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SFCDblog: Weshalb Science Fiction Schund ist


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92 Antworten in diesem Thema

#31 simifilm

simifilm

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Geschrieben 09 November 2008 - 16:22

Nein, das Label ist mir eigentlich schnuppe. In meiner SF-Sammlung habe ich u.a. auch den "Satanskäfer" von Alistair MacLean, für mich definitiv SF. Es geht mir darum, daß in der allgemeinen Perzeption eben die oben postulierte Gleichung "SF=Schund" immer noch vom Establishment als Banner vor sich her getragen wird. So werden zum Beispiel viele Romane von Andreas Eschbach in Hamburg als Non-SF deklariert, von Buchhändlern wird diese Etikettierung auch vehement verteidigt. Das meinte ich mit "die SF ist noch lange nicht aus dem Ghetto raus", nicht die objektive literaturwissenschaftliche Realität. Bei der sind wir uns nämlich mehr oder minder vollständig einig, da diskutieren wir zwei so gerade eben noch über den Schmuck am Nachthemd. In der subjektiven Wahrnehmung des gemeinen Lesers, Buchhändlers und sonstigem Kulturbeflissenem sieht es aber schon ganz anders aus. Und diese Subjektivität erzeugt dann eine neue Realität. In der zum Beispiel ein Merkmal der SF ist, daß über Raumschiffe geschrieben wird. Wohlgemerkt, das ist nicht meine Meinung, diese Definition ist mir mehrfach entgegengeschlagen.
:)

Aber warum ist das für Dich oder irgendeinen anderen Fan wirklich von Belang? Ich bin davon überzeugt, wenn ich mich mit dem Sammeln von Teppichen beschäftigen würde, würde ich auch feststellen, dass die Leute völlig falsche Dinge als Perserteppich bezeichnen. Es ist nun mal so, dass alltagssprachliche Begriffe selten mit den Fachbegriffen einer bestimmten Gruppe übereinstimmen. Deshalb stellt sich der berühmte Mann von der Strasse (und mit ihm MRR) wahrscheinlich etwas Anderes unter SF als Du und ich und setzt es mit Raumschiffen und grünen Monstern gleich. - Na und?

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#32 †  a3kHH

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Geschrieben 09 November 2008 - 16:36

Diese Einschätzung von Buchhändlern und anderen, diese grundsätzliche Gleichsetzung eines Genres mit Schundliteratur hat dann auch Rückwirkungen auf das Genre, da viele Schriftsteller sich dann ebenfalls vom Genre abwenden. Ansonsten hast Du Recht, es kann (und ist) mir ziemlich egal, was andere bezüglich einer Kategorisierung denken. (Es sei denn, ich kann von dieser Kategorisierung wiederum etwas lernen, Stichwort "Todorov"). Aber wie gesagt, die negativen Rückkopplungen sind es, die mich stören. Und da sich soweit ich das sehe, diese aufschaukeln, halte ich sie auch nicht für harmlos. :)

#33 simifilm

simifilm

    Cinematonaut

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Geschrieben 09 November 2008 - 16:44

Diese Einschätzung von Buchhändlern und anderen, diese grundsätzliche Gleichsetzung eines Genres mit Schundliteratur hat dann auch Rückwirkungen auf das Genre, da viele Schriftsteller sich dann ebenfalls vom Genre abwenden

Wenden sie sich vom Genre oder von der Bezeichnung ab? Du hast Eschbach als Beispiel gebracht für einen Autor, der im Laden nicht (mehr) unter SF zu finden ist. Hat das dazu geführt, dass er nicht mehr SF schreibt? (Wobei ich sagen muss, dass gerade Eschbach nun wirklich kein Verlust wäre. Das eine Buch, das ich von ihm gelesen habe, war ganz einfach schlecht geschrieben. Ich hab mal in einer Rezension etwas gelesen à la "klingt wie eine schlechte Übersetzung aus dem Englischen", und genau so kam's mir auch vor). Man kann ja auch das Gegenteil beobachten: Eine Zeit lang war plötzlich alles Cyberpunk ...

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#34 Gast_Frank Böhmert_*

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Geschrieben 10 November 2008 - 09:19

Das wirklich Absurde an der ganzen Sache ist ja, dass viele SF-Fans irgendeinem imaginären elitären Literaturestablishment vorwerfen, dass es SF ignoriere, und dabei komplett übersehen, dass in der so genannten Hochliteratur sehr viel SF oder zumindest SF-Angehauchtes zu finden ist.

:smokin:

Ich lese seit Jahren die Literaturen, Untertitel "Das Journal für Bücher und Themen", was ja so die hochgestochenste deutsche Publikums-Literaturzeitschrift ist, und da wird eigentlich jeden Monat etwas besprochen, das mehr als deutlich ins SF-Genre hineinragt. Erschreckenderweise oft genug positiv. :blink:

Umgekehrt finden sich praktisch nicht einmal SF-affine "Hochliteraten" wie Houllebeque oder Saramago in den einschlägigen deutschen SF-Blättern ...

Was von SF-Seite aus als prutale Ghettomauer wahrgenommen wird, ist von draußen gesehen nur ein Jägerzäunchen ... :blink:

Bearbeitet von Frank Böhmert, 10 November 2008 - 09:27.


#35 Gast_Frank Böhmert_*

Gast_Frank Böhmert_*
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Geschrieben 10 November 2008 - 09:25

Das eine Buch, das ich von ihm gelesen habe, war ganz einfach schlecht geschrieben. Ich hab mal in einer Rezension etwas gelesen à la "klingt wie eine schlechte Übersetzung aus dem Englischen", und genau so kam's mir auch vor).

:smokin: Ich glaub, das war von mir. Jesus-Video, oder?

#36 Audiovisionär

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Geschrieben 10 November 2008 - 09:44

Ich definiere Schund gerne:- schlechter Schreibstil, kurze Sätze, Bild-Zeitungs-Jargon, einfache Sprache, kaum Lektorat- einfallslose oder zusammengeklaute Geschichten, Pferd = raumschiff, Indianer = Alien, Prinzessin = Prinzessin- Effekthascherei, Supertechnologien, Deus ex machina - der zufällige Retter aus dem Nichts- die Geschichte dreht sich immer um die ganze Welt, das gesamte Universum, nie um die Situation zwischen einer handvoll Menschen (wie Dick das so schön konnte)- Superhelden mit Superkräften besiegen ohne Slebszweifel nach kurzem Rückschlag das Böse- keinerlei Aussage - nicht mal Minimal - nur banale Unterhaltung- Gewalt, Krieg, Kampf als Lösung aller Probleme- Schwarz-Weiß-Malerei: Der Gegener als absolutes Böse (nein - die Borg sind nur Kommunisten, die das Kollektiv über das Individuum stellen)Welche Bücher liest man als pickliger, pubertierender Junge am liebsten?Ich habe 5 Freunde gelesen, Mädchen mögen Pferdebücher und "Dreibeinige Monster auf Erdkurs" waren für mich die Offenbarung. Auf diese Liste (beliebig erweiterbar auf viel Jugenliteratur) trifft KEINEs meiner Schund-Kriterien zu.Sie sind interessant, spannend, haben eine (kleine) Aussage, und wenn es nur heißt "Im Team schaffen wir ´s". (Immer noch besser als: Der Laser zerschnitt die schleimige Kreatur in zwei Dampfende Haufen.)Ich mache mich definitiv NICHT lustig über Jugenkultur und Bauklötze sind ein altersgerechter Einstieg.Übrigens: Meinen ersten Dick habe ich mit 16 in einer Stadtbücherei gefunden, im konservativen Schweinfurt. Der hieß auch noch LSD-Astronauten - Pickel hatte ich wenig und bis dahin Perry Rhodan gelesen - als dort der Post68er Humanismus ausbrach: Du - Kaiserin von Therm - ich hab´da echt Verständnis dafür, dass Du das Universum erobern musst. Aber wir sollten mal irgendwie in unserer Superintelligenz-Gruppe darüber sprechen - und so ...Selbst das hatte eine Minimal-Botschaft und war moderner, als die Sichtweise unseres Paparatzi (Das Böse existiert wirklich). Was noch fehlt: Die Abgrenzung zur Fantasy - ich habe mich auf dem Buchmessecon in die SF-freien Panels verirrt - Blut, Blut Blut - Vampire ... mehr dazu in einer der nächsten Andromeda Nachrichten.Aber schön, dass wir in einem SF-Forum nach dem Wahlkrampf wieder über Genre-Themen diskutieren.GrußJürgen

#37 Gast_Frank Böhmert_*

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Geschrieben 10 November 2008 - 09:57

Ich lese seit Jahren die Literaturen, Untertitel "Das Journal für Bücher und Themen", was ja so die hochgestochenste deutsche Publikums-Literaturzeitschrift ist, und da wird eigentlich jeden Monat etwas besprochen, das mehr als deutlich ins SF-Genre hineinragt. Erschreckenderweise oft genug positiv. :smokin:

Ich will das mal anhand der aktuellen Ausgabe illustrieren ...

... das Titelthema "Vorwärts ins Mittelalter" wird nicht nur mit den zu erwartenden klassischen Holzstichen illustriert, sondern auch mit großformatigen Abbildungen aus dem Computerspiel "Assassin's Creed".

... auf Seite 20, in einem Essay mit dem Titel "Willkommen in der Zeitmaschine": "Heute sind beide Mittelalter-Lesarten, die religiöse und die nationale, geschrumpft. Ersetzt worden sind sie durch einen neuen Typ von Vergangenheitsgebrauch: die touristische Inszenierung. Der amerikanische Bestsellerautor Michael Crichton hat diese neue Mittelalter-Nutzung in seinem Science-Fiction-Roman 'Timeline' 1999 schön beschrieben." Man beachte: Der Roman wird ausdrücklich als SF bezeichnet, so geschrieben übrigens, wie es SF-Fans gern geschrieben wissen wollen, und positiv gewertet.

... Seite 32ff., unter den Büchern des Monats: Dietmar Dath, "Die Abschaffung der Arten". Zitat aus dem Aufmacher: "... mixt Utopie, Science Fiction und Fantasy mit Evolutionstheorie, Philosophie, Pop und Horror. Jutta Persson ist entzückt ..." Man beachte: Es wurden alle drei Fantastik-Untergenres fachkundig getrennt erwähnt.

... auf der regelmäßigen Kinderbuch-Doppelseite ein alter Bekannter aus der Riege der Schundautoren: Alfred Bekker wird besprochen, mit seiner Serie um Leonardo da Vinci bei Arena. Ein Verriss? Nee: "... klappt wie am Schnürchen, ohne Überraschungen, aber auch ohne Aussetzer [...] vergnüglich". Ihm wird positiv attestiert, Fragen offen zu lassen und Interesse zu wecken.

Jägerzäunchen eben, gerade mal kniehoch ...

Bearbeitet von Frank Böhmert, 10 November 2008 - 10:04.


#38 Gast_Frank Böhmert_*

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Geschrieben 10 November 2008 - 12:26

Immer wieder lustig zu lesen ist, wie das Literarische Quartett, noch mit der heutigen Literaturen-Macherin Sigrid Löffler, tatsächlich einmal ein Perry-Rhodan-Heft besprochen hat: hier. :smokin:

#39 simifilm

simifilm

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Geschrieben 10 November 2008 - 14:02

:smokin: Ich glaub, das war von mir. Jesus-Video, oder?

Ich weiss nicht mehr, von wem die Rezension war. Ich glaube, sie war in einem Heyne SF-Jahr, und ich meine, sie war zu Der letzte seiner Art, aber vielleicht bringe ich das auch durcheinander. Auf jeden Fall ist das das Buch, das ich gelesen habe.

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#40 Gast_Frank Böhmert_*

Gast_Frank Böhmert_*
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Geschrieben 10 November 2008 - 14:22

Ich weiss nicht mehr, von wem die Rezension war. Ich glaube, sie war in einem Heyne SF-Jahr, und ich meine, sie war zu Der letzte seiner Art, aber vielleicht bringe ich das auch durcheinander. Auf jeden Fall ist das das Buch, das ich gelesen habe.

Oh. Nee, dann war das nicht von mir. Ich hab auch keine Rezension geschrieben, erst recht nicht im SF-Jahr, sondern das nur mal in irgendein Forum geworfen.

Über den "Letzten" hätte ich das auch nie behauptet. Aber egal. Ich glaube, du kannst froh sein, dass du es nicht mit dem "Jesus-Video" versucht hast. Das war wirklich extrem in dieser Hinsicht.

Andreas Eschbach ist für mich ansonsten ein Autor, der sich sprachlich immer wieder gesteigert hat.

#41 Gast_Michael Iwoleit_*

Gast_Michael Iwoleit_*
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Geschrieben 11 November 2008 - 03:18

Wie so oft, wenn sich Unkundige über SF äußern, würde ich Herrn Spiess, dem Verfasser dieses zweifhelhaftenArtikels, einen Rat ans Herz legen, den Dieter Nuhr einmal so treffend formuliert hat: "Wenn man keine Ahnung hat,einfach mal die Fresse halten."Wer sich nur ein bißchen mit Dicks Werk auskennt, müßte wissen, daß er durch sein Kurzgeschichtenwerk eherunzureichend charakterisiert ist. Etwa 70 von seinen 118 Kurzgeschichten entstanden in den ersten Jahren seinerschriftstellerischen Laufbahn, noch bevor er als Romanautor seinen Stil gefunden hatte (in einem Essay über Dickim SF-Jahr habe ich genauere Zahlen genannt). Dick ist als Romanautor wesentlich wichtiger denn als Story-Autor,und ein Großteil seiner Kurzgeschichten sind bestenfalls Vorübungen für das, was er später sehr viel intensiver inseinen Roman gemacht hat. Stimmt, er hat oft recht schludrig geschrieben. In seinen Hauptwerken in den Sechziger-jahren hat er bestenfalls einen flüssigen funktionalen Stil erreicht (über den er in seinen letzten Büchern und Storiesallerdings auch hinausgewachsen ist). Seine Stärken lagen eben auf anderen Gebieten, in den Charakterisierungen, den alptraumhaften Plots, der surrealen Phantasie, den philosophischen Konzepten. Und diese Stärken haben immerhin ausgereicht, daß Dick seit seinem Tod weit über die SF hinaus Einfluß ausgeübt hat und immer mehr Bewunderer findet. Man lese nur mal ein paar Interviews mit Regisseuren wie David Lynch, Terry Gilliam oder David Cronenberg, die Dick alle sehr gut kennen. Von unzähligen anderen Autoren, Musikern, Künstlern etc., die von Dick beeinflußt sind, ganz zu schweigen. Er wird also nicht gelesen, Herr Spiess? Ich halte es, nebenbei bemerkt, für einen literaturkritischen Offenbarungseid, wenn immer wieder -<gähn> - "1984"und "Brave New World" als Musterbeispiele für gute SF herhalten müssen. Genau besehen haben beide Romane nur als zeitkritische Dokumente Berühmheit erlangt. Besonders gut geschrieben sind sie nicht ("Brave New World"ist stellenweise ziemlich mies). Man könnte auf Anhieb dutzende SF-Romane nennen, die besser geschrieben sind.Ich ärgere mich, womit ich ja nicht hinterm Berg halte, oft genug über den Müll, der in der SF veröffentlich wird (insbesondere seit die Produktion von mindestens 5-bändigen Trilogien und das Auswalzen dürrer Bücher zu dicken Wälzern zum Standard geworden ist). Dennoch halte ich es, insbesondere wenn man als LiteraturkritikerPauschalurteile über ein Genre abgibt, für angebracht, daß man Unterschiede wahrnimmt und anerkennt. Wennman schon vorgibt, nach literarischen Kriterien zu urteilen, dann aber bitte sehenden Auges und nicht mit Scheu-klappen. Nehmen wir mal, um einen abenteuerlichen Vergleich zu riskieren, drei deutsche Literatur-Nobelpreisträger,Hesse, Böll und Grass. Was soll man von einem Literaturkritiker halten, der mir ernsthaft erzählen will, diese dreiseien bessere Schriftsteller als, sagen wir, Gene Wolfe oder LeGuin oder die Strugatzkis (insbesondere wenn mansich als Pauschalverächter der SF die Lektüre solcher Autoren gespart hat)? Was sagt man dazu? Geht's nochblöder?Andererseits finde ich aber das Zusammenzucken vor der ach so hochgeistigen "Hochliteratur", wie es in der SF-Szene kursiert, genauso verkrampft. Leute, es schadet nicht und tut nicht einmal weh, wenn man gelegentlichseinen Horizont erweitert. Ich lese gerade Philip Roths "Der menschliche Makel" und bin bereit, diesen Roman über99 % von allem zu stellen, was ich aus der SF kenne. Warum? Weil ich mit einem hochgeistigen Erlebnis prahlen will? Nein, weil der Roman mit einer Intensität und einer erzählerischen Wucht geschrieben ist, die mir kaum ein SF-Roman bieten kann. Im Laufe der Jahrzehnte ist, bei allem Schund, genug gute SF geschrieben worden, daßwir durchaus selbstbewußt zu unserem Lieblingsgenre stehen können. Allerdings sollte man schon einmal in diegroße weite Welt außerhalb der SF-Szene hinausschauen und anerkennen, daß es dort noch ganz andere Sachengibt (und die große weite Welt könnte mal zurückschauen und feststellen, was sie in der SF so alles übersehen hat).GrußMKI

#42 Diboo

Diboo

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Geschrieben 11 November 2008 - 09:02

(Immer noch besser als: Der Laser zerschnitt die schleimige Kreatur in zwei Dampfende Haufen.)

Och :rofl1: Dampfende Haufen können sowas schönes sein.

Bearbeitet von Diboo, 11 November 2008 - 09:03.

"Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, für Geld getan zu werden."
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#43 My.

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Geschrieben 11 November 2008 - 10:08

[klugscheißermodus]

(Immer noch besser als: Der Laser zerschnitt die schleimige Kreatur in zwei Dampfende Haufen.)

Diese "Dampfenden Haufen" müßten "dampfende Haufen" sein.

Dampfende Haufen können sowas schönes sein.

Und diese "Dampfenden Haufen" sind zwar korrekt, wären aber etwas "Schönes". My. [/klugscheißermodus]

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#44 Diboo

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Geschrieben 11 November 2008 - 10:16

[klugscheißermodus] Diese "Dampfenden Haufen" müßten "dampfende Haufen" sein. Und diese "Dampfenden Haufen" sind zwar korrekt, wären aber etwas "Schönes". My. [/klugscheißermodus]

Klugscheißerei kann auch etwas Schönes sein.

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#45 pirandot

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Geschrieben 11 November 2008 - 11:14

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#46 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 11 November 2008 - 11:48

Hi Michael, vielen Dank für deinen vampirzeitlichen Beitrag! Eine Wohltat für Augen und graue Zellen. Jetzt müsste ich mich mal überwinden den Spieß'schen "rant" zu lesen, aber gerade habe ich keine Zeit dazu (Tageslicht = Gehirnfunktion läuft im "silent running" :rofl1:)...

/KB

Yay! KI-generiertes SF-Zitat Ende November...
"In the sprawling city forums of the galaxy, where chaos reigns and time flows differently, true power is found not in dominance, but in moderation. The wise use their influence to temper ambition with reason, and chaos with order."

(auf Bing.de generierter Monolog von der Copilot-S/W - die ich hiermit NICHT bewerbe! - nach Aufforderung nach einem "s.f. quote" mit einem bestimmten Wort darin; ich ersetzte nur das 4. Wort mit "city forums")


#47 †  a3kHH

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Geschrieben 11 November 2008 - 12:27

Andererseits finde ich aber das Zusammenzucken vor der ach so hochgeistigen "Hochliteratur", wie es in der SF-Szene kursiert, genauso verkrampft. Leute, es schadet nicht und tut nicht einmal weh, wenn man gelegentlich seinen Horizont erweitert. Ich lese gerade Philip Roths "Der menschliche Makel" und bin bereit, diesen Roman über 99 % von allem zu stellen, was ich aus der SF kenne. Warum? Weil ich mit einem hochgeistigen Erlebnis prahlen will? Nein, weil der Roman mit einer Intensität und einer erzählerischen Wucht geschrieben ist, die mir kaum ein SF-Roman bieten kann. Im Laufe der Jahrzehnte ist, bei allem Schund, genug gute SF geschrieben worden, daß wir durchaus selbstbewußt zu unserem Lieblingsgenre stehen können. Allerdings sollte man schon einmal in die große weite Welt außerhalb der SF-Szene hinausschauen und anerkennen, daß es dort noch ganz andere Sachen gibt (und die große weite Welt könnte mal zurückschauen und feststellen, was sie in der SF so alles übersehen hat).

Hoh, Brauner, brrr ! Natürlich habe ich auch andere Genres gelesen, Heinrich Mann [eben der bessere des Bruderpaares] ebenso wie William Somerset Maugham oder Hans Helmut Kirst. Von diesen dreien habe ich auch das Gesamtwerk hier rumstehen, teilweise in Erstausgaben (leider nicht signiert). Natürlich kenne ich Tuchman, Tolstoi (beide), Puschkin und Dostojewski. In meiner Bibliothek stehen ebenfalls Michener, Uris, Remarque, Dürrenmatt, Clavell, Lenz und Goethe. Also erzähl' mir nix von "Angst vor Hochliteratur". Nur : Mir gibt die "Hochliteratur", von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht viel. Das meiste, was ich dort lese, habe ich um Klassen besser bereits vor Jahren in der phantastischen Literatur (SF, Fantasy, Horror, ich bin da extremst flexibel) gelesen.
:rofl1:

#48 simifilm

simifilm

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Geschrieben 11 November 2008 - 12:35

Hi Michael, vielen Dank für deinen vampirzeitlichen Beitrag! Eine Wohltat für Augen und graue Zellen. Jetzt müsste ich mich mal überwinden den Spieß'schen "rant" zu lesen, aber gerade habe ich keine Zeit dazu (Tageslicht = Gehirnfunktion läuft im "silent running" :rofl1:)...

Den Artikel zu lesen, lohnt sich nicht wirklich. Nicht zuletzt weil es darin eben gerade nicht um die SF als Genre geht, sondern lediglich um die genannte Dick-Neuauflage ...

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#49 Oliver

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Geschrieben 11 November 2008 - 12:54

Ich hoffe, das führt jetzt nicht zu sehr ab, eigentlich passt es aber zum Thema:

Natürlich habe ich auch andere Genres gelesen, Heinrich Mann [eben der bessere des Bruderpaares] ebenso wie William Somerset Maugham oder Hans Helmut Kirst. Von diesen dreien habe ich auch das Gesamtwerk hier rumstehen, teilweise in Erstausgaben (leider nicht signiert). Natürlich kenne ich Tuchman, Tolstoi (beide), Puschkin und Dostojewski. In meiner Bibliothek stehen ebenfalls Michener, Uris, Remarque, Dürrenmatt, Clavell, Lenz und Goethe. Also erzähl' mir nix von "Angst vor Hochliteratur".

Es fällt schwer, hierauf nicht sarkastisch zu antworten. Was meinst Du bitte bei Kirst mit "Hochliteratur"? Dass der hoch oben bei Dir im Regal steht? :rofl1: Und auch bei Clavell, Michener und Uris kann man, trotz all ihrer Meriten, ins Zweifeln kommen, wenn man sie mit Dürrenmatt, Tolstoi und Goethe in einem Atemzug nennt. Ich weiß, die Kategorisierung ist nicht so ganz einfach, aber wir sollten bei "Hochliteratur" schon nicht von völlig verschiedenen Begriffen reden. Wenn Du Kirst nennst, sind Konsalik und irgendwann auch Rellergerd (=Jason Dark) nicht weit. Nicht alles, was außerhalb der SF/F geschrieben wird, ist gleich "Hochliteratur".
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  • • (Buch) Neuerwerbung: Sherlock Holmes - Aus den Geheimakten des Weltdetektivs (Sammelband, 1973, mit 15 Heftromanen (1907/1908))
  • • (Film) gerade gesehen: "Das Testament des Dr. Mabuse" (Fritz Lang)
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#50 valgard

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Geschrieben 11 November 2008 - 13:11

Ich hoffe, das führt jetzt nicht zu sehr ab, eigentlich passt es aber zum Thema: Es fällt schwer, hierauf nicht sarkastisch zu antworten. Was meinst Du bitte bei Kirst mit "Hochliteratur"? Dass der hoch oben bei Dir im Regal steht? :rofl1: Und auch bei Clavell, Michener und Uris kann man, trotz all ihrer Meriten, ins Zweifeln kommen, wenn man sie mit Dürrenmatt, Tolstoi und Goethe in einem Atemzug nennt. Ich weiß, die Kategorisierung ist nicht so ganz einfach, aber wir sollten bei "Hochliteratur" schon nicht von völlig verschiedenen Begriffen reden. Wenn Du Kirst nennst, sind Konsalik und irgendwann auch Rellergerd (=Jason Dark) nicht weit. Nicht alles, was außerhalb der SF/F geschrieben wird, ist gleich "Hochliteratur".

Was ich ich als unbedarften Leser, der nicht alles list und auch nicht alles gelesen hat und auch icht alles lesen wird und auch kann, mich immer so frage: Wer definiert Hochliteratur? Und warum sollte dieser "Wer" Recht damit haben? valgard
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Wer definiert Hochliteratur?

Snobs. :rofl1:

#52 Amtranik

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Geschrieben 11 November 2008 - 14:14

Snobs. :rofl1:

Leute mit hohen Bücherregalen :rofl1:

#53 simifilm

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Was ich ich als unbedarften Leser, der nicht alles list und auch nicht alles gelesen hat und auch icht alles lesen wird und auch kann, mich immer so frage: Wer definiert Hochliteratur? Und warum sollte dieser "Wer" Recht damit haben? valgard

Dass man über diese Frage, genau so wie über die Frage, was Kunst oder Literatur überhaupt ist, end- und fruchtlos streiten kann, ist klar. Dass es aber Autoren gibt, die inhaltlich, stilistisch, vom eigenen Anspruch her etc., sehr viel weniger herausfordernd, anspruchsvoll etc. sind als andere, ist wohl ebenfalls unbestritten. Und dass Konsolik und Uris eher zu Ersteren gehören, während Goethe und Mann den Letzteren zuzuordnen sind, wird wohl auch kaum jemand ernsthaft bezweifeln wollen.

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#54 Kaffee-Charly †

Kaffee-Charly †

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Geschrieben 11 November 2008 - 14:27

Snobs. :rofl1:

Du sagst es!

Mir sind die Meinungen der sogenannten "Literatur-Experten" vollkommen wurscht.

Ich lese nur aus zwei Gründen: um mir Wissen anzueignen und zur Unterhaltung.
Und manches, was als "Hochliteratur" bezeichnet wird, unterhält mich in keiner Weise.
Meist nehme ich es nur als langweiliges und gestelztes Gelaber wahr.
Ein Beispiel dafür ist Hermann Hesse. Dessen Bücher sind hervorragende Einschlaf-Hilfen.

Für mich ist Unterhaltungs-Literatur nur dann gut, wenn sie mich auch gut unterhält.
Ob der Schreibstil nun eloquent oder einfach ist, spielt zwar eine gewisse Rolle, ist für mich aber eigentlich zweitrangig.
Alle anderen Kriterien haben für mich keine Bedeutung.
Ich will nämlich einfach nur Lese-Spaß haben - sonst nix!

Kaffee-Charly

#55 simifilm

simifilm

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Geschrieben 11 November 2008 - 14:32

Du sagst es! Mir sind die Meinungen der sogenannten "Literatur-Experten" vollkommen wurscht. Ich lese nur aus zwei Gründen: um mir Wissen anzueignen und zur Unterhaltung. Und manches, was als "Hochliteratur" bezeichnet wird, unterhält mich in keiner Weise. Meist nehme ich es nur als langweiliges und gestelztes Gelaber wahr. Ein Beispiel dafür ist Hermann Hesse. Dessen Bücher sind hervorragende Einschlaf-Hilfen.

Wer Hesse für grosse Literatur hält, hat seine Pubertät noch nicht hinter sich gebracht ...

Bearbeitet von simifilm, 11 November 2008 - 14:41.

Signatures sagen nie die Wahrheit.

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#56 †  a3kHH

†  a3kHH

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Geschrieben 11 November 2008 - 14:34

Dass man über diese Frage, genau so wie über die Frage, was Kunst oder Literatur überhaupt ist, end- und fruchtlos streiten kann, ist klar. Dass es aber Autoren gibt, die inhaltlich, stilistisch, vom eigenen Anspruch her etc., sehr viel weniger herausfordernd, anspruchsvoll etc. sind als andere, ist wohl ebenfalls unbestritten. Und dass Konsolik und Uris eher zu Ersteren gehören, während Goethe und Mann den Letzteren zuzuordnen sind, wird wohl auch kaum jemand ernsthaft bezweifeln wollen.

Ich finde Deine Vorurteile interessant. Die Steilvorlagen dieses Threads werden langsam immer besser. Teilen denn andere Deine persönlich-subjektive Meinung, hast Du dafür irgendwelche Belege ?
Ganz davon abgesehen : Genau dieser Ungeist ist es, der Spießsche "Kritiken" fördert. Goethe mit seinem Fantasy-Kladderadatsch ist ebensowenig Konsalik überlegen wie Thomas Mann mit seiner "Fackeln im Sturm"-Variante.
:rofl1:

Bearbeitet von a3kHH, 11 November 2008 - 14:36.


#57 Kaffee-Charly †

Kaffee-Charly †

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Geschrieben 11 November 2008 - 14:41

Nachtrag:Für mich gibt es keine "Hochliteratur".Ich kenne nur drei Arten: informativ, unterhaltsam, langweilig.Kaffee-Kanne(der immer noch gerne sogenannte "Schundromane" liest)

#58 †  a3kHH

†  a3kHH

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Geschrieben 11 November 2008 - 14:41

Leute mit hohen Bücherregalen :rofl1:

Vorsichtig, gaaanz vorsichtig ! :coool: :devil:

#59 simifilm

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Geschrieben 11 November 2008 - 14:44

Ich finde Deine Vorurteile interessant. Die Steilvorlagen dieses Threads werden langsam immer besser. Teilen denn andere Deine persönlich-subjektive Meinung, hast Du dafür irgendwelche Belege ?
Ganz davon abgesehen : Genau dieser Ungeist ist es, der Spießsche "Kritiken" fördert. Goethe mit seinem Fantasy-Kladderadatsch ist ebensowenig Konsalik überlegen wie Thomas Mann mit seiner "Fackeln im Sturm"-Variante.
:coool:

Merkst Du eigentlich, dass Du gerade eine Wertung reingebracht hast, während bei mir keine vorhanden war (zumindest war es nicht so gedacht)? Wenn ich sage, dass Thomas Mann stilistisch anspruchsvoller ist als Konsalik, ist das etwas, was Du überprüfen kannst. Wenn ich sage, dass er die anspruchsvolleren Themen behandelt, ebenfalls. Vom eigenen Anspruch der Autoren ganz zu schweigen. Ob Dir das persönlich gefällt, ist dagegen eine ganze andere Frage. Es geht mir gar nicht darum, was besser ist, es geht darum, dass es Unterschiede gibt. Wenn jemand lieber Konsalik als Mann liest - ist mir wurscht. Die Unterschiede sind aber da.

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#60 Kaffee-Charly †

Kaffee-Charly †

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Geschrieben 11 November 2008 - 14:49

Leute mit hohen Bücherregalen :coool:

Hihi. Dann wären bei mir die Hefte und Magazine die "Hoch-Literatur", weil ich die immer ganz oben ins Regal packe. Die dicken Schwarten und Bildbände sind dann meine "Tief-Literatur", weil die immer unten stehen. Wegen des Gewichts ist das auch meine "schwere Literatur". Grinssssss......... :rofl1: Kaffee-Pott


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