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Ist das Zeitschriftensterben unvermeidlich?

Geek! phantastisch! Rock Hard

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46 Antworten in diesem Thema

#31 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 31 August 2026 - 11:44

Das war ungefähr die Zeit, als ich mein 10jähriges Jubiläum seit meiner letzten Lego-Aktivität feiern könnte.

 

Gruß

Ralf,

fühlt sich alt

 

PS: Ähm, was ist noch gleich das Thema des Threads?

 

Das ich mich gerade frage, ob ich mein Taschengeld statt in Weltenportal vielleicht nicht lieber in Aktien für ein Klemmbaustein-Start-up investieren sollte ... 


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#32 Mammut

Mammut

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Geschrieben 31 August 2026 - 11:46

Thema war Zeitschriften und da habe ich mal recherchiert und das kam dabei raus:

  • 1986 – Die Ära der Massen-Printmedien: Wenige, aber extrem auflagenstarke Hefte dominierten den Markt. Reichweite funktionierte fast ausschließlich über gedrucktes Papier.

  • 2006 – Die Ära der Print-Differenzierung: Der Kiosk explodierte förmlich vor Spezialmedien (Nischen-Magazinen für jedes Hobby), während das Internet langsam als Bedrohung wahrgenommen wurde.

  • 2026 – Die Ära des Plattform- & Digital-Journalismus: Reine Gedruckte Ausgaben verlieren kontinuierlich an Verkaufsauflage, dafür verzeichnen E-Paper und Paid-Content-Modelle Rekordwerte (allein bei Tageszeitungen und Magazinen über 3 Millionen E-Paper-Verkäufe täglich). Zeitschriften sind heute plattformübergreifende Marken mit Digital-Abos, Podcasts, Newslettern und Events.

Das klingt für mich jetzt nicht direkt nach Zeitschriftensterben.



#33 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

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Geschrieben 31 August 2026 - 12:08

Das ich mich gerade frage, ob ich mein Taschengeld statt in Weltenportal vielleicht nicht lieber in Aktien für ein Klemmbaustein-Start-up investieren sollte ... 

 

ich tröste mich auch immer damit, dass ich normalerweise mindestens zum Einkaufspreis neu auch gebraucht wiederverkaufen kann ...


Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

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  • • (Film) gerade gesehen: Der Simpsons Movie, Lola rennt

#34 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Temponaut

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Geschrieben 31 August 2026 - 12:20

Thema war Zeitschriften und da habe ich mal recherchiert und das kam dabei raus:


  • 1986 – Die Ära der Massen-Printmedien: Wenige, aber extrem auflagenstarke Hefte dominierten den Markt. Reichweite funktionierte fast ausschließlich über gedrucktes Papier.

  • 2006 – Die Ära der Print-Differenzierung: Der Kiosk explodierte förmlich vor Spezialmedien (Nischen-Magazinen für jedes Hobby), während das Internet langsam als Bedrohung wahrgenommen wurde.

  • 2026 – Die Ära des Plattform- & Digital-Journalismus: Reine Gedruckte Ausgaben verlieren kontinuierlich an Verkaufsauflage, dafür verzeichnen E-Paper und Paid-Content-Modelle Rekordwerte (allein bei Tageszeitungen und Magazinen über 3 Millionen E-Paper-Verkäufe täglich). Zeitschriften sind heute plattformübergreifende Marken mit Digital-Abos, Podcasts, Newslettern und Events.
Das klingt für mich jetzt nicht direkt nach Zeitschriftensterben.

Was mich zu einer Ursprungsfrage bringt: Hat schlicht das Konzept „Ausgabe“ (größtenteils) ausgedient, weil die Zukunft einer „Marke“ in Inhalten auf einer Plattform/App liegt?
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#35 Uwe Post

Uwe Post

    FutureFictionMagazin'o'naut

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Geschrieben 31 August 2026 - 15:30

Dein "weil" ist sicher nur ein Teil der Wahrheit. Ich erwähnte ja schon die Konsumzurückhaltung und die verschobenen Medieninteressen, welche wiederum eine Generationenfrage sind und von der Qualität der Inhalte (guter Journalismus ist teuer und die Einnahmen gehen ja schon lange zurück) will ich gar nicht erst anfangen.


Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Die Fortsetzung: KI² - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#36 Zeitreisender

Zeitreisender

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Geschrieben 06 September 2026 - 15:59

Manchmal nehme ich alte Magazine/Zeitschriften beim Trödler mit. Nachrichten usw. informiere ich mich ausschließlich Online und alternativ. Kein Abo oder so. Zeitungen und Politikmagazine habe ich nie gekauft. Früher besaß ich einige SpaceViews (wer kennt die noch?) und VIRUSe.



#37 Mr.Aufziehvogel

Mr.Aufziehvogel

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Geschrieben 07 Oktober 2026 - 01:44

Mich als Hobby Schreiber würde mal interessieren wie es in der deutschen Zeitschriften und Verlagswelt insgesamt so aussieht.   Meiner Meinung nach krankt das deutsche Verlagswesen daran, das einfach so gut wie garkeine Informationen vorhanden sind, wenn man kein Insider ist.    Jeder jammert, das Käufe zurückgehen aber irgendwie sieht man als Nicht Eingeweihter nie irgendwelche konkreten Verkaufszahlen.

Nichtmal von riesigen Reihen wie Perry Rhodan hört man davon, wieviel sich z.b. ein Heftroman so im Durchschnitt verkauft.   Wie soll der normale Leser/Hobbyschreiber da einschätzen können, wie es um den Markt steht?

Man hört immer das sich deutsche Zeitschriften und Heftromane nicht mehr so gut verkaufen, aber wieviel ist nicht gut?   100 Ausgaben?    500?   1000? 5000?

Wäre toll wenn mal jemand genaue Zahlen nennen könnte.   Das ist eine deutsche Eigenart, die ich als Ösi total nervig finde (sorry), das einfach NIEMAND Klartext in Sachen Geld redet.  Nervt mich fast so viel, wie diese deutsche Eigenart, das niemand Werbung für irgendwas in Podcasts machen will.   Da hört man Dinge wie "Ich hab mir letzte Woche bei meinem Lieblingsgeschäft Gerät xyz gekauft.....aber das Geschäft wird nicht erwähnt....weil man keine Werbung machen will....Das nervt mich einfach total.   Sagt doch einfach mal wo etwas gekauft wurde.  Werbung ist nicht das absolute Böse.  Aber ich schweife ab ;)


Zum Thema:   Ich abonniere grundsätzlich nicht, das liegt aber daran, da ich SEHR wenig verdiene (quasi am Existenzminimum) und Abos für mich ein Luxus sind.   Ausserdem mag ich Abos nicht.   Ich kaufe lieber alle Ausgaben einzeln, falls sie mich interessieren.  Aus dem selben Grund habe ich keine Abos für Streaming Dienste mehr, ausser Amazon Prime und auch da nur weil ich relativ viel bestelle.   Streaming Dienste kann ich aber verschmerzen, weil eh zu 99% nichts mehr kommt, das mich interessiert.  Ich lese viel lieber. Falls doch mal ne Serie kommen sollte, die mich interessiert, kann ich den jewiligen Dienst ja für ein bis zwei Monate abonnieren und dann wieder auf Eis legen.


Bearbeitet von Mr.Aufziehvogel, 07 Oktober 2026 - 02:01.


#38 Stephan

Stephan

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Geschrieben 07 Oktober 2026 - 06:37

Also zum Start damals 1961 lag die Druckauflage bei ca. 35.000 Heften.

 

Zum Höhepunkt Ende der 1970er lag die Druckauflage dann bei ca. 450.000 Heften.

 

Die letzte mir bekannte Zahl stammt von 2023 und sagt das noch etwa 60.000 Hefte gedruckt werden. Das dürfte heute drei Jahre später schon tiefer liegen.

 

Von der gedruckten Auflage werden ca. 1/3 an Kiosken und anderen Verkaufsstellen verkauft. Der Rest über Abos bzw. was dann übrig bleibt landet im Onlineshop und wartet da auf Interessenten.


Mein Blog über Science Fiction: www.ostinspace.blog  :)

  • • (Buch) gerade am lesen:"Mythen, Monster und Manien" von Ian Watson
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#39 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 07 Oktober 2026 - 09:23

Die letzte mir bekannte Zahl stammt von 2023 und sagt das noch etwa 60.000 Hefte gedruckt werden. Das dürfte heute drei Jahre später schon tiefer liegen.

 

 

Der Wikipedia-Artikel nennt eine Auflage von 64.000 Heften. (Allerdings bezieht sich diese Angabe auf einen FAZ Artikel aus dem Jahr 2021).

 

Man hört immer das sich deutsche Zeitschriften und Heftromane nicht mehr so gut verkaufen, aber wieviel ist nicht gut?   100 Ausgaben?    500?   1000? 5000?

 

Diese Seite ist eine gute Anlaufstelle: PZ-Online.de – Die Mediadaten der PZ-Verlage

Allerdings filterst du dich da teilweise zu Tode – und vollumfänglich ist sie auch nicht. 

 

Ungeschlagen: Die "Apotheken Umschau". Die Varianten A+B kommen im zweiten Quartal 2026 auf 4.583.053 Exemplare. (Wohlgemerkt, die Zeitschrift ist natürlich kostenlos. Ebenso einige weitere Kundenmagazine, bspw. "ACE Lenkrad")

 

Ein paar Platzhirsche herausgepickt (2. Quartal 2026):

"Der Spiegel" (635.843)

"Bild am Sonntag" (456.700)

"Bunte" (284.310)

"Stern" (256.818),

"Focus" (209.937)

 

Das Interessante dabei: "Bild am Sonntag" hat vergleichsweise wenig Abonnenten (70.269); bei den anderen Genannten machen Abonnements mehr als die Hälfte aller Verkäufe aus.

 

Für mich überraschend: Fernsehzeitschriften verkaufen sich scheinbar nach wie vor unglaublich gut. "TV Spielfilm", "TV Digital", "Hörzu", "nur TV", "TV Direkt", "TV Movie" und noch etliche (!) weitere liegen jeweils (!!) zwischen 400.000 und über einer Million verkaufte Exemplare. Überschlagen kauft also jeder Deutsche ein paar Mal im Jahr eine TV-Zeitschrift – und das, wo doch alle angeblich nur noch streamen und es nun wirklich ein prima Onlineangebot für das Herausfinden des Linear-TVs gibt.

 

Um mal auf unsere schnuckelige Szene einzugehen:

 

Vielleicht sollten sich SF-Autoren darüber freuen, dass das "c't" im zweiten Quartal 230.085 Exemplare (darunter 135.006 durch Abonnements) verkaufen konnte. Sollte die Redaktion ihrer KG-Rubrik nicht überdrüssig werden, bleiben also 26 Publikationsmöglichkeiten für Kurzgeschichten

 

phantastisch! -> Zu Atlantis-Zeiten wurde im Impressum eine Druckauflage von 1.500 Exemplaren genannt. Diese Info ist aber schon ein paar Jahre alt. Wie es mittlerweile aussieht, müsste (wenn sie wollen) Calliope Media sagen. 

 

Exodus 50 -> Auflage von 800 Exemplaren (also 1.600 Exemplare von der abschließenden Doppelnummer). Laut René (First-Hand-Info) nahezu ausverkauft. Exodus hatte in den letzten Jahren durchschnittlich 500 - 600 Exemplare je Ausgabe abgesetzt.

 

Ach, und dann haben wir ja dieses "Weltenportal" ;)

 

Druckauflage: 150 Stück. Gerade einmal 30 Abonnent:innen – erstaunlich viele Wiederholungskäufer:innen (die ich zumeist vergeblich zu einem Abonnement zu überreden versuche). Die kleine Unannehmlichkeit, die sich für mich aus der geringen Zahl an Abonnent:innen ergibt: das Vorstrecken der Kosten für die Erstauflagen zu zwei Zeitpunkten im Jahr, jeweils rund 1.000 Euro. Eigentlich müsste ich die Zeitschrift teurer machen – wobei ich annehme, dadurch Käufer:innen zu verlieren –, denn der maximal mögliche Überschuss liegt bei der derzeitigen Auflage aufgrund von Beleg- und Pflichtexemplarabgaben bei rund 200 Euro. Einige Exemplare bleiben immer übrig, die Abgaben für Verpackungen (Systembeteiligung) und Hosting-Kosten fressen den Überschuss komplett auf. (Durch den Besuch des MetropolCon und des BuchmesseCon ist es unwahrscheinlich, dass das „Geschäftsjahr 2026“ in den schwarzen Zahlen landet. Aber solche Besuche, abgesehen vom persönlichen Vergnügen, sind auch langfristig zur Absatzsteigerung gedacht.)
 
Also, kurz und gut: „Weltenportal“ lebt derzeit davon, dass ich mir die Vorfinanzierung der Zeitschrift leisten kann (Hauptberuf), dass ich die Zeitschrift machen *will* und langfristig auf mehr Leser:innen hoffe.
 
So gut ich die Argumentation gegen Abonnements (und Vorbestellungen) auch verstehe: Sie sind die größte Hilfe, die man mir als Hrsg. – und anderen im Independentbereich – zukommen lassen kann.

Bearbeitet von ChristophGrimm, 07 Oktober 2026 - 09:52.

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com
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#40 My.

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Geschrieben 07 Oktober 2026 - 11:52

Wobei Abos in meiner Buchhaltung keine Vorauszahlungen sein müssen. Eine feste Vorabzusage reicht schon. Der Rest entwickelt sich dann über die Rechnungen.

 

NOVA, die ich ja nicht zu den Zeitschriften rechne, ist eine kleine Nummer unter dem "Weltenportal". Ich habe eine Startauflage von 100 bis 150 Ex., abhängig von der Zahl der Autoren = Belegexemplare (NOVA 38 = 38 Ex.). Entscheidend sind auch die Autorenexemplare (Bestellungen der Autoren zusätzlich zu den Belegen, jeweils abzgl. 30 % = Buchhandelsrabatt) (NOVA 38 = 29 Ex.). Abos waren bei NOVA 38 24 Ex., dazu 10 Direktverkäufe. Summasummarum 101 Ex.

 

Nicht berücksichtigt sind die Verkäufe über Bookwire. Da laufen zu 98 % E-Books (Margen im unteren dreistelligen Bereich) und ganz wenige Prints (NOVA 38 = 4 Ex.).

 

Insgesamt ist NOVA kein Verlustgeschäft. Ich habe zwar keinen Hauptberuf mehr, aber durch eine ordentliche Kalkulation und passendes Finanzgebaren (sowie ein gutes Zahlungsziel beim Schaltungsdienst = keine Vorauskasse) haut das Projekt durchaus hin. Nichts, um reich zu werden - für die Autoren sowieso nicht -, aber nichts, was mich arm und pleite macht.

 

My.

 

 

P.S.: Christoph, du könntest mir vielleicht für den REISSWOLF mal eine (kostenlos veröffentlichungsfähige) Anzeige fürs WELTENPORTAL zukommen lassen. Wenn du magst.


Bearbeitet von My., 07 Oktober 2026 - 11:53.

| Michael Haitel

| p.machinery Michael Haitel

| Norderweg 31 · DE-25887 Winnert

| Fon +49 4845 3539956

| Fax +49 4845 3539958

| michael@haitel.de

| www.pmachinery.de

| VAT ID DE189832110

| Steuer 17/056/02051

|

| Achtung! Sie erreichen uns telefonisch nur, wenn Sie Ihre Rufnummer

| übertragen!

 


#41 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 07 Oktober 2026 - 13:13

Das sind spannende Informationen! Ich kann noch ergänzen: Spektrum der Wissenschaft, die einzige Zeitschrift außer c't mit einer Science-Fiction-Kurzgeschichte, verkauft ca. 45000 Exemplare. Sechs der zwölf Kurzgeschichten, die Spektrum jedes Jahr veröffentlicht, übernimmt die Redaktion aus Nature, sechs weitere stammen von deutschen Autoren. Die Geschichten sind kürzer als in der c't, sie umfassen maximal etwa 10000 Zeichen.

Das monatlich erscheinende Space-Magazin veröffentlicht auch Science-Fiction-Geschichten, aber bisher nicht regelmäßig. Die Auflage kenne ich nicht.


Bearbeitet von Fermentarius, 07 Oktober 2026 - 13:15.

  • • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#42 Mammut

Mammut

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Geschrieben 07 Oktober 2026 - 18:53

Zu Exodus. Laut HP gibt es noch 6 Exemplare der Nummer 50:

ALLE AUSGABEN



#43 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 08 Oktober 2026 - 07:25

Insgesamt ist NOVA kein Verlustgeschäft. Ich habe zwar keinen Hauptberuf mehr, aber durch eine ordentliche Kalkulation und passendes Finanzgebaren (sowie ein gutes Zahlungsziel beim Schaltungsdienst = keine Vorauskasse) haut das Projekt durchaus hin. Nichts, um reich zu werden - für die Autoren sowieso nicht -, aber nichts, was mich arm und pleite macht.

 

Ich zweifle gar nicht daran, dass du besser als ich kalkulierst (und kalkulieren kannst) ;). Und klar, es gibt mehrere Strategien und Stellschrauben, an denen man drehen oder nach denen man Ausschau halten kann (PoD, Querfinanzierung, Ratenzahlung ohne Zinsen, lange Zahlungsziele bei Dienstleistern, günstigere Druckereien usw.). 

 

Wäre toll wenn mal jemand genaue Zahlen nennen könnte.   Das ist eine deutsche Eigenart, die ich als Ösi total nervig finde (sorry), das einfach NIEMAND Klartext in Sachen Geld redet.  Nervt mich fast so viel, wie diese deutsche Eigenart, das niemand Werbung für irgendwas in Podcasts machen will.   Da hört man Dinge wie "Ich hab mir letzte Woche bei meinem Lieblingsgeschäft Gerät xyz gekauft.....aber das Geschäft wird nicht erwähnt....weil man keine Werbung machen will....Das nervt mich einfach total.   Sagt doch einfach mal wo etwas gekauft wurde.  Werbung ist nicht das absolute Böse.  Aber ich schweife ab ;).

 

Um kurz auf dein Beispiel einzugehen: Weil es negative Folgen haben könnte, indem es bspw. als nicht gekennzeichnete Werbung / Schleichwerbung ausgelegt wird. Und dabei spielen verschiedene Faktoren (Kooperation? Privater oder monetarisierter Podcast? Gegenleistung, die als geldwerter Vorteil gewertet werden könnten) und passende Formulierungen eine Rolle. (Lesenswert: Werbung kennzeichnen auf Instagram | SocialSchub – und passend dazu auch der Disclaimer/Hinweis vor dem Artikel, dass es sich nicht um eine Rechtsberatung handelt und sich im Einzelfall nicht darauf bezogen werden kann ;) )
 
Was Zahlen betrifft:
 
Sie sind mess- und vergleichbar. Und können gerade dadurch Auswirkungen haben. Solange keine Zahl genannt wird, kann nach außen – ohne, dass gelogen wird – ein größerer Erfolg, als vorhanden, suggeriert, oder ein bestehendes Image aufrecht erhalten werden.
 
Ich habe oben freimütig zugegeben, dass „Weltenportal“ derzeit eine Auflage von 150 Exemplaren hat. Ich hätte auch schreiben können: „Verkauft sich stabil im dreistelligen Bereich“ - wenn ich keine konkrete Zahl genannt hätte, könnte ich mit so einer Aussage den Anschein erwecken, dass „Weltenportal“ so erfolgreich wie zuletzt „Exodus“ (weil: auch im dreistelligen Bereich) ist.
Was das für Folgen haben könnte? Nun, manche Autor:innen, die nicht ohnehin von der Aussicht, einen Text honorarfrei herzugeben, abgeschreckt werden, könnten sich sagen: „Och nö, meine Geschichten sind mir zu schade, um nur von 150 Leuten gelesen zu werden. Ich probiere es lieber woanders.“ Dito Anzeigenkunden, denen es für eine zu bezahlende Werbung zu wenig Reichweite sein könnte. Beides schlecht für mein Magazin.
 
Im Marketing gibt es daher eine schöne Regel: Zahlen werden nur genannt, wenn sie *wirklich* beeindruckend (= weiter verkaufsfördernd) sind.
Daher wird ansonsten auf gut klingende, aber letztlich schwammige Formulierungen wie „Spiegel Bestseller Autor/in“ (Musst du „nur“ einmal erreichen, um den Aufkleber dauerhaft anbringen zu dürfen), „Kult“ (inflationär wird allem nach gewisser Zeit Kultstatus zugeschrieben), „Bestseller“ (Im Vergleich zu?), „preisgekrönt“ (Bachmann oder Online-Voting?), „Verkäufe im vierstelligen Bereich“ (s. o. 1000? 5.000? Oder 9.999?), „Erstauflage bereits kurz nach Erscheinen ausverkauft“ (300? 3.000? 30.000?), „geht in die 2./3. Auflage“ (dieselben Auflagenhöhen wie die Erstauflage?) 
Eine weitere Regel im Marketing: Setze eine absolute Zahl in einen positiven Kontext. "Über 90 % der Kunden empfehlen uns weiter". 
 
Falls du dich fragst, warum ich trotzdem konkrete Zahlen genannt habe, obwohl mir das Marketing-Wording und entsprechende Regeln bekannt sind: Weil ich nicht von meiner Zeitschrift abhängig bin und sie auch nicht das erfolgreichste Blatt auf dem Markt werden muss. Ich möchte sie aber sehr gerne auch weiterhin herausgeben können. Deshalb erscheint es mir als der sinnvollere Weg, darauf hinzuweisen, dass ein paar zusätzliche (idealerweise vorbestellende und abonnierende) Leser:innen mehr zur Stabilität und Planungssicherheit und damit letztlich auch zur langfristigen Fortführung beitragen würden.

Bearbeitet von ChristophGrimm, 08 Oktober 2026 - 08:38.

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#44 Sam Francisco

Sam Francisco

    Giganaut

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Geschrieben 08 Oktober 2026 - 08:15

So gut ich die Argumentation gegen Abonnements (und Vorbestellungen) auch verstehe: Sie sind die größte Hilfe, die man mir als Hrsg. – und anderen im Independentbereich – zukommen lassen kann.

Hab ich eigentlich ein Abo?

fragt sich gerade
Sam
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#45 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 08 Oktober 2026 - 08:34

Hab ich eigentlich ein Abo?

fragt sich gerade
Sam

 

Hast du :). Komm am Samstag einfach bei uns am Stand vorbei, dann gebe ich dir die Ausgabe (gerade noch rechtzeitig angekommen *puh*)  und das "Smartokratie"-Rezi-Exemplar persönlich.


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#46 Mammut

Mammut

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Geschrieben 08 Oktober 2026 - 09:51

Was Zahlen betrifft:

 
Ich habe oben freimütig zugegeben, dass „Weltenportal“ derzeit eine Auflage von 150 Exemplaren hat. Ich hätte auch schreiben können: „Verkauft sich stabil im dreistelligen Bereich“ - wenn ich keine konkrete Zahl genannt hätte, könnte ich mit so einer Aussage den Anschein erwecken, dass „Weltenportal“ so erfolgreich wie zuletzt „Exodus“ (weil: auch im dreistelligen Bereich) ist.
Was das für Folgen haben könnte? Nun, manche Autor:innen, die nicht ohnehin von der Aussicht, einen Text honorarfrei herzugeben, abgeschreckt werden, könnten sich sagen: „Och nö, meine Geschichten sind mir zu schade, um nur von 150 Leuten gelesen zu werden. Ich probiere es lieber woanders.“ Dito Anzeigenkunden, denen es für eine zu bezahlende Werbung zu wenig Reichweite sein könnte. Beides schlecht für mein Magazin.

 

Da habe ich eine Anekdote dazu. Als wir 2011 für Zwielicht auf Verlagssuche waren, hat mich ein renommierter Kleinverlag angesprochen und nachdem ich die ehrlichen Zahlen genannt habe, Abstand davon genommen, unser Magazin in sein Programm aufzunehmen.

 

Interessanterweise sind die Auflagen der englischsprachigen Magazine öffentlich verfügbar. Das Netz spuckt mir übrigens folgende Info aus:

Kostenloser Online-Zugang dominiert Hugos & Awards: Da kostenlose Online-Magazine weit mehr Leser erreichen als kostenpflichtige Print-Digests, dominieren Titel wie Clarkesworld oder Uncanny seit einigen Jahren Nominierungen und Preisverleihungen (z. B. Hugo Awards).

 

Bei uns werden nach der Nominierung (KLP und DSFP) öfters Texte online ins Netz gestellt. Aber vor der Nominierung scheint das keinen Einfluss zu haben und generell wirkt es so, als würde auf Deutsch selten online gelesen

Daher die Frage, Chris, hat sich die Umstellung vom pdf zum kostenlosen Runterladen zum E-Book bewährt oder ist das eher nachteilig?



#47 ChristophGrimm

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Geschrieben 08 Oktober 2026 - 11:07

Interessanterweise sind die Auflagen der englischsprachigen Magazine öffentlich verfügbar. Das Netz spuckt mir übrigens folgende Info aus:

Kostenloser Online-Zugang dominiert Hugos & Awards: Da kostenlose Online-Magazine weit mehr Leser erreichen als kostenpflichtige Print-Digests, dominieren Titel wie Clarkesworld oder Uncanny seit einigen Jahren Nominierungen und Preisverleihungen (z. B. Hugo Awards).

Bei uns werden nach der Nominierung (KLP und DSFP) öfters Texte online ins Netz gestellt. Aber vor der Nominierung scheint das keinen Einfluss zu haben und generell wirkt es so, als würde auf Deutsch selten online gelesen

 

Das deckt sich mit meinen Beobachtungen. Die Amis, zumindest ein Teil davon, scheinen weniger Abneigung gegen Bildschirmlesen zu haben. Ich selbst lese ja zwischendurch gerne Webzines wie "Der Phantast" von Judith, "Flash Fiction Online" oder "InterNOVA".

 

Ich ging ursprünglich davon aus, dass ein niederschwelliges Angebot wie "Weltenportal" – kostenlos, keine Anmeldung/Registrierung nötig, keine zig Werbe-Pop-ups – überdurchschnittlich gut aufgenommen werden würde. Die parallel erscheinende Druckausgabe habe ich ja eher als *Goodie* für Sammler, Papiermenschen und letztendlich als Dankeschön für die Beteiligten verstanden.

Was mir meine Wordpress-Zugriffsstatistiken verraten: Die ersten beiden Ausgaben wurden weit im vierstelligen Bereich aufgerufen; über 4.000 Zugriffe auf die Dokumente. Die PDFs der nachfolgenden Ausgaben haben sich zwischen 500 und 1000 Zugriffen eingependelt. Aber das verrät mir eigentlich gar nichts. Überhaupt echte Menschen oder nur Crawler und Bots? (Die über 50 % der Zugriffe aus den Staaten, China und anderen, nicht deutschsprachigen Länder vermutlich schon). Nur kurz angeklickt, aber nie gelesen?

 

Letztendlich hat mich in einem Gespräch mit Kai Focke eine von ihm geäußerte Redewendung nachdenklich gestimmt: "Was nichts kostet, ist nichts wert." – Ist zwar nicht mein Auffassung, aber vielleicht die von Vielen.

Das, und auch der Umstand zu wenig Einnahmen zu haben, um Kosten (Belege, Hosting, Verpackungsgebühren, BuCon) zu decken, hat mich dann zur eher klassischen Publikation bewogen.

 

 

Daher die Frage, Chris, hat sich die Umstellung vom pdf zum kostenlosen Runterladen zum E-Book bewährt oder ist das eher nachteilig?

 

Meine aktuell einzige Vergleichsmöglichkeit ist die Nr. 7. Die Druckauflage ist von 100 auf 150 Stück gestiegen. Das E-Book der Ausgabe 7 – bisher das einzige Weltenportal-E-Book – wurde immerhin schon 12 Mal verkauft. Also ja, es hat sich insofern gelohnt, zu wissen, dass es derzeit wohl 100+ (*) Menschen gibt, die das Magazin wirklich lesen (wollen). Da mein Break-even derzeit bei ziemlich genau 100 verkauften Exemplaren liegt, lande ich – nur die einzelnen Ausgaben betrachtet – in den schwarzen Zahlen. (Wäre schön, wenn ich irgendwie noch das Hosting, Verpackungsgebühren, den BuCon Tisch und andere Kleinigkeiten vollständig aufgefangen bekomme. Ganz abgesehen davon, dass es mich freuen würde, wenn mehr Menschen die Zeitschrift lesen. Vielleicht ist irgendwann auch mal ein Obolus für die Beteiligten drin).

 

(*) Die Beleg- und Pflichtexemplaranzahl liegt bei ca. 25 Stück. Manchmal kaufen die Beteiligten auch noch zwei, drei Exemplare dazu; manchmal verschicke ich ein paar Rezensionsexemplare. Deshalb ziehe ich im Hinblick auf die tatsächliche Leserzahl 40 Exemplare von der Gesamtauflage ab


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