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SF-Roman schreiben und dafür bezahlt werden

Ausschreibung Jobangebot Öffentlicher Dienst

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28 Antworten in diesem Thema

#1 Naut

Naut

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 06:22

Die Cyberagentur, eine Bundeseinrichtung zur Erforschung von Sicherheit in Informationsdiensten, möchte für mindestens ein Jahr jemanden einstellen, um einen SF-Roman zu ihren Themen zu schreiben.
Ein Jahr gibt es Zeit, um in der Einrichtung zu arbeiten und zu forschen und dabei den Roman zu schreiben. Bezahlt wird nach TVÖD.
Der wird dann bei einem größeren Verlag veröffentlicht.

https://www.golem.de...607-211386.html

Hätte ich nicht schon einen Job, ich würde das machen. :)
Liest gerade: Zafón - Der dunkle Wächter

#2 Frank Lauenroth

Frank Lauenroth

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 07:09

Einschränkung: "Für die Bewerbung fordert die Agentur ein abgeschlossenes Studium in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach."

 

Bin raus.  :blink:


In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke                                     


#3 Naut

Naut

    Semantomorph

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 07:38

Einschränkung: "Für die Bewerbung fordert die Agentur ein abgeschlossenes Studium in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach."

Bin raus. :blink:

Diese Info ist falsch: In der originalen Stellenausschreibung steht, dass es ein Studium in einer Geistes-, Sozial- oder Natutwissenschaft sein darf. Also bist Du noch im Rennen? :)

Hier die originale Ausschreibung (leider kein Deep-Link, die zweite ist es):
https://www.cyberage...tellenangebote/

Bearbeitet von Naut, 30 Juli 2026 - 07:57.

Liest gerade: Zafón - Der dunkle Wächter

#4 Uwe Post

Uwe Post

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 08:26

Die haben entweder zuviel Geld, von dem sie nicht wissen wie sie es ausgeben sollen, oder einen beklagendwerten Mangel an eigener Fantasie.

Bekanntlich sind Cybersicherheits-Romane spätestens 5 Minuten nach Manuskriptfertigstellung schon wieder überholt...


Bearbeitet von Uwe Post, 30 Juli 2026 - 08:29.

Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Aktuelles Buch: KI - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#5 ClaireLarsen

ClaireLarsen

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 09:09

Schreiben für den Staat. Verteidigungs- und Innenministerium hängen in dieser Cyberagentur mit drin. Aus eigener Erfahrung darf wohl bezweifelt werden, ob man da "frei" schreiben kann ...

#6 Naut

Naut

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 09:49

Von "frei" ist in der Anzeige auch nicht die Rede, es ist ja eine klare Auftragsarbeit bzw. sogar Anstellung.

Welche eigene Erfahrung habt Ihr denn mit dem Verteidigungsministerium oder dem Innenministerium?
Liest gerade: Zafón - Der dunkle Wächter

#7 ClaireLarsen

ClaireLarsen

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 10:01

Lars hat redaktionell für die Bundeswehr geschrieben. Man muss eben wissen, auf was man sich einlässt. Da geht es dann weniger um zu produzierende Propaganda, wie man wahrscheinlich bald aus einschlägigen Kreisen hören wird, aber das ist dennoch alles so behördlich, wie es nur geht, und Behörden kann man nun einiges nachsagen, aber gewiss keinen Mut. Von daher wird es bei Bedarf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit subtile oder weniger subtile Eingriffe in das Manuskript geben, weil wieder irgendein Entscheidungsträger Bammel hat, dass ihm was auf die Füße fallen könnte. Eine kontroverse Auseinandersetzung mit dem Thema (die eigentlich Grundvoraussetzung für einen Roman ist, der sich selbst ernst nimmt) ist unter diesen Voraussetzungen kaum möglich. Wer damit leben kann: Go for it! Der Verdienst ist ordentlich. Vor allem für Schriftsteller.

Bearbeitet von ClaireLarsen, 30 Juli 2026 - 10:51.


#8 Naut

Naut

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 10:05

Danke für diese ehrlichen Einsichten! Ich finde das sehr wertvoll im Hinblick darauf, was jemand dort erwarten könnte.
Liest gerade: Zafón - Der dunkle Wächter

#9 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 10:09

Hört sich ja spannend an. Aber wer die Stelle annimmt, müsste für ein Jahr nach Halle an der Saale umziehen. Und ja, letztlich ist das eine Ausschreibung für einen literarischen Werbetexter. Kann natürlich eine gute Übung sein, und ein junger Autor könnte die Stelle nutzen, um bekannt zu werden.

Wer frei schreiben will, muss schon eine Stelle als Stadtschreiber ergattern. 


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#10 Stephan

Stephan

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 10:31

Als Werbemaßnahme scheint die Idee sich eine Art Institutisschriftsteller*in anzustellen ja gut zu funktionieren.

 

Klingt zwar auf dem ersten Blick wie aus der Zeit gefallen, einen Hofdichter zu suchen, aber die Tatsache, dass die Message in den Netzwerken rumgeht (Heise, Social Media etc. pp) spricht für das Vorhaben. Zumindest habe ich dadurch von der Existenz dieser Einrichtung überhaupt erst erfahren.


Mein Blog über Science Fiction: www.ostinspace.blog  :)

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#11 ClaireLarsen

ClaireLarsen

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 11:09

Sehr gern, Naut! Letztlich wurde es hier bereits passend als Werbemaßnahme beschrieben. Das bmvg leidet ebenso wie der Rest der Bundeswehr unter Personalmangel, auch und vor allem im Bereich Cyber. Irgendeine Projektgruppe wird sich gefunden haben, um dem entgegenzuwirken. Scripted-Reality-Formate bei YouTube sprechen nicht die Zielgruppe an, also versucht man es mit einem Roman. Uwe Post liegt mit seinen Gedanken also gar nicht so falsch. Ob man dadurch jedoch qualifizierten Nachwuchs ranholt, der sich nach der Lektüre für den öffentlichen Dienst und gegen freie Marktwirtschaft entscheidet? Na ja ...

#12 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 15:30

Das zunächst verlockend klingende Angebot, das bei näherer Betrachtung eine fantasievoll verkleidete Rekrutierungsmaßnahme zur Erstellung eines Werbeproduktes sein könnte, mit klaren Vorgaben und dezidierter Zielgruppe im Bereich technikaffiner junger Menschen, die sich für den CIR der Bundeswehr begeistern lassen könnten, lässt mich ein wenig erschauern. Ich habe Verständnis dafür, dass wir in Deutchland nicht tatenlos zusehen wollen, wie hybride Kriegsführung uns nachts die digitalen Socken anzündet und hierfür werben möchten, aber dann bitte mit offenem Visier und ohne Klitterung dessen, was die jungen Menschen erwartet, nämlich nicht einfach nur scharfe SF.  :huh:


Bearbeitet von Christian Hornstein, 30 Juli 2026 - 15:31.


#13 Naut

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 15:53

Na ja, "jung"? So, wie ich die Selbstbeschreibung der Cyberagentur lese, besteht die zur Hälfte aus frischen Absolventen und zur anderen Hälfte aus Rentnern, die noch nicht gehen wollen ... also eine normale Mischung im öffentlichen Dienst. :) Die Ausschreibung richtet sich auch nicht an Berufsanfänger sondern verlangt schon eine gewisse Erfahrung.

Es mag aber sein, dass Du die Zielgruppe der zu erstellenden Publikation meintest; da finde ich allerdings auch keine Hinweise. Es ist nur die Rede davon, die Themen der Agentur erzählerisch aufzubereiten.
Liest gerade: Zafón - Der dunkle Wächter

#14 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 16:27

Ja, genau. Ich nahm an, dass der zu erstellende Roman von einem beliebig gealterten, aber fähigen schreibenden Menschen eine dezidierte Zielgruppe im Bereich technikaffiner junger Menschen ansprechen soll. Ich nahm auch an, dass der Roman das Thema so behandeln soll, dass das Interesse der Zielgruppe auch auf den CIR gelenkt wird, als mögliches berufliches Betätigungsfeld.  ;) 



#15 Naut

Naut

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 16:53

Ah, okay. Eine mögliche Motivation (neben Uwes "zu viel Geld"). :)
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#16 ClaireLarsen

ClaireLarsen

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 17:23

Das zunächst verlockend klingende Angebot, das bei näherer Betrachtung eine fantasievoll verkleidete Rekrutierungsmaßnahme zur Erstellung eines Werbeproduktes sein könnte, mit klaren Vorgaben und dezidierter Zielgruppe im Bereich technikaffiner junger Menschen, die sich für den CIR der Bundeswehr begeistern lassen könnten, lässt mich ein wenig erschauern. Ich habe Verständnis dafür, dass wir in Deutchland nicht tatenlos zusehen wollen, wie hybride Kriegsführung uns nachts die digitalen Socken anzündet und hierfür werben möchten, aber dann bitte mit offenem Visier und ohne Klitterung dessen, was die jungen Menschen erwartet, nämlich nicht einfach nur scharfe SF. :huh:

Nagel auf den Kopf.
Wobei ich nicht glaube, dass man die Chuzpe haben wird, bei Veröffentlichung die Entstehungsgeschichte unter den Teppich zu kehren.

Ein bisschen tun mir die Verantwortlichen dahinter leid. Also, fast. Eine Heerschar an Leuten versucht seit Jahren die Personalproblematik der Bundeswehr in den Griff zu bekommen und scheitert. Daran wird dann auch ein "sponsored by BMVG/BMI-Roman" im Bereich CIR nichts ändern. Auf die Idee, dass ein SF-Roman, der ohnehin nur eine begrenzte potenzielle Leserschaft anziehen dürfte, irgendwas an der Misere ändert, kann man auch nur kommen, wenn man nicht wirtschaften muss.

Bearbeitet von ClaireLarsen, 30 Juli 2026 - 17:38.


#17 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 30 Juli 2026 - 22:36

Mal davon abgesehen, dass ich dieser Anzeige ungefähr so sehr vertraue, wie einem Patch von Adobe:

 

Von den Leuten hier im Forum, wäre das nicht was für Yvonne Tunnat oder Jol Rosenberg? Für so eine Art Sabbatical, meine ich.


"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"

#18 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 08:49

Mal davon abgesehen, dass ich dieser Anzeige ungefähr so sehr vertraue, wie einem Patch von Adobe:

 

Von den Leuten hier im Forum, wäre das nicht was für Yvonne Tunnat oder Jol Rosenberg? Für so eine Art Sabbatical, meine ich.

 

Nee :-)


Ehemals rezensionsnerdista.de findet sich nun bei https://yvonnetunnat...free.com/blog/ 

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#19 Fermentarius

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 09:20

Wenn man die Anzeige richtig liest, steht da:

Vollzeitarbeitsplatz in Halle an der Saale und in Dresden. Kein Homeoffice. Die Stelle ist auf ein Jahr begrenzt. Ein abgeschlossenes Studium ist Voraussetzung. Fach ist ziemlich egal. Es wird ausschließlich Erfahrung im literarischen Schreiben erwartet, alles andere sind "weiche" Skills. Bezahlung nur in Anlehnung an TVöD, nicht etwa nach TVöD und "angelehnt an die Qualifikation und Umfang der Leistungen". 

Auf den Umfang der Leistungen hat der Bewerber wenig Einfluss, damit kann die Agentur die Bezahlung ziemlich frei festlegen, genauer gesagt, drücken. 

 

Ach ja: "Freiwillige Begleitung des Projekts auch nach Ablauf der 12-monatigen Anstellungszeit, etwa bei Buchmessen oder letzten Verlagsarbeiten". Freiwillig heißt wohl "unbezahlt."

Es ist nicht die Rede davon, dass der Autor vom Verlag einen Buchvertrag oder ein Verlagshonorar erhält, Von einer Unterstützung für den Umzug steht da auch nichts. 

Also: bei Lichte betrachtet, sind die Bedingungen nicht besonders gut. Ich habe durchaus meinen Zweifel, dass die Agentur damit geeignete Bewerber findet.

 

Für die Agentur ist das möglicherweise auch kein gutes Geschäft. Sie bezahlen jemanden für einen Dienst, möchten aber ein Werk. Im dümmsten Fall haben sie am Ende des Jahres 70.000 Euro ausgegeben und stehen ohne brauchbares Manuskript da. Vermutlich würden sie für 20.000 Euro einen guten Autor finden, der Ihnen das Buch schreibt, und den sie nur bezahlen müssen, wenn er nach festgesetzten Zeiten festgelegte Zwischenziele erreicht. 

 

 


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#20 Pogopuschel

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 09:33

Die Ausschreibung gab es doch schon mal vor ein oder zwei Jahren. Ist da eigentlich was draus geworden?



#21 Fermentarius

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 10:35

Die Ausschreibung gab es doch schon mal vor ein oder zwei Jahren. Ist da eigentlich was draus geworden?

Von der gleichen Agentur? 


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#22 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 11:06

Wenn man die Anzeige richtig liest, steht da:

Vollzeitarbeitsplatz in Halle an der Saale und in Dresden. Kein Homeoffice. Die Stelle ist auf ein Jahr begrenzt. Ein abgeschlossenes Studium ist Voraussetzung. Fach ist ziemlich egal. Es wird ausschließlich Erfahrung im literarischen Schreiben erwartet, alles andere sind "weiche" Skills. Bezahlung nur in Anlehnung an TVöD, nicht etwa nach TVöD und "angelehnt an die Qualifikation und Umfang der Leistungen". 

Auf den Umfang der Leistungen hat der Bewerber wenig Einfluss, damit kann die Agentur die Bezahlung ziemlich frei festlegen, genauer gesagt, drücken. 

 

Ach ja: "Freiwillige Begleitung des Projekts auch nach Ablauf der 12-monatigen Anstellungszeit, etwa bei Buchmessen oder letzten Verlagsarbeiten". Freiwillig heißt wohl "unbezahlt."

Es ist nicht die Rede davon, dass der Autor vom Verlag einen Buchvertrag oder ein Verlagshonorar erhält, Von einer Unterstützung für den Umzug steht da auch nichts. 

Also: bei Lichte betrachtet, sind die Bedingungen nicht besonders gut. Ich habe durchaus meinen Zweifel, dass die Agentur damit geeignete Bewerber findet.

 

Für die Agentur ist das möglicherweise auch kein gutes Geschäft. Sie bezahlen jemanden für einen Dienst, möchten aber ein Werk. Im dümmsten Fall haben sie am Ende des Jahres 70.000 Euro ausgegeben und stehen ohne brauchbares Manuskript da. Vermutlich würden sie für 20.000 Euro einen guten Autor finden, der Ihnen das Buch schreibt, und den sie nur bezahlen müssen, wenn er nach festgesetzten Zeiten festgelegte Zwischenziele erreicht. 

 

So ähnliche Gedankengänge hatte ich auch: Das klingt alles irgendwie unerfahren und naiv, und eher nach dem Klischee, wie man einen Roman "baut", als wie es wirklich funktioniert. So wie sich das liest, kommt dabei der typische Brei zu vieler Köche heraus, der dann irgendwie alles und nichts ist. Nebst der Tatsache, dass mich interessieren würde, wie sie den "freiwilligen" Teil danach durchsetzen wollen.

 

So oder so werden sie sich aber vor Bewerbern kaum retten können.


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#23 Stephan

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 11:14

Ich würde den sogar lesen wollen.

Schlimmer als dieser DDR-Scifi-Roman von Karl-Heinz Tuschel in dem ein Offizier der Nationalen Volksarmee für ein geheimes Roboter-Bauprojekt im Erzgebirge rekrutiert wird und dem man in jeder Zeile förmlich ansieht, dass dort min. ein dutzend verschiedene offizielle Stellen im Text rumgewurschtelt haben, kann so ein Cyberthriller der Bundeswehr auch nicht werden

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#24 Naut

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 11:56

Von dem Tuschel hätte ich ja gern eine Seit-an-Seite kommentierte Ausgabe, wenn es so etwas gäbe.
Liest gerade: Zafón - Der dunkle Wächter

#25 ClaireLarsen

ClaireLarsen

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 12:07

Ach ja: "Freiwillige Begleitung des Projekts auch nach Ablauf der 12-monatigen Anstellungszeit, etwa bei Buchmessen oder letzten Verlagsarbeiten". Freiwillig heißt wohl "unbezahlt."
Es ist nicht die Rede davon, dass der Autor vom Verlag einen Buchvertrag oder ein Verlagshonorar erhält, Von einer Unterstützung für den Umzug steht da auch nichts.
Also: bei Lichte betrachtet, sind die Bedingungen nicht besonders gut. Ich habe durchaus meinen Zweifel, dass die Agentur damit geeignete Bewerber findet.

Für die Agentur ist das möglicherweise auch kein gutes Geschäft. Sie bezahlen jemanden für einen Dienst, möchten aber ein Werk. Im dümmsten Fall haben sie am Ende des Jahres 70.000 Euro ausgegeben und stehen ohne brauchbares Manuskript da. Vermutlich würden sie für 20.000 Euro einen guten Autor finden, der Ihnen das Buch schreibt, und den sie nur bezahlen müssen, wenn er nach festgesetzten Zeiten festgelegte Zwischenziele erreicht.

Ich kann es nur aus meiner Erfahrung sagen: Was im Dienst geschrieben wird, "gehört" der Bundeswehr. Hier dürfte der Fall jedoch anders aussehen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die einen Autor anheuern, ihn einen Roman "schreiben" lassen (denn in der Stellenbeschreibung steht schon ziemlich deutlich, dass die Plotentwicklung in Zusammenarbeit mit der Agentur stattfindet) und dann am Ende der Autorenvertag nicht auch mit dem Autor geschlossen wird. Die werden ja wohl hoffentlich nicht so dämlich sein und das unter dem Namen der Agentur veröffentlichen ... Da wird also schon der eigentliche Autor auf dem Cover stehen und in dem Fall ist die Auszahlung der Tantiemen ja nicht mehr Sache der Cyberagentur, sondern des Verlags. Andererseits sprechen wir hier (zum Teil) vom BMVg. Unsinnige und an der Praxis vorbeiführende Aktionen sind da eher die Regel und nicht die Ausnahme.

EDIT: Mich würde aber mal interessieren, welchen Verlag man von dieser Schnapsidee überzeugen konnte ...

Bearbeitet von ClaireLarsen, 31 Juli 2026 - 12:12.


#26 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 14:15

Ich kann es nur aus meiner Erfahrung sagen: Was im Dienst geschrieben wird, "gehört" der Bundeswehr. Hier dürfte der Fall jedoch anders aussehen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die einen Autor anheuern, ihn einen Roman "schreiben" lassen (denn in der Stellenbeschreibung steht schon ziemlich deutlich, dass die Plotentwicklung in Zusammenarbeit mit der Agentur stattfindet) und dann am Ende der Autorenvertag nicht auch mit dem Autor geschlossen wird. Die werden ja wohl hoffentlich nicht so dämlich sein und das unter dem Namen der Agentur veröffentlichen ... Da wird also schon der eigentliche Autor auf dem Cover stehen und in dem Fall ist die Auszahlung der Tantiemen ja nicht mehr Sache der Cyberagentur, sondern des Verlags. Andererseits sprechen wir hier (zum Teil) vom BMVg. Unsinnige und an der Praxis vorbeiführende Aktionen sind da eher die Regel und nicht die Ausnahme.

EDIT: Mich würde aber mal interessieren, welchen Verlag man von dieser Schnapsidee überzeugen konnte ...

Das Urheberrecht und die daran hängenden Verwertungsrechte sind in Deutschland etwas kompliziert. Grundsätzlich ist das Recht des Urhebers an seinem Werk  personengebunden, aber der Urheber räumt dem Arbeitgeber (ohne, dass das ausdrücklich vermerkt werden muss) ein einfaches Verwertungsrecht ein. Das gilt natürlich nur für Arbeiten, die im Auftrag des Arbeitgebers und in der Arbeitszeit entstanden sind. Also "Was im Dienst geschrieben wird, gehört der Bundeswehr". Ganz klar. 

Wenn es konkret um das Buch geht, dürfte es egal sein, wer auf dem Cover als Autor steht. Um sicher zu gehen, könnte die Agentur einen fiktiven Autor einführen. Dann wäre das Problem gelöst. 

Und ein Verlag wird sich genau dann finden, wenn er kein finanzielles Risiko eingeht. Das dürfte hier zutreffen. Die Agentur wird vermutlich kein Autorenhonorar verlangen und sich möglicherweise sogar verpflichten, tausend Exemplare abzunehmen. Außer für den Steuerzahler hat sich die Aktion dann für alle gelohnt.


Bearbeitet von Fermentarius, 31 Juli 2026 - 14:26.

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#27 Pogopuschel

Pogopuschel

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 14:18

Von der gleichen Agentur? 

Ja, hier ein Link, wo im Autorenforum Montsegur darauf hingewiesen wird.



#28 ClaireLarsen

ClaireLarsen

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Geschrieben 31 Juli 2026 - 14:48

Kurzer Einwurf: Es wurde ja bereits erwähnt, dass es vor ein oder zwei Jahren schon einmal eine solche Stellenausschreibung gab. Nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass der Autor dieses Projekts (läuft unter dem Namen Kryptokalypse) Jens Hüttenberger ist. Ich kenne ihn nicht, aber das hat auch nichts zu heißen. Mehr Informationen:

https://www.cyberage...n-zu-erklaeren/

Dort wird er klar als Autor des Romans genannt und auch transparent angegeben, dass er Angestellter der Cyberagentur ist. Der o.g. Artikel stammt aus dem April 2026. Spannend, dass man bereits einen zweiten Autor sucht, ohne zu wissen, ob dieses erste Projekt überhaupt auf dem Markt ankommen wird ...

Bearbeitet von ClaireLarsen, 31 Juli 2026 - 14:48.


#29 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 03 August 2026 - 12:40

@ClaireLarsen

Danke für den Link.

 

Dort wird Jens Hüttenberger zitiert mit:

Mich interessieren Ambivalenzen …

 

Bei dem Arbeitskontext ist das auch bestimmt von Vorteil.  ;) 

Zum Plot heißt es:

Der sogenannte Q-Day – der Tag, an dem Sicherheitsschlüssel dekodiert werden und Finanztransaktionen, Internetverbindungen und Kommunikationssysteme offen liegen – ist keine Dystopie mehr, sondern ein berechenbares Risiko.

 

Ich hoffe, die wissen schon was Post-Quanten-Kryptographie (PQC)-Algorithmen sind, und dass sie bereits heute existieren.  :huh: 

 

Aus dieser Überzeugung heraus wird sie zur Hacktivistin – mit unerwarteten Konsequenzen, die das Buch bis zur letzten Seite offenlässt.

 

Da freuen sich die Leseri bestimmt, wenn die Komplikationen erst auf der letzten Seite beginnen.   :P 
 

Ein besonderes Qualitätsmerkmal des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Personal der Cyberagentur. Kryptologen, Quantenphysiker, KI-Expertinnen, Politikwissenschaftlerinnen, Zukunftsforscherinnen, Kriminologen und Juristinnen bringen ihre Perspektiven ein. Das Ergebnis ist ein Roman, der literarisch funktioniert und wissenschaftlich belastbar ist – ohne Vorkenntnisse lesbar, ohne inhaltliche Vereinfachungen.

 

Das hört sich nach populärwissenschaftlicher Hard Science an, was ich cool fände.  :)

 

Da sind auch noch ein paar interessante Links, z.B. wusste ich gar nicht, dass die NATO auch eine SF-Anthologie und -Graphik Novel finanziert hat. Ist vielleicht etwas für Dich, Stephan:

 

Die Anthologie:

https://www.ndc.nato...7d8fb1773410754

 

Die Graphik Novel:

https://www.ndc.nato...311e61773410757

 

Ist wohl eher Military SF.  <_<


Bearbeitet von Christian Hornstein, 03 August 2026 - 12:40.




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