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Titans Kinder von Aiki Mira (erschienen 2022)

SF Space Opera Queer SF

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50 Antworten in diesem Thema

#31 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Temponaut

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Geschrieben 11 July 2022 - 19:12

In Leipzig bin ich leider nicht, ich muss genau in der Woche für einen Brotjob zu einer Konferenz nach Glasgow. Die ist aber nur alle drei Jahre in Europa, so dass es für 2023 und 2024 mit Herbst-Konferenzen wieder gut aussieht.

 

Ansonsten bin ich offenbar bei der BuchCon in Dreieich, da gibt es wohl auch Lesungen (wir haben auch eine beantragt für unsere Steampunk-Anthologie).


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#32 Zack

Zack

    Illuminaut

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Geschrieben 15 July 2022 - 18:40

Bei uns auf Literatopia gibts nun ein Interview mit Aiki Mira zu "Titans Kinder" (und vielem mehr :D)


“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)


http://www.literatopia.de

#33 fancy

fancy

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Geschrieben 16 July 2022 - 13:37

Und hier dann meine Besprechung:

 
Eine dreiköpfige Crew bricht zum Mars auf, was sich jedoch als Lüge für den uneingeweihten Marlon erweist, denn in Wirklichkeit geht es zum Titan. Ein Mond, der eigentlich nicht besiedelt sein dürfte.
Dort sollten sie von ebenfalls drei Personen erwartet werden, wovon allerdings nur eine anwesend ist. Die Aussage, die anderen beiden seien im Außeneinsatz unterwegs, erweist sich als Lüge, als ein Crewmitglied im Kühlraum als Leiche entdeckt wird. Als Sunita, die Chefin der Neuankömmlinge, der Sache auf den Grund gehen will, kommt auch sie ums Leben. Darüber wird erstaunlich schnell hinweggegangen und man widmet sich mehr den Gegebenheiten vor Ort, denn es gibt hier fremdes Leben, dessen Entwicklung die Wissenschaftler rasch vorantreiben. Aus Marlon und Verve, der Leiterin der Station, wird ein Paar und Rain, ein asexuelles Wesen, das als »sie« angesprochen werden möchte, entdeckt auf einem Ausflug ein Wesen, dessen Entwicklung viel weiter fortgeschritten ist, als es sein dürfte. Sie hält es für ein Kind und nimmt es mit auf die Station. Das führt zu weiteren Verwicklungen.
 
Mir hat dieser Roman gut gefallen, denn er unterscheidet sich in vielen Dingen vom herkömmlichen Einheitsbrei:
Beide Crews werden von Frauen geleitet. Es gibt ein asexuelles Wesen und eins, das künstlich von einem Konzern gezüchtet wurde.
Anstatt Terraforming zu betreiben, wie das in so vielen Romanen beschrieben wird, versuchen diese Wissenschaftler, die Entwicklung des Lebens auf dem Titan voranzutreiben. Besonders Rain fragt sich im Laufe der Handlung, warum sie alle nicht versucht haben, auf ein gestörtes Crewmitglied zu reagieren, anstatt es mit Medikamenten sich selbst anzupassen.
Ich habe schon Romane gelesen, in denen das Rollenbild verkehrt wurde, indem die Frauen einfach die Rollen der Männer annahmen. So plump geht Aiki MIra nicht vor, sondern arbeitet weit differenzierter. Ein Chef ist jemand, der das Sagen hat, völlig egal, was er für ein Geschlecht hat. Aiki Mira versucht dem Leser auch Rain nahezubringen, indem uns viel von ihren Gedanken offenbart werden, was sie außerordentlich sympathisch macht.
Selbst der Bösewicht wird vielschichtiger beschrieben als schlicht und einfach nur böse. Aiki Mira schafft es mit wenigen Worten, ihren Charakteren ein Gesicht zu verschaffen. Über Verve zum Beispiel heißt es, die hätte zwei Nobelpreise ausgeschlagen. Das sagt mir mehr als langatmige Beschreibungen: Die Frau ist sehr schlau, aber auch ein wenig rebellisch. Sie hat ihren eigenen Kopf und setzt ihre Prioritäten selbst.
Mir gefällt, wie Aiki MIra mit Sprache umgeht, sie verwendet recht ungewöhnliche, aber anschauliche Vergleiche, die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben.
Ihr Debüt ist locker und gekonnt geschrieben und weiß zu unterhalten.
Ich habe die Perspektivsprünge als eine Art moderner, allwissender Erzähler gelesen, aber so war es wohl nicht gedacht. Mich haben sie nicht gestört, aber wenn sie gewollt sind, hätte man sie auch »sauber« gestalten können.
Ich empfehle das Buch daher mit vier von fünf Sternen.

Fang nicht an, Dinge zu tun, tu sie einfach!

Wer wenig denkt, irrt viel (Leonardo da Vinci)
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#34 Zack

Zack

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Geschrieben 17 July 2022 - 14:00

So, ich bin inzwischen auch durch und habe das Buch rezensiert. Mir hat es nach einem holprigen Start gut gefallen, vor allem in Bezug auf die Ideen zu Biologie und Evolution und in der Figurendarstellung. Insbesondere Rain fand ich sympathisch mit all ihren Eigenheiten, einzig der Drogenkonsum erschien mir manchmal übertrieben (alles wild durcheinander und Halluzinogene auf einer Reise durchs All stelle ich mir brandgefährlich vor. In einem geschützten Habitat okay, aber zugedröhnt auf der Titanoberfläche rumhüpfen? Verantwortungslos).

 

Insgesamt war mir alles etwas zu knapp, es sind ja nicht einmal 200 Seiten und da steckt so vieles drin, da hätten viele Autor*innen mehr als 500 Seiten draus gemacht. Das muss natürlich nicht immer sein und ich freue mich auch, kürzere Sachen zu lesen, aber so ein bisschen mehr von allem wäre schön gewesen. Gerade weil tolle Ideen drinstecken :)

 

Im ersten Drittel war mir das Erzähltempo viel zu hoch, da merkt man, dass da bei einem vorhanden Text etwas rausgeschnitten und ersetzt wurde, das ist irgendwie nicht so flüssig. Danach liest es sich deutlich besser und das Ende hat mir seeeehr gefallen :D

 

@fancy: ja, manche Perspektivwechsel sind unsauber, das fand ich stellenweise auch verwirend bzw. mir ist es als fehlerhaft aufgefallen. Es hat mich nicht gestört, aber daran müsste Aiki Mira noch arbeiten. Und die Diversität der zukünfigen Gesellschaft fand ich auch sehr gut dargestellt und tatsächlich utopisch.


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#35 fancy

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Geschrieben 18 July 2022 - 10:13

@Zack: ich habe den Drogenkonsum als Fortführung der Legalisierung von Canabis gelesen. ;-) So, als ginge man in Zukunft weit offener mit dem Thema um, so als wisse man um die Gefahren und könne damit umgehen. 

Rain hat mir auch sehr gefallen, besonders ihr "Mutterinstinkt". 

Bei aller Diversität sollte es nur immer auch noch zumindest ein paar "Normalos" geben. ;-)


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#36 Zack

Zack

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Geschrieben 18 July 2022 - 12:11

@fancy: dass die Gesellschaft da offener ist und Drogenkonsum zur Eigenverantwortung zählt, ist ja auch ok, aber gerade bei Halluzinogenen gehört ein sicheres Umfeld dazu und das ist der Titan außerhalb vom Habitat nicht ^^... Nur weil Drogen legalisiert sind, ist der Konsum nicht in jeder Situation angemessen.

Und was sind schon "Normalos"?
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#37 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Temponaut

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Geschrieben 18 July 2022 - 13:24

Ich könnte mir vorstellen, dass es aufgesetzt wirken kann, wenn in einer Gesellschaft fast nur noch queere Leute vorkommen und keine Heten mehr. 

Aber bei Titans Kinder erschien mir da nichts aufgesetzt, zumal ich Marlon als normale Hete gelesen hatte, bis ich darauf hingewiesen wurde, dass er das ja gar nicht ist. 

 

Bei "Der ewige Krieg" ist es ja auch so, dass es irgendwann einen hohen Anteil homosexueller Menschen gibt, was aber dann auch erklärt wird. SF eben. 


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#38 Zack

Zack

    Illuminaut

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Geschrieben 18 July 2022 - 20:29

Wir haben ja relativ wenig Personen und können anhand derer wenig Rückschlüsse über die Verteilung verschiedener Sexualitäten in der ganzen zukünftign Gesellschaft ziehen. Es ist plausibel, dass es in einer diversen Gesellschaft, die nicht aufgrund von Sexualität diskriminiert, mehr queere Menschen gibt bzw. man diese eben mehr sieht, da sie sich nicht verstecken und nichts unterdrücken müssen. Ebenso wird es wohl mehr Menschen geben, die überwiegend hetero sind, aber auch mal offen für anderes.

Aiki Mira will eine diverse Gesellschaft zeigen und hat dazu nur wenige Figuren, da hat man natürlich schnell einen höheren Prozentsatz queerer Menschen als wenn man z. B. 50 Figuren hat.

Und Queers sind ja nicht "unnormal" ;)

Marlon hätte ich auch hetero gelesen (er ist pansexuell), Sunita und Verve auch (da weiß ich grad nicht, ob da irgendwo was zur Sexualität gesagt wurde)
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#39 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 19 July 2022 - 05:14

Ich glaube, Sunita könnte hetero sein, aber Verve bietet Rain irgendwann doch Sex an, oder? 

 

Sorry, den Begriff "normal" bezüglich auf einige Dinge sollte ich mir echt ENDLICH mal abgewöhnen ... ich hoffe, ich kriege diese Schuhe nach jahrzehntelangem Gebrauch noch aus, bin aber zuversichtlich.


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#40 Uwe Post

Uwe Post

    FutureFictionMagazin'o'naut

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Geschrieben 19 July 2022 - 08:04

Verve macht irgendwo eine Andeutung gegenüber Rain, glaube ich, ich finde die Textstelle aber gerade nicht (oben schrieb ich: Nach Kapitel 18. Finde es trotzdem nicht).

Eigentlich sollte Verve wissen, dass Rain asexuell ist, insofern ist eine Anmache weder erfolgversprechend noch besonders respektvoll. Bin nicht sicher, ob das zu Verves sonstigem Verhalten passt, zumal sie ja in Marlon einen festen Partner hat.

Was Gender und Sexualität angeht, lernen wir im Buch eine völlig offene Gesellschaft kennen. Das ist sicher Teil der "Utopie", von der auf dem Cover die Rede ist.

Allerdings finde ich, dass das zwei verschiedene Dinge sind. Man kann nämlich einerseits sehr wohl alle Gender-Identitäten und sexuellen Neigungen respektieren, anderseits aber steigt auch eine pansexuelle Person nicht mit jedeX ins Bett. 

Bei der Gender-Sache geht es vor allem um Toleranz, bei Sexualität spielen auch Gefühle wie Eifersucht und Verlangen eine Rolle, die man auch in einer Utopie nicht so einfach wegdiskutieren kann. Deshalb ja auch weiter oben meine Anmerkung, dass ich es nicht nachvollziehbar fand, dass Marlon am einen Abend mit Sunita schläft und sich ab dem nächsten Tag nur noch für Verve interessiert und Sunita das anscheinend völlig egal ist.


Bearbeitet von Uwe Post, 19 July 2022 - 08:12.

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#41 Zack

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Geschrieben 19 July 2022 - 10:15

Stimmt, da war was, dass Verve Rain angesprochen hatte, das sehe ich auch eher respektlos.

Mhm, bei Marlon und Sunita war es eher eine Gelegenheit und beide hatten schon laaang keinen Sex mehr, wogegen Marlon in Verve recht schnell verknallt ist. Insofern fand ich Marlons Gefühle schon nachvollziehbar. Allerdings fand ichs schade, dass Sunita so früh aus der Handlung gekickt wurde :(... Und Marlon und Rain haben sie schnell vergessen, fand ich auch unpassend, schließlich lebten sie lange in Space-Symbiose.
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#42 Uwe Post

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Geschrieben 19 July 2022 - 11:07

 

 

Und Marlon und Rain haben sie schnell vergessen, fand ich auch unpassend

Das und andere Auslassungen oder "Sprünge" ist geschuldet dem hohen Tempo des Romans, der sich teils fast wie eine Kurzgeschichte liest (auch die geringe Komplexität der Handlung entspricht mehr einer Kurzgeschichte). Aiki (als bisher fast ausschließliche KG-AutorX) hat da ganz viel weggelassen. Kann man machen, aber manche LeserX stolpern dann halt oder hätten sich etwas mehr gewünscht.


Bearbeitet von Uwe Post, 19 July 2022 - 11:08.

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#43 ChristophGrimm

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Geschrieben 22 July 2022 - 12:13

Mittlerweile habe ich den Roman auch gelesen, diesen Thread nachgeholt und eine Rezension verfasst: http://christophgrim...nder-aiki-mira/

Im Großen und Ganzen habe ich dem bereits Geschriebenen hier nichts hinzuzufügen. Auf der strukturellen Ebene gab es ein paar Schnitzer (holpriger Start, Übergänge, ein paar liegengebliebene/ungenutzte Stellen), aber letztendlich überwiegen nicht nur die Stärken. Ich bin von dem Roman sehr angetan und halte Aikis Debüt für mehr als nur solide. Wie auch Bradburys Mars-Chroniken akzeptiere ich die phantastischen Elemente und betrachte das Setting eher als Vehikel für die Geschichte. Vielleicht nicht übermäßig komplex, aber ungemein fantasievoll - und die utopische Vision sehr gelungen. Die Spannungskurve in Verbindung mit den gelungenen Dialogen und den guten Charakter-Zeichnungen haben mich vollkommen abgeholt.

Bearbeitet von ChristophGrimm, 22 July 2022 - 12:14.

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#44 lapismont

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Geschrieben 24 July 2022 - 09:36

Hab jetzt auch angefangen und komme noch nicht rein. Die Erzählstimme ist irgendwie fremdartig. Auktorial, mit ständigen Sprüngen in die Köpfe der Figuren, teilweise in der selben Szene mit zum Teil launischen Adjektiven zur Beschreibung, was mich irgendwie immer wieder herausreißt. Gerade Marlon erscheint mir wie eine Karikatur mit unverständlichem Handlungsprofil. Es wird viel über Dialoge erklärt, die aber seltsam hözern klingen. Wenn da jetzt nicht Aiki draufstünde, würde ich bezweifeln, das das von Autorx ist.

Vielleicht hab ich aber auch nur verpasst, dass ein neuer Erzählstil im Erblühen ist, weil mir das in letzter Zeit öfter unterkommt.Also es kann durchaus an mir liegen.


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#45 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 24 July 2022 - 09:47

Das verstehe ich, Ralf, auf den ersten 30 oder 35 Seiten war ich auch etwas unbegeistert, dann änderte sich das aber sehr. 


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#46 Uwe Post

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Geschrieben 25 July 2022 - 10:50

Ralf, diesen Eindruck hatten viele, und es liegt wirklich daran, dass das erste Drittel die - gekürzte, leicht umgearbeitete - Novelle ist, die sprachlich sowieso nicht so gut war wie Aikis andere Texte. Auch das Herumschnippeln hat das leider nicht verbessert.

 

Aber ich bestätige gerne, dass der Rest dann besser wird. Es bleibt zwar so, dass vieles weggelassen wird, und dadurch auch einige Motivationen von Figuren etwas diffus bleiben, aber es liest sich alles klar besser.


Bearbeitet von Uwe Post, 25 July 2022 - 12:00.

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#47 lapismont

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Geschrieben 25 July 2022 - 15:22

Ich vertrau euch da mal. Aber das hätte man vor Veröffentlichung fixen sollen.


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#48 Uwe Post

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Geschrieben 25 July 2022 - 16:48

Das wurde ja versucht (ich hab mit Aiki darüber gemailt). Hätte man aber besser machen können/müssen.

Ganz grundsätzlich ist es verlockend, eine Novelle einfach weiterzuschreiben und auf diese Weise einen Roman zu produzieren, aber vielleicht nicht unbedingt die allerbeste Idee  :happy:


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#49 My.

My.

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Geschrieben 07 August 2022 - 11:48

Gemeinsam mit Aiki Mira wurde aus dem handsignierten Buch »Titans Kinder« (AndroSF 156) und einer schwarzen Stofftragetasche mit der Titelabbildung als Aufdruck ein auf 5 Exemplare limitiertes Päckchen zusammengestellt, dass ab sofort zum Preis von EUR 21,90 incl. Versandkosten ausschließlich im Buchladen der p.machinery bestellbar ist. In diesem Buchladen auf booklooker.de kann man inzwischen übrigens auch als Gast, d. h. ohne Registrierung, bestellen.

 

Bestellen unter: https://www.booklook...d=A02A6nFU01ZZV

 

156mira1.JPG

 

156mira2.JPG

 

 

My.


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#50 FranzH

FranzH

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Geschrieben 07 August 2022 - 16:08

Och, das ist ja eine schöne Idee.
Leider kommt das Angebot für mich zu spät.
Hab das Buch schon.

#51 lapismont

lapismont

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Geschrieben 10 August 2022 - 08:50

Habs heute beendet und werd mich wohl morgen an die Rezi machen.

 

Also ich musste mich durchquälen. Das hat weniger mit dem Plot als dem Stil zu tun.

Ich vermute, dass Aiki durch die Sprünge des Erzählers in die Köpfe der Figuren und ihre beständigen Gedankenäußerungen Nähe und Verständnis herstellen wollte. Bei mir passierte das Gegenteil, die Figuren gingen ineinanderüber und ich konnte kaum mehr nachvollziehen, warum sie handeln.

Viele Ereignisse, die mich interessierten, geschahen auch offscreen, etwa die Morde, die Weiterentwicklungen der Titanbiologie …

Dafür gab es ein Essen, das wohl nur dazu diente, über gesunde Ernährung aufzuklären.

 

Der eigentliche Plot erinnerte mich stark an utopische Erzählungen aus der DDR. Derselbe Fortschritssoptimismus ohne Hinterfragen, Schutz des Lebens gegen kapitalistische Interessen. Hatte da ein Retrofeeling.


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