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Biokalypse Anthologie herausgegeben von Detlef Klewer

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Umfrage: Biokalypse Anthologie herausgegeben von Detlef Klewer (7 Mitglieder haben bereits abgestimmt)

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Stil und Sprache fand ich:

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Story und Plot fand ich:

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Figuren und Charakterisierung fand ich:

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Setting und Hintergrund fand ich:

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Grundidee und Thema fand ich:

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Das Buch ist meiner Meinung nach (Mehrfachauswahl möglich):

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#31 rostig

rostig

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Geschrieben 06 November 2023 - 17:19

Astrid J. Witteberg - Der Flüsterwald

Die Geschichte erinnert mich sehr an Waterworld. Wo Kevin Costner Dryland suchte, forschen hier I'ai und Nauru nach dem Flüsterwald. Das Szenario der Algenpfade und Restsiedlungen ist glaubhaft entwickelt, das Menschenbild ähnlich düster wie bei Waterworld: Menschen sind egoistisch, unfähig zur Einsicht in langfristige Zusammenhänge und oft aggressiv und gierig (nein, das ist kein Kommentar zum DSFP). Botschaft: Menschen werden die Natur immer wieder ruinieren, weil sie eben so sind. Und zweitens: der Natur ist das piepegal. Neue Spezies passen sich den veränderten Verhältnissen an und füllen ökologische Lücken. Letztendlich ist das Kommen und Gehen der Menschheit eine kurzzeitige Störung ähnlich einem Meteoriteneinschlag. Beim Ende der Geschichte kam mir übrigens Michael Ende in den Sinn. Fazit: flüssig geschrieben, vielleicht nicht sagenhaft originell aber allemal lesenswert.



#32 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

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Geschrieben 06 November 2023 - 17:46

Menschen sind egoistisch, unfähig zur Einsicht in langfristige Zusammenhänge und oft aggressiv und gierig

Und es gibt andere, liebe, nette Spezies, für die das nicht gilt?



#33 rostig

rostig

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Geschrieben 06 November 2023 - 17:48

Und es gibt andere, liebe, nette Spezies, für die das nicht gilt?

Ich kenne keine, würde mich aber freuen mal eine kennen zu lernen. Zudem habe ich nur versucht, die Botschaft der Geschichte in kurze Worte zu fassen. Vielleicht sollten wir mal die Autorin fragen.


Bearbeitet von rostig, 06 November 2023 - 17:49.


#34 Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt

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Geschrieben 06 November 2023 - 18:34

Vielleicht sollten wir mal die Autorin fragen.

Nein. Es geht ja nicht darum, was die Autorin gemeint hat, sondern darum, was bei den Lesern ankommt. Die Geschichte muss schon für sich allein stehen.

 

Allerdings sollte ich die Geschichte gelesen haben, bevor ich weiter darüber rede. Und um herauszufinden, ob sich das für mich lohnen könnte, habe ich die Frage gestellt. So, wie du ihren Inhalt beschrieben hast, bin ich eher abgeschreckt.



#35 Sam Francisco

Sam Francisco

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Geschrieben 06 November 2023 - 20:37

Asmodina Tear & Markus HeitkampMaria:

 

Die Story ist in einen Prolog, zwei Kapitel und einen Epilog unterteilt, die auf den ersten Blick nicht zusammenzugehören scheinen.

 

Der Prolog spielt im Jahr 2024 im Luftraum über Frankfurt. Es wird eine soeben von der Air Force Base in Illinois gestartete Boing 707 von zwei Kampfjets mittels eine Biobombe abgeschossen. Hier stellt sich für mich schon die Frage, warum spielt das im Luftraum über Frankfurt. Wie schnell war das Flugzeug, wenn es kurz nach dem Start in Illinois schon über Frankfurt war? Hier passt was nicht.

 

Das erste Kapitel ist betitelt mit „Brutmutter und spielt zum Zeitpunkt 7.2980MM (was später mit dem Jahr 2985 erläutert wird – warum diese fünf Jahre Zeitdifferenz?). Diese Brutmutter mit Namen Zireen (wahlweise auch Zirween – hier waren sich die Autoren wohl nicht ganz einig) kümmert sich um ihre 141 Nachkommen, die als Föten in Stasiskammern aufwachsen. Unterstützt wird sie dabei von einem Mechandriten, wohl eine künstliche Lebensform. Die Brutmutter nimmt täglich über ein Interface gedankliche Verbindung zu den Nachkommen auf, bei Nummer 4 entdeckt sie, dass diese etwas besonderes werden wird und startet daher ein spezielles Stimulationsprogramm. Bei dieser Nummer 4 scheint es sich um die titelgebende Maria zu handeln, die in diesem Kapitel nur in ein paar wenigen Zeilen vorkommt. Danach entdeckt die Brutmutter noch einen toten Nachkommen und lässt diesen durch den Mechandriten entsorgen, der sich dabei selbst zerstört.

 

Zweites Kapitel, Zeitpunkt 3.2990MM, also ein paar Jahre später. Maria sitzt mit anderen in einer Art Schule, in der ein Lehrer, ein Mechandrit namens Prochorus (optional auch Prorochus, Procherus, Procheros – Leute, entscheidet euch mal!), die Schöpfungsgeschichte erzählt. Dabei interessiert sich Maria für den Tod und fragt, was denn Fische und Vögel sind. Diese Neugier sorgt dafür, das der Kanzler denkt, Maria wäre degeneriert, und ihre Beseitigung anordnet. Der beauftragte Mechandrit erkennt aber, dass Maria nicht degeneriert ist, und zerstört sich lieber selbst.

 

Epilog: Maria schwingt sich zur neuen religiösen Führerin der zweiten Menschheit auf. In ihrem Namen führt die zweite Menschheit wieder Krieg gegeneinander und hat sich – vermutlich – selbst zerstört.

 

Das Ganze lässt mich etwas ratlos zurück. Kein wirklicher Handlungsbogen, kein echtes Worldbuilding und haufenweise handwerkliche Fehler (hier hat meiner Meinung nach das Lektorat versagt), diese Story hätte es meines Erachtens nicht gebraucht.

 

SF

 


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#36 Future Remains

Future Remains

    Yoginaut

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Geschrieben 06 November 2023 - 22:08

Ich hoffe, dass sich Yvonne und Chris auch bald hier zu Wort melden können. Derweil hier meine Einschätzungen zu den Storys Nr. 2 und Nr. 3.

 

Julia Freyer: Sweeper

 

Die zweite Story hat mich leider enttäuscht. Tja, … schon wieder eine abgeriegelte Kuppelstadt, die vor wabernden omnipräsenten Giften in der Luft schützen soll. Vater und Sohn (Caleb) sind in Schutzanzügen draußen unterwegs und suchen nach brauchbaren Materialien, die sie in der Stadt verkaufen können. Gegen Geld also. Dass in einer abgeschlossenen kleinen Welt noch eine Währung benötigt wird, fand ich erstaunlich. Tauschhandel mit Waren und Dienstleistungen hätte ich eher erwartet, aber nun gut.

 

Die beiden Protagonisten bleiben vollends flach; nur die eingeflochtene Geschichte mit der toten (weil drogenabhängigen) Mutter empfand ich als authentisch und wirkungsvoll. Besonders weil Caleb die Benachrichtigung seines Vater von ihrem Tod aufgezeichnet hat und bei jedem neuen Update seiner Akustikimplantate ins Update rüber rettet. Das fand ich anrührend.

 

Die Dialoge zwischen Vater und Sohn sind oft holzschnittartig und langweilen. „Ich starte den Umgebungsscan.“ Oh, toll. „Brauche zur Bergung deine Hilfe“. Over und out. „Gut. Zum Shuttle zurück“. Per Funkverbindung muss man wohl so sprechen. Doch auch im Schutz ihres Shuttles verlaufen die Gespräche der beiden in bedeutungsloser, langatmiger Atmosphäre.

 

Die Story plätschert einfach so dahin. Von Abendessen zu Abendessen. Wie die Welt geworden ist, wie sie nun ist, erfahre ich nichts. Wie gesagt: Kleine Andeutungen hätten mir schon genügt.

 

Den Ausgang der Geschichte kann man so hinnehmen. Eigentlich ist nichts passiert. Am Ende dachte ich: Bitte, lass die dritte Story den Durchbruch bringen. Etwas, was mich aufhorchen lässt und begeistert …

 

 

Thomas Heidemann: Myokalypse

 

Schon wieder Pilze, da bin ich ganz bei euch. Doch hier empfängt mich ein Autor mit salopper Schreibe und lässt mich das Deja-vu vergessen. Die Welt ist scheinbar noch intakt und wiedererkennbar. Doch dann kommt die gelbe Bedrohung. Was sie mit den Menschen anstellt, erinnert mich ein klein wenig an Jack Finneys „Körperfresser“. Allerdings hielten mich die Dialoge und inneren Monologe des Protagonisten Gert bei Laune. Das Ende: vorhersehbar.

 

Ein kleiner Appetizer, der zumindest meine Leselaune gehoben hat. Nur frage ich mich: Hat die Story zwingend etwas mit dem Thema „Biokalypse“ zu tun? Wieso werden gerade Pilze zu der bedrohlichen Lebensform, die unsere Welt dahinrafft? Die Idee passt in jedes SF-Magazin oder auch in Anthologien mit anderem Themenfokus. Zumindest hätte ich gerne gewusst, woher das gelbe Zeug stammt. Hat da ein Forscher im Kongo die falsche Richtung im Wald eingeschlagen oder ist eine im dahinschmelzenden Permafrost eingelagerte Zellkultur mutiert und an die Umwelt gelangt? – Ach, ich erwarte wohl zu viel Kontext und Relevanz.

 

Zur vierten Story schreibe ich morgen was. Nur so viel jetzt: Sie hat mir sensationell gefallen und hätte es verdient gehabt, die Anthologie zu eröffnen.



#37 Rezensionsnerdista

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    Yvonne

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Geschrieben 07 November 2023 - 06:01

Oh gut, bisher klang es ja nicht so begeistert

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#38 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 07 November 2023 - 06:55

Jol wollte auch noch dazukommen, dann auch wohl erst ab dem 8. November ...


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#39 rostig

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Geschrieben 07 November 2023 - 07:48

Dieter Korger - Der Exodus der Welwitschias

Die Geschichte wiederholt die Botschaft der vorhergehenden: Menschheit stirbt zu recht aus, Natur passt sich an. Statt Wasserwüste nun reale Wüste in Südafrika; statt Flüsterwald nun Welwitschie (die gibt es wirklich und sehen recht fremdartig aus). Am Ende noch ein bisschen vergebliche Alien-Hilfe. Nicht schlecht geschrieben, aber mit zwei groben Sachfehlern. Der erste im ersten Satz: Elektrofahrzeuge haben kein Schaltgetriebe wie hier fälschlich beschrieben. Der zweite weniger auffällig eine Seite später: eine Ascheschicht schirmt die ganze Atmosphäre ab; das würde aber zu einer globalen Abkühlung führen und eben nicht zur Überhitzung. Fazit: kann man lesen, muss man nicht.



#40 Future Remains

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Geschrieben 07 November 2023 - 09:24

Nur fürs Protokoll: An Elektroautos mit Schaltgetriebe wird gearbeitet, große Waldbrände und die dadurch emittierten Treibhausgase führen nach heutigem Stand der Forschung zu einer Verstärkung der globalen Erwärmung (und sind vom Effekt eines nuklearen Winters zu unterscheiden) und die Geschichte spielt nicht in Südafrika, sondern in Namibia. 



#41 rostig

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Geschrieben 07 November 2023 - 09:43

ad Protokoll: 1) Toyota und andere arbeiten an Elektroautos die ein Schaltgetriebe simulieren damit konservative Fahrer leichter umsteigen können. Die Betonung liegt auf simulieren. Aus technischer Sicht gibt es keinen Grund für ein Getriebe, da Elektromotoren über den ganzen Drehzahlbereich volle Leistung liefern.

2) Die CO2-Emissionen von Bränden führen zum Treibhauseffekt, die Asche hat aber durch die Reflektion der Sonnenstrahlung eine gegenteilige Wirkung. Zumindest bei großflächigen Vulkanausbrüchen ist eine lane und signifikante "Winterphase" bekannt.

3) Im Text wird erwähnt, dass der ganze Süden Afrikas aufgegeben wird. Das meinte ich mit Südafrika (war unglücklich ausgedrückt).



#42 Future Remains

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Geschrieben 07 November 2023 - 10:14

Zu 2) Ich spreche nicht von Vulkanausbrüchen. Der Artikel hier ist vielleicht für dich von Interesse: https://www.nature.c...98-021-02335-7)

 

Und zu 1) Ja, auch Lexus ist da dran. Ob das sinnvoll ist, sei dahingestellt. Toyota scheint übrigens nahezu Marktführer im südlichen Afrika zu sein. Keine andere Marke ist da öfter anzutreffen. 



#43 rostig

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Geschrieben 07 November 2023 - 13:32

Asmodina Tear & Markus Heitkamp – Maria

Wer in dieser Anthologie heitere Unterhaltung sucht liegt offensichtlich falsch. Wieder einmal ist die Menschheit unbelehrbar, hier zum Thema Krieg. Stilistisch fand ich den Aufbau in Prolog und zwei Handlungsstränge plus Epilog gelungen, auch die religiöse Verbrämung erscheint durchaus passend. Grobe handwerkliche Fehler sind mir übrigens nicht störend aufgefallen.



#44 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 07 November 2023 - 13:37

Nur harte, fiese Dystopien. Na, die nächste Ausgabe des FFM kommt bestimmt ...


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#45 rostig

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Geschrieben 07 November 2023 - 13:40

Wer hat mich denn zu diesem Lesezirkel überredet?



#46 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 07 November 2023 - 13:48

Wer hat mich denn zu diesem Lesezirkel überredet?

 

Ich habe auch schon etwas ein schlechtes Gewissen, aber ich hatte soooo viel Gutes darüber gehört im Vorhinein ...


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#47 Future Remains

Future Remains

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Geschrieben 07 November 2023 - 14:22

Na ja. Eine Anthologie mit dem Titel »Biokalypse« hat es schwer, heitere Stimmung zu vermitteln. Der Ausschreibungstext von letztem Jahr als Vorgabe für Einreichende war da auch recht deutlich. 



#48 rostig

rostig

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Geschrieben 07 November 2023 - 14:24

Stimmt! Aber ein oder zwei Geschichten mit "Wege aus der Biokalypse" wären auch ganz nett.



#49 J. A. Hagen

J. A. Hagen

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Geschrieben 07 November 2023 - 16:23

Die Ausschreibung ist sogar noch online:
 

 

Die Zukunft sollte zum Paradies auf Erden werden, den kreativen Geist stimulieren und den Menschen ein Leben in Wohlstand und Seelenruhe, sowie ausreichend Raum zur Selbstverwirklichung und -optimierung bieten. Doch dank Bio-Modifikationen, Synthetik-Drogen und biologischen Katastrophen steht die Menschheit nun am Rande der Biokalypse ...

Der Eridanus-Verlag und der Herausgeber Detlef Klewer suchen Kurzgeschichten, die dem Genre »Science Fiction« zuzuordnen sein. Hier ist jedoch alles erlaubt: Space Opera, Cyberpunk, Military-SF, Cli-Fi, Alternative Realität etc.

 

@rostig:

Vielleicht kommen noch positivere Erzählungen. Ich habe bislang nur die ersten drei gelesen.

 

Eventuell ist es von mir unfair, aber am Ende werde ich "Biokalypse" mit "Alien Contagium" gegenüberstellen – qualitativ gesehen.


Bearbeitet von J. A. Hagen, 07 November 2023 - 16:25.

  • (Buch) gerade am lesen:David Weber: Honor Among Enemies; Exodus 44
  • (Buch) als nächstes geplant:Unsere Freunde von Epsilon Eridani
  • • (Film) Neuerwerbung: Ghost in the Shell: Stand Alone Complex 2nd Gig

#50 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

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Geschrieben 07 November 2023 - 20:55

Das Alien Contagium war 2022 locker eine der besten und meist besprochenen Anthologien ...

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#51 Future Remains

Future Remains

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Geschrieben 07 November 2023 - 21:19

Dann schauen wir mal, ob sich in der neuen Anthologie nicht doch auch ein paar Perlen befinden. Die nächste Story halte ich für eine:

 

Astrid Jacqueline Witteberg: Der Flüsterwald

 

Ja, ja, ja! – Da ist sie endlich!! Eine Megageschichte, fantasievoll erzählt, mit kräftigen Bildern und einem Weltenbau im Algenmeer, der vor tollen Einfällen nur so strotzt (was man von dem alten Kevin Costner-Streifen »Waterworld«, der eine ähnliche Idee verfolgt hatte, nicht wirklich sagen kann). Nach Aussage der Autorin ist das ihre erste Kurzgeschichte. Was für ein Debüt!

 

Im Fokus stehen die beiden Forscher I’ai und Naurú, begleitet von einem Tier, das einerseits ein Hund zu sein scheint, aber als Gestaltwandler auch zum Walross mutieren kann. Auf dem dichten Algenteppich, unter dem die Ozeane nach der Biokalypse begraben liegen, wandern sie auf der Suche nach neuen Pflanzensamen. Ihr Ziel im Sinne ihres Auftraggebers, der ZFF (Zukunftsforschung Flüsterwald): durch Neuentdeckungen in der Meeresflora die Biodiversität wiederaufbauen. Ein schöner, richtig positiver Gedanke in dieser bislang … äh … dystopischen Dystopien-Sammlung.

 

Als I’ai und Naurú auf Siedler treffen, die ihr Dorf aus Treibgut der untergegangenen Zivilisation direkt auf dem Algenteppich errichtet haben, werden sie mit deren Misstrauen und Ablehnung konfrontiert. Sie spüren, dass die Siedler ihnen am liebsten alles nehmen möchten, was sie besitzen. Sie wollen sich z.B. nicht mit zwölf Körnern einer neue gezüchteten Wildreissorte begnügen – sie wollen am liebsten den ganzen Sack, den die beiden Forscher mit sich führen.

 

Die beschriebene Verhaltensweisen der Siedler/“Endzeitler“ nutzt Astrid Witteberg als Projektionsfläche, um sich mit der Ignoranz, Habgier und Rücksichtslosigkeit der Menschen auseinanderzusetzen, also Eigenschaften, die sich auch nach dem Weltuntergang erhalten haben. Dass diese Spezies ihrer Ansicht nach keine Zukunft verdient, wird m.E. in dem Satz deutlich: „In aller Köpfe existiert nur Leere und Abgrund. Heute, morgen und in Ewigkeit“ (S. 65). Dennoch nehmen I’ai und Naurú viele Mühen auf sich, damit es für die Überlebenden weitergehen kann. Und da ist Ernährung nun mal das Wichtigste.

 

Bemerkenswert finde ich eine kleine Szene, die nur aus einer – in unseren Augen – banalen Beobachtung besteht. Da repariert I’ai einen Sonnenkollektor der Siedler, wobei ihr ein junger Mann hilft, der einen Beutel mit krummen Nägeln mit sich führt. Fast beiläufig überkommt I’ai die Erkenntnis, dass jeder Nagel in dieser Welt wertvoller ist als Gold. Denn es gibt davon keinen Nachschub mehr – zumindest, solange es keine Metallverarbeitung gibt.

 

Am Ende gelangen die beiden Reisenden an einen Ort voll üppiger Biodiversität, mit Insekten gar und Vögeln. Dass ihr gefundener Flüsterwald nicht ist, was er zu sein scheint, öffnet der Geschichte den Weg ins Symbolische – ja gar ins Mystische. Was die Autorin damit meint, erklärt sich aus einem Hinweis in der Autoreninfo am Schluss. – Ja, das passt für mich alles zusammen. Eine aus meiner Sicht großartige Geschichte. Mit Hoffnungsschimmer.



#52 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 08 November 2023 - 01:09

Nachdem das große A nun meinen Kindle beliefert hat …
… widme ich mich zunächst der Geschichte von Astrid J. Wittenberg

Ich bin etwas weniger begeistert als Dieter, doch die Geschichte hat ihren Reiz. Das Setting hat mit dem titelstellenden, vermeintlichen „Flüsterwald“ ein phantastisches Element. Somit taugt der Rahmen für mich nicht als dystopische oder (teil-)utopische Zukunftsbetrachtung, sondern mehr als philosophisch-symbolisches Vehikel.

Spoiler


Wenn ich die Geschichte genre-technisch einsortieren müsste, würde ich sie am ehesten noch dem „Hopepunk“ zuordnen:
https://www.tor-onli...re-wissen-musst

Doch genug des Gemeckers. Die Autorin hat einen angenehmen Stil, kann ihren Charakteren mit wenigen Pinselstrichen Leben einhauchen und den gut gesetzten Spannungsbogen trotz ruhiger Erzählweise bis zum Schluss halten. Die schlicht gehaltenen „Endzeitler“ begreife ich als Spiegelung der destruktiven Natur unserer Spezies; der unerschütterliche Optimismus (oder Pragmatismus?) der beiden Hauptfiguren als erstrebenswertes und durchaus erreichbares Ideal für eine bessere Zukunft.

Ja, eine lesenswerte Geschichte, auch wenn sie mich nicht so sehr beeindruckt hat, um sie als Perle zu bezeichnen.

Bearbeitet von ChristophGrimm, 08 November 2023 - 01:13.

 - Onlinepause -

 

„Alien Contagium: Erstkontakt-Geschichten“: https://eridanusverlag.de | "En passant - Die Reisen des Sherlock Holmes": https://burgenweltverlag.de
Kostenloses SF/Fantasy-Literatur-Webzine: https://weltenportalmagazin.de


#53 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

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Geschrieben 08 November 2023 - 05:19

Yeah auch mich hat Amazon beliefert, dann mache ich mal morgendliches Lesen

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#54 lapismont

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Geschrieben 08 November 2023 - 06:45

Habs noch nicht.


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#55 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 08 November 2023 - 06:46

Habs noch nicht.

 

Mist. Wartest du auf das Print?


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#56 lapismont

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Geschrieben 08 November 2023 - 07:03

Elfenwerk. Wartest du auf das Print?

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#57 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 08 November 2023 - 08:23

Ich habe dann mal die ersten sechs Storys gelesen (und erwarte quasi, dass Lapismont mich deswegen wieder foppt  :bighlaugh: )

 

 

Story 1

Ivan Ertlov: Die Membran

Hat Sam eigentlich schon passend zusammengefasst, sogar detaillierter als ich es getan hätte.

Sprache: Sehr gut lesbar, ich bemerke die hohe Professionalität.

Stil: Zu viel Infodump und zu wenig szenisch, viel zu beschreibend, Weltenbau nimmt für mich zu viel Raum ein, hätte runtergedampft werden können.

Klischees: Nicht direkt, aber es war mir zu viel vom Altbekannten, zu wenig Neues, der Plot hat mir wenig geboten, das ich nicht schon sehr oft gelesen habe.

Physik (oder Naturwissenschaft/Sozialwissenschaft im Allgemeinen), Weltenbau: Das war alles okay.

fügt dem SF Kanon etwas hinzu? Eben nicht, nein, und das bemängele ich in der Hauptsache. Es bedient nur bekannte Tropen.

 

 A Story: Protagonistin sorgt für Gerechtigkeit / gerechte Aufteilung der Ressourcen

B Story: Kann man als Kritik an unserer jetzigen Welt sehen, wenige Reiche, viele Arme. Nur dass ein Gleichverteilen in unserer jetzigen Realität weniger simpel wäre.

Prämisse: Alle Menschen sind gleich viel wert und sollten daher auch gleich viel haben

 

Fazit:

Ist zwar alles gut und richtig und gut geschrieben, hat mir aber als Vielleserin zu wenig Neues geboten, hätte ich nicht an den Anfang gesetzt.

Damit sage ich so ziemlich dasselbe wie meine Vorredner.

 

Story 2

Julia Freyer: Sweeper

Inhalt: Ich bin begeistert von dem Job des Erzählers Caleb und seinem Vater. Leichen nach Implantaten zu durchsuchen, wie geil! Mega cooler Cyberpunk. Was hätte man daraus machen können?

Klar, ist nicht die erste Story dieser Art, aber gibt es definitiv nicht zu viel.

Die Vorgeschichte mit der Mutter, na ja, die war doch arg mies. Das, was mir gefallen hat (da bin ich ganz bei Dieter), ist die Aufnahme, die sie von der Todesnachricht gemacht hat. Das ist Gänsehaut. Sehr gut!

Ansonsten sehe ich nicht ein (und hier wären wir bei “Stil”), wieso man die Geschichte so erzählen muss, mit lauter Infodumps. Kann man die beiden nicht einfach bei der Arbeit zeigen? Der Rückblick mit der Mutter war ja gut. Und auch, dass Caleb ohne Implantate nicht lebensfähig gewesen wäre.

However, die Dialoge sind oft grausig. “Du verdienst den Tod” - das sagt der Vater zur Mutter? Mensch, hätte er nicht etwas sagen können, das sich anhört wie etwas, das jemand in gesprochener Sprache auch wirklich sagen würde?

Aber nach ihrem Tod kommt ja auch nur die Sache mit dem “besseren Ort” (wer kann das eigentlich noch hören?), also ist er vielleicht einfach einfallslos als Figur.

Es gibt mir ein bisschen zu viel Autoren-Kommentare (“die harte Realität”), ich muss und will hier nicht so doll an die Hand genommen werden.

Dann hätte man doch die Leichenfledderei plastischer beschreiben können, oder? Ich meine, wann gibt ein Plot einem schon mal die Möglichkeit! (Händereib) Da hätte ich Bock drauf gehabt.

Stattdessen essen sie einfach nur ständig zu Abend.

Als Caleb vor dem Vater verheimlicht, dass er die Implantate gefunden hat, kam kurz Spannung auf. Aber dann der Schluss - nee, das war unbefriedigend.

Fügt es dem SF Kanon etwas hinzu? Das fand ich rein thematisch schon, war interessant.

Erzählung und Inszenierung: Anderer Aufbau und anderer Schluss und es hätte eine Hammer-Story sein können.

 

Mein Worst-Of Dialogstück ist übrigens dieses hier: “Nach so viel Zeit alleine mit deinem alten Herrn, musst du mal wieder unter Gleichaltrige”

 

Ach ja, und wieder Kuppelstädte (auch wenn das hier nicht so sehr im Vordergrund stand), die beiden Storys hätte ich nicht direkt hintereinander gebracht.

 

Story 3

Thomas Heidemann: Miokalypse

Inhalt: Ich kann schon mal sagen, auch wenn ich hier einiges einzuwenden habe, die Story hätte ich zumindest auch gebracht und auch ohne große Eingriffe. Das ist zwar keine Spitzenstory, aber machen wir uns nichts vor, so viele Spitzenstorys hat unsere Szene auch nicht zu bieten.

Klar, wieder Pilze und auch ich habe Ferne Horizonte gelesen.

Mich hat es aber eher an Kingfishers What moves the dead erinnert, was ein deutlich besseres Vorbild für coole Pilzgeschichten ist.

Die Hauptfigur, Gert, ist krass unsympathisch. Keine Empathie für Katzen (dabei hat sich der Autor, ein mehrfacher Katzenhalter, sicher etwas gedacht), lässt ein Zwergkaninchen fast verhungern und sein einziger Einfall dazu ist auch noch, dass das Kaninchen schließlich auch nicht viel dafür getan hätte, von ihm geliebt zu werden.

Erwachsen, aber noch recht abhängig von der Mutter, uninteressiert an der laufenden Husten-Epedimie, das volle Programm der Gehässigkeit. 

Es fängt ganz lebensecht an mit einer zu hohen Hecke (das kenne ich nur zu gut aus meinem eigenen Leben) und geht dann deutlich phantastischer weiter, fast ein wenig Horror-mäßig.

Das fand ich an sich alles recht cool. Etwas langatmig vielleicht.

Der Schluss hingegen … der hatte nichts. Er macht die Mutter auch noch unsympathisch und mit den letzten Sätzen konnte ich nichts anfangen. Eine Entwicklung aus dem Nichts, total unerklärt? Da hätte ich mir was anderes gewünscht. Ich hätte ja fast erwartet, dass der Lindenblütentee noch mal eine stärkere Rolle bekommt, so prominent, wie der zweimal vorher erwähnt war.

So, und jetzt hoffe ich, Dieter hat mit dem Flüsterwald nicht zu viel versprochen …

 

Story 4

Astrid J. Wittenberg: Der Flüsterwald

Waterworld meets uralte Morla. Sorry, der musste jetzt sein. (Edit, ich sehe gerade, Roland hatte genau dieselben Assoziationen, ich fühle mich verstanden.)

Okay, gegen Ende hin wird’s besser, atmosphärischer und der Weltenbau passt für mich eigentlich die ganze Zeit, ist sogar gut. 

Aber die Figuren bleiben mir fremd, meilenweit. Der Plot ist … na ja, dünn für mich als Leserin, es geht ständig um riesengroße Dinge, die mir aber nicht weiter nahe gebracht werden. Da wäre etwas weniger “Gewaltiges” und dafür aber emotional näher gebracht besser gewesen.

Ich stimme aber Dieter zu, die Story wäre als Einstieg besser gewesen, da sie thematisch sehr gut zur Anthologie passt.

Nachtrag, nachdem ich Dieters Rezension gelesen habe:

Ja, das mit den Nägeln war ganz nice. Aber echt nicht neu. Postapokalypse ist eines meiner Lieblings-SF-Genres und ich habe immens viel dazu gelesen, auch Dinge, die extrem alt sind. Und da habe ich das alles schon mal viel besser gelesen, eindrucksvoller. Sogar in der Serie The Walking Dead ist dieses “Was weg ist, ist weg” Thema, oder bei The Stand kommt das sehr eindrucksvoll, dass es keine neuen Platten, keine neuen Bücher geben wird. 

Ich bin hier vielleicht schwer zu kriegen, sorry. Aber ja, lesenswert war die Story definitiv!

 

Als nächstes kommt Dieters Story. Ich hoffe, es wird besser, denn bisher habe ich das Gefühl, dass ich eigentlich gar keine SF Kurzprosa mag. :-) 

 

Story 5:

Dieter Korger: Der Exodus der Welwitschias

Hier gibt es immerhin Spannung und auch quasi keinen Infodump. Ich könnte den Figuren etwas früher näher kommen, später im Text klappt das aber noch ganz gut, vor allem mit der weiblichen Figur, Augustine (Stichwort Vater in Deutschland).

Die Sichtweise ist sehr westlich (dank der Figuren) und ihre Art, mit und über die Einheimischen zu sprechen, hat mir nicht immer gut gefallen. Allerdings wird das am Ende gut aufgelöst. 

Erzählt ist es gut - der Plot war mir nur ein bisschen zu bekannt am Ende. Klar, das mit den Pflanzen war schon irgendwie cool. Plus, dass es sie wirklich gibt, hat mir gefallen. Coole Idee. Gebracht hätte ich die Story definitiv auch! Ich finde die Story aus Ferne Horizonte dieses Autors aber besser und wenn’s an den KLP geht, ist das dann eher der heiße Kandidat für mich. 

Aber dieses Thema “Aliens retten uns oder hätten uns fast gerettet, aber wir Menschen waren mal wieder zu blöde” gab es irgendwie für mich schon zu oft und selbst mich nerven allmählich die vielen Klima-Dystopien (OMG, ich klinge mehr und mehr wie Uwe Post!).

 

Trotzdem bisher vom Aufbau und von der Struktur, der Umsetzung der Ideen bisher die interessanteste Story. 

 

Story 6:

Asmodina Tear & Markus Heitkamp: Maria

Vorschusslorbeeren hatte die Story für mich, da ich Heitkamps Kaiju-Roman sehr cool fand. Aber … nein. Ich habe irgendwo mittendrin abgebrochen. Sowas lese ich nicht mehr. Der religiöse Kram ging mir extrem auf die Nerven (und ja, auch wenn es sicher nicht Pro-Religion war, hat mich trotzdem gestört) und es war mir viel zu unzusammenhängend und einfach (sorry, Offenheit:) Langweilig. 

Hat mich nicht interessiert.

 

Ich will nur noch Kurzgeschichten lesen, die mindestens lesenswert sind und leider habe ich auch ein wenig das Vertrauen in diese Anthologie verloren, auch wenn die Storys drei bis fünf mindestens lesenswert waren.


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#58 Rezensionsnerdista

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    Yvonne

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Geschrieben 08 November 2023 - 08:32

Zwischenfazit:

 

Ich bin extrem underwhelmed. Da hätte ich mir mehr versprochen. Wenn ich an das letzte Zwielicht denke (das ich dringend noch öffentlich rezensieren muss), da waren jetzt auch nicht nur Perlen drin und von den Plot-Ideen und der Nähe zu den Figuren hatte ich manchmal etwas zu wünschen übrig - aber es war eben insgesamt einfach viel literarischer.

Ich habe gestern mal etwas laut darüber nachgedacht (mit K1 als Sparringspartner, wobei K1 mir dann erzählte, es möge Horror eh lieber als SF): Vielleicht liegt's am Genre? Der Horror startet fast immer in der uns bekannten Welt. Es ist also leichter, einen Anker zu finden, mich abzuholen. Es muss oft nicht viel erklärt werden, das Unnatürliche wird nicht zwingend erklärt und selbst wenn, es ist eben meist nur ein abgegrenzter Bereich, der erklärt werden muss.

Bei SF Kurzprosa habe ich fast immer das Gefühl: Viel zu viel Infodump zum Weltenbau.

Und, viel wichtiger: Fast alles davon unnötig!

 

Echt, Leute, weniger ist da oft mehr! Flüsterwald und  Der Exodus der Welwitschias sind da mit weniger ausgekommen und die Pilz-Story (Miokalypse) hatte den Vorteil, dass sie sich kaum von unserer Welt unterschied. 

Ich glaube aber, dass auch die anderen Storys, die in einer wesentlich ferneren und fremderen Zukünften spielen, haben einfach zu viel über die Welt erzählt und viel zu wenig eine Story erzählt. Schlimmer noch war das in Ferne Horizonte, da wurde wirklich unglaublich viel Welt beschrieben und kaum Figuren, geschweige denn echte Action-Handlung.

 

Ich plädiere dafür, sich wesentlich mehr auf die Storys zu konzentrieren und von der Welt jene Stücke zu zeigen, die wichtig für die Handlung sind. Die meisten eurer Lesenden sind eh SF-Fans! Wir können uns den Rest selbst denken. Echt jetzt. Man kann das auch rasch lernen. Ich habe 2020 mit der SF in größerem Stil begonnen und eine dreistellige Anzahl (vielleicht auch schon vierstellig) von SF-Romanen und eine deutlich vierstellige Anzahl an SF-Kurzgeschichten gelesen und habe mich eigentlich recht rasch zurechtgefunden, sofern die Welten nicht allzu phantastisch wurden. Und wer das nicht rafft, wird trotzdem mitgehen, wenn die Story und die Figuren gut sind. Dann eben Mut zur Lücke, dann weiß und versteht die lesende Person eben nicht jedes Detail, na und? 

Ich würde das jedenfalls eher verzeihen als diesen ganzen Infodump.

IHR müsst das natürlich über eure Welten wissen, schreibt das gern irgendwohin, aber nicht in die Storys. Solange das alles in sich plausibel ist, passt das schon. 

Und das ist das andere Problem: Manchmal sind die Storys voller Weltenbaudetails, aber plausibel sind sie trotzdem nicht. 

 

Sorry, das musste jetzt mal sein, das nervt mich einfach schon lange gewaltig.

Und ja, es geht auch ohne. 

Andere Länder/Sprachen kriegen das ja auch hin. Und der Horror kriegt's offenbar sogar hierzulande hin. (Auch wenn er genre-mäßig oft im Vorteil ist.)

 

Rant Ende


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#59 J. A. Hagen

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Geschrieben 08 November 2023 - 09:55

Erzählung und Inszenierung: Anderer Aufbau und anderer Schluss, und es hätte eine Hammer-Story sein können.

 

Mir hat sich nicht erschlossen, weswegen ein Zivilist sich ein militärisches Black-Ops-Implantat einsetzen lassen sollte, insbesondere, weil es nicht klar ist, was das Teil überhaupt kann.
 

Weiter oben wurde erwähnt, dass man damit Zugang zu den Kuppeln bekommen könnte, in denen die besser gestellte Bevölkerung lebt. Das komt mir jedoch unwahrscheinlich vor, weil auffallen müsste, dass dieses Implantat niemals legal erworben sein kann. Mit dem Geld, dass dieses Implantat auf dem Schwarzmarkt erbracht hätte, hätte sich die Person samt Verwandtem den Zugang zu den Kuppeln vermutlich erkaufen können.

 

Für mich hätte das Sinn gemacht, falls Caleb süchtig nach beständiger Optimierung wäre, aber das erschließt sich mir aus der Geschichte nicht. Da wäre es für mich besser gewesen, falls er nach der Implantation zu einer Art Terminator geworden wäre, der alles niedermacht, was ihm über den Weg läuft.


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#60 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 08 November 2023 - 10:07

Mir hat sich nicht erschlossen, weswegen ein Zivilist sich ein militärisches Black-Ops-Implantat einsetzen lassen sollte, insbesondere, weil es nicht klar ist, was das Teil überhaupt kann.
 

Weiter oben wurde erwähnt, dass man damit Zugang zu den Kuppeln bekommen könnte, in denen die besser gestellte Bevölkerung lebt. Das komt mir jedoch unwahrscheinlich vor, weil auffallen müsste, dass dieses Implantat niemals legal erworben sein kann. Mit dem Geld, dass dieses Implantat auf dem Schwarzmarkt erbracht hätte, hätte sich die Person samt Verwandtem den Zugang zu den Kuppeln vermutlich erkaufen können.

 

Für mich hätte das Sinn gemacht, falls Caleb süchtig nach beständiger Optimierung wäre, aber das erschließt sich mir aus der Geschichte nicht. Da wäre es für mich besser gewesen, falls er nach der Implantation zu einer Art Terminator geworden wäre, der alles niedermacht, was ihm über den Weg läuft.

 

Stimmt. Da ergibt es auch Sinn, dass Caleb das vor seinem Vater geheim hält, denn dann würde er ihn ja verlassen. 

Der Gedanke gefällt mir auch nicht unbedingt, wäre aber effizienter erzählt eine starke Story geworden.


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