Um was geht es?
„Daggermouth“ – eine dystopische Spekulative Fiktion , deutsch in Vorb (1) - erschien zunächst 2025 im Selfpublishing und wurde durch BookTok zu einem Überraschungserfolg. Anschließend erwarb der Verlag Simon & Schuster die Rechte für Daggermouth und für die Fortsetzung - einem Bericht zufolge als siebenstelliger Deal (!)
Kurz vor der Hardcover-Veröffentlichung brachte die Zeitschrift "The Atlantic" im Juli 2026 einen Bericht über eine Studio zu KI-generierten Romanen (2). Darin wurde Daggermouth als der prominenteste Bestseller genannt, der statistisch starke Anzeichen für KI-generierten Text aufweise.
Was sind die Vorwürfe?
Die Forscher der Studie analysierten über 14.000 E-Books mit dem KI Erkennungssystem namens PANGRAM. . Bei Daggermouth fanden sie unter anderem einen Wert von etwa 60 % "AI generativ" was die Autorin vehement bestreitet.
Was sollen wir davon halten?
Sicherlich gibt es heute diese Möglichkeit (zumindest AI assistiert oder als Ideenlieferant) , aber nun scheint es so, das viele (insbesondere die Indie Autoren) unter Verdacht stehen - warum?
Es gibt einen starken Ansteig bei Romanen im self-spublihing Segment in den letzten 2-3 Jahren – wo ebenfalls auch diese Form der AI langsam Fahrt aufnahm. Allerdings alles zeitlich davor halte ich dessen für unverdächtig da es einfach keine AI gab, die das leisten konnte.
Aber deren Werke jetzt unter einen Generalverdacht zu stellen schadet Autoren. Zahlenmäßig steigen solche Bucheigenveröffentlichungen (nicht weil AI diese massenhaft produziert oder Verlage diese ablehnen) , sondern weil sich AutorInnen bewusst für die Methode des seif-publishing entscheiden und ein Markt dafür vorhanden ist . Sie behalten so die Kontrolle vom Schreiben bis zur Vermarktung.
Die Software PANGRAM selbst ist zudem ein kommerzieller AI-Textdetektor - also selbst AI basiert . Deren Ergebnisse sind also zu hinterfragen , wenn Texte, bei denen man KI-Ursprung vermutet, durch KI-Erkennungstools analysiert und verdächtig werden. Denn das reale Trainingsmaterial von AutorInnen ist für beide (AI Detektor wie für die „schreibende“ AI ) dasselbe. Daraus eindeutige AI typische Muster zu erkennen, ist somit schwierig.
Man bedenke ebenfalls : Sämtliche LLM-KI-Modelle lernen auf der Basis urheberrechtlich geschützter Texte von Autoren – was im Grunde nichts anderes als Diebstahl von Copyright geschützter Werke ist. Wenn also PANGRAM 14.000 ebooks copyrightfrei(?) analysierte, weiß man letztendlich nicht, wozu die Daten gebrauchet werden (zu weiterem Training?).
Das Dilemma der AutorInnen: Sie können nur schwer beweisen, das sie keine AI einsetzen und wiederum die AI Erkennungssoftware das sie welche einsetzen durch erkennen "typischer Muster". Beide (detektierende wie schreibende AI) basieren auf Traningsdaten (Formulierungen) REALER AutorInnen.
(1) Daggermouth
original: https://www.goodread...235-daggermouth
Deutsch (in Vorb.) https://lyx-verlag.de/Buecher/Dark-Romance/Daggermouth/9783736328785
(2) The Atlantic
https://www.theatlantic.com/technology/2026/07/daggermouth-novel-bestseller-ai/688067/
Bearbeitet von head_in_the_clouds, Heute, 14:05.



