Wie geht ihr mit diesen Umbrüche um? Wie bewertet ihr Chancen und Risiken? Versucht ihr rational damit umzugehen und welche Strategien verwendet ihr?
Geht es jetzt nur um KI oder (größtenteils digitalisierten) Wandel allgemein?
KI halte ich persönlich für noch zu unreif, dass es wirklich großen Wandel weltweit bringt; v.a. scheint es bereits liquiden Instituten/Unternehmen zzt. mehr Profite einzubringen. Aber ich hab ja auch anderswo an Board schon mal argumentiert dass da noch Steine auf dem Weg liegen, nämlich u.a. dass der Trainings-Input, insofern nicht stark kuratiert, immer mehr von KIs generiert würde - also stelle ich mir sowas wie einen asymptotischen "KInzest"-Kollaps vor, wo Menschen dann irgendwann wieder Abstand nehmen. Momentan werden die Chancen der KI m.E. zu sehr gehypt; u.a. ist ja auch die Frage was mit all den Menschen passiert die deswegen joblos werden. (Wenn ich mich recht erinnere, meinte Asimov in seinen Roboterwelten ja, dass dann die denkenden Maschinen ALLES steuern müssen (0. Gesetz) - davon sind wir weit entfernt. (Hoffentlich!))
Als Hauptproblem sehe ich aber die digitale Verschleierung wichtiger Abläufe auf Staaten- oder Mega-Unternehmen-Ebene: Bei Trump & seinem Clan wird kaum darüber geredet was für ein Riesenkleptokrat er geworden ist, und wie seine Kryptowährung u.a. Schmiergelder birgt. Er selber hat auch die perfekte Art entwickelt davon (und anderen Mißlichkeiten, die die US-Legislative immer wieder viel zu langsam ahndet) abzulenken, und damit die Verschleierung zu unterstützen. Ich lese gerade das Sachbuch Autocracy, Inc.; habe dadurch den Eindruck, dass diese Methoden Geld & Macht zu schaufeln, die wahre moderne Globalisierung geworden sind...
Man kann nur hoffen dass sich dagegen eine globale Neo-Ludditen-Bewegung bildet, die u.a. mit sowas wie vielen Hackerbrigaden da immer wieder "spanners in the works" einwirft. (Also mit Endziel einer Welt ähnlich Stephensons Diamond Age!
) Ich, als Ex-IT'ler, setze hier jedenfalls ein großes Zukunftsroulette-Coupon!
Als zusätzlich positiv sehe ich dass bestimmte technologische und solidarische Entwicklungen unsere Welten - reicher Nationen, "entwickelnder" Nationen, bitterarmer/chaotischer Nationen - lebenswerter machen, bzw. die Leben erheblich erleichtern. Globale billige Energie wäre wichtig; vielleicht ist der zunehmende Trend zum E-Auto da ein meandernder Pfad dahin: Global fehlt m.E. v.a. Elektrisierung im Haushalt und bei vielen Arbeitseinsätzen, sowie Zugang zu sauberem (& zunehmend preiswerten) Wasser. Wichtig wären m.E. noch große solidarische Aktionen weltweit wie Abschaffung aller atomarer Waffen und "Enabling" eines wahrhaft potenten Internationalen Gerichts, dass globale Menschenrechts-Abkommen umsetzt, bzw. umsetzen kann. Es braucht also auch eine politische Emanzipation vor den Autokraten, die letztendlich nur ihren eigenen Vorteil pflegen, teilweise immer offener (das WWW - und die ein oder andere kl. Ecke der Unsozialen Medien - trägt ja auch zu Aufdeckungen bei).
Im Waffenbereich zumindest haben wir bisher extrem Glück gehabt, dass W.W. III nicht los ging - und zwar immer weil Menschen sich im entscheidenden Moment zurückhielten! (Die herzlose bzw. manchmal soziopathische KI darf also bitte nie der Finger an solchen Hebeln sein! Wenn schon geschehen, dann ist das abzubauen, also leider ähnlich zu handhaben wie die Kontrolle über spaltbarem Material!!)
Wer sich als Realist sieht, geht davon aus, er hat im Gegensatz zu den anderen Recht.
Nö. Ein Realist kennt das große - zweischneidige! - Schwert des Zweifels etwas besser als die Blau- und Trauerflor-Äugigen. (IMO.)
Bearbeitet von yiyippeeyippeeyay, 29 Januar 2026 - 19:59.