Zum Inhalt wechseln


Foto

die KI liegt in der amazon-Bestsellerliste für SF-Kurzgeschichten vorn

KI KI-generierte Texte Fake Bestsellerliste amazon

  • Bitte melde dich an um zu Antworten
114 Antworten in diesem Thema

#91 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.120 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Gestern, 11:43

Das ist das Buch: https://www.amazon.d.../dp/B0F3VWQB7H/   
 
 
Hier ist eine andere Rezi, der dieselben KI-Resümees aufgefallen sind. (NIcht melden!!!!) 
https://www.amazon.d...rvw_ttl?ie=UTF8


Aus Neugier habe ich mir das E-Book geholt.
Die in den Rezensionsfotografien gezeigten LLM-Zwischenbemerkungen vor den Unterkapiteln „Der Funke“ und „Der Mann in Grau“ der Geschichte „Jenseits des Funken“ tauchen dort nicht (mehr) auf.
Die Rezension ist vom 18.06. diesen Jahres, mein Kauf von heute.
SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com
  • • (Buch) gerade am lesen:"Earthland" (Kai-Holger Brassel), "Der Tempel am Ende der Zeit" (Sven Haupt)

#92 Uwe Post

Uwe Post

    FutureFictionMagazin'o'naut

  • Moderator
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 5.608 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Wetter (Ruhr)

Geschrieben Gestern, 13:10

Also hat die Autorin ihren Fehler bemerkt, womöglich aufgrund der Rezension, und eine korrigierte Version hochgeladen, wie es in der Beschreibung steht. Deshalb hat Amazon auch die Rezension gelöscht, weil sie sich auf eine nicht mehr verfügbare Version bezieht.

 

Was natürlich nichts daran ändert, dass es sich höchstwahrscheinlich bei allen Werken der Autorin um ungekennzeichnete LLM-Ausgaben handelt. Aber das ist sowohl Amazon als auch vielen Lesern offenbar egal.

 

Tatsächlich lässt mich das inzwischen relativ kalt. Denn die Leute, die so etwas lesen und mögen (und sich an der Nase herumführen lassen), sind eh nicht meine Zielgruppe. Daher gilt der alte Spruch "selbst schuld, kein Mitleid". Meine Leser fallen eher nicht auf KI-Auswurf rein. Und das ist doch eine gute Nachricht!  :happy:


Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Die Fortsetzung: KI² - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#93 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.064 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben Gestern, 14:03

Nicht wirklich. Der Verdacht wurde hier geäußert, er wurde von allen zur Kenntnis genommen und für berechtigt erachtet (hast du nicht die Screenshots gesehen????), es ist vollkommen wurscht, zu welchem Ergebnis Amazon bei seiner Prüfung kommt.

 

Nun ist es sehr unwahrscheinlich, dass dieser Text jemals in die Auswahl eines Preises käme, unabhängig davon, wie er verfasst wurde, aber falls er die Qualität hätte wie jener französische Text, so hätte sich damit jede Aussicht auf einen Preis erledigt. Kein Preisrichter würde die Gefahr in Kauf nehmen, hinterher festzustellen, dass man einen KI-generierten Text prämiert hat.

 

Dieses ständige Misstrauen ist ein Riesenproblem, und ich persönlich finde es viel wichtiger, im täglichen Miteinander solches Misstrauen möglichst klein zu halten und gewisse Regeln des zivilisierten Miteinanders einzuhalten, als das völlig illusorische Ziel zu verfolgen, eine Gesellschaft von Smartphone-Zombies vor den schädlichen Einflüssen völlig künstlich erzeugter Medien zu bewahren. 

 
Ich verstehe Dich so, dass Du es für aussichtslos hälst, die von mir skizzierten möglichen Folgen einer dauerhaften Flut nicht gekennzeichneter KI-generierter Bücher einzudämmen, weshalb Du die Äußerung von Verdachtsmomenten grundsätzlich ablehnst, um die möglicherweise fälschlich Verdächtigten zu schützen, gleich wie wohl begründet ein Verdacht und wie unwahrscheinlich ein Irrtum sein mag. Leider könntest Du mit Deiner Prognose sogar recht behalten, da nicht auszuschließen ist, dass die KI-generierten Texte von menschlichen nicht mehr unterschieden werden können.

 

Sollte ich Dich so richtig verstanden haben, plädierst Du für die Maximalforderung, jedem Text zu unterstellen, er sei KI-frei, solange das Gegenteil nicht zweifelsfrei bewiesen ist, was ja aus den oben genannten Gründen auf absehbare Zeit nicht möglich sein wird. Eine graduierte Lösung, zumindest die starken Verdachtsfälle zu benennen und zu prüfen, lehnst Du ab.

 

Ja, das Misstrauen durch den unkontrollierten KI-Einsatz ist ein Problem, aber durch Dein Vorgehen reduzierst Du es kein bisschen, im Gegenteil, denn Du setzt der wachsenden Unsicherheit, die ja die Ursache für das Misstrauen ist, nichts entgegen.

 

Prüfen ist und war noch nie Gegenstand einer größeren Kontroverse. Es war schon immer Usus, verdächtige Texte auf Verletzung von Rechten anderer oder andere Arten von Verfehlungen zu prüfen. Würdest Du denn einer Überprüfung der Texte und einer Veröffentlichung des Ergebnisses zustimmen, wenn sie mit Prüfwerkzeugen erfolgte, die den von mir oben genannten Prüfkriterien genügten?


Bearbeitet von Christian Hornstein, Gestern, 14:14.


#94 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.100 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Unna

Geschrieben Gestern, 14:38

Zunächst mal habe ich durchaus geschrieben, dass ihr gern verdächtige Werke an Amazon melden könnt, und entsprechende Schritte gegen Amazon veranlassen könnt, wenn ihr der Meinung seid, sie kommen ihrer Prüfpflicht nicht nach.

 

Was ich ablehne, ist eine solche öffentliche Sammlung und Besprechung von Verdachtsfällen, wie sie hier exemplarisch in diesem Thread stattfindet. Ich habe das ziemlich deutlich gesagt, dachte ich. Das Tagesschau-Beispiel sollte ausreichend demonstrieren, warum.

 

Es wäre aus meiner Sicht kein Problem, z.B. als Voraussetzung für Preise eine verbindliche Kontrolle für alle vorgeschlagenen Werke einzuführen, nach welchen einigermaßen sachlichen Kriterien auch immer.

 

Ich persönlich halte das für sinnlos und vergebene Liebesmüh, weil ich deinen Alarmismus nicht teile, und die Idee, man könnte eine objektive Sicht darauf haben, was real ist, prinzipiell witzig finde, aber ich betrachte mich nicht unbedingt als das Maß aller Dinge.



#95 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.064 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben Heute, 01:32

@Michael

Ich finde es sinnvoll, dass Du trotz Deiner philosophischen Haltung zumindest unter der Bedingung, dass sachliche Kriterien angelegt werden, eine Kontrolle nicht ablehnst. Übrigens bin auch ich der Ansicht, dass es keinen absoluten Bezugspunkt gibt, aus dem heraus Dinge immer "richtig", also z.B. auch als real, beurteilt werden können. Wenn wir aber unseren Alltag bewältigen und uns nicht treiben lassen wollen, müssen wir uns für einen Standpunkt entscheiden, auch dafür, wie wir bestimmen wollen, was der Fall d.h. Realität ist. Das tust Du übrigens auch, wenn Du den Standpunkt einnimmst und hier vehement vertrittst, es sollte keine öffentlichen Verdachtsäußerungen in Hinsicht KI-Generierung geben, denn Deine philosophische Haltung würde es Dir auch erlauben zu hinterfragen, welchen Realitätsgrad und damit auch welche Relevanz dieses Forum mit seinen Posts überhaupt hat.

 

In Bezug auf die Indizien im vorliegenden Fall bin ich überzeugt, dass Du die Evidenzlatte zu hoch hängst. Wenn Du Dir z.B. die positiven Rezensionen und die dazu gehörigen Rezensierenden anschaust, wirst Du merken, dass da etwas nicht stimmt. Amazon gibt 37 Rezensionen für diesen Titel an. Selbst wenn ich mir alle positiven Rezensionen für alle Formate anzeigen lasse, erscheinen nur zwei, von zwei verschiedenen User-Identitäten, von denen eine namens Ak ausschließlich Werke von Azila Zahir rezensiert hat und zwar ausnahmslos mit fünf Sternen, 16 Stück. Wohl ein großer Fan ;). Wo sind die anderen positiven Rezensionen? Immerhin wird ja ein Mittel von 3,8 von 5 Sternen angegeben und die angegebenen Prozentualen Anteile lassen mindestens 11 Rezensionen mit 5 Sternen erwarten. Sie werden aber nicht angezeigt. Soweit bekannt geschieht so etwas, wenn Amazon algorithmisch Rezensionen bei der Anzeige ausfiltert, die auf irgendeine Weise auffällig geworden sind, z.B. Botcharakter haben. Oder wenn Du Dir das Publikationsmuster von Azila Zahir anschaust: Die Publikationen beginnen erst 2025, also nach dem Beginn der Verfügbarkeit von KI-Assistenz. 2025: 4 Werke; 2026: 15 Werke. Dann noch die Screenshots und kritischen Rezensionen.

 

Wenn Du meinst, die von mir skizzierten möglichen Folgen massiver verdeckter KI-Generierung wäre Alarmismus, dann hast Du die Tragweite des Problems noch nicht erkannt. Vielleicht weißt Du nicht, wo wir bereits stehen. Plattformen wie Wikipedia haben alle Hände voll zu tun, nicht zu einem Grokipedia zu werden (https://www.tagessch...igkeit-100.html). Wenn wir zulassen, dass das Internet mit Infomüll geflutet wird, dass Quellen durch falsche Autorenkennzeichnung verschleiert werden, verschwenden wir Ressourcen (es kostet Energie, Zeit und Geld das alles zu analysieren und auszufiltern) und riskieren massenweise Desinformation und problematische Beeinflussung. Vielleicht meinst Du ja auch nur, dass es egal ist, wenn es um Belletristik, also um Kultur geht. Das wäre allerdings ein fataler Irrtum.


Bearbeitet von Christian Hornstein, Heute, 01:33.


#96 Stahlelefant

Stahlelefant

    Infonaut

  • Mitglieder
  • PIPPIP
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 07:30

Wenn Du Dir z.B. die positiven Rezensionen und die dazu gehörigen Rezensierenden anschaust, wirst Du merken, dass da etwas nicht stimmt. Amazon gibt 37 Rezensionen für diesen Titel an. Selbst wenn ich mir alle positiven Rezensionen für alle Formate anzeigen lasse, erscheinen nur zwei, von zwei verschiedenen User-Identitäten, von denen eine namens Ak ausschließlich Werke von Azila Zahir rezensiert hat und zwar ausnahmslos mit fünf Sternen, 16 Stück. Wohl ein großer Fan ;). Wo sind die anderen positiven Rezensionen? Immerhin wird ja ein Mittel von 3,8 von 5 Sternen angegeben und die angegebenen Prozentualen Anteile lassen mindestens 11 Rezensionen mit 5 Sternen erwarten. Sie werden aber nicht angezeigt. Soweit bekannt geschieht so etwas, wenn Amazon algorithmisch Rezensionen bei der Anzeige ausfiltert, die auf irgendeine Weise auffällig geworden sind, z.B. Botcharakter haben. Oder wenn Du Dir das Publikationsmuster von Azila Zahir anschaust: Die Publikationen beginnen erst 2025, also nach dem Beginn der Verfügbarkeit von KI-Assistenz. 2025: 4 Werke; 2026: 15 Werke. Dann noch die Screenshots und kritischen Rezensionen.

 

Es werden sogar 116 Titel angezeigt: https://www.amazon.d...X8HDGH/allbooks

 

Was die Rezensionen angeht: Hier wird wohl unterschieden zw. Bewertungen und Rezis. Die Angabe 37 bezieht sich anscheinend auf die Anzahl der Bewertungen. (Es wäre ja auch ein bisschen überraschend, wenn man es nicht bewerten könnte, ohne eine Rezi zu verfassen.)


Nautron respoc lorni virch.

  • • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles

#97 Uwe Post

Uwe Post

    FutureFictionMagazin'o'naut

  • Moderator
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 5.608 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Wetter (Ruhr)

Geschrieben Heute, 09:10

 

 

Was ich ablehne, ist eine solche öffentliche Sammlung und Besprechung von Verdachtsfällen, wie sie hier exemplarisch in diesem Thread stattfindet

 

Aber eine solche ausführliche Besprechung hilft doch direkt oder indirekt Betroffenen, die Thematik besser zu verstehen. Da eine Kennzeichnung offenbar nicht von Amazon gewünscht ist und daher nicht geschieht, muss man sich Indizien anschauen, wenn man nicht auf KI-Slop hereinfallen will (und das unterstelle ich mal den meisten Anwesenden hier), daher ist es hilfreich, solche Indizien gemeinsam zu erörtern.

 

Zu übergriffigen persönlichen Angriffen auf die Autorin ist es hier aus meiner Sicht nicht gekommen. Es wurde deutlich Kritik geübt, aber die ist ja offenbar ziemlich berechtigt.

 

Daher sage ich im Gegenteil: Es ist SEHR wichtig, solche Themen öffentlich (soweit man dieses Forum überhaupt als "Öffentlichkeit" bezeichnen möchte) zu besprechen, um für die Problematik zu sensibilisieren und Lesern zu helfen, sich eine eigene Meinung zu bilden.


Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Die Fortsetzung: KI² - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#98 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.100 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Unna

Geschrieben Heute, 09:38

@ Christian

 

Ich habe ein klein bisschen den Eindruck, dass dir das Problem, was ich habe, doch noch immer nicht klar ist. Du musst nicht versuchen, mich davon zu überzeugen, dass in diesem Fall der Verdacht ja nun ganz bestimmt richtig ist. Was ich über den Wahrheitsgehalt des Verdachtes glaube, ist völlig irrelevant.

 

Hier gibt es zwei Punkte zu betrachten.

 

(1) Wann darf ich einen solchen Fall in die breite Öffentlichkeit tragen.

Normalerweise würde das, was ihr hier macht, sozusagen an einem Stammtisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Das ist zwar auch nicht immer unproblematisch, aber wohl kaum zu verhindern. Aber es findet nun mal öffentlich statt. Ihr übernehmt eine Funktion, die normalerweise die Presse übernimmt. Diese Presse hat aber (solange es sich nicht um die BILD handelt, oder um andere Paparazzi) ganz andere, strengere Regeln, sie hat unter anderem einen verantwortlichen Redakteur, der für alles, was gesagt wird, seinen Kopf hinhält. Und weil dem so ist, achtet diese Person auch sehr genau darauf, was genau gesagt und veröffentlicht wird und kennt genau die Grenzen, die ihm zum Beispiel das Persönlichkeitsrecht der betroffenen Person setzt.

Das sind alles Verantwortungen, die ihr einfach negiert.

 

(2) Selbst wenn ich absolut sicher bin, dass ein Fehlverhalten vorliegt, wie weit sollte ich gehen?

Die betroffene Person ist ein Mensch, das sollte man in seinem Eifer nicht vergessen.

 

Was nun deine Sorge vor KI-erzeugtem Content angeht: Wir versinken in Infomüll, ob diese nun von Menschen selbst ständig wiedergekäut wird, oder dieses Wiederkäuen potenziert durch LLMs übernommen wird. Das macht für mich keinen Unterschied, aber wenn du dich besser fühlst, wenn die Textbausteine, die ein Computer zusammengebastelt hat, und kein Mensch, besonders gekennzeichnet werden, soll das meinetwegen so sein.

 

Die Sachen, die wirklich lesenswert sind, findet man genauso schwer oder leicht wie ohne diese Kennzeichnung. Dafür hat jeder eine eigene Strategie entwickelt. Und die Leute, die mit Textbausteinen zufrieden sind, für die macht es keinen Unterschied.


Bearbeitet von Michael Böhnhardt, Heute, 17:21.


#99 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.100 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Unna

Geschrieben Heute, 09:52

@ Uwe

 

Du musst aber berücksichtigen, dass das, was du schreibst, und das, was bei Leser ankommt, durchaus zwei Paar Schuhe sein können.

 

Ich habe ja geschrieben, dass ich auf solche Diskussionsmuster, in dem mehrere Personen über eine einzelne Person "richten", empfindlich reagiere. Die betroffene Person wird es noch anders sehen.

 

Und wen du eventuell damit aufstacheln könntest, sollte man auch nicht vergessen.

 

So ganz unproblematisch, wie du das siehst, ist es m.E. nicht, auch wenn du das Gefühl hast, doch einfach nur sachlich deinen Standpunkt dargelegt zu haben.


Bearbeitet von Michael Böhnhardt, Heute, 09:53.


#100 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.064 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben Heute, 09:55

Es werden sogar 116 Titel angezeigt: https://www.amazon.d...X8HDGH/allbooks

 

Was die Rezensionen angeht: Hier wird wohl unterschieden zw. Bewertungen und Rezis. Die Angabe 37 bezieht sich anscheinend auf die Anzahl der Bewertungen. (Es wäre ja auch ein bisschen überraschend, wenn man es nicht bewerten könnte, ohne eine Rezi zu verfassen.)

  
Das ist in der Tat eine wahrscheinlichere Ursache, deshalb gehe ich mal davon aus.

 

116! Meine Güte! Wenn ich das richtig sehe, liegen alle 116 ebenfalls in den Jahren 2025 und 2026.

 

Ich habe mal die ersten rund 934 Wörter der Kurzgeschichte "Neuanfang im Schatten" aus der genannten Anthologie mit den momentan zuverlässigsten Werkzeugen geprüft (https://aimultiple.c...d-text-detector).

GPTZero:
Trefferquote für AI-generierten deutschen Text: rund 85%
Quote für Falsch Positive: rund 0%
Wahrscheinlichkeit dafür, dass der gesamte Text
komplett KI-generiert ist: 55%
teils KI-generiert, teils menschengemacht ist: 45%
komplett menschengemacht ist: 0%

Pangram: Der Text sei mit 100% Wahrscheinlichkeit KI-generiert
Trefferquote für AI-generierten deutschen Text: rund 87%
Quote für Falsch Positive: rund 2%

Copyleaks: Der Text sei mit 100% Wahrscheinlichkeit KI-generiert
Trefferquote für AI-generierten deutschen Text: rund 95-100%
Quote für Falsch Positive: rund 1-11%

 

Ich glaube, da bleibt kaum mehr Raum für Zweifel.



#101 Uwe Post

Uwe Post

    FutureFictionMagazin'o'naut

  • Moderator
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 5.608 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Wetter (Ruhr)

Geschrieben Heute, 10:24

 

 

Ich habe ja geschrieben, dass ich auf solche Diskussionsmuster, in dem mehrere Personen über eine einzelne Person "richten" [..]

 

Bitte bezeichne "kritisieren" nicht als "richten". Auch nicht in Anführungszeichen. Diese beiden Wörter haben komplett unterschiedliche Bedeutungen.


Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Die Fortsetzung: KI² - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#102 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.100 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Unna

Geschrieben Heute, 10:36

Bitte bezeichne "kritisieren" nicht als "richten". Auch nicht in Anführungszeichen. Diese beiden Wörter haben komplett unterschiedliche Bedeutungen.

Deswegen hatte ich geschrieben, dass das, was du schreibst, und das, was auf der anderen Seite ankommt, nicht unbedingt dasselbe sind.

 

Außerdem reagierst du erstaunlich empfindlich auf Kritik, dafür dass du sagst, es ist überhaupt kein Problem, ihr seid einfach nur Kritiker, und Kritik sollte doch wohl erlaubt sein.

 

Ein in Anführungszeichen gesetztes "Richten" kann ich beim besten Willen nicht schlimmer finden als "Dreistigkeit", "Betrug" oder "fetter, eiterpickliger Typ aus Pjöngjang, Timbuktu oder Krasnodar".


Bearbeitet von Michael Böhnhardt, Heute, 10:37.


#103 Uwe Post

Uwe Post

    FutureFictionMagazin'o'naut

  • Moderator
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 5.608 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Wetter (Ruhr)

Geschrieben Heute, 10:42

 

 

Deswegen hatte ich geschrieben, dass das, was du schreibst, und das, was auf der anderen Seite ankommt, nicht unbedingt dasselbe sind.

Und das kann ich unmöglich vermeiden und es darf niemals dazu führen, dass ich deshalb zur Sicherheit überhaupt nix mehr schreibe.

 

Ich reagiere in der Tat empfindlich darauf, wenn jemand Kritik zu unterbinden versucht.

 

Dein letzter Satz ist Whataboutism.


Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Die Fortsetzung: KI² - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#104 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.100 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Unna

Geschrieben Heute, 10:47

Und das kann ich unmöglich vermeiden und es darf niemals dazu führen, dass ich deshalb zur Sicherheit überhaupt nix mehr schreibe.

 

 

Nein, aber schon dazu, dass du dich bei der Formulierung fragen solltest: Könnte man es anders verstehen?

 

Und mein letzter Satz ist einfach das Wundern darüber, warum du glaubst, ihr könnt einfach alles schreiben, und das macht gar nichts, aber ein "Richten" zipft dich an.



#105 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.064 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben Heute, 11:09

@Michael

Ich habe nicht versucht Dich davon zu überzeugen, dass unser Verdacht "ganz bestimmt richtig" ist. Ich habe nur dargelegt, warum er wohl begründet ist. Das ist ein Unterschied. Ich negiere auch nicht die Verantwortung, die sich daraus ergibt, dass ich meine Meinung öffentlich äußere, im Gegenteil. Deshalb finde ich es ja wichtig, dass ein geäußerter Verdacht substantiiert wird. Das ist hier der Fall. Meine Regeln oder Ansprüche an die Substantiierung sind auch nicht schwächer als die der Journalisten. Ich weiß nicht, wie Du darauf kommst. Ich bin da aufgeklärt. Auch Journalisten offenbaren der Öffentlichkeit gut recherchierte Verdachtsmomente und kennzeichnen sie z.B. mit dem Wort "mutmaßlich". Ähnliches ist auch hier geschehen. Ich weiß nicht, warum Du immer wieder schreibst, hier sei über die Autorin gerichtet worden. Fakten und Meinungen liegen im Thread klar getrennt vor. Das sind alles Unterstellungen.

Klar könnten auch andere das Dargelegte so interpretieren, aber die Verantwortung des Senders ist begrenzt. Der Empfänger besitzt auch eine. Wenn ein Sender Fakten und Meinungen getrennt darlegt, hat er eigentlich alles getan, was er kann. Im Journalismus hast Du die Darlegung der Tatsachen und dann, davon getrennt, vielleicht einen Kommentar. Natürlich könnte es sein, dass wenn der Sender noch mehrere Male betonen würde "das ist nicht ganz sicher", "Vorsicht: Das ist ein Verdacht, keine Gewissheit!", usw. noch einige Missverständnisse weniger aufkämen, aber man muss ja auch den Kontext sehen. Wer verirrt sich denn in dieses Forum? Für wie voreingenommen oder ungebildet hälst Du diese Menschen?

Ich verstehe Dich so, dass selbst die Fälle des Betrugs überführte Personen nicht öffentlich gemacht werden sollten, z.B. um sie vor Repressalien und dergleichen zu schützen. Das verstehe ich, aber es gibt dabei einen Haken. Es hat z.B. einen Grund, warum Verhandlungen im Strafrecht meist öffentlich sind. Es geht um das berechtigte Interesse der Öffentlichkeit an einem Fall und vor allem an seiner ordentlichen Verhandlung. Du scheinst der Meinung zu sein, dass der mögliche Schaden für die Person auf jeden Fall schwerer wiegt als das genannte Interesse und die damit verbundene Kontrollfunktion der Öffentlichkeit. Da bin ich anderer Ansicht. Wenn potentielle Delikte nur noch hinter verschlossenen Türen verhandelt würden, wäre eine wichtige Transparenz in der Gesellschaft dahin, mit ungünstigen Folgen.

Deine Forderungen könnten, wenn sie umgesetzt würden, zu einem Verlust an demokratischer Kultur, Verbraucherschutz und Rechtsstaatlichkeit führen. Da ich davon ausgehe, dass dies nicht in Deinem Sinne ist, habe ich mich gefragt, warum Dir diese Instransparenz dennoch so wichtig ist. Bist Du öfter Opfer von Mobbing gewesen? Oder befürchtest Du selbst als Autor einmal fälschlich der KI-Generierung beschuldigt zu werden? Ich könnte beides verstehen. Wie gesagt habe ich eine Marke gegründet, die uns an das Problem unkritischen KI-Gebrauchs erinnern soll. Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass dadurch einige Menschen meine zukünftigen Texte nun bevorzugt zur Zielscheibe machen werden für Prüfwerkzeuge und möglicherweise auch falschen Anschuldigungen. Aber so ist das eben, wenn man mit einem heißen Eisen an die Öffentlichkeit tritt. Dies zu tun ist aber so wichtig, dass ich es trotzdem riskiere.

Wenn wir in der Öffentlichkeit nur noch stark relativierend sprechen oder schweigen, obwohl wir wohl begründete Meinungen äußern könnten, weil wir Angst vor Missverständnissen und Anfeindungen haben, dann geht unsere Demokratie baden. Meinungsfreiheit hat nicht umsonst einen so hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Er ist so hoch, dass wir sogar Menschen erlauben, ihre Meinung zu äußern, die offensichtlich unzutreffende Behauptungen wiederholt öffentlich aufstellen.

Du meinst, die Kennzeichnung von KI-generierten Texten (und anderen Medien) wird nichts daran ändern, dass wir in Infomüll versinken. Ich würde sagen: Das werden wir sehen. Ich bin kein Hellseher. Du glaubst, die lesenswerten Texte entdecken wir genauso gut, mit oder ohne Kennzeichnung. Das sehe ich anders. Wenn Du immer nur ganz bestimmte Quellen nutzt, die sich Deiner Meinung nach bewährt haben, mag das so sein, aber es geht hier um einen anderen Anwendungsfall, nämlich den, wenn Du Neuland betreten willst, z.B. neue Romane Dir unbekannter Autoren suchst. Da ist es ungemein hilfreich, wenn Du eine Kennzeichnung hast, anhand der Du filtern kannst. Eine solche Kennzeichnung hilft uns zudem, laufend mitzubekommen, wie KI-Produkte aussehen, so dass wir durch eine Art Training eine Chance erhalten, sie auch selbst anhand bestimmter Merkmale von menschengemachten Produkten unterscheiden zu können. Auch das dient der Mündigkeit der Verbrauchenden.


Bearbeitet von Christian Hornstein, Heute, 11:14.


#106 Stahlelefant

Stahlelefant

    Infonaut

  • Mitglieder
  • PIPPIP
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 11:15

An Michael Hood, den Rächer der Enterbten, Beschützer der Witwen und Waisen ;) :

Das mit dem fetten Typen war eindeutig als Spekulation gekennzeichnet.

 

Das mit den 116 Titeln hatte ich vorher schon mal erwähnt, scheint aber „untergegangen“ zu sein. 116 Titel in ca. anderthalb Jahren, das ist wirklich reichlich viel. Es scheinen auch ein paar Sammelbände dabei zu sein, aber wenn ich das richtig überblicke, ist die Zahl der Bücher immer noch sehr hoch, auch wenn man die Sammelbände abzieht.

 

Interessante Diskussion jedenfalls. Man wird älter als ’ne Kuh und lernt immer noch dazu. Einen meiner Beiträge weiter oben habe ich um die Angabe ergänzt, dass sich der Beitrag erledigt hat. Ich hätte echt nicht gedacht, dass es Amazon egal ist, ob ein Text KI-generiert ist oder nicht. Warum soll man das entsprechende Feld beim Hochladen dann überhaupt anklicken? … wenn’s eh keinen kümmert.

 

Und wahrscheinlich wird es in Zukunft auch aus noch einem anderen Grund sowieso weniger Diskussionen über das Thema geben … denn wenn ich so darüber nachdenke, was (auch in diesem Thread) über die Weiterentwicklung der KI gesagt wurde, dann wird wohl bald der Punkt kommen, wo die KI den menschlichen Stil nachmachen kann, um die Prüfprogramme täuschen zu können.


Nautron respoc lorni virch.

  • • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles

#107 Christian Hornstein

Christian Hornstein

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.064 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bonn

Geschrieben Heute, 11:26

@Stahlelefant

 

Manche Prüf-KI bieten zugleich den Dienst "humanize" an, mit dem Du Deinen Text vermenschlichen kannst.  :rolleyes: 

 

Es ist klar, dass es eine satte Nachfrage für solche Features gibt, und natürlich wird es immer schwieriger werden, KI-generierte Text als solche aufgrund ihrer Merkmale zu erkennen. Gerade deshalb ist es sinnvoll, auf eine Kennzeichnung zu bestehen.



#108 Uwe Post

Uwe Post

    FutureFictionMagazin'o'naut

  • Moderator
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 5.608 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Wetter (Ruhr)

Geschrieben Heute, 11:35

*unterschreib*

 

Tatsächlich gibt es ja seit 1.8. eine EU-weite Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Texte. Allerdings lässt das Gesetz eine Lücke: "Texte, die durch menschliche Überprüfung oder redaktionelle Kontrolle bearbeitet wurden" müssen nicht gekennzeichnet werden. Ich denke, dass sich Amazon bzw. die Autorin darauf ohne weiteres berufen können. Sie hat den Text ja sicher gelesen, also im Sinne des Gesetzes "überprüft" (oder kann das zumindest behaupten, kann ja keiner nachprüfen). Und mit dieser eimplen Ausnahmeregelung ist natürlich der gesamte Sinn der Kennzeichnungspflicht ausgehebelt  :aliensmile:

 

Womit wir wieder bei einem Gesetzgeber wären, der sich redlich bemüht, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten, und dabei vor lauter Eile nicht konsequent agiert.


Bearbeitet von Uwe Post, Heute, 11:44.

Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Die Fortsetzung: KI² - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#109 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.100 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Unna

Geschrieben Heute, 11:42

Auf den ersten Blick würde ich ja mal sagen, dass eine solche Kennzeichnungspflicht das öffentliche Diskutieren über etwaige Verdachtsfälle eher erschwert.
 
Wenn man früher sagen konnte:
"Das ist so schlecht geschrieben, das ist bestimmt nur KI."
Dann war das einfach eine Kritik der Qualität des Textes.
 
Heute wirft man der Person eine Rechtsverletzung vor. Das ist eine andere Hausnummer.
 
Wie groß ist nun diese Hausnummer, habe ich mich gefragt, und die Google-KI sagt:
 
Reine Unterhaltungsliteratur oder fiktive Geschichten fallen unter die gesetzliche Ausnahme für offensichtlich künstlerische, kreative und fiktionale Werke. Hier greift der AI Act in der Regel nicht. [1, 2]
 
Nach Art. 50 Abs. 2 des AI Act müssen veröffentlichte KI-Texte nur dann zwingend gekennzeichnet werden, wenn sie die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen (z. B. politische Analysen, medizinische Ratgeber, Finanzberatung) UND wenn sie nicht von einem Menschen redaktionell überprüft wurden. [1, 2, 3]
 
Allerdings gälte bei Amazon:

Rechtsfolgen bei Falschangaben: Fällt der Verstoß auf (etwa durch automatisierte Prüfmuster oder Umschreib-Erkennungssoftware), droht die sofortige Sperrung des KDP-Accounts und das Einfrieren noch nicht ausgezahlter Tantiemen. Für professionelle Self-Publisher bedeutet dies oft den wirtschaftlichen Totalschaden.


Bearbeitet von Michael Böhnhardt, Heute, 17:19.


#110 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.120 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 11:52

Ich möchte nun wirklich nicht den "Advocatus Diaboli" spielen, aber ich bin doch sehr erstaunt, welche Feindseligkeit Michael in diesem Thread entgegengebracht wird, nur weil er auf bestimmte Mechanismen im Thread-Verlauf hinweist. 

 

Nüchtern betrachtet liegen in diesem Fall Indizien vor. Ziemlich viele (mehrere Produktfotografien) und im Verbund auch sehr schlüssige (Über 110 Titel in zwei Veröffentlichungsjahren).

Mir persönlich hat das genügt, das Buch als Verdacht auf nicht aufgeführte KI-Kennzeichnung an Amazon zu melden. Wohlgemerkt: "Verdacht" und "Melden!" Und das empfinde ich als durchaus legitim – mit dem Risiko, mich zu irren. Entsprechend ist man gut damit beraten, Fakten abzuwarten.

Aber: Wir können es nicht nachweisen. Nicht einmal mit einer eigenen Prüfung des E-Books (siehe mein Posting #91).

 

@Uwe, Christian:

Habt ihr euch das E-Book geholt, um das Vorhandensein der LLM-Zwischenbemerkungen selbst nachzuprüfen?

Hättet ihr euch die Mühe von KI-Checkern gemacht, wenn Michael nicht eine Gegenposition eingenommen hätte?

 

Ich glaube, das ist es, worauf Michael hinauswill: Es findet nicht nur ein Verdacht, sondern es findet gleichzeitig eine geäußerte Vorverurteilung statt:

 

  
Ich glaube, da bleibt kaum mehr Raum für Zweifel.

 

Wir sind uns wohl darüber einig, dass es im hier vorliegenden Falle für die Autorin schwierig wäre, eine plausible Erklärung zu den Indizien geben zu können, die nicht auf LLM-Beteiligung hinausläuft. In anderen Fällen wird es deutlich schwieriger, wenn sich jemand plötzlich in der Position wiederfindet, sich gegen den Verdacht, KI verwendet zu haben, rechtfertigen zu müssen (siehe Thélyson Orélien).

Und – und das sollte uns wohl beunruhigen – dieser Verdacht könnte jederzeit auch über uns geäußert werden.

 

(Was ich davon halte, mich bei der Ausarbeitung von Texten dokumentieren, oder irgendjemand anderem außer meinem Lektor und meinen Testleserinnen einen Text vor der Publikationsreife geben zu müssen – von einem „öffentlichen Interesse“ daran ganz zu schweigen –, habe ich bereits ausgeführt).

 

Nein, aber schon dazu, dass du dich bei der Formulierung fragen solltest: Könnte man es anders verstehen?

 

Und mein letzter Satz ist einfach das Wundern darüber, warum du glaubst, ihr könnt einfach alles schreiben, und das macht gar nichts, aber ein "Richten" zipft dich an.

 

Zustimmung. Man muss auch ein Echo vertragen können bzw. – und vielleicht noch besser – darüber nachdenken, ob eine Formulierung/Äußerung nicht über das Ziel hinausgeschossen ist.


Bearbeitet von ChristophGrimm, Heute, 11:53.

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com
  • • (Buch) gerade am lesen:"Earthland" (Kai-Holger Brassel), "Der Tempel am Ende der Zeit" (Sven Haupt)

#111 Tiff

Tiff

    Laionaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 2.637 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 14:03

Was ich davon halte, mich bei der Ausarbeitung von Texten dokumentieren, oder irgendjemand anderem außer meinem Lektor und meinen Testleserinnen einen Text vor der Publikationsreife geben zu müssen – von einem „öffentlichen Interesse“ daran ganz zu schweigen –, habe ich bereits ausgeführt).

 

Wie gesagt, bei Autoren wie z.B. Uwe Post gehe ich davon aus, dass die Texte von ihm selbst geschrieben sind, aber bei irgendwelchen dubiosen Autor(inn)en werde ich als Leser irgendwann einfach davon ausgehen müssen, dass KI in irgendeiner Form eine Rolle gespielt hat. Die Beteiligung von KI wird auch zunehmend schwieriger zu überprüfen sein. 

 

Bei bestimmten Autor(inn)en  wird sich für mich nichts ändern. Insbesondere, wenn deren Texte vor 2022 in Druck gegangen sind, und wenn ich will, finde ich genug davon, um bis ans Ende meines Lebens ausreichend Lesestoff zur Unterhaltung usw. zu haben. 

 

Interessant bleibt halt, wann wird KI im SF-Bereich wirklich interessant? Wie lange dauert es, bis jeder sich eine Endlosserie wie Perry Rhodan auf Knopfdruck maßgeschneidert auf hohem Niveau erstellen lassen kann? Dauert das noch länger als fünf Jahre? Und welche Auswirkungen wird das haben? Ich muss immer an Kaffee-Charly denken, der leider auch schon eine ganze Weile verstorben ist, der immer betonte, er braucht das Geld aus seinen Buchverkäufen nicht, aber damit was zu verdienen, hat ihm auch Spaß gemacht. Wie viele Kaffee-Charlys wird es in fünf Jahren noch geben?



#112 rostig

rostig

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.595 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 15:32

Es gibt m.M eine große Grauzone zwischen "rein menschengemacht" und KI-generiert: viele Autoren nutzen Rechtschreib- und Grammatikkorrekturen oder auch eine Thesaurus auf KI-Basis. Wie sieht es aus, wenn die Prüfung auch auf Logikfehler hinweist oder bessere Formulierungen vorschlägt? Kann man einem Autor vorwerfen, dass er manche (von ihm als weniger wichtig erachteten) Textpassagen nur grob vorgibt und die Ausarbeitung der KI überlässt? Oder ist es erst verwerflich, wenn ein mehrseitiges Expose vom Menschen erstellt und von der KI auf 200 Seiten ausgewalzt wird, aber menschlich nachbearbeitet wird?



#113 Frank Lauenroth

Frank Lauenroth

    ThrillerAutor

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 3.784 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Hamburg

Geschrieben Heute, 16:42

Es gibt m.M eine große Grauzone zwischen "rein menschengemacht" und KI-generiert: viele Autoren nutzen Rechtschreib- und Grammatikkorrekturen oder auch eine Thesaurus auf KI-Basis. Wie sieht es aus, wenn die Prüfung auch auf Logikfehler hinweist oder bessere Formulierungen vorschlägt? Kann man einem Autor vorwerfen, dass er manche (von ihm als weniger wichtig erachteten) Textpassagen nur grob vorgibt und die Ausarbeitung der KI überlässt? Oder ist es erst verwerflich, wenn ein mehrseitiges Expose vom Menschen erstellt und von der KI auf 200 Seiten ausgewalzt wird, aber menschlich nachbearbeitet wird?

 

Ehrlich?

Was haben AutorInnen gemacht, als es noch keine 'Unterstützung' durch die KI gab?

Was macht die Arbeit der AutorInnen aus?

Ich für meinen Teil liebe es, Geschichten zu entwickeln, mich im Verlauf des Schaffensprozesses selbst zu überraschen, Ideen zu verwerfen, Teile umzuschreiben, ich liebe sogar die Momente, in denen mir gerade nicht einfällt, wie es mit der Story weitergehen soll, weil ich weiß, dass der Funke irgendwann zu mir zurückkehrt.

Das ist Schreiben!

Und nicht: mach mal für mich, ich bin zu faul oder zu doof oder ich will 130 Bücher in 12 Monaten herausbringen...


Bearbeitet von Frank Lauenroth, Heute, 16:43.

† In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke                                                           -- BLACK ICE -- WHITE FIRE -- AURORA -- die CORONA-SAGA ist ab November komplett !                                     


#114 Tiff

Tiff

    Laionaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 2.637 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 17:18

Es gibt m.M eine große Grauzone zwischen "rein menschengemacht" und KI-generiert: viele Autoren nutzen Rechtschreib- und Grammatikkorrekturen oder auch eine Thesaurus auf KI-Basis. Wie sieht es aus, wenn die Prüfung auch auf Logikfehler hinweist oder bessere Formulierungen vorschlägt? Kann man einem Autor vorwerfen, dass er manche (von ihm als weniger wichtig erachteten) Textpassagen nur grob vorgibt und die Ausarbeitung der KI überlässt? Oder ist es erst verwerflich, wenn ein mehrseitiges Expose vom Menschen erstellt und von der KI auf 200 Seiten ausgewalzt wird, aber menschlich nachbearbeitet wird?

 

Ja, ich stimme dir zu, es gibt da eine riesige Grauzone. Was heißt verwerflich? Ich glaube, es war schon immer ein Problem, dass es eine Rolle spielt, für wen und warum etwas geschrieben wird. Wenn ein Autor vor allem auf Anerkennung abzielt, ist es etwas ganz anderes, als wenn es nur um die reine Unterhaltung von Lesern geht. Es wird Autoren geben, denen alles egal ist, Hauptsache, die Leser sind zufrieden, und die Bezahlung stimmt.

 

Klar, da wird jeder sich fragen müssen, an welchem Punkt es einen Unterschied macht. Meine Perspektive als Leser ist auch etwas zwiegespalten, ich kann nicht sagen, was besser ist: Ein eher mittelmäßiger SF-Text von einem menschlichen Autor, oder ein besserer Text von einer KI. Solange KI nicht deutlich besser ist, würde ich "menschengemacht" wohl fast immer vorziehen. Ich mochte z.B. Kaffee-Charlys Texte sehr gern, auch heute noch. Das sind keine Sternstunden der SF, sie sind aber eben authentisch und nicht KI-generiert. Wo ich in Zukunft eine Grenze ziehen würde? Keine Ahnung. Man wird es jedenfalls irgendwann am Endprodukt selbst in der Regel nicht mehr erkennen können, für was und wie viel KI eingesetzt wurde. 



#115 Tiff

Tiff

    Laionaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 2.637 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 17:27

Ich für meinen Teil liebe es, Geschichten zu entwickeln, mich im Verlauf des Schaffensprozesses selbst zu überraschen, Ideen zu verwerfen, Teile umzuschreiben, ich liebe sogar die Momente, in denen mir gerade nicht einfällt, wie es mit der Story weitergehen soll, weil ich weiß, dass der Funke irgendwann zu mir zurückkehrt.

Das ist Schreiben!

:thumb:  Bin auf jeden Fall gespannt, was noch von dir kommt! Bisher hat mir alles gefallen.





Auch mit einem oder mehreren dieser Stichwörter versehen: KI, KI-generierte Texte, Fake, Bestsellerliste, amazon

Besucher die dieses Thema lesen: 3

Mitglieder: 0, Gäste: 3, unsichtbare Mitglieder: 0