Die in der Geschichte beschriebene Technologie ist wie immer eine Gratwanderung: Ich neige, wie inzwischen schon von mehreren Leuten bemerkt wurde, zu einem gewissen Infodump. Das ist meinem persönlichen Interesse für Technik, Physik und Programmierung geschuldet, aber für alle, die sich nicht von solchen Gedankenspielen faszinieren lassen, ist es zehrend und zäh. Natürlich hätte ich gerne meine Ideen weiter ausgeführt, aber spätestens durch die Rezensionen von "Metanoq" ist mir bewusst geworden, dass ich mehr Fokus auf die Geschichten als auf das Setting setzen sollte (Yvonne hat hier sehr diplomatisch argumentiert). Daher hielt ich mich zurück und habe es wirklich nur grob umrissen, in der Hoffnung, dass Technikinteressierte etwas damit anfangen können, sich aber die anderen nicht daran gestört fühlen.
Das Verfahren ist natürlich Science-fiction und derzeit in vielerlei Hinsicht nicht möglich, aber wenigstens was die Datenmengen und Übertragung angeht, habe ich mich ziemlich an moderne Fakten gehalten. Letztendlich ist es nicht möglich, ein Speichermedium mit geschätzten 2,5 Terrabyte, das Gehirn, in ein anderes Gehirn als Ganzes zu übertragen. Ja, laut modernen Schätzungen (die ich nicht ganz nachvollziehen kann, um ehrlich zu sein), arbeitet der Sehnerv mit etwa 9 Mbit pro Sekunde, allerdings wird der größten Teil der Erinnerungen chemisch gespeichert, daher meine Lösung mit den Momenten. (Witzig übrigens, dass ich all die Recherche später für "Ein Fluss im Ozon" nochmal nutzen konnte). Wie dem auch sei, du wirst bei dem Verfahren definitiv eine KI benötigen: Auf der einen Seite sind 2,5 Terrabyte an Erinnerungen nicht nur eine gewaltige Menge, sie sind zudem gestückelt verteilt und werden ganz anders adressiert als Dateien im Computer (angeblich nach dem Moment des Ablegens), weshalb du bereits im ersten Schritt eine KI zum Überblicken benötigst. Zum anderen hast du dann auch noch ein Treiberproblem, zumal jedes Gehirn eigene Verfahren entwickelt hat, um seine Daten zu überblicken (siehe nur den Unterschied zwischen einem eidetischen und nicht-eidetischen Gedächtnis). Hier wäre eine Entschlüsselungs-KI (wie sie in den letzten Wochen für all die Emulatoren oder auch ArtCraft verwendet wurde), extrem von Vorteil. Daher machte für mich die KI-Unterstützung durch einen neuronal verbundenen Computer Sinn, wenigstens aus menschlicher Sicht.
In die Phantastik ging ich in der anderen Richtung: Ich habe schon gesehen, wie KIs gewaltige Datenmengen auswerten (einer meiner Brüder arbeitet für ein Unternehmen im Technologietransfer). Die Halluzinationsquote ist weniger geworden, aber keinesfalls weg und weiterhin bedenklich. Und gerade wenn es um Details oder Interpretationsspielräume geht, muss am Ende bisher doch immer ein Mensch dran sitzen. Gerade bei Erinnerungen, die nicht bloß ein aufgezeichneter Film sind, lag es daher für mich auf der Hand, dass man da nochmal eine menschliche Komponente als so eine Art Magen vorschiebt. Aber ja, vermutlich könnte das auch eines dieser künstlichen Gehirne tun, die man aktuell züchtet und (auf gruselige Art) trainiert. Hier bin ich in die spekulative Ebene gegangen und überlegte mir, dass selbstgezüchtete Gehirne am Ende billiger wären, um die Story zu erzählen. Wie sagte Andy Weir doch im Interview mit Will Jordan: Jeder Science-fiction-Autor kommt irgendwann an den Punkt, an dem er phantastisch werden muss. Am Ende wollte ich halt immer noch eine Geschichte erzählen.
Die Kritik am Begriff der Introjektion kann ich nicht ganz nachvollziehen: Eine Introjektion ist meines Wissens nach das Annehmen (bzw. In-sich-aufnehmen) von Werten, Anschauungen, Idealen von anderen. Im Fantasy ist es das Herbeizaubern von falschen Erinnerungen oder Gedanken (so nach dem Motto: "Du lässt nachts die Hintertür offen, weil dein Herr das befohlen hat!"), im Science-fiction wird der Begriff gelegentlich für das Implantieren fremder Erinnerungen benutzt (wie im Videospiel "Remember Me"). Man kann mir hier natürlich vorwerfen, dass ich etwas freizügig in der Interpretation des Begriffes war, aber nicht im Sinne, dass ich ein cooles Wort aufgeschnappt und einfach mal verwendet habe. Das habe ich schon seit dem 16. Lebensjahr nicht mehr getan 
Zuletzt noch hast du geschrieben:
Der gesamte Text endet mit: „Nur ein bisschen spannender. Und dankbar. Und echt.“
Die Kurzvorstellung Deiner Person als Autor, Max, auf derselben Seite, endet mit: „Nebenher schreibt er gerne. Und viel.“
Wirklich stark, dass dir das aufgefallen ist.
Ich hoffe dennoch, dass dir "Lichthaus" Spaß gemacht hat.