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Einige Problemfelder beim Schreiben: Dialoge, Personenzeichnung und Redundanzen


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99 Antworten in diesem Thema

#1 Gast_Michael Iwoleit_*

Gast_Michael Iwoleit_*
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Geschrieben 11 May 2012 - 01:35

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Bearbeitet von Trace, 28 April 2021 - 17:45.


#2 Seti

Seti

    Zeitreisebegleiter durch die Windener Höhlen

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Geschrieben 12 May 2012 - 14:39

Sehr lesenswerte Tipps!

Fangen wir ganz einfach an. An anderer Stelle in dieser Autorenwerkstatt wurde
schon einmal gefragt, wann, wie oft und welche Dialogzusätze man benutzen sollte.
Wann schreibt man "sagte er", "erwiderte er", "fragte sie", "bemerkte sie" etc.?
Eine Grundregel lautet: Wenn aus dem Kontext eindeutig hervorgeht, wer gerade
was sagt, kann man solche Zusätze weglassen. Handelt es sich um einen Dialog
zwischen zwei Personen, genügt es, die Sprecher am Anfang jeweils eimnal zu
bezeichnen, und im weiteren Wortwechsel ist klar, wer was sagt.

Wie siehst du das denn bei längeren Dialogen zwischen zwei Personen? Ich finde es eigentlich ganz hilfreich, wenn nochmal erwähnt wird "sagte ...", nachdem der/die Sprechende einige Male gewechselt hat. Ansprechender finde ich es allerdings, wenn der Autor dann eine körperliche Reaktion damit verknüpft, z.B.:

Wütend schlug er mit der Faust auf den Tisch: "Das habe ich nie getan!"

oder

"Du hast mir nie vertraut", sagte sie und wendete den Blick ab.

Meiner Meinung nach kann dies längere Dialoge wesentlich übersichlicher und interessanter gestalten - solange man es nicht übertreibt und die Figuren nach jedem Satz etwas tun lässt.

Eine noch ärgerliche Variante dieses Aufblasens von Unwesentlichkeiten besteht darin,
innerhalb der Geschichte sämtliche Möglicheiten des Plots auszudiskutieren.

[...]

Und so geht das seitenlang weiter, ohne daß die Handlung auch nur einen Millimeter
vorankommt. Ich halte es für objektiv gerechtfertigt, wenn ich Autoren, die ihre Texte
mit solch schalen Tricks in die Länge ziehen, als Nichtskönner bezeichne. Ein halbwegs
intelligenter Leser, möchte ich meinen, müßte solche Bücher spätestens nach zehn
Seiten entnervt an die Wand werfen. Einem mitdenkenden Leser braucht man nicht
jede Kleinigkeit vorzukauen. Er kann sich durchaus ein eigenes Urteil über Personen
und ihr Handeln bilden. Ein handwerklich halbwegs versierter Autor traut seinem Leser
genug Intelligenz zu, um zu verstehen, was in einem Text implizit enthalten ist und
nicht ausdrücklich erklärt werden muß.

Ich musste bei diesem Absatz an Isaac Asimovs Imperium- bzw. Frühe-Foundation-Romane denken. Dort gibt es in jedem der drei Bücher einen mächtigen Charakter, der Mutmaßungen über die Absichten der Beteiligten aufstellt. Allerdings habe ich das immer als eine Art Running Gag aufgefasst, da sie mit ihren Vermutungen grundsätzlich danebenlagen und völlig falsche Schlüsse zogen. Objektiv betrachtet fällt dies dann wohl eher unter ein Aufblähen der Handlung.

Was mich immer wieder stutzig macht, ist der Umstand, daß Autoren, die nach den
hier erläuterten Kriterien unzweifelhaft literarische Stümper sind - als Beispiele könnte
ich C.J. Cherryh oder Anne McCaffrey nennen (von denen ich einige Bücher übersetzt
habe) -, auch noch begeisterte Leser finden.

Ich wusste garnicht, dass sich Übersetzer auch kritisch über die von ihnen übersetzten Werke äußern dürfen. Ich dachte immer, dass es da so etwas wie eine vertragliche Verpflichtung gibt - ähnlich einer Plattenfirma oder eines Filmverleihs - nichts negatives über die Werke sagen zu dürfen, die der Verlag im Programm hat. Ich finde es aber gut, dass es offensichtlich nicht so ist, auch wenn ich zur Qualität der beiden Autorinnen nichts sagen kann, da ich noch nichts von ihnen gelesen habe.

Seti

"What today's nationalists and neosegregationists fail to understand," Kwame said, "is that the basis of every human culture is, and always has been, synthesis. No civilization is authentic, monolithic, pure; the exact opposite is true. Look at your average Western nation: its numbers Arabic, its alphabet Latin, its religion Levantine, its philosophy Greek†¦ need I continue? And each of these examples can itself be broken down further: the Romans got their alphabet from the Greeks, who created theirs by stealing from the Phoenicians, and so on. Our myths and religions, too, are syncretic - sharing, repeating and adapting a large variety of elements to suit their needs. Even the language of our creation, the DNA itself, is impure, defined by a history of amalgamation: not only between nations, but even between different human species!"

- The Talos Principle


#3 Lucardus

Lucardus

    Temponaut

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Geschrieben 12 May 2012 - 15:22

Auf welche Befindlichkeit oder Geisteslage diese Bereitschaft schließen läßt,
darüber möchte ich an dieser Stelle nicht spekulieren.

Dein Text spricht mir sehr aus der Seele und zeigt deine Erfahrung und deine fachliche Kompetenz, aber warum kannst du deine offensichtliche Verachtung für andere Menschen nicht einfach mal dort steckenlassen, wo sie herkommt? Eingefügtes Bild
Goodreads: Ich lese gerade" (sorry, nur für "Mitglieder" sichtbar)
Wer mal reinschauen will: http://www.goodreads.com/

#4 Gast_Michael Iwoleit_*

Gast_Michael Iwoleit_*
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Geschrieben 13 May 2012 - 11:00

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Bearbeitet von Trace, 28 April 2021 - 17:44.


#5 Seti

Seti

    Zeitreisebegleiter durch die Windener Höhlen

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Geschrieben 13 May 2012 - 11:14

<Klugscheißermodus an>
In diesem Fall kannst Du allerdings das "wütend" weglassen. Mit der Faust auf den Tisch zu hauen,
ist ein unmißverständlicher Ausdruck von Wut.
<Klugscheißermodus aus/>

Stimmt. Ich könnte ja jetzt behaupten, dass ich "wütend" nur vorangestellt habe, weil ich den Bogen zur Redundanz spannen wollte. Eingefügtes Bild
Aber es war wohl eher Schludrigkeit.

Das nicht. Ich habe es über zwanzig Jahre so gehalten, daß ich mich über Bücher, die ich übersetzt habe
und die noch lieferbar sind, nicht öffentlich geäußert habe. Aber seit Heyne dazu übergangen ist, die Arbeit
seiner Übersetzer im Lektorat zu schreddern, habe ich dem Verlag den Kram hingeschmissen und sehe in
dieser Hinsicht keine Verpflichtungen mehr.

Aha, danke für die Info.

"What today's nationalists and neosegregationists fail to understand," Kwame said, "is that the basis of every human culture is, and always has been, synthesis. No civilization is authentic, monolithic, pure; the exact opposite is true. Look at your average Western nation: its numbers Arabic, its alphabet Latin, its religion Levantine, its philosophy Greek†¦ need I continue? And each of these examples can itself be broken down further: the Romans got their alphabet from the Greeks, who created theirs by stealing from the Phoenicians, and so on. Our myths and religions, too, are syncretic - sharing, repeating and adapting a large variety of elements to suit their needs. Even the language of our creation, the DNA itself, is impure, defined by a history of amalgamation: not only between nations, but even between different human species!"

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#6 Gast_Michael Iwoleit_*

Gast_Michael Iwoleit_*
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Geschrieben 13 May 2012 - 11:15

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Bearbeitet von Trace, 28 April 2021 - 17:43.


#7 Heidrun

Heidrun

    Giganaut

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Geschrieben 15 May 2012 - 11:58

Eingefügtes BildSeti sagte am 12 May 2012 - 15:39:

Wütend schlug er mit der Faust auf den Tisch: "Das habe ich nie getan!"
[Klugscheißermodus2]
Das geht gar nicht, da "schlagen" kein Verb ist, das irgendwas mit Reden zu tun hat.
Er schlug: "Das habe ich nie getan."
... ist offensichtlich Blödsinn. Der Tisch dazwischen macht es nicht besser. Es ist dies aber eine weit verbreitete Unsitte, die sich ganz einfach korrigieren ließe:
Er schlug mit der Faust auf den Tisch. "Das habe ich nie getan!"
Punkt und Schluss. So einfach kann das Leben sein.
[/Klugscheißermodus2]
In der korrekten Form mache ich das auch gern, weil einem das ewige "sagte/fragte" auf den Zünder geht, manchmal aber nötig ist, wenn mehr als zwei Personen anwesend sind.

Zum Thema "Sinnieren über die Reaktion und Motive der Mitmenschen" gibt es eine ganz zauberhafte Story, wo sich jemand einen Hammer (?) vom Nachbarn borgen will, am Ende aber klingelt und schreit: "Ich bin auf Ihren blöden Hammer nicht angewiesen." Zwischendrin hat er dem Nachbarn alle möglichen Dinge angedichtet. Fazit: Wenn man damit umgehen kann, ist das durchaus witzig.
  • (Buch) gerade am lesen:Gene Wolfe "Sword and Citadel"

#8 Skydiver

Skydiver

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Geschrieben 15 May 2012 - 13:06

Zum Thema "Sinnieren über die Reaktion und Motive der Mitmenschen" gibt es eine ganz zauberhafte Story, wo sich jemand einen Hammer (?) vom Nachbarn borgen will, am Ende aber klingelt und schreit: "Ich bin auf Ihren blöden Hammer nicht angewiesen." Zwischendrin hat er dem Nachbarn alle möglichen Dinge angedichtet. Fazit: Wenn man damit umgehen kann, ist das durchaus witzig.


jep! - Anleitung zum Unglücklichsein - Paul Watzlawick von 1983

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#9 yiyippeeyippeeyay

yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 15 May 2012 - 13:16

Was mich immer wieder stutzig macht, ist der Umstand, daß Autoren, die nach den
hier erläuterten Kriterien unzweifelhaft literarische Stümper sind - als Beispiele könnte
ich C.J. Cherryh oder Anne McCaffrey nennen (von denen ich einige Bücher übersetzt
habe) -, auch noch begeisterte Leser finden. Offenbar besteht bei einem nicht geringen
Teil der SF- und Fantasy-Leserschaft die Bereitschaft, sich alles geistig vorkauen oder
- anders ausgedrückt - sich hunderte Seiten lang mit Belanglosigkeiten zusülzen zu
lassen.

Interessant alles, aber OFFENBAR hat McCaffrey nicht nur stümperhafte Werke geschrieben. (Cherryhs Oeuvre kenne ich nicht gut genug, um das behaupten zu können.) Außerdem ist bei einem solchen Urteil schon auch ein wenig zu beachten, wann ein Werk geschrieben wurde, auch im Rahmen der Entwicklung des Autors, und für welche Klientel. Stümperhaft finde ich grundsätzlich weltweit eher unbekannte Autoren, die ständig weltweit bekanntere Autoren Stümper nennen. Was aber ja MKI zum Glück nicht tut...

/KB (blokkt auch auf dt.)

Yay! SF-Teilgedicht Ende September...
Der vollen Mondin Ruf erklingt / Und dich zu Shai-Hulud bringt.

(Beginn eines metrisch dem Gang über den Sand ähnlichen - q;) - Bestattungsgedichts der Fremen, aus Der Wüstenplanet, im Heyne-Verlag, S. 482, by Herbert sr.)


#10 derbenutzer

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Geschrieben 15 May 2012 - 13:18

Eingefügtes BildSeti sagte am 12 May 2012 - 15:39:

Zum Thema "Sinnieren über die Reaktion und Motive der Mitmenschen" gibt es eine ganz zauberhafte Story, wo sich jemand einen Hammer (?) vom Nachbarn borgen will, am Ende aber klingelt und schreit: "Ich bin auf Ihren blöden Hammer nicht angewiesen." Zwischendrin hat er dem Nachbarn alle möglichen Dinge angedichtet. Fazit: Wenn man damit umgehen kann, ist das durchaus witzig.



Hallo Heidrun!

Die Story, die Du da sehr treffend als Beispiel für kommunikative Pannen nanntest, ist aus „Anleitung zum Unglücklichsein" von Paul Watzlawick.

„Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt."

In der Praxis heißt das, dass jeder Kommunikationspartner den Ablauf einer Kommunikation unterschiedlich gliedert. In der Praxis beobachtet man, dass jemand anstatt zuzuhören bereits die Antwort auf das, was er gar nicht hört, vorbereitet und damit den Kommunikationsprozess anders interpunktiert als das Gegenüber, das sich eine bezugnehmende Antwort auf seine Frage erwartet.

http://www.watzlawic...paul_watzlawick

Die Werke Watzlawicks sind auch heute noch jede Empfehlung wert. Und: sie sind sehr klar lesbar.

LG

Jakob

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#11 Seti

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Geschrieben 15 May 2012 - 22:49

Wütend schlug er mit der Faust auf den Tisch: "Das habe ich nie getan!"
[Klugscheißermodus2]
Das geht gar nicht, da "schlagen" kein Verb ist, das irgendwas mit Reden zu tun hat.
Er schlug: "Das habe ich nie getan."
... ist offensichtlich Blödsinn. Der Tisch dazwischen macht es nicht besser. Es ist dies aber eine weit verbreitete Unsitte, die sich ganz einfach korrigieren ließe:
Er schlug mit der Faust auf den Tisch. "Das habe ich nie getan!"
Punkt und Schluss. So einfach kann das Leben sein.
[/Klugscheißermodus2]

Doppelstimmt. Na wenigstens, war mein zweites Beispiel fehlerfrei. Das hab ich nun davon, dass ich mir in kürzester Zeit schnell etwas ausgedacht habe...Eingefügtes Bild
Eigentlich ist mir der Doppelpunkt vor der wörtlichen Rede schon immer suspekt gewesen, keine Ahnung warum ich ihn dann trotzdem benutzt hab - nach diesem Fehlgriff hat er bei mir jedenfalls keine Pluspunkte gesammelt.

„Anleitung zum Unglücklichsein" von Paul Watzlawick.

[...]

http://www.watzlawic...paul_watzlawick

Die Werke Watzlawicks sind auch heute noch jede Empfehlung wert. Und: sie sind sehr klar lesbar.

Mir ist Paul Watzlawick vor allem wegen seines berühmten Satzes "Man kann nicht nicht kommunizieren." im Gedachtnis gebleiben. Jene Aussage auf das Thema dieses Threads bezogen, lässt vermuten, dass einige Autoren möglicherweise der Meinung sind, dass ein Nicht-kommunizieren oder zumindest ein Nicht-ausreichend-kommunizieren doch möglich wäre. Womit wir wieder bei den Redundanzen sind...

Bearbeitet von Seti, 15 May 2012 - 23:06.

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#12 Gast_Michael Iwoleit_*

Gast_Michael Iwoleit_*
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Geschrieben 16 May 2012 - 02:07

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Bearbeitet von Trace, 27 April 2021 - 21:57.


#13 yiyippeeyippeeyay

yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 16 May 2012 - 07:00

Ich habe McCaffrey nur im Original gelesen, bin nun mal leider des Englischen mächtig. Manches Buch sogar mehr als einmal. Da waren einige sehr gute, erinnerungswürdige Sachen dabei. Belege du bitte deine Behauptung, das alles von ihr mehr oder minder stümperhaft sei, bevor du immer weiter (und immer mehr "meta") deine Klappe aufreißt. "Kürbisse auf den Augen"-Vorwürfe sind übrigens keine Belege. -- Ach, und eins weiß ich auch mit Sicherheit: Sie hat nie öffentlich einen Preis eingefordert für ihr eigenes Werk, als ihn zeitgleich Andere verliehen bekommen haben. Das wäre zwar nicht "rückgratlos", ist aber für alle Anderen einfach wenig angenehm - es wirkt wie die Aktion von jemandem, der vor allem gerne provoziert.

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#14 Amtranik

Amtranik

    Hordenführer

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Geschrieben 16 May 2012 - 08:58

Es ist ja schön und gut das es Regeln gibt anhand derer man objektiv feststellen könne soll, ob ein Autor es technisch richtig macht oder falsch. Was mich ein wenig stutzig macht ist die Tatsache das es offenbar einem großen Teil der Leserschaft total schnuppe ist. Wie sonst ist erklärbar das "Stümper" Bestseller schreiben? Ein Prinzipientreuer Bürokrat und Paragraphenreiter bspw der alle 9999 Gesetze auswendig kennt und alle immer richtig anwendet ist dadurch noch nicht unterhaltsam. Ein genialer Wissenschaftler der eine Koryphäe auf seinem Gebiet ist mag andererseits völlig unfähig sein, andere an seinem Wissen Partizipieren zu lassen, während ein eher durchschnittlicher Kollege ein begnadeter Erzähler und Lehrmeister ist. Jedenfalls ist das meine Schlußfolgerung aus dem ganzen.

Bearbeitet von Amtranik, 16 May 2012 - 08:59.


#15 molosovsky

molosovsky

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Geschrieben 16 May 2012 - 09:49

Das ist gar nicht so verwunderlich.
So, wie man fragen, untersuchen und dann beurteilen kann, ob etwas besser oder schlechter geschrieben ist (z.B. anhand handwerklicher Kriterien), lassen sich Leser in bessere und schlechte unterscheiden. Man kann dieser Sichtweise auch die elitäre Spitze nehmen und stattdessen untersuchen, wie Romane und Kurzgeschichten von Lesern genutzt werden, wobei es auch hier kaum zu vermeiden ist, Begrifflichkeiten zu verwenden, die den Vorwurf auf sich ziehen, elitär zu sein.

Es gibt nun mal Leser, die vor allem leichtverdauliche Unterhaltungswahre bevorzugen. Die Handlung sollte übersichtlich sein, die Figuren zu klaren Verteilungen von Leser-Sympathie und -Antipathie einladen. Kurz: durch die Brille der ›Nutzung und Belohnung‹ gesehen sollte der Aufwand für Leser, den sie für ein Werk aufbringen müssen, um emotionelle und intellektuelle Belohnungen zu genießen, möglichst niedrig sein. Es ließe sich ableiten, dass derartige Bücher Lesern entgegenkommen müssen, die komplizierte dramaturgische Strukturen lieber meiden, die aufgrund einer bescheideneren Aufmerksamkeitsspanne Wiederholungen und Redundanzen begrüßen, und die es bevorzugen, wenn Literatur sich weniger darum kümmert, der Echtweltkomplexität gerecht werden zu sollen, sondern vor allem das macht, was Geschichtenerzählen immer tut: vereinfachen, zugänglich machen, Komplexität reduzieren.

Grüße
Alex / molo

MOLOSOVSKY IST DERZEIT IN DIESEM FORUM NICHT AKTIV: STAND 13. JANUAR 2013.

Ich weiß es im Moment schlicht nicht besser.

Mehr Gesabbel von mir gibts in der molochronik

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#16 simifilm

simifilm

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Geschrieben 16 May 2012 - 10:04

Das ist gar nicht so verwunderlich.
So, wie man fragen, untersuchen und dann beurteilen kann, ob etwas besser oder schlechter geschrieben ist (z.B. anhand handwerklicher Kriterien), lassen sich Leser in bessere und schlechte unterscheiden.


Yep. Es ist ein weit verbreiterter Irrtum, dass Geschmack einfach etwas subjektiv Gegebenes sei, das sich jeder objektiven Bewertung entzieht.
Geschmack ist immer etwas Antrainiertes und nicht bei allen gleich weit entwickelt. Das kann man in ganz vielen Bereichen beobachten: Derzeit verschlingt mein anderthalbjähriger Sohn alles, was mit Pasta zu tun hat und/oder süss ist, und lässt diverse andere leckere Dinge links liegen. Später wird sich sein Geschmack verfeinert haben und er wird durchaus zwischen mehr oder weniger gut gekochter Pasta oder Süssspeisen unterschieden können und vor allem merken, dass es daneben noch ganz andere kulinarische Genüsse gibt. Aber das geht — wie bei Literatur — nur, wenn man sich einem breiten Angebot aussetzt und nicht nur Pasta und Aldi-Plätzchen isst.



Was mich ein wenig stutzig macht ist die Tatsache das es offenbar einem großen Teil der Leserschaft total schnuppe ist.


Im Sinne der oben gemachten Ausführungen: Überhaupt nicht erstaunlich, sondern nur ein Zeichen dafür, dass bei vielen der Geschmack nicht sehr weit entwickelt ist.

Bearbeitet von simifilm, 16 May 2012 - 10:05.

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#17 Gast_Michael Iwoleit_*

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Geschrieben 16 May 2012 - 11:00

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Bearbeitet von Trace, 27 April 2021 - 21:57.


#18 Heidrun

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Geschrieben 16 May 2012 - 11:51

Danke für die Quelle! Das Blöde ist, dass ich mir sicher bin, den Watzlawick nicht gelesen zu haben. Das scheint ein Fall von Buchladenlektüre gewesen zu sein - ein paar Minuten Zeit gehabt, überall reingelesen und doch nichts gekauft. War vielleicht ein Fehler. Ich bin ganz persönlich zwar überhaupt kein Freund überflüssiger Blähmittel, aber ich bin bereit anzuerkennen, dass manche Leute ein vor allem dickes Buch wollen, weil sie möglichst lange in die Welt ihres Helden flüchten möchten. Das ist für einen Leser eine legitime Haltung. Anders wäre auch der Erfolg der "Lindenstraße" oder von GZSZ nicht zu erklären. Außerdem sind Patente auch nicht in einer genießbaren Sprache abgefasst, aber wenn ich dafür bezahlt werde, sie zu lesen und an die entsprechenden Entwickler zu verteilen, dann lese ich die. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Das ist durchaus ein Grund, mein Geld nicht mit Literatur, sondern mit Physik zu verdienen.
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#19 Amtranik

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Geschrieben 16 May 2012 - 13:39


Es gibt nun mal Leser, die vor allem leichtverdauliche Unterhaltungswahre bevorzugen.


Ich würde mal sagen das ist die Untertreibung des Jahres im NetzwerkEingefügtes Bild

#20 Gast_Michael Iwoleit_*

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Geschrieben 16 May 2012 - 14:12

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Bearbeitet von Trace, 27 April 2021 - 21:57.


#21 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 16 May 2012 - 15:54

:offtopic: (ohne Groll, den Sinn des Lebens ersinnend): Man suche das DSFP-Subforum in einem bekannten dt.-sprachigen SF-Forum auf, und gebe in der Suchmaske "Analphabeten" ein. Ein Preis wurde zwar nicht eingefordert, aber der Weg zum möglichen Preis.

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#22 Gast_Michael Iwoleit_*

Gast_Michael Iwoleit_*
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Geschrieben 16 May 2012 - 16:08

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Bearbeitet von Trace, 27 April 2021 - 21:56.


#23 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 16 May 2012 - 16:11

(Nein, nein, das ist wahrscheinlich die Existenzberechtigung dieses ganzen Threads (= auf dt. "Thema").)

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#24 simifilm

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Geschrieben 16 May 2012 - 16:22

Threads (= auf dt. "Thema").)


Eigentlich eher "Strang". In diesem Fall "Diskussions-Strang".

Signatures sagen nie die Wahrheit.

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#25 Gast_Michael Iwoleit_*

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Geschrieben 16 May 2012 - 16:25

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Bearbeitet von Trace, 27 April 2021 - 21:56.


#26 FrankS

FrankS

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Geschrieben 23 May 2013 - 21:39

Ich finde es großartig, dass es hier so viele hilfreiche Hinweise zum Schreiben gibt. Insbesondere bin ich dankbar, dass hier das Thema wörtliche Rede vertreten ist. Damit habe ich beim Schreiben noch Probleme, obwohl ich gerne meine Figuren sprechen lasse.

Eine Grundregel lautet: Wenn aus dem Kontext eindeutig hervorgeht, wer gerade was sagt, kann man solche Zusätze weglassen. Handelt es sich um einen Dialog zwischen zwei Personen, genügt es, die Sprecher am Anfang jeweils eimnal zu bezeichnen, und im weiteren Wortwechsel ist klar, wer was sagt.

Als Autor würde ich es am liebsten so machen, da ich mir dann viel Arbeit und Kopfzerbrechen sparen könnte.

Als Leser ärgert mich das jedoch maßlos, wenn bei einer wörtlichen Rede nicht steht, wer spricht. Schon spätestens nach dem dritten Sprecherwechsel habe ich den Überblick verloren und weiß nicht mehr, wer gerade etwas sagt. Ich muss dann zum Anfang der Unterhaltung zurück und abzählen, wer der jeweilige Sprecher ist. Bei längeren Gesprächen habe ich auch schon mit Bleistift die Kürzel der Sprecher ins Buch geschrieben, damit ich den Sprecherwechseln folgen kann. Das alles schränkt den Lesegenuss für mich ganz erheblich ein. Möglicherweise stelle ich mich beim Lesen zu unbeholfen an, aber meinen Lesern möchte ich so etwas trotzdem nicht zumuten.

Die Alternative ist aber kaum besser: Ständige Wiederholungen von 'sagte' und 'fragte' oder das Durchpermutieren von Synonymen, ohne dass diese Verben relevanten Informationen vermitteln. Bei mehr als zwei Sprechern lässt es sich ohnehin nicht vermeiden. Warum sollte es dann bei nur zwei Sprechern mehr stören?

Wütend schlug er mit der Faust auf den Tisch: "Das habe ich nie getan!"
Meiner Meinung nach kann dies längere Dialoge wesentlich übersichlicher und interessanter gestalten - solange man es nicht übertreibt und die Figuren nach jedem Satz etwas tun lässt.

Das ist eine sehr gute Idee, solange dadurch tatsächlich zusätzliche, relevante Information einfließt. Wird dies jedoch nur benutzt, um eine Wiederholung von 'sagte/fragte' zu vermeiden, dann bläht es den Text noch mehr unnötig auf und lenkt vom Inhalt des Gespräches ab.

Etwas ganz anderes aber sind Dialogzusätze der folgenden Art, die man bei mittelmäßigen bis schlechten Autoren häufig antrifft:
"Ich habe da einen ganz anderen Verdacht", mutmaßte er.
"Das ist eine Riesensauerei", ereiferte er sich.
"Vielleicht sind wir auf einem ganz falschen Dampfer", gab sie zu bedenken.
Daß hier jemand mutmaßt, sich ereifert oder etwas zu bedenken gibt, geht aus den Äußerungen selbst hervor. Die Dialogzusätze fügen dem Gesagten nichts von Bedeutung hinzu, sind also pure Redundanz und können verlustfrei weggelassen werden.

Das stimmt natürlich. Andererseits wäre dieses eine Gelegenheit, um die ständige Wiederholung von 'sagte/fragte' zu vermeiden. Was wäre hier das kleinere Übel?

Streng genommen ist sogar 'sagte' redundant, da die Anführungszeichen bereits auf die wörtliche Rede hinweisen. Ebenso 'fragte', da hier das Fragezeichen den Fragecharakter der wörtlichen Rede vollständig zum Ausdruck bringt.

Wenn es also ausschließlich darum geht, dem Leser mitzuteilen, wer gerade spricht, dann würde die Angabe des Namens oder einer sonstigen Bezeichnung des Sprechers vollkommen ausreichen, um Klarheit zu schaffen. Da ein Verb im Dialogzusatz beim Lesen eher stört und in diesem Fall ohnehin nicht benötigt wird, könnte es dann sogar vollständig entfallen. Bei Texten von Theaterstücken wird es so gemacht. Bei Büchern wäre es aber vermutlich ein ganz schlechter Stil ...

Um Missverständnissen vorzubeugen, ich möchte diese hier angebotenen, wertvollen Tipps keinesfalls kritisieren, sondern mich mit ihnen auseinandersetzen, damit ich den meisten Nutzen daraus ziehen kann.

#27 Valerie J. Long

Valerie J. Long

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Geschrieben 24 May 2013 - 06:44

Zu viele Sprechverben - lästig.
Zu wenig Sprechverben - Verunsicherung des Lesers, wer gerade dran ist.
Aktionen der Sprecher - blähen den Text auf.
Ja, es ist schwer, die richtige Balance zu finden.

Schon spätestens nach dem dritten Sprecherwechsel habe ich den Überblick verloren und weiß nicht mehr, wer gerade etwas sagt. Ich muss dann zum Anfang der Unterhaltung zurück und abzählen, wer der jeweilige Sprecher ist. Bei längeren Gesprächen habe ich auch schon mit Bleistift die Kürzel der Sprecher ins Buch geschrieben, damit ich den Sprecherwechseln folgen kann.

Das ist mir schon beim Korrekturlesen meines eigenen Textes passiert! Eingefügtes Bild
Klar, dass ich da "nachgelegt" habe...


Es gibt noch eine Alternative: Wenn man die Sprecher am Gesagten oder an der Art, wie sie sprechen, unterscheiden kann, werden all diese Tricks unnötig.

#28 FrankS

FrankS

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Geschrieben 24 May 2013 - 23:34

Das ist mir schon beim Korrekturlesen meines eigenen Textes passiert!
Klar, dass ich da "nachgelegt" habe...

Meine eigene Texte lese ich mindestens zwanzigmal komplett selbst durch, bevor ich sie veröffentliche. Dabei würde mich das auch extrem nerven.


Es gibt noch eine Alternative: Wenn man die Sprecher am Gesagten oder an der Art, wie sie sprechen, unterscheiden kann, werden all diese Tricks unnötig.

Z.B. wenn sich zwei Sprecher gegenseitig mit Namen anreden.


Zu viele Sprechverben - lästig.
Zu wenig Sprechverben - Verunsicherung des Lesers, wer gerade dran ist.
Aktionen der Sprecher - blähen den Text auf.
Ja, es ist schwer, die richtige Balance zu finden.

Ein echtes Patentrezept wird es wohl leidern nicht geben. Richtig schwierig wird es bei langen, intensiven und für die Handlung wichtigen Gesprächen, bei denen es ausschließlich auf den Inhalt ankommt und alles andere nur stören würde.

#29 C. J. Knittel

C. J. Knittel

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Geschrieben 26 May 2013 - 14:06

Ich denke auch, dass die Balace entscheidende ist. Ich benutze gerne "Aktionen oder Beschreibungen der Sprecher" um etwas über deren Gefühle oder Reaktionen innerhalb eines Gespräches zu verraten. Wichtig ist, dass dabei nur Infos gegeben werden, die wichtig für den Leser sind, damit der Text eben nicht aufgebläht wird.

Bi-lal kaifa
(Mehr muss nicht gesagt werden)


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#30 FrankS

FrankS

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Geschrieben 01 June 2013 - 21:23

Wichtig ist, dass dabei nur Infos gegeben werden, die wichtig für den Leser sind.

Ich finde, dass der Begriff "wichtig" in Bezug auf Belletristik nur schwierig zu fassen ist. So kann es wichtig sein, dem Leser unwichtige Informationen zu geben und ihm wichtige Informationen vorzuenthalten, um Spannung aufzubauen.

Entscheidend ist, was Du damit für eine Wirkung erreichen willst resp. ob Du diese auf diese Weise erzeugen kannst.

So gesehen erscheint es mir in diesem Zusammenhang sinnvoller, als "wichtig" diejenigen Informationen zu bezeichnen, die notwendig sind, damit der Autor beim Leser die gewünschte Wirkung erzielen kann.


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