haitianischen Autor, der auf Französisch schreibt, der schwarz ist; ein Ausländer, der über Migranten schreibt", führt Claudel aus. "Lauter Themen, die in einer sehr entflammbaren Atmosphäre stören können.""

 
Ich finde es momentan nicht vertretbar, Texte als KI-generiert anzuzeigen, nur weil eine Prüf-KI sie als solche eingeordnet hat. Dafür sind diese Prüfergebnisse noch zu unsicher. Hier müssen wir noch Standards entwickeln, die gesellschaftlich konsensfähig sind, so wie in der Wissenschaft üblich, beispielsweise der zweifelsfreie Nachweis einer Trefferquote von 95% bei einer Quote an falsch Positiven von unter 1%. Dabei müssten diese Prüfwerkzeuge und ihre Güte in sehr kurzen Zyklen aktualisiert werden, weil die Entwicklung der Assistenzen rasch voranschreitet, was Unwägbarkeiten fördert.

 

Ich gehe auch davon aus, dass es literarisch tätigen Menschen nicht anders geht als allen anderen. So, wie bevorzugt Farbige an Flughäfen und in Fußgängerpassagen zur Kontrolle angehalten werden, so werden natürlich auch bevorzugt Texte farbiger Literaten überprüft, einfach weil in beiden Fällen nicht nur Erfahrungswerte eine Rolle spielen, sondern auch Vorurteile. Es wird sicherlich auch so kommen, dass das KI-Argument missbraucht wird, um unliebsame Personen anzuschwärzen. Umso wichtiger ist es, valide wissenschaftliche Standards gesellschaftlich zu schaffen, die es uns ermöglichen, die Spreu vom Weizen zu trennen, ansonsten werden wir in eine Welt schlittern à la Philip K. Dick, in der niemand mehr weiß, was real ist und was nicht.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 26 September 2026 - 07:54.


#87 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

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Geschrieben 26 September 2026 - 08:09

 
Ich finde es gut, dass Du Dir Deine Argumente noch einmal angesehen hast. Aufgeregt habe ich mich über Deine Argumente nicht, schon gar nicht ohne Maß. Da bin ich von Berufswegen schon auf Gelassenheit geeicht. :closedeyes: Ich habe nur gesehen, in welche Richtung Deine Argumente driften, und die fand ich bedenklich.

 

Ich habe den Grund durchaus verstanden, warum ihr das tut, was ihr tut. Und da du die Richtung, in die meine Argumente gehen, selbstverständlich bedenklich finden darfst, wüsste ich nicht, warum ich die Art und Weise, wie ihr euren Kampf, um den Anfängen zu wehren, führt, nicht auch bedenklich finden und dies auch äußern dürfte.

 

Was den Tagesschau-Artikel angeht, wüsste ich kein besseres Beispiel um zu illustrieren, warum mir dieser Thread Bauchschmerzen macht. Du schreibst, es müsste verlässliche Standards geben ... Die gibt es aber nicht.

 

Jemand haut aus der Anonymität des Internets heraus den Vorwurf raus, und jemand anders ist gezwungen, "seine Unschuld zu beweisen". Das ist ein absolutes Unding, dass jemand gezwungen sein sollte, seine Unschuld zu beweisen, in einem Rechtsstaat.


Bearbeitet von Michael Böhnhardt, 26 September 2026 - 08:09.


#88 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 26 September 2026 - 09:56

Ich habe den Grund durchaus verstanden, warum ihr das tut, was ihr tut. Und da du die Richtung, in die meine Argumente gehen, selbstverständlich bedenklich finden darfst, wüsste ich nicht, warum ich die Art und Weise, wie ihr euren Kampf, um den Anfängen zu wehren, führt, nicht auch bedenklich finden und dies auch äußern dürfte.

 

Was den Tagesschau-Artikel angeht, wüsste ich kein besseres Beispiel um zu illustrieren, warum mir dieser Thread Bauchschmerzen macht. Du schreibst, es müsste verlässliche Standards geben ... Die gibt es aber nicht.

 

Jemand haut aus der Anonymität des Internets heraus den Vorwurf raus, und jemand anders ist gezwungen, "seine Unschuld zu beweisen". Das ist ein absolutes Unding, dass jemand gezwungen sein sollte, seine Unschuld zu beweisen, in einem Rechtsstaat.

 

Selbstverständlich darfst Du Deine Meinung hier vertreten.

 

Ja, das Fehlen dieser Standards ist ein Problem. Das, was diese Anonymen getan haben, würde ich nicht tun. Das ist aber etwas ganz anderes, als das, worum es hier im Thread geht. Das steht auch nicht im Widerspruch zu einem Rechtsstaat. Ja, allgemein gilt die Unschuldsvermutung, aber es gibt auch die Beweislastumkehr. Im vorliegenden Fall liegt ein ausreichend begründeter Verdacht vor.

 

Sollte der Text tatsächlich KI-generiert sein und die Autorin dies bei Einstellung angegeben haben, kann sie ihre Vertragstreue und Einhaltung ihrer Sorgfaltspflicht nachweisen, weil ihre Einträge in der Datenbank von Amazon stehen. Sollte sie diesen Eintrag versäumt haben, kann sie dies problemlos nachholen.

 

Im anderen Fall, falls sie den Text nicht KI-generiert haben sollte und die KI-Kommentare im aktuellen Produkt nicht vorliegen, könnte Amazon zur Überprüfung entweder eine etwaige Vorversion, die noch in der Datenbank liegt, heranziehen, oder alle Rezensierenden um Übergabe des von ihnen erworbenen Produktes bitten, diese einsehen und auf Validität (Manipulation) überprüfen.

 

Wenn wir all dies nicht für ausreichend deklarieren, weil wir vielfache Manipulations- und Täuschungsszenarien, seien sie noch so unplausibel, als Hindernis betrachten und warten würden, bis belastbare und konsensfähige Standards für die Prüfung der Texte selbst vorliegen, obwohl fraglich ist, wann und ob jemals solche Standards vorliegen werden (aufgrund technischer und gesellschaftlicher Stolpersteine), könnte es für lange Zeit unmöglich sein, KI-generierte Texte, die nicht als solche gekennzeichnet werden, einer Kennzeichnung zu zu führen. Soweit darf es aus den weiter oben dargelegten Gründen aus meiner Sicht nicht kommen.

 



#89 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

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Geschrieben 26 September 2026 - 10:58

Das, was diese Anonymen getan haben, würde ich nicht tun. Das ist aber etwas ganz anderes, als das, worum es hier im Thread geht. 

Nicht wirklich. Der Verdacht wurde hier geäußert, er wurde von allen zur Kenntnis genommen und für berechtigt erachtet (hast du nicht die Screenshots gesehen????), es ist vollkommen wurscht, zu welchem Ergebnis Amazon bei seiner Prüfung kommt.

 

Nun ist es sehr unwahrscheinlich, dass dieser Text jemals in die Auswahl eines Preises käme, unabhängig davon, wie er verfasst wurde, aber falls er die Qualität hätte wie jener französische Text, so hätte sich damit jede Aussicht auf einen Preis erledigt. Kein Preisrichter würde die Gefahr in Kauf nehmen, hinterher festzustellen, dass man einen KI-generierten Text prämiert hat.

 

Dieses ständige Misstrauen ist ein Riesenproblem, und ich persönlich finde es viel wichtiger, im täglichen Miteinander solches Misstrauen möglichst klein zu halten und gewisse Regeln des zivilisierten Miteinanders einzuhalten, als das völlig illusorische Ziel zu verfolgen, eine Gesellschaft von Smartphone-Zombies vor den schädlichen Einflüssen völlig künstlich erzeugter Medien zu bewahren. 



#90 Stahlelefant

Stahlelefant

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Geschrieben 26 September 2026 - 11:18

Ich hab mich an der Meldung zwar nicht beteiligt, aber dass die Sreenshots gefälscht sein sollen, das halte ich für sehr weit hergeholt. Klar kann man Petzen für unmoralisch halten, aber zu allem den Mund zu halten, kann auch kein Lösung sein, wie einige andere hier schon gesagt haben.

 

Dass hier fast immer von der „Autorin“ die Rede ist, halte ich für wahrscheinlich unpassend. Die Bezeichnung „Hochladende“ wäre bis auf weiteres passender. Oder besser noch „die hochladende Person“. Das kann auch ein fetter, eiterpickliger Typ aus Pjöngjang, Timbuktu oder Krasnodar sein. Klar, auch die sollte man nicht diskriminieren – aber andererseits ist es auch nicht erforderlich, alle Leute immer in Watte zu packen.

 

„Ey, das ist nur Spekulation!“ Schon klar. Genau so, wie dein Verdacht, die Screenshots könnten gefälscht sein, reine Spekulation ist.


Nautron respoc lorni virch.

  • • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles



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