@ Christian
Ich habe ein klein bisschen den Eindruck, dass dir das Problem, was ich habe, doch noch immer nicht klar ist. Du musst nicht versuchen, mich davon zu überzeugen, dass in diesem Fall der Verdacht ja nun ganz bestimmt richtig ist. Was ich über den Wahrheitsgehalt des Verdachtes glaube, ist völlig irrelevant.
Hier gibt es zwei Punkte zu betrachten.
(1) Wann darf ich einen solchen Fall in die breite Öffentlichkeit tragen.
Normalerweise würde das, was ihr hier macht, sozusagen an einem Stammtisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Das ist zwar auch nicht immer unproblematisch, aber wohl kaum zu verhindern. Aber es findet nun mal öffentlich statt. Ihr übernehmt eine Funktion, die normalerweise die Presse übernimmt. Diese Presse hat aber (solange es sich nicht um die BILD handelt, oder um andere Paparazzi) ganz andere, strengere Regeln, sie hat unter anderem einen verantwortlichen Redakteur, der für alles, was gesagt wird, seinen Kopf hinhält. Und weil dem so ist, achtet diese Person auch sehr genau darauf, was genau gesagt und veröffentlicht wird und kennt genau die Grenzen, die ihm zum Beispiel das Persönlichkeitsrecht der betroffenen Person setzt.
Das sind alles Verantwortungen, die ihr einfach negiert.
(2) Selbst wenn ich absolut sicher bin, dass ein Fehlverhalten vorliegt, wie weit sollte ich gehen?
Die betroffene Person ist ein Mensch, das sollte man in seinem Eifer nicht vergessen.
Was nun deine Sorge vor KI-erzeugtem Content angeht: Wir versinken in Infomüll, ob diese nun von Menschen selbst ständig wiedergekäut wird, oder dieses Wiederkäuen potenziert durch LLMs übernommen wird. Das macht für mich keinen Unterschied, aber wenn du dich besser fühlst, wenn die Textbausteine, die ein Computer zusammengebastelt hat, und kein Mensch, besonders gekennzeichnet werden, soll das meinetwegen so sein.
Die Sachen, die wirklich lesenswert sind, findet man genauso schwer oder leicht wie ohne diese Kennzeichnung. Dafür hat jeder eine eigene Strategie entwickelt. Und die Leute, die mit Textbausteinen zufrieden sind, für die macht es keinen Unterschied.
Bearbeitet von Michael Böhnhardt, Heute, 17:21.