✧✧✧ Musik zur Rekapitulation & Prolepsis ✧✧✧
Heute haben wir im beim Hildesheimer Lokalsender Radio Tonkuhle die Sendung über "Zurück" aufgezeichnet. Ich stelle unsere neue Anthologie in der Sendung "High Noon" der Hildesheimlichen Autoren vor. Ausstrahlungstermin wird Samstag, 17. Oktober, sein. Beginn ist um 12 Uhr.
Ich habe für die einstündige Sendung einen rund 45-minütigen Auszug aus meiner Geschichte "Der blutrote Möwenschild" eingesprochen. Es ging um Ardua, den Kronprinzen des Landes Movenna, der in den Eisigen Einöden seinen vor über 20 Jahren verschollenen Großvater, König Harvart, aufspüren will, außerdem um ein monströses Eisungeheuer, das nach und nach die Ponys der Expedition auf bestialische Weise zefleischt, und um das Geheimnis des Möwenschildes, den Ardua und die Könige Movennas führten.
Die Aufnahmeleitung lag in den bewährten Händen von Jens Volling, Vorsitzender der Hildesheimlichen Autoren, der mir jetzt noch - hoffentlich - alle Verhaspeler aus der Tondatei herausschneiden wird. Ein bisschen Arbeit kam da schon auf ihn zu. Es war meine erste Lesung aus dem Text, da gab es noch einige Ecken und Kanten, die ich noch nicht so gut kannte.

Es war eine Aufzeichnung unter erschwerten Bedingungen, da im Sender gerade renoviert wurde. Der Maler fragte vorher an, ob er noch kurz saugen dürfe. Wir hatten nichts dagegen, wir mussten ja vor Aufnahmebeginn noch alles hochfahren, einstellen, Papiere ordnen. Der Staubsauger war tatsächlich sehr laut. Kein Problem, das ging vorbei. Aber dass der Maler dann während der Aufnahme noch anfing, irgendetwas von der Wand abzuschaben, hat schon sehr gestört. Da machten wir erstmal Pause. Irgendwann heulte dann auch noch eine Bohrmaschine auf. Ich kann es nicht beschwören, aber ich glaube, die Aufnahmekabinen waren in den alten Räumlichkeiten in der Andreaspassage doch etwas besser schallisoliert als am Amgoulême-Platz. Hoffentlich hört man nichts davon in der Aufnahme. Stellt euch einfach vor, die Bohrmaschine sei der Nordsturm, der in den Eisigen Einöden heult, ja?
Ich hatte mir zur musikalischen Gestaltung zwei Lieder der Gruppe "Sedaa" mitgenommen. Eine mongolisch-persische Band, die ich dieses Jahr beim Goslarer Churchwalk kennen gelernt hatte. Der mongolische Kehlkopfgesang schien mir so recht geeignet, die Bedrohung durch den unheimlichen Eisdämon darzustellen, den die Plukku, ein Naturvolk aus dem Norden Movennas, als "Frysboern" bezeichnen. Außerdem gibt es eine kurze Sequenz von Daria Spiridonova aus den "Songs from there", in dem sie ein Thema aus der Inuit-Musik variiert. Ihr dürft gespannt sein.

Im Rahmen des Fanzine-Austauschs komme ich immer wieder mal in den Genuss, die Werke und Produkte von Denis Vidinski / Edition Dryade in die Hände zu bekommen.
Hier mal wieder zwei „Brennesseln“. (2 „n“ in der Mitte reichen):
Einmal mit wenig, das andere Mal mit mehr Text. Die kleinen Dinger sind so richtige Atempausen, Ruhepole, literarische Konzentrationsübungen. Man hat hier ganz schnell den Eindruck, was Besonderes in den Händen, vor den Augen und für den Geist zu haben.
Denis ist ja immer mal auf Fanzine-Messen u.a. Cons unterwegs, ansonsten kann man ihn auch mal fragen. Viele Exemplare gibt es davon ja nicht…
Bild: BRENNESSEL 20 (Hans Jörg Przygoda: Später Besuch) und 21 (Stefanie Raasch: Die Dunklen Steine) + Grußkarte mit wichtigem & richtigem Motto
Wie jedes Jahr war ich gespannt auf die aktuell stattfindenden ZKFT. Kulturelle Höhepunkte laden zum Verweilen ein, Lesungen, Workshops, Krimicomedy und vieles mehr.
Besonders freute ich mich über die Möglichkeit, neben der Personalausstellung von Gerlach Bente, wieder mit vielen anderen Künstlern im Museum Bilder zeigen zu können.
Mir gefällt das Ambiente. Voller Ehrfurcht bewunderte ich, wie beim letzten Mal, die herrlich alten Kreuzgänge des ehemaligen Franziskanerklosters.
Die Werke wurden von der Kuratorin angenommen und passend präsentiert.
Natürlich war die Vernissage gut besucht. Reden wurden gehalten, bemerkenswerte Gesangseinlagen mit musikalischer Begleitung gehörten dazu.
Beim Schlendern durch die Gänge fand ich die Bilder einer Künstlerin aus Jever. Ihre Arbeiten fielen mir schon mehrmals auf. Ich hatte das Glück, die Malerin Monika Reuss selbst in dem alten Gemäuer zu treffen und konnte ein wenig mit ihr plaudern. Das war eine wichtige und schöne Erfahrung für mich.
Die ZKFT geht bis zum 15. März 2026.
Ein Hinweis: In der Zerbster Stadthalle findet am 18.3.2026 um 19.00 Uhr eine Bonus-Veranstaltung statt. Arno Strobel liest aus seinem neuen Buch Ungelöst - Die erste Zeugin. Das würde mich auch interessieren.
Jeder 6. Mensch in Deutschland liest keine Bücher.
Das geht aus einer Umfrage (2024) hervor (DACH-Länder, Frankreich,Italien; 5000 Befragte) , die im Auftrag des Onlinebuchhändlers Galaxus in Auftrag erstellt und Anfang diesen Jahres veröffentlicht wurde .
Demnach kommen hierzulande 1/3 der Befragten auf 1-3 Bücher im Jahr. Nur die Hälfte will künftig mehr lesen – was den niedrigsten Wert darstellt. Ähnlich Lesefaul zeigt sich höchstens noch Frankreich.
Deutsche benutzen vergleichsweise häufiger ebooks (19%) - und Hörbücher (11%). Zur Lesefaulheit der Deutschen passt letzteres wiederum, dass sie im europäischen Vergleich die meisten Hörbücher konsumieren – jede zehnte Person in der Bundesrepublik lässt sich Bücher vorlesen.
Das Lieblingsgenre was Spekulative Fiction anbelangt ist bei Deutschen die Fantasy – Franzosen stehen eher auf Science-Fiction (s. 2. Grafik).
Frauen lesen dagegen häufiger Romane: in Deutschland beispielsweise 3 von 5 Frauen und nur 2 von 5 Männern.
Quelle:
https://www.galaxus....e-buecher-36136
bitte auf Grafiken klicken zum vergrössern:
Nur was endet, hat bekanntlich einen Sinn: Also ist es Zeit, dass auch dieser Vlog zu Ende geht – alles hat ein Ende, ergo auch das Ende. See you in a better place... ¯\_(ツ)_/¯
Die Leiden des jungen Verlegers
...
Ich bin mal wieder spät dran*, und tausche außerdem für diesen & den nächsten Eintrag die Neu-/Alt-Reihenfolge. Es handelt sich hier platzhaltend um ein Buch aus der Dr.-Seuss-Reihe, die in den 60ern die Vorgehensweise beim Lesen-Erlernen für Kinder revolutionierte. Außerdem hält sich das Buch an die Nonsens-Tradition von anderen Kinderbüchern seit Alice in Wonderland, was Kindern (& mir, übrigens) sicher so gut wie immer gefällt. (Und: Eine brandneue audiovisuelle Umsetzung erscheint heuer auf Netflix!)
Im Buch erscheint ein frecher Kleinling namens Sam-I-Am, auf einem hund-ähnlichen Wesen vorbei-reitend, der einen älteren, größeren Pelzherren mit hohem schwarzen Hut auf die Nerven geht. Dieser sagt öfter "I do not like", anfangs in Richtung Sam, aber kurz danach auch dem Gericht das ihm Sam unter die Nase hält - Schinken mit grünen Spiegeleiern! Als aber der Schwarzhütige dies das erste Mal nicht mag, schaltet der Rothütige schlauerweise auf die Logikschiene - mag der Ältere das Gericht vielleicht an einem anderen Ort? Denn schließlich isst das Hirn ja mit, und vielleicht fühlt der Andere sich anderswo wohl(gesinnt)er?
Lässt sich der junge bzw. sich nicht alt fühlende Leser darauf ein, ist klar womit das restliche Buch gefüllt wird - den absurdesten Orten & Vehikeln, wo Schinken mit solchen Spiegeleiern vielleicht doch schmecken könnte... Irgendwann gibt der inzwischen durchnässte Schwarzhütler auf - und dann geschieht noch ein kleines Wunder!
Seuss hat wohl damals die altmodischen "anspruchsvolleren" Kinderbücher - wie ev. auch Alice? - in die Ecke gepfeffert und mit jemandem eine Wette ausgemacht, dass er ein besseres erstes Lesebuch mit einem Vokabular von nur 50 Wörtern erstellen könnte. Ein Buch wie dieses locker gereimte war das Ergebnis. (Das hier ist neben dem früheren Cat in the Hat das bekannteste aus seiner langen Serie.
Es gibt endlose Marketingumsetzungen davon! Ich behaupte, dass auch Hip-Hopper Will-I-Am sich daraus hat inspirieren lassen.)
Was ich an den Seuss-Büchern so toll finde, ist dass nicht nur die Texte schnell ins Absurde kippen, sondern die Illustrationen das praktisch von Anfang an tun, mit wilderen Aufstellungen mit jeder Seite. Die Protagonisten sind meist Tiere, oft eher unidentifizierbar - aber definitiv "furry" - und die tanzen/schweben/schwimmen in der Weltgeschichte herum, meist irgendwas unmöglich balancierend, umgeben von staunenden - oder selbst irgendwelche Stunts ganz lässig durchführenden - Zuschauern. Seuss stellt seine Welten subversiv gaga dar. (Oder angemessen der Zeitperiode: Dada! Apropos: Ich finde lustig, wie dieses 1. Buch die klassisch-amerikanisch-kapitalistische Rolle des ewigen nie-aufgebenden Verkäufers parsifliert!)
Diese Idee des einfacheren Anfangslernen wurde kurz danach dann auch von Sesame Street im TV fortgesetzt, und von vielen anderen Einrichtungen im Westen angewandt. Die US-TV-Serie wird übrigens im November ein halbes Jahrhundert alt! ![]()
Fazit: Am besten VORM Schauen bei Netflix sich mindestens ein Buch aus der Reihe mal reinziehen! Nachher kann man es einer Lieblingsenkelin oder so schenken; wird bestimmt mit großem Dank entgegen genommen.
(* offiziell ist das hier der Juli-Beitrag!!)
Regenbogen-Leseprobe.pdf (162,72K)
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