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AI geschriebene Spekulative Fiction ? Die "Daggermouth" Kontroverse

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Eine Antwort in diesem Thema

#1 head_in_the_clouds

head_in_the_clouds

    Infonaut

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Geschrieben Heute, 13:51

Um was geht es? 

„Daggermouth“ – eine dystopische Spekulative Fiktion , deutsch in Vorb (1) - erschien zunächst 2025 im Selfpublishing und wurde durch BookTok zu einem Überraschungserfolg. Anschließend erwarb der Verlag Simon & Schuster   die Rechte für Daggermouth und für die Fortsetzung - einem Bericht zufolge als  siebenstelliger Deal (!)

Kurz vor der Hardcover-Veröffentlichung brachte die Zeitschrift  "The Atlantic" im Juli 2026 einen Bericht über eine Studio zu KI-generierten Romanen (2). Darin wurde Daggermouth als der prominenteste Bestseller genannt, der statistisch starke Anzeichen für KI-generierten Text aufweise.

 

Was sind die Vorwürfe?

Die Forscher der Studie analysierten über 14.000 E-Books mit dem KI Erkennungssystem namens PANGRAM. . Bei Daggermouth fanden sie unter anderem einen Wert von etwa 60 % "AI generativ"   was die Autorin vehement bestreitet.

 

Was sollen wir davon halten?

Sicherlich gibt es heute diese Möglichkeit (zumindest AI assistiert oder als Ideenlieferant)  , aber nun scheint es so, das viele (insbesondere die Indie Autoren) unter Verdacht stehen - warum?

Es gibt einen starken Ansteig bei Romanen im self-spublihing Segment  in den letzten 2-3 Jahren – wo ebenfalls auch diese Form der  AI langsam Fahrt aufnahm. Allerdings alles zeitlich davor halte ich dessen für unverdächtig da es einfach keine AI gab, die das leisten konnte.

Aber deren Werke jetzt unter einen Generalverdacht zu stellen schadet Autoren. Zahlenmäßig steigen solche  Bucheigenveröffentlichungen (nicht weil AI diese massenhaft produziert oder Verlage diese ablehnen) , sondern weil sich AutorInnen bewusst für die Methode des seif-publishing entscheiden und ein Markt dafür vorhanden ist . Sie behalten so die Kontrolle vom Schreiben bis zur Vermarktung.

 

Die Software PANGRAM  selbst ist zudem ein kommerzieller AI-Textdetektor - also selbst AI basiert . Deren Ergebnisse sind  also zu hinterfragen , wenn Texte, bei denen man KI-Ursprung vermutet, durch KI-Erkennungstools analysiert und verdächtig werden. Denn das reale Trainingsmaterial von AutorInnen ist für beide (AI Detektor wie für die „schreibende“ AI ) dasselbe. Daraus eindeutige AI typische Muster zu erkennen, ist somit schwierig.

 

Man bedenke ebenfalls : Sämtliche LLM-KI-Modelle lernen auf der Basis urheberrechtlich geschützter Texte von Autoren – was im Grunde nichts anderes als Diebstahl von Copyright geschützter Werke ist. Wenn also PANGRAM 14.000 ebooks copyrightfrei(?) analysierte, weiß man letztendlich nicht, wozu die Daten gebrauchet werden (zu weiterem Training?).

 

Das Dilemma der AutorInnen: Sie können nur schwer beweisen, das sie keine AI einsetzen und wiederum die AI Erkennungssoftware das sie welche einsetzen durch erkennen "typischer Muster". Beide  (detektierende wie schreibende AI)  basieren auf Traningsdaten (Formulierungen)  REALER AutorInnen.

 

 

(1) Daggermouth 

original: https://www.goodread...235-daggermouth

Deutsch (in Vorb.) https://lyx-verlag.de/Buecher/Dark-Romance/Daggermouth/9783736328785

 

 

(2) The Atlantic

https://www.theatlantic.com/technology/2026/07/daggermouth-novel-bestseller-ai/688067/


Bearbeitet von head_in_the_clouds, vor 55 Minuten.

"Why should one be afraid of something merely because it is strange?"

  • (Buch) gerade am lesen:Jck Womack - Zufällige Akte sinnloser Gewalt

#2 Stephan

Stephan

    Infonaut

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Geschrieben vor 29 Minuten

Daggermouth um ist doch im Prinzip ein perfektes Fallbeispiel für das Problem aus dem anderen Thread.

Das gesicherte Wissen:

AI wird verwendet, im hobby-Bereich, im professionellen Bereich, beim Self Publishing, bei Verlagen, offen aber auch heimlich. Genauso wird es von vielen auch nicht verwendet. Bei einigen auch aus Überzeugung nicht. Die Erkennungs-Tools sind unzuverlässig.

Bei Daggermouth erheben Fans zudem den Vorwurf, dass die Welle der Kritik nach einem AI-Vorwurf bei nicht-schwarzen Autoren deutlich zurückhaltender ausfallen würde.


Letztendlich zerstört AI das Vertrauen in die Schreibenden, denn Gewissheit wird es nie wieder in dem Maße geben können, wie vorher.

Das ist doch wie bei der Tour de France. Es wird einen Teil der Fahrer geben, der kein Doping betreibt, aber es wurden bereits so viele überführt, dass das Vertrauen kaputt ist.

Ich vermute aber der Markt aka die Leser*innen werden sich mit der Zeit daran gewöhnen. Ein nicht so kleiner Teil der Kundschaft für neue Bücher wird irgendwann damit aufwachsen und es für selbstverständlich halten.

Ich nehme an ein kleinerer Teil wird in seiner Ablehnung strenger werden.

Die Benachteiligten von diesen Trends dürften dann langfristig die Autor*innen sein. Nämlich dann wenn die Verlage erst einmal auf den Geschmack kommen und ihre Romane von ein paar Clickworkern generieren lassen.

P.S. die Software wird irgendwann auch so gut werden, dass die generierten Texte nicht mehr als künstlich erkannt werden können. Eine Erkennungssoftware muss hier doch langfristig scheitern. Außer es werden durch Unachtsamkeit direkte technische Spuren im Text hinterlassen, wie z.B. Teile eines Prompts oder div. Codes in den ursprünglich erzeugten Dateien. Das dürfte zukünftig aber immer seltener passieren.

Bearbeitet von Stephan, vor 11 Minuten.

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