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Weltenportal, Nr. 5 (2. HJ/2023)

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144 Antworten in diesem Thema

#121 Jol Rosenberg

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Geschrieben 21 November 2023 - 12:18

 

Ha, ha, Christoph, dann hoffe ich mal, dass du zumindest von den Klo-Traum-Storys verschont bleiben wirst. ;-) 

Ich habe eine Story angenommen, die du bei der Erstkontakt Anthologie abgelehnt hast. 

 

 

Stimmt.  :bighlaugh: Auch wenn sie ziemlich überarbeitet wurde.


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#122 fancy

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Geschrieben 21 November 2023 - 12:24

Oh, stimmt, aber dann waren es zwei ... ;-) 


Fang nicht an, Dinge zu tun, tu sie einfach!
Wer wenig denkt, irrt viel (Leonardo da Vinci)
Meinungsverschiedenheiten über ein Kunstwerk beweisen, dass das Werk neu, komplex und lebenswichtig ist. (Oscar Wilde)
Wenn Kritiker uneins sind, befindet sich der Künstler im Einklang mit sich selbst. (Oscar Wilde)

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#123 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 22 November 2023 - 06:51

Unsere Abschweifungen zum Thema "Abgelehnte Kurzgeschichten doch noch woanders einreichen, teilweise mit massivem Erfolg" habe ich mal getrennt und hier abgelegt.


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#124 Christian Hornstein

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Geschrieben 27 November 2023 - 01:50

Fly me to the dune von Frank Lauenroth

 

Eine flüssig und anschaulich erzählte Geschichte mit einer spannend beschriebenen Verfolgungsszene samt Happy End mit Umtrunk in einem wasserarmen Setting. Es wirkt auf mich unvollständig weil für sich genommen recht unscheinbar, als müsse noch irgendwas kommen, vielleicht die eigentliche Handlung wie bei einem Romananfang. Gestolpert bin ich über einen Logikaspekt und zwei stilistische Stellen. Insgesamt eine kurzweilige Geschichte wie eine Actionfolge eines Disneyzeichentricks.

 

Anekdote: Witzig fand ich den Satz „Erst jetzt bemerkte sie, dass sie die Luft angehalten hatte“, denn da hatte ich ein Déjà-vu-Erlebnis mit einer Textstelle bei Eine Person, eine Karte („Ross stieß die Luft aus. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass sie sie angehalten hatte“).

 

Die zwei Illustrationen von Daniela Tandetzke stellen zwei junge Frauen dar, einmal zweifarbig in der Rückenansicht, eng umschlungen, nur mit Badehöschen bekleidet im Wasser stehend, und einmal nur ihre zwei Gesichter, nebeneinander liegend wie collagiert. Beide Illustrationen sind im Aquarellstil gehalten, was ebenfalls ans Thema Wasser anknüpft. Der Bezug zur Geschichte ist also erkennbar, wenn auch nicht sehr eng, und frei von phantastischen Elementen. Das Motiv im erstgenannten Bild ist gut getroffen. Im zweiten Bild imponiert das Vorstehen der Oberkiefer. Da es für mich keinen erkennbaren gestalterischen Sinn ergibt, vermute ich, es handelt sich um ein ungewolltes Artefakt.



#125 Christian Hornstein

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Geschrieben 27 November 2023 - 11:19

Harmonien von Nele Sickel

Ein szenisches Bild der Befindlichkeiten einer interstellaren Siedlerin, die mit Anpassungsschwierigkeiten kämpft. In mehr als einer Hinsicht nicht ganz plausibel, vor allem aber eine Art slice-of-life, die auf das Thema zwar keinen neuen Blick anbietet, dafür ansprechend und empathisch erzählt wird.

Die Illustration von Julia Notter im Vektorgraphik-Stil ist sehr schlicht gehalten und könnte so in jedem Notenbuch für Kinder gefunden werden. Der Bezug zur Geschichte könnte kaum allgemeiner sein. Es gibt also keine phantastischen Elemente und auch sonst kein Alleinstellungsmerkmal.



#126 Christian Hornstein

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Geschrieben 27 November 2023 - 11:28

Opium von Sarah Lutter

Der erste Teil eines klassischen Krimis, der keine dringenden Fragen entstehen lässt und damit eine eher dezente Spannungskurve aufweist, ansonsten aber handwerklich und sprachlich sauber erzählt wird.

Die Illustration von Detlef Klewer bezieht sich szenisch auf die Entdeckung der ersten Wasserleiche und wirkt wie eine Fotomontage aus Graphiken unterschiedlichen Ursprungs und Stils, was einen unorganischen Eindruck hinterlässt. Vor allem der Hintergrund (das Gebäude) und der Mann im Vordergrund könnten aus einer KI-Assistenz stammen (aufgrund der hierfür typischen Artefakte).



#127 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 27 November 2023 - 11:35

Cool, dann bist du ja hier fertig und kommst rüber zur Exodus? (Abgesehen mal vom Sekundärteil natürlich)

 

Ich habe vorgestern/gestern die ersten drei Storys gelesen, heute und morgen sind lange Bürotage, vielleicht geht's bei mir also erst am Mittwoch weiter.


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#128 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 27 November 2023 - 11:56

Da Du an Rückmeldungen interessiert bist, Chris, was ich großartig finde, möchte ich zur fünften Ausgabe des WP ein Fazit anschließen. Weil meine Bewertungskriterien, die natürlich auch meine Wünsche und Präferenzen spiegeln, mit den mir bekannten Zielen des Magazins nicht kollidieren, verwende ich diese Kriterien hier zur Orientierung.

Fazit zu den Geschichten

Nur ein Text hat mich mit einem für mich unbekannten Element überrascht, eine satirische Form der Rollenumkehr, auch wenn diese wenig plausibel war. Drei Geschichten übertrugen zeitgenössische Erfahrungen lediglich in einen SF-Kontext, drei variierten einen bekannten Situations-/Szenentyp und drei reproduzierten sogar klassische Handlungsmuster. Das finde ich verblüffend, weil gerade die Phantastik die meisten Freiheitsgrade lässt. In einem Fall lässt sich das auch nicht mit einer Hommage erklären, denn gerade sie drückt ihren Respekt dadurch aus, dass sie das Vorbild nicht lediglich kopiert, sondern mit einer persönlichen Note versieht. Ich wünschte, die Originalität der Geschichten würde bei der Auswahl eine größere Rolle spielen.

Auch wenn es stilistisch keine bemerkenswert verlockenden Vertreter gibt, liegen fast alle Texte auf einem soliden Niveau. Es gibt aber Stolpersteine und vor allem einen klaren Ausreißer. Da frage ich mich, wie dieser zustande kam, denn ich bin überzeugt, dass alle Beteiligten sich die größte Mühe geben, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Hier gibt es offenbar eine Lücke in der Qualitätssicherung, die unbedingt geschlossen werden sollte.

Das Potential des Genres hat keiner der SF-Texte ausgeschöpft, sei es, weil die Prämisse der Handlung ganz ähnlich auch ohne SF-Elemente hätte behandelt werden können, sei es, weil die Extrapolation unplausibel war oder die intendierte Prämisse lediglich touchiert wurde. Dieses Kriterium wird im Markt besonders selten erfüllt, warum auch immer. Gerade dieser Aspekt ist jedoch zentral für das Genre. Fast immer waren es Werke, die dieses Kriterium erfüllten, denen im Nachgang auf breiter Basis das Prädikat Klassiker verliehen wurde und zum Teil sogar über die SF-Kreise hinaus Anerkennung widerfahren ist.

 

 

Fazit zu den Illustrationen der Geschichten

 

Etwa die Hälfte der Graphiken ist eher schlicht gehalten. Einige sind graphisch nicht richtig rund und/oder wirken handwerklich etwas wacklig. Erstaunt hat mich, dass es immerhin vier gab, die überhaupt keinen phantastischen Bezug aufwiesen. Vor allem aber finde ich kein einziges Bild, das inhaltlich oder stilistisch ein Alleinstellungsmerkmal anbieten würde, wobei wir auch hier bei der Originalität wären. Hier wünschte ich mir mehr versierte, originelle Werke mit erkennbar phantastischen Merkmalen.

 

 


kommst rüber zur Exodus?

 

Habe ich vor, ja. Nur meine Ausgabe ist noch nicht angekommen. Bin schon gespannt darauf. :)
 


Bearbeitet von Christian Hornstein, 27 November 2023 - 11:57.


#129 J. A. Hagen

J. A. Hagen

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Geschrieben 28 November 2023 - 13:39

Fast immer waren es Werke, die dieses Kriterium erfüllten, denen im Nachgang auf breiter Basis das Prädikat Klassiker verliehen wurde und zum Teil sogar über die SF-Kreise hinaus Anerkennung widerfahren ist.

 

Welche Werke meinst Du konkret?

 

Mir fallen spontan Fahrenheit 451 von Bradbury und 1984 von Orwell ein. Beide Romane befassen sich mit dystopischen Gesellschaften. Die Technik ist da Beiwerk.

Bei Huxleys Schöne neue Welt hat die Technik einen höheren Stellenwert, aber auch hier steht die Gesellschaftsordnung im Vordergrund.

 

Wells’ Zeitmaschine hätte ohne die Zivilisation der Eloi und Morlocks vermutlich keinen Klassikerstatus erreicht. Auch hier wieder Gesellschaft.

 

Aus meiner Sicht haben die Werke, die außerhalb der SF gewürdigt wurden, immer die Gesellschaft zum Fokus. Meistens dystopisch.


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#130 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 29 November 2023 - 18:44

 

 

Das Potential des Genres hat keiner der SF-Texte ausgeschöpft, sei es, weil die Prämisse der Handlung ganz ähnlich auch ohne SF-Elemente hätte behandelt werden können, sei es, weil die Extrapolation unplausibel war oder die intendierte Prämisse lediglich touchiert wurde. Dieses Kriterium wird im Markt besonders selten erfüllt, warum auch immer. Gerade dieser Aspekt ist jedoch zentral für das Genre. Fast immer waren es Werke, die dieses Kriterium erfüllten, denen im Nachgang auf breiter Basis das Prädikat Klassiker verliehen wurde und zum Teil sogar über die SF-Kreise hinaus Anerkennung widerfahren ist.

 

Über diese Aussage denke ich auch seit einigen Tagen nach. Ob ich sie für wahr halte und wie sie eigentlich gemeint ist. Auch, welche Prämissen du für die Texte annimmst. Was hältst du für das Potential des Genres? Meine Vermutung ist, dass wir uns da in unseren Herangehensweisen recht gravierend unterscheiden.

 

Und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich verstanden habe, welcher Text deiner Meinung nach der Ausreißer nach unten war (für mich gab es in diesem Heft zwei Ausreißer nach unten: Opium und S. A. I. S.). Wobei ich auch den Horrortext ziemlich langweilig und generisch fand, aber in dem Genre habe ich einfach zu wenig Ahnung, um fundiert etwas dazu zu sagen.


Bearbeitet von Jol Rosenberg, 29 November 2023 - 18:45.

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#131 ChristophGrimm

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Geschrieben 30 November 2023 - 10:28

Christian, danke für deine detaillierte Rückmeldung und Gesamteinschätzung :).

 

Zum Allgemeinen:

 

Ich bin etwas überrascht, dass du das Heft ausschließlich als "SF"-Publikation wahrnimmst. "Weltenportal" war und ist als breit aufgestelltes Magazin in der phantastischen Literatur konzeptioniert. Das erlaubt weit mehr als Speculative Fiction oder Science Fiction

 

SF und Fantasy können extrapolieren oder spiegeln - aber sie können noch viel mehr bieten. Die Geschichten dieser Ausgabe sind in Ton und Absicht sehr unterschiedlich. Manche verstehen sich als Satire, andere als Spiegelung des gesellschaftlichen Zeitgeists, thematisieren "große" oder "kleine" Themen, wollen "primär" unterhalten oder "auch" Gedankengänge anregen. Ich schätze, dich interessiert primär die Extrapolation - das ist aber eben nur ein Teil dessen, was dieses Magazin ausmacht und ausmachen soll. (Kurzer Querverweis: Ein deutlich schärferes Konzept hat das "Future Fiction Magazine". Aber das ist Uwes und Sylvanas Ding, nicht meines. Weder lese ich nur Geschichten, die in eine Richtung und Absicht tendieren, noch möchte ich sie herausgeben).

 

Nach meiner Auffassung bündelt die fünfte Weltenportal-Ausgabe vorstellbare Social Fiction in naher Zukunft ("Die Geburtstagsparty"), spiegelnde Low-SF ("Eine Person, eine Karte"), phantastische Satire mit verwurzelter Aussage ("Die Hitze der Bürokratie"), Spekulationen über möglichen, gesellschaftlichen Gesamteinfluss Künstlicher Intelligenz außerhalb von Skynet-Dystopien ("S. A. I. S"), eine Geschichte über den Zeitpunkt vor und die damit verbundene Furcht einer persönlichen Veränderung ("Harmonien"), eine Future-History mit bissiger Pointe ("Herrschaft der Algorithmen"), eine Geschichte über den Wert von menschlichem Zusammenhalt ("Fly me to the dune"), skurille Phantastik ("Pisauridae"), einen schmutzigen Steampunk Krimi ("Opium"). Wobei ich bei letzterem durchaus auf meine lektorische Kappe nehme, dass die Steampunk-Elemente dezent sind ...

Manche Geschichten nutzen den phantastischen Rahmen intensiver, andere dezenter - aber nicht jede phantastische Geschichte ist hinsichtlich des Settings starr bzw. bedingt es. Ray Bradburys "Die Mars-Chroniken" kannst du problemlos in ein Fantasy-Setting übertragen, ohne inhaltlich viel an den Geschichten verändern zu müssen. Dito "Die Tribute von Panem". Lena Richters Novelle "Dies ist mein letztes Lied" würde als Fantasy ebenfalls - vielleicht sogar besser! - funktionieren.

Phantastik hat für mich den Vorteil, Themen auf eine Weise ansprechen zu können, die Gegenwartsliteratur nicht vermag. Das wusste schon Äsop (so es ihn gab).

 

Letztendlich geht es mir um die Frage: Ist die Geschichte lesenswert? Wenn die Antwort "ja" lautet, ist es für mich von geringerer Bedeutung, ob die Möglichkeiten der SF im Speziellen oder der Phantastik im Allgemeinen vollständig ausgeschöpft werden. Ich akzeptiere, dass diese Ansicht nicht von allen geteilt wird.

 

Über die Problematik der Güte von Einsendungen habe ich in diesem und einem anderen Thread schon genug gesagt. Ich werde die Autor:innen, die zu meinen bisherigen Publikationen beigetragen haben, nicht brüskieren und möchte es gerne bekräftigen: Im "Weltenportal" wird nichts veröffentlicht, hinter dem ich nicht stehen kann. Dennoch - und auch das muss ich sagen - werde ich keine WP-Geschichte beim KLP nominieren. Dafür lassen sie zu viel Luft nach oben.

 

Die objektiveren Kritkpunkte in diesem Thread - Grammatik, Stil, Rechtschreibung, Handlungskonsistenz - habe ich mir notiert. Was mich betrifft: Ich gehe die Lektorate künftig intensiver an, habe mir versierte Verstärkung organisiert bzw. netterweise auch angeboten bekommen und hoffe auf eine qualitative Steigerung.

Auf meinem derzeitigen Stapel für die sechste Ausgabe liegen einige Geschichten, denen zumindest niemand Originalität wird absprechen können. 

 

 

Und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich verstanden habe, welcher Text deiner Meinung nach der Ausreißer nach unten war (für mich gab es in diesem Heft zwei Ausreißer nach unten: Opium und S. A. I. S.). Wobei ich auch den Horrortext ziemlich langweilig und generisch fand, aber in dem Genre habe ich einfach zu wenig Ahnung, um fundiert etwas dazu zu sagen.

 

Jol, ich erwarte nicht, dass jeder Text jede:n anspricht. Bei einigen deiner Kritikpunkte gehe ich mit, aber beide Texte (bzw. auch "Die Staffel") haben für mich eine klare Struktur und eindeutige Prämissen.

Galax ging das KI-Thema auf eine erfrischende Weise an, indem er eine Future History mit einer Alltagssituation verband und - wie es auch Roland bemerkt hat - mit der Pointe nicht in vertraute Bahnen / Erwartungen lenkte.

Deine Einschätzung, "Opium" wäre ein Sherlock-Holmes-Epigone, ist mir rätselhaft. Sherlock Holmes ist ein rationaler Denker und ein emotionsloser Charakter - das ist der eher impulsive Thorsten Keyser nicht. Die Kriminalgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle sind auf eine deduktive Herangehensweise der Ermittlung hin konzeptioniert, während "Opium" darüber hinaus Elemente von Hard-Boiled-Krimis aufweist. Bei Holmes-Geschichten steht das Rätsel im Vordergrund, bei Keyser der menschliche Faktor. Charlie ist zwar durchaus als Reminiszenz an Wiggins, den "Anführer" jener obdachlosen Straßenkinder, die sich Holmes als "Informationsnetzwerk" zunutze macht, konzeptioniert, aber in dieser Geschichte wird eine Zuneigung thematisiert. Holmes hätte (bzw. hat) nie um Wiggins getrauert. Im Gegenteil: Wiggins und die Straßenkinder wurden nach "Im Zeichen der Vier" (zweiter Sherlock-Holmes-Roman) nie wieder erwähnt. Keyser wird am Tod von Charlie zu knabbern haben. Um Parallelen zu einem überaus bekannten Werk der SF zu ziehen: Dieser Mittelteil ist wie "Das Imperium schlägt zurück" eine handlungstechnisch geschlossene Einheit, der - wie der Star Wars Film - jedoch Fäden offen lässt, die in der dritten und abschließenden Geschichte aufgegriffen werden. (In "Imperium" waren das u. a. das Verhältnis von Luke zu seinem Vater, der Weg hin zu und die finalen Entscheidungen von Vater und Sohn, die Beziehung von Han Solo und Leia Organa - und auf der handlungstechnischen Seite natürlich der entscheidende Schlag der Rebellen)


Bearbeitet von ChristophGrimm, 30 November 2023 - 10:34.

 - Onlinepause -

 

„Alien Contagium: Erstkontakt-Geschichten“: https://eridanusverlag.de | "En passant - Die Reisen des Sherlock Holmes": https://burgenweltverlag.de
Kostenloses SF/Fantasy-Literatur-Webzine: https://weltenportalmagazin.de


#132 Christian Hornstein

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Geschrieben 30 November 2023 - 10:34

Welche Werke meinst Du konkret?

 

Mir fallen spontan Fahrenheit 451 von Bradbury und 1984 von Orwell ein. Beide Romane befassen sich mit dystopischen Gesellschaften. Die Technik ist da Beiwerk.

Bei Huxleys Schöne neue Welt hat die Technik einen höheren Stellenwert, aber auch hier steht die Gesellschaftsordnung im Vordergrund.

 

Wells’ Zeitmaschine hätte ohne die Zivilisation der Eloi und Morlocks vermutlich keinen Klassikerstatus erreicht. Auch hier wieder Gesellschaft.

 

Aus meiner Sicht haben die Werke, die außerhalb der SF gewürdigt wurden, immer die Gesellschaft zum Fokus. Meistens dystopisch.

 
Ja, ich meine auch Werke wie 1984. SF charakterisiert nicht allein Spekulation im Technischen. Das ist nur typisch für das Genre, berührt aber nur einen Teil, denn es geht um Spekulation in allen Wissenschaften. SoFis gehören schon immer zur SF. Das ist auch der Bereich, der mich persönlich am meisten interessiert.



#133 Christian Hornstein

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Geschrieben 30 November 2023 - 10:49

Über diese Aussage denke ich auch seit einigen Tagen nach. Ob ich sie für wahr halte und wie sie eigentlich gemeint ist. Auch, welche Prämissen du für die Texte annimmst. Was hältst du für das Potential des Genres? Meine Vermutung ist, dass wir uns da in unseren Herangehensweisen recht gravierend unterscheiden.

 

Und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich verstanden habe, welcher Text deiner Meinung nach der Ausreißer nach unten war (für mich gab es in diesem Heft zwei Ausreißer nach unten: Opium und S. A. I. S.). Wobei ich auch den Horrortext ziemlich langweilig und generisch fand, aber in dem Genre habe ich einfach zu wenig Ahnung, um fundiert etwas dazu zu sagen.

 
Also:

 

Was hältst du für das Potential des Genres?

 

Das Alleinstellungsmerkmal des SF-Genres - was es auszeichnet - sind spekulative, wissenschaftlich plausible Handlungsbedingungen und diese können je nach Text mehr oder weniger ausgeprägt zutage treten. Diese Eigenschaft kann über den Vorzug spannender Unterhaltung hinaus genutzt werden, um einen Gewinn zu schaffen in Gestalt einer bisher wenig bekannten, aber interessanten Reflektion über die Beschaffenheit der Welt (einschließlich des Menschen) und ihre Ausgestaltungsmöglichkeiten. Ausgeschöpft wird das Potential des Genres also, wenn es eine fundierte Spekulation gibt, die zu einer neuen Perspektive führt (Originalität), im besten Fall zu einer neuen Erkenntnis, wobei dies am besten eine zutiefst menschliche Relevanz hat. Wenn der Sachverhalt im Kern auch in einem ganz anderen z.B. zeitgenössischen Kontext ebenso gut vermittelt werden könnte, bedarf es des Genres nicht und dessen Möglichkeiten werden nicht gebraucht und eben nicht ausgeschöpft.

 

... welcher Text deiner Meinung nach der Ausreißer nach unten war ...

 

Der stilistische Ausreißer ist für mich Pisauridae, weil ich dort besonders viele Stolpersteine gefunden habe.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 30 November 2023 - 10:50.


#134 Christian Hornstein

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Geschrieben 30 November 2023 - 11:15

Christian, danke für deine detaillierte Rückmeldung und Gesamteinschätzung :).

 

Zum Allgemeinen:

 

Ich bin etwas überrascht, dass du das Heft ausschließlich als "SF"-Publikation wahrnimmst. "Weltenportal" war und ist als breit aufgestelltes Magazin in der phantastischen Literatur konzeptioniert. Das erlaubt weit mehr als Speculative Fiction oder Science Fiction

 

SF und Fantasy können extrapolieren oder spiegeln - aber sie können noch viel mehr bieten. Die Geschichten dieser Ausgabe sind in Ton und Absicht sehr unterschiedlich. Manche verstehen sich als Satire, andere als Spiegelung des gesellschaftlichen Zeitgeists, thematisieren "große" oder "kleine" Themen, wollen "primär" unterhalten oder "auch" Gedankengänge anregen. Ich schätze, dich interessiert primär die Extrapolation - das ist aber eben nur ein Teil dessen, was dieses Magazin ausmacht und ausmachen soll. (Kurzer Querverweis: Ein deutlich schärferes Konzept hat das "Future Fiction Magazine". Aber das ist Uwes und Sylvanas Ding, nicht meines. Weder lese ich nur Geschichten, die in eine Richtung und Absicht tendieren, noch möchte ich sie herausgeben).

 

Nach meiner Auffassung bündelt die fünfte Weltenportal-Ausgabe vorstellbare Social Fiction in naher Zukunft ("Die Geburtstagsparty"), spiegelnde Low-SF ("Eine Person, eine Karte"), phantastische Satire mit verwurzelter Aussage ("Die Hitze der Bürokratie"), Spekulationen über möglichen, gesellschaftlichen Gesamteinfluss Künstlicher Intelligenz außerhalb von Skynet-Dystopien ("S. A. I. S"), eine Geschichte über den Zeitpunkt vor und die damit verbundene Furcht einer persönlichen Veränderung ("Harmonien"), eine Future-History mit bissiger Pointe ("Herrschaft der Algorithmen"), eine Geschichte über den Wert von menschlichem Zusammenhalt ("Fly me to the dune"), skurille Phantastik ("Pisauridae"), einen schmutzigen Steampunk Krimi ("Opium"). Wobei ich bei letzterem durchaus auf meine lektorische Kappe nehme, dass die Steampunk-Elemente dezent sind ...

Manche Geschichten nutzen den phantastischen Rahmen intensiver, andere dezenter - aber nicht jede phantastische Geschichte ist hinsichtlich des Settings starr bzw. bedingt es. Ray Bradburys "Die Mars-Chroniken" kannst du problemlos in ein Fantasy-Setting übertragen, ohne inhaltlich viel an den Geschichten verändern zu müssen. Dito "Die Tribute von Panem". Lena Richters Novelle "Dies ist mein letztes Lied" würde als Fantasy ebenfalls - vielleicht sogar besser! - funktionieren.

Phantastik hat für mich den Vorteil, Themen auf eine Weise ansprechen zu können, die Gegenwartsliteratur nicht vermag. Das wusste schon Äsop (so es ihn gab).

 

Letztendlich geht es mir um die Frage: Ist die Geschichte lesenswert? Wenn die Antwort "ja" lautet, ist es für mich von geringerer Bedeutung, ob die Möglichkeiten der SF im Speziellen oder der Phantastik im Allgemeinen vollständig ausgeschöpft werden. Ich akzeptiere, dass diese Ansicht nicht von allen geteilt wird.

 

Über die Problematik der Güte von Einsendungen habe ich in diesem und einem anderen Thread schon genug gesagt. Ich werde die Autor:innen, die zu meinen bisherigen Publikationen beigetragen haben, nicht brüskieren und möchte es gerne bekräftigen: Im "Weltenportal" wird nichts veröffentlicht, hinter dem ich nicht stehen kann. Dennoch - und auch das muss ich sagen - werde ich keine WP-Geschichte beim KLP nominieren. Dafür lassen sie zu viel Luft nach oben.

 

Die objektiveren Kritkpunkte in diesem Thread - Grammatik, Stil, Rechtschreibung, Handlungskonsistenz - habe ich mir notiert. Was mich betrifft: Ich gehe die Lektorate künftig intensiver an, habe mir versierte Verstärkung organisiert bzw. netterweise auch angeboten bekommen und hoffe auf eine qualitative Steigerung.

Auf meinem derzeitigen Stapel für die sechste Ausgabe liegen einige Geschichten, denen zumindest niemand Originalität wird absprechen können.

 

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.  :)  Ich glaube, ich muss erstmal ein Missverständnis ausräumen.

 

Du schreibst:
 

"Weltenportal" war und ist als breit aufgestelltes Magazin in der phantastischen Literatur konzeptioniert. Das erlaubt weit mehr als Speculative Fiction oder Science Fiction.

 
Ja, das ist mir bewusst. So sehe ich das WP auch, eben nicht als reines SF-Magazin.

In meinem ersten Absatz zu den Geschichten schaue ich auf die Originalität und zwar unabhängig ob SF oder nicht. Deshalb schreibe ich dort auch:
 

Das finde ich verblüffend, weil gerade die Phantastik die meisten Freiheitsgrade lässt.

 
Ich meinte schon die Phantastik (alle im WP5 vorkommenden Texte), nicht bloß die SF.

Auch der zweite Absatz bezieht sich auf alle Texte. Da ging es um stilistische Aspekte.

Der dritte Absatz bezog sich explizit nur auf die SF-Texte. Deshalb schreibe ich dort auch:
 

Das Potential des Genres hat keiner der SF-Texte ausgeschöpft ...

 

 
Du schreibst:

 

Letztendlich geht es mir um die Frage: Ist die Geschichte lesenswert? Wenn die Antwort "ja" lautet, ist es für mich von geringerer Bedeutung, ob die Möglichkeiten der SF im Speziellen oder der Phantastik im Allgemeinen vollständig ausgeschöpft werden. Ich akzeptiere, dass diese Ansicht nicht von allen geteilt wird.

 

Ja, ok. Das ist halt meine Präferenz. Je origineller der Text ist und je mehr er das Genre ausschöpft, desto mehr freue ich mich.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 30 November 2023 - 11:16.


#135 J. A. Hagen

J. A. Hagen

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Geschrieben 30 November 2023 - 11:26

Das Alleinstellungsmerkmal des SF-Genres - was es auszeichnet - sind spekulative, wissenschaftlich plausible Handlungsbedingungen und diese können je nach Text mehr oder weniger ausgeprägt zutage treten. Diese Eigenschaft kann über den Vorzug spannender Unterhaltung hinaus genutzt werden, um einen Gewinn zu schaffen in Gestalt einer bisher wenig bekannten, aber interessanten Reflektion über die Beschaffenheit der Welt (einschließlich des Menschen) und ihre Ausgestaltungsmöglichkeiten.

 

Kannst Du bitte einige Beispiele nennen, damit ich mir das besser vorstellen kann?

 

Zählt für Dich die DF der Siebzigerjahre mit rein, in der vor Umweltkatastrophen oder Überbevölkerung gewarnt wird? Ich glaube, Auslöser dafür war ein Bericht des Club of Rome, der davor warnte, dass die Ressourcen der Welt in absehbarer Zeit aufgebraucht wären. Soweit ich weiß, waren Harry Harrisons New York 1999 (Make Room! Make Room!) und John Christophers A single blade of grass davon beeinflusst; wahrscheinlich auch diverse Werke J. G. Ballards.


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#136 Jol Rosenberg

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Geschrieben 30 November 2023 - 11:46

Hach, spannend. Danke für diesen Austausch!

 

 

Galax ging das KI-Thema auf eine erfrischende Weise an, indem er eine Future History mit einer Alltagssituation verband und - wie es auch Roland bemerkt hat - mit der Pointe nicht in vertraute Bahnen / Erwartungen lenkte.

Deine Einschätzung, "Opium" wäre ein Sherlock-Holmes-Epigone, ist mir rätselhaft. 

 

Das Erfrischende in Galax' Text sehe ich genauso. Für mich haute der nur stilistisch so wenig hin, dass das verloren ging. Aber man sieht ja hier im Thread sehr schön, dass das eben nur eine Meinung ist.

 

Was Opium angeht, vergleichen wir offenbar mit verschiedenen Aspekten von Sherlock Holmes. Ich habe Holmes vor über 20 Jahren gelesen, und was mir hängen geblieben ist, ist die Stimmung und das Rätselhafte. Ich fand Holmes schon damals recht stereotyp in den Figuren und recht altbacken in den Rollen, etwas romantisierend und nostalgierend. Daran hat mich Opium erinnert.


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#137 Christian Hornstein

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Geschrieben 02 Dezember 2023 - 11:49

Kannst Du bitte einige Beispiele nennen, damit ich mir das besser vorstellen kann?

 

Zählt für Dich die DF der Siebzigerjahre mit rein, in der vor Umweltkatastrophen oder Überbevölkerung gewarnt wird? Ich glaube, Auslöser dafür war ein Bericht des Club of Rome, der davor warnte, dass die Ressourcen der Welt in absehbarer Zeit aufgebraucht wären. Soweit ich weiß, waren Harry Harrisons New York 1999 (Make Room! Make Room!) und John Christophers A single blade of grass davon beeinflusst; wahrscheinlich auch diverse Werke J. G. Ballards.

 
Ich habe jetzt gerade nicht viel Zeit, deshalb nur zwei Beispiele:

Das von Dir genannte 1984 von George Orwell greift die Propaganda- und Unterdrückungstechniken der Nazis aus dem dritten Reich auf, extrapoliert sie und malt aus, was dies für einen Menschen bedeuten könnte.

Solaris von Stanislaw Lem, wunderbar reinterpretiert von Steven Soderbergh, konfrontiert uns mit einer Daseinsform, deren Kommunikationsweise uns mit unseren tiefsten Sehnsüchten und Ängsten konfrontiert und letztlich dazu herausfordert, wie wir damit und mit der Realität umgehen wollen.

Ja, natürlich zählen die von Dir genannten Werke dazu. Das von Dir genannte Werk von Harry Harrison hat ja den Film Soylent Green inspiriert, den ich bis heute für ziemlich visionär und ausgezeichnet inszeniert halte.



#138 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 02 Dezember 2023 - 12:32

Solaris ist eines der wenigen Bücher, die ich in den letzten drei Jahren zwei Mal gelesen habe

Wenn wir ein derartiges Niveau im Weltenportal morgen könnten ... Na ja, meinethalben können wir mal dahin zielen und schauen wie weit wir kommen.

;-)

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#139 Christian Hornstein

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Geschrieben 03 Dezember 2023 - 08:28

Ich bin überzeugt, dass wir genug Leidenschaft und Knowhow besitzen, um das erreichen zu können. Manche Texte aus unserer Szene zeigen ja, was möglich ist, nicht zuletzt Deine Trauergeschäfte. Wir müssen uns nur alle anstengen, dann klappt das auch.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 03 Dezember 2023 - 08:29.


#140 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 03 Dezember 2023 - 08:32

Ich glaube, ich habe eine total andere "Geschmacksrichtung" als Lem, aber ich verstehe, was du meinst. Insgesamt könnten wir alle (mich eingeschlossen) ruhig höher zielen. Mit den engagierten Lesezirkeln sind wir schon auf einem guten Weg, denke ich, wenn wir uns auch von dem Feedback beeindrucken lassen.

 

Ich habe übrigens die vorletzte Exodus nochmal besorgt und gucke auch in deine Story (hoffentlich bald) mal rein, beim ersten Lesen ging die irgendwie komplett an mir vorbei. 


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#141 Christian Hornstein

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Geschrieben 03 Dezember 2023 - 12:53

Stilistisch bist Du aus meiner Sicht schon ziemlich weit oben. An solchen Texten orientiere ich mich gerne selbst.

 

Lem ist natürlich heute recht altbacken im Duktus und in den Konkreta. Geschichten wie Solaris haben aber eine Tiefenstruktur, von der man heute noch profitieren kann. Das ist ja meist der Grund, weshalb sie heute (neu) verfilmt werden.

 

Differenzierte Rückmeldungen voller Sachkenntnis sind eigentlich unbezahlbar. Falls Du Zeit fändest, mir eine solche Rückmeldung zu Humanicity (oder irgendeiner meiner Geschichten) zu geben, wäre das natürlich großartig. Meine Texte sind für mich vor allem Kommunikation. Deshalb sind Rückmeldungen für mich wichtig, weil ich anders nicht erfahren kann, ob das, was ich vermitteln wollte, angekommen ist. Ich versuche immer, jedes Kommunikationshindernis zu beseitigen. Ein Hindernis bei Humanicity war z.B. eindeutig die technische Kommunikation samt Anhang. Diesen Fehler werde ich nicht noch einmal begehen.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 03 Dezember 2023 - 12:55.


#142 Jol Rosenberg

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Geschrieben 03 Dezember 2023 - 13:04

Falls es dich interessiert: Meine Rezi zu dieser Exodus liegt schon hier. Darin habe ich deinen Text auch besprochen. Ich muss mal schauen, wann ich zum Endpolieren und Hochladen komme.


Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

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#143 Christian Hornstein

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Geschrieben 03 Dezember 2023 - 15:32

Falls es dich interessiert: Meine Rezi zu dieser Exodus liegt schon hier. Darin habe ich deinen Text auch besprochen. Ich muss mal schauen, wann ich zum Endpolieren und Hochladen komme.

 
Da bin ich aber gespannt, auch in Bezug darauf, was Du zu den anderen Texten geschrieben hast. Es gibt ja nicht viele Rezensionen zu dieser Ausgabe und oft sind sie auch eher knapp.



#144 Frank Lauenroth

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Geschrieben 06 Dezember 2023 - 08:26

Mal ganz am Rande erwähnt: Ich halte das Cover von Detlev Klewer für KLP-würdig und werde es auch nominieren. 


 In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke                                                          : Aktuelle Projekte und neue Veröffentlichungen :                                                'Gleich' ist der Tod des kleinen Mannes.


#145 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 06 Dezember 2023 - 09:07

Mal ganz am Rande erwähnt: Ich halte das Cover von Detlev Klewer für KLP-würdig und werde es auch nominieren. 

 

Das ist wahr, ich plane das auch


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