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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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Zine-Report 2026 – 2: Kai Ellermann: DKK 671

Geschrieben von T.H. , 15 März 2026 · 193 Aufrufe

Offener Leserbrief an das …
Dezentralisierte Kadaverkollektiv

Im Rahmen meiner Zine-2026-Challange ist dies der 2. Beitrag und der (angeblich?) 671. Ausgabe des „Fachmagazins für stille und laute Subkultur“ gewidmet.
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Das „Kollektiv“ wurde gerade erweitert: David Staege kam nun – offiziell und vollumfänglich – hinzu. Er war ja schon länger mit Beiträgen dabei, aber nun wird er in den Reigen der Redaktion aufgenommen. Gratulation!
Die Ausgabe vom November 2025 ist – so wie ich das Zine bisher kennen lernen durfte – gewohnt unterhaltsam, auch wenn ich wieder bei vielen Beiträgen nur staunend und mundaufreißend dasitzen kann: Was es alles gibt!
Danke für die Anpassung der Schriftgröße. Heuer ist alles lesbar. Klasse! (Das letzte Mal sind ein par Schrift-Teile arg klein ausgefallen; man hat sofort reagiert.) Dass nunmehr ein paar Kolumnen kopfrum eingeklebt wurden, ist vielleicht ein Mittel, die Aufmerksamt der Leserschaft zu erhöhen. Durchaus amüsant, aber es wirkt auf mich auch etwas leseflussstörend. Ist aber okay.
Gern gelesen habe ich wieder die Con-Berichte, auch gerade, weil die vorgestellten Veranstaltungen an mir komplett vorüber gegangen wären. Diesmal sind es Rollenspiel-Treffen. Auch hier gilt: Was es alles gibt! Und weil die Sachen doch eher untergrundmäßig und fast im Verborgenden ablaufen, bittet die Redaktion darum, ihnen mitzuteilen, wenn solcher Art Veranstaltungen anberaumt werden, sich bei ihnen zu melden. Dann würde überlegt, ob man hinfahren und berichten kann. Oder ist es auch so gemeint, dass man, wenn man selbst so eine Veranstaltung besucht hat, darüber für das Zine berichtet?
Schwerpunkt liegt hier bei Rollenspiel und Konzerten abseits des Mainstreams – wenn ich die Musiktipps im Heft und Berichte in vorherigen Ausgaben betrachte, geht’s da vor allem um Punk, Alternativ- und Prog-Rock etc. Ich denke, über das letzte Helene-Fischer-Konzert wird nicht berichtet (oder? Als Gag vielleicht?).
Richtige Short Stories sind auch enthalten! DAS hat mich sehr gefreut! Schon kurios, was Dinosaurier und Igel im Einzelhandel erleben können und was „vier junge Männer“ so alles in ihren Glückskeksen finden und an den Bahngleisen des Hauptbahnhofs Hannover erleben können. Trockener Humor und absurde Realitätsverzerrungen.
Danke auch für die umfangreiche Vorstellung von Sulatron-Records, die ihre Pforten geschlossen haben und daher vieles aus ihrem Sortiment (Psychedelic-Space-Kraut-Electronic-Jam-Rock) preisreduziert loswerden – ja, wohl – müssen. Trauriger Anlass, aber interessanter Überblick!
Also, ich habe mich wieder sehr wohlgefühlt in diesen bunten Schwarz-Weiß-Seiten.

 

Kontakt zum Hg.: totaldesaster@web.de




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Zine-Report 2026 – 1: Jörg Herbig: Glibberesk

Geschrieben von T.H. , 14 März 2026 · 227 Aufrufe
Jörg Herbig

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In guter alter Tradition, mittlerweile, tausche ich gern den NEUEN STERN gegen andere Fanzines. Sofern die Macher*innen anderer Fanzines sich darauf einlassen; sofern es überhaupt noch andere Fanzines gibt. Ja, doch, es gibt sie! Hier z.B.: der unermüdliche Jörg Herbig! Immer, wenn man meint, ach, da kommt doch wohl nichts mehr, kommt er mit einem neuen Werk um die Ecke.
Seit geraumer Zeit baut er einen eigenen Kosmos auf, der sich um die fiktive Stadt Ploogfurt dreht. In dem neuen kleinen Heftchen erklärt er (erstmalig?), wie dieser Ort zu seinem Namen kommt. Für den Herbig-Fan, zu dem ich längst geworden bin, ist das schon mal die halbe Miete.
In dem Vorwort bringt der Autor auch ein paar Leserstimmen zu seinen bisherigen Ploogfurt-Werken. Darin wird u.a. der Schauer-Charakter betont.
Nun, ich bin mir nicht sicher, ob das – zumindest für dieses Heft – nicht auf die falsche Fährte lockt. Wenn es Grusel und Schauer enthält, so werden diese aus meiner Sicht erfolgreich von bizarrer Wort-Akrobatik überdeckt. Ein paar Worte kann ich nicht mal richtig dechiffrieren; womöglich einem Dialekt entlehnt?
Jedenfalls wird man gezwungen, konzentriert zu lesen – und dann hat man durchaus seinen Spaß, seine Erkenntnisse, seine Aha!-Erlebnisse dabei. Weitestgehend geht es um einen Werwolf, der aber – das müsste ich vielleicht durch wiederholte Lektüre noch herauszulesen versuchen – für etwas steht. Horrorgefühle kamen bei mir nicht auf, aber das mag nichts zu bedeuten; vielleicht bin ich schon zu abgebrüht?
Es werden aktuelle politische, gesellschaftliche Fragen aufgegriffen; alles beantwortende Antworten gibt es aber nicht.
Ich weiß nicht, wie Jörg sein Heft verteilt; sollte jemand aufgrund meiner Worte hier neugierig geworden sein, so vermittle ich gern den Kontakt.




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Meine Leselistenfortsetzung, Februar bis kurz vor LBM26

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 13 März 2026 · 301 Aufrufe
Michel Tournier, Clemens J. Setz und 1 weitere...

Mitten im Monat, scheinbar völlig zufällig
und zusammenhanglos wird hier meine Leseliste fortgesetzt. Einfach so. Als kleinen Grund kann ich angeben, dass demnächst die Leipziger Buchmesse losgeht und die könnte man – ich – als Zäsur ansehen. Mal sehen, was mich da erreicht, anspricht, überfällt. Im besten Falle sollte ja sowas geschehen; in Aussicht habe ich aber noch nichts, wenn ich ehrlich bin.
Also hier der Februar und der halbe März. Waren vor allem kleinere Werke, und relativ wenig Phantastik. Etwas zum Frankreich-Spezial des neuen sterns, das dies Jahr entstehen soll. Ein bisschen was als Nachwehe zu einem kurz aufgeflackerten Interesse an ETA Hoffmann, der ja immerhin dies Jahr 250 wird. Dazu kommt auch was im neuen stern, allerdings weniger von mir. Angefangen habe ich „Die Serapions Brüder“, aber die Lektüre zieht sich hin, auch wenn sie, so ich mal dranbleibe, teilweise richtig gut gefällt.
Ein bisschen hab ich meine Michel-Tournier-Leseschuld beglichen. Im Mittelpunkt standen aber aktuelle Zeitgeistfragen. UND – natürlich: Die Mega-Sammlung von Erzählungen von Ursula K. Le Guin!! Dazu dann sehr viel mehr im NEUEN STERN 122.

 

Peter Hacks: „Zur Romantik“
Über ein gerade in mir entbranntes ETA-Hoffmann-Fieber, das ich durch Kontakte zu Hoffmann-Kennern füttere, die auf dem Gebiet Kenntnisse haben und Lust, diese anderen mitzuteilen, was im NEUEN STERN sich dann niederschlagen wird, und auch durch eigene laufende Lektüre (von der ich nicht weiß, wohin sie mich führen wird, aber es macht gerade einfach große Laune, den Serapionsbrüdern zu folgen!) – über einen Artikel von Gunnar Decker (meinem Lieblingsbiografen!!) in den DRESDNER HEFTEN (160) über Hoffmann bei Fühmann (meinem Lieblings-Fühmann!!!), kam ich auf dieses schmale Büchlein – vom DDR-Klassiker und Romantiker-Verächter.
Nun, es ist ihm nicht gelungen, mir meine akute Begeisterung für den Romantiker ETA auszureden! Habe aber den langen Essay mit gewissem Vergnügen gelesen. Ja, Hacks hält so überhaupt gar nix von den Romantikern. Alles Mist für ihn – aus Gründen. Welche Gründe? Ja, interessant, vor allem politische. Na ja, so habe ich die bisher nicht verstanden, vielleicht partiell, aber nicht so in Gänze – nämlich im Grunde als politische Partei. Und als Agenten vor allem englischer Geheimdienste. Ja, echt! Ob da so stimmt, oder doch eher eine überzogene Interpretation ist? Oder ein historischer Verschwörungs-Mythos? Es liest sich so – auch ziemlich spannend, wie ich finde.
Hacks hat ja selbst einen tollen Erzählton, der mir mitunter auch antiquiert vorkommt, aber sehr pointiert formuliert. Alle Achtung; ist aber auch ein bisschen anstrengend. In der Kürze hier aber gut genießbar.
Für eine richtige, überzeugenden Beweisführung ist der Text eher zu kurz geraten. Ich fand ihn anregend, aber nicht überzeugend. Da es bei den Romantikern sich um Literaten und Künstler handelte, kam meiner Meinung nach zu wenig ihre literarischen Qualitäten (oder hier: mangelnde Qualitäten) zur Sprache, die wurden nun behauptet. Begründet wurden sie eigentlich nur mit ihrer gesellschaftspolit. Haltung.
8 / 10 Punkte

 

Ursula K. Le Guin: „Der Tag vor der Revolution“
25 SF Stories, neu übersetzt von Karen Nölle
Geschafft! Immerhin knapp 800 Seiten. Das ist schon viel für mich – auf einen Ritt. Aber es hat sich natürlich gelohnt. Einige Stories kannte ich ja durchaus – zumindest, wenn ich meinen Aufzeichnungen trauen kann, denn ich habe sie mitunter so um 1990 gelesen und konnte mich natürlich nicht mehr im Detail dran erinnern. Da ist es jetzt ein richtiges Fest gewesen, sie noch einmal und viele erstmalig zu lesen!
Anlass war zudem eine Rezi von Ellen Norten auf KULTURAextra, die ich auch für den NEUEN STERN nehmen durfte. Aber da dort eher keine Sachen stehen sollen, die man genauso auch woanders lesen kann, „musste“ ich sie sozusagen kommentieren. Dabei kam eine 7-seitige Gemeinschafts-Rezi raus (DIN A 4). Na ja… da müssen die NEUER-STERN-Leser*innen nun durch.
Mir hat der Ausflug ins Hainish-Universum wieder großartig gefallen und mich daran erinnert, dass ich ihre großen SF-Romane unbedingt noch mal lesen muss. Auch das fand ja bereits in den 80er Jahren statt; eine Ewigkeit her.
Die Autorin zelebriert in einigen längeren Hainish-Stories die unterschiedlichen Geschlechterbeziehungen, für die sie sicher bekannt ist. Aber sie stehen nie allein da, sondern sind Teil, Ursache oder Folge, von gesellschaftlichen Entwicklungen in den unterschiedlichen Hainish-Welten. Und das mit dem Churten, also dem überlichtschnelle, im Grunde Augenblicks-Transport, der hier in einigen Geschichten „entwickelt“ wird, hat mich fasziniert. Nur selten fand ich etwas Langatmiges, die 800 Seiten haben mich meisten komplett fesseln können.
10 / 10 Punkte

 

Rainer Mühlhoff: „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“
Ein Reclam-Bändchen aus der Reihe [Was bedeutet das alles?]
KI – kann jemand das Wort nicht mehr hören oder lesen? Kann ich verstehen. Aber, was mich bei all der Diskussion die ganze Zeit andauernd am meisten nervt, ist der Umstand, dass hier immer von „KI“ die Rede ist – aber es sich doch aus Sicht eines futurologisch interessierten SF-Fans gar keine KI ist! Inzwischen wird ja auch schon entsprechend anders diskutiert, wenn es nicht nur um Werbeposts, blöde Chat-Dialoge, Falschaussagen und dienstbare Programme fürs Schreiben, Bildermachen und die Internetrecherche geht – dann wird inzwischen auch von einer „starken KI“ gesprochen, wenn man halt eine „echte“ KI, also ein denkendes und sich selbst bewusstes (?) Wesen meint, mit eigenen Absichten, Meinungen etc. Na ja, zumindest ansatzweise.
Aber nicht darum geht es am Ende in dem Buch, sondern darum, wie die derzeitigen Herren über die vorhandenen KI-Systeme diese für ihre gesellschaftlichen, politischen Zwecke nutzen, für den Umbau der Gesellschaft.
Das Ganze zieht mir einen schmerzenden Zahn, denn ich bin durchaus „Fan“ von KIs, von der Idee eines denkenden, auch mitfühlenden Wesens, das für die Lösung der Probleme in unserer Welt u. Gesellschaft zur Verfügung stünde. Eine Utopie, eine rosarote, wie ich immer mehr einsehen muss. Was kommt am Ende dabei wirklich raus? Siehe Titel… Ein wichtiges Buch zu dieser Zeit für mich.
9 / 10 Punkte (falls hier Punkte überhaupt sinnvoll sind)

 

Adrian Daub: „Was das Valley denken nennt“
… geht’s gleich weiter im Stoff, hier mehr aus Sicht eines Gesellschaftswissenschaftlers, noch weniger aus Informatiker-Sicht. Fazit: Die „Denker“ des „Valleys“ erfinden das Rad nicht neu. Hier spürt der Autor gekonnt und auch sehr gut erzählt den Wurzeln der gegenwärtigen Ideologie des die Geschicke der Welt bestimmenden Tech-Sektors nach. Für mich ein näheres Kennenlernen mit „alten Bekannten“, aber auch Anregung fürs Weiterlesen. Gleichzeitig eine Anregung, mehr von Adrian Daub zu lesen.
9 / 10 Punkte

 

Das Lächeln am Abgrund. Phantastische Geschichten aus Frankreich
Zweitlesung, und das innerhalb relativ kurzer Zeit – hatte ich schon mal Ende 2023.
Siehe hier; damals konnte ich nicht tippen, daher Aufzeichnungen per Hand. Buchdeckel zu. Ende der Lektüreliste 2023 - SF-Netzwerk
Diesmal habe ich auch die lange Erzählung komplett gelesen, die mir damals zu langweilig war und deshalb abgebrochen wurde. „Naama oder die Göttin der Blutschande“. Nun ja, viel spannender ist sie diesmal auch nicht gewesen. Sie ist fast ein Kurz-Roman, mit Nebenhandlungen. Der Inhalt ist gar „bedenklich“ – vor dem heutigen Hintergrund der #me-too-Bewegung liest sich eine Geschichte, in der eine Frau unter Drogen gesetzt wird, um sie sexuell zu stimulieren, sehr unangenehm. Dabei wird sie von einem Dämon besetzt, der dann auch noch in ihre aus der Beziehung hervorgegangenen Tochter fährt. Diese ist dann auch so nymphomanisch. All das liest sich unangenehm und unpassend.
Die anderen Stories haben mir aber wieder recht gut gefallen, die von Daniel Walther über den Kult, der an HPL erinnert, sogar besser als wohl damals, wenn ich meinen Aufzeichnungen trauen kann. Ich mag die Atmosphäre, die in Ruinen unter dem Meer und älter als die Zeit, herrscht…
Anlass für das 2. Lesen ist unsere geplante Frankreich-Ausgabe des NEUEN STERNs. Dazu wird es auch für den 2. Band in der Reihe „Phantastische Literatur“ bei Bastei-Lübbe mit französischen phantastischen Stories, herausgegeben von Jörg Weigand, auch eine Rezi geben; nämlich die hier:
(bleibe bei 8 / 10 Punkten)

 

Der Herr der Bäume. Neue phantastische Geschichten aus Frankreich
Die Titelstory füllt das halbe Buch, wortwörtlich, ist damit fast ein Roman. Und was für einer! Richtig toll, auch wenn die Phantastik erst in der zweiten Hälfte überhaupt zutage tritt: in Form eines Baumkönigs, den man sich adäquat zu einem „Rattenkönig“ vorstellen muss, also einer Gruppe von Bäumen, die durch ihre Wurzeln miteinander verbunden sind (bei den Ratten sind es die Schwänze). Das Über-Wesen hat dann wohl sowas wie Bewusstsein erlangt und ist ziemlich neugierig. Da es sich nicht vom Fleck wegbewegen kann, behält es andere Kreaturen, gern auch Menschen, in seiner Mitte und „saugt“ sie aus – also, ihre Gedanken, ihr Bewusstsein. Zurück bleibt en Zombie.
Ansonsten ist es eine tolle Abenteuergeschichte, sehr schön, wortgewaltig erzählt.
Die anderen Stories sind dann meistens sehr kurz, die eine grotesk (über einen Superman, ein „Mann aus Stahl“, der durch Wände gehen kann, was Vor- und Nachteile für sein Welt bringt), oder auch tragisch (über den als Erleichterung empfundenen gewaltsamen Tod eines bösartigen Kolonialisten und Rassisten) etc. Wieder eine schöne Sammlung, wie schon der ersten Band von Jörg Weigand in dieser „schwarzen Reihe“.
9 / 10 Punkte

 

Michel Tournier: „Eleasar oder Quelle und Dornbusch"
Dt. v. Hellmut Waller
Überraschend anrührender Kurz-Roman vom Meister. Bin hin und weg – und weiß gar nicht so genau, warum. Ich bin ja nicht religiös, der Held der Geschichte aber sehr. Allerdings ist es Eleasar fast wider Willen, so wie er alles, was er getan hat, wider ursprünglichem Willen tat.
Wir sind in der 1. Hälfte des 19. Jh. In Irland, dem Land, wo die Armut zuhause ist. E. will Tischler werden, aber kann es nicht, muss Schäfer werden. Er findet sich rein und nimmt die Aufgabe an, bis er einen Fehler begeht und von seinem (Dienst-) Herrn hart bestraft entlassen wird.
Weil nix anderes geht, wird er protastantischer Pastor – im katholischen Irland; auch nicht gerade ein geradliniger Weg. Dann verliebt er sich in ein Mädchen, das eine Gehbehinderung aufweist, aus kathol. Familie. Deren Eltern sind dann froh, als sie sie auf diesem Weg „unterbringen“ konnten.
Zur Zeit der großen Hungersnot wegen der Kartoffel-Seuche in Irland, und weil es zuvor zu einem bösen Ereignis kam, siedelte die junge Familie nach Amerika um. Ihr utopisches Ziel heißt Kalifornien.
Ich war etwas überrascht, dass E. so sehr religiös wurde, dass er sich in Moses, seinem Vorbild, wiederfand und sich und seinen (Lebens-) Weg in „gelobte Land“ mit dem von Moses verglich.
Die religiösen Ableitungen im Text fand ich durchaus inspirierend und ansprechend, zumal sehr handhabbar aufbereitet. Da spielt auch die Schlange als luziferisches Symbol eine große Rolle. Habe gelernt, dass St. Patrick, der Landesheilige der Iren, die Schlangen auf Irland ausgerottet habe. Nun aber, in der amerikanischen Wüste, wird E. wieder mit Ihnen konfrontiert. Allerdings auf eine dialektische, oder wenigsten dualistische Weise – genauso, wie der Buchtitel andeutet. Denn es geht um die Entscheidung für den eigenen Lebensweg, der zur Quelle oder zum brennenden Dornbusch führen kann.
Die Erzählung endet tragisch, aber ich war echt gerührt. Ich denke mal, Tournier ist einfach ein Meister des Erzählens und hat mich deshalb so eingefangen.
10 / 10 Punkte

 

Michel Tournier: „Lucio oder die Belagerung des Glücks“
Dt.v. Hellmut Waller
Ein schönes Buch aus dem Hanser-Verlag, eigentlich was für Kinder, aber das hat mich nicht abgeschreckt. Ich finde diese Kladden-Hardcover-Ausgaben mit dem roten (oder blauen) Buchrücken einfach so toll. Von Tournier sind nach meinem Kenntnisstand drei solche Bücher in der Aufmachung erschienen – die ich nun alle mal endlich lesen werden. Hier also das erste davon.
Ist ja nur eine Erzählung, schnell ist man durch. Das ist sozusagen „cosy history“ – spielt im 100jährigen Krieg und „löst“ eine Belagerung auf, indem die Anführer der Heere Schach miteinander spielen. Na ja, wenn das immer so einfach wäre. Wobei die Aussage der Story darauf zielt, dass es eben nicht nur eine Frage des Verstandes ist, wer im Schach gewinnt, sondern sehr wohl auch des Glücks.
9 / 10 Punkte

 

Leon Engler: „Botanik des Wahnsinns“
Nach den Melle-Büchern nun auch diese sehr persönliche Sicht auf das, was wir unsachgemäß als „Wahnsinn“ bezeichnen. Oder als Depressionen etc.
Ich weiß nun gar nicht, ob der Autor wirklich von seiner eigenen Familie schreibt. Wenn, dann ist er nicht zu beneiden. Er schreibt als „Betroffener“, aber auch als angehender Therapeut. Er wird mit so vielen Formen psychischer Problematiken bei Menschen konfrontiert, dass es wirklich schwer ist, das schon lesend auszuhalten.
Mir ging das Buch ziemlich unter die Haut. Klar, wenn man so etwas liest, beginnt man zu vergleichen, inwieweit das Beschriebene auch auf einen selbst zutrifft (bei anderen Krankheiten wäre das ähnlich, aber das wäre mir dann noch unheimlicher; sowas würde ich nicht lesen – können). Die Erzählung selbst ist klar und immer noch so distanziert genug (anders als bei Melle, finde ich), dass ich das Buch mit großem Interesse und Spannung gelesen.
Mitunter ist es fast zu viel des Bösen, was man da liest; irgendwie kann man auch den Überblick verlieren, wer nun unter welchem psychischen Leiden leidet.
9 / 10 Punkte

 

Clemens J. Setz: „Rainer Maria Rilke“
Aus der Reihe des Reclam-Verlages „100 Seiten“
Da ich durch den superdicken Roman (Die Stunde zwischen Frau und Gitarre) einfach nicht durchkomme, seit 2 Jahren (?) nun etwas erfrischend Kurzes, was aber, neben Interessantem über Rilke auch sehr viel, mehr als erwartet, über Setz selbst. Seine Bücher sind oft, soweit konnte ich das schon feststellen, sehr oft viel assoziatives Gedränge (der Begriff ist ausgeborgt, von Ernst Petz, der einst ein Buch von sich so benannte und, fällt mir gerade ein, von dem ich auch lange nix mehr hörte).
Ein tolles kleines Buch! 9 / 10 Punkte




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Hofmanns Leseliste 2026 beginnt mit...

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 30 Januar 2026 · 433 Aufrufe
Meyrink, Anne Rabe und 5 weitere...

2026 beginnt mit ...

 

Lars Dangel (Hg.): „Die Blumen der Mumie Neith“
Die Sammlung enthält zumeist kurze SF- und Phantastik-Stories von vor 1945. Einige sind bereits in anderen Ausgaben neu erschienen, andere hier nach vielen Jahrzehnten das erste Mal. Bis auf eine waren mir alle neu. Die Anthologie enthält folgende Erzählungen:
Felix Dörmann - Das Elixier des Lebens: Ein griechischer Antiquitätenhändler kümmert sich rührend um einen altägyptischen Vampir.
Walter Küster - Der Andere: Ein Kommissar wird durch – ja, durch wen eigentlich? – ermordet. Im Raum war jedenfalls nur ein Spiegel.
Frigyes Karinthy – Röntgenland: Oha, ein bekannter Name! Ein Klassiker der ungarischen SF. Die Story gehört in den Reigen kurzer SF-Ideen-Stories des Bandes. Andere sind eher Grusel-Geschichten, mit metaphysischem, übersinnlichem Hintergrund. Hier geht es um die ästhetischen Folgen von allgemein verfügbarer Röntgentechnik im Alltag.
Josef Klemens Kreibig - Die Todtenfliege: Nach dem Lesen fiel mir das Sprichwort von den Liedern, die man singen soll, ein, wenn man möchte, dass man sich nur mit guten Leuten umgibt. Hier wird gezeigt, dass Musik auch richtig böse sein kann. Ansonsten ist das Bio-SF.
Anton Siebenstein - Der Zeit-Überwinder: Frühe SF-Ideen-Story über den Wirrwarr, den man mit Zeitreisen anstellen kann. Überraschend frisch!
Mihály Babits - Das fliegende Dorf: Eine Flüchtlingsstory. Interessant, dass diese Problematik damals schon reflektiert wurde. So richtig nachvollziehen konnte ich die Story nicht – von dem Dorf, dass den Migranten folgt.
William Livingston Alden – Wagenerium: SF-Story über den Entdecker radioaktiver Elemente. Der Umgang mit dem Material mutet heute natürlich komplett falsch an. Damals war die Radioaktivität noch nicht so schlimm…
Pierre Mille - Der den Tieren gebietet: Über jemanden, der mit den Tieren spricht – und dies für einen Racheakt ausnutzt.
Jakob Michael - Die Idee des Doktor Livius: Richtig tolle, stimmungsvolle Mumien-Story; könnte ein Exposé für einen Hammer-Film sein!
Edith Heralth - Die Flucht von der Erde: Ziemlich verrückter Garn, scheint eine Kolportagestory über die Flucht einer Kriminellen ins All, zum Mond, zu sein, aber … es gibt ein seltsames Ende.
Robert Hugh Benson - Der alte Beichtstuhl
Die Geschichte fand ich nicht so toll. Halt über eine Kirchenlegende.
Ferenc Herczeg - Baron Rebus
Den Autor hatte ich ja schon mal kennen lernen dürfen. Auch dank eines Buches von Lars Dangel. Die Story kannte ich daher schon, aber die Zweitlesung hat auch großen Spaß gemacht. Eine Androiden-Geschichte.
Frank R. Stockton - Das magische Ei: Ein großartiger Illusionist und Hypnotiseur schafft eine perfekte Vorstellung, bei der ungefragt Leute manipuliert werden, was zum Verlust seiner Verlobten führt.
A. M. Fellmann - Die Blumen der Mumie Neith: Grabbeigaben in ägyptischen Pharaonengräbern sollte man lieber nicht anfassen. Schöne unheilbeschwörende Stimmung, wenig Action.
Mór Jokai - Der Unverwundbare: Auf die Story war ich echt neugierig, weil sie von einem Autor stammt, den ich aus meiner Jugend kannte (Ein Goldmensch), den ich guter Erinnerung hatte. War etwas enttäuscht von der patriotischen, militaristischen Geschichte die zudem auch eigentlich gar keine phantastische ist. Ein unverwundbarer Soldat, der zum menschlichen Mistkerl wird, fällt _nicht_ durch eine feindliche Kugel.
Lisa Honroth-Loewe - Die Kakteen-Sammlung: Die könnte von Roald Dahl sein. Eine pflanzliche Eigenschaft überträgt sich auf einen Menschen, wie eine Krankheit. Vielleicht auch eine Metapher für eine Vergewaltigung mittels KO-Tropfen?
Max Hirschfeld - Die Vergangenheitsmaschine: Die 2. Zeitreisestory des Bandes, die auch zeigt, dass die phantastisch klingende Möglichkeit, in der Zeit zu reisen (hier nur in die Vergangenheit), nur auf den allerersten Blick toll ist.
Leopold von Günther-Schwerin – Unkas
Unkas ist ein Hund, der mit seiner Menschen-Familie in einem alten Haus Urlaub macht. Da spukts. Ja, leider nicht viel mehr. Ich war nicht sooo sehr angetan. Aber gut.
Emil Lucka – Sphex: Noch eine Bio-SF-Story, über die unbedarfte Züchtung von sehr großen Wespen, die ihre Eier in Warmblütlern ablegen. Je größer die Wespe, desto größer muss das Wirtstier sein. Nun ja…
Leonhard Stein - Der Gürtel des Marco Polo: Die Story konnte ich nicht lesen, habe mir keine Mühe gegeben. Ist eine Herausforderung und ich wünsche ihr verständigere Leser als mich. Sie ist in einem mittelalterlichen, altdeutsch anmutenden Stil verfasst.
Insgesamt hat mir der Band viele Spaß gemacht, sehr empfehlenswert, wenn man mal schauen will, wie unsere Altvorderen so SF konnten – oldies but goldies. Als „Dornbrunnen Taschenschmöker“.

 

Johanna Dab: „Größer als Kaiser und schneller“
Nach der vielversprechenden Story der Autorin in daedalos 17 begab ich mich auf die Suche nach weiteren Texten der mir bis dato unbekannten Autorin.
Ich wurde fündig. Allerdings scheint sie wirklich noch eine junge Autorin zu sein – wie alt sie ist, weiß ich nicht, aber als Autorin hat sie wohl noch nicht so viel gemacht. Das ist das einzige Solo-Werk von ihr, eine Erzählung als Einzelveröffentlichung. Musste ich mir gleich mal reinziehen.
Das kleine Werk fiel derzeit auch auf fruchtbaren Boden bei mir, denn ich hatte gerade zwei Bücher gelesen, die sich – das eine direkt mit dem Untertitel, das andere ohne dieses Etikett, gehört aber sicher auch dazu, ist aber witziger und humoriger als das erste – einer „Anti-Wokeness-Phantastik“ zuordnen lässt. Ich kann am Ende mit diesen den vermeintlichen „Zeitgeist“ ablehnenden Stories doch wenig anfangen, zumal sie mir als Literatur auch nicht so dolle gefallen haben. Wie auch immer...
Jetzt also ein – wenn man so will – Pro-Wokeness-Märchen! Ja, das ist es, erst einmal ein Märchen, sowohl vom Ton, also auch inhaltlich – aber auch mehr, denn was hier an Märchenhaftem, Utopischen geschildert wird, ist am Ende nur eine Version des Möglichen, keine fiktionale Realität.
Ein mythisches Wesen aus dem alten China, ein Quilin, kommt nach New York. Es hat bestimmte Eingeschalten und Skills, das es sehr sensibel für menschliche Problemlagen macht. Ich lass das mal so unbestimmt. Die Autorin behandelt in ihrer gleichnishaften, fabelhaft-phantastischen Geschichte die Möglichkeiten und Gefahren der KI-Nutzung. Der Ton – ähnlich wie das bezaubernde Coverbild – muten naiv an – im Sinne eines künstlerischen Stils. Sie bricht die Problematik herunter. Aber das ist okay, soll ja keine Anleitung zum konkreten Tun sein.
Leute, die ihre ideologischen Probleme mit sog. woken Gedankengut haben, dürften bei dem Text mächtig getriggert werden. Na ja, finde, da hat die Autorin dann schon mal viel richtig gemacht.
Ansonsten lässt sie das Ergebnis offen. Ob die Gedankengänge nun wirklich neu und wegweisend sind, möchte ich auch nicht vorbehaltlos bejahen, aber es war – für mich – das absolut richtige Werk zur richtigen Zeit, und dazu auch noch toll und kurzweilig erzählt (das ging mir bei der Erzählung in daedalos 17 auch schon so). Ich bitte die Autorin, aktiver zu werden, mehr zu schreien, bitte!
9 / 10 Punkte

 

Ina Elbracht: „Mollusca Obscura“
Lovecrafts Schriften des Grauens 50, Blitz-Verlag, 2025
Es beginnt rätselhaft und etwas kurios: Ein nackter Mann findet sich am Strand von Neuseeland wieder, ohne Gedächtnis. Er hat nur eine rote Damenunterhose an. Und er verspürt einen Heißhunger auf rohe Leber.
Das geht auch einer ehemaligen K-Pop-Sängerin und nunmehrigen Punk-Göre so. Das „Leber-Motiv“ setzt sich fort: Es wird ein toter Pottwal angespült, dem fehlt seine Leber.
Neben den beiden gibt es noch eine 3. Protagonistin, eine Fotografin. Alle Drei verbindet natürlich etwas, was Stück um Stück offenbart wird. Der Roman konzentriert sich auf diese drei Personen, auf ihre Lebensumstände, Beziehungen zueinander, ihre Geheimnisse, deren sie sich selbst erst wieder bewusst werden.
Fast nebenbei wird ein weiteres Bausteinchen dem Cthulhu-Mythos hinzugefügt, der u.a. mit der Sagenwelt der australischen Ureinwohner verknüpft wird. Wunderbar, großartig! Die Figuren faszinieren und fesseln, die unheimlichen, cthulhuiden Geschehnisse, die genau 100 Jahre nach dem Auftauchen und Wiederabsinken der Stadt R'lyeh, wie es Lovecraft in seiner Erzählung „Chthlhus Ruf“ beschrieb, desgleichen. Bin restlos begeistert von dem kleinen, feinen Roman aus dem Blitz-Verlag.
10 / 10 Punkte
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Tobias Bachmann: „Konzerte“
Dunkelgestirn 2025, mit CD von Dunkelpoet
Ein famoses Buch aus dem Hause Dunkelgestirn. Und ein wenig ist es wie ein Nachhausekommen, denn ich hatte ja selbst mal das Vergnügen, ein Buch mit Erzählungen von Tobias Bachmann, das von Eric Hantsch gemacht wurde, damals noch in der Edition Cthulhu Libria, zu illustrieren. Denn das Buch hier ist ja auch „illustriert“ – wobei FALPICO / Heiko Schulze ja richtige Gemälde zum Buch beisteuerte. Ich habe mich schon lange auf das Buch gefreut, denn angekündigt war es ja schon ein Weilchen. Auch gefreut wegen der Musik dazu! (Wobei mir – falls ich es mal wusste – inzwischen entfallen war, dass das nächste Dunkelpoet-Werk im Zusammenhang mit dem Buch entstehen sollte). Also, alles beisammen.
Und? Ja, war nicht übel. Wobei mir nicht wirklich alle Stories 100%ig gefallen haben. Z.B. der Krimi, „Das Biest“, in dem Kommissare Michael Marrak (sic!) ermittelt und in dem es um ein im wörtlichen Sinne gefräßiges Musikinstrument geht. Irgendwie zu lang die Story. Irgendwann wird ja klar, dass es „nicht mit rechten Dingen“ zugeht, ab dann ist ja nur noch interessant, ob und wie die rationalen Kriminologen diese Tatsache aufnehmen und was sie damit anfangen.
Für mich so ganz persönlich war die Geschichte mit der Band Us & Her in Paris interessant, in der Poes „Untergang des Hauses Usher“ noch mal auflebt. Interessant deshalb, weil sie mir eine Erfahrung widerspiegelt, die ich irgendwie auch gemacht habe, natürlich auf anderem Wege; und zwar, dass Leute, die vorgeben, einen alternativen Lebensweg zu gehen (hier in dem Fall Gothics) am Ende auch nur Konsumopfer sind und dem schnöden Geld und Luxusleben nachrennen. Der Protagonist ist der Kopf einer erfolgreichen Gothicrock-Band und will sich ein „angemessenes“ Domizil suchen. Muss ein mittelalterlich wirkendes Haus sein, in einer Wohngegend, wo eben nicht der Plebs lebt. Usw. Unangenehm, fand ich, der Typ hat schon mal nicht meine Sympathie bekommen. Sollte er wohl auch nicht. (Aber so richtig sicher bin ich mir nicht.) Und schön ist dann auch, als die nach Außen immer als Horror-Grusel-Gothic-Freunde dann mit einer richtigen Gruselgeschichte konfrontiert werden, drehen sie am Rad oder ganz durch. Herrlich…
Anrührend fand ich die Geschichte mit dem vererbten Requiem, eines ehemaligen KZ-Insassen, dessen Musikstück die Seelen der Menschen auf eine ganz besondere Weise anrührt. Das wird unfreiwillig zum Instrument der Rache und Gerechtigkeit.
Insgesamt steht also Musik im Zentrum der Geschichten. Manche funktionieren, einige nicht so richtig; insbesondere zum jeweiligen Schluss hin fallen sie manchmal ab – für meinen Geschmack. Aber was heißt das schon.
Was allerdings wirklich kritikwürdig ist, sind die historischen Fehler; auffallend in „Klangkathedrale“: „…kann man es getrost Johann Sebastian Bach zusprechen, dass die Orgel seit dem 16. Jahrhundert fester Bestandteil in vielen Kirchen geworden ist. (S. 60) Nee, eher nicht „getrost“, wenn J. S. Bach doch erst am 31. März 1685, also Ende des 17. Jahrhunderts, geboren wurde. Richtig ärgerlich ist dann die historische Faktenlage in „Requiem für einen Träumer“. Möglicherweise könnte man insgesamt mit der Aussage der Story so seine Probleme haben, das sei dahingestellt; ich möchte die Utopie darin gern akzeptieren, auch wenn ich an sie echt nicht glauben kann, aber leider sind da einige Daten des historischen Hintergrunds komplett falsch. Warum gab es hier keine Kontrolle? Wenn schon Jahreszahlen genannt werden, sollte man die doch nachprüfen, oder?

 

Die Bilder sind meisten beeindruckend, manchmal könnten sie raffinierter in ihrer Komposition sein, fand ich. FALPICO greift immer sehr kräftig in den Farbtopf (was ich mich nie traue), was durchaus beeindruckt. Die Figürlichkeiten sind mitunter noch ausbaufähig (ja, sagt der Richtige, der so seine Probleme mit der figürlichen Darstellung hat – selber…).
Das Buch ist schön großformatig, mit Audio-CD – Musikstücke, die auf ihre Weise die Geschichten des Autors „illustrieren“. Sehr abwechslungsreich, mitunter hörspielartig.
8 / 10 (eigentlich -1 Punkt für die historischen Schludrigkeiten, und + 1 Punkt für die supertolle Ausstattung und grafische Gestaltung)

 

Aldous Huxley: „Zeit der Oligarchen“
Ein Essay über den Stand der Dinge und Aussichten in der Entwicklung der politischen Welt des Westens. Ende 40er Jahr geschrieben, klingt zum Teil aber hochaktuell. Es geht Huxley vor allem um den Stand der Wissenschaften und Technologie, die die maßgeblich die Herrschaft der „Oligarchen“ (gern auch Tech-Milliardäre…) zementieren hilft.
Für mich interessant bei seiner kleinen Analyse ist der Umstand, dass er sozialistische und kapitalistisch wirtschaftende Staaten vergleicht und sie auch im Grunde gleichsetzt – in dem Sinne, dass sozialistische Staatsapparte und Parteiführungen ausbeuterische Herrschaften darstellen. Finde ich sinnvoll.
Insgesamt schon ziemlich interessant, daher 9 / 10 Punkte.

 

Sebastian Guhr: „Der spanische Esel“
Jetzt bin ich mit dem Autor tagesaktuell – glaube ich, zumindest, was die Einzelpublikationen anbelangt; alle Erzählungen kenne ich da nicht. Das Büchlein ist wieder eine biografische Erzählung einer historischen Figur, allerdings nur eine kurze, leider, denn sie ist wiederum wundervoll geschrieben und ich hätte mich gern länger damit befasst.
Es geht um Luis Bunuel, den Filmemacher, der aus der surrealistischen Bewegung stammt und hier konkret um die Entstehungsgeschichte seines „surrealistischen Dokumentarfilmes“ „Las Hurdes“, der 1932 Premiere hatte.
Nach der Lektüre habe ich mir den Film angesehen und muss sagen, dass ich vieles im Film gar nicht wahrgenommen oder achtlos an mir vorbeilaufen gelassen hätte, hätte ich nicht zuvor gelesen, was – zumindest laut der Erzählung – beim Drehen der Szenen passiert ist. Oder davor, oder danach. (Ich fand den Film nun gar nicht so überragend und sehe darin kaum etwas „Surrealistisches“.)
Der Autor verknüpft die ziemlich schräge Entstehungsgeschichte dieses Filmes immer wieder mit Einsprengseln aus Bunuels Biografie. Die „Masche“ ist schnell erfasst – sie könnte durchaus störend wirken – auf mich allerdings nicht, ich fands gut: In der fortlaufenden Erzählung streut der Autor, ohne einen Absatz gemacht zu haben, Sätze zur Biografie oder seelischen, psychischen Befasstheit des Filmemachers ein, die mitunter aus dem Zusammenhang des gerade Gelesenen herausgerissen wirken. Der Text wird damit mächtig komprimiert, daher sind das dann am Ende nicht mal 90 Seiten, und dennoch hat man den Eindruck, eine Biografie gelesen zu haben. Außerdem mag ich die Schreibweise des Autors, von Buch zu Buch mehr.
10 / 10 Punkte

 

Anne Rabe: „Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral“
Nach der Lektüre von 2 „anti-woken“ Phantastikbüchern, die sich gegen die moralisierenden woken Normen aus einer angeblichen Haltung des „normalen Menschenverstandes“, der sich komischer Weise gegen alles Progressive und die Probleme der Welt Aufgreifende stellt, also wider die „neue Moral“ anschreiben, musste ich mir einen seelischen Ausgleich schaffen. Es waren nicht nur die Lektüre selbst, sondern auch Diskussionen im Anschluss, die mich inzwischen so dermaßen ermüden. Sicherlich bräuchte ich das Buch von Anne Rabe ja gar nicht, weil mir vieles darauf, einiges intuitiv, geläufig ist. Sie muss mir nicht agitieren.
Interessanter Weise sind die Gegner der „neuen (woken) Moral“ ja selbst sehr moralisierend, indem sie „alte“, (keineswegs immer) „gute“ Werte der „guten alten Zeit“ hochhalten und diese zurückfordern. Das ist aber sicher nur ein Aspekt.
Mir hat das Essay der Autorin jedenfalls sehr gefallen. Es ist kein fundamentales Theoriewerk, eher eine Art Tagebuch – ein Tagebuch der eigenen Verzweiflung, die ich so sehr teile – teilen muss, leider.
Neben gegenwärtigen reaktionären, anti-progressiven Entwicklungen greift sie auch ein historisches Beispiel auf, den Historikerstreit, in dem sie für meine Begriffe hervorragend aufzeigt, wie man damals mittels angeblich neutraler Wissenschaftlichkeit bisher als notwendig erachtete gesellschaftliche Konventionen in Frage stellt.
Und dann kann sie einfach auch sehr gut, anschaulich und griffig schreiben.
10 / 10 Punkte

 

Frans Smit: „Gustav Meyrink. Auf der Suche nach dem Übersinnlichen“
Aus dem Niederländischen v. Konrad Dietzfelbingen
Was Biografien anbelangt, bin ich inzwischen von Gunnar Decker (Fühmann, Houellebecq) und Emmanuel Carrère (Ph. K. Dick) verwöhnt; mehr aus der Sicht der Erzählkunst, weniger wegen ihrer akademischen Exaktheit.
Die Meyrink-Bio hier ist da aus ähnlichem Holz: Biografisch mag sie stimmen, aber der Autor legt halt viel Wert auf die geistige-intellektuelle Verfasstheit Meyrinks, auf seine esoterisch-okkulte Entwicklung. Ich fand das sehr interessant und inspirierend. Nach der Lektüre glaube ich gern noch mehr, dass M. eben „nicht nur“ ein Phantast war, sondern wirklich die okkulten Themen, die er romanhaft darstellte, erforschte und bearbeitete. Ob die Ergebnisse seiner „Forschungen“ sinnvoll und ergiebig waren, sei dahingestellt.
Was den Schreibstil anbelangt, bleibt Smit weit hinter Decker und Carrère zurück. Dafür enthält das Buch sehr, sehr viele Zitate, vielleicht sogar zu viele, aber das macht die Lektüre authentischer. Für mich ist diese Bio auch wieder eine Verstärkung des Appells: Lies mehr Meyrink! Okay, mach ich.
8 / 10 Punkte




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Das Jahr beginnt im NEUEN STERN mit ...

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 30 Januar 2026 · 422 Aufrufe
Solan Aric

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Es könnte zu einer (un)guten Tradition werden, das Jahr im NEUEN STERN mit einem Fehlerchen zu beginnen. 2025 war es die Jahreszahl auf dem Cover. Und dies Jahr?
Im neuen Heft war mal wieder kein Platz für das Inhaltsverzeichnis, lediglich für einen QR-Code, den man sich im „Internet“ erstellen lassen kann – nur leider eben nicht auf Dauer; ist halt so, wenn es nix kosten soll. Na ja, jetzt musste das Redaktions-Alien improvisieren und nun liegt das Inhaltsverzeichnis auf einem Extrazettel anbei. – Ja, mehr Katastrophe ist dann aber auch nicht.
Das neue Jahr startet, auch im NEUEN STERN; die Reise wird fortgesetzt. Die Auslieferung läuft; noch sind nicht mal mehr eine Handvoll Hefte übrig; ich sag’s ja bloß…
Was erwartet die lieben Mitreisenden:
Zwei neue Namen tauchen im NEUEN STERN unter den Mitmachenden auf. Zum einen eine neue Autor*in (unter Pseudonym), ein neuer Rezensent, direkt hier aus dem Forum.
Dann wagt es doch der NEUE STERN glatt, auch mal politisch zu werden, indem ich mich u.a. mit so selbst titulierter „Anti-Wokeness-Phantastik“ auseinandersetze. Es gibt auch noch ein 2. Werk, das eventuell in diese Sparte passt. Mit beiden bin ich – so sagt man ja heute – nicht fein. Aber das wird man ja wohl noch mal schreiben dürfen!?

 

Titelbild: "Wüstenplanet" von Gerd Frey - diesmal in Gänze, war ja auf der 118 bereits partiell zu bewundern.

 

Hier der Inhalt der 120 im Überblick:
Thomas Hofmann - Editorial
Bernd Wiese gratuliert Wolf Weitbrecht zum 105. Geburtstag: Stern der Mütter
Thomas Hofmann über Primo Levi, Die Verdopplung einer schönen Dame
Story: Eine postapokalyptische Kurzprosa: Der Nachbar von oben, von Solan Aric
Bernd Wiese u. Thomas Hofmann über Daedalos 17
Thomas Hofmann über Michael Tillmann, Jenseits des Zeitgeistes...
Thomas Hofmann über Dietmar Sievers: Halbhorsts Erzählungen
Peter Schünemann über Christian Kracht, Ich werde hier sein im Sonnenschein...
Peter Schünemann über Thomas Brussig, Das gibt's in keinem Russenfilm
Volker Adam über Im Jenseits
Volker Adam über Lee Killough, Das Doppelgänger-Gambit
Gerd Frey über Barry N. Malzberg, Ein schwarzer Tag im Universum
Peter Poppe über GALAX ACHERONIAN, ODYSSEE (Koloniewelten 8)
Bernd Wiese über Buntes Abenteuer 58 und 60
Peter Schünemann über „Ein Meister des Phantastischen aus Norwegen: Tor Åge Bringsværd“




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Vincent Voss im Dark Flower zu Leipzig am 8. Januar 2026

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 09 Januar 2026 · 1.031 Aufrufe

Vincent Voss im Dark Flower zu Leipzig am 8. Januar 2026

 

Damit ist die Saison (für mich) eröffnet! Ein neues Jahr mit phantastischen Lesungen und Veranstaltungen wartet hoffentlich auf mich. Und das war gleich die erste.
Der Autor selbst hatte gar nicht mit einem „vollen Haus“ gerechnet, denn Lesungen im Januar stehen im Ruf, schlecht besucht zu werden.
Das Dark Flower, ein Musik-Club für die eher dunklen Töne, bietet allerdings auch nicht so viel Raum. Und der war dann aber gefüllt. Als ich auf den letzten Drücker ankam, musste ich schon schauen, wo noch ein Plätzchen auf den Bänken frei ist…
Das ist der Veranstalterin nur zu wünschen, dass das Leseformat nun im zweiten Jahr sich weiter etabliert und Bestand hat. Carolin Gmyrek hat wieder moderiert. Diesmal hatte sie sich gut auf das Thema vorbereitet – und dadurch vielleicht ein wenig zu viel erzählen können und auch selbst erzählt. Dabei hätte der Autor doch mehr zu Wort kommen sollen. Andererseits sollte neben der Lesung aus dem neuesten Horrorroman des Autors auch das Gespräch zum Thema „Was macht uns Angst? Psychologie des Schreckens in der Literatur“ stattfinden.
Das riesengroße Thema konnte natürlich nur angeschnitten werden und es belief sich auf Anekdoten der beiden, Autor und Moderatorin, wie sie erstmalig mit Horrorfilmen und -Literatur konfrontiert wurden, damit, was für sie Horror ist (sehr weites Feld), was ihnen Angst macht (Frage auch an das Publikum: Warum schaut oder lest Ihr Horror?) und Biografisches des Autors.
V.V. hatte schon mit jungen Jahren einen Zombiefilm gesehen, der ihn, so schätzt er es nun selbst ein, ziemlich verstört hatte. Man sollte damit sicher nicht so früh anfangen. Andererseits hatte er damit seine Leidenschaft für das Schaurige gefunden, wie es aussieht.
V.V. hat in einer Schüler-Punk-Band als Sänger und Texter gewirkt. Da hat er seine Leidenschaft für das Schreiben entdeckt. Die Texte, so Vincent, war manchmal Grund für Auftrittsverbote. Offensichtlich waren die auch schon ziemlich Horror-mäßig.
Im Horror muss für den Autor immer was Übernatürliches dabei sein. Allerdings gab er auch zu, dass dieser Horror dann schon fast „cosy“ wäre, da er weit genug von der Realität entfernt ist, die im Grunde so viel mehr Horror bietet, als er sich als Autor ausdenken kann. Na, da hat er wohl leider Recht.
Vincent Voss las aus seinem letzten Roman: „Seemannsgräber“.
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Er wählte recht unterschiedliche Teile dafür aus, zunächst eine richtig unheimliche Geisterbegegnung, dann eine Szene, die der Autor zum Tell selbst erlebte, in der eine Schulklasse bei einem Ausflug mit einem Schiff und beim Schau-Fisch-Fangen ein Zombie ins Netz geht und zum Schluss eine ziemlich heftige Splatterszene. Gerade die letzte Szene – muss ich, inzwischen wohl zum Sensibelchen mutierter, alter Sack mir eingestehen, sagt mir, dass ich gar kein Horror-Fan bin, zumindest nicht in dem Sinne, wie es dieser Body-Horror und Splatter beinhaltet. Im Grunde waren mir die unheimlichen Wesen aus dem All, die übermächtigen Entitäten des Kosmos, die mir ein Gefühl der Ohnmacht und des unpersönlichen Grauens vermitteln, näher als solche Schlacht-Szenen. Aber: Weites Feld.
Insgesamt war das ein toller, inspirierender Abend. So hat das Jahr gut begonnen; kann so weitergehen.

 

Das Foto: Im Dark Flower ist es immer sehr dunkel, viel dunkler, als das Foto vermuten lässt.
Ein Bild des Lesenden im Sessel - ohne das Licht - konnte nicht sinnvoll erstellt werden.
Der Autor hat sich beim letzten Lese-Teil mit Leselampe am Kopf unter das Publikum gemischt, um mit viel Verve, starker Betonung und quasi über die Schiffsbohlen marschierend die Zuhörerschaft zu beeindrucken:

 

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Im Interview

Geschrieben von T.H. , in Ich war dabei... 02 Januar 2026 · 135 Aufrufe

(mehr als Sammler und Erinnerungsstation für mich selbst gemeint)

 

Icke im Interview - als SF-Fan, Redaktions-Alien oder einfach nur als "alter Sack"?

 

https://defms.blogsp...-interview.html

 

https://fantasyguide...as-hofmann.html

 

in den AN 283, ab Seite 16
https://sfcd.eu/file...85b73907112.pdf




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2025 - Hofmanns (nicht nur) Leselistenabrechnung

Geschrieben von T.H. , in Statistik, Leseliste ab 2013 29 Dezember 2025 · 325 Aufrufe

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... wird wohl kaum zu den glorreichen Jahren der Menschheit zählen. So viele Problemfelder, die wieder nicht angegangen wurden, die sich sogar verschlimmert haben. Lösungen (realpolitische) sind nicht in Sicht. Die Aussichten für das kommende Jahr sind dann auch ziemlich düster. Schade, dass die Dystopisten Recht behalten werden.
Persönlich war es auch erst mal nicht so gut. Da war die gesundheitliche Sache im März, die mich durch die erste Jahreshälfte hindurch beschäftigte. Sieht aber so aus, als ob ich es in den Griff bekommen habe. Gesundheitlich hat es leider auch jemanden in unserem SF-Club erwischt. Auch dort gibt es aber, glaube ich, Grund hoffnungsfroh in die Zukunft zu sehen.
Was das geliebte SF-Fandom und meine geliebte phantastische Kunst anbelangt, hatte ich aber ein sehr schönes Jahr! Es erschien das „Das intergalaktische Bestiarium“, in dem Petra Hartmann meine Zeichnungen zu literarischem Leben verhalf, editiert von Eric Hantsch in seiner Edition Dunkelgestirn (wer die kennt, weiß, dass es ein tolles Buch geworden ist!) und in dem ich mich ja zeichnerisch mal so richtig austoben konnte: Ich zeichne am liebsten Monstren und Drachen, phantastische Szenarien. Dafür war hier viel Platz. Die Zeichnungen sind ja alle vor 2025 entstanden, aber in diesem Jahr erschien das Buch. Es war daher auch ein willkommener Anlass, den MarburgCon zu besuchen – für mich das 2. Mal, nach mehr als 10 Jahren (wo ich es mir doch immer wieder mal vorgenommen hatte). Der Besuch in Marburg wird mir auch deshalb in lieber Erinnerung bleiben, weil mich dort Holger Marks so toll empfangen hatte, um mir seine Stadt zu zeigen. Holger ist ja Mitstreiter in der APA F.A.N. und auch mitunter Autor für den NEUEN STERN.
Das BESTIARIUM konnten wir, Petra und ich, dann beim FKSFL auch noch mal präsentieren, was – so mein Eindruck – eine gelungene Veranstaltung war. Ja, irgendwie hat meine Passion (die allerdings schon mal stärker ausgeprägt war) – das phantastische Zeichnen – ihren Höhepunkt und gewissermaßen Abschluss gefunden. Jetzt wäre ich frei für neue künstlerische Wege – aber ich suche noch und bin selbst gespannt, was da jetzt kommen wird.
Nach wie vor ist mir unser kleines Fanzine, der RUNDBRIEF – NEUER STERN – DAS Herzensprojekt. Da gab es durchaus viele kleine Höhepunkte, an die ich mich gern zurück erinnere: Das Doppelheft zur polnischen Phantastik, die Interviews, die Lars Dangel für uns führte (mit Franz Rottensteiner und Klaus Geuss), die kleine Grundsatzdiskussion zur SF und dem SF-Fandom, angeregt durch Wilko Müller jr. und von Clemens Nissen und Peter Schünemann aufgegriffen, wieder (oder immer noch) viele Beiträge von Bernd Wiese u.a. zur Rubrik „Aus alten Bücherschränken“ (ich staune weiterhin, wie viele phantastische Texte aus dem Vergessen geborgen werden können!). Neue Namen und Mitstreiter*innen tauchen auf: Jean Li, Franziska Appel, Peter Poppe, Denis Vidinski; gute „alte“ Bekannte sind auch noch dabei, wie z.B. Gerd Frey.

 

Auch das Lesen macht mir weiterhin Laune und ich bedauere nur, dass ich so langsam lese und daher meinen SUB einfach nicht runter kriege (aber das sind ja schöne „Sorgen“). Hier nun meine Leseliste, sortiert nach meiner persönlichen Wertung.
Ein paar Bücher haben keine Wertung, weil ich mir nicht herausnehme / anmaßen möchte, sie so einfach bewerten zu können, ein paar, weil ich sie ev. voreingenommen gelesen habe und nicht ungerecht sein möchte.

 

So eine Retrospektive hat ja was: Sie bringt mich selbst zum Staunen: „Was, das habe ich gelesen!? Ach ja, das war ja auch dabei…“
Es gab ein paar Interessenschwerpunkte, die aber auch nach diesem Jahr nicht „abgearbeitet“ sind.
Zum einen stand die Phantastik / SF Frankreichs im Fokus – Zuarbeiten für ein Sonderheft des NEUEN STERNS in 2026. Teilweise ist das eine Reise in die Vergangenheit für mich, weil ich mit einer alten Schwarte aus DDR-Zeiten begonnen habe (Sieben Masken…). Allein dafür war das ein tolles Erlebnis.
Ein altes Buch hat mich dann angeregt, einer mythologischen Figur (Ahasver) nachzuspüren. Die Spur führte mich u.a. zu den Erzählungen von Michael Ende, die mich ziemlich beeindruckt hatten.
Meinem lange gehegten Vorhaben, mehr Meyerink zu lesen, konnte ich auch – etwas – Folge leisten. Aber da muss noch mehr passieren.
Auch so eine Passion – Dichter und Denker der ersten Hälfte des 20. Jh., die sozusagen zwischen den Stühlen saßen, ambivalent waren und bewertet werden – konnte ich auch weiter frönen; inklusive überraschende Neuentdeckung für mich: Walter Mehring.
Neues war auch dabei - „sogar“ muss ich langsam schreiben, denn mein Fokus auf SF- u. a. Phantastik-Neuerscheinungen ist seit ein paar Jahres etwas erlahmt. Aber zuletzt waren es die ANDYMONADEN, die mich echt faszinierten (auch, weil sie mir Anlass waren, eine alte SF-Liebe wieder aufzuwärmen). Außerdem habe ich die neuen Sachen von den eigentlich eher Social-Beat-Autoren Jörg Herbig und Jerk Götterwind lesen dürfen. Und ein paar wenige neue Horror-Bücher waren auch dabei; aber sehr wenige.

 

Überragende 11 / 10 Punkte
Emmanuel Carrère: „Ich lebe und ihr seid tot. Die Parallelwelten des Philip K. Dick“
Angela & Karlheinz Steinmüller: „Andymon“
Sebastian Guhr: „Chamissimo“

 

supergute 10 / 10
Nils Wiesner: „Axis Mundi. 1. Buch: Die geschiedene Welt“
Gérard de Nerval: „Aurelia oder Der Traum und das Leben“
Walter Mehring: „Die verlorene Bibliothek“
Gunnar Decker: „Die Fledermaus. Bote der Nacht“
Gunnar Decker: „Houellebecq. Das Ungeheuer“
Primo Levi: „Die Verdopplung einer schönen Dame“
Gustav Meyrink: „Fledermäuse“
Yvan Goll: „Die Eurokokke“
Michael Ende: „Das Gefängnis der Freiheit. Erzählungen“

 

gute 9 / 10
Theresa Hannig: „Pantopia“
Nico von Gracau: „Der Rettungstaucher“
Kurt Vonnegut: „Der taubenblaue Drache“
Jörg Herbig: „Die dunkle Romantik einer Stadt“
David Gray: „Umarmung der Barbaren“
Walter Mehring: „Paris in Brand“
„Der Planet mit den sieben Masken“
Luci van Org: „WIR FÜNF und ich und die Toten“
Dan Simmons: „Ilium“
Dario Gamboni: „Odilio Redon. Das Faß Amontillado. Der Traum eines Traumes“
„Andymonaden“ Anthologie, hg. Von Michael Wehren

 

8 / 10
Jens Bisky: „Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934“
Felix Woitkowski: „E/Meth“
Brian W. Aldiss: „Der lange Nachmittag der Erde“
Jörg Herbig & Sybille Lengauer: „Ungebrochen und mutig“
Jörg Weigand (Hrsg.): Sie sind Träume
Michail Schatrow: „Weiter… weiter… weiter“
Brian W. Aldiss: „Der entfesselte Frankenstein“
Brian Aldiss: Das Ende aller Tage
Luci van Org: „Der Tod wohnt neben an“
G.S. Viereck & P. Eldridge: „Meine ersten 2000 Jahre. Autobiographie des Ewigen Juden“ Übersetzer: Gustav Meyrink, 1928
Alain Dorémieux: „Spaziergänge am Rande des Abgrunds“
Stefan Heym: „Ahasver“
A.E. van Vogt: „Weltraumexpedition der Spacebeagle“
Robert Boehm: „Walhalla brennt“
Alan Moore: „Das Große Wenn“
Gerard Klein: „Die Herren des Krieges“
Thomas Melle: „Haus zur Sonne“
Jerk Götterwind: „Das Atelier in Schielding“

 

7 / 10
B.R. Bruss: „Geister im Moor“
A. E. van Vogt: „Der Krieg gegen die Rull“
Gerard Klein: „Schachbrett der Sterne“
Gilles d’Argyre: „Die Herrschaft des Zufalls“

 

6 / 10
B.R Bruss: „Die Bestien“

 

5 / 10
Nils Wegner: „Neoreaktion und Dunkle Aufklärung. Die rechtslibertäre Versuchung“
B.R.Bruss: „Die magische Seuche“
Brian Aldiss: „Dr. Moreau’s neue Insel“

 

Ohne Wertung
Irina Rasorgueva: „Pop-Up-Propaganda“
Thomas Hofmann und Petra Hartmann: „Das intergalaktische Bestiarium“
Primo Levi: „Ist das ein Mensch?“
Peter Schneider: „Lenz“
Hans Dietmar Sievers: „Halbhorsts Erzählungen“
Michael Tillmann: „Jenseits des Zeitgeistes lauern Gespenster“

 

Die Liste hat 55 Einträge.




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NEUER STERN. Das erste Heft 2026

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 28 Dezember 2025 · 225 Aufrufe

Da mal wieder im Heft selbst kein Platz ist, finden hier die Leser*innen des NEUEN STERN 120 das Inhaltsverzeichnis:

 

Thomas Hofmann - Editorial - Coverinnenseite
Bernd Wiese gratuliert Wolf Weitbrecht zum 105. Geburtstag: Stern der Mütter - S. 3
Thomas Hofmann über Primo Levi, Die Verdopplung einer schönen Dame - S. 4
Eine postapokalyptische Kurzprosa: Der Nachbar von oben, von Solan Aric - S. 8
Bernd Wiese u. Thomas Hofmann über Daedalos 17 - S. 17
Thomas Hofmann über M. Tillmann, Jenseits des Zeitgeistes... - S. 20
Thomas Hofmann über Dietmar Sievers: Halbhorsts Erzählungen - S. 23
Peter Schünemann über Chr. Kracht, Ich werde hier sein im Sonnenschein... - S. 31
Peter Schünemann über Th. Brussig, Das gibt's in keinem Russenfilm - S. 33
Volker Adam über Im Jenseits - S. 35
Volker Adam über Lee Killough, Das Doppelgänger-Gambit - S. 39
Gerd Freu über Barry N. Malzberg, Ein schwarzer Tag im Universum - S. 41
Peter Poppe über GALAX ACHERONIAN, ODYSSEE (Koloniewelten 8) - S. 44
Bernd Wiese über Buntes Abenteuer 58 und 60 - S. 48
Peter Schünemann über Ein Meister des Phantastischen aus Norwegen: Tor Åge Bringsværd - S. 51




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Rest von Hofmanns Leseliste 2025

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 24 Dezember 2025 · 525 Aufrufe
Sebastian Guhr, Thomas Melle

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So ab Herbst, bis Mitte Dezember 2025 gelesen, zumindest zu Ende gelesen. Was so begonnen, abgebrochen wurde, sei hier verschwiegen.
Das Jahr endet mit "kontroversen" Texten, aber auch mit einem absoluten Highlight für mich: Sebastian Guhr!
So viele Bücher, die ich auf meinem SUB nach oben gelegt habe, die ich aber doch wieder nicht "geschafft" habe - aber so habe ich vieles, worauf ich mich im neuen Jahr freuen kann. Hat doch was.

 

Gerard Klein: „Die Herren des Krieges“
Nachdem mit die Titelstory der Anthologie „Der Planet mit den sieben Masken“ so ausnehmend gut gefallen hatte, musste ich mehr von G. Klein lesen! Nicht ganz uneigennützig, denn wir wollen ja ein Zine zum Thema „SF aus Frankreich“ zusammenstellen.
Dieser Roman macht schon was her. Muss damals auch ganz gut angekommen sein, wenn kein Geringerer als John Brunner ihn ins Englische übersetzt hatte. Die deutsche Übersetzung als TERRA-SF-Roman dürfte wieder mal gekürzt sein. Schade, denke ich, denn mir kam bei der Lektüre es durchaus so vor, als wären da Sprünge und ein paar Dinge erschienen mir unerklärlich. Als würde da was fehlen. Aber vielleicht hat der Autor es auch selbst so angelegt. Die Geschichte ist eine riesige Space-, besser: Time-Opera, eine fulminante, groß angelegte, aber auch haarsträubende Geschichte.
In einem galaktischen Krieg zwischen den Solar-Mächten (Menschen) und den Urianern, der bereits Jahrhunderte tobt, will unser Held Corson ein Monster auf den Heimatplaneten der Urianer aussetzen, das dort alles niedermetzelt. Das Monster hat aber noch eine andere Eigenschaft, die die Menschen bisher nicht wirklich kennen: Es kann kleine Zeitsprünge unternehmen. Bei Ankunft auf Uria hüpft das gefangene Monster in der Zeit und kann sich so befreien. Es stürzt zusammen mit dem Astronauten auf dem feindlichen Planeten ab. Allerdings ist der Zeitsprung nicht nur ein paar Sekunden, sondern gleich mal 6000 Jahre in die Zukunft erfolgt.
Jetzt gibt es keinen Krieg mehr zwischen Menschen und Urianern, ein anarchistisches, friedliches Utopia herrscht. Corson gilt jetzt als Kriegsverbrecher. Aber es gibt da so einen machtgierigen Nachkommen der Prinzen von Uria, der Corsons kriegerischen Kompetenzen ausnutzen möchte. Und ihn mit Hilfe der Zeitspringer-Monster, die inzwischen Freunde der Menschen und Urianer sind, durch Zeiten und Räume schickt, um einen perfiden Intrigenplan auszuführen. Na ja, der Rest ist Geschichte, eine abstruse, verrückte Geschichte. So richtig ernst kann man das Ganze nicht nehmen. Aber es war amüsant und unterhaltsam.
8 / 10 Punkte

 

Gerard Klein: „Schachbrett der Sterne“
Weiter mit den Zeitkriegsromanen des Herrn Klein. Ist nämlich auch so einer. Allerdings auf das Format eines TERRA ASTRA Romanheftes geschrumpft. Wie man in der isfdb nachlesen kann, wurde es zudem wohl aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Keine Ahnung, wieviel davon noch Klein ist…
Ein Raumschiff der im All ausgebreiteten Menschen aus der magellanschen Wolke gerät auf en Schlachtfeld unbekannter Über-Mächte, die gern Dritte involvieren, indem sie sie in die ferne Vergangenheit (230 Mill. Jahre) zurückversetzen. Dort dürfen sie dann gegeneinander Krieg führen – gern mit Raumschiffen, Atomraketen, aber auch Flitzebogen und zu Pferd. Hier entspinnt der Autor wieder ein komplett verrücktes Szenarium. Leider hatte ich beim Lesen mitunter echt den Eindruck, mir wurde hier nur das Exposé vorgelegt.
Unsere Magellaner wollen natürlich wieder zurück und machen bei den Kriegsspielen mit, um dadurch irgendwie das Geheimnis zu ergründen, wie sie die Zeit manipulieren können. Wie das zusammen passt, habe ich nicht kapiert. Komplett unlogisch, das alles.
Wieder spielt ein monsterhaftes Wesen eine Rolle, das intelligenter ist, als die Menschen gemeinhin glauben. Aber der Raumschiffkapitän hat ihm Schachspiel beigebracht und kann sich mit ihm verständigen. Und dieses Monster kann eventuell den Weg in die ferne Zukunft aufzeigen. Oder auch nicht…
Man lernt natürlich Vertreter der großen Mächte kenne, die da im galaktischen Hintergrund seit tausenden von Jahren Krieg führen, bzw. Krieg führen lassen. Die können „helfen“, wieder in die eigene Zeit zurück zu kehren, wollen dafür aber das besagte Monster ausgeliefert bekommen, vor dem sie echt Angst haben.
Was für eine Klamotte – 7 / 10 Punkte

 

Peter Schneider: „Lenz“
Eine Bildungslücke geschlossen – zufällig. Auf den Autor gestoßen bin ich durch den Film „Das Verschwinden des Josef Mengele“ in dem auch über das Verhältnis des Sohnes von Mengele zu seinem Vater erzählt wird. Und darüber hatte nun wiederum Peter Schneider geschrieben. Aber mein Interesse schwenkte dann zu dieser Büchner-Hommage, die ja auch irgendwie mich selbst mehr berührte. Obwohl ich natürlich kein westdeutscher Alt-Linker bin, kein 68er, aber eben als „Ossi“ mit vermeintlich linken Idealen aufgewachsen. Jetzt wollte ich mal wissen, wie so Linke im Westen, also solche, die sich als links ansahen und ansehen, verhalten haben.
Ja, interessant, aber weit weniger aufregend als ich dachte. Vielleicht ist die Zeit auch weiter fortgeschritten. Aber die Wohlstands-Linken gibt es ja immer noch, die der Protagonist hier etwas ungläubig wahrnehmen muss und die ihn in seinem revolutionären, proletarischen Elan ausbremsen. Mit den „echten“ Arbeitern kommt er aber auch nicht zurecht. Ein Fazit kann ich gar nicht ziehen; gibt es eins?
(keine Wertung)

 

Thomas Melle: „Haus zur Sonne“
Hatte mir mehr von versprochen. Der Autor verarbeitet hier wiederum seine bipolare Erkrankung, die sich seit dem letzten Roman*, den ich von ihm dazu gelesen hatte, verschlechtert hat. Wobei mir natürlich nicht bewusst ist, ob das Beschriebene wirklich hundertprozentig autobiografisch ist, denn der „Ausweg“, den er hier für sich andeutet, ist ja mit Sicherheit fiktiv.
Es gibt ein Institut, eine medizinische Einrichtung, das „Haus zur Sonne“, in dem Menschen einkehren können, die sterben wollen.
Der Ich-Erzähler will sterben, weil vor allem seine manischen Phasen immer unerträglicher werden, die depressiven aber auch. Im Haus zur Sonne bietet man ihm an, alles erleben zu können, was er möchte, sich vorstellen kann, was ihn glücklich machen kann. Am Ende wird er aber in den Tod begleitet.
Er ist dort nicht allein, andere Menschen haben andere Gründe, sterben zu wollen; meist unheilbare Krankheiten.
In dem Roman geht es vor allem um den seelischen Zustand des Erzählers, dann auch um die „Erlebnisse“ in dem Haus, also die von den Medizinern erzeugten Traum-Sequenzen.
Nun, seine manisch-depressiven Befindlichkeiten, sein Leidensdruck, dem er dadurch ausgesetzt wird, die wirklich erschreckend sind, für mich nicht nachvollziehbar (natürlich, sowas möchte ich nie erleben), sind schon sehr eindrucksvoll beschrieben, aber das kannte ich ja schon durch seinen anderen Roman.
Die „Erlebnisse“, die er dort träumen kann, sind beliebig und austauschbar; da bleib auch wenig bei mir hängen. Sie sind ohnehin nur Hinhalte bis zum bitteren Ende, oder?
Er lernt dort auch andere Insassen kennen, mit denen er sich auch etwas anfreundet. Können diese menschlichen Bindungen ihn retten, ihm helfen? Durch seine Krankheit hat er ja auch alle Freunde verloren. Wird er wirklich den Tod finden? (Und wenn ja, wer erzählt dann diese Geschichte?)
8/10 Punkte
*) siehe Orwell, Orwell, Melle... (T.H.s. Leseliste) - SF-Netzwerk

 

Gilles d’Argyre: „Die Herrschaft des Zufalls“
Hinter dem Autorennamen verbirgt sich Gérard Klein, von dem ich zuvor 2 „Bücher“ gelesen habe (eins davon war ja nur ein Heft, ein stark gekürzter Roman).
Diesmal ist der Ansatz ein eher gesellschaftlich-politischer, vielleicht satirischer, aber auch utopischer: Menschheit auf der Ede auf 120 Millionen geschrumpft. Dafür 200 Welten galaxisweit besiedelt. „Regiert“ wird diese Gemeinschaft von einem von einem Zufallsgenerator ermittelten, also per Los-Verfahren (nicht) „gewählter“ Repräsentant. Diesmal erwischt es jemanden der mit diesem Amit absolut nix anzufangen weiß. Aber er muss… Zumal bald auf ihn ein Attentat ausgeübt wird, er gejagt, entführt wird und auf seiner Heldenreise natürlich reift.
Was utopisch beginnt, geht über in eine für den Autor typische bizarre, haarsträubende, üppige Space Opera. Es gibt einen anonym bleibenden Alien-Feind, mit dem sich unser Held aber aussöhnen kann. Und es gibt eine Untergrundbewegung, die komischen Demokraten, und eine Untergrundwelt, eine irgendwie libertär-liberale, anarchistische Welt in den alten Metroschächten von Paris.
Wie das endet und wie mir mundet, kann man dann im Frankreich-Spezial unseres NEUEN STERNS im Sommer 2026 lesen.
7 / 10 Punkte

 

Jerk Götterwind: „Das Atelier in Schielding“
Kurzer, knackiger Horror-, besser: Gruselroman um die Geheimnisse eines Malers, Pictor (nomen est omen), der sich vor 200 Jahren in die Einöde zurückzog, um wahre Kunst zu schaffen. Die scheint aber etwas zu lebendig geworden zu sein. Das wollen in unserer Zeit zwei Kunststudent*innen rausbekommen und erleben auch ihr grusliges Wunder.
Hat mir gefallen, ist kurzweilig, auch wenn das Genre mit dem Roman nicht neu erfunden wird.
8 / 10 Punkte

 

Hans Dietmar Sievers: „Halbhorsts Erzählungen“
Diese neue Sammlung von Erzählungen, fast ein Roman, könnte man als dystopische Polit-Satire bezeichnet. Deutschland in naher Zukunft ist wieder mal in Besatzungszonen aufgeteilt, weil die NATO wohl den Krieg gegen Russland verloren hat. Aber irgendwie waren die staatlichen Maßnahmen vorher auch schon stark freiheitsbeschränkend, so, als würden die Corona-Maßnahmen weitergehen: also, nur Straßenbahnfahren mit gültigem Impfausweis z.B. Außerdem wurde ein Sozial-Score eingeführt und wer den unterschreitet kann nicht mal mehr die Regionalbahn nutzen.
Was die Zukunft bringt, weiß ich natürlich auch nicht. Dass es so haarsträubend wird, glaube ich nicht. Aber es ist ja ohnehin nur satirisch gemeint, wobei mir ein paar Witze nicht wirklich gelungen wirkten, für meine Begriffe.
Der Detektiv ist von der Sorte der traurigen (Noir-) Detektive, immer hart am Absturz. Aber er nimmt das alles ziemlich cool auf. Der kurze, knappe Erzählton des Autors hilft ihm dabei. Sogar eine Zwangsrekrutierung für den Krieg im Osten überlebt er und kehrt heim, ohne damit groß Aufsehen zu erregen.
Unterm Strich: War mal eine kurzweilige, durchaus streckenweise unterhaltsame Exkursion, von der ich aber erst mal auch nicht mehr brauche. Das politische Grundrauschen ist nicht so meins; ich finde, die Gesellschaftskritik kratzt an den falschen Stellen. Wir haben eventuell ganz andere Problemfelder in naher Zukunft, an denen wir uns die Zähne ausbeißen; verspätete Zwangsimpfungsmaßnahmen würde ich nicht dazu zählen.
Mehr darüber im ersten NEUEN STERN des Jahres 2026. Ich vergebe mal keine Punkte.

 

Michael Tillmann: „Jenseits des Zeitgeistes lauern Gespenster“
Und gleich weiter auf diesem Spielfeld. Diesmal mehr Phantastik / Grusel, aber auch gesellschaftskritische Satire – wiederum aus einer Sicht, die nicht meine ist. Aber ich war neugierig und außerdem ist der Autor ja ein sehr guter Schreiber. Das hat er auch in einigen Texten in diesem Band unter Beweis stellen können, in anderen eher nicht.
Der Untertitel, der dem Autor auch sehr wichtig ist, lautet: „Anti-Wokeness-Phantastik“. Der Autor ist sehr engagiert dabei, seine Sichtweisen an die Phantastik-Interessierten zu bringen. Die Stories in diesem Band, in denen seine Botschaften im Vordergrund stehen, leiden meiner Meinung nach darunter. Die Plots sind kaum vorhanden, übernatürliche Erscheinungen sind oft nur Platzhalter, es geht ihm halt mehr um das Proklamieren von Meinungen, die – so der Autor – subversiv gegen den sog. Zeitgeist gerichtet sind.
Mir hat die Lektür am Ende nicht so viel Laune gemacht. Im Vergleich dazu fand ich die Stories von Dietmar Sievers unterhaltsamer, weil wenige bissig, lakonischer, schwarz-humoriger. Ich will aber keine Äpfel mit Birnen vergleichen, obwohl es durchaus ideologische Überschneidungen gibt.
Mehr dazu von mir auch im 1. 2026er NEUEN STERN dann. Ich lass es hier auch mit der Punktewertung weg.

 

Sebastian Guhr: „Chamissimo“
Endlich gelesen! 2022 gekauft, als das Buch neu rauskam. Formal ist es ein biografischer Roman, aber es ist eben auch ein „echter Guhr“. Was das heißt? Ich weiß gar nicht so genau. Ich weiß nur, dass ich im Grunde alles von dem Autor lesen möchte, weil er einfach supergut schreibt.
Das Buch ist nicht sehr umfangreich, als Biografie vielleicht nicht ausreichend. Für mich ist es sehr gut vergleichbar mit Kehlmanns „Vermessung der Welt“. Wobei sich hier S. Guhr auf eine Person konzentriert. Anders als in dem vorherigen Roman – „Mr. Lincoln & Mr. Thoreau“ (siehe hier), im gleichen Verlag in gleicher Aufmachung. (Eine Serie? Wo noch mehr kommt?) – wo ähnlich wie in Kehlmanns Buch zwei historische Figuren / Persönlichkeiten quasi im Vergleich miteinander portraitiert werden.
Den Dichter, Wissenschaftler und Weltreisenden Chamisso kannte ich zuvor eigentlich nur dem Namen nach. Der Autor vermochte es aber hervorragend, die Person, in all ihrer Widersprüchlichkeit und damit charmant und einfühlsam näher zu bringen. Sein Lebenslauf ist ein Roman, da braucht der Autor gar nicht viel zu erfinden, um hervorragend zu unterhalten.
Mir hat auch die Begegnung mit einer „Nebenfigur“ aus dem Leben Chamissos gefreut: ETA Hoffmann und seine „dunkle Sicht“ auf das Leben und die Poesie. Einfach Klasse!
Soweit mein kurzer Eindruck, der hier nur sehr unvollkommen beschreibt, was das kleine Buch alles enthält. Der Autor ist ein Meister der Verknappung, des auf den Punkt Bringens. Ein Kleinod & Meisterwerk!
11 / 10 Punkte




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NEUER STERN, das Jahr 2025 + Info: 118 & 119 erschienen

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 21 Dezember 2025 · 559 Aufrufe

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Das war's: Das Jahr 2025 im NEUEN STERN.
12 x erschien er, sozusagen jeden Monat einer, was so natürlich nicht geplant war.
Ich finde es ja gut, dass der "Rundbrief" weiterhin Interesse und Gefallen findet. D.h., die Macher machen weiter im kommenden Jahr. Wie immer just for fun. Es wird auch wieder das eine oder andere Spezialthema geben.

 

Hier noch der Nachtrag zu den neuesten Heften, die zum Jahresende noch am Fanzine-Sternenhimmel aufgegangen sind.

 

1 x ein Geburtstagsständchen an Brian W. Aldiss und ein letztes Heft mit heftigem Titelbild-Zombie.

 

Inhalt 118
Aldiss-Spezial
Thomas Hofmann: Editorial - Coverinnenseite
Peter Schünemann: Mein erster Aldiss
Thomas Hofmann über "Das Ende aller Tage"
Elaran Smokrić: Die Poetin und der Telepath. Eine Erzählung aus Helliconias Winter
Peter Schünemann über HELLICONIA
Bernd Wiese über "Der Flug der Gezeiten"
Peter Schünemann über "Der lange Nachmittag der Erde"
Thomas Hofmann über "Dr. Moreau’s neue Insel"
Peter Schünemann über "Der unmögliche Stern"
Thomas Hofmann über "Der entfesselte Frankenstein"
Thomas Hofmann über "Roger Cormans Frankenstein"
Thomas Hofmann kurz über Franz Sedlacek
Bernd Wiese über KRYPTOZOIKUM
Bernd Wiese über "Report über Probabiliät A"
Bernd Weise über "Graubart"
Peter Schünemann über "Tod im Staub"
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Thomas Hofmann über die 2. Nachtschrift im Darkflower

 

Inhalt 119
Thomas Hofmann: Editorial - Innencover
STORY Peter Schünemann: Rachepuppe, illustriert von Jörg Neidhardt

 

REZI Lars Dangel über das Lexikon der deutschsprachigen Science Fiction 1933 – 1945
INTERVIEW mit Klaus Geus, geführt v. Lars Dangel

 

AUS ALTEN BÜCHERSCHRÄNKEN
REZI Lars Dangel über Erich Kästner und die SF
REZI Thomas Hofmann über A.E. von Vogt: Weltraumexpedition der Spacebeagle
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REZI Bernd Wiese über Nils Wiesner: Axis Mundi. Golem
REZI Volker Adam über Judith Moffett: Die Rückkehr der Hobbs
REZI Thomas Hofmann über Andymonaden
REZI Bernd Wiese über die "Verfluchten Träume" des Anton Serkalow
REZI Peter Schünemann über Heidrun Jänchen: Rote Zipfelmützen
REZI Bernd Wiese über Die Autobiografie von Jean-Luc Picard
REZI Peter Schünemann über Goldy Moldavksy: Der Mary-Shelley-Club
REZI Bernd Wiese über Dan Brown: The Secrets of Secrets
REZI Bernd Wiese über William Hjortsberg: Sprach der Rabe Nimmermehr
REZI Bernd Wiese über Ruby Jean Jensen: Annabelle

 

... in 2026 geht's weiter...




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Hofmanns Leseliste Herbst 2025

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013, Phantastisches Halle & Le... 31 Oktober 2025 · 962 Aufrufe
Andymon, Steinmüller und 1 weitere...

Das ist die bereits angekündigte Fortsetzung hiervon:
Hofmanns Leseliste Sommer bis Herbst 2025 - SF-Netzwerk

Aber eigentlich ist dies dann auch wieder egal, denn inzwischen kam doch noch was hinzu - bis heute - und somit bin ich also wieder tagesaktuell. Nur für den Fall, dass das für irgendjemanden, außer für mich, interessant sein sollte.
Schöne Sachen gelesen, wichtige für mich. So zum Beispiel DEN SF-Roman der DDR mal wieder: ANDYMON. Aus gegebenem Anlass. Der Grund dafür ist noch etwas weiter erkennbar.
Den Herausgeber des Erzählungsbandes, auf den ich hier anspiele, werden wir demnächst bei uns im SF-Club-Stammtisch in Halle begrüßen. Dazu musste ich mich ja auch "vorbereiten". Es war mir ein richtiges Bedürfnis und ich habe die Lektüre nicht bereut.
Auch sonst gab es viel zu entdecken für mich - aber das steht ja zu den einzelnen Büchern...

 

Das Bild? hat wie immer nichts mit den Büchern zu tun, ist nur so eine alte Zeichnung / Collage, die ich ausgegraben habe und die demnächst auch noch mal erscheinen wird, dann komplett, in der !TimeMachine.

 

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Alain Dorémieux: „Spaziergänge am Rande des Abgrunds“
In Frankreich 1978, auf Deutsch schon 1979 bei Heyne erscheinen.
Ein Buch, das ich nicht lesen musste, aber wollte. Nicht musste, weil es bereits jemand anderes gelesen hat – und zwar im Zuge der Vorbereitung unserer Ausgabe des NEUEN STERNS für Frankreich, der im Sommer 2026 (14. Juli – wann sonst…) rauskommen soll. Aber wollte, weil ich einfach mal eine Rundumlesung zur französischen Phantastik – genau auch aus diesem Grunde – mir vorgenommen hatte. Na ja, das ist halt so eine persönliche Lektüre-Challenge, bei der ich niemanden, nicht mal mir selbst, was beweisen will – die mir aber einfach große Laune macht.
Hier habe ich den Vorteil, dass ich nach der Lektüre gleich mit der mir bereits vorliegenden Rezi vergleichen und sehen kann, ob ich mit meiner Einschätzung oder Leseweise daneben liege.
Der Autor gehört zu den großen Nummern der SF-Szene, wobei ja französische SF nicht so stark im Fokus bei uns steht. Dieser scheinbare Außenseiterstatus hat mich noch besonders gelockt. Wobei von ihm ja 2 Bände mit Erzählungen auf Deutsch vorliegen, die also auch beide im NEUEN STERN vorgestellt werden (aber nicht von mir).
Untern Strich fiel mir bei den Stories auf, dass hier „keine Gefangenen“ gemacht werden –metaphorisch. Die Stories sind direkt auf den Punkt geschrieben, die ihre Themen unmittelbar und schnörkellos erzählen. Da viele Standard-Situationen, -Motive, Topoi etc. der SF thematisiert werden kommen seinem versierten SF-Leser mitunter nach all den Jahrzehnten bekannt vor. Dafür besitzen sie einen gewissen Vintage-Charme, der mir insgesamt großes Vergnügen bereit hat (auch bei eher dystopischen Inhalten).
Mal sehen, ob ich mich kurzfassen kann – zum Inhalt:
„Im Krankenzimmer“ – kafkaesk; da wacht jemand im Krankenbett auf, weiß nicht wer und wo er ist. Unbekannte, Unsichtbare versorgen ihn. Warum? Keine Ahnung. Sind es Aliens, Ärzte – nein, es sind Wesen mit Masken. Roboter? – Es gibt keine Auflösung dieses Zustandes der absoluten Entfremdung; er steckt in einem Kreislauf fest.
„Gefangener der Insektenfrauen“ – Frauen sind zu ekligen, dürren, insektoid wirkenden Wesen mutiert, die eher geschlechtlosen Ameisen ähneln. Die letzten männlichen Exemplare werden zur Befruchtung der monströs großen Königin benötigt. Keine Überraschung, eher wie eine literar. Skizze, ohne echten Plot, keine Pointe.
„Der Turm“ – Endzeit, nach der Apokalypse. Keine weitere Erklärung zum Wie und Warum. Leben ist komplett verschwunden, die Welt wüst und leer. Letzter Mensch lebt in einem der isoliert dastehenden Wohntürme. Trocken, kompromisslos erzählt-
„Die Tiere“ – Symbionten der Menschen, wirken harmlos, dies aber nur kurzzeitig – um diesen Eindruck aufrechtzuerhalten, dafür ist die Story auch viel zu kurz. Die „Tiere“ stellen sich für den Leser als vampireske Alien-Lebensform heraus, sie haben die Macht und saugen „ihre Menschen“ aus. Geschrieben ohne Kommas.
„Begegnungen der vierten Art“ – Sie sind da! Der ständig besoffene Erzähler kann es selbst kaum glauben, hat dann aber selbst Kontakt – fast schon der 5. Art, nämlich in Form von Sex. Allerdings klappt es mit dem Sex nicht, aufgrund der enormen Größenunterschiede der Geschlechtsorgane. Ziemlich direkt frivol das Ganze. Seine Frau hat übrigens auch so einen sexuellen Alien-Kontakt und hat da viel mehr davon als er. Na ja… Sie wird schwanger und nun wissen wir auch, wie die Aliens ihre Invasion der Erde durchführen.
„Welche Katastrophe?“ – Mann kehrt aus Asyl in seine Heimat zurück. Die ist aber leer; keine Menschen, alles verwaist – und dunkel; kein Licht mehr. Ihn erwartet das schreckliche, auslöschende Schicksal, das alle seine Mitmenschen ereilt hatte – ohne Ausweg.
„Die Varna“ – schon wieder weibliche Aliens. Die werden als Sex-Puppen und Schmusetierchen für männliche Kunden gehalten, wobei das eigentlich illegal ist.
„Alptraum in Rosa“ – weiblich wirkendes Alien in einer fremden Welt verführt einen irdischen Raumfahrer nach dem anderen. Der Autor hat wohl „sein“ Thema gefunden.
„In eine ferne Fremde“ – könnte die direkte Fortsetzung von „Welche Katastrophe?“ sein. Leere, eher dunkle Stadt (manchmal aus zart rosa wie in „Alptraum in Rosa“). Erzähler ist ganz allein – schweift durch die menschenleeren Straßen. Zur Ursache für diesen Zustand wird wieder nichts gesagt; ist halt so. Dann: Verführerische Frau erscheint ihm. In echt? Bin als Leser verunsichert, weil der Protagonist auch so rosa Pillen nimmt... Auf jeden Fall führt sie ihn in die ferne Fremde – klingt nach Tod.
Und zum Schluss fast ein Roman: „Wie ein Vogel, der davonfliegt“ – Vera, das Schmuddelkind, erlebt keine Mutterliebe, sondern nur Konflikte mit der Alleinerziehenden. Vera findet eine Muschel, die sich als außerirdisches Artefakt, als kleines Raumfahrzeug entpuppt. Der Insasse ist erst mal eine Qualle, die eine vor allem mentale Symbiose mit Vera eingeht. Dadurch wird sie anders, hochbegabt, super empathisch, kann Gedanken lesen. Na ja, das ist nicht immer von Vorteil für die Interaktion mit anderen Menschen – wenn man genau weiß, was die denken, wirklich wollen.
Vera macht eine Entwicklung durch – probiert aus, was sie ablenkt vom Elend ihres Daseins: Sex, Alkohol, andere weiche Drogen, noch mehr Sex (Orgien), gefährliche Gruppenspiele (Selbstmordklub) Versuche, den Symbionten loszuwerden, scheitern. Erst das Zusammentreffen mit einer anderen Person, die auch einen außerirdischen Symbionten hat und damit wohl besser zurechtkommt, hilft ihr und rettet sie sozusagen, weil sie sich mit ihm seelisch und sexuell auf einer vollkommenen Ebene zusammenschließen kann.
Hier ist für mich interessant, was in der Rezension für den NEUEN STERN stehen wird, denn ihr Verfasser ist der Ansicht, dass sie der negative Aspekt einer Yin-Yang-Konstellation darstellt – wobei es beim Kontext der anderen Stories des Autors, in denen Frauen eine – meinst negative – Rolle spielen würden, Vera eben den negativen Aspekt (des Lebens, des Universums…) darstellt. Das empfand ich dann doch nicht so – für mich war das eher eine konkrete Coming-Of-Age-Story eines Mädchens aus schwierigen Verhältnissen, die Familienleben nur als Auseinandersetzung mit einer schlechten Mutter kennen lernen konnte, die eine toxische Beziehung zu ihrer Tochter unterhielt. Zwar mit außerirdischer Hilfe entwickelt sie sich zu etwas besonderen, die aber in der Mainstream-Gesellschaft nur aneckt. Am Ende findet sie ihr – sogar ziemlich vollkommenes – Glück, was ich ihr echt gern gewünscht habe.
Stories, die mir hoffentlich lange im Kopf bleiben, auch wenn sie mitunter nicht so viel Neues erzählt haben. Hab‘s gern gelesen.
8 / 10 Punkte
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Stefan Heym: „Ahasver“
Eine neue Lektüre-Reihe: quasi Band 2: Der Ewige Jude. Jetzt ein deutscher Klassiker. Den habe ich seit der Wende im Bücherschrank, leider nicht vorher, da gab es ihn ja bei „uns“ nicht. Ist schon interessant, dass einer der berühmtesten DDR-Autoren gar nicht so sehr und schon gar nicht zuerst in der DDR gelesen werden konnte. Und dass er als Ex-US-Soldat sogar zuerst Englisch schrieb, wusste ich bis dato auch nicht.
Das Buch also gab es erst so um 1989, doch da hatte ich dann schon andere Wehwehchen, mit denen ich mich rumschlagen durfte. Ich weiß noch, dass ich es versucht hatte, aber mit dem Stil nicht zurechtkam, obwohl es mich damals auch schon dolle interessierte und ich was übrigen hatte für moderne literarische Mytheninterpretationen.
Aber jetzt kam es mir gerade recht und hat mir auch gemundet. Der Stil – biblisch für die großen Mythenerzählung (vom Anbeginn der Welt, der Erschaffung Adams, bis zur Apokalypse) – spätmittelalterlich für die Geschichte um Paul von Eitzen, der zwar ein streng-gläubiger Lutheraner ist, aber nicht glauben kann, dass der Typ da wirklich Ahasver, der ewige Jude, ist – und der Briefwechsel in einem halb amtsdeutschen, halb akademische Schwurbel-Duktus verfassten Briefwechsel zwischen zwei „Bibelforschern“ (also hier schon Leuten, die sich mit der Bibel wiss. auseinandersetzen, also keine Sektenmitglieder), der eine aus der DDR, der andre aus Israel (der übrigens Lucifer ist, was man als Leser natürlich weiß) – also, die Stile haben mir diesmal sehr gefallen, auch wenn es nicht immer leicht war zu lesen.
Ahasver ist hier übrigens ein gefallener Engel, wie Lucifer, der im modernen Israel ein Schuhverkäufer ist. Das mit dem Abweisen des Jesus gibt’s hier aber auch, wobei er, wie Lucifer, schon bei der Erschaffung des Menschen nicht einer Meinung war mit seinem Gott und deshalb aus dem Himmel verbannt wurde.
Am Ende werden die Protagonisten, sowohl der v. Eitzen, als auch der Prof. Beifuß vom DDR-Institut für wiss. Atheismus (gabs nie), vom Teufel geholt. Bei Letzterem sieht das dann so aus, als würde er „Republikflucht“ begehen… Das waren Zeiten…
Okay, hat mir gefallen, auch wenn ich meine, dass das Buch weit weniger handfeste DDR-Kritik oder allg. Gesellschaftskritik enthält, als ich dachte. Interessant ist der Aspekt des Antisemitismus Luthers, der hier zu Beginn dolle betont wird und das bei der Luther-Renaissance, die ja tatsächlich in der DDR stattfand.
8/ 10 Punkte

 

PS. Die Figur des Kartaphilus wird auch mal kurz erwähnt bei Heym, als ein weiteres Beispiel eines Mannes, der Jesus abwies, als Soldat des Pilatus.
Einschub: Eine Erzählung von Borges ist auch eine um den „Ewigen Juden“ – zumindest laut Wikipedia: „Der Unsterbliche“. Hätte ich früher nicht erkannt, weil es eben nicht um Ahasver geht. Hier ist es Kartaphilus – als Bibliothekar (was sonst bei Borges!), der aber „nur“ ein Buch über einen römischen Soldaten verkauft, der die Stadt der Unsterblichen sucht.
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Michael Ende: „Das Gefängnis der Freiheit. Erzählungen“
Weitbrecht 1992
Der nächste Tipp in Sachen Ahasver. Aber, um es vorweg zu nehmen, das war dann nicht so viel Ahasver wie ich vermutet und erhofft hatte. Macht aber nichts, denn ich habe auf gar keinen Fall bereut, diese supertolle Sammlung von Ende-Erzählungen gelesen zu haben!
In „Einer langen Reise Ziel“ kommt Ahasver durchaus vor. Er residiert in Venedig, das der Protagonist aufsucht auf seiner Wanderung durch die Welt, im nebelverhangenen Venedig. So liebe ich es auch! Schon da hat – das ist nur ein Detail – der Autor so sehr einen Nerv bei mir getroffen.
Der Protagonist ist ein Junge, bzw. Mann, dessen Werdegang wir verfolgen. Er stammt aus adliger Familie, hat aber nur noch den Vater, der als Diplomat durch die Welt reist. Dadurch hat der Junge kein Heimatgefühlt, weiß damit nix anzufangen, mit dem Begriff „Heimat“. Er hat an gar nichts Interesse, wird ein ziemlicher Stinkstiefel und im Grunde „böser Junge“. Doch als er mal ein besonderes Bild sieht, ist erstmalig sein Interesse an etwas, nämlich an diesem Bild geweckt Um es in seinen Besitz zu bekommen, muss er es stehlen lassen.
Das düstere Bild zeigt eine phantastische Landschaft, die es vermutlich sogar gibt, in einem nichterforschten Gebiet des Himalayas. Dort muss er hin, geht dabei über Leichen. Mit offenem Ende, aber so toll erzählt.
Neben der ist es dann noch die letzte Story, die aus meiner Sicht den ganzen Band lohnt: „Die Legende vom Wegweiser“. Es geht aber um einen Jungen bzw. Mann, der aus schwierigen Verhältnissen kam. Er war das erzwungene Wunschkind seines Vaters, bei dessen Geburt die sehr junge und ungeliebte Mutter starb. Dass es bei der Geburt mitten im Winter ein Gewitter gab, stellt sich ganz zum Schluss noch als wichtig heraus.
Der Junge ist halt so ganz anders als seine Schulkameraden etc. und so ganz anders als sein Vater es gewünscht hatte, nämlich als Stammhalter seines Kaufmannsgeschäftes und Erbe des Vermögens. Der Junge schlägt das sogar aus und gesellt sich zu fahrenden Gauklern.
Ach so, das Ganze spielt im ausgehenden Mittelalter und der Junge sucht nach wahren, echten Wundern. In der Zirkuswelt findet er sie auch nicht. Und als er die Möglichkeit bekommt, die Wunder der Anderswelt zu erforschen, lehnt er ab, weil er inzwischen gar nicht mehr dran glaubt.
Es gibt noch weitere Schicksalswendungen im Leben des Jungen, verbunden mit total interessanten philosophischen Fragen, die ich hier lieber nicht erörtern möchte. Habe nämlich beschlossen, keine Rezension zum Buch für den NEUEN STERN zu schreiben – weil ich das nicht könnte. Zu vielschichtig und komplex, dabei so toll und einfühlsam geschrieben. Bin hin & weg!
„Der Korridor des Borromeo Colmi“. Liest sich eher wie ein Essay, ein Bericht. Eine architektonische Studie. In der Ich-Form – Familie Ende ist ja nach Italien übergesiedelt. In Rom erforschen sie natürlich alles Sehenswerte aus der Antike etc. Dabei stoßen sie auf ein geheimnisvolles Gebäude, das die Geometrie auf den Kopf stellt. Ein surrealistisches Gedankenspiel mit Perspektiven (im Raum und im Denken).
„Das Haus an der Peripherie“ ist wie ein Leserbrief als Reaktion auf „Der Korridor…“ verfasst. Darin erzählt jemand dem Autor von einem ähnlich verrückten architektonischen Wunderwerk, aber mit richtiger Geschichte. Ein Grundstück ist irgendwie kleiner geworden als ein Haus, das darauf stand, verschwand. Ist im Krieg zerstört worden, was sicher kein Wunder ist. Aber das Haus hat keine „inneren Dimensionen“ – oder so ähnlich. Man betritt es auf der eine Seite und ist sofort auf der gegenüberliegenden draußen. Wie geht das? Der Erzähler weiß es nicht, obwohl er es herausbekommen wollte – illegal, denn das Haus gehört einer schrecklichen, schmutzigen Frau, die mit den Nazis was zu tun hat. Ist also auch noch gefährlich, das Ganze. Auch ohne echtes Ende.
„Zugegeben etwas klein“ – auch über räumliche Verzerrungen. Über ein kleines Auto, in das eine recht große Familie passt, samt Haus und Garage für das Auto…
„Die Katakomben von Misraim“ – ein Versuch in klassischer Dystopie aus dem „Team 1984“. Für meine Begriffe der schwächste Text von Ende in diesem Band, aber dennoch sehr lesenswert. Aber er kann wohl keine „echte Dystopie“, die so wenig Geheimnis in sich trägt, weil das Schlechte auf der Hand liegt.
In einer unterirdischen, abgeschirmten Welt leben die Menschen – hier die Schatten genannt. Sie sind unglücklich, ausgebeutet, unfrei. Nur einer tickt aus, er malt Fenster an die Höhlenwände. Warum? Weiß er selber nicht, weiß auch nicht, was das eigentlich sein soll, „Fenster“ und wohin sie weisen.
Er wird aber dafür vom System bestraft, bekommt kein Essen mehr zugewiesen, was aber nicht so schlimm ist, denn er kann es stehlen. Aber er fliegt auch aus seiner Wohnung muss nun durch die Gänge irren. Er bekommt Kontakt zum Widerstand – der sich dann nur als Teil des bösen Systems erweist. Ein paar Wendungen gibt es noch, die aber weder die Situation der Menschen, noch die Story besser machen.
„Aus den Aufzeichnungen des Traumweltreisenden Max Muto“ – der Titel ist ja schon die Story. Die ist aber durchaus komplex und wieder herrlich surrealistisch, wenn sie von der „uralten Kurtisane“ erzählt und den nicht durchschaubaren Abenteuern des Titelhelden. Der reist durch die Welt weil er eine Aufgabe erfüllen muss, zu der er aber erst eine andere erfüllt haben muss, um die Mittel dafür zu erhalten. Dadurch ergibt sich eine Kette sich bedingender Aufgaben, deren Beginn er inzwischen aus den Augen verloren hat. Er weiß gar nicht mehr, warum er das alles macht.
Auch hier bleibt das Ende offen. Max erkennt, dass er nie das Ende seiner Reise erreichen wird und er beschließt daher, sich nichts draus zu machen.
„Das Gefängnis der Freiheit“. Die Geschichte der Tausendundelften Nacht. Ein philosophisches Spiel der Gegensätze und Widersprüche. Ausschließlichkeit bedingen einander (okay, das überrascht uns Dialektiker jetzt nicht so sehr). Der Protagonist gerät in eine Art Gefangenschaft, aus der er sich nur befreien kann, in dem er aus 111 Türen eine wählen kann, die ihn in die Freiheit führt. Aber welche? Und was geschieht mit ihm, wenn er die falsche wählt? – Am Ende wählt er gar kein, selbst dann nicht, wenn er nur noch die Wahl aus 1 möglichen hat. Was für ein Gleichnis!
Ja, insgesamt war ich echt von den Stories fasziniert. Muss ich jetzt mehr Ende lesen?
10 / 10 Punkte
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A.E. van Vogt: „Weltraumexpedition der Spacebeagle“
Einen Klassiker endlich mal nachgeholt. Schon mal wegen der ALIEN-Referenz. Und ja, das 3. Abenteuer der Spacebeagle enthält den ALIEN-Vorläufer (Ixtl – kann im leeren Raum existieren, legt Eier im Brustkorb der Menschen ab, geht durch Wände – allerdings mittels Atom-Umstrukturierung, bluten muss es deshalb nicht – und will überleben, auf Teufel komm raus).
Aber auch die anderen Aliens sind nicht minder gefährlich und im Grunde bösartig; zumindest interpretieren die Menschen sie so. Das hat mich geärgert, denn die irdischen Raumfahrer dringen in fremde Welten ein und wundern sich, dass sie dort nicht willkommen geheißen werden. Aber statt sich diskret zurück zu ziehen, sinnen sie auf Rache, auf Töten, auf Besiegen der Fremden.
Interessant auch, dass nur Männer an Bord sind und dass sowas wie Demokratie geübt wird, um Entscheidungen zu treffen – es wird sich viel versammelt und die Beschreibungen darüber haben was von Parteitagsberichten.
Hierarchien gibt es aber auch und dadurch viele Konflikte zwischen den Besatzungsmitgliedern.
Irgendwie fühlte ich mich an Episoden aus Star Trek erinnert: Allein die Abfolge der geschilderten Ereignisse etc. aber auch direkt durch die Einführung eines Energieschirms, den die Spacebeagle zur Verfügung hat. Und einmal wird auch gebeamt – allerdings von Fremdwesen.
Insgesamt sehr interessant, auch das angedeutet zyklische Geschichtsbild, dann die Super-Wissenschaft Nexialismus, die mächtig an Dianetik erinnert (was sicher kein Zufall ist), auch wenn ich mitunter das Buch in die Ecke pfeffern wollte, weil mir das Geschilderte gegen den Strich ging. Aber nein, habe ich nicht gemacht, stattdessen weitere van-Vogt-Bücher geordert.
8 / 10 Punkte
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Robert Boehm: „Walhalla brennt“
Mit Illustrationen von Raxa Lux – im Grunde ist es fast eine Graphic Novel – eine Grafische Novelle allemal. Kurzer Text, üppig illustriert, über eine Gruppe junger Anti-Moralisten und Massenmörder aus Freude am Morden. Ich hoffe, sowas gibt es nicht. Aber es wird immer mal wieder darüber geschrieben. In einer Lesung von Robert Boehm am 2.10.25 im Dark Flower zu Leipzig, hat die Moderatorin den Bogen zu „Fight Club“ und „Clockwork Orange“ gezogen. Nach der Lektüre denke ich, es gehört ins Team „Clockwork Orange“.
Die jungen Leute, die in der bürgerlichen Gesellschaft und einer Karriere darin keinen Sinn sehen, dekadent gelangweilt sind vielleicht, wenden sich dem kunstvollen Morden, Rauben, Quälen von Menschen zu. Sie schlüpfen in quasi-mythologische Gestalten und erklären ihr Tun ansatzweise mit philosophischen Quellen, von Nietzsche, über Kierkegaard, bis Sartre.
Die Perversion des menschlichen Verstandes und vor allem seiner Psyche, die hier vielleicht eine größere Rolle spielen, als quasi-intellektuelle Erklärmuster, werden nicht weiter beleuchtet. Es wird betont, dass es ihnen Spaß und Lebenssinn verschafft, aber der Gedanke wird nicht vertieft.
Auch dass sie sich frei fühlen mit diesen Schandtaten – und damit eben an Clockwork Orange anknüpfen – wird nur angerissen.
Am Ende sehen wir einer Protagonistin, einer, die Mitglied in dieser Gruppe freischaffender Mörderinnen ist, beim Sterben und Resümieren zu. Eindrucksvoll, die Worte, aber auch die Bilder, die mir dann aber fast zu harmlos erscheinen. Die Monstren werden nicht überleben, das verrate ich mal an dieser Stelle, mehr aber nicht.
8 / 10 Punkte
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Dario Gamboni: „Odilio Redon. Das Faß Amontillado. Der Traum eines Traumes“
Künstlermonografie, eine ganz kleine. In der mich aber vor allem der Bezug Redons, und anderer Künstler seiner Epoche, zu Edgar Alan Poe dargestellt wird. Der Dichter und phantastischen Autor hatte enormen Einfluss auf die Künstler Europas nach seinem Tod. In Ansätzen war mir das bekannt, aber nicht in diesem Ausmaß. Von daher war das kleine Büchlein eine echte Schatztruhe für mich!
9 / 10 Punkte
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Angela & Karlheinz Steinmüller: „Andymon“
Morgen erscheint der Erzählungsband „Die Andymonaden“ (am 6.Oktober 2025) – DAS ist also ein guter Grund, vorab den Roman zu lesen, auf den sich die Erzählungen beziehen werden. Außerdem wollte ich DEN Roman der DDR-SF noch einmal lesen. Ich weiß noch, wie enorm mich dieses Werk damals beeindruckt hat.
Nun, so ein überwältigender Eindruck, den man in der Jugend erworben hat, kann natürlich auch mächtig enttäuscht werden. Und? Hat er das?
Absolut: Nein! Ich bin wieder vollkommen gefangen in der Welt Andymon. Ich habe gestaunt, wie viel ich davon noch im Gedächtnis hatte. Das ist ein guter Beweis für die Wirksamkeit des Romans. Das bleibt haften, hat quasi archetypische Dimensionen.
Ein paar Sachen haben mir jetzt sogar noch in Erstaunen gesetzt, weil ich sie eventuell damals, in der DDR-Zeit, nicht verstanden hatte. So z.B. die Sache mit Resth, einem – sozusagen – Populisten und Möchtegern-Diktator. Damals sicher vor konkretem historischem Hintergrund so ausformuliert, aber heute noch genauso aktuell – leider. Ein Typ, der im Namen einer großen Sache seinen Weg verfolgt, dabei die Leute manipuliert, andere Interessen negiert und verbieten will, bedroht und erpresst, sogar bespitzelt (da weiß ich gar nicht mehr, ob ich das damals beim Lesen richtig werten konnte). Hier siegt aber die demokratische Gemeinschaft über ihn und vor allem auch über das System, das er etablieren will. Aber was der Ich-Erzähler, der unter ihm leiden muss, erlebt, hat einfach auch dolle gefesselt, obwohl es nicht so überkomplex geschildert wurde.
Oder die Sache mit der vierten Gruppe, die ich auf einem Mond des Planeten zurückgezogen hatte, um sich zu einem Superwesen zusammen zu schließen. Auch so ein Detail, dass ich nicht mehr so gegenwärtig hatte und mich jetzt ziemlich beeindruckte. – Das sind sicher alles Geschichten, die man mittleerweile x-mal in der SF wiederfindet. Eben „archetypisch“. Aber hier, in dieser als „Weltraum-Utopie“ extra untertitelte utopischen Geschichte einer, bzw. mehrerer Gruppen von Menschen, die in einem Aussaat-Schiff geboren wurden und die Aufgabe haben, einen unwirtlichen Planeten, Andymon, zu urbar zu machen, zu besiedeln, also zu terraformen, weht mir dieser Wind humanen Fortschritts, einer großartigen Zukunft entgegen, die ich – damals, heute auch noch? – in der SF gesucht und gefunden hatte. Ohne übertriebenen Zweckoptimismus, ohne übertriebenen Pathos (na ja, manchmal, ein bisschen, wohltuend), mit Konflikten, aber keine unlösbaren (vielleicht hier zu optimistisch), im Konfliktfeld zwischen Einzel- und dem Gesamtinteresse der menschlichen Gruppe (Zivilisation).
Ich bin wieder schlicht begeistert und nun sehr gespannt auf die neuen Interpretationen, auf die Erzählungen der „Andymonaden“.
11 / 10 Punkte
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A. E. van Vogt: „Der Krieg gegen die Rull“
Meine Exkursion der alten Welten des E. A. van Vogt sollte eigentlich mit „Das Atom-Imperium“ weitergehen. Aber ich habe es erst einmal wieder weggelegt; kam gar nicht rein. Ein dicker Klopper (sind ja auch 2 Bücher in einem) mit einem Fantasy-Setting (ich mag 08/15- oder auch High Fantasy nicht so richtig), das aufgrund einer zyklischen Weltgeschichtsentwicklung die Menschheit in einem quasi-mittelalterlichen Zustand mit Zugriff auf die Atomkraft (klingt ja eigentlich nicht uninteressant) darstellt, aber mich gleich so kleinteilig als Leser dort hineinwirft, ohne mir Zeit zu geben, mit dieser Welt warm zu werden. Keine Ahnung, worauf diese Geschichte hinausläuft; das herauszubekommen, verschiebe ich – bestenfalls.
Daher diesen handlichen, knackigen, kurzweiligen SF-Kriegsroman.
Auch hier plagten mich wieder „Bauchschmerzen“ beim Lesen. Also, wenn ich das mal so aus der Ost-Brille sehen darf: Jetzt weiß ich, was die Ideologen damals meinten, wenn sie sagten, die „West-SF“ sei militaristisch, kriegsverherrlichend. Na ja, mir ist das hier wieder aufgefallen, dass das Menschenbild (bzw. die Vorstellung, wie sich zivilisierte und intelligente Wesen verhalten) schon ziemlich extrem ist.
Die Menschheit erobert das Weltall und begegnet dabei einer mörderischen Zivilisation, die aus einer anderen Galaxie stammt, den Rull. Das sind Wurmartige, die aber jede beliebige Gestalt annehmen können und daher als Spione und Agenten auch auf der Erde unerkannt unterwegs sind. Ein Teil des Romans dreht sich u.a. darum.
Die Rull haben nur ein Ziel: Jegliche andere Zivilisation im Universum auszurotten, eben auch die Menschheit. Und die Menschen? Die „müssen“ sich ja verteidigen. Aber auch das passiert äußerst aggressiv. Andere vernunftbegabte Wesen auf fremden Planeten, die den Menschen nützlich sein können, werden auch gern ausgerottet. Das (massenhafte) Töten vor allem vernunftbegabter Wesen wird als sehr „normal“ und akzeptabel, unumgänglich beschrieben.
Im Zentrum dieser Geschichte steht aber ein Mensch, der Kontakt zu einem Fremdweltler aufnimmt, einem Ezwal, einem saurierähnlichen, sechsbeinigen Riesen, von denen die Menschen meinen, es seien „nur Tiere“. Sind sie aber nicht, sondern hochintelligent und telepathisch begabt. Aus einem mörderischen Zweikampf wird – na ja, keine Freundschaft, aber ein Zweckbündnis, das auch immer mal wieder verletzt wird, je nachdem wie es in den taktischen Plan passt. Die Ezwale lassen sich, so der Protagonist, für den Kampf gegen die Rull gewinnen, wenn man ihnen beibringt, dass die Rull auch sie, die Ezwal, am Ende nur töten wollen.
An einer Stelle ist der Protagonist dann auch bereit, seinen eigenen Sohn für den Kampf gegen Rull (die auf der Erde unterwegs sind) zu opfern. Wow! Und das in einem amerikanischen Roman! Wo die Familie doch so oft als das Allerheiligste beschworen wird. Fand ich – und nicht nur das – sehr befremdlich.
Am Ende geht der Plan zu dieser Allianz auf und unser Held kann sogar eine Art Oberheerführer der Rull mit Hilfe seines telepathischen Ezwal-„Freundes“ zur Strecke bringen. Na bitte, geht doch – oder?
Ja, spannend, kurzweilig, aber halt „kontrovers“ in meinen Augen.
7 / 10 Punkte
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„Andymonaden“ Anthologie, hg. Von Michael Wehren
Da ist sie! Eine Fortsetzung des SF-Kult-Romans aus der DDR, von den Steinmüllers? Ja, so etwas ähnliches. Als ich davon las, war ich sofort fasziniert von diesem Gedanken. Da schreiben also „junge“ Autorinnen und Autoren Stories, die in der „Welt von Andymon“ spielen. Oder die gar eine Hommage an den Roman sind? Oder eine direkte Fortsetzung? Genau wusste ich das ja erstmal nicht.
Also, es sind Stories, die sich direkt auf ANDYMON beziehen, wobei sie zum Teil auf dem Schiff angesiedelt sind mit dem die Schiffgeborenen zu ihrer neu zu besiedelnden Welt, also Andymon, gebracht werden sollen; zum Teil spielen sie durchaus schon auf Andymon, und oft sind es die gleichen, aber auch andere Protagonisten wie in dem Roman. Andere Stories erzählen von dem, was wir auf der Erde durch den Abflug des Raumschiffs quasi verpasst haben. Die Aufzeichnungen, aus denen ja die neuen Menschen auch lernen, brechen ja mit dem Jahr 1999 ab. Was geschah danach? Auch ist unklar, warum es überhaupt zu diesem Unternehmen kam. Auch da bieten ein paar Texte Anhaltspunkte, Überlegungen.
Einige weisen gar in die ferne Zukunft, also in die Perspektiven, die durch die Besiedlung Andymon aufgetan werden - könnten. Eine faszinierende Sammlung, die natürlich modern, dem manchmal geliebten, manchmal verhassten „Zeitgeist“ unterliegt. Klar, wie Andymon ja auch. Der Roman ist mit „Weltraum-Utopie“ untertitelt und zeigt, welche Alternative zum bekannten gesellschaftlichen Leben auf der Erde damals denkbar war. Heute sind die Akzente andere. Es geht viel (für mich fast etwas zu viel) um Geschlechterrollen und -Identitäten. Sind unsere Gesellschaftskonflikte denn wirklich darauf zu reduzieren? Und wäre die Lösung eben die vorbehaltlose Anmerkung aller Geschlechtsidentitäten? Nein, will hier kein Fass aufmachen. Das ist auch auf jeden Fall ein wichtiges Thema, aber nicht das einzige, das uns als Gesellschaft beschäftigen soll. Wobei natürlich auch das Klima-Thema angesprochen wird – schon bei Andymon, denn das Terraforming des Planeten ist ja im Grunde ein Kampf gegen widrige Klima- und Lebensbedingungen.
Hier keine weiteren Ausführungen, die sind unserem „Rundbrief“ NEUER STERN vorbehalten.
9 / 10 Punkte
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Alan Moore: „Das Große Wenn“
Long London 1, Carcosa 2025
Nachdem ich „Jerusalem“ immer noch nicht begonnen habe, auch nicht „Mutter London“ von Moorcock, nun also diesen Kurz-Tripp in die okkult-phantastische Städteromantik für London-Fans (Jerusalem ist nicht London, ich weiß, aber fast… spielt in Northampton). Wobei der „kleine“ Roman sich ja noch ausweiten wird – wenn man will und es durchhält. Aber die Chancen stehen gut, sogar für mich, der ich kein Buchserienfan bin.
Über das Buch wird sicher viel zu lesen sein, im Netz, in der Phantastik-Fan-Presse. Der Inhalt ist durchaus schnell zusammengefasst; sogar – für meine Begriffe – nicht mal so ausschlaggebend. Es geht um einen jungen Mann, der in einem „verrückten Antiquariat“ arbeitet. Also, die Antiquarin ist etwas verrückt. Aber die handelnden Figuren sind alle nicht so „normal“ – kein Wunder, spielt das Ganze doch im zerbombten Teil Londons nach dem 2. Weltkrieg. Der sitzt allen noch mächtig in den Gliedern und die allg. gesell- Stimmung im Lande ist nicht die beste. Aufbruch? Ja, vielleicht, aber auch viel Zerstörung – vor allem in den Köpfen. Daher hohe Kriminalität.
Und in der Zeit entdeckt – durchaus unfreiwillig und dann auch nicht mal zu seinem Nutzen – der junge Protagonist das „andere London“, das quasi unter dem bekannten London liegt. Also die Unterwelt? Ja, aber halt mehr als das, obwohl auch gerade dort die Kriminellen gern aus und ein gehen und auch krampfhaft danach suchen. Unser Held hat die “Eintrittskarte“ dazu in der Tasche, will die aber schnell loswerden. Und er will endlich erwachsen werden, will Sex mit seiner Angebeteten, will leben. All das ist nicht so einfach – und Inhalt des Buches.
Das Buch lebt vor allem durch seine Sprache – die dann in den Kapiteln, die im anderen Untergrundlondon spielen komplett ausufert und Kapriolen schlägt – reiner verrückter Surrealismus in Sprache.
Ja, kann man machen. Liest sich auch echt großartig – ich weiß nur nicht, ob auch auf Dauer. Irgendwann nutzt sich das – für mich – ab. Ging mir schon so bei Miévilles Surrealismus-Hommage, die in Paris spielt. Ich fand sogar, dass die spannende Thrillerhandlung vor lauter Sprachspielerei und Reflexion untergeht. Ansonsten kann ich das Buch aber empfehlen, falls mich jemand fragt. Ist kurzweilig, voller interessante, sympathisch-verrückter Charaktere und historischem Flair, der authentisch wirkt.
8 / 10 Punkte




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Leipzig unter den Schatten

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le... 26 Oktober 2025 · 1.145 Aufrufe

Constantin Dupien stellt seinen ersten großen Roman vor.
Literaturhaus Leipzig am 23. Oktober 2025, eingeladen vom Freundeskreis SF Leipzig e.V.

 

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Moderiert wurde die Veranstaltung von Lisanne Surborg (die übrigens einen Monat später dort ebenfalls lesen wird, moderiert von – na, von wem??? – ja, von Constantin Dupien; also konnten die beiden sich diesmal schon einspielen).
Constantin Dupien ist derzeit quasi überall. Keine phantastische Lesebühne, die ohne ihn auskommt. Er rührt mächtig die Werbetrommel für seinen ersten großen Roman, an dem er so ca. 10 Jahre gesessen hat (natürlich nicht ununterbrochen). Der Roman selbst erscheint offiziell am 29. Oktober, also fand die Veranstaltung vorher statt. Dafür hatte er extra angefertigte Sonderexemplare des Romans dabei, aber auch schon erste „regulär“ gedruckte.
Der Leipziger hat in dem Roman:

 

„Die Welt im Schatten so grau“

 

seine geliebte Heimatstadt Leipzig in Schutt und Asche gelegt. Außerirdische, genannt die Schatten, haben die Erde erobert. Den Menschen geht es dabei nicht so gut. Na, das kennt man ja. „Erfrischend“, dass es diesmal nicht Amerika „erwischt“ hat. Wie es auf der ganzen Erde aussieht, hat der Autor gar nicht verraten und der Roman konzentriert sich auch auf das vom Umfeld isolierte Leipzig. Der Showdown wird dann an einem Wahrzeichen der Messestadt stattfinden – nur, falls sich jemand über das schattenhaft eingearbeitet Völkerschlachtdenkmal auf dem Cover wundert. Das ist wohl nicht ohne Grund drauf (nur muss man schon ziemlich genau hinsehen).
Dem Autor geht es seiner Auskunft nach immer um die Abgründe im Menschen. Daher schreibt er vornehmlich Horror. Diesmal greift er aber etwas in die Zukunft und lässt zum allgemeinen menschlichen Horror seine Protagonisten auch noch dystopische Zustände durchleben. Dazu die Aliens. Für den Autor ist dieser Genre-Mix neu. Nun, sicher hat er damit das Genre nicht neu erfunden, aber der Roman verspricht viel Spannung, halt eben auch menschliche Abgründe und hoffentlich interessante, mitfieberwürdige Protagonisten.
Im Gespräch mit der Moderatorin und mit dem Publikum plauderte der Autor über die Ursprungsidee zum Roman, die ich hier nicht verraten möchte, obwohl es mir unter den Nägeln brennt, es zu tun. Aber die ist schon – wie ich finde – ziemlich speziell. Ich könnte mir aber vorstellen, dass er sie auf seinen anderen, derzeit vielfältig angekündigten Lesungen und Auftritten selbst zum Besten gibt. Ebenso die Geschichte, die es mit einem vermeintlichen (?) Fußfetischismus auf sich hat. Die Story sollte gar nicht erzählt werden, wurde sie aber und Constantin meinte, die könnte eigentlich immer erzählt werden. Amüsant genug ist sie. Überhaupt lohnt sich eine Lesung des Autors, denn das versteht er inzwischen ganz großartig: Die Leute zu unterhalten und eine sehr kurzweilige Veranstaltung zu gestalten.

 

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Hofmanns Leseliste Sommer bis Herbst 2025

Geschrieben von T.H. , in Leseliste 2012 03 Oktober 2025 · 933 Aufrufe
Gunnar Decker, Primo Levi und 2 weitere...

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Da ich etwas säumig in Sachen Leselistenführung bin, teile ich jetzt mal meine letzten Einträge seit dem Sommer. Für alle, die tatsächlich meine Notizen lesen, soll es ja nicht zu viel werden, zu viel Text auf einen Haufen hält ja keiner aus...
Hier also ab Sommer, bis ca. Herbstanfang. Der Rest (bis heute - 3.Oktober) etwas später.

 

Der Blickfang oben ist eine Skizze, die ich vor über 10 Jahren - eher noch früher - gezeichnet hatte und die ich jetzt, aus keinem vernünftigen Grund, quasi zu Ende gezeichnet habe. Einfach so. Mit dem INhalt der hier vorgestellten Bücher hat dieses Vampirwesen nichts zu tun.

 

Gunnar Decker: „Houellebecq. Das Ungeheuer“
Gunnar Decker ist sicher DER Biografien-Autor – na ja, so viele kenne ich nicht (also, weder „Biografien-Autoren, noch Biografien von Decker), ist mir halt nur aufgefallen, dass er sehr viele geschrieben hat. Wobei er sicher „seine“ Persönlichkeiten abhandelt, die ihm liegen und ihm was zu sagen haben. Kennengelernt hatte ich ihn durch seine Franz-Fühmann-Biografie, die mich absolut fasziniert hatte. Fasziniert hatte mich Fühmann, natürlich, aber eben auch die Art & Weise, wie Decker schreibt. Seine bildgewaltige, mitunter zu Aphorismen neigende Sprache, die aber – so mein Eindruck – dennoch genau ins Schwarze, in Herz trifft, hat mich in ihren Bann gezogen, sogar über viele Seiten hinweg. Kann ja ermüden, so ein gewählter Schreibstil. Mich nicht, kann nicht genug davon kriegen und schaue deshalb, was er sonst noch so schrieb. Neben dem Fledermausbuch hat es mir nun also seine Monografie zu Houellebecq angetan.
Von Houellebecq selbst habe ich so viel noch gar nicht gelesen, weiß aber nach der Lektüre dieses Buches, dass ich da was nachholen werden; 2 Titel sind es erst einmal die demnächst fällig sind.
Mich hat natürlich der durchaus reißerische Untertitel, „Das Ungeheuer“, angesprochen. Und auch wenn Decker absolut eine, viele Lanzen für Houellebecq bricht, so lässt er es nicht aus, auf die Ambivalenz der Resonanz, die Houellebecq bei seinem Publikum und in der Öffentlichkeit hat, hinzuweisen. Aber Decker tut alles, um seinen Lieblingsautor (Houellebecq ist offensichtlich einer seiner Lieblingsautoren, aber bei weitem nicht der einzige) zu unterstützen, vor übler Nachrede zu bewahren und zu reinigen, Interesse für seine mitunter harsche Gesellschaftskritik zu wecken, die eben nicht reaktionär ist, wie oft unterstellt.
Wie auch immer, ich habe selten eine so anregende, Interesse weckende Bio gelesen, über einen Schriftsteller, die selbst großartig geschrieben ist und in der ich am liebsten jeden dritten Satz unterstrichen und mir auf ewig würde.
10 / 10 Punkte

 

Brian Aldiss: „Dr. Moreau’s neue Insel“
Roman von 1979/80, dt. 1981. Ist ja eine Hommage an den Wells-Klassiker, der hier direkt verarbeitet wurde, ähnlich wie in Aldiss‘ Frankenstein-Adaption, aber auch ein Zeitzeugnis seiner Zeit des Kalten Krieges. Habe das Buch im Rahmen der NEUER-STERN-Challenge zum 100. Geburtstag des Autors gelesen. Nach seinem Frankenstein also nun sein Dr. Moreau.
Ach ja, den gab es also wirklich, auch seine Insel und die Tiermischwesen. 1996, als der 3. Weltkrieg gerade ausbricht, hat diese Insel ein gewisser Mortimer Dart in Beschlag genommen. Dorthin verschlägt es einen (Raum-) Schiffbrüchigen, wie weiland bei Wells.
Am Ende geht es auch um die Frage, dürften wir Menschen – hier mittels Gen-Technologie, also schon etwas realistischer gedacht als von Wells – „Gott spielen“ und selbst intelligentes Leben erzeugen, schaffen? Dart handelt nicht im Eigensinn, sondern im Auftrag einer kriegführenden Macht und das Ziel ist die Schaffung von Menschen, die effizienter und sparsamer existieren könne und vor allem in einer atomar versuchten Nachkriegswelt. Ja, schöne Aussichten…
5 / 10 Punkte (Es gibt wegen es angeschnittenen Thema ziemliche Abzüge, die mir die Lektüre verhagelt haben; wer mehr erfahren will, den verweise ich auf das Aldiss-Spezial des Neuen Sterns, der noch 2025 erscheinen wird.)

 

Primo Levi: „Ist das ein Mensch?“
Das Buch musste ich nun endlich nachholen, nachdem ich seine phantastischen Stories gelesen habe (zum wiederholten Male). Was der Autor da erzählt, hat er selbst erlebt und ist erschütternd. Was er durchmachen musste, kann ich aber auch nach der Lektüre wahrscheinlich nur ansatzweise nachvollziehen. Ich kann hier auch nicht „normal“ darüber berichten; die Kurz-Rezi muss ich also schuldig bleiben, sorry. Für mich war diese Lektüre sehr wichtig und ich bin dem Autor sozusagen dankbar, dass er ohne abgrundtiefe Verbitterung berichten konnte, obwohl er alles Recht der Welt hätte, viel konsequenter verbittert und hasserfüllt zu sein.
Keine Wertung

 

Gustav Meyrink: „Fledermäuse“
Ullstein 1992
… und ein paar Texte aus „Tschitrakarna, das vornehme Kamel“ (Reclam, Leipzig 1978)
Im April 2022 meinte ich noch: Lies mehr Meyrink! – nach einem tollen Vortragsabend im Buddehaus. Und ich habe das ernst gemeint, auch für mich.
https://scifinet.org...s-mehr-meyrink/
Nur, wie so oft, braucht es bei mir etwas länger. Und so viel „mehr Meyrink“ wurde es auch nicht denn ich habe ihn mir als Reisebegleitung rausgesucht. Erfahrungsgemäß lese ich aber auf unseren Urlaubsfahrten gar nicht so viel. Auch wenn wir mit dem Zug durch Südpolen fuhren und ich eigentlich recht viel Zeit hatte, kam ich nicht viel zum lesen.
Aber Meyrink, soviel habe ich mal wieder mitbekommen, lohnt auf jeden Fall! Wobei mir die komischen, satirischen Sachen, vornehmlich aus des Deutschen Spießers Wunderhorn, gar nicht so dolle gefallen, die mystischen, okkulten Sachen dann doch mehr. Von den Erzählungen habe ich ein paar sogar gleich mehrmals gelesen; ich fand die großartig! Schauen wir doch mal rein:
„Der Herr Kommerzienrat Kuno Hinrichsen…“ ist so ein reicher, bürgerlicher Fan indischer Religion und Philosophie. Seine Versuche, ohne Fehl zu leben, gestalten sich schwierig, denn wenn man bestimmte Regeln wörtlich nimmt, ist das Essen von Gras schon Diebstahl, da man es den Kühen wegessen würde, die ihrerseits die Milch für die Kinder produzieren.
Ansonsten ist das Tun des Bonzen alles andere als ohne Fehl und Tadel. So entwickelt seine Fabrik z.B. eine Maschine, mit der man aus 10.000 Pinguinen Fett gewinnen kann. Der Sohn schießt derweil in Afrika Dickhäuter en masse ab, so zum Spaß.
Ja, irgendwie hat diese Satire ziemlich viel Aktuelles, oder?
Am Ende droht ihm der große Börsenkrach. Auf einmal ist er gar nicht mehr so gleichgültig gegenüber irdischen Besitztümern und leidet unter Verlustängsten. Doch er hat den Dreh raus und macht, dass sein Konkurrent den Verlust erleidet. Sein philosophisches Weltbild dreht er sich natürlich so, wie es ihm passt.
„Meine Qualen und Wonnen im Jenseits“. Der Ich-Erzähler begeht Selbstmord und kommt in den Himmel. Das ermöglicht ihm, zu beobachten und zu kommentieren, was seine auch schon toten Zeitgenossen dort so anstellen und wie sie sich verhalten. Viele Seitenhiebe sind sicher tagesaktuell interessant für Meyrinks Zeit.
„Die vier Mondbrüder“ ist ein kleiner esoterischer Geheimbund von vier Parawissenschaftlern. Die leben und handeln und denken nach dem Grundsatz: Sonne = gut, weil Symbol des Lebens und der Natur und Mond = böse, weil stellvertretend für seelenlose Maschinen- und Technikwelt und Umweltvernichtung.
Ist in der Vorkriegszeit 1914 angesiedelt und zeigt deutliche Anti-Kriegs-Haltung des Autors, der sich vor allem gegen die inhumane Kriegsertüchtigung und -Begeisterung seiner Zeit artikuliert.
Erzählt wird aus Sicht eines Dieners eines der vier Herren. Aber am Ende stellt sich heraus, dass der Erzähler wohl selbst einer der Männer ist, der aber dem Wahnsinn anheimfiel. Eine kurze, aber vielschichtige Erzählung – wie so viele von dem Autor.
„Der Kardinal Napellus“. Auch über geheimen okkulten Orden, deren Mönchsbrüder eine Art Symbiose zusammen mit einer giftigen Blume leben. Die Pflanze ist Symbol für die Seele. Der Erzähler spürt den Geheimnissen des Ordens und des Lebens allgemein nach – hat in seiner Ausgabe fiel von modernen Skeptikern. Sehr vielschichtig.
„J.H. Obereits Besuch bei den Zeit-egeln“. Mittels indische Yoga- / Fakir-Lehre kann man sich vom Irdischen lösen und damit dem Tode entrinnen – oder so ähnlich. Erst wenn man sich durch Enthaltsamkeit vom Leben befreit – lebt man ewig… (?)
„Lämmergeier“ ist so eine Karikatur auf einen bürgerlichen Esoteriker in Form einer Tier-Fantasy. Der angesehene Bürger einer kleinen Stadt – der Lämmergeier – entpuppt sich am Ende als das, was er „von Natur (?) – ist – ein massenmordender Raubvogel.
„Das Grillenspiel“ ist die Rache aus dem Fernen Osten an das koloniale „Mutterland“. Jemand, der die Geheimnisse der fernöstlichen Philosophie und Spiritualität persönlich erfahren möchte und echte Kontakte sucht, begegnet einem Guru, der ihn aber instrumentalisiert und dafür sorgt, dass das Verderben in Form kriegerischer Insekten nach Europa gelangt.
Der Hammer ist aber die erste Erzählung im Band, auch die längste mit 50 Seiten: „Meister Leonard“. Die habe ich gleich dreimal gelesen. Hier geht es um die Erinnerungen eines Erben aus adliger Familie. Die Familie ist aber ziemlich verkommen, insbesondere die Mutter, die eine irrational agierende, herrschsüchtige Furie ist. Dass der Sohn zusammen mit seiner Geliebten, die sich als seine Schwester entpuppt, sie umbringt, wundert nicht. Die Mordtat belastet natürlich das Karma – ist aber Teil der „Familientradition“, in der die Frauen keine rühmliche Rolle spielen.
Der Vater, ein okkulter Kreuzritter, der aber auch über Leichen gehen kann, ist ein zahnloser Tiger mit viel esoterischem Wissen, das sich sein Sohn aneignen wird – aber wozu?
Ein Text, in dem ich mir viel angestrichen habe, um ihn mir einzuverleiben. Einfach wunderbar in seiner Widersprüchlichkeit und Komplexität, dabei hat die Story auch etwas Kolportagehaftes und ist spannend.
Ergänzt wird der Band durch essayistische Texte, Vorworte zu Lieblingsautoren von M. auf dem okkulten Sektor und autobiografische Texte. Eine tolle Sammlung.
10 / 10 Punkte

 

Yvan Goll: „Die Eurokokke“
Was für ein Buch! Kurz und lyrisch-episch knackig. Hatte meine Mühe reinzufinden, aber – den Weg gefunden, mich drauf einzulassen – mit so viel Genuss gelesen. Allerdings muss man eine Ader für gepflegten Nihilismus haben; davon gibt’s hier echt viel und massiv und geballt.
Einen Plot könnte man – vor allem zu Beginn – durchaus vermissen. Das machte es mir auch schwierig. Aber dann gibt es einen, da wird der Ich-Erzähler nämlich vermeintlich einer schweren Straftat beschuldigt und polizeilich gesucht. Er weiß von nichts, geht aber lieber in Deckung. Am Ende… ja, ich verrate da sicher nicht zu viel, denn der Plot ist wirklich nicht so wichtig, am Ende ist alles ein Missverständnis. Das hat was Kafkaeskes, und das passt ja zu dem allgemeinen Lebensgefühl der Generation, die nach dem 1. Weltkrieg in Paris lebte. Der Autor lebte immer irgendwie zwischen den Welten, heimatlos im Grunde.
Das ist in Prosa gegossene Lyrik und ein Fest für Menschen, die sich eher zu den „Schluchten und … Dunkelheiten des Lebens“ hingezogen fühlen (S. 44)
Satte 10 / 10 Punkte und Anwärter dafür, auf noch einmal gelesen zu werden!!

 

G.S. Viereck & P. Eldridge: „Meine ersten 2000 Jahre. Autobiographie des Ewigen Juden“
Übersetzer: Gustav Meyrink, 1928
Wow, was für ein Klopper – 650 Seiten – 2000 Jahre Handlung / Plot, die ganze Weltgeschichte in einem Ritt. Der eine der beiden Autoren dürfte etwas umstritten sein: Viereck war Deutsch-Amerikaner mit Hang zum Deutsch-Nationalisten und prodeutschen Propagandisten. Aber auch ein bekannter Dichter seiner Zeit, befreundet und bekannt mit Tesla und Siegmund Freud.
Aber kein Antisemit! Das wird auch in dem Buch so gespiegelt. Die Aussage ist anti-christlich, ziemlich sexuell und mehr oder weniger versteckt homosexuell; „uranisch“ hieß das damals. Der Ewige Jude, der einst Jesus verlacht und vertrieben hat, ist verflucht, so lange auf Erden ruhelos zu wandeln, bis Jesus zurück kommt und Gericht hält. Ist das nun ein Fluch oder Segen? Den Mann, den das Schicksal ereilte, leidet vor allem unter Langeweile und unstillbares sexuelles Verlangen. Ganz allein ist er nicht, es gibt noch andre Unsterbliche, sein Begleiter aus Afrika und die verführerische und Feme fatale Salomé. Ansonsten begegnet er – und damit der Leser – allen möglichen historischen Persönlichkeiten. Die Geschichte wird durch seine Anwesenheit doch etwas anders interpretiert, als wir es in den Geschichtsbüchern lesen können.
Insgesamt bizarre Lektüreerfahrung, die ich ohne den Umstand, dass das Buch von Meyrink ins Deutsche übertragen wurde, nie gemacht hätte.
8 / 10 Punkte.




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Aus alten Bücherschränken, (kurz vor dem) 1. Oktober 2025

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern, Statistik 28 September 2025 · 2.139 Aufrufe
Aus Alten Bücherschränken und 1 weitere...

Letztes Jahr hatte ich den Termin für die Veröffentlichung der aktualisierten Liste fast, und davor mal ein Jahr gänzlich verpasst. Das soll mir in diesem Jahr nicht passieren! Daher also kurz vor dem 1. Oktober hier die Liste ...
Aus Alten Bücherschränken
... in dem Rundbrief für die Freunde des ASFC Halle - im NEUEN STERN - vor allem geführt von Bernd Wiese.
Inzwischen sind noch ein paar andere dabei, vor allem auch Lars Dangel.
Der Rundbrief wird im Oktober die Nummer 117 erreichen; bis dahin geht die Auflistung. Doch ich vermute einmal, das ist noch lange nicht das Ende!

 

Nachname - Vorname - Titel - Neuer Stern Ausgabe
A
Abdullah - Achmed - Furcht - 104
Abel-Musgrave - Curt - Fräulein Eulalia’s gräßliches Abenteuer - 9
Abel-Musgrave - Curt - Der Bacillenkrieg - 24
Adams - G.H. und White, Eduard - Der Radium-Vulkan - 68
Adlersfeld-Ballestrem - Eufemia - Die Dame im Gelb (Bernd und Lars Dangel) - 82
Andro (Therese Rie) - L. - Das Tier im Walde - 99.2
Anton - Ludwig - Brücken über dem Weltenraum - 9
Anton - Ludwig - Gift aus Amerika - 75
Anzelewsky - Erich - Die Nachtmahr - 43
Aragon - Jesus de - 40.000 Kilometer an Bord des Flugschiffs Phantom - 23
Aragon - Jesus de - Nachts über der Verbotenen Stadt, - 23
Askew - Alice & Claude - Aylmer Vance Ghost Seer - 90
Asselineau - Charles - Die Hölle des Bibliomanen - 59
Atlas - Martin - Titan - 98
B
Babits - Mihaly - Der Storchkalif - 57
Basil - Otto - Wenn das der Führer wüsste - 110
Beljajew - Alexander - Der Luftverkäufer, TES, 2021 - 80
Beljajew - Alexander - Professor Dowells Kopf, TES, 2018 - 59
Beowulf - - Der deutsch-englische Krieg. Vision eines Seefahrers von Beowulf - 75
Berg - Onno zum - Der Kaiser wieder in Deutschland - 13
Bernede - Arthur - Belphegor - The Phantom of the Louvre - 95
Bierce - Ambrose - Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen - 106
Bierce - Ambrose - Horrorgeschichten - 106
Bierkowski - Heinz - Die Welt ohne Schlaf - 88
Bilz - F.E. - In hundert Jahren - 6
Blackwood - Algernon - Der Zentaur - 79
Bloch - Robert N. - Jenseits der Träume, Suhrkamp Phant. Bibliothek 224, 1990 - 106
Blumenthal - Hermann - Gilgul - ein Roman aus dieser und jener Welt - 49
Blunt - Charles & Rudolph Falb - Der Weltuntergang - 14
Bonneau - Albert - Die Samurais unter der Purpursonne - 95
Braun - Curt Johannes - Das Land der Finsternis - 34
Braun - P. Hans-Fried - Die Expedition der Senta II - 57
Bruhl - Leo am - Treibhaus des Grauens - 103
Bruhl - Leo am - Die geheimnisvolle Mumie - 108
Brust - Alfred - Eisbrand - Die Kinder der Allmacht - 40
Bulwer-Lytton - Edward - Das Haus des schwarzen Magiers - 77
Bulwer-Lytton - Edward - Das kommende Geschlecht - 95
Burroughs - Edgar Rice - Die Prinzessin von Mars - 76
Burroughs - Edgar Rice - Die Götter des Mars - 76
Burroughs - Edgar Rice - Der Kriegsherr des Mars - 76
Burroughs - Edgar Rice - Thuvia, das Mädchen vom Mars - 76
Burroughs - Edgar Rice - Piraten auf der Venus - 76
Burroughs - Edgar Rice - Auf der Venus verschollen - 76
Burroughs - Edgar Rice - Krieg auf der Venus - 76
Burroughs - Edgar Rice - Odyssee auf der Venus - 76
Burroughs - Edgar Rice - Der Zauberer von der Venus - 76
Burroughs - Edgar Rice - Der sechste Kontinent - 76
Burroughs - Edgar Rice - Die Schachfiguren des Mars - 76
Burroughs - Edgar Rice - Der Krieger vom Mars - 76
Burroughs - Edgar Rice - Das Genie des Mars - 76
Burroughs - Edgar Rice - Rückkehr nach Pellucidar - 76
Burroughs - Edgar Rice - Tarzan am Mittelpunkt der Erde - 76
Burroughs - Edgar Rice - Tanar von Pellucidar - 76
Burroughs - Edgar Rice - Caprona - 76
Burroughs - Edgar Rice - Das Mondmädchen - 95
Burroughs - Edgar Rice - Die Mondmänner - 95
Burroughs - Edgar Rice - Der rote Falke - 95
C
Campbell - Gilbert, Sir - Die weiße Wölfin von Kostopschin (Rezi Lars Dangel) - 77
Capek - Karel - R.U.R. - 66
Capek - Karel - Fabeln und Kleingeschichten (Rezi v. David Staege) - 66
Casares - Adolfo Bioy - Morels Erfindung (Rezi von Thomas Hofmann) - 64
Collins - Gilbert - Das Tal der Träume - 13
Condor - - Im Kampf um Südamerika - 36
Conrad - Michael Georg - In purpurner Finsternis - 61
Corrinth - Curt - Mo Marova, ein Legendenbuch aus dem Jahre 2010 - 56
Cowles - Frederick - Der Schrecken von Abbot's Grange (Rezi Lars Dangel) - 77
Crowley - Aleister - Sämmtliche Erzählungen (Festa) - 88
D
Dangel (Hg.) - Lars - Abseits der Geographie - 98
Dangel (Hg.) - Lars - Hinter dem Quecksilber - 53
Dangel (Hg.) - Lars - Das sterbende Bild - 53
Dangel (Hg.) - Lars - Das Elixier des Lebens - 59
Dangel (Hg.) - Lars - Montezuma - 79
Dangel (Hg.) - Lars - Das Seegespenst. Anthologie von Lars Dangel - 102
Dangel (Hg.) - Lars - Kreuzspinne - 105
Daub - Hans - Im Luftschiff über den Ozean - 107
Daumen - R.H. - Gefahr aus dem Weltall - 7
de Camp - Lyon Sprague & Fletcher Pratt - Die beste aller Welte - 105
Defontenay - C. I. - Star (Psi cassiopeia) - 14
Delmont - Joseph - Erdbeben - 50
Desberry - L. H. - Der blaue Strahl - 12
Dickens - Charles - Der Schwarze Schleier - 64
Doberer - Kurt u. Max Seydewitz - Todesstrahlen - 16
Dolezel - Karl - Der Kurier der Hölle - 112
Doyle - Sir A.C. - Der Tauchbootkrieg - 3
Dressler - Hermann - Die Künste des Dr. Incubus (hg.v. Lars Dangel, rez. V. Ellen Norten) - 68
Dressler - Hermann - Mondvögel - 69
Dreyer - Harry - Kurier aus dem Weltall - 6
E
Eldridge - Paul und G.S. Viereck - Meine ersten 2000 Jahre. Autobiographie des ewigen Juden, Rezi: Hofmann - 117
Erhardt - Paul G. - Die letzte Macht - 99.1
Ernst - Paul - Sechs Geschichten; die sonderbare Stadt - 35
Ettlinger - Karl - Der erschossene Storch - 12
Exzelsior - - Michael der Grosse - 28
Eynatten - Carola von - Pereat Austria! : Geschichte einer Zukunftrevolution in Österreich-Ungarn - 73
F
Faber - Otto - Krieg dem Frieden - 24
Falb - Rudolph & Charles Blunt - Der Weltuntergang - 14
Fernau - Friedrich - Die leuchtende Kugel - 86
Fetz - August - Ein Blick in die Zukunft 2407 - 60
Fieux, Chevalier de Mouhy - Carles de - Lamekis, Ou Les Voyages Extraordinaires d'Un Égyptien Dans La Terre Intérieure - 92
Flammarion - Camille - Omega – Die letzten Tage der Erde - 101
Flesch - Hans - Baltasar Tipho - 116
Frank - Emil - Im Ringen um das Luftmeer: - 52
Freksa - Friedrich - Das Geheimnis des Inders Praschna - 99.1
Frey - A.M. - Das Haupt der Gorgo - 98
Frey - Alexander Moritz - Dunkle Gänge. Zwölf Geschichten aus Nacht und Schatten - 23
Frey - Hans - Aufbruch in den Abgrund (Rezi von Clemens Nissen) - 64
Frey - Hans - Fortschritt und Fiasko - 58
Fröschel - Georg - Der Korallenthron - 73
Fürth - Jacob - Phantasus : Moderne Märchen - 34
G
Gabelentz - Georg von der - Geschehen aus jener andern Welt - 60
Gail - Otto Willi - Der Herr der Wellen - 19
Gilman - Charlotte P. - The Herland trilogy (Rezi: Volker Adam) - 88
Götz - Wilhelm - Vor neuen Weltkatastrophen - 48
Grabiński - Stefan - Artikel: der polnische Edgar Allen Poe? Von Bernd - 114
Grassegger - W. - Der zweite Weltkrieg. Deutschland die Waffenschmiede - 52
Grey - Elisabeth Caroline - Der skelettierte Graf oder Die vampirische Mätresse (Rezi. V. Lars Dangel) - 109
Griffith - George - Flitterwochen im Weltall (Honeymoon in Space) - 68
H
Hach - Arno - Der Kopf des Maori - 35
Hagen - Richard - Der brennende Kontinent - 9
Haining - Peter - Anthologie: Die Damen des Bösen (Rezi v. Peter Schünemann) - 83
Hansen - Erik - Das Geheimnis des Stillen Ozeans - 113
Hansen - Erik - Das verborgene Land - 4
Hansen - Wilhelm - Die vierte Waffe - 13
Hanstein - Otfrid v. - Der Fluch des Goldes - 15
Hanstein - Otfrid v. - Das Licht im Osten - 9
Hanstein - Otfrid v. - Der blonde Gott - 30
Hantsch (Hg.) - Eric - Montezuma - 79
Hanussen - Erik Jan - Hitler, Hellseherei und ein vergessener Roman, Beitrag von Lars Dangel - 113
Harbou - Thea von - Frau im Mond - 52
Harrison Ainsworth - W. - Auriol oder Das Lebenselexier - 16
Haugen - Christian - Die Reise nach dem Ken - 9
Hauptmann - Hans - Wer bin ich? - 24
Haushofer - Max - Planetenfeuer - 40
Heinrichka - Max - 100 Jahre deutsche Zukunft - 47
Helling - Victor - Der gelbe Haifisch - 117
Helms - H. - Heinzens Flug zum Mond - 7
Herczeg - Ferenc - Sirius (Rezi v. Thomas Hofmann) - 108
Herrings - Josef - Die goldene Gefahr nach amerikan. Dokumenten, Briefen u. Depeschen - 52
Herzl - Theodor - Altneuland - 5
Heuer - Hans und Walther Keghel - Tiefsee - 6
Heymann - Robert - Wunder der Zukunft: Romane aus dem dritten Jahrtausend - 18
Hodgson - W.H. - Das Haus an der Grnze - 92
Hodgson - W.H. - Geisterpiraten (Rezi v. Peter Schünemann) - 92
Hoffmann - Arno - Silvester 2999 - 12
Hoffmann von Vestenhof - A. - Der Mann mit den drei Augen - 20
Holk - Freder van - Kim Roy - Der Herr der Zukunft (Rezi v. Ekkehardt Brux) - 57
Horst - Walter - Der versunkene Erdteil - 37
Howler - Big - Der Doppelkopf des Dr. Sorel - 60
J
Jefremow - Iwan - Das Observatorium von Nur-i-Descht und Atoll Fakaofu - 20
John - Nell - Roman einer Verjüngten von Benno Vigny - 18
K
Kaibel - Franz - Professor GOTT. Eine Art Kriminalgeschichte - 89
Keghel - Walther und Hans Heuer - Tiefsee - 6
Kindermann - Eberhard Christian - Reise in Gedancken durch die eroeffneten allgemeinen Himmels-Kugeln - 11
Klein-Arendt - Reinhard - Angst im Empire. Anthologie, Rezi Wiese & Schünemann - 117
Kloepfler - Walter - Luzifers Ende - 15
Kossak-Raytenau - Karl L. - Lermontow vernichtet die Welt - 48
Kotze - Stefan von - Das Gift des Vergessens. Roman aus der Südsee - 52
Kraft - Robert - Die Nihilit Expedition - 23
Kraft - Robert - Aus dem Reich der Phantasie - 43
Kraft - Robert - Die neue Erde - 43
Kraft - Robert - Im Panzerautomobil um die Erde - 58
Kraft - Robert - Im Aeroplan um die Erde - 99.1
Kroner - Friedrich - Der Kreisel - 108
L
Laffert - Karl-August von - Gefährliche Wissenschaft - 22
Lahrssen - Hermann - Unter der roten Fahne, Blätter aus dem Tagebuch eines Volksschullehrers - 17
Le Rouge - Gustave - Der geheimnisvolle Dr. Cornelius - 90
Levett - Oswald - Verirrt in den Zeiten - 22
M
Machen - Arthur - Ein Fragment des Lebens - 98
Machen - Arthur - Der Schrecken - 98
Machen - Arthur - Der große Pan - 28
Madsack - Paul - Tamotua - Die Stadt der Zukunft - 23
Madsack - Paul - Die metaphysische Wachsfigur oder Auf Geisterfang mit Sir Arthur Conan Doyle - 35
Malloch - G.R. - Schrecken der Luft - 104
Marschall - Hanns - Der Mann, den die Welt nicht sah! - 91
Martin - Rudolf - Der Weltkrieg in den Lüften - 16
Masereel - Frans und Romain Rolland - Die Revolte der Maschinen - 57
Matthiessen - Wilhelm - Das Totenbuch - 90
Maurus - - Ave Caesar : Deutsche Luftschiffe im Kampfe um Marokko - 30
Mayer - Theodor Heinrich - Rapanui – Der Untergang einer Welt - 37
Mehring - Walter - Die Nacht des Tyrannen (Rezi. v. Thomas Hofmann) - 106
Melchers - Gustav Adolf - Die Vergangenheit unserer Zukunft? Der Verfall unserer Vormenschen - 17
Melchers - Gustav Adolf - Aus dem Jenseits: Aufzeichnungen eines Toten - 34
Mentha - Willy - Hanslis seltsame Abenteuer - 89
Merriman - Hohn - Die Marsmenschen kommen - 1
Merritt - Abraham - Das Gesicht im Abgrund (Rezi v. Peter Schünemann) - 16
Meyn - Nils - Die Reise zur Venus - 3
Michaelis - Sophus - Das Himmelsschiff - 28
Moore - C.L. - Shambleau - 116
Moy - Peter - Medusensteine - 37
Münch - Paul Georg - Hindenburgs Einmarsch in London - 46
Münch (Hrsg.) - Detlef - INITIO OVUM. Die Brutanstalt der eierlegenden Frauen (Rezi v. Lars Dangel) - 75
N
Nelson - Heinrich - Ahasvers - 15
Nesbit - Edith - Mannsgroß in Marmor (Rezi Lars Dangel) - 77
Niemann - August - Aetherio: eine Planetenfahrt - 8
Noordung - Hermann - Das Problem der Befahrung des Weltraums - 12
O
Ofner - Josef Friedrich - Der mehrfache Heldentod - 104
Opree - Arthur - Der Unirdische - 46
Opree - Arthur - Unter glühender Doppelsonne - 58
P
Panizza - Oscar - Visionen der Dämmerung - 101
Panizza - Oscar - Das Liebeskonzil - 101
Passer - Arnold von der - Mene tekel! - 27
Passon - Marga - Der rote Stern, ein Weltuntergangsroman - 11
Pastingl - Günther - Die vier denkwürdigen Jahre... - 2
Persius - Lothar - Der Zusammenbruch: die Seeschlacht zwischen Borkum und Helgoland - 57
Petry, Manfred / Robert N. Bloch (Hg.) - Anthologie Eine Schachtel tödlicher Zigarre - 117
Pincher - Chapman - Die Pille - 70
Pratt - Fletcher & Lyon Sprague de Camp - Die beste aller Welte - 105
Primer - Fred W. - Die Erde bebt – Roman aus den letzten Tagen von San Franzisko - 91
Puttkamer - Jesco von - Im Panzer-Automobil - 58
R
Reck-Malleczewen - Fritz - Des Tieres Fall - 73
Renker - Gustav - Ein Schiff steuert in die Urzeit - 20
Requark - Emil Marius - Vor Troja nichts Neues - 88
Reymond - Moritz von - An Bord des „Jules Verne” - 32
Richter - Eugen - Sozialdemokratische Zukunftsbilder - 27
Richter Frich - Oevre - Der rote Nebel - 36
Rohmer - Sax - The Day the World ended - 10
Rohmer - Sax - Das graue Gesicht - 22
Roland - Otto - Das unheimliche Gesicht - 37
Rolland - Romain und Frans Masereel - Die Revolte der Maschinen - 57
Rosegger - H.L. - Der Golfstrom - 5
Rottensteiner - Franz - Antho.: Viktorianische Gespenstergeschichten (Rezi. V. Peter Schünemann) - 83
S
Schede - Kurt - Schatten - 78
Scheerbart - Paul - Lesabéndio - 116
Scheerbart - Paul - Ein skurriler Phantast - 19
Scheff - Werner - Die wandernde Seele - 37
Scheff - Werner - Im Tal des Schweigens - 113
Schertel - Ernst - Die Katakomben von Ombos - 20
Schilit - Otto - Die Königin der Tigermenschen - 23
Schmidt - Robert R. - Der fremde Magier - 105
Schmidt-Kestner - Hans - Der fliegende Tod der Japaner - 24
Schnack - Friedrich - Die goldenen Äpfel - 70
Schoenaich - Paul v. - Die Peitsche des August Schmidt - 3
Schraut - Max - An den Feuern der Ewigkeit - 26
Schultzky - Otto - Im Saturnsystem - 69
Seidel - Willy - Das älteste Ding der Welt - 17
Selige - Kurt - Der neue Weltdiktator - 18
Selling - Arthur - Fremdling auf der Erde - 107
Selling - Arthur - Die Zeiträuber - 107
Selling - Arthur - Schrottwelt - 107
Serviss - Garrett P. - Die zweite Sintflut - 91
Severus - Severin - Ein Duell im Jahre 2000 - 19
Seydewitz - Max u. Kurt Doberer - Todesstrahlen - 16
Sixtus - Albert - Das Geheimnis des Riesenhügels - 17
Słonimski - Antoni - Der Zeittorpedo, Rezi von Peter Schünemann - 114
Słonimski - Antoni - Zweimal Weltuntergang, Rezi v. Peter Schünemann - 114
Sologub - Fedor - Totenzauber: eine Legende im Werden - 18
Soyka - Otto - Im Bann der Welle - 19
Spanner - E. F. - Der zerbrochene Dreizack - 11
Stein - Leonhard - Das Ballett des Todes - 60
Sternberg - A. v. - Das stille Haus - 56
Stockton - Frank R. - Zum Nordpol und Erdkern - 6
Strobl - Karl Hans - Eleagabal Kuperu - 2
Strobl - Karl Hans - Die Eier des Basilisken - 13
Strong - Pit - Das Raketen-Luftschiff - 112
Suttner - B.v. - Der Kaiser v. Europa - 15
Suttner - B.v. - Schach der Qual - 92
Svensen - Victor - Die Uhr läuft ab - 25
T
Taeschner - Titus - Atlantropa - 4
Taeschner - Titus - Eurofrika - 61
Teranus - V. E. - Der letzte Krieg - 25
Thauß - Arno - Der Mann, der das Gas bezwang - 64
Thorne - Guy - Als es dunkel war - 61
Tropp - Emmerich M. - Der Januskopf - 75
Tyss - P. - Gorgyra - 15
U
Unbekannt - - Dr. Quartz (Rezi: Lars Dangel) - 88
Unger - Hellmuth - Morells Milliarden - 13
V
Valier - Max - Auf kühner Fahrt zum Mars - 59
Valier - Max - Spiridion Illuxt - 112
Vejdelek - Cestmir - Heimkehr aus dem Paradies - 34
Venir - A. - Ein Blick nach vorn - 30
Verne - Jules - 20000 Meilen unter dem Meer (Rezi v. Arnold Drabek) - 53
Verne - Jules - Das Dorf in der Luft - 77
Viereck - G.S. und Paul Eldridge - Meine ersten 2000 Jahre. Autobiographie des ewigen Juden, Rezi: Hofmann - 117
Viereck - Georg Sylvester - Das Haus des Vampyrs - 24
W
Wandrei - Donald - Tote Titanen, erwacht! (Rezi v. Peter Schünemann) - 78
Weiss - Jan - Das Haus der tausend Stockwerke, gelesen von Thomas Hofmann - 102
Wellman - Manly Wade - Die Kaltzeller - 92
Wellman - Manly Wade - Insel der Tyrannen - 104
Wellman - Manly Wade - Der Schattensee - 97
Wells - H. G. - Die Welt des William Clissold - 22
Wells - H. G. - Mr. Blettsworthy auf der Insel Rampole (Rezi von Thomas Hofmann) - 21
Wells - H. G. - Tono-Bungay (Rezi von Thomas Hofmann) - 21
Wells - H. G. - Im Jahre des Kometen (Rezi von Thomas Hofmann) - 21
Wells - H. G. - Der Heilige Terror - 21
Wells - H. G. - Kinder der Sterne - 21
Wells - H. G. - Die Insel des Dr. Moreau (Rezi v. Thomas Hofmann) - 64
Wells - H. G. - Der Besuch (Rezi von Peter Schünemann) - 97
Wells - H. G. - Der Krocketspieler, Rezi von Lars Dangel - 116
White - Eduard - Der Radio-Teufel - 68
White - Eduard und Adams, G.H. - Der Radium-Vulkan - 68
Wiek - Bruno S. - Phantasten: Roman einer nahen Zukunft - 110
Wiek - Bruno S. - LPR 1600 - 110
Wiek - Bruno S. - Der Schlüssel des Meeres - 110
William - Le Queux - Invasion von 1910 - 106
Winckelmann - Joachim - Gläserne Seelen. - 36
Wittkop - Justus Franz - Gullivers letzte Reise. Die Insel der Vergänglichen - 32
Woolrich - Cornell - Die Leiche der Jane Brown - 77
Z
Ziese - Maxim - Der Film des Dr. Wharton - 8
Zobeltitz - Hanns von - Die Jagd um den Erdball - 58
Żuławski - Jerzy - Mondtrilogie - 114








Motto

„Die Welt der Kunst & Fantasie ist die wahre, the rest is a nigthmare.“ 
Arno Schmidt
 
Er weiß nun auch, was er gegen die … lauernde Stupidität, die sich als Realismus ausgibt, zu tun hat: das Bild von Wirklichkeit eingrenzen, sie mit ästhetischem Maß und nur mit diesem messen, den Schritt in surreale Reiche wagen."
(aus: Gunnar Decker: Franz Fühmann. Die Kunst des Scheiterns. Eine Biographie. S. 201)

 

 

Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

Angehängtes Bild: Demiurg_g.jpg

© Thomas Hofmann

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

 

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

 

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.

 

 

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Neueste Kommentare

Archiv

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
 Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990
 Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
 Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
  Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
 Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
 Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
 Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
 Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
 Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
 N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
 Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
 Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
 Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
 Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
 Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
 Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
 Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
 Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
 Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
 Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
 Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, KOVD 2020 (Neuauflage)
 Peter Schünemann, "Nachtmahr", Ed. Dunkelgestirn, 2023
 Andreas Fieberg & Ellen Norten (Hrsg.): RÜCKKEHR NACH BLEIWENHEIM, p.machinery, 2023

 "Angst im Empire", hg.v. Reinhard Klein-Arendt, Ed. Dunkelgestirn, 2024
 Jörg Weigand, "ISABELLA. Eine ganz besondere Liebe", p.machinery, 2025

 Thomas Hofmann und Petra Hartmann: "Das intergalaktische Bestiarium", Ed. Dunkelgestirn, 2025

â– 
Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
 Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
 Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
 Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
 Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
 Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
 Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
 Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
 Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001
 Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
 C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
 Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
 Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
 Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
 Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
 G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
 M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
 Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
 Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
 Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
 Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
 Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
 Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
 Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
 Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
 Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
 Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
 Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
 Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
 Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
 Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012
 "Saramees Blut", Atlantis 2012
 M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
 Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
 Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017
 Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
 Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
 IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
 Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Der Traummeister, Memoranda, 2020
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Marslandschaften, Memoranda, 2020
 Fahrenheit 145, Buch zum 15. ElsterCon, 2020
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Pulaster, Memoranda, 2021
♦ (N)IRGENDWO (N)IRGENDWANN. Utopie und Humor. Begleitband zum ElsterCon 2022
♦ Goblin Press. Die frühen Jahre: 1990 - 2004. Eine illustrierte Dokumentation von Uwe Voehl, Lindenstruth 2022
♦ Hubert Katzmarz: Im Garten der Ewigkeit, p.machinery, 2022

 Angela & Karlheinz Steinmüller: Computerdämmerung, Memoranda, 2023

 Andreas Fieberg (Hrsg.): ABSCHIED VON BLEIWENHEIM. In memoriam Hubert Katzmarz MMXXIII, p.machinery, 2023

 Hubert Katzmarz: EIN MEISTERWERK DER WELTLITERATUR, p.machinery, 2023
 

 
Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016
Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018
!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018

EXODUS 38, 09 / 2018
!Time Machine 2, Januar 2019
!Time Machine 3, April 2020
!Time Machine 4, Januar 2021
Der neue Pegasus Nr. 2, April 2021

!Time Machine 5, Oktober 2021
!Time Machine 6, Januar 2022
!Time Machine 7, Januar 2023

!Time Machine 8, Januar 2024
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Fanzines
aktuell & laufend NEUER STERN, Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte
TERRAsse 27 (zum 60. FörsterCon, April 2019)
TERRAsse zum PentaCon 2019
TERRAsse zum PentaCon 2021
REISSWOLF S5, 2024

SF-Notizen Kalender August 2025 bis Dezember 2026
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CD-Cover
 The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
 Syngularity: The Four Horsemen; 2000
 Gothica: Within A Dream; 2000
 Gothica: Into The Mystic; 2000
 The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
 Gothica, Workbook 1995, 2003

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