Ab dem 5. September wird hier
Andreas Eschbach mit Freiheitsgeld
gelesen und darüber diskutiert.
Ich wünsche allen viel Spaß.
Geschrieben 03 September 2022 - 08:00
Ab dem 5. September wird hier
Andreas Eschbach mit Freiheitsgeld
gelesen und darüber diskutiert.
Ich wünsche allen viel Spaß.
Geschrieben 05 September 2022 - 05:21
Geschrieben 05 September 2022 - 11:23
Nach dem Rudi Nuss werde ich wohl die Gelegenheit beim Schopfe packen und anstelle des geplanten Sanderson Romanes hier mit einsteigen.
Geschrieben 05 September 2022 - 15:18
Wie angekündigt, lese ich nicht mit, informiere mich jedoch von Zeit zu Zeit über den Stand eurer Meinungen.
Geschrieben 05 September 2022 - 20:23
Ich habe jetzt den Prolog und das erste Kapitel gelesen. Der Prolog zeigt schon mal sehr anschaulich, wie sich unsere, an medialer Aufmerksamkeit orientierte Welt weiterentwickeln könnte. Mit dem ersten Kapitel hat mich Eschbach aber erst mal mächtig verärgert. Polizei und Steuerfahndung sind zwei vollkommen unterschiedliche Behörden. Die Steuerfahndung hat zwar im Steuerstrafverfahren dieselben Befugnisse wie die Polizei und ihre Beamten sind auch Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft, aber sie gehören zur Steuerverwaltung. (Ich möchte auch mal sehen, wie ein Polizist nebenbei so eben noch das komplette Steuerrecht drauf hat.) Dementsprechend müssen sie auch das Steuergeheimnis beachten. Es mag zwar sein, dass in der Zukunft das Steuerrecht vereinfacht wird (kann ich mir aber nicht wirklich vorstellen), aber dass Polizei und Steuerfahndung zusammengelegt werden, halte ich angesichts der rechtlichen Hürden (insbesondere verfassungsrechtlich) für eher unwahrscheinlich.
Geschrieben 05 September 2022 - 21:47
... und ich glaube nicht, dass das BGE so schnell eingeführt wird ... 2034: das sind ja nur 12 Jahre!
Wenn es eine Krisensituation gibt, sucht der intelligente Mensch nach einer Lösung,
der dumme Mensch nach Schuldigen.
(Verfasser unbekannt)
Geschrieben 06 September 2022 - 14:26
Podcast: Literatunnat
Geschrieben 06 September 2022 - 19:12
Ich habe nun die ersten fünfzig Seiten hinter mir und bisher ist es ein typischer Eschbach für mich (ist mein fünfter Roman von ihm, glaube ich, plus lauter Kurzgeschichten).
Ich lese (sonst höre ich ihn ja fast immer, aber das passte nicht, ich stecke beim Hören noch in Never von Follet und mag nicht pausieren und bin vorgestern Abend zufällig mit dem aktuellen Roman fertig geworden) und daher markiere ich auch mal dann und wann etwas.
Eschbach schreibt die meiste Zeit über flüssig, mit einigen Phrasen, nichts besonderes, ab und zu frage ich mich aber, ob wirklich gründlich lektoriert wurde. Da geht noch was, finde ich.
Hier beispielsweise wurden einige Worte zu viel verwendet:
"Es war wie ein Schock, die an für sich schlichte Wahrheit zu erkennen, ..."
Was wäre falsch mit:
"Es war wie ein Schock zu erkennen ..."
oder wenigstens:
"Es war wie ein Schock, die schlichte Wahrheit zu erkennen ..."
Abgesehen mal davon, dass es auch recht klischeehaft und kreativlos formuliert ist.
Schlimmer noch, was soll das hier für ein Satz sein:
Sie solle dann sagen, Mutter sei spazieren, hatte man ihr aufgetragen, und das tat sie.
Das muss man ja dreimal lesen, bis man es versteht.
Inhaltlich ist das auch unglaubwürdig, man lässt ein fünfjähriges Kind alleine zu Hause? Das ist ja heute schon verboten. In den Achtzigern war das okay, aber ich bezweifle, dass es in Zukunft wieder in die Richtung geht, es ist ja eher so, dass man den Kindern weniger und weniger erlauben darf und sie mehr und mehr betüdelt und betreut, damit Eltern ja keine Freizeit haben (sorry Direktheit, aber so erlebe ich heute die Gesellschaft).
Eine Mutter, die ständig ohne ihr fünfjähriges Kind spazieren geht, ist auch höchst unglaubwürdig. Eine, die heimlich arbeiten geht, na gut, aber das müsste auch irgendwie besser getarnt werden.
Inhaltlich wagt er ja mal wieder eine Frauenperspektive (Lina), und die gelingt ihm mal wieder nicht so recht. Lina lässt sich bevormunden (der Putzdienst kommt und schlägt vor. "Gehen Sie mal eine Stunde spazieren" - ja sicher. Ich lasse mich einfach aus meiner Wohnung vertreiben. Ohne vorherige Ankündigung. Geht in Ordnung. Die Frau wird bevormundet und merkt es gar nicht, findet das total in Ordnung, so etwas ärgert mich. Lieber Andreas, bitte auch mal toughe Frauen entwerfen!).
Valentin finde ich als Charakter echt cool, vor allem die ganzen Nerd-Informationen zum Thema Muskeln wieder stärken und ich mag die Challenge, dem Politiker zu helfen, innerhalb von drei Monaten ein kurzes Stück ohne Stock gehen zu können. Das gefällt mir als Sportlerin auch thematisch. Ich mochte sogar das Fachwort-Dropping mit den Muskelnamen, made my day! Außerdem merkt man an der Stelle, wie leidenschaftlich Valentin seinen Beruf verfolgt, das macht ihn mir sympathisch und bringt ihn mir sehr nah.
Mit dem Polizisten bin ich noch nicht so recht warm geworden. Geben wir dem mal mehr Zeit.
Es wird an vielen Stellen gekonnt Spannung erzeugt, Beispiel hier aus Valentins Sicht:
Sie [Lina] durfte nur nie erfahren, was es ihn kosten würde.
Oder, etwas später aus Linas Sicht, als sie über die Familie nachdenkt, die vorher in der Wohnung wohnte:
Warum waren sie gegangen?
Auch alles an der Gated Community in der B-Zone ist etwas spooky, viele Fragen werden aufgeworfen, auch von Lina, ich frage mich schon, was da nicht stimmt.
Mein leiblicher Vater wohnt übrigens in einer Gated Community in den USA, in Utah, was aber irgendwie witzig ist, weil die Gegend nicht so fürchterlich schlecht ist und man eigentlich relativ einfach reinkommt, sofern man über ein paar Zäune steigen bereit ist, nur mit dem Auto ist es ohne Code unmöglich, man könnte also bei einem Bruch nicht sehr viel schleppen. Mein Opa wohnte auch in einer (innerhalb von Salt Lake City), die recht ähnlich war. Ich weiß nicht, ob es dort nur ein Werbegag ist, ich hatte nie den Eindruck, dass Utah ein sehr krasses Pflaster ist. :-)
Podcast: Literatunnat
Geschrieben 06 September 2022 - 20:21
Krass. Wie viel man schon zu nur 50 Seiten schreiben kann. Ich bin schon 3-mal so weit, hatte aber irgendwie überhaupt noch nicht das Bedürfnis zu schreiben. Irgendwie ist mir noch nicht so richtig klar, was der Roman will, in welche Richtung das genau geht. Offenbar war ja aber wohl der Titel eine Finte, oder? Wer weiß.
Die Kritik an Lina finde ich überzogen. Warum müssen Frauenfiguren jetzt immer alle tough sein? Mit Valentins Chefin haben wir ja auch mindestens schon eine. Die Polizistin ist vermutlich auch ziemlich cool, aber darüber wissen wir noch zu wenig. Tatsächlich habe ich mich auch gefragt, ob ich so reagiert hätte, wenn mich ein Reinigungsdienst aus meiner Wohnung komplementieren will. Andererseits passt es zum Charakter von Lina.
Alles in allem, stimmt, typischer Eschbach, insofern er sehr bekömmlich zu lesen ist, aber ehrlich gesagt haut das ganze mich noch nicht wirklich vom Hocker. Insgesamt kommt mir das Tempo etwas zu langsam vor. Aber da muss ich noch etwas abwarten.
Bearbeitet von Amtranik, 06 September 2022 - 20:23.
Geschrieben 06 September 2022 - 20:25
Bearbeitet von Naut, 06 September 2022 - 20:26.
Geschrieben 06 September 2022 - 20:34
Podcast: Literatunnat
Geschrieben 06 September 2022 - 21:00
Bin jetzt auf Seite 50. Lina finde ich eigentlich als Charakter ganz gut gelungen. O.k., sie ist nicht tough, aber dass sie ein bißchen schüchtern und verhuscht ist, passt gut zu ihrem Background. Und es kommt überzeugend rüber, dass sie von der neuen Umgebung und dem plötzlichen „Reichtum“ überwältigt ist. Sie kommt mir fast ein wenig vor wie die zweite Mrs. de Winter in „Rebecca“, die zu Anfang auch alles mit sich hat machen lassen und sich nicht getraut hat, den Mund aufzumachen. Mal sehen, ob sie ihre Courage noch findet.
Valentin ist bis jetzt etwas blass. Aber ich denke, er wird wohl bald in politische Intrigen verstrickt werden.
Wenn ich das recht verstehe, bekommt jeder das Freiheitsgeld und braucht es auch, weil man von seinem Gehalt ( falls man einen Job hat) allein nicht besonders gut leben kann. Man lebt also entweder nur vom Freiheitsgeld oder man kassiert das Freiheitsgeld neben dem Gehalt ( wobei die Gehälter wohl offenbar generell niedriger sind als heute). Dann ist das Freiheitsgeld im Ergebnis nichts anderes als eine Art unbefristeter Sozialhilfe, und wer ein besseres Leben will, muss sich abrackern.
Geschrieben 07 September 2022 - 05:08
Ähnlich wie auch das bedingungslose Grundeinkommen konzipiert ist. Wobei es da ja mehr als ein Konzept gibt und ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen will.
Interessant, dass du Rebecca erwähnst, die Hauptfigur habe ich trotz ihrer "Verhuschtheit" als sehr plastisch erlebt (den Roman finde ich übrigens absolut genial), das war für mich sehr stimmig.
Ich glaube, ich bin einfach genervt, weil ich bei Eschbach den Eindruck habe, die Damen gelingen nicht so richtig oder haben zu viele ärgerliche Eigenschaften (oder beides), prominentestes Beispiel wäre die Frau aus NSA; aber auch bei Herr aller Dinge fand ich einiges an der weiblichen Hauptfigur seltsam.
Nach fünfzig Seiten kamen gewisse Dinge über Valentin noch nicht, inzwischen ist einiges passiert, das mich neugierig macht. Ich finde Havebeck auch interessant, der scheint einiges auf dem Kasten zu haben. Mit dem Steuerpolizisten werde ich noch immer nicht warm.
Was mich aber gestern geärgert hat:
(betrifft ca. S. 100 - 110)
Podcast: Literatunnat
Geschrieben 07 September 2022 - 05:24
Ähnlich wie auch das bedingungslose Grundeinkommen konzipiert ist. Wobei es da ja mehr als ein Konzept gibt und ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen will.
Interessant, dass du Rebecca erwähnst, die Hauptfigur habe ich trotz ihrer "Verhuschtheit" als sehr plastisch erlebt (den Roman finde ich übrigens absolut genial), das war für mich sehr stimmig.
Ich glaube, ich bin einfach genervt, weil ich bei Eschbach den Eindruck habe, die Damen gelingen nicht so richtig oder haben zu viele ärgerliche Eigenschaften (oder beides), prominentestes Beispiel wäre die Frau aus NSA; aber auch bei Herr aller Dinge fand ich einiges an der weiblichen Hauptfigur seltsam.
Nach fünfzig Seiten kamen gewisse Dinge über Valentin noch nicht, inzwischen ist einiges passiert, das mich neugierig macht. Ich finde Havebeck auch interessant, der scheint einiges auf dem Kasten zu haben. Mit dem Steuerpolizisten werde ich noch immer nicht warm.
Was mich aber gestern geärgert hat:
(betrifft ca. S. 100 - 110)
Spoiler
Zustimmung zum Spoiler. Das wird teilweise meiner Ansicht nach noch stellenweise übler. Ich habe aktuelle Kapitel 12 beendet und da gibt es einen Dialog zwischen Lina und ihrer besten Freundin Davorka der für mich wirklich ob seiner dümmlich naiven Art schwer erträglich war. Irgendwie hab ich Eschbach da besser in Erinnerung.
Bearbeitet von Amtranik, 07 September 2022 - 05:24.
Geschrieben 07 September 2022 - 05:32
Ach ja und noch was zu Valentins Chefin:
Podcast: Literatunnat
Geschrieben 07 September 2022 - 05:36
@Jörg, ah du bist auch schon wach. Schön!
So weit wie du bin ich tatsächlich noch nicht (grins), also darf ich gespannt bleiben.
Insgesamt ist der Roman ja gut, ich jammere auf hohem Niveau. Ich bin sicher, er kann das ab.
Podcast: Literatunnat
Geschrieben 07 September 2022 - 19:04
Ich habe dann doch auch mal mit dem Roman angefangen, lohnt sich ja, wenn hier gleich mehrere am Ball sind.
Etwas über 50 Seiten, und ich habe schon nach den ersten Seiten ein Bedürfnis, folgendes zu äußern: Ich habe seit spätestens "Eines Menschen Flügel" den Eindruck, dass Eschbach seine Zielgruppe verjüngen möchte. Bei jenem hatte ich bemängelt, das Buch lese sich wie einer der Arena-Dreiteiler, nur als Einteiler, zumal in drei Teilen aufgemacht durchaus vorstellbar. Und hier ist es bereits nach einigen Sätzen so, dass ich ob der einfachen, teils sehr umgangssprachlichen Sprache etwas enttäuscht bin. Ja nu, kann ich ihm aber nicht vorwerfen, vielleicht ist das nötig in der Social-media-Zeit, sich weniger gewählt auszudrücken. Bzw doch sehr gewählt einfach und "fresh". Aber meins ist das nicht.
Was nicht in mein Regal passt: Booklooker
Geschrieben 08 September 2022 - 08:19
“Eines Menschen Flügel” habe ich auch für “eine Trilogie in einem Band” gehalten und als Trilogie, gelesen mit einem gewissen Abstand zwischen den Bänden, hätte es mir wahrscheinlich auch besser gefallen und wäre mir nicht so aufgebläht vorgekommen.
Inzwischen bin ich auf Seite 188 angekommen. Ich fand es gestern spannend. Eschbach verfolgt ja einen klaren Aufbau: relativ kurze Kapitel, die jeweils einen Tag beschreiben und der Reihe nach die verschiedenen Handlungsebenen abklappern. Es vergeht wenig Zeit, weitere Hinweise auf ein Geheimnis im Hintergrund kommen gerne am Ende eines Kapitels. So erzeugt er ausreichend Spannung, um mich zum Weiterlesen zu motivieren.
Inzwischen kommen auch immer mehr Hinweise auf Änderungen zum Heute, wobei für mich der Roman eine Art “SF for beginners” ist, versucht er doch sehr, LeserInnen nicht zu überfordern.
In Kapitel 10 wird es utopisch(:-)): Als "Krankenbruder" im Gesundheitssystem verdient man richtig gut, es wurden Orte abgerissen, um viele Bäume pflanzen zu können und anscheinend wurde die Klimakatastrophe abgewendet. Später erfährt man übrigens, dass Kinderbetreuung nicht gut bezahlt wird.
Langsam wäre ich interessiert an einer deutlicheren Auseinandersetzung zum Thema “Freiheitsgeld” im Buch, aber vielleicht lässt er es ja bei subtileren Andeutungen: wie finden Menschen dann einen Sinn? Strengen sie sich noch an? Übernimmt noch jemand unangenehme Arbeiten? Wie wird es finanziert usw.
Bei einem musste ich lachen: Lena will natürlich einen Roman schreiben. Da ja jetzt schon gefühlt jeder SF-Fan mindestens Kurzgeschichten schreiben will, wird der Anteil der AutorInnen bei einem Freiheitsgeld sicher noch einmal viel höher sein. (Ich glaube allerdings nicht, dass es im Jahre 2064 noch neue gedruckte Bücher geben wird, ausser vielleicht für einen ganz kleinen Liebhabermarkt).
Geschrieben 08 September 2022 - 08:32
@Franz: Man konnte sich ja die Bücher in demand ausdrucken lassen in Supermarkt. Da gab es irgendwann eine Szene. Als überzeugte digitale Leserin fand ich das süß, offenbar hofft der Autor, es gäbe weiterhin Printbücher und hat eine andere Idee gefunden, das zu modernisieren.
Ich bin auf Seite 169, das ist das Ende des 17. Kapitels. Da ich nun eine Weile verreist bin und auf das Hörbuch umsteige, hier ein längeres Zwischenfazit. Bei Spoilern schreibe ich drüber, welches Kapitel es betrifft oder welche Seiten und verstecke die Sachen.
Nach diesem Posting werde ich dann nur noch kurze Wasserstandsmeldungen am Handy durchgeben.
Zwischenfazit: Der Roman gefällt mir größtenteils gut. Die Perspektivwechsel sind mir zu häufig, vor allem fürs Hören, da werde ich mich arg zusammenreißen müssen. Selbst beim Lesen wurde mir fast schwindelig. Die Figuren sind zum größten Teil auch ganz okay, leider ist (Spoiler zu Kapitel 17)
Der Polizist, Ahmad, ist mir sympathisch geworden, als er im Archiv gearbeitet hat. Dazu muss man wissen: Ich bin Archivarin bzw. so etwas in der Art, ich mache digitale Langzeitarchivierung und habe Bibliothekswissenschaft studiert.
Begeistert war ich von der Aussage des Archivars:
"Ein falsch abgelegtes Dokument ist genauso wertlos wie eines, das man weggeworfen hat."
Das erinnert sehr an den Spruch unter Bibliotheksleuten: Ein Buch, das nicht am richtigen Platz im Regal steht, findet man niemals wieder.
Große Begeisterung meinerseits! Ähnlich wie bei der Szene, in der Valentin sich überlegt hat, wie er Havelock wieder fit macht (ja, auch für Sport interessiere ich mich, aber eher als Hobby, Sachen zu archivieren ist mein Beruf).
Was mir am wenigsten gefällt ist der Infodump im Dialog. Ganz schlimm im Gespräch zwischen Davorka und Lina. Die erklären sich gegenseitig, wie es mit dem Klima war und was das für Auswirkungen hat? Wirklich? Die wohnen in der Welt und werden das schon wissen. Diese Informationen waren wohl eher für mich. Darauf stehe ich nicht. Dann besser einfach offen im Erzähltext belehren, das ist wenigstens ehrlich.
Außerdem:
Spoiler Kapitel 12
Das häuft sich auch woanders, als Therese sich mit ihrem Sohn unterhält, erzählen sie sich auch gegenseitig Details, was man so durfte oder nicht durfte in der Oase, alles Infos, die eigentlich eher für uns sind, das würde man sich so wohl nicht erzählen, klingt irgendwie unecht.
Die Versetzung von Ahmad in die andere Abteilung und seine Kriminalfälle finde ich ganz cool, Spoiler:
Später habe ich dann aber arge Probleme mit seiner Beziehung zu Franka. Was ist das denn für eine schräge Beziehung?
Spoiler circa nach S. 160
Spoiler nach Kapitel 12:
Zu Valentin und seiner Chefin
Ich mag diesen leisen originellen Weltenbau zwischendurch, "Hosen in Dosen" oder "Wiemilch", das finde ich nett.
Bei der afrikanischstämmigen Frau aus Bayber, Maria Okafor, habe ich fast die Idee, es könnte eine Hommage an Okorafor sein. Was witzig, bricht mit Klischees und klingt aber dennoch echt (Friseurprobleme).
Ansonsten ist mir auch aufgefallen, was Franz schon erwähnte, Krankenpersonal wird sehr gut bezahlt, Kindergartenpersonal eher nicht.
Insgesamt ist es durchaus interessant, ich habe nur den Verdacht, es gibt zu viele Figuren und zu viele Nebenhandlungsstränge, die nicht wirklich notwendig sind, aber geurteilt wird am Ende.
Bearbeitet von Rezensionsnerdista, 08 September 2022 - 09:24.
Podcast: Literatunnat
Geschrieben 08 September 2022 - 10:01
Also auf mich wirkt das dann eher wie ein Roman ob des von Dir beschriebenen Stils Yvonne, der sich an ein jüngeres Publikum richtet. Ganz so, wie es Waffeleisen gesagt hat. Ist jedenfalls ebenfalls so gar nicht meins. Also das mit Valentin und seiner Chefin habe ich (weil ich ein Mann bin?) ganz anders wahrgenommen. Für mein Empfinden hat ihm das nach dem ungewohnten ersten Schreck schon beim ersten Mal sehr gut gefallen. Ich kann das nachvollziehen. Und dass seine einzige Sorge zu Anfang zu sein scheint, dass er vielleicht wegen der Umstände keinen hochbekommt und ihm das peinlich ist. Da ist so überhaupt nichts von den Gefühlen für mich rübergekommen, die Du offenbar gefühlt hast, also allein der Vergleich zu Daenerys und Khal Drogo aus Game of Thrones zeigt mir das. Von jemand zu Zwecken der Körperflüssigkeitsentnahme, der es gut macht, verwöhnt zu werden, löst in mir jetzt keine vergleichbaren Gefühle aus. Zumal, Daenerys hätte keine Wahl gehabt, hätte sich niemals entziehen können. Valentin aber jederzeit.
Geschrieben 08 September 2022 - 11:55
Ach, du meine Güte. Ich glaub, ich muss mal schneller lesen. Ich hab den ganzen „Schweinkram“ bisher verpasst.
Geschrieben 08 September 2022 - 12:52
Eire Posts machen mich nicht neugierig, obwohl ich eines Menschen Flügel trotz der '"Längen" beim zweiten Hören gern gehört. aber ich weiß auch, dass nicht jedes Buch von Eschbach mit gefällt.
Geschrieben 08 September 2022 - 13:38
Ach, du meine Güte. Ich glaub, ich muss mal schneller lesen. Ich hab den ganzen „Schweinkram“ bisher verpasst.
Ach so dolle ist das gar nicht.
Geschrieben 08 September 2022 - 13:49
Ich stimme Yvonne zu in Bezug auf die Bücher, die auch on demand produziert werden könnten.
Die Angst von Ahmad, dass Franka ihn gleich mit seinem neuen Kollegen betrügen könnte, fand ich echt lächerlich, oder vielleicht: kindisch.
Mit dem Dahinscheiden einer wichtigen Figur (in der Badewanne, ich hatte das Bild gleich vor mir), nimmt der Roman mehr Fahrt auf...
Bei den Beziehungen gibt es nur ziemlich klassische Mann-Frau Beziehungen, die (s.o.) manchmal etwas altmodisch wirken.
Geschrieben 10 September 2022 - 17:23
Ich habe mittlerweile noch ein wenig weitergelesen und muss schon sagen, dass das Ganze auf mich doch stellenweise arg flach wirkt. Ist das wirklich der Eschbach der Herr aller Dinge oder NSA geschrieben hat?
Geschrieben 12 September 2022 - 19:26
Bearbeitet von Rezensionsnerdista, 12 September 2022 - 19:26.
Podcast: Literatunnat
Geschrieben 15 September 2022 - 10:59
Ich habe fertig... und meine Gedanken mal auf goodreads zusammengefasst:
https://www.goodread...show/4960995636
Bearbeitet von FranzH, 15 September 2022 - 11:01.
Geschrieben 15 September 2022 - 11:09
Bisher der am wenigsten gute Roman von Eschbach für mich.
Meine Hitliste der bisher gelesenen wäre etwa:
Der Letzte seiner Art
Herr aller Dinge
NSA
Perry Rhodan
Das Jesus Video
Die Haarteppichknüpfer
Und dann dies hier, denke ich
Das nächste lese ich trotzdem, in der Hoffnung, dass er zu alter Form aufläuft. Lesenswert ist es schon, aber mehr nicht.
Zum Glück ist der Schluss ganz gut, wie immer bei ihm (na gut bei Herr aller Dinge war er fantastisch).
Bei mir würde die Liste etwas anders aussehen: Die "Haarteppichknüpfer" deutlich weiter oben und "Der letzte seiner Art" deutlich weiter unten.
Außerdem fehlt u.a. noch "Quest", den ich auch ziemlich weit oben einsortieren würde.
Bei "Der Herr aller Dinge" ist das Ende wirklich unerwartet und "groß", weil ja plötzlich das Fermi Paradoxon erklärt wird ("Wo sind sie denn, die Außerirdischen?").
Beim "Freiheitsgeld" war das Ende auch einigermaßen groß, aber halt nicht so ganz überzeugend.
Außerdem glaube ich, dass mir inzwischen stärker auffällt, wie schwach seine Charakterisierungen und Beziehungen manchmal sind.
Bearbeitet von FranzH, 15 September 2022 - 11:09.
Geschrieben 15 September 2022 - 11:56
Podcast: Literatunnat
Geschrieben 15 September 2022 - 12:36
„Die Haarteppichknüpfer“ würde ich auch ganz oben ansetzen. Das Buch ist meiner Meinung nach einfach genial. „Das Jesus-Video“ hat mir auch super gefallen. „Quest“ ist auch nicht schlecht, aber den Schluss fand ich etwas enttäuschend. Na ja, immerhin ging es ja um die Suche nach Gott. Da hatte ich etwas Spektakuläreres erwartet. „Der Letzte seiner Art“ steht schon seit Jahren in meinem Regal, muss ich jetzt unbedingt mal lesen. Bisher hat mir ja „Der Nobelpreis“ am wenigsten von Eschbachs Büchern gefallen, aber ich glaube, „Freiheitsgeld“ finde ich noch schlechter.
Mitglieder: 0, Gäste: 1, unsichtbare Mitglieder: 0