

Geschrieben 17 April 2008 - 16:04
Geschrieben 24 April 2008 - 08:37
Geschrieben 24 April 2008 - 08:45
Geschrieben 24 April 2008 - 09:01
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich da antworten muss ...Neues von der Front: Das neue Buch von Jenkins enthält gerade mal ein wirklich interessantes Kapitel, ansonsten ist es eher Aufgewärmtes aus älteren Artikeln und Textual Poachers. Also nicht wirklich was wert.
Hilfe brauche ich trotzdem noch: Ich muss zum Verständnis in diese Arbeit ein Kapitel über die reale Entwicklung der SF und Fantastik in TV und Kino rein nehmen, die NICHT auf dem Eindruck durch meine Zeitschrift entstanden ist. Ich habe jetzt auch schon tolle Eindrücke von Leuten aus der Redaktion erhalten, war echt eine super Idee die zu fragen. *freu* Wie dem auch sei: Gibt es unter euch jemanden, der da die grobe Entwicklung aus dem Kopf nachzeichnen kann? Ich möchte da einfach nicht von meinen subjektiven Eindrücken ausgehen, sondern gerne von Experten, die sich nicht die letzten vier Jahre wegen Studium ausgeklinkt haben. Außerdem kann ich dann als Quelle angeben: Persönliche Korrespondenz mit Simon Spiegel, Autor von..... (Das war ein direkterHieb mit dem Zaunspfahl simfilm
) oder eben Mitglied des sf club deutschland oder so, macht mehr Eindruck als: Persönliche Eindrücke der Verfasserin.
Bearbeitet von simifilm, 24 April 2008 - 09:08.
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
Geschrieben 24 April 2008 - 10:40
Genau hier beginnt mein Problem: Im Prinzip geht es darum zu schauen, was ab 1997 in SF und Fantastik in Kino und TV lief und wohin sich das entwickelt hat. Nicht, was hinten rum mit wieviel Games oder wie viel Directors Cut gelaufen ist, obwohl das sicher ganz interessant ist und auch Bezug auf die sich entwickelnden FanGruppen im Netz hat. Eigentlich möchte man ja mit dem ganzen Kram einen aktiven Zuschauer erzeugen, der eben aufgrund dessen aktiv mehr als nur den Film konsumiert. Also das Prinzip der Fans wird für den Massenmarkt genutzt. Wichtig ist für mich ganz einfach: Die Sf ist zum Massenphänomen geworden (einen Grund hast du ja schon genannt, dass man eben daran immer spektakulärer werden und vielleicht auch, weil man damit das Merchandising drum herum gut ankurbeln kann) -> Diese Entwicklung hin zum Massenphänomen möchte ich einfach nachzeichnen und schauen woran es gelegen hat. -> Einfach gucken, was war da an Serien und Filmen und warum hat sich das so entwickelt? Im Kino wird es ja immer Spektakulärer: Herr der Ringe mit seinen tollen Bildern, später der Piraten-Hype und allem anderen. Die Fantasy im Kino ist das geworden, was vorher die SF war: Ein Weg zu zeigen wie toll man ist. Das ist so mein Eindruck. -> Im Fernsehen ist aber die Entwicklung auch Richtung Massenphänomen und Vielschichtigkeit gegangen. Mit dem Ende von Star Trek (oder besser: Als es im Sterben lag) und auch mit dem Ende der 'klassischen' Sf wie B5 und Farscape und dem nichtBestehen von Serenity kam eine neue SF-Welle auf: In naher Zukunft oder der Gegenwart, an einem Ort, den es auf der Erde wirklich gibt oder geben könnte, mit Menschen, die ganz normal wie wir sind, und ein bis zwei klassischen Sf Phänomenen: Smalliville und Roswell: Aliens als Jugendliche auf der Erde (das Segment der Serien für Jugendliche wird aufgegriffen) Seven Days, 5 Days to Midnight, Allein gegen die Zukunft, Primeval: Zeitreise Mystery: Lost Veränderung der Menschen: Heroes, 4400 (in Ermangelung einer Erklärung was mit den Leuten warum passiert ist, mal hierher) Endzeitstimmung: Dark Angel, Jericho Und dann noch die anderen Genre: Fantasy: Charmed (Gott sei Dank endlich abgesetzt!) Horror: Supernatural --> Das klassische Raumschiff existiert nur noch aufgewärmt in Battelstar Galactica und ansonsten gibt es unheimlich viel SF, aber so leicht verdaulich, dass es sich jeder angucken kann. Diese Entwicklung kann aber auch daran liegen, dass eben jetzt mit wenig Geld auch im Fernsehen gute Effekte erzeugt werden können. Ich weiß nicht, ob es ähnlich im Kino läuft. Da bin ich eben nicht mehr sooo fit und die von mir hier genannte Entwicklung ist ja auch das, was ich nach extensivem, erzwungenem Zeitschriftenkonsum habe und leider nicht vollständig. Jetzt bin ich ganz schön abgeschweiftMeine Fragen: - Welcher Zeitraum interessiert Dich? Wie schon früher angesprochen: Je näher es an die Gegenwart heranreicht, umso schwieriger sind solche Aussagen. Meistens kann man Trends erst retrospektiv klar ausmachen. - Geht es primär um Kino oder primär um TV oder beides? - Welche Trends interessieren Dich genau? Was in Deutschland geschaut wird? Was in Deutschland produziert wird? Zuschauerzahlen, Einschaltquoten oder was die "Meinungsmacher" als hochwertig betrachten? Geht es auch um inhaltliche, narrative und formale Entwicklungen?
Geschrieben 24 April 2008 - 11:18
Aufs Kino bezogen kann ich mit einiger Überzeugung sagen, dass hier ab 1997 in meinen Augen keine grosse Verschiebung stattgefunden hat. Die Entwicklung des Blockbusterkinos (das ja eben bereits Mitte der 70er einsetzt) ist spätestens ab Mitte 1980er eng mit der SF verknüpft, da kann ich ab 1997 in Sachen Popularität und sonstigen Trends keine grundsätzliche Änderung entdecken. "Total Recall" etwa ist 1990 erschienen und war damals der teuerste Film aller Zeiten, 1993 kam "Jurassic Park" auch ein Megablockbuster. In der Hochphase von Stallone und Schwarzenegger spielt SF ebenfalls eine grosse Rolle. Generell tendiert der Actionfilm ja oft in Richtung SF. Es gibt von den 80er hin zu den 90ern sicher eine Verschiebung, was die Stimmung betrifft: Weniger düster, mehr Richtung Komödie und Selbstironie. Auf der formalen Ebene bringt "Matrix" in meinen Augen eine wichtige Verschiebung, aber das kannst Du im Detail im Verfremdungskapitel in meinem Buch nachlesen (und inwiefern die sich auch in anderen Filmen niederschlägt, bin ich mir nicht sicher).Genau hier beginnt mein Problem: Im Prinzip geht es darum zu schauen, was ab 1997 in SF und Fantastik in Kino und TV lief und wohin sich das entwickelt hat. Nicht, was hinten rum mit wieviel Games oder wie viel Directors Cut gelaufen ist, obwohl das sicher ganz interessant ist und auch Bezug auf die sich entwickelnden FanGruppen im Netz hat. Eigentlich möchte man ja mit dem ganzen Kram einen aktiven Zuschauer erzeugen, der eben aufgrund dessen aktiv mehr als nur den Film konsumiert. Also das Prinzip der Fans wird für den Massenmarkt genutzt. Wichtig ist für mich ganz einfach: Die Sf ist zum Massenphänomen geworden (einen Grund hast du ja schon genannt, dass man eben daran immer spektakulärer werden und vielleicht auch, weil man damit das Merchandising drum herum gut ankurbeln kann) -> Diese Entwicklung hin zum Massenphänomen möchte ich einfach nachzeichnen und schauen woran es gelegen hat.
Grundsätzlich enwickelt sich Hollywood meistens in die Richtung, in der man das Geld vermutet.-> Einfach gucken, was war da an Serien und Filmen und warum hat sich das so entwickelt?
Dieser Eindruck ist sicher richtig, nur ist die Tendenz eben nicht neu, sicher ist das nichts, was für die Periode nach 1997 irgendwie speziell wäre. Allenfalls dass nun die Fantasy wichtiger wird, die im Kino lange ein Mauerblümchendasein fristete.Im Kino wird es ja immer Spektakulärer: Herr der Ringe mit seinen tollen Bildern, später der Piraten-Hype und allem anderen. Die Fantasy im Kino ist das geworden, was vorher die SF war: Ein Weg zu zeigen wie toll man ist. Das ist so mein Eindruck.
Da würde ich mal schauen, dass Du irgendwo verlässliche Zuschauerzahlen herkriegst. Ich kann Dir da leider keinen Tip geben. Für die Schweiz gibt's da die Procinema, den Verband der Kinobetreiben, wo man relativ verlässliche Zahlen kriegt; wahrscheinlich gibt's für Deutschland Ähnliches. Wenn Du da die Zahlen der - sagen wir mal - 30 erfolgreichsten Filme zwischen 1997 und 2007 kriegst, wäre das Datenmaterial, das mich auch interessieren würde. Das könntest Du dann hier posten und wir könnten gemeinsam analysieren, was darunter unter Fantasy oder SF fällt und ob sich da inhaltliche Verschiebungen ausmachen lassen.Im Prinzip: 97 bis 07, in TV und Kino, Was ist in Deutschland gelaufen mit welchem Erfolg? Wie hat sich das rein thematisch verändert? Eher hinsichtlich der SF Elemente und wie die Gesamtzuschauerzahlen waren. Es wäre wahrscheinlich einzig daran messbar ob die SF wirklich massentauglicher geworden ist. Damit in Zusammenhang steht ja dann auch ob Publikums-Kinozeitschriften den Kram aufgegriffen haben.
Bearbeitet von simifilm, 24 April 2008 - 11:21.
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Geschrieben 24 April 2008 - 11:48
Bearbeitet von t.sebesta, 24 April 2008 - 15:13.
Thomas Sebesta/Neunkirchen/Austria
Blog zur Sekundärliteratur: http://sebesta-seklit.net/
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Geschrieben 24 April 2008 - 12:12
Die Enzyklopädien von Pringle kenne ich nicht; Clute ist auf jeden Fall unbedingt emfehlenswert, nur ist die letzte Ausgabe der ESF von 1999, das wird für den gesuchte Zeitraum leider nicht so viel bringen.Ich hatte gerade mit Dieter van Reeken eine kurze Unterhaltung über diesen Tread und da er keinen Account hier besitzt hat er mich gebeten, auf die Enzyklopädien von Clute und Pringle mit den umfangreichen Film-Teilen und das Heyne-Lexikon des SF-Films hinzuweisen, welche in Bibliotheken ja eigentlich verfügbar sein sollten (hätte ich eigentlich auch drauf kommen können
).
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Geschrieben 24 April 2008 - 12:30
uff - schon wieder fast 10 Jahre her? ***GEHETZTUMSCHAU*** Gruß Thomas... ist die letzte Ausgabe der ESF von 1999 ...
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Geschrieben 24 April 2008 - 14:04
Geschrieben 24 April 2008 - 22:37
Geschrieben 24 April 2008 - 23:15
Wobei hier eine deutliche Entwicklung zu sehen ist. Babylon 5 hat gezeigt, daß mit solch einem "Story Arc" tatsächlich Einschaltquote zu erzielen und, noch wichtiger, zu halten sind. Was in anderen Genres schon bewiesen war - Babylon 5 war sozusagen die erste SF-Telenovela.
[*]Konzeption neu: fortlaufende Handlung, Konzeption alt: abgeschlossene Folgen
[/list]
Geschrieben 25 April 2008 - 05:56
Exakt.Wobei hier eine deutliche Entwicklung zu sehen ist. Babylon 5 hat gezeigt, daß mit solch einem "Story Arc" tatsächlich Einschaltquote zu erzielen und, noch wichtiger, zu halten sind.
Geschrieben 25 April 2008 - 14:10
Buffy und Angel sind Horror, keine SF, Twin Peaks ist nicht mal Phantastik, daher von mir nicht betrachtet (und nicht gesehen). Babylon 5 war die erte *SF*-Serie mit Story Arc. Die ersten allgemeinen Fernsehserien waren die südamerikanischen Telenovelas. Stargate fehlt in der Tat bei mir - am Anfang hat mir die Serie nicht gefallen, und jetzt ist es ein bischen zu spät zum Einstieg... http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/wink.pngExakt.
Und wenn wir vom Zeitraum 1997 - 2007 sprechen, sind die großen phantastischen Fernsehserien aus diesem Zeitraum hier ja noch garnicht erwähnt worden : Buffy, Angel und Stargate.
[...]
An einer Stelle muß ich Martin allerdings korrigieren : Nicht Babylon 5 hat den Story Arc in die Fernsehserie gebracht, dies war im Jahr 1990 die Serie Twin Peaks von David Lynch. Hier wurde zu ersten Mal mit den klassischen Mustern der Fernsehserien der 70er und 80er gebrochen, hier wurde eine komplexe Story zusammen mit künstlerischer Darstellung und komplexen Charakteren den Zuschauern "zugemutet". Der Erfolg dieser Serie veränderte die Fernseh-Landschaft.
Vielleicht noch interessant in diesem Zusammenhang : Der Story Arc wie oben beschrieben ist auch in anderen Genres erfolgreich, beispielsweise in der Sitcom "The Nanny".
Bearbeitet von shugal, 25 April 2008 - 14:11.
Geschrieben 25 April 2008 - 14:19
Da muss ich widersprechen: Folgenübergreifende Geschichten in Fernsehserien gab es definitiv schon vor Twin Peaks. Die Neuerung der Serie liegt einerseits, wie von Dir erwähnt, in der Qualität der Ausführung, und meines Erachtens vor allem im bewusst ironischen Spiel mit den Genreklischees. Twin Peaks hat die Ironie und das Spiel mit den Konventionen serientauglich gemacht, und das ist etwas, was bis heute nachwirkt.An einer Stelle muß ich Martin allerdings korrigieren : Nicht Babylon 5 hat den Story Arc in die Fernsehserie gebracht, dies war im Jahr 1990 die Serie Twin Peaks von David Lynch. Hier wurde zu ersten Mal mit den klassischen Mustern der Fernsehserien der 70er und 80er gebrochen, hier wurde eine komplexe Story zusammen mit künstlerischer Darstellung und komplexen Charakteren den Zuschauern "zugemutet". Der Erfolg dieser Serie veränderte die Fernseh-Landschaft.
Ich glaube, ziemlich unabhängig davon, wie Du Phantastik definierst, fällt Twin Peaks in jedem Fall darunter oder zumindest in die direkte Nachbarschaft. Es gibt da übernatürliche Ereignisse und alle möglichen paranormalen Phänomene wie Dämonen, weissagende Träume und Figuren mit medialen Fähigkeiten zu Hauf. Und zwischendurch ist auch von Ausserirdischen die Rede. Das erweist sich zwar als Finte, aber völlig SF-fremd ist die Serie nicht.Twin Peaks ist nicht mal Phantastik, daher von mir nicht betrachtet (und nicht gesehen)
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Geschrieben 25 April 2008 - 15:17
Ah. Ich hatte nur mal ein wenig davon gesehen und es als Krimi und somit uninteressant klassifiziert und dementsprechend umgeschaltet. Korrektur notiert, auch wenn Deine Beschreibung es für meinen persönlichen Geschmack nicht interessanter macht. http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/wink.pngIch glaube, ziemlich unabhängig davon, wie Du Phantastik definierst, fällt Twin Peaks in jedem Fall darunter oder zumindest in die direkte Nachbarschaft. Es gibt da übernatürliche Ereignisse und alle möglichen paranormalen Phänomene wie Dämonen, weissagende Träume und Figuren mit medialen Fähigkeiten zu Hauf. Und zwischendurch ist auch von Ausserirdischen die Rede. Das erweist sich zwar als Finte, aber völlig SF-fremd ist die Serie nicht.
Bearbeitet von shugal, 25 April 2008 - 15:18.
Geschrieben 25 April 2008 - 15:38
Bearbeitet von Ulrich, 25 April 2008 - 15:38.
Geschrieben 25 April 2008 - 17:35
Telenovelas wie Dallas oder Denver Clan hatten zwar eine Art "folgenübergreifende Geschichte", jedoch keine durchgängige Linie, die sich durch eine gesamte Staffel hinzieht. Ebenso hat Rawhide eine Geschichte, nämlich den Treck der Herde. Trotzdem sind die einzelnen Serienfolgen als unzusammenhängend zu betrachten, ebenso wie beispielsweise die Q-Folgen aus Star Trek Voyager. Gegnüber diesen Serien war Twin Peaks ein Novum. Oder welche Serien meinst Du sonst ?Da muss ich widersprechen: Folgenübergreifende Geschichten in Fernsehserien gab es definitiv schon vor Twin Peaks.
Geschrieben 25 April 2008 - 19:05
Invasion von der Wega(The Invaders)?Oder welche Serien meinst Du sonst ?
Geschrieben 25 April 2008 - 19:50
Invasion von der Wega(The Invaders)?
Geschrieben 25 April 2008 - 20:10
Ich hätte tatsächlich Dallas oder Denver Clan als Beispiele genannt; ich kenne nun beide zu wenig, um da wirklich Vergleiche anstellen zu können, aber ich bin auch so nicht sicher, ob Deine Behauptung so absolut stimmt. Das beginnt schon mal damit, dass die die erste Staffel von Twin Peaks lediglich acht Folgen lang ist, insofern hinkt der Vergleich mit einer "regulären" Serie, die es in der Regel auf über 20 Folgen pro Saison bringt, ohnehin ein bisschen. Da müsste man Twin Peaks schon fast mit Fernsehmehrteilern vergleichen (Fassbinders Berlin Alexanderplatz bracht es schon 1980 auf 13 zusammenhängende Folgen, Edgar Reitz' Heimat (1984) auf 11). Und gab es nicht auch schon vorher alle möglichen zusammenhängenden Geschichten in Serienform wie Die Rote Zora, Robin Hood oder Tom Sawyer? Und die diversen tschechischen Kinderserien wie Die Besucher, Die Tintenfische aus dem zweiten Stock, Der fliegende Ferdinand und wie sie alle heissen, hatten alle einen mehr oder weniger übergreifenden Storybogen und oft deutlich mehr Folgen als Twink Peaks.Telenovelas wie Dallas oder Denver Clan hatten zwar eine Art "folgenübergreifende Geschichte", jedoch keine durchgängige Linie, die sich durch eine gesamte Staffel hinzieht. Ebenso hat Rawhide eine Geschichte, nämlich den Treck der Herde. Trotzdem sind die einzelnen Serienfolgen als unzusammenhängend zu betrachten, ebenso wie beispielsweise die Q-Folgen aus Star Trek Voyager. Gegnüber diesen Serien war Twin Peaks ein Novum. Oder welche Serien meinst Du sonst ?
Bearbeitet von simifilm, 25 April 2008 - 20:33.
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Geschrieben 26 April 2008 - 22:00
Heißt das, Du willst mir ernsthaft "Twin Peaks" als SF-Serie verkaufen? http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/blink.png@Martin : Ich denke, Du machst einen Fehler. :-)
Geschrieben 27 April 2008 - 05:48
Nein, das trifft es nicht. Allerdings ist Twin Peaks eine phantastische Serie (in doppelter Bedeutung des Wortes), die sehr wohl auch für SF-Fans sehenswert ist. Keine Fantasy wie Buffy oder Angel, sondern Phantastik.Heißt das, Du willst mir ernsthaft "Twin Peaks" als SF-Serie verkaufen? http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/blink.png
Geschrieben 27 April 2008 - 06:13
Interessantes Argument.Ich hätte tatsächlich Dallas oder Denver Clan als Beispiele genannt; ich kenne nun beide zu wenig, um da wirklich Vergleiche anstellen zu können, aber ich bin auch so nicht sicher, ob Deine Behauptung so absolut stimmt. Das beginnt schon mal damit, dass die die erste Staffel von Twin Peaks lediglich acht Folgen lang ist, insofern hinkt der Vergleich mit einer "regulären" Serie, die es in der Regel auf über 20 Folgen pro Saison bringt, ohnehin ein bisschen. Da müsste man Twin Peaks schon fast mit Fernsehmehrteilern vergleichen (Fassbinders Berlin Alexanderplatz bracht es schon 1980 auf 13 zusammenhängende Folgen, Edgar Reitz' Heimat (1984) auf 11). Und gab es nicht auch schon vorher alle möglichen zusammenhängenden Geschichten in Serienform wie Die Rote Zora, Robin Hood oder Tom Sawyer? Und die diversen tschechischen Kinderserien wie Die Besucher, Die Tintenfische aus dem zweiten Stock, Der fliegende Ferdinand und wie sie alle heissen, hatten alle einen mehr oder weniger übergreifenden Storybogen und oft deutlich mehr Folgen als Twink Peaks.
Geschrieben 27 April 2008 - 07:42
Was ich aber in diesem Zusammenhang als nicht relevant betrachte, denn der "übergreifender Storybogen" ist ein struktureller Aspket, während die Kategorie "Literaturverfilmung" nur etwas über die Herkunft des Stoffes aussagt.Interessantes Argument.
Also : Twin Peaks ist eine Serie, keine Literaturverfilmung im Sinne der Adventsvierteiler. Ansonsten könnte man mit dem Seewolf, dem Lederstrumpf oder dem Urmel argumentieren. Von daher würde ich den Fassbinder herausnehmen.
Also zumindest beim Fliegenden Ferdinand und bei den Besuchern war, soweit ich mich erinnern kann, die übergreifende Geschichte sehr wohl entscheidend für das Verständnis. Vielleicht war die Geschichte nicht ganz so verschachtelt wie bei Twin Peaks, so dass es eher möglich war, mal eine Folge auszulassen, aber jede Folge für sich allein gab nur wenig her.Und dann muß man definieren, was exakt unter dem Begriff "übergreifender Storybogen" zu verstehen wäre. Also exemplarisch den Unterschied zwischen Invaders und Babylon 5 herausarbeiten. Das überlass' ich Dir als Wissenschaftler ( http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/laugh.png ), mein Ansatz wäre, zu sagen, daß die implizite Geschichte für das Verständnis der Serie unumgänglich ist.
Damit kann (und sollte) man dann auch die tschechischen Kinderserien (die Du zu Recht als Beispiel anführst) wegdiskutiert haben.
Diese Formel ist definitiv nicht haltbar, schon alleine weil ich eben Heimat auch diesbezüglich - übegreifender Storybogen - eben nicht für so revolutionär halte. Das Erzählen zusammenhängender Geschichten über viele Folgen hinweg, ist nichts Neues, das hattest Du schon bei den Kino-Serials der 20er und 30er Jahre. Ich möchte da nur an Flash Gordon erinnern, das ein solches Serial war und in dieser Form auch am Fernsehen gezeigt wurde.Nicht wegdiskutieren kann man allerdings meiner Meinung nach die Heimat von Reitz. Ich habe sie zwar selbst nie gesehen, aber es ist vollkommen richtig, das ist ganz klar ein Vorläufer von Twin Peaks. Warum hatte diese Serie nicht diesen Impact wie die von David Lynch ? War Heimat ein Vorbild für Lynch ? Ist die Formel Twin Peaks = Heimat, im Mainstream angekommen haltbar ?
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Geschrieben 27 April 2008 - 08:17
Serials, na ja.Diese Formel ist definitiv nicht haltbar, schon alleine weil ich eben Heimat auch diesbezüglich - übegreifender Storybogen - eben nicht für so revolutionär halte. Das Erzählen zusammenhängender Geschichten über viele Folgen hinweg, ist nichts Neues, das hattest Du schon bei den Kino-Serials der 20er und 30er Jahre. Ich möchte da nur an Flash Gordon erinnern, das ein solches Serial war und in dieser Form auch am Fernsehen gezeigt wurde.
Geschrieben 27 April 2008 - 09:29
Die Frage wäre ja zuerst, was sich entscheidend verändert hat ...Serials, na ja.
Aber gut, wenn Du meinst, es wäre kein Novum gewesen : Warum hat sich dann nach Twin Peaks die Serien-Welt wesentlich verändert ?
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Geschrieben 27 April 2008 - 10:15
Das kann aber nicht alles sein.Die Frage wäre ja zuerst, was sich entscheidend verändert hat ...
Aber meist gibt es ja verschiedene Gründe gibt es für solche Entwicklungen. Einen habe ich bereits früher genannt: Die privaten Fernsehsender begannen selbst mit aufwendigen Produktionen. Hier war vor allem HBO zentral, die als erste im grossen Stil damit begannen.
Geschrieben 27 April 2008 - 10:25
Geschrieben 27 April 2008 - 10:37
Wie schon gesagt: ich sehe den Unterschied auch nicht in der übergreifenden Geschichte, sondern einerseits auf der ästhetischen Ebene - die Serien werden formal und technisch aufwendiger - und in der anspruchsvolleren Erzählweise. Und mit Letzterem meine ich weniger die eigentliche Geschichte (die folgenübergreifend sein kann oder nich), sondern ironische und selbstreflexive Momente, bewusstes Spielen mit Klischees, Mehrfachadressierungen etc. Tatsächlich sehe ich auch hier die grosse Leistung von Twin Peaks, das gewisse postmoderne Elemente wie eben Ironie und einen spielerischen Umgang mit Genrekonventionen mainstreamfähig gemacht hat. Die Simpsons sind in diesem Kontext aber auch wichtig.Das kann aber nicht alles sein.
Es gab ja in den 60ern bis Anfang der 90er viele Fernsehserien wie beispielsweise Star Trek, die zwar insgesamt gute Stories rüberbrachten, dies aber in einzelnen unzusammenhängenden Folgen transportierten. Erst nach Twin Peaks begann man, eine Geschichte über eine ganze Staffel hinweg zu erzählen.
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