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"Wie komme ich in eine Anthologie?" by Sven Haupt

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6 Antworten in diesem Thema

#1 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben Heute, 09:17

Die Frage, die sich viele Autor:innen stellen. Ein lesenswerter Artikel von Sven Haupt:

 

Wie komme ich in eine Anthologie – Elektrischer Engel

 

 


SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com
  • (Buch) gerade am lesen:"Nova 38", "Sch(w)einwerfer in der MNacht" (Hg. June Is)

#2 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben Heute, 09:51

Eine kleine Nachbemerkung meinerseits:

Wie aus Svens Artikel hervorgeht, hat er im Zuge seines Schreibseminars an der Ruhr-Universität Bochum (mit Dr. Markus Tillmann) die Ausschreibung zur Smartokratie, für die wir letztendlich auch seine Einsendung anonym ausgewählt haben, mit Interesse verfolgt. Er bat mich darum, ihm meine Eindrücke zu schildern – und nicht einen davon hat ihn überrascht.

Einige dieser Eindrücke habe ich auch im Thread zur Smartokratie wiedergegeben, was auf geteiltes Echo stieß. Manche fanden sie interessant und baten nach Ablehnung der Kurzgeschichte um ein Feedback (*), andere empfanden die Äußerungen als unangemessen. Mein Anliegen – ohne irgendjemanden persönlich anzugreifen oder spezielle Geschichten vorführen zu wollen – darzulegen, worin meine Probleme mit einem Teil (!) der Einsendungen bestand, ist also gründlich nach hinten losgegangen. Es erschien und erscheint mir auch jetzt noch ehrlicher, als nichtssagend zum Schluss ein AGG-konformes "Wir mussten uns schweren Herzens gegen viele Texte entscheiden" zu bringen. Nach meiner Auffassung bringt das niemandem etwas.

Dennoch ist mir natürlich bewusst, dass niemand uns Texte geschickt hat, um uns zu ärgern. Ich weiß, wie viel Mühe und Herzblut in Geschichten steckt. Und vor allem weiß ich auch, dass – allen objektiven Bewertungskriterien zum Trotz – ein Mensch schlussendlich subjektiv entscheidet. Deshalb auch meine letzten Postings im Smartokratie Thread, um den entstandenen Eindruck etwas geradezurücken.

Und doch ... mir bleibt nichts anderes übrig, als aus Herausgebersicht Svens Artikel vollumfänglich beizupflichten.
Er kann es aber auch besser – viel besser – ausdrücken, als ich es vermag.

Der Blog, den Sven begleitend zu dem Seminar führt:
Phantastische Schreibwerkstatt

(*) das habe ich auf Rückfrage noch nie verweigert. Ich empfand das von jeher als Rückzahlung für all das konstruktive Feedback, das mir selbst gewährt wurde.

Bearbeitet von ChristophGrimm, Heute, 10:07.

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#3 Mammut

Mammut

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Geschrieben Heute, 10:45

Die Frage, die sich viele Autor:innen stellen. Ein lesenswerter Artikel von Sven Haupt:

 

Wie komme ich in eine Anthologie – Elektrischer Engel

 

Da habe ich zwei Anmerkungen zu:

Ich glaube nicht, dass gute Kurzgeschichten dialoglastig sein müssen. Es liegt natürlich auch an meinen persönlichen Referenzen, dass mir dialoglastige KG oft nicht gefallen, aber es gibt echt viele tolle und herausragende Kurzgeschichten, die alles andere als dialoglastig sind.

 

Zu den Überlegungen Thema und die unvermeidlichen Einsendungsschwerpunkte. Da würde ich, neben der oft vorkommenden Einfallslosigkeit der Einsendungen aber auch die Ausschreiber in die Haftung nehmen. Oft gibt der Ton der Ausschreibung schon an, was die Herausgeber erwarten und das ist oft schon relativ eng im Zielkorridor.

 

Ansonsten zeigt der Beitrag von Sven Haupt neben auch hilfreichen Sichtweisen auch, dass es wichtig ist, die Vorstellungen der jeweiligen Herausgeber zu erfüllen. Daher kann die Absage Qualitätsgründe haben, muss es aber nicht. Generell sollten Absagen aber dazu führen, zu hinterfragen, warum der Text abgelehnt wurde (dafür liefert der verlinkte Beitrag einen schönen Handwerkskasten) und was man als Verfasser besser machen kann. Dazu hilft es, die Geschichte mit Abstand erneut und kritisch zu lesen.



#4 Dyrnberg

Dyrnberg

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Geschrieben Heute, 11:13

Vielen Dank für den Link. Habe den Text gerne gelesen, auch, weil er eine Differenz zieht, die mir als Leser wichtig ist bzw. die meines Erachtens oft unterschätzt wird: Es gibt bei der Schriftstellerei Dinge, die man lernen kann - und Dinge, die man nicht lernen kann. "Man kann nicht lernen, etwas zu sagen zu haben." finde ich dabei eine schöne Formulierung.



#5 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben Heute, 11:17

Da habe ich zwei Anmerkungen zu:
Ich glaube nicht, dass gute Kurzgeschichten dialoglastig sein müssen. Es liegt natürlich auch an meinen persönlichen Referenzen, dass mir dialoglastige KG oft nicht gefallen, aber es gibt echt viele tolle und herausragende Kurzgeschichten, die alles andere als dialoglastig sind.

Zustimmung. Es ist nicht so, dass Sven das nicht ebenfalls wüsste ;)

Wichtig ist zu verstehen, dass die Art, wie wir uns Geschichten erzählen, seit Hunderttausenden von Jahren gleich ist. Deswegen ist es möglich, Regeln zu formulieren.
Disclaimer: Jede dieser Regel wird von mir im Seminar im Brustton der Überzeugung vorgetragen und mit dem Anspruch, dass sie uneingeschränkt und für alle Zeiten gültig ist.

Das ist natürlich Unsinn. Wir werden im Seminar immer wieder sehen, dass es AutorInnen gibt, die genial und berühmt geworden sind, obwohl sie sich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln interessieren.
Der Punkt ist also nicht, die letzte Wahrheit zu finden.

Die Idee des Seminars ist es, praktische Anleitungen zu vermitteln, welche dazu führen, dass die Geschichte, welche entsteht, in jedem Fall funktionieren wird. Ob sie deswegen etwas zu sagen hat, revolutionär ist, oder erinnert werden wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Mein Anspruch ist, dass, wenn AutorInnen, die im Seminar vermittelten Erkenntnisse beherzigen, dann wird die Geschichte zumindest nicht vollkommen schiefgehen. Das wäre meines Erachtens nach schon echt gut

(…)

Die Regeln sollen Euch möglichst simple praktische Wegweiser sein. Etwas, das einfach genug ist, dass ihr euch auch noch in zwanzig Jahren daran erinnert. „Hey, der Sven hat gesagt wir machen das immer so und so.“ Und weil Ihr bis dahin erfolgreiche AutorInnen seid, könnt Ihr lächeln, denn Ihr macht es schon längst anders. Aber … Ihr wisst warum!.


Quote: 02 – Inhalt des Seminars – Phantastische Schreibwerkstatt


Zu den Überlegungen Thema und die unvermeidlichen Einsendungsschwerpunkte. Da würde ich, neben der oft vorkommenden Einfallslosigkeit der Einsendungen aber auch die Ausschreiber in die Haftung nehmen. Oft gibt der Ton der Ausschreibung schon an, was die Herausgeber erwarten und das ist oft schon relativ eng im Zielkorridor.

Das ist ein valider Einwand. Grit Richter hat es einst mit ihrer (letztendlich nicht realisierten) Vampiranthologie eingestanden, den Ausschreibungstext nicht optimal gestaltet zu haben.

Auch ich habe mich – nach sehr vielen dystopischen Szenarien – gefragt, ob wir im Ausschreibungstext statt
"Werden wir zukünftig in einer Smartokratie leben – und wird diese utopisch oder dystopisch sein?"
nicht besser diesen Satz an den Schluss gesetzt hätten:
"Und ist hierbei eine klare Trennung zwischen Potenzial und Gefahr, Chance und Risiko oder »gut« und »böse« stets möglich?"

Auch wir/ich lerne/n stetig dazu :).

Bearbeitet von ChristophGrimm, vor 22 Minuten.

SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com
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#6 Mammut

Mammut

    DerErnstFall Michael Schmidt

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Geschrieben Heute, 11:32

Auch ich habe mich – nach sehr vielen dystopischen Szenarien – gefragt, ob wir im Ausschreibungstext statt

"Werden wir zukünftig in einer Smartokratie leben – und wird diese utopisch oder dystopisch sein?"

nicht besser diesen Satz an den Schluss gesetzt hätten:

"Und ist hierbei eine klare Trennung zwischen Potenzial und Gefahr, Chance und Risiko oder »gut« und »böse« stets möglich?"

 

Auch wir/ich lerne/n stetig dazu :).

 

Ich muss sagen, für mich kam euer Ausschreibungstext positiv rüber und ich hätte erwartet, dass da eher was in Richtung Zeitalter der goldenen SF kommt, also sehr optimistische Sichtweisen, welche die zahlreichen Möglichkeiten in den buntesten Farben präsentieren.

Aber das steht ja im verlinkten Artikel auch: Wenn die Lemminge meinen, die Zukunft ist eine Gefahr, bricht der Kreative selten aus diesem monolithischen Block heraus.



#7 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

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Geschrieben vor 47 Minuten

Also, um es jetzt mal ganz klar zu sagen: Ihr habt ja ausreichend gute Texte gefunden. Und wir Autory müssen (und sollten!) mit Ablehnungen auch klar kommen.

 

In den USA kriegt man 100+ Ablehnungen pro Jahr (sofern man beispielsweise 104x pro Jahr etwas einreicht), das ist da auf dem Markt ganz normal. 

 

(Mir ist bewusst, dass ich leicht reden habe, wenn zwischen zwei Ablehnungen bei mir fünf Jahre liegen, aber vermutlich wäre es gesünder, wir würden alle mehr ablehnen und auch mehr Ablehnungen erhalten.)


Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
  • • (Film) gerade gesehen: Der Simpsons Movie, Lola rennt



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