Heute bin ich mit dem Staubplaneten (Knaur Verlag von 1984) von Bruce Sterling fertig geworden. Später benannte Heyne in einer Neuveröffentlichung den Titel in "Der Staubozean" um, was auch logischer ist. Die Geschichte spielt nur auf dem Staubozean im riesigen Krater von Nullaqua. Der Original-Titel lautet "Involution Ocean".
In erster Linie nahm ich das Buch nur, weil mich das Thema um diesen mysteriösen Staubozean aka Staubplaneten interessierte. Die Story ist so lala (Drogenprobleme ala Spice => Frank Herberts "Dune", Liebesbeziehung zwischen Mensch und Alien, täglicher Walfang auf einem fremden Planeten). Zur Anlehnung an "Moby Dick" kann ich dazu nichts sagen, da ich Herman Melvilles Roman nicht kenne.
Zum Meer aus Staub selbst:
Der kann in dieser Form (Dichte, Beschaffenheit) eigentlich nicht existieren? Experten sind gefragt. 
Ich kenne den Roman leider nicht, nehme aber an, dass es darum gehen könnte, dass sich Sand oder Staub nicht wie eine Flüssigkeit verhält, da die einzelnen Körner aneinander stark reiben und bei dickeren Schichten dies ganz grob so aussehen könnte:
Sehr einfaches Modell (alles mit weiteren Medien um die Körner herum, wie Flüssigkeiten – sprich Suspension – oder sonst was lassen wir mal
außen vor, denn damit wird ‘s arg kompliziert):
Wir haben also Schicht auf Schicht von Sandkörnern (
Staub wird in der Folge als extrem feiner Sand behandelt ...). Irgendwann ist die Masse der oben aufliegenden Sandkörner so groß, dass die
Gewichtskraft so stark auf die unteren Schichten wirkt, dass diese Körner nicht mehr gegen einander gleiten können =
Haftreibung (d.h. die Sandschicht verhält sich wie ein Festkörper; nix mit Meer ...), außer wenn Kräfte auf sie wirken, die größer als die sogenannte
Haftreibungskraft sind. Dann kommt wieder Bewegung in die Angelegenheit und es gelten Gesetzmäßigkeiten der
Gleitreibung.
Entscheidend für die Größe dieser
Haftreibungskraft ist aber nicht allein die normal („von oben“) wirkende Gewichtskraft, sondern eine Materialeigenschaft: der
Reibungskoeffizient µ.
Der sagt – sehr salopp formuliert – aus, wie leicht Materialien aufeinander gleiten können.
FR = µH · FN
FR = Haftreibungskraft
µH = Reibungskoeffizient (als Proportionalitätskonstante)
FN= Normalkraft (in unserem Beispiel gleich der Gewichtskraft)
WIrd nun diese Haftreibungskraft überschritten und geraten die Partikel in Bewegung, wirkt die
kleinere (
!)
Gleitreibungskraft! Dann rieselt das Sandmeer, zumindest ein klein wenig ... denn die Schichten oben wiegen schwer ...
Man könnte als Autor nun natürlich tricksen und Körner mit extrem niedrigem
µ “erfinden“ -- etwas Technobabbel -- und damit die Reibung aushebeln.
Sonst allerdings muss man zusammenfassend und vereinfachend sagen, dass schon in eher geringen Tiefen (und in Ruhe befindlich) Sand sich wie ein Festkörper verhält.
Stichwörter dazu wären: Haftreibung, Ruhereibung, Haftreibungskraft, Reibungskoeffizient, Gleitreibungskraft
Disclaimer: Alles obige ohne Gewähr und stark vereinfacht!
LG
Jakob
Bearbeitet von derbenutzer, 30 August 2012 - 02:27.