Das halte ich, wie auch die Beschränkung des SFCD auf technische Hardcore-SF, für ziemlich daneben. Im Endeffekt führt das zu Auswüchsen wie dem Unverständnis gegenüber dem diesjährigem DSFP-Preisträger, dessen SF eben mehr als nur Technobabbel ist. Tatsächlich ist in den letzten Jahrzehnten die Verzahnung von Science Fiction, Fantasy und Phantastik immer enger geworden, so daß eine geistige Selbstbeschränkung wie beim DSFP nicht mehr State of the Art ist.
Das sehe ich anders. Die Science Fiction ist nach wie vor ein eigenständiges Genre. Grenzbereiche zu anderen Genres wie Fantasy (Science Fantasy) und Horror (Dark SF) gab es schon immer, das ist nichts neues. Es stimmt, daß diese Grenzfälle im Moment häufiger sind - insbesondere in Film und Fernsehen werden SF-Elemente momentan gern für eigentlich genrefremde Produktionen mißbraucht

, vor allem im als "Mystery" bezeichneten harmloseren Bereich des Horrors. Deswegen sollte man trotzdem die verschiedenen Genres nicht einfach in einen Topf werden und Äpfel mit Birnen vergleichen. Das ist meine Meinung, die sicherlich dadurch beeinflußt ist, daß mir Fantasy (mit der einen Ausnahme der Xanth-Serie von Piers Anthony) und Horror überhaupt nicht gefallen.
Alfred, ich glaube, bei diesem Thema werden wir uns nie einig.

Ich halte getrennte, aber eng zusammenarbeitende Stiftungen für die verschiedenen Genres für den sinnvolleren Weg als zu versuchen, eine eierlegende Wollmilchsaustiftung zusammenzuschusten. Das ist meine Meinung, die ich auch weiterhin vertreten werde. An der Stiftungsgründung sind weitere Personen beteiligt, aus den gesamten Meinungen wird sich dann entscheiden, wie die Stiftung heißt und was ihre Aufgabe sein wird.
Eine solche Einstellung führt meines Erachtens auch dazu, daß Frank Hebben ebenso wie viele andere Autoren aus NOVA als Non-SF-Autoren unsinnigerweise ausgegrenzt werden.
Nicht von mir! Ich grenze keine Autoren aus (und schon gar nicht Frank Hebben, der einige gute SF-Geschichten veröffentlicht hat!). Ich sortiere die *Geschichten*, nicht die Autoren (auch wenn ich zugebe, daß mich Autoren, die bereits meiner Meinung nach gute SF verfaßt haben, tendentell mehr interessieren).
Ansonsten ist mir Sinn und Zweck einer solchen Stiftung unklar. Kann mich 'mal irgendjemand über den Hintergrund aufklären ?
und
Würde mich auch interessieren, was genau der Zweck der Stiftung sein soll. Vor allem in Abgrenzung zum SFCD. Was soll die Stiftung machen, was der SFCD nicht tut, warum empfiehlt sich im einen Fall die Form des Vereins, im anderen Fall die Form der Stiftung? Das sind wirklich reine Interessensfragen und keine versteckte Kritik.
Vereine und Stiftungen sind Rechtsformen mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Möglichkeiten. Ich kann das juristisch nicht genau darlegen, aber der wohl wichtigste Unterschied ist, daß in einer Stiftung das Stiftungsvermögen (sei es Geld oder etwas Sachliches)
*vor jedem Zugriff geschützt* werden kann, während in einem Verein Vorstand und Mitgliederversammlung über das gesamte Vermögen ohne Einschränkung nach eigenem Gutdünken (innerhalb der Satzung) verwendet werden kann.
Entzündet hat sich die Diskussion über eine Stiftung glaube ich am Verlust der Sammlung von Dieter Sachse (der SF-Sammlung!

) infolge dessen Todes. Hauptziel der Stiftung, auch wenn das in der von Thorsten vorgelegten Satzung so nicht deutlich wird (ich glaube aus rechtlichen/finanzrechtlichen/gemeinnützigen Gründen), ist es, die Sammlungen von SF-Fans *dauerhaft* zu archivieren und für die Nachwelt zu sichern. Ein Verein könnte eine Schenkung/Spende/wasauchimmer, die mit einer Bedingung wie z. B. "darf nicht veräußert werden" nicht annehmen, weil aus rechtlichen Gründen (genaueres bitte einen Rechtsanwalt fragen) eine solche Bedingung weder Vorstand noch MV eines Vereins binden kann. Das hat nichts damit zu tun, ob der Verein das will - er *kann* es nicht, denn der Sinn eines Vereins ist es, die Mitglieder bei der Erreichung des Vereinsziels zu unterstützen - ist er gemeinnützig, müssen alle Vereinsmittel *zeitnah* für den Vereinszweck verwendet werden (die Höhe möglicher Rücklagen liegt im Ermessen des zuständigen Finanzamts). Sinn einer Stiftung ist es hingegen vor allem, das Stiftungsvermögen dauerhaft zu sichern. Nur die *Erträge* aus dem Stiftungsvermögen können für den Stiftungszweck eingesetzt werden, z. B. zur Dotierung des DSFP, falls die Sponsoren wegfallen, oder zur Bezaglung der Archivräume, in denen die Sammlungen aufbewahrt werden, oder zur Veröffentlichung eines Bestandskatalogs. Ich hatte noch keine Zeit, mir den Riesenthread zur Sammlung Ehrig anzuschauen, aber das könnte ein gutes Anwendungsbeispiel für eine Stiftung sein. Wäre die Sammlung Teil eines Stiftungsvermögens, wäre sie dauerhaft vor Verlust geschützt, denn da ine Stiftung ihr Vermögen nicht aufbrauchen kann, kann sie auch nicht pleitegehen.
Das ist mein Verständnis der Sache, das möglicherweise falsch ist, von Juristerei habe ich keine Ahnung.
Bearbeitet von shugal, 23 August 2008 - 21:00.