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Schaumschwester -- SF-Roman von Thor Kunkel


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291 Antworten in diesem Thema

#211 molosovsky

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Geschrieben 20 August 2010 - 17:10

Da haste Recht T.H. Ich hab schlicht nicht Zeit, in jeden (nicht mal jeden zweiten, dritten, vierten, fünften) Thread, dessen Thema mich nicht interessiert, oder dessen Inhalt mich nervt, anödet oder sonstwie negativ sekkiert kurz entsprechend zu kommentieren. Legetim finde ich solche Meldungen aber durchaus, wenn sie kurz und knapp bleiben (gibt dann ja Einblick in die *Befindlichkeit des Forums-Kollektivs*). Nur wenn man dann anfängt, über Bücher (bzw. Werke), die man nicht gelesen hat, oder Autoren, die einen eh nicht interessieren Länge mal Breite abzulästern, wirds finde ich heikel. Zu Thema selbst später mehr von mir. Grüße Alex / molo

MOLOSOVSKY IST DERZEIT IN DIESEM FORUM NICHT AKTIV: STAND 13. JANUAR 2013.

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#212 molosovsky

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Geschrieben 20 August 2010 - 21:54

{†¦} aber ganz anscheined ist das Dritte Reiche ein Thema, das Kunkel nicht nur in seinen Romanen umtreibt.

Tatsächlich ist Kunkels Themenfächer größer, aber seit »Endstufe« hat eine den Blick auf Autor und Bücher hinderliche Blickverengung stattgefunden. Schade eigentlich. Ist aber anscheinend etwas, das eben typisch Drittes Reich ™ ist. Ich persönlich vertrete zwar durchaus entschieden die Ansicht, dass es angebracht ist, abzulassen davon, das Dritte Reich unter ver-absolutierenden Vorzeichen zu betrachten (siehe die Formel von der ›Singularität des Grauens‹), mich aber eine schwer bestimmbare Ratlosigkeit packt, wenn im Detail klarere Perspektiven skizziert werden sollen, und gewagt werden soll, wie man ›anders‹ über das Phänomen Drittes Reich gesprochen werden soll. †” Gerade deshalb will mir eine Haltung wie die von Martin Walser nicht für allgemein ratsam erscheinen, dass man nämlich das Denken über das Dritte Reich und seiner Auswirkungen zu einer Privatache erklärt und »es genug sein soll«.

Ein Detail, das zu verhandeln und darüber zu streiten sich m.E. lohnt, ist eben die Frage: Was hat das Dritte Reich der heutigen Weltgesellschaft an kulturellem und ideologischem Erbe vermacht? †” Wie gesagt: ich bin kein so verbissener Kunkel-Fan um zu verlangen, dass jeder Leser den Ansatz, den Kunkels Bücher anbieten gut heißt. Aber ich kann immer nur wieder den Kopf schütteln, wie allergisch auf seine Sachen (und nicht nur die) reagiert wird. †” (Ich kann mich noch erinnern, wie einigen bereits die Indianer Jones-Nazis zu viel waren, oder so ein ehrbarer Roman, wie Robert Harris erster Roman »Vaterland«.)

T.H. schrieb da ganz ähnlich, und ich empfinde ähnlich, wenn er meint und fragt:

Mich erstaunt und erschreckt immer wieder, wenn ich bemerke, dass etwas (...) aus dieser Un-Zeit noch immer da ist. Wenn mich jemand darauf aufmerksam macht, kann ich dies nicht so verstehen, dass er damit die schlimmen Dinge dieser Zeit "relativieren" (=verharmlosen?) möchte, oder?

Wobei mich ja folgendes fasziniert: Die toxische Strahlung des Dritten Reiches ™ strömt ja nicht nur vorwärts in die Geschichte, hinein in unsere Gegenwarts und weiter bis in unsere Zukunftsvorstellungen, sondern frisst sich ebenso rückwärts in die Vergangenheit. Die Liste der zu ›Vorläufern und geistigen Wegbereitern‹ Stigmatisierten mag zwar unklar sein, aber es werden immer wieder Kandidaten genannt. Nietzsche, um nur ein klares Beispiel zu nennen (das irrste Beispiel ist die Aussage, dass »die Tafelmalerei zum Faschismus geführt hat«, wie die Kuratoren einer Ausstellung in Wien einst meinten).

Genug Gedanken schweifen lassen für den Augenblick.

Grüße
Alex / molo

Bearbeitet von molosovsky, 20 August 2010 - 22:07.

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#213 Gast_Frank W. Haubold_*

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Geschrieben 21 August 2010 - 00:41

Wobei mich ja folgendes fasziniert: Die toxische Strahlung des Dritten Reiches ™ strömt ja nicht nur vorwärts in die Geschichte, hinein in unsere Gegenwarts und weiter bis in unsere Zukunftsvorstellungen, sondern frisst sich ebenso rückwärts in die Vergangenheit. Die Liste der zu ›Vorläufern und geistigen Wegbereitern‹ Stigmatisierten mag zwar unklar sein, aber es werden immer wieder Kandidaten genannt. Nietzsche, um nur ein klares Beispiel zu nennen (das irrste Beispiel ist die Aussage, dass »die Tafelmalerei zum Faschismus geführt hat«, wie die Kuratoren einer Ausstellung in Wien einst meinten).


Das fasziniert mich schon lange nicht mehr, sondern stößt mich in einer Weise ab, die es mir fast unmöglich macht, Gelassenheit zu bewahren.

Leute, die den Gedanken Nietzsches, Heideggers, Jüngers oder Benns nicht einmal im Ansatz folgen können, spielen sich in einer Weise als Moralisten und deren Kritiker auf, die der seinerzeitigen Verfolgung von "undeutschem Schrifttum" so verdächtig ähnelt, daß man auf den Gedanken kommen könnte, daß die entsprechenden Protagonisten unter anderen gesellschaftlichen Umständen heute im Braunhemd unterwegs wären.

Damit erschöpft sich Tatendrang der Geschichts- und Kulturbereiniger aber nicht, denn inzwischen sind auch die Dichter der Befreiungskriege, Philosophen und religiöse Autoritäten fast jeden Zeitalters, sofern deutsch, längst nicht nur verdächtig, sondern bereits der posthumen Hervorrufung des Nationalsozialismus überführt. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die entsprechenden Werke aus den Bibliotheken entfernt und auf den Index jugendgefährdender Schriften gesetzt werden (das fällt im Ausland nicht so auf wie Bücherverbrennungen), während sich der medial verblödete Pöbel auf "Events" "amüsiert" und den Untergang der eigenen Kultur (der seinem eigenen nur vorauseilt) feiert.

Vor diesem Hintergrund ist Kunkels "Schaumschwester" beinahe eine positive Utopie. ;)

FWH

#214 molosovsky

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Geschrieben 21 August 2010 - 04:33

Moin Frank. (Kleiner OT-Schlenker): Nietzsche hab ich ja selber genannt, Jünger und Heidegger weiß ich, dass ich gern mal mit »Sind pöse Nazis«-Keule gedöngelt werden, aber Benn?!? Von dem ist einer der besten Anti-Nazi-Essays die ich kenne. Jetzt wach. Grüße Alex / molo

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#215 Gast_Frank W. Haubold_*

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Geschrieben 21 August 2010 - 07:17

Moin Frank.
(Kleiner OT-Schlenker): Nietzsche hab ich ja selber genannt, Jünger und Heidegger weiß ich, dass ich gern mal mit »Sind pöse Nazis«-Keule gedöngelt werden, aber Benn?!? Von dem ist einer der besten Anti-Nazi-Essays die ich kenne.

Jetzt wach.
Grüße
Alex / molo


Das hat die Blockwarte der politischen Moral doch noch nie gestört. Zitat gefällig:

"Benn hat auch die Grenzen des politisch Tolerierbaren überschritten, als er sich 1933 auf den Nationalsozialismus einließ, die Gleichschaltung der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste betrieb und damit mitverantwortlich für die Vertreibung von Autoren wie Heinrich Mann oder Alfred Döblin gewesen ist. Trotz dieser von umfangreichen Essays begleiteten Entgleisung wurde Benns Rang als Lyriker und Essayist literaturhistorisch (bislang, FWH) kaum je in Frage gestellt ..."
Link

Gruß
FWH

Bearbeitet von Frank W. Haubold, 21 August 2010 - 07:22.


#216 simifilm

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Geschrieben 21 August 2010 - 08:06

Leute, die den Gedanken Nietzsches, Heideggers, Jüngers oder Benns nicht einmal im Ansatz folgen können, spielen sich in einer Weise als Moralisten und deren Kritiker auf, die der seinerzeitigen Verfolgung von "undeutschem Schrifttum" so verdächtig ähnelt, daß man auf den Gedanken kommen könnte, daß die entsprechenden Protagonisten unter anderen gesellschaftlichen Umständen heute im Braunhemd unterwegs wären.


Ja, Leute, die sich als Moralisten aufspielen, sind in der Tat langweilig und doof †¦

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#217 molosovsky

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Geschrieben 21 August 2010 - 08:20

Moralist sein und sich als Moralist aufspielen ist ja nicht das gleiche. Ich kann mich noch erinnern an meine Freude darüber, wie vor vielen Jahren Max Goldt vom Feuilleton- und Literatur-Establishment langsam entdeckt wurde, und die Meinung kursierte, Goldt sei nicht nur einer, der zeigt, was sich Ergötzlich-Komisches mit der deutschen Sprache anstellen lasse, sondern er sei darüberhinaus ein beachtenswerter Moralist und (im guten Sinne) kritischer Zeitläuftenbeobachter. Gefreut hat mich das, weil es m.E. eben stimmt. Also Autoren die Moralisten sind, und zwar gute, habe ich also gar nix dagegen. Karl Kraus oder Kurt Tucholsky möchte ich nicht missen. -- Okey, ich stelle nun Kunkel nicht auf eine Stufe mit diesen genannten, bin aber nicht der Meinung, dass er ein Moralist ist oder sich als einer aufspielt. Um das einschätzen zu können, hat er noch zu wenig vorgelegt, auch wenn die Entwicklungsrichtung seines Werkes durchaus in Aussicht stellt, dass Kunkel sich noch zu einem Moralisten entwickeln könnte. Bisher stufe ich ihn ein, als einen Autor, der vergnügliche Romane schreibt, die auf eine lebendige Weise im Deutschen Dinge miteinander verbinden, wie es eben sonst kaum einer macht. Grüße Alex / molo

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#218 †  a3kHH

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Geschrieben 21 August 2010 - 08:26

Nietzsche hab ich ja selber genannt, Jünger und Heidegger weiß ich, dass ich gern mal mit »Sind pöse Nazis«-Keule gedöngelt werden, aber Benn?!? Von dem ist einer der besten Anti-Nazi-Essays die ich kenne.

Wenn man keine Ahnung hat ...

#219 molosovsky

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Geschrieben 21 August 2010 - 08:42

Wenn man keine Ahnung hat ...

... hat man statt einer Meinung einen Link.

Grüße
Alex / molo

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#220 †  a3kHH

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Geschrieben 21 August 2010 - 09:12

... hat man statt einer Meinung einen Link.

Und auch ohne sich für Benn zu interessieren binnen 5 Minuten deutlich mehr Wissen als Du.

#221 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 21 August 2010 - 09:13

(

medial verblödete Pöbel

Also "medial verblödet" spricht mich teils an, denn schließlich verbringe ich ja z.B. viel Zeit in diesem Forum, und im Lesen solcher Threads zu denen ich ansonsten wenig beitragen kann. Als "Pöbel" verstehe ich mich nicht, denn dazu müsste ich ja der Meinung sein, dass der Sprechende in einer derart erhabenen Stellung ist, dass er dies beurteilen kann. Derartige Trivialisierungen erinnern mich vor allem an die Sprache gewisser hier genannten dt. Gruppierungen, die hauptsächlich mit Verachtung und Häme handeln.

@TH: Letzteres ist eben nicht nur eine skurril-anekdotische Sonderbarkeit der dt. Vergangenheit, sondern allgemein verbreitet, überall in der Welt, nach meinem Empfinden und Erleben. Die an relativ trivialen Aspekten festgemachte Ächtung Anderer, wobei natürlich die Trivialitäten immer ins Endlose aufgebläht und als die Kultur, oder zumindest das nähere Umfeld des jeweils Sprechenden, vernichtend-bedrohend dargestellt werden. Dabei denke ich immer: That's so easy! ;)

P.S.: Ich habe das Kunkelbuch nicht gelesen, aber es lief m.E. gerade mal wieder so schön OT...)

/KB

Yay! KI-generiertes SF-Zitat Ende November...
"In the sprawling city forums of the galaxy, where chaos reigns and time flows differently, true power is found not in dominance, but in moderation. The wise use their influence to temper ambition with reason, and chaos with order."

(auf Bing.de generierter Monolog von der Copilot-S/W - die ich hiermit NICHT bewerbe! - nach Aufforderung nach einem "s.f. quote" mit einem bestimmten Wort darin; ich ersetzte nur das 4. Wort mit "city forums")


#222 Gast_Frank W. Haubold_*

Gast_Frank W. Haubold_*
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Geschrieben 21 August 2010 - 09:20

( Also "medial verblödet" spricht mich teils an, denn schließlich verbringe ich ja z.B. viel Zeit in diesem Forum, und im Lesen solcher Threads zu denen ich ansonsten wenig beitragen kann. Als "Pöbel" verstehe ich mich nicht, denn dazu müsste ich ja der Meinung sein, dass der Sprechende in einer derart erhabenen Stellung ist, dass er dies beurteilen kann. Derartige Trivialisierungen erinnern mich vor allem an die Sprache gewisser hier genannten dt. Gruppierungen, die hauptsächlich mit Verachtung und Häme handeln.


Hätte ich "massen- oder trivialmedial verblödet" schreiben sollen, damit auch Du es verstehst?

Bearbeitet von Frank W. Haubold, 21 August 2010 - 09:21.


#223 simifilm

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Geschrieben 21 August 2010 - 09:28

Hätte ich "massen- oder trivialmedial verblödet" schreiben sollen, damit auch Du es verstehst?


Ich hatte den Eindruck, yiyippeeyippeeyay hat auch so ziemlich genau verstanden, was Du meinst.

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#224 Jakob

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Geschrieben 21 August 2010 - 10:24

Frank, was soll eigentlich dieser Threadmissbrauch zum generellen Rundumschlag gegen alles, was dir in den letzten paar Jahren über die Leber gelaufen ist? Und musst du dafür gleich die Kritiker Nietzsches, Heideggers und Jüngers über einen Kamm scheren, sie zu "Braunhemden" erklären und ihre Aktivitäten mit Bücherverbrennungen vergleichen? Micht kotzt das ehrlich gesagt ganz schön an, und ich fühle mich durchaus von derlei Attacken angesprochen - als jemand, der die kognitive Dissonanz aushält, die daraus entsteht, dass Heidegger sowohl schlau als auch unbestreibar Nazi war ... Ich finde es auch ziemlich verblüffend, dass dir der eigene denunziatorische Stil nicht selbst sauer aufstößt. Wenn Udo Tascher eine Rezension verlinkt, dann nennst du das Denunziation, und wenn du die Kritiker deiner Lieblingsphilosophen ganz pauschal als verkappte Nazis bezeichnest, dann ist das ... was?
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#225 molosovsky

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Geschrieben 21 August 2010 - 10:35

Ähhh, seit dem heftigen Wirbel ums Franks Auftritt im Thread zu "Inglourious Basterds" bange ich zwar auch manchmal, ob er wieder mal derart auf die Pauke haut, aber jetzt gerade fand ich seinen Einwurf durchaus themenbezogen. Es gibt nun mal eine Reihe von Themen, die nicht nur intellektuell strittig, sondern zudem emotional aufgeheizt sind. Da sprudelt es dann eben entsprechend. Solange man im Ton den Respekt wahrt, soll mich das Sprudeln auch gar nicht stören. @yippie: Du begehrst m.E. einen Fehler, wenn Du aufgrund Deiner fleissigen Forums-Lektüre dem Frank sein Wort vom *medial verblödeten Pöbel* auf Dich selbst beziehst. @a3kHH: Ich geh mich jetzt ganz dolle ob meiner Unwissenheit schämen. Versprochen. Grüße Alex / molo

Bearbeitet von molosovsky, 21 August 2010 - 10:39.

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#226 simifilm

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Geschrieben 21 August 2010 - 10:36

Frank, was soll eigentlich dieser Threadmissbrauch zum generellen Rundumschlag gegen alles, was dir in den letzten paar Jahren über die Leber gelaufen ist? Und musst du dafür gleich die Kritiker Nietzsches, Heideggers und Jüngers über einen Kamm scheren, sie zu "Braunhemden" erklären und ihre Aktivitäten mit Bücherverbrennungen vergleichen?
Micht kotzt das ehrlich gesagt ganz schön an, und ich fühle mich durchaus von derlei Attacken angesprochen - als jemand, der die kognitive Dissonanz aushält, die daraus entsteht, dass Heidegger sowohl schlau als auch unbestreibar Nazi war ...


Nicht zuletzt ist es nachweislich falsch; man schaue sich nur mal an, wie fleissig Autoren wie Nietzsche, Heidegger und selbst dröhnende Langweiler wie Jünger in den Geisteswissenschaften nach vor rezipiert werden.

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#227 T.H.

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Geschrieben 21 August 2010 - 10:38

Holla, jetzt sind wir bei Benn. Na, vielleicht ist das nun wieder zu viel der Ehre für Kunkel. Beide Autoren miteinander zu vergleichen, funktioniert nicht, das sind völlig verschiedene Level. Das Zitat des Briefes von Klaus Mann an G. Benn findet man auch in Benns Auseinandersetzung mit seiner eigenen Vergangenheit, dort dann auch den ganzen Brief, in dem bei weitem mehr steht als dieser berechtigte Vorwurf. K. Mann hielt nämlich große Stücke von Benn, genau deshalb hat er ihn ja auch angeschrieben... Was Benn dazu schrieb, kann man ja in "Doppelleben. I. Schatten der Vergangenheit" gerne nachlesen. Allerdings braucht man wahrscheinlich fuer die Lektüre mehr als 5 Minuten. Benn nur durch seine Nähe zum Nazisystem zu charakterisieren, ist einfach zu kurz gedacht, das hat Klaus Mann auch nicht getan! Und dann darf man auch nicht vergessen, dass der Faschismus in den 20/30er Jahren neu war, die Leute ihn nicht so kannten, wie wir ihn heute kennen. Wobei wir wieder das Problem haben, das wir es nicht erlebt haben. Aber das will hier sicher auch niemand... Fuer viele Leute, auch fuer Benn, war der Faschismus ggf. eine denkbare Alternative, um aus der unseligen Nachkriegszeit herauszukommen. Dass sie sich als die denkbar schlechteste Alternative entpuppte, konnte man sicher erahnen ( haben ja auch viele: "Wer Hitler wählt, wählt den Krieg"), aber darf man Leuten ihre Unbedarftheit und historische Unwissenheit vorwerfen? Das alles hat aber aus meiner Sicht nichts mit Kunkel zu tun, gar nichts.

Phantastische Grüße,
Thomas

...meine "Phantastischen Ansichten" gibt's hier.
Auf FB zu finden unter phantasticus

(Hinweis: Derzeit keine Internetrepräsentanz meiner Bilder; schade eigentlich...)


#228 molosovsky

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Geschrieben 21 August 2010 - 10:40

Da haste auch wieder Recht, Simi. Grüße Alex / molo

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#229 Gast_Frank W. Haubold_*

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Geschrieben 21 August 2010 - 14:43

, dass Heidegger sowohl schlau als auch unbestreibar Nazi war ...


Wer -- Mod-Eingriff: persönlichen Angriff gelöscht (Molosovsky) -- wundern.

Im übrigen ist dieser Typus nicht an eine bestimmte Gesellschaftsordnung gebunden. Zu Kaiserzeiten trug er Schnurrbart und denunzierte Spötter, später betätigte er sich als Blockwart, Volks- und Parteigenosse, FDJ-Sekretär (wie unsere tolle Kanzlerin) und/oder Informeller Mitarbeiter des MfS und heute sieht er sich als fortschrittlichen "Weltbürger", kämpft "gegen Rechts" und sucht - wie Michael Klonovsky es so treffend ausgedrückt hat - "nach Stellen" bzw. Typen wie Thor Kunkel, die sich weigern, tagtäglich dem Hut des Landvogtes zu huldigen wie der Rest unserer "Eliten".

FWH

Bearbeitet von molosovsky, 21 August 2010 - 16:11.


#230 Jakob

Jakob

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Geschrieben 21 August 2010 - 15:06

Wer eine so komplexe Persönlichkeit wie Martin Heidegger, die ihm selbst intellektuell und vermutlich auch moralisch turmhoch überlegen ist/war, als "schlauen Nazi" diffamiert, muß sich über die Einordnung in die genannte Klientel der zeitgeistseligen Pseudomoralisten nicht wundern.


Und wie genau schaffst du es, aus der komplexen Person Heideggers seine Zeit als Nazi einfach rauszustreichen?
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#231 simifilm

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Geschrieben 21 August 2010 - 15:18

Wer eine so komplexe Persönlichkeit wie Martin Heidegger, die ihm selbst intellektuell und vermutlich auch moralisch turmhoch überlegen ist/war, als "schlauen Nazi" diffamiert, muß sich über die Einordnung in die genannte Klientel der zeitgeistseligen Pseudomoralisten nicht wundern.

So ist's recht, immer schön ad hominem "argumentieren" und sich bloß nicht durch Argumente oder Fakten beirren lassen.

Moderator-Anmerk: Solche Meldungen fördern die Disskussion nicht. -- Molo.

Bearbeitet von molosovsky, 21 August 2010 - 16:14.

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#232 UdoTascher

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Geschrieben 21 August 2010 - 15:26

Kunkel hat zwei Mal vor vielen Jahren in einem Blatt mit (auch meiner Meinung nach zurecht) anrüchiger Politgesinnung veröffentlicht? Und das ist schon ein Sündenfall fürs ganze Werk, die ganze Person. Na dass nenne ich mal sorgfältiges »links: Arbeitslager«- und »rechts: Todestrakt«-Sortieren, wenn ihr mir den geschmacklosen Vergleich erlaubt.

Grüße
Alex / molo



Diese - wie du richtig sagst - geschmacklose Entweder-Oder-Polemik ist wirklich nicht hilfreich. Wenn ich mich kritisch mit Kunkel beschäftigen möchte, würde ich ja meine eigene Argumentation schwächen und es wäre recht unwissenschaftlich, wenn ich mich lediglich auf die Junge Freiheit als eine von Kunkels Publikationsorten beschränken würde, um mir ein Gesamtbild zu machen. Ich brauche mich aber auch nicht zu beschränken: Kunkels denkwürdige Thesen zum Verfall der deutschen Kultur etc. kriegt man ja zum (Un)glück frei Haus, man braucht sich nur auf seine Webpage zu wagen und lesen - wie es Jasper oben getan hat und der Herr Haas* von der SZ (ich hörs schon: "schon wieder ein, der politisieren will, es geht ja um Romane ;-))) - oder seine youtube-Video zu gucken etc. pp. Sicher gibt es auch einen Newsletter und manchmal meldet sich auch der PR-Agent in meinem Lieblingsforum.;)

*Der vollständige Absatz lautet (dies muss man wohl noch zitieren, sonst bleiben Deine "Bedenken gegen den *Provateur im Pop-Literaten-Mäntelchen*" etwas kontextlos...):

Auf der Homepage des Autors finden sich Ausfälle, die in dieselbe Richtung zielen: Da wird eine "neutrale Auseinandersetzung" mit dem "Dritten Reich" gefordert und gegen das "philosemitische Establishment" sowie den "Kollektivschuld-Zirkus der Deutschen" polemisiert. Im bunten Mantel des Pop-Literaten, in den Thor Kunkel sich hüllt, scheint ein Provokateur zu stecken, der vielleicht gerne der Urenkel von Oswalt Spengler wäre.

Wie es scheint, gehört Kunkel zu den Autoren, die halt über das in ihren Büchern-Gesagte auf Teufel komm raus ihre politischen Meinungen und Lektürevorgaben in die furchtbar unaufgeklärte Web2.0-Welt verkünden wollen. Wieso sollte man aber angesichts dieses Sendungsbewusstseins - so wie es hier einige Eingeweihte vorschlagen - wegschauen, weghören, sich auf die Lektüre von rein "beschreibenden", nicht "deutenden" Rezensionen beschränken, nicht die ganz furchtbar unseriöse Wikipedia lesen, "das gewisse Maß an Extrapolation" einhalten (Molo, was ist das für eine mysteriöse Grenze? Und was ist der richtige "Tonfall"? ) oder sich z.B. über die JF informieren? Ich finde, dass all das etwas viel verlangt ist.

Bearbeitet von UdoTascher, 21 August 2010 - 15:32.


#233 UdoTascher

UdoTascher

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Geschrieben 21 August 2010 - 15:45

diffamiert, muß sich über die Einordnung in die genannte Klientel der zeitgeistseligen Pseudomoralisten nicht wundern.
FWH

Haaaaallo? Hast Du eigentlich noch andere Begriffe als Denunziation, Diffamierung und Co in Deinem Wortschatz?

Ich finde, dass dieser Thread unbedingt noch in diesen Tagen von diesen vielen unsäglichen ad-hominem-Attacken gereinigt werden sollte. Das ist für meinen Geschmack wirklich weit unter dem Standard des SFNs.

Bearbeitet von UdoTascher, 21 August 2010 - 15:46.


#234 UdoTascher

UdoTascher

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Geschrieben 21 August 2010 - 16:07

Nicht zuletzt ist es nachweislich falsch; man schaue sich nur mal an, wie fleissig Autoren wie Nietzsche, Heidegger und selbst dröhnende Langweiler wie Jünger in den Geisteswissenschaften nach vor rezipiert werden.


Und auch Benns Gedichte werde nach wie vor regelmäßig in Lesebüchern für den Deutschunterricht abgedruckt. Ich habe selbst als Schüler zunächst über die "Kleine Aster" Zugang zu Benn gehabt (... im schriftlichen Abitur habe ich dann allerdings Celans "Todesfuge" bearbeitet...).

Also um den Verbleib von Nietzsche & Co. braucht man sich jedenfalls nun wirklich nicht zu sorgen.

Bearbeitet von UdoTascher, 21 August 2010 - 16:13.


#235 †  a3kHH

†  a3kHH

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Geschrieben 21 August 2010 - 16:24

Auf der Homepage des Autors finden sich Ausfälle, die in dieselbe Richtung zielen: Da wird eine "neutrale Auseinandersetzung" mit dem "Dritten Reich" gefordert und gegen das "philosemitische Establishment" sowie den "Kollektivschuld-Zirkus der Deutschen" polemisiert.

Stimmt.

#236 Gast_Frank W. Haubold_*

Gast_Frank W. Haubold_*
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Geschrieben 21 August 2010 - 16:39

Das wird ja immer abstruser hier. Statt auch nur eine Sekunde über Kunkels Darlegungen nachzudenken, greift augenblicklich der pawlowsche Anständigen-Reflex und es wird sofort der Kampfbegriff "Ausfälle" benutzt, um abweichende Meinungen in eine bestimmte Ecke stellen zu können. Und wieso ist es ein persönlicher Angriff, wenn man eine Diffamierung eine Diffamierung nennt? Martin Heidegger als "schlauen Nazi" zu bezeichnen, IST eine Diffamierung, insbesondere von jemandem, der in einer (gelenkten) Demokratie aufgewachsen ist und daher gar nicht beurteilen kann, wie er selbst oder andere sich unter den damaligen Umständen verhalten hätten. Und daß ausgerechnet Herr Tascher sich über das Niveau anderer Beiträge ereifert, kommt mir schon beinahe kafkaesk vor. Ein **************** als Niveau-Garant ... kopfschüttelnd raus FWH

Bearbeitet von t.sebesta, 25 August 2010 - 15:50.
Löschung einer Titulierung welche als beleidigend empfunden wurde


#237 molosovsky

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Geschrieben 21 August 2010 - 16:44

Als Moderator:
Habe jüngste persönliche Angriffe gelöscht und werde das -- so ich dazu komme -- auch weiter tun.

Zudem möchte ich bitten, sich vor dem Abschicken eines Kommentars zu überlegen, ob er ein Beitrag zur Diskussion ist, oder doch nur weiter als Stichelei das Feuer anfacht.
Tipp: Manche Dinge kann (sollte) man vielleicht mittels Privatmail einem Forumsteilnehmer mitteilen.



@Udo Tascher:
Deine Argumente kann ich nachvollziehen.

Wie man einen Autor wahrnimmt und einstuft, hängt wesentlich davon ab, auf welchem Weg, und in welcher Reihenfolge man ihn und sein Werk kennengelernt hat. Ich kenne Kunkels Bücher seit sie erscheinen, also vor der "Endstufen"-Wende. Zudem kann ich, was die Einschätzung von Kunkel als Mensch betrifft, auf mehr bauen, als youtube Videos. Meine Gespräche mit ihm in den letzten Jahren (selten, aber ungemein anregende lange Plauschrunden) geben mir keinen Anlass, ihn zu verdächtigen.

Seltsam finde ich aber, wie Du mit Begriffen wie *Sendungsbewußtsein* und *Eingeweite* hantierst.
Dem monströsen Auswüchsen unserer Gesellschaft (auch polemisch) Paroli zu bieten, kann kaum ohne Ausrutscher abgehen. Es dann aber gleich ganz sein lassen, oder in toto als verwerflich abtun? Das würde bedeuten, Schriftsteller zu reinen Unterhaltungsdienstleistern zu degradieren, was mir auf keinen Fall erwünschenswert erscheinen will.

Andererseits: Ich habe Thor durchaus meine Meinung gegeigt, wo er in meinen Augen zu unbedarft und leichtsinnig war. Und ich stelle auch in Rechnung, dass die "Endstufen"-Skandalisierung ihn für einige Zeit aus dem Gleichgeweicht gebracht hat.

Um auf andere hier bereits erwähnte Namen zu erweitern: Heidegger als *schlauen Nazi* zu beschreiben, halte ich gar nicht für eine Diffamierung. Am meisten stößt mich bei ihm seine Sprache ab, sein Wille zur elitären Hermeneutik, die für mich unterm Strich einfach nur grob ungeselliges Eigenbrötlertum markiert. Solche Denker können amüsant sein (was Heidegger auch ist, wenn man ihn entsprechend liest. Er ist -- wie Adorno -- einer der großen (unfreiwilligen) Humoristen des letzten Jahrhunderts.)

Kurz: die Frage, wo die Grenze verläuft, da es nicht mehr reicht, bei einem Autor und seinem Werk nur Abstriche zu machen, sondern wo man ihn als Ganzes *aussortiert* muss jeder für sich selbst ziehen.

Wenn man im Gespräch darüber debattiert, ziehe ich persönlich es vor, nicht mit *Stellen raussuchen* zu arbeiten (wie Frank das so schön zitiert, denn da hat er Recht). Mein Weg ist das Darlegen meiner Überlegungen, Erfahrungen und Empfindungen. Und ich denke, ich hab mich (hier und anderswo) da bereits genug abgestrampelt, damit man sich einen Eindruck verschaffen kann.

Grüße
Alex / molo

P.S.: Muss im Augenblick schnell und mit Unterbrechungen schreiben, deshalb vielleicht ist dieser Beitrag unsortierter und unvollständiger als wünschenwert.

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#238 T.H.

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Geschrieben 21 August 2010 - 16:48

Ja, manchmal überzieht Kunkel polemisch, keine Frage. Die hier angeführten Vokabeln stammen ja in erster Linie aus seinem Littell-Verriss, den ich ziemlich daneben finde. Irgendwie empfand ich den ein bisschen als Futterneid. Da hat jemand ein Buch über ein Thema geschrieben, dem sich auch Kunkel angenommen hatte und hatte damit einen größeren Erfolg... Aber was Frank - auf seine charmante Art :-) - sagt, stimmt halt auch: Bitte nicht immer alles so völlig aus dem Zusammenhang reißen, bitte. Auf der Homepage von Kunkel steht noch viel mehr, vielleicht muss man sich hier auch mal die Muehe geben, und mehr als nur ein Zitat zu suchen und "stimmt" dazu zu schreiben. Hmm, Schade, irgendwie kommen wir aus diesem Schlamassel nicht raus, wa....

Phantastische Grüße,
Thomas

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#239 molosovsky

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Geschrieben 21 August 2010 - 16:53

Kurz nur zu Frank: Heidegger war schlau (das gestehe sogar ich -- der meist nur prustet über Heideggers Sprache -- ein!) Heidegger war Nazi. Und soweit ich weiß, hat er sich nach dem Krieg nicht grÃ³ß geläutert. Ihn also als *schlauen Nazi* zu bezeichnen, halte ich nicht für eine *Diffamierung*. (Benn, wie ich ja nun erinnert wurde, war auch ein Nazi, und da er schlau war, also ebenfalls ein *schlauer Nazi*. Auch hier sorgt mein Erlebnisweg für die Blindstelle meines Blickes: durch die Höredition aller Benn-Aufnahmen kenne ich vor allem den Nachkriegs-Benn. Aber ich guck mir den Benn noch genauer an, beizeiten.) Zudem, an Dich persönlicher gerichtet: Du reagiert schon ab und zu recht sensibel, bist aber selber einer, der sich mit Heftigkeit ausdrückt. Dieses Ungleichgewicht fällt auf und summiert sich zur Irritation. Als Schriftsteller (und dass Du was drauf hast, weiß ich), könnte man vielleicht mehr Geschickt erwarten. Grüße Alex / molo

Bearbeitet von molosovsky, 21 August 2010 - 20:38.

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#240 molosovsky

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Geschrieben 21 August 2010 - 16:58

@T.H.: Kunkel und Littel ... hmm, ich stimme zu, dass Kunkels Kritik an Littell nach Futterneid riecht, und es wohl teilweise auch ist. Wenn man sich anschaut, mit welch schneller Geste und wenig Lust auf das sich Einlassen "Endstufe" wenige Jahre zuvor *vörrnichtet* wurde, und wie von vielen aber "Die Wohlgesinnten" gelobt wurde, kann ich Kunkels Reaktion aber auch verstehen. Interessant finde, dass Littells Buch von der Sprache und Struktur (und der Art, sich auf Mythen zu beziehen) kaum unterschiedler zu Kunkels Genre-Kolportagen-Stil sein könnte. Ich vermute also, dass es erstmal die Art der Oberflächenbehandlung einer (in diesem Fall) monströsen Thematik ist, die für die Kritik entscheidet, ob etwas tragbar ist oder nicht. Grüße Alex / molo

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