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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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NEUER STERN 122 aufgegangen

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 08 Mai 2026 · 112 Aufrufe
Ellen Norten

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Der 122. NEUE STERN ist aufgegangen.
Ein Schwerpunkt ist diesmal das Werk von Ellen Norten, die nun schon ein paar Jährchen Teil vom ASFC-Stammtisch und NEUEN STERN ist. Sie schreibt ja selbst (leider viel zu wenig für den NEUEN STERN), stellt Anthologien zusammen und betätigt sich künstlerisch – sie malt und erstellt Grafiken am Bildschirm. Da kommt was zusammen – Grund, mal hinzuschauen:

  • Vernissage von Ellen Nortens Ausstellung, von Peter Schünemann
  • Story: "Die Giraffe im Kühlschrank", von Ellen
  • Rezi zu Ellen Norten: "Der lange Marsch der Wolkenkratzer", von Bernd Wiese
Beim Zusammenstellen des Heftes habe ich dann festgestellt, das sich so ganz nebenbei ein weiteres Hauptthema herauskristallisiert hat:
Frauen in der Phantastik.
  • Rezi zu Ina Elbracht: „Mollusca Obscura", von Thomas
  • Rezi zu Johanna Dab: „Größer als Kaiser und schneller“, von Thomas
  • Rezi zu Joanna Russ: „Die Frauenstehlerin“, von Volker Adam
  • Rezi zu Elizabeth Hand: "Wylding Hall", von Bernd Wiese
  • über Ursula K. Le Guin eine Gemeinschafts-Rezi zu "Der Tag vor der Revolution" (von Ellen und Thomas, mit einer Anmerkung von Peter - hier haben wir uns mal richtig dolle und ausführlich ausgelassen)
  • Rezi zu Ursula K. Le Guin: "Lavinia", von Peter
  • Rezi zu Sally Miller Gearhart: "Das Wanderland, Geschichten von den HügelFrauen", von Volker
  • Rezi zu "Andymon. Eine Weltraum-Utopie", von Sabine Seyfarth
Abgerundet wird unser Rundbrief durch eine Story von Gerd Frey, die von Franziska Appel illustriert wurde: "Ich sah die Invasoren kommen“, und ein Bericht, kombiniert mit einer Rezi zu
Ralph Hammerthaler. Er las in Leipzig aus "Das automatische Reich", es berichtet Peter




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Jamie L. Farley zu Gast beim Freundeskreis SF Leipzig e.V.

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei..., Unkategorisiert 01 Mai 2026 · 346 Aufrufe

Jamie L. Farley zu Gast beim Freundeskreis SF Leipzig e.V. im Literaturhaus Leipzig.
30. April 2026

 

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links der Autor, rechts im Bild der Moderator

 

Walpurgisnacht – gute Zeit, sich mit phantastischer Literatur zu befassen. Nach der Lesung bin ich mir aber nicht ganz sicher, ob es da auch Hexen gibt, in der Welt, die Jamie L. Farley entworfen hat. Auf jeden Fall Dunkelelfen, Zwerge und andere „klassische“ Fantasy-Gestalten.
Im Zentrum seiner Lesung stand seine Dilogie „Memento Mori“, aus der er drei Passagen las. Unterbrochen von Fragen und Bemerkungen des Moderators, Constantin Duppien (der ja selbst Phantastik-Autor ist und auch schon zu Gast beim FKSFL war), und von Fragen des Publikums, die – trotz des eher kleinen Auditoriums – recht zahlreich kamen.
Für mich war es neu: Kannte den Autor und sein Werk vorher gar nicht. Na ja, es ist halt sicher auch eine Generationenfrage. Bücher mit farbigem Buchschnitt sind mir dann doch ziemlich fremd. Aber seine Werke gehören nicht zu Romantasy, auch wenn sie in einem Verlag erscheinen, der auch solche Romane veröffentlicht, sondern Dark Fantasy. Es geht also weniger romantisch, dafür handfester zu.
Der Autor stellte seine Welt und seine Hauptfiguren anschaulich vor. Am Ende hatte mich aber ein Buch aus einer Feder mehr interessiert als die um sein Fantasy-Kaiserreich Adular und die gefühlsarmen Dunkelelfen. Er hat mit „Rabenjagd“ eigene Jugenderinnerungen aufgearbeitet. Der Roman ist ein Frühwerk, das er mit 14 Jahren schrieb, aber inzwischen gründlich überarbeitet und als Buch veröffentlicht hat.
Der Autor lebt in Leipzig, in einer Autoren-WG, zusammen mit einer anderen Autorin und ein paar Ratten, aber keiner Katze – so viel sei verraten –, obwohl medial begabte, sich selbst teleportierende Katzen ja eine gewisse Rolle in seinen Romanen spielen. Ratten eigentlich auch?

 

Infoblatt 181 zur Veranstaltung




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Hofmanns Leseliste Mitte März bis 1. Mai 2026

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 01 Mai 2026 · 226 Aufrufe
Steinmüller, Adrian Daub und 2 weitere...

Heute ist der 1. Mai. Zeit zum „Tagebuchschreiben“ – Leseliste und über das, was gestern passierte. Damit bin ich ja sozusagen wieder mal im Leselisten-Rhythmus. Ob das so bleibt? Das darf in Frage gestellt werden.
Also, zuletzt gelesen:

 

Angela und Karlheinz Steinmüller: „Der vagabundierende Planet“
Ein neuer „Steinmüller“ – der demnächst erscheinen wird. Ich hatte das Manuskript, um wieder die kleine Titelvignette zeichnen zu können. Dazu „musste“ ich ja das Buch erst mal lesen. Ja, ja, eine große Entbehrung … Nein, war natürlich ein großes Vergnügen! Das Buch ist – wird – gut! Es geht um eine Mars-Orbitalstation, eine lebenspendende Röhre, schon ziemlich alt, auf der vor allem von ihren Raumfahrten Zurückkehrende landen. Da sie relativistisch oder im Kälteschlaf ziemlich lange weg waren von der irdischen/solaren Zivilisation, mitunter auch schon mal 500 Jahre, brauchen sie Zeit, sich an die aktuelle Lage zu gewöhnen. Und sie haben viel erlebt, was sie verarbeiten müssen.
Teilweise lesen sich diese Erlebnis-Schilderungen wie eine lange Version der berühmten Bladerunner-Szene „Tränen im Regen / Zeit zum Sterben“ – nur dass hier Menschen so viel Unsagbares (schönes und erschreckendes) erlebten und Androiden ihnen zuhören, die ihnen an die Seite gestellt wurden.
Die ferne Zukunftswelt ist auch manchmal ein Echo unserer Gegenwart und greift Diskussionen zu KI und ihr Verhältnis zum „richtigen“ Leben auf. Das alles ist aus meiner Sicht sehr schlüssig. Ohne es zu wissen, glaube ich aus den Texten herauslesen zu könne, dass sie schon getrennt voneinander woanders erschienen sind, zum Teil zumindest, denn ein paar Erklärung zu diesen „Habitat 5“, zu den „Dschinns“ (Cyber-Holo-„Diener“), Simper (Quasi-Spiegelbilder realer Menschen, die auf dieses Weise virtuell schnell woanders sein können) und den Androiden wiederholen sich.
Mosaiksteinchen für Steinchen wird zusammengetragen. Da die Raumfahrer aus verschiedenen Epochen und Zeiten zurückkehren, haben sie auch unterschiedliche Dinge aus der Vergangenheit der Zukunft zu berichten. Ohne ausufernd zu werden, erfährt man viel über eine abwechslungsreiche Zukunftshistorie, die sich nicht nur auf der Erde, sondern auch auf dem Mars, im Belt und anderswo im Sonnensystem abspielte. Da stecken noch so viele Geschichten drin! Da macht das Autorenpaar aber ein ganz großes Fass auf!
Das ist ein Roman in Erzählungen, in denen jeweils andere Personen im Zentrum stehen; der Roman entwickelt sich durch den Schauplatz und die Grundidee. Hinweise auf anderen Werke des Autorenpaars sind auch enthalten, also ist auch ganz viel für den Steinmüller-Fan dabei. Ich bin ziemlich angetan.
10 / 10 Punkte
PS: Inzwischen habe ich die Vignette fertig und sie wurde auch für annehmbar bewertet.

 

Adrian Daub: „Cancel Culture Transfer. Wie eine moralische Panik die Welt erfasst“
Mein 2. „Daub“, diesmal sogar etwas umfangreicher als der erste, den ich las. Hier kann er auch sehr viel aus (fast) eigener Erfahrung plaudern, denn das Phänomen der CC stammt originär aus dem Umfeld US-amerikanischer Universitäten, als Fortsetzung von PC – political correctness. Er kann das sehr genau an Beispielen belegen und darstellen.
Lektüre war für mich wichtig und erfrischend, auch wenn ich nicht glaube, dass es die cc- und pc-Rufer und -Mahner verinnerlicht haben, was Daub da sagt.
10 / 10 Punkte

 

Michel Houellebecq: „Die Möglichkeit einer Insel“
Das Buch „musste“ ich jetzt lesen, weil es dem Titel nach um eine Insel geht. Was das bedeutet? Na ja, hat natürlich wieder mit unserm Rundbrief zu tun. Dazu später mehr.
Zum Teil spielt der Roman auch auf einer Insel: Auf Lanzarote besucht der Protagonist, ein Fernseh-Komiker, der nach dem Sinn des Lebens oder, wie bei dem Autor typisch, nach sexueller Erfüllung sucht, eine Art Workshop einer Sekte. Deren Guru behauptet, Kontakt mit Aliens gehabt zu haben, und will nun die Menschheit auf deren Wiederkunft vorbereiten. Dazu muss man, wie es damals die Elohimiten getan haben, per DNS-Manipulation einen neuen, einen Neo-Menschen erschaffen, also Klone. Der Begriff „Cyborg“ geistert hier auch herum. Die Begrifflichkeit ist nicht sehr genau. Aber am Ende – und das ist dann der SF-Teil – funktioniert es: Der Mensch kann geklont werden und in den Kapiteln, die in ferner Zukunft spielen, erfahren wir von dem 24. u. 25. Klon von Daniel (dem Protagonisten), was aus der Erde, der Menschheit und den Neo-Menschen geworden ist. Unterm, Strich? Nix Gutes – kein Sex mehr bei den Klonen, daher Langeweile, soziale Isolation, Stagnation, Selbstmorde – quasi eine langsame, langweilige Fortsetzung der Apokalypse, die in unserer dekadenten Zeit begonnen hat und in naher Zukunft zu Umwelt-Katastrophen, Atomkriegen und Untergang der „alten“ Menschheit führen wird. Ein trauriges Szenario, das sich aber, so mein Eindruck, immer nur um den Nabel des Protagonisten (und das, was darunter ist) dreht.
8 / 10 Punkte

 

Janika Rehak: „Kiras Käfer“
Ein Zombie-Zone-Germany-Heftroman.
Ich nehme diese Novelle mal in meine (Buch-)Leseliste auf; könnte aber auch in meinem Zine-Report stehen. Aber es handelt sich um eine schöne, recht lange, in sich abgeschlossene Erzählung oder Novelle, die ich sogar gern empfehlen möchte. Für mich war sie die perfekte Möglichkeit, mal in dieses Franchise reinzuschnuppern. Erworben habe ich es während einer Veranstaltung im Rahmen der „Nachtschrift“-Reihe im Dark Flower in Leipzig. Für mich war das die zweite Begegnung in Form einer Lesung mit der „Zombie Zone Germany“, nun also mal selbst etwas gelesen.
Und ich war ziemlich angetan. In der Geschichte dreht sich alles um Kira und ihren Freund, der sich leider mit den zombieerschaffenden Würmern infiziert hat und nun im Schlafzimmer angebunden dahinvegetiert. Er wurde zum „Käfer“, wie in Kafkas „Verwandlung“. Der Fortgang dieses Prozesses wird recht eindrücklich beschrieben. Kira muss damit klarkommen und wird sich am Ende auch von der gemeinsamen Wohnung und von ihrem Freund verabschieden. Bis dahin lernt sie auf die harte Tour Einsamkeit kennen und ihren Überlebenswillen zu trainieren. Die Autorin vermag es eindrucksvoll, das Leben in dieser neuen absoluten Mangelwirtschaft, die so ein Zivilisationszusammenbruch erzeugt, zu beschreiben. Auch wenn es sozusagen ein Kabinettstückchen ist, mit nur einer richtigen Figur, und keiner „Action“, hat mich der Roman gefesselt und fasziniert. Alle Achtung!
10 / 10 Punkte

 

Helmut Krausser: „Wer hat uns je geliebt?“
Wow! Was für ein Schmöker! Ich weiß nicht, wann mir das das letzte Mal passiert ist: Habe das Buch an 2 Nachmittagen durchgelesen – und ich lese nicht schnell! Ich konnte nicht aufhören, aber irgendwann musste ich ja. Als es zu Ende war – und eigentlich nicht alle Fragen geklärt waren. Ist halt wie im richtigen Leben.
Was man hier lesen kann, ist aber ein sehr metaphorisches Leben. Wir haben Hochsommer in Berlin. Die Stadt kocht, die Gemüter auch. Am Ende muss man einsehen, dass die Protagonistin, der ich sehr interessiert und gerne folgt, nicht trauen kann. Ist das nun alles ein Mysterium, sowas zwischen Himmel und Erde, oder eben doch eine hitzegeschwängerte Halluzination? Man weiß es nicht …
Für mich war das schon mal das Buch in 2026 – 11 / 10 Punkte! Etwas ausführlicher, aber nicht weniger euphorisch dann im NEUEN STERN.

 

Quinn Slobodian & Ben Tarnoff: „Muskismus. Aufstieg und Herrschaft eines Technoking“
Edition Suhrkamp 2026
Weiter ging es mit meiner Lektüre-Challenge zum Zeitgeist. Jetzt hat es mich tatsächlich gepackt und es gibt ja auch tolle Bücher zu den Fragen der gegenwärtigen gesell. Entwicklung, gerade auch in Bezug auf den KI-Boom. Dass sich da was tut, kann ja nun wirklich niemand leugnen. Um es zu verstehen, hilft mir auch dieses Buch.
Slobodian hatte ich zuvor im TV, in „Mit Elon Musk in ein neues Zeitalter? | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur“ gesehen und war fasziniert. Ein Historiker widmet sich dieser ziemlich aktuellen Entwicklung – nicht nur Musk, sondern auch das Drumherum – und kann es mir auf fesselnde Weise erklären. Das Buch musste ich dann eben auch gleich lesen und bin nach wie vor begeistert.
Ein paar sehr wichtige grundsätzliche Gedanken sind darin eindrücklich erklärt und dargestellt (u. a. das Verhältnis der Tech-Branche des Valleys zum Staat z.B., da hier die libertäre Agenda eben doch nicht so gilt; der Beginn des Endes des Globalismus…).
Ein Buch, das ich wieder mal mit dem Stift in der Hand las und ordentlich verunstaltet habe (angestrichen, Notizen). Der „Technoking“ steht zwar im Mittelpunkt, zu seinem persönlichen Werdegang erfährt man auch recht viel, aber vor allem viel über seine Bedeutung für die allg. Entwicklung. Der Historiker kann diesen sehr wichtigen Aspekt unserer gegenwärtigen Welt ins Große und Ganze erfassen und sehr gut erklären. Das Buch liest sich wie ein SF-Krimi (SF kommt übrigens sehr viel drin vor).
10 / 10 Punkte




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Zine-Report 2026 – 4: Martin Ruf

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung 06 April 2026 · 383 Aufrufe
Martin Ruf, P.D. Watt, Whitetrain

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„Zine“-Report ist eigentlich falsch. Der Umfang ist wie bei einem Zine, aber es handelt sich hier um sog. Chapbooks. Die beiden hier sind aus der Reihe Whitetrain Underground, herausgebracht von Tobias Reckermann.
Das erste hat 37 Seiten und enthält drei Erzählungen von ...
Martin Ruf: „Qualitas Occulta“
Martin hatte es mir zugesandt, weil er wollte, dass ich weiß, mit wem ich es zu tun habe. Nun, darüber war ich sehr froh, denn ich hatte durchaus schon ein Auge draufgeworfen und konnte mich bisher nicht dazu durchringen. Und jetzt ist es so, dass Martin in Sachen ETA. Hoffmann etwas für den NEUEN STERN geschrieben hat und wir Kontakt zueinander bekamen. – Ich habe das keineswegs bereut und es mit großem Interesse – aber auch mit vielen Rätseln im Nachhinein – gelesen.
Wir tauchen ein in eine Herbst- und Winter-Welt, mit viel Nebel und vielen Geheimnissen und rätselhaften Erscheinungen. Alle konnte ich nicht dekodieren, muss ich gestehen.
In „Die verloreneren Kinder des Doktor Dapertutto“ finden wir uns in der Psychiatrie in Asylum wieder. Ha, ein „bekannter“ Ort, will ich meinen. Dorthin lädt der Ich-Erzähler immer mal wieder ein paar „Verwirrte“ ein, die sich für richtige Literatur interessieren, weil sie dort mit ihm darüber diskutieren können. So auch der Dr. mit dem komischen Namen. Der hat aber eine Familientragödie, die ihn traumatisiert hat, mit sich herumzuschleppen – oder ist es dann doch nicht eher so, dass er überhaupt nicht selbst, als lebendige Person, kommt?
„Braunhoffers Kutschen“ sind auch nicht klarer. Hier wird die Aufmerksamkeit auf rätselhafte Manifestationen, auf Artefakte gelenkt, die auf einmal da sind und deren Gegenwart durchaus lebensverlängernd wirken (oder?).
Wer hingegen die „Austernfischer“ sieht, weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat.
Kleine Weird-Fiction-Perlen, mysteriöse, metaphorische, nebelverhangene Offenbarungen, für mich nicht wirklich erklärbar, aber desto faszinierender.
Der zweite Band wurde von Martin Ruf ins Deutsche übertragen:
D. P. Watt: „Ophelia“
Das Bändchen (Chapbook) mit 27 Seiten enthält eine Short Story von und ein Interview mit dem Autor, geführt von Martin Ruf. Das Interview wird u.a. mit den Worten eingeleitet, dass der Autor so „zwischen E.T.A. Hoffmann, Nabokov und Ligotti“ angesiedelt wäre. Ja, kann ich bestätigen, vor allem was Ligotti anbelangt. Wobei diese Geschichte aus meiner Sicht auch was von Virginia Woolf hat. Der Ich-Erzähler, der seine unsterbliche Geliebte („unsterblich“ wörtlich gemeint?) anbetet, Ophelia, scheint ein mythisches Wesen zu sein, das mit ihr durch die Zeiten und irdischen Welten streift, immer auf der Suche nach dem Phantastischen. Es beginnt im deutschen Märchen-Milieu und durchstreift die europäische Geschichte der Neuzeit. Wozu? Ja, das vermag ich dann auch wieder nicht so richtig zu sagen. Die kurze Geschichte ist auf jeden Fall ein wunderschöner Wort-Rausch, sehr stimmungsvoll, eher Fantasy, denn Horror (nein, eigentlich kein Horror, Weird schon, da ja, aber mehr auf dem Niveau von Lord Dunsany).
Den Hauptteil des Heftes füllt das Interview, das sehr interessant ist und in dem Watt viel über sich und seine Liebe zur deutschen Literatur und Philosophie verrät, die sich in seinem literarischen Schaffen niederschlägt.




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Zine-Report 2026 – 3. PARADISE 127

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung, Subjektive Eindrücke 01 April 2026 · 347 Aufrufe

Offener Leserbrief zum TCE-Fanzine PARADISE 127 (Doppelheft), Dezember 2025

 

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Die Leute vom TCE haben sich und allen, die es wollen, zum Jahresende 2025 noch mal richtig was gegönnt: ein Doppelheft. Das sind 212 + die Farbcover-Seiten. Gefüllt mit sehr viel Fannischem und Informativem und Schönem. Außerdem sind sie 32 Jahre alt geworden. Dazu gratuliere ich herzlich! So, mal sehen, was ich da alles in dieser Ausgabe finden kann.
Im Zine wird den Leserbriefen immer viel Platz eingeräumt. In dem von Andy Schmid freut sich sein Autor über den Western-Artikel aus der 126 und betont die Nähe zur SF. Das macht er anhand von Beispielen fest, in denen beide Genres gemixt werden.

 

Ich hatte ja auch mal so eine Western-Phase, und ich denke, das geht vielen SF-Fans so, denn beide Genres haben – zumindest was einen Teil der SF anbelangt – einiges gemeinsam. Beide sind ja in den 40ern filmisch durch diese Serials populär geworden, und fernzukünftige Weltraum-Erzählungen heißen ja auch nicht umsonst space operas, abgeleitet von horse operas. Die Begegnung der Erkunder, Frontier, Eroberter mit „dem Fremden“ ist bei beiden Genres eine Quelle der Exotik, leider auch oftmals von Voreingenommenheit und der Grund für fiktive kriegerische, gewaltsame Auseinandersetzungen.
Aktuell sind es Serien, wie „The English“ und „American Primeval“, die mich faszinieren – die kommen aber ohne Außerirdische aus, obwohl manche Figuren so anmuten.

 

In ihrem LoC schreibt Sabine über einen Historienvielschreiber, der offen zugibt, nach „Schema F“ zu schreiben. Ich danke für die Warnung. Wobei er wohl auch meinte, dass sein Publikum gar nicht will, dass er anders schreibt. Ein entsprechender Versuch schlug wohl fehl. Ja, das führt dann langsam zu einer Frage über, die in dem ersten der beiden Hefte etwas im Mittelpunkt steht, nämlich nach dem Wert oder Unwert von KI-Kunst. Ich denke mal, Werke, die nicht wirklich „von Herzen und Verstand“ des Autors kommen, sondern nach einem vorgegebenen (fremden oder eigenen) Fahrplan abgearbeitet werden, lassen sich am leichtesten von KIs simulieren. Ketzerisch denke ich da gleich an Exposé-Autoren bei Heftromanserien: Ist das nicht mit einem Prompt für eine KI vergleichbar? Wobei ich den ausführenden Autor*innen nix unterstellen möchte und gern glaube, dass es da individuelle Unterschiede und Ausprägungen gibt; es noch nicht egal ist, wer was schreibt.
Das mit dem KI-Schreib-Experiment von Michelle Stern habe ich mit großem Interesse gelesen. Und etwas mit angehaltenem Atem: Eine Profiautorin setzt sich dieser Job-Killer-Maschine aus. Ich kann da noch immer nicht über meinen Schatten springen und bin sehr skeptisch. Wahrscheinlich wird diese Schreib-KI immer besser, und was passiert dann mit unseren geliebten Autor*innen? Noch ist es nicht so weit, dass die Dinger komplette – sinnvolle! und gute! – Romane schreiben können. Aber bald?
Die Aufsätze von Euch über KI-Kunst sind durchaus interessant gewesen, aber haben meine Fragen auch nicht beantworten können. Die meisten sind ja unentschieden, wenn ich das mal so zusammenfassen darf. – Hier wollte ich – ungefragt – auch meinen Senf dazugeben; aber ich habe ja auch keine richtigen Antworten und irgendwie lähmt mich diese Diskussion auch. Falls es eine gehörige Masse an Lesenden geben wird, die solche „Literatur“ von seelenlosen KIs goutieren kann, dann wird es sie geben. Ich hoffe nur, dass richtige Literatur nach wie vor geschrieben wird, weil ihre Autor*innen einfach nicht anders können. Da ist es ja fast tröstlich, dass die meisten Literaturschaffenden ohnehin nicht davon leben können, somit der Grund wegfällt, damit aufzuhören.
Christian Jäkels Szenarien, die er in seinem Beitrag beschreibt, fand ich sehr interessant und auch die darauffolgende, „illustrierende“ Story. Die war echt klasse! Hat mir sehr gefallen. Vor dem Hintergrund interstellaren Bergbaus müssen Entscheidungen im Konfliktfeld Mensch – KI gefällt werden, was zu einer recht spannenden Handlung führt.
Auch die Geschichte von Götz Roderer über einen Urheberrechtsstreit, den eine KI ausfechten wird, fand ich recht gut; toll geschrieben, alle Achtung!
Sabines/Narranias Kolumne war wieder toll, auch wenn ich gar nicht alles verstanden habe (?) – ich weiß nicht, wer dieser „Dämon“ ist…
Danke auch für die fakten- und umfangreiche Vorstellung der Boje-Jugend-SF-Bücher von Alexander Röder. Sind ja tolle Namen darunter.

 

In den Heften sind viele Con- u.a. Veranstaltungsberichte. Mitunter etwas ausufernd, finde ich, aber allesamt schon sehr interessant und für mich bereichernd – konnte immer was Neues erfahren.
Csaba widmet sich der Nachwuchsfrage für das SF‑Fandom. Die kenne ich, diese Frage. Die hatten wir uns auch schon in unserm Club in Halle gestellt. Damals, in den 90ern, gab es auch einen Anflug von Aktionismus diesbezüglich. Hat aber nichts gebracht, wurde eingestellt. Die Nachwuchsfrage stellt sich ja auch in unterschiedlichem Maße: Wie kann man Jugendliche für SF-Literatur gewinnen, und: Kann man generell neue Leute dafür interessieren? Die müssen ja nicht unbedingt „jung“ sein. Also, wenn man mich fragt (tut natürlich niemand), dann würde ich sagen: SF ist heute ja nicht gerade unpopulär, halt nur nicht unbedingt in Form von Literatur. Und was jüngere Generationen als meine (60+) anbelangt, so kann ich konstatieren, dass es sehr wohl neue Namen, neue Leute gibt. Die machen ihr Ding, gern auch anders als wir ollen Veteranen. Ich finde, die SF, auch das SF-Fandom, stirbt gerade nicht aus. – Keine Ahnung, warum ich das hier schreibe, vielleicht um mir zu rechtfertigen, dass ich/wir da nicht mehr aktiv sind. – Wobei, auch ohne viel zu unternehmen z. B. die Zahl der Leute, die unseren SF-Stammtisch in Halle besuchen, stetig wächst. Mittlerweile müssen wir überlegen, wie wir mit dem „Ansturm“ (na gut, Anstürmchen) umgehen…
Noch etwas, was (eine zweifelhafte) Hoffnung macht: Wir leben ja in Zeiten gesellschaftlichen Rückschritts, und da könnte es sein, dass es mehr Leute gibt, die sich nach Fortschritt, Innovationen und einer lebenswerten Zukunft sehnen; könnte das Interesse an SF-Welten erhöhen (auch jenseits von Weltraumkrieg und Horrorszenarien). Okay, das klingt dann auch etwas zynisch…

 

Heft 2 (Schwerpunkt Horror) beginnt mit einem richtig tollen E.-A.-Poe-House-of-Usher-Artikel von Toloceste, die wohl im „richtigen Leben“ Englischlehrerin ist und das Thema für Schüler aufbereitet hat. So einen Englischunterricht hätte ich mir damals auch gewünscht! – Nur der kulturkämpferische Beginn mit einem Seitenhieb auf die „Vernunftdiktatur der Aufklärung“ ließ mich aufhorchen. Na ja, vieles hat ja so viele verschiedene Seiten, sicher auch die Aufklärung. Aber jetzt, wo sie Stück um Stück zurückgedrängt wird und damit Platz macht für, aus meiner bescheidenen Sicht, nix Gutes, könnte man die doch eher hochhalten. Aber das ist ein weites Feld.

 

Die folgenden Dracula- und Frankenstein-Artikel sind erfrischend subjektiv und persönlich. Gut so, hat mir gefallen, schöne Plauderei. Ich staune ja auch etwas, dass diese angestaubten Themen immer noch so gefeiert werden. Mir hatte die Del-Toro-Verfilmung auf Netflix nicht viel gebracht, aber sie wird ja gelobt und bekommt Preise. Muss wohl was dran sein.
Die Verrisse zu „Rembetis“ und „Forbidden World“ lasen sich erfrischend. Ebenso der lange, aber dennoch informative Bericht über die Eschbach-Lesung von Lumpazie.
Zum Schluss arbeiten sich Alexander Röder und Sabine Seyfarth, getrennt voneinander, an den beiden Cyberpunk-Romanen von Markus K. Korb ab. Das Ergebnis ist nicht überragende Begeisterung: Zu viel Zitatgewitter, zu viel hektische Action, zu wenig Personality der Figuren. Ohne die Bücher selbst gelesen zu haben, kann ich das nachvollziehen. Meine letzte Cyberpunk-Erfahrung hatte ich kürzlich mit Roman(heften) von M. H. Steinmetz, deren Lektüre ich sogar abgebrochen habe, weil sie mich nur konfus gemacht hat. Für dieses Action-Dauerfeuer bin ich wohl nicht mehr bereit. Aber Dank für die Rezis, so weiß ich nun also Bescheid.
Ja, langer Text geworden – soll ja im Blog für Aufklärung sorgen, sie in meinem Blog vorstellen, und gleichzeitig hoffe ich, dass sie – falls sie als LoC im nächsten PARA abgedruckt werden – die EdeN nicht langweilen.




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Zine-Report 2026 – 2: Kai Ellermann: DKK 671

Geschrieben von T.H. , in Subjektive Eindrücke, Meine Empfehlung 15 März 2026 · 457 Aufrufe

Offener Leserbrief an das …
Dezentralisierte Kadaverkollektiv

Im Rahmen meiner Zine-2026-Challange ist dies der 2. Beitrag und der (angeblich?) 671. Ausgabe des „Fachmagazins für stille und laute Subkultur“ gewidmet.
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Das „Kollektiv“ wurde gerade erweitert: David Staege kam nun – offiziell und vollumfänglich – hinzu. Er war ja schon länger mit Beiträgen dabei, aber nun wird er in den Reigen der Redaktion aufgenommen. Gratulation!
Die Ausgabe vom November 2025 ist – so wie ich das Zine bisher kennen lernen durfte – gewohnt unterhaltsam, auch wenn ich wieder bei vielen Beiträgen nur staunend und mundaufreißend dasitzen kann: Was es alles gibt!
Danke für die Anpassung der Schriftgröße. Heuer ist alles lesbar. Klasse! (Das letzte Mal sind ein par Schrift-Teile arg klein ausgefallen; man hat sofort reagiert.) Dass nunmehr ein paar Kolumnen kopfrum eingeklebt wurden, ist vielleicht ein Mittel, die Aufmerksamt der Leserschaft zu erhöhen. Durchaus amüsant, aber es wirkt auf mich auch etwas leseflussstörend. Ist aber okay.
Gern gelesen habe ich wieder die Con-Berichte, auch gerade, weil die vorgestellten Veranstaltungen an mir komplett vorüber gegangen wären. Diesmal sind es Rollenspiel-Treffen. Auch hier gilt: Was es alles gibt! Und weil die Sachen doch eher untergrundmäßig und fast im Verborgenden ablaufen, bittet die Redaktion darum, ihnen mitzuteilen, wenn solcher Art Veranstaltungen anberaumt werden, sich bei ihnen zu melden. Dann würde überlegt, ob man hinfahren und berichten kann. Oder ist es auch so gemeint, dass man, wenn man selbst so eine Veranstaltung besucht hat, darüber für das Zine berichtet?
Schwerpunkt liegt hier bei Rollenspiel und Konzerten abseits des Mainstreams – wenn ich die Musiktipps im Heft und Berichte in vorherigen Ausgaben betrachte, geht’s da vor allem um Punk, Alternativ- und Prog-Rock etc. Ich denke, über das letzte Helene-Fischer-Konzert wird nicht berichtet (oder? Als Gag vielleicht?).
Richtige Short Stories sind auch enthalten! DAS hat mich sehr gefreut! Schon kurios, was Dinosaurier und Igel im Einzelhandel erleben können und was „vier junge Männer“ so alles in ihren Glückskeksen finden und an den Bahngleisen des Hauptbahnhofs Hannover erleben können. Trockener Humor und absurde Realitätsverzerrungen.
Danke auch für die umfangreiche Vorstellung von Sulatron-Records, die ihre Pforten geschlossen haben und daher vieles aus ihrem Sortiment (Psychedelic-Space-Kraut-Electronic-Jam-Rock) preisreduziert loswerden – ja, wohl – müssen. Trauriger Anlass, aber interessanter Überblick!
Also, ich habe mich wieder sehr wohlgefühlt in diesen bunten Schwarz-Weiß-Seiten.

 

Kontakt zum Hg.: totaldesaster@web.de




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Zine-Report 2026 – 1: Jörg Herbig: Glibberesk

Geschrieben von T.H. , in Subjektive Eindrücke, Meine Empfehlung 14 März 2026 · 416 Aufrufe
Jörg Herbig

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In guter alter Tradition, mittlerweile, tausche ich gern den NEUEN STERN gegen andere Fanzines. Sofern die Macher*innen anderer Fanzines sich darauf einlassen; sofern es überhaupt noch andere Fanzines gibt. Ja, doch, es gibt sie! Hier z.B.: der unermüdliche Jörg Herbig! Immer, wenn man meint, ach, da kommt doch wohl nichts mehr, kommt er mit einem neuen Werk um die Ecke.
Seit geraumer Zeit baut er einen eigenen Kosmos auf, der sich um die fiktive Stadt Ploogfurt dreht. In dem neuen kleinen Heftchen erklärt er (erstmalig?), wie dieser Ort zu seinem Namen kommt. Für den Herbig-Fan, zu dem ich längst geworden bin, ist das schon mal die halbe Miete.
In dem Vorwort bringt der Autor auch ein paar Leserstimmen zu seinen bisherigen Ploogfurt-Werken. Darin wird u.a. der Schauer-Charakter betont.
Nun, ich bin mir nicht sicher, ob das – zumindest für dieses Heft – nicht auf die falsche Fährte lockt. Wenn es Grusel und Schauer enthält, so werden diese aus meiner Sicht erfolgreich von bizarrer Wort-Akrobatik überdeckt. Ein paar Worte kann ich nicht mal richtig dechiffrieren; womöglich einem Dialekt entlehnt?
Jedenfalls wird man gezwungen, konzentriert zu lesen – und dann hat man durchaus seinen Spaß, seine Erkenntnisse, seine Aha!-Erlebnisse dabei. Weitestgehend geht es um einen Werwolf, der aber – das müsste ich vielleicht durch wiederholte Lektüre noch herauszulesen versuchen – für etwas steht. Horrorgefühle kamen bei mir nicht auf, aber das mag nichts zu bedeuten; vielleicht bin ich schon zu abgebrüht?
Es werden aktuelle politische, gesellschaftliche Fragen aufgegriffen; alles beantwortende Antworten gibt es aber nicht.
Ich weiß nicht, wie Jörg sein Heft verteilt; sollte jemand aufgrund meiner Worte hier neugierig geworden sein, so vermittle ich gern den Kontakt.




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Meine Leselistenfortsetzung, Februar bis kurz vor LBM26

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 13 März 2026 · 947 Aufrufe
Michel Tournier, Clemens J. Setz und 1 weitere...

Mitten im Monat, scheinbar völlig zufällig
und zusammenhanglos wird hier meine Leseliste fortgesetzt. Einfach so. Als kleinen Grund kann ich angeben, dass demnächst die Leipziger Buchmesse losgeht und die könnte man – ich – als Zäsur ansehen. Mal sehen, was mich da erreicht, anspricht, überfällt. Im besten Falle sollte ja sowas geschehen; in Aussicht habe ich aber noch nichts, wenn ich ehrlich bin.
Also hier der Februar und der halbe März. Waren vor allem kleinere Werke, und relativ wenig Phantastik. Etwas zum Frankreich-Spezial des neuen sterns, das dies Jahr entstehen soll. Ein bisschen was als Nachwehe zu einem kurz aufgeflackerten Interesse an ETA Hoffmann, der ja immerhin dies Jahr 250 wird. Dazu kommt auch was im neuen stern, allerdings weniger von mir. Angefangen habe ich „Die Serapions Brüder“, aber die Lektüre zieht sich hin, auch wenn sie, so ich mal dranbleibe, teilweise richtig gut gefällt.
Ein bisschen hab ich meine Michel-Tournier-Leseschuld beglichen. Im Mittelpunkt standen aber aktuelle Zeitgeistfragen. UND – natürlich: Die Mega-Sammlung von Erzählungen von Ursula K. Le Guin!! Dazu dann sehr viel mehr im NEUEN STERN 122.

 

Peter Hacks: „Zur Romantik“
Über ein gerade in mir entbranntes ETA-Hoffmann-Fieber, das ich durch Kontakte zu Hoffmann-Kennern füttere, die auf dem Gebiet Kenntnisse haben und Lust, diese anderen mitzuteilen, was im NEUEN STERN sich dann niederschlagen wird, und auch durch eigene laufende Lektüre (von der ich nicht weiß, wohin sie mich führen wird, aber es macht gerade einfach große Laune, den Serapionsbrüdern zu folgen!) – über einen Artikel von Gunnar Decker (meinem Lieblingsbiografen!!) in den DRESDNER HEFTEN (160) über Hoffmann bei Fühmann (meinem Lieblings-Fühmann!!!), kam ich auf dieses schmale Büchlein – vom DDR-Klassiker und Romantiker-Verächter.
Nun, es ist ihm nicht gelungen, mir meine akute Begeisterung für den Romantiker ETA auszureden! Habe aber den langen Essay mit gewissem Vergnügen gelesen. Ja, Hacks hält so überhaupt gar nix von den Romantikern. Alles Mist für ihn – aus Gründen. Welche Gründe? Ja, interessant, vor allem politische. Na ja, so habe ich die bisher nicht verstanden, vielleicht partiell, aber nicht so in Gänze – nämlich im Grunde als politische Partei. Und als Agenten vor allem englischer Geheimdienste. Ja, echt! Ob da so stimmt, oder doch eher eine überzogene Interpretation ist? Oder ein historischer Verschwörungs-Mythos? Es liest sich so – auch ziemlich spannend, wie ich finde.
Hacks hat ja selbst einen tollen Erzählton, der mir mitunter auch antiquiert vorkommt, aber sehr pointiert formuliert. Alle Achtung; ist aber auch ein bisschen anstrengend. In der Kürze hier aber gut genießbar.
Für eine richtige, überzeugenden Beweisführung ist der Text eher zu kurz geraten. Ich fand ihn anregend, aber nicht überzeugend. Da es bei den Romantikern sich um Literaten und Künstler handelte, kam meiner Meinung nach zu wenig ihre literarischen Qualitäten (oder hier: mangelnde Qualitäten) zur Sprache, die wurden nun behauptet. Begründet wurden sie eigentlich nur mit ihrer gesellschaftspolit. Haltung.
8 / 10 Punkte

 

Ursula K. Le Guin: „Der Tag vor der Revolution“
25 SF Stories, neu übersetzt von Karen Nölle
Geschafft! Immerhin knapp 800 Seiten. Das ist schon viel für mich – auf einen Ritt. Aber es hat sich natürlich gelohnt. Einige Stories kannte ich ja durchaus – zumindest, wenn ich meinen Aufzeichnungen trauen kann, denn ich habe sie mitunter so um 1990 gelesen und konnte mich natürlich nicht mehr im Detail dran erinnern. Da ist es jetzt ein richtiges Fest gewesen, sie noch einmal und viele erstmalig zu lesen!
Anlass war zudem eine Rezi von Ellen Norten auf KULTURAextra, die ich auch für den NEUEN STERN nehmen durfte. Aber da dort eher keine Sachen stehen sollen, die man genauso auch woanders lesen kann, „musste“ ich sie sozusagen kommentieren. Dabei kam eine 7-seitige Gemeinschafts-Rezi raus (DIN A 4). Na ja… da müssen die NEUER-STERN-Leser*innen nun durch.
Mir hat der Ausflug ins Hainish-Universum wieder großartig gefallen und mich daran erinnert, dass ich ihre großen SF-Romane unbedingt noch mal lesen muss. Auch das fand ja bereits in den 80er Jahren statt; eine Ewigkeit her.
Die Autorin zelebriert in einigen längeren Hainish-Stories die unterschiedlichen Geschlechterbeziehungen, für die sie sicher bekannt ist. Aber sie stehen nie allein da, sondern sind Teil, Ursache oder Folge, von gesellschaftlichen Entwicklungen in den unterschiedlichen Hainish-Welten. Und das mit dem Churten, also dem überlichtschnelle, im Grunde Augenblicks-Transport, der hier in einigen Geschichten „entwickelt“ wird, hat mich fasziniert. Nur selten fand ich etwas Langatmiges, die 800 Seiten haben mich meisten komplett fesseln können.
10 / 10 Punkte

 

Rainer Mühlhoff: „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“
Ein Reclam-Bändchen aus der Reihe [Was bedeutet das alles?]
KI – kann jemand das Wort nicht mehr hören oder lesen? Kann ich verstehen. Aber, was mich bei all der Diskussion die ganze Zeit andauernd am meisten nervt, ist der Umstand, dass hier immer von „KI“ die Rede ist – aber es sich doch aus Sicht eines futurologisch interessierten SF-Fans gar keine KI ist! Inzwischen wird ja auch schon entsprechend anders diskutiert, wenn es nicht nur um Werbeposts, blöde Chat-Dialoge, Falschaussagen und dienstbare Programme fürs Schreiben, Bildermachen und die Internetrecherche geht – dann wird inzwischen auch von einer „starken KI“ gesprochen, wenn man halt eine „echte“ KI, also ein denkendes und sich selbst bewusstes (?) Wesen meint, mit eigenen Absichten, Meinungen etc. Na ja, zumindest ansatzweise.
Aber nicht darum geht es am Ende in dem Buch, sondern darum, wie die derzeitigen Herren über die vorhandenen KI-Systeme diese für ihre gesellschaftlichen, politischen Zwecke nutzen, für den Umbau der Gesellschaft.
Das Ganze zieht mir einen schmerzenden Zahn, denn ich bin durchaus „Fan“ von KIs, von der Idee eines denkenden, auch mitfühlenden Wesens, das für die Lösung der Probleme in unserer Welt u. Gesellschaft zur Verfügung stünde. Eine Utopie, eine rosarote, wie ich immer mehr einsehen muss. Was kommt am Ende dabei wirklich raus? Siehe Titel… Ein wichtiges Buch zu dieser Zeit für mich.
9 / 10 Punkte (falls hier Punkte überhaupt sinnvoll sind)

 

Adrian Daub: „Was das Valley denken nennt“
… geht’s gleich weiter im Stoff, hier mehr aus Sicht eines Gesellschaftswissenschaftlers, noch weniger aus Informatiker-Sicht. Fazit: Die „Denker“ des „Valleys“ erfinden das Rad nicht neu. Hier spürt der Autor gekonnt und auch sehr gut erzählt den Wurzeln der gegenwärtigen Ideologie des die Geschicke der Welt bestimmenden Tech-Sektors nach. Für mich ein näheres Kennenlernen mit „alten Bekannten“, aber auch Anregung fürs Weiterlesen. Gleichzeitig eine Anregung, mehr von Adrian Daub zu lesen.
9 / 10 Punkte

 

Das Lächeln am Abgrund. Phantastische Geschichten aus Frankreich
Zweitlesung, und das innerhalb relativ kurzer Zeit – hatte ich schon mal Ende 2023.
Siehe hier; damals konnte ich nicht tippen, daher Aufzeichnungen per Hand. Buchdeckel zu. Ende der Lektüreliste 2023 - SF-Netzwerk
Diesmal habe ich auch die lange Erzählung komplett gelesen, die mir damals zu langweilig war und deshalb abgebrochen wurde. „Naama oder die Göttin der Blutschande“. Nun ja, viel spannender ist sie diesmal auch nicht gewesen. Sie ist fast ein Kurz-Roman, mit Nebenhandlungen. Der Inhalt ist gar „bedenklich“ – vor dem heutigen Hintergrund der #me-too-Bewegung liest sich eine Geschichte, in der eine Frau unter Drogen gesetzt wird, um sie sexuell zu stimulieren, sehr unangenehm. Dabei wird sie von einem Dämon besetzt, der dann auch noch in ihre aus der Beziehung hervorgegangenen Tochter fährt. Diese ist dann auch so nymphomanisch. All das liest sich unangenehm und unpassend.
Die anderen Stories haben mir aber wieder recht gut gefallen, die von Daniel Walther über den Kult, der an HPL erinnert, sogar besser als wohl damals, wenn ich meinen Aufzeichnungen trauen kann. Ich mag die Atmosphäre, die in Ruinen unter dem Meer und älter als die Zeit, herrscht…
Anlass für das 2. Lesen ist unsere geplante Frankreich-Ausgabe des NEUEN STERNs. Dazu wird es auch für den 2. Band in der Reihe „Phantastische Literatur“ bei Bastei-Lübbe mit französischen phantastischen Stories, herausgegeben von Jörg Weigand, auch eine Rezi geben; nämlich die hier:
(bleibe bei 8 / 10 Punkten)

 

Der Herr der Bäume. Neue phantastische Geschichten aus Frankreich
Die Titelstory füllt das halbe Buch, wortwörtlich, ist damit fast ein Roman. Und was für einer! Richtig toll, auch wenn die Phantastik erst in der zweiten Hälfte überhaupt zutage tritt: in Form eines Baumkönigs, den man sich adäquat zu einem „Rattenkönig“ vorstellen muss, also einer Gruppe von Bäumen, die durch ihre Wurzeln miteinander verbunden sind (bei den Ratten sind es die Schwänze). Das Über-Wesen hat dann wohl sowas wie Bewusstsein erlangt und ist ziemlich neugierig. Da es sich nicht vom Fleck wegbewegen kann, behält es andere Kreaturen, gern auch Menschen, in seiner Mitte und „saugt“ sie aus – also, ihre Gedanken, ihr Bewusstsein. Zurück bleibt en Zombie.
Ansonsten ist es eine tolle Abenteuergeschichte, sehr schön, wortgewaltig erzählt.
Die anderen Stories sind dann meistens sehr kurz, die eine grotesk (über einen Superman, ein „Mann aus Stahl“, der durch Wände gehen kann, was Vor- und Nachteile für sein Welt bringt), oder auch tragisch (über den als Erleichterung empfundenen gewaltsamen Tod eines bösartigen Kolonialisten und Rassisten) etc. Wieder eine schöne Sammlung, wie schon der ersten Band von Jörg Weigand in dieser „schwarzen Reihe“.
9 / 10 Punkte

 

Michel Tournier: „Eleasar oder Quelle und Dornbusch"
Dt. v. Hellmut Waller
Überraschend anrührender Kurz-Roman vom Meister. Bin hin und weg – und weiß gar nicht so genau, warum. Ich bin ja nicht religiös, der Held der Geschichte aber sehr. Allerdings ist es Eleasar fast wider Willen, so wie er alles, was er getan hat, wider ursprünglichem Willen tat.
Wir sind in der 1. Hälfte des 19. Jh. In Irland, dem Land, wo die Armut zuhause ist. E. will Tischler werden, aber kann es nicht, muss Schäfer werden. Er findet sich rein und nimmt die Aufgabe an, bis er einen Fehler begeht und von seinem (Dienst-) Herrn hart bestraft entlassen wird.
Weil nix anderes geht, wird er protastantischer Pastor – im katholischen Irland; auch nicht gerade ein geradliniger Weg. Dann verliebt er sich in ein Mädchen, das eine Gehbehinderung aufweist, aus kathol. Familie. Deren Eltern sind dann froh, als sie sie auf diesem Weg „unterbringen“ konnten.
Zur Zeit der großen Hungersnot wegen der Kartoffel-Seuche in Irland, und weil es zuvor zu einem bösen Ereignis kam, siedelte die junge Familie nach Amerika um. Ihr utopisches Ziel heißt Kalifornien.
Ich war etwas überrascht, dass E. so sehr religiös wurde, dass er sich in Moses, seinem Vorbild, wiederfand und sich und seinen (Lebens-) Weg in „gelobte Land“ mit dem von Moses verglich.
Die religiösen Ableitungen im Text fand ich durchaus inspirierend und ansprechend, zumal sehr handhabbar aufbereitet. Da spielt auch die Schlange als luziferisches Symbol eine große Rolle. Habe gelernt, dass St. Patrick, der Landesheilige der Iren, die Schlangen auf Irland ausgerottet habe. Nun aber, in der amerikanischen Wüste, wird E. wieder mit Ihnen konfrontiert. Allerdings auf eine dialektische, oder wenigsten dualistische Weise – genauso, wie der Buchtitel andeutet. Denn es geht um die Entscheidung für den eigenen Lebensweg, der zur Quelle oder zum brennenden Dornbusch führen kann.
Die Erzählung endet tragisch, aber ich war echt gerührt. Ich denke mal, Tournier ist einfach ein Meister des Erzählens und hat mich deshalb so eingefangen.
10 / 10 Punkte

 

Michel Tournier: „Lucio oder die Belagerung des Glücks“
Dt.v. Hellmut Waller
Ein schönes Buch aus dem Hanser-Verlag, eigentlich was für Kinder, aber das hat mich nicht abgeschreckt. Ich finde diese Kladden-Hardcover-Ausgaben mit dem roten (oder blauen) Buchrücken einfach so toll. Von Tournier sind nach meinem Kenntnisstand drei solche Bücher in der Aufmachung erschienen – die ich nun alle mal endlich lesen werde. Hier also das erste davon.
Ist ja nur eine Erzählung, schnell ist man durch. Das ist sozusagen „cosy history“ – spielt im 100jährigen Krieg und „löst“ eine Belagerung auf, indem die Anführer der Heere Schach miteinander spielen. Na ja, wenn das immer so einfach wäre. Wobei die Aussage der Story darauf zielt, dass es eben nicht nur eine Frage des Verstandes ist, wer im Schach gewinnt, sondern sehr wohl auch des Glücks.
9 / 10 Punkte

 

Leon Engler: „Botanik des Wahnsinns“
Nach den Melle-Büchern nun auch diese sehr persönliche Sicht auf das, was wir unsachgemäß als „Wahnsinn“ bezeichnen. Oder als Depressionen etc.
Ich weiß nun gar nicht, ob der Autor wirklich von seiner eigenen Familie schreibt. Wenn, dann ist er nicht zu beneiden. Er schreibt als „Betroffener“, aber auch als angehender Therapeut. Er wird mit so vielen Formen psychischer Problematiken bei Menschen konfrontiert, dass es wirklich schwer ist, das schon lesend auszuhalten.
Mir ging das Buch ziemlich unter die Haut. Klar, wenn man so etwas liest, beginnt man zu vergleichen, inwieweit das Beschriebene auch auf einen selbst zutrifft (bei anderen Krankheiten wäre das ähnlich, aber das wäre mir dann noch unheimlicher; sowas würde ich nicht lesen – können). Die Erzählung selbst ist klar und immer noch so distanziert genug (anders als bei Melle, finde ich), dass ich das Buch mit großem Interesse und Spannung gelesen.
Mitunter ist es fast zu viel des Bösen, was man da liest; irgendwie kann man auch den Überblick verlieren, wer nun unter welchem psychischen Leiden leidet.
9 / 10 Punkte

 

Clemens J. Setz: „Rainer Maria Rilke“
Aus der Reihe des Reclam-Verlages „100 Seiten“
Da ich durch den superdicken Roman (Die Stunde zwischen Frau und Gitarre) einfach nicht durchkomme, seit 2 Jahren (?) nun etwas erfrischend Kurzes, was aber, neben Interessantem über Rilke auch sehr viel, mehr als erwartet, über Setz selbst. Seine Bücher sind oft, soweit konnte ich das schon feststellen, sehr oft viel assoziatives Gedränge (der Begriff ist ausgeborgt, von Ernst Petz, der einst ein Buch von sich so benannte und, fällt mir gerade ein, von dem ich auch lange nix mehr hörte).
Ein tolles kleines Buch! 9 / 10 Punkte




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Hofmanns Leseliste 2026 beginnt mit...

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 30 Januar 2026 · 583 Aufrufe
Meyrink, Anne Rabe und 5 weitere...

2026 beginnt mit ...

 

Lars Dangel (Hg.): „Die Blumen der Mumie Neith“
Die Sammlung enthält zumeist kurze SF- und Phantastik-Stories von vor 1945. Einige sind bereits in anderen Ausgaben neu erschienen, andere hier nach vielen Jahrzehnten das erste Mal. Bis auf eine waren mir alle neu. Die Anthologie enthält folgende Erzählungen:
Felix Dörmann - Das Elixier des Lebens: Ein griechischer Antiquitätenhändler kümmert sich rührend um einen altägyptischen Vampir.
Walter Küster - Der Andere: Ein Kommissar wird durch – ja, durch wen eigentlich? – ermordet. Im Raum war jedenfalls nur ein Spiegel.
Frigyes Karinthy – Röntgenland: Oha, ein bekannter Name! Ein Klassiker der ungarischen SF. Die Story gehört in den Reigen kurzer SF-Ideen-Stories des Bandes. Andere sind eher Grusel-Geschichten, mit metaphysischem, übersinnlichem Hintergrund. Hier geht es um die ästhetischen Folgen von allgemein verfügbarer Röntgentechnik im Alltag.
Josef Klemens Kreibig - Die Todtenfliege: Nach dem Lesen fiel mir das Sprichwort von den Liedern, die man singen soll, ein, wenn man möchte, dass man sich nur mit guten Leuten umgibt. Hier wird gezeigt, dass Musik auch richtig böse sein kann. Ansonsten ist das Bio-SF.
Anton Siebenstein - Der Zeit-Überwinder: Frühe SF-Ideen-Story über den Wirrwarr, den man mit Zeitreisen anstellen kann. Überraschend frisch!
Mihály Babits - Das fliegende Dorf: Eine Flüchtlingsstory. Interessant, dass diese Problematik damals schon reflektiert wurde. So richtig nachvollziehen konnte ich die Story nicht – von dem Dorf, dass den Migranten folgt.
William Livingston Alden – Wagenerium: SF-Story über den Entdecker radioaktiver Elemente. Der Umgang mit dem Material mutet heute natürlich komplett falsch an. Damals war die Radioaktivität noch nicht so schlimm…
Pierre Mille - Der den Tieren gebietet: Über jemanden, der mit den Tieren spricht – und dies für einen Racheakt ausnutzt.
Jakob Michael - Die Idee des Doktor Livius: Richtig tolle, stimmungsvolle Mumien-Story; könnte ein Exposé für einen Hammer-Film sein!
Edith Heralth - Die Flucht von der Erde: Ziemlich verrückter Garn, scheint eine Kolportagestory über die Flucht einer Kriminellen ins All, zum Mond, zu sein, aber … es gibt ein seltsames Ende.
Robert Hugh Benson - Der alte Beichtstuhl
Die Geschichte fand ich nicht so toll. Halt über eine Kirchenlegende.
Ferenc Herczeg - Baron Rebus
Den Autor hatte ich ja schon mal kennen lernen dürfen. Auch dank eines Buches von Lars Dangel. Die Story kannte ich daher schon, aber die Zweitlesung hat auch großen Spaß gemacht. Eine Androiden-Geschichte.
Frank R. Stockton - Das magische Ei: Ein großartiger Illusionist und Hypnotiseur schafft eine perfekte Vorstellung, bei der ungefragt Leute manipuliert werden, was zum Verlust seiner Verlobten führt.
A. M. Fellmann - Die Blumen der Mumie Neith: Grabbeigaben in ägyptischen Pharaonengräbern sollte man lieber nicht anfassen. Schöne unheilbeschwörende Stimmung, wenig Action.
Mór Jokai - Der Unverwundbare: Auf die Story war ich echt neugierig, weil sie von einem Autor stammt, den ich aus meiner Jugend kannte (Ein Goldmensch), den ich guter Erinnerung hatte. War etwas enttäuscht von der patriotischen, militaristischen Geschichte die zudem auch eigentlich gar keine phantastische ist. Ein unverwundbarer Soldat, der zum menschlichen Mistkerl wird, fällt _nicht_ durch eine feindliche Kugel.
Lisa Honroth-Loewe - Die Kakteen-Sammlung: Die könnte von Roald Dahl sein. Eine pflanzliche Eigenschaft überträgt sich auf einen Menschen, wie eine Krankheit. Vielleicht auch eine Metapher für eine Vergewaltigung mittels KO-Tropfen?
Max Hirschfeld - Die Vergangenheitsmaschine: Die 2. Zeitreisestory des Bandes, die auch zeigt, dass die phantastisch klingende Möglichkeit, in der Zeit zu reisen (hier nur in die Vergangenheit), nur auf den allerersten Blick toll ist.
Leopold von Günther-Schwerin – Unkas
Unkas ist ein Hund, der mit seiner Menschen-Familie in einem alten Haus Urlaub macht. Da spukts. Ja, leider nicht viel mehr. Ich war nicht sooo sehr angetan. Aber gut.
Emil Lucka – Sphex: Noch eine Bio-SF-Story, über die unbedarfte Züchtung von sehr großen Wespen, die ihre Eier in Warmblütlern ablegen. Je größer die Wespe, desto größer muss das Wirtstier sein. Nun ja…
Leonhard Stein - Der Gürtel des Marco Polo: Die Story konnte ich nicht lesen, habe mir keine Mühe gegeben. Ist eine Herausforderung und ich wünsche ihr verständigere Leser als mich. Sie ist in einem mittelalterlichen, altdeutsch anmutenden Stil verfasst.
Insgesamt hat mir der Band viele Spaß gemacht, sehr empfehlenswert, wenn man mal schauen will, wie unsere Altvorderen so SF konnten – oldies but goldies. Als „Dornbrunnen Taschenschmöker“.

 

Johanna Dab: „Größer als Kaiser und schneller“
Nach der vielversprechenden Story der Autorin in daedalos 17 begab ich mich auf die Suche nach weiteren Texten der mir bis dato unbekannten Autorin.
Ich wurde fündig. Allerdings scheint sie wirklich noch eine junge Autorin zu sein – wie alt sie ist, weiß ich nicht, aber als Autorin hat sie wohl noch nicht so viel gemacht. Das ist das einzige Solo-Werk von ihr, eine Erzählung als Einzelveröffentlichung. Musste ich mir gleich mal reinziehen.
Das kleine Werk fiel derzeit auch auf fruchtbaren Boden bei mir, denn ich hatte gerade zwei Bücher gelesen, die sich – das eine direkt mit dem Untertitel, das andere ohne dieses Etikett, gehört aber sicher auch dazu, ist aber witziger und humoriger als das erste – einer „Anti-Wokeness-Phantastik“ zuordnen lässt. Ich kann am Ende mit diesen den vermeintlichen „Zeitgeist“ ablehnenden Stories doch wenig anfangen, zumal sie mir als Literatur auch nicht so dolle gefallen haben. Wie auch immer...
Jetzt also ein – wenn man so will – Pro-Wokeness-Märchen! Ja, das ist es, erst einmal ein Märchen, sowohl vom Ton, also auch inhaltlich – aber auch mehr, denn was hier an Märchenhaftem, Utopischen geschildert wird, ist am Ende nur eine Version des Möglichen, keine fiktionale Realität.
Ein mythisches Wesen aus dem alten China, ein Quilin, kommt nach New York. Es hat bestimmte Eingeschalten und Skills, das es sehr sensibel für menschliche Problemlagen macht. Ich lass das mal so unbestimmt. Die Autorin behandelt in ihrer gleichnishaften, fabelhaft-phantastischen Geschichte die Möglichkeiten und Gefahren der KI-Nutzung. Der Ton – ähnlich wie das bezaubernde Coverbild – muten naiv an – im Sinne eines künstlerischen Stils. Sie bricht die Problematik herunter. Aber das ist okay, soll ja keine Anleitung zum konkreten Tun sein.
Leute, die ihre ideologischen Probleme mit sog. woken Gedankengut haben, dürften bei dem Text mächtig getriggert werden. Na ja, finde, da hat die Autorin dann schon mal viel richtig gemacht.
Ansonsten lässt sie das Ergebnis offen. Ob die Gedankengänge nun wirklich neu und wegweisend sind, möchte ich auch nicht vorbehaltlos bejahen, aber es war – für mich – das absolut richtige Werk zur richtigen Zeit, und dazu auch noch toll und kurzweilig erzählt (das ging mir bei der Erzählung in daedalos 17 auch schon so). Ich bitte die Autorin, aktiver zu werden, mehr zu schreien, bitte!
9 / 10 Punkte

 

Ina Elbracht: „Mollusca Obscura“
Lovecrafts Schriften des Grauens 50, Blitz-Verlag, 2025
Es beginnt rätselhaft und etwas kurios: Ein nackter Mann findet sich am Strand von Neuseeland wieder, ohne Gedächtnis. Er hat nur eine rote Damenunterhose an. Und er verspürt einen Heißhunger auf rohe Leber.
Das geht auch einer ehemaligen K-Pop-Sängerin und nunmehrigen Punk-Göre so. Das „Leber-Motiv“ setzt sich fort: Es wird ein toter Pottwal angespült, dem fehlt seine Leber.
Neben den beiden gibt es noch eine 3. Protagonistin, eine Fotografin. Alle Drei verbindet natürlich etwas, was Stück um Stück offenbart wird. Der Roman konzentriert sich auf diese drei Personen, auf ihre Lebensumstände, Beziehungen zueinander, ihre Geheimnisse, deren sie sich selbst erst wieder bewusst werden.
Fast nebenbei wird ein weiteres Bausteinchen dem Cthulhu-Mythos hinzugefügt, der u.a. mit der Sagenwelt der australischen Ureinwohner verknüpft wird. Wunderbar, großartig! Die Figuren faszinieren und fesseln, die unheimlichen, cthulhuiden Geschehnisse, die genau 100 Jahre nach dem Auftauchen und Wiederabsinken der Stadt R'lyeh, wie es Lovecraft in seiner Erzählung „Chthlhus Ruf“ beschrieb, desgleichen. Bin restlos begeistert von dem kleinen, feinen Roman aus dem Blitz-Verlag.
10 / 10 Punkte
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Tobias Bachmann: „Konzerte“
Dunkelgestirn 2025, mit CD von Dunkelpoet
Ein famoses Buch aus dem Hause Dunkelgestirn. Und ein wenig ist es wie ein Nachhausekommen, denn ich hatte ja selbst mal das Vergnügen, ein Buch mit Erzählungen von Tobias Bachmann, das von Eric Hantsch gemacht wurde, damals noch in der Edition Cthulhu Libria, zu illustrieren. Denn das Buch hier ist ja auch „illustriert“ – wobei FALPICO / Heiko Schulze ja richtige Gemälde zum Buch beisteuerte. Ich habe mich schon lange auf das Buch gefreut, denn angekündigt war es ja schon ein Weilchen. Auch gefreut wegen der Musik dazu! (Wobei mir – falls ich es mal wusste – inzwischen entfallen war, dass das nächste Dunkelpoet-Werk im Zusammenhang mit dem Buch entstehen sollte). Also, alles beisammen.
Und? Ja, war nicht übel. Wobei mir nicht wirklich alle Stories 100%ig gefallen haben. Z.B. der Krimi, „Das Biest“, in dem Kommissare Michael Marrak (sic!) ermittelt und in dem es um ein im wörtlichen Sinne gefräßiges Musikinstrument geht. Irgendwie zu lang die Story. Irgendwann wird ja klar, dass es „nicht mit rechten Dingen“ zugeht, ab dann ist ja nur noch interessant, ob und wie die rationalen Kriminologen diese Tatsache aufnehmen und was sie damit anfangen.
Für mich so ganz persönlich war die Geschichte mit der Band Us & Her in Paris interessant, in der Poes „Untergang des Hauses Usher“ noch mal auflebt. Interessant deshalb, weil sie mir eine Erfahrung widerspiegelt, die ich irgendwie auch gemacht habe, natürlich auf anderem Wege; und zwar, dass Leute, die vorgeben, einen alternativen Lebensweg zu gehen (hier in dem Fall Gothics) am Ende auch nur Konsumopfer sind und dem schnöden Geld und Luxusleben nachrennen. Der Protagonist ist der Kopf einer erfolgreichen Gothicrock-Band und will sich ein „angemessenes“ Domizil suchen. Muss ein mittelalterlich wirkendes Haus sein, in einer Wohngegend, wo eben nicht der Plebs lebt. Usw. Unangenehm, fand ich, der Typ hat schon mal nicht meine Sympathie bekommen. Sollte er wohl auch nicht. (Aber so richtig sicher bin ich mir nicht.) Und schön ist dann auch, als die nach Außen immer als Horror-Grusel-Gothic-Freunde dann mit einer richtigen Gruselgeschichte konfrontiert werden, drehen sie am Rad oder ganz durch. Herrlich…
Anrührend fand ich die Geschichte mit dem vererbten Requiem, eines ehemaligen KZ-Insassen, dessen Musikstück die Seelen der Menschen auf eine ganz besondere Weise anrührt. Das wird unfreiwillig zum Instrument der Rache und Gerechtigkeit.
Insgesamt steht also Musik im Zentrum der Geschichten. Manche funktionieren, einige nicht so richtig; insbesondere zum jeweiligen Schluss hin fallen sie manchmal ab – für meinen Geschmack. Aber was heißt das schon.
Was allerdings wirklich kritikwürdig ist, sind die historischen Fehler; auffallend in „Klangkathedrale“: „…kann man es getrost Johann Sebastian Bach zusprechen, dass die Orgel seit dem 16. Jahrhundert fester Bestandteil in vielen Kirchen geworden ist. (S. 60) Nee, eher nicht „getrost“, wenn J. S. Bach doch erst am 31. März 1685, also Ende des 17. Jahrhunderts, geboren wurde. Richtig ärgerlich ist dann die historische Faktenlage in „Requiem für einen Träumer“. Möglicherweise könnte man insgesamt mit der Aussage der Story so seine Probleme haben, das sei dahingestellt; ich möchte die Utopie darin gern akzeptieren, auch wenn ich an sie echt nicht glauben kann, aber leider sind da einige Daten des historischen Hintergrunds komplett falsch. Warum gab es hier keine Kontrolle? Wenn schon Jahreszahlen genannt werden, sollte man die doch nachprüfen, oder?

 

Die Bilder sind meisten beeindruckend, manchmal könnten sie raffinierter in ihrer Komposition sein, fand ich. FALPICO greift immer sehr kräftig in den Farbtopf (was ich mich nie traue), was durchaus beeindruckt. Die Figürlichkeiten sind mitunter noch ausbaufähig (ja, sagt der Richtige, der so seine Probleme mit der figürlichen Darstellung hat – selber…).
Das Buch ist schön großformatig, mit Audio-CD – Musikstücke, die auf ihre Weise die Geschichten des Autors „illustrieren“. Sehr abwechslungsreich, mitunter hörspielartig.
8 / 10 (eigentlich -1 Punkt für die historischen Schludrigkeiten, und + 1 Punkt für die supertolle Ausstattung und grafische Gestaltung)

 

Aldous Huxley: „Zeit der Oligarchen“
Ein Essay über den Stand der Dinge und Aussichten in der Entwicklung der politischen Welt des Westens. Ende 40er Jahr geschrieben, klingt zum Teil aber hochaktuell. Es geht Huxley vor allem um den Stand der Wissenschaften und Technologie, die die maßgeblich die Herrschaft der „Oligarchen“ (gern auch Tech-Milliardäre…) zementieren hilft.
Für mich interessant bei seiner kleinen Analyse ist der Umstand, dass er sozialistische und kapitalistisch wirtschaftende Staaten vergleicht und sie auch im Grunde gleichsetzt – in dem Sinne, dass sozialistische Staatsapparte und Parteiführungen ausbeuterische Herrschaften darstellen. Finde ich sinnvoll.
Insgesamt schon ziemlich interessant, daher 9 / 10 Punkte.

 

Sebastian Guhr: „Der spanische Esel“
Jetzt bin ich mit dem Autor tagesaktuell – glaube ich, zumindest, was die Einzelpublikationen anbelangt; alle Erzählungen kenne ich da nicht. Das Büchlein ist wieder eine biografische Erzählung einer historischen Figur, allerdings nur eine kurze, leider, denn sie ist wiederum wundervoll geschrieben und ich hätte mich gern länger damit befasst.
Es geht um Luis Bunuel, den Filmemacher, der aus der surrealistischen Bewegung stammt und hier konkret um die Entstehungsgeschichte seines „surrealistischen Dokumentarfilmes“ „Las Hurdes“, der 1932 Premiere hatte.
Nach der Lektüre habe ich mir den Film angesehen und muss sagen, dass ich vieles im Film gar nicht wahrgenommen oder achtlos an mir vorbeilaufen gelassen hätte, hätte ich nicht zuvor gelesen, was – zumindest laut der Erzählung – beim Drehen der Szenen passiert ist. Oder davor, oder danach. (Ich fand den Film nun gar nicht so überragend und sehe darin kaum etwas „Surrealistisches“.)
Der Autor verknüpft die ziemlich schräge Entstehungsgeschichte dieses Filmes immer wieder mit Einsprengseln aus Bunuels Biografie. Die „Masche“ ist schnell erfasst – sie könnte durchaus störend wirken – auf mich allerdings nicht, ich fands gut: In der fortlaufenden Erzählung streut der Autor, ohne einen Absatz gemacht zu haben, Sätze zur Biografie oder seelischen, psychischen Befasstheit des Filmemachers ein, die mitunter aus dem Zusammenhang des gerade Gelesenen herausgerissen wirken. Der Text wird damit mächtig komprimiert, daher sind das dann am Ende nicht mal 90 Seiten, und dennoch hat man den Eindruck, eine Biografie gelesen zu haben. Außerdem mag ich die Schreibweise des Autors, von Buch zu Buch mehr.
10 / 10 Punkte

 

Anne Rabe: „Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral“
Nach der Lektüre von 2 „anti-woken“ Phantastikbüchern, die sich gegen die moralisierenden woken Normen aus einer angeblichen Haltung des „normalen Menschenverstandes“, der sich komischer Weise gegen alles Progressive und die Probleme der Welt Aufgreifende stellt, also wider die „neue Moral“ anschreiben, musste ich mir einen seelischen Ausgleich schaffen. Es waren nicht nur die Lektüre selbst, sondern auch Diskussionen im Anschluss, die mich inzwischen so dermaßen ermüden. Sicherlich bräuchte ich das Buch von Anne Rabe ja gar nicht, weil mir vieles darauf, einiges intuitiv, geläufig ist. Sie muss mir nicht agitieren.
Interessanter Weise sind die Gegner der „neuen (woken) Moral“ ja selbst sehr moralisierend, indem sie „alte“, (keineswegs immer) „gute“ Werte der „guten alten Zeit“ hochhalten und diese zurückfordern. Das ist aber sicher nur ein Aspekt.
Mir hat das Essay der Autorin jedenfalls sehr gefallen. Es ist kein fundamentales Theoriewerk, eher eine Art Tagebuch – ein Tagebuch der eigenen Verzweiflung, die ich so sehr teile – teilen muss, leider.
Neben gegenwärtigen reaktionären, anti-progressiven Entwicklungen greift sie auch ein historisches Beispiel auf, den Historikerstreit, in dem sie für meine Begriffe hervorragend aufzeigt, wie man damals mittels angeblich neutraler Wissenschaftlichkeit bisher als notwendig erachtete gesellschaftliche Konventionen in Frage stellt.
Und dann kann sie einfach auch sehr gut, anschaulich und griffig schreiben.
10 / 10 Punkte

 

Frans Smit: „Gustav Meyrink. Auf der Suche nach dem Übersinnlichen“
Aus dem Niederländischen v. Konrad Dietzfelbingen
Was Biografien anbelangt, bin ich inzwischen von Gunnar Decker (Fühmann, Houellebecq) und Emmanuel Carrère (Ph. K. Dick) verwöhnt; mehr aus der Sicht der Erzählkunst, weniger wegen ihrer akademischen Exaktheit.
Die Meyrink-Bio hier ist da aus ähnlichem Holz: Biografisch mag sie stimmen, aber der Autor legt halt viel Wert auf die geistige-intellektuelle Verfasstheit Meyrinks, auf seine esoterisch-okkulte Entwicklung. Ich fand das sehr interessant und inspirierend. Nach der Lektüre glaube ich gern noch mehr, dass M. eben „nicht nur“ ein Phantast war, sondern wirklich die okkulten Themen, die er romanhaft darstellte, erforschte und bearbeitete. Ob die Ergebnisse seiner „Forschungen“ sinnvoll und ergiebig waren, sei dahingestellt.
Was den Schreibstil anbelangt, bleibt Smit weit hinter Decker und Carrère zurück. Dafür enthält das Buch sehr, sehr viele Zitate, vielleicht sogar zu viele, aber das macht die Lektüre authentischer. Für mich ist diese Bio auch wieder eine Verstärkung des Appells: Lies mehr Meyrink! Okay, mach ich.
8 / 10 Punkte




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Das Jahr beginnt im NEUEN STERN mit ...

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 30 Januar 2026 · 540 Aufrufe
Solan Aric

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Es könnte zu einer (un)guten Tradition werden, das Jahr im NEUEN STERN mit einem Fehlerchen zu beginnen. 2025 war es die Jahreszahl auf dem Cover. Und dies Jahr?
Im neuen Heft war mal wieder kein Platz für das Inhaltsverzeichnis, lediglich für einen QR-Code, den man sich im „Internet“ erstellen lassen kann – nur leider eben nicht auf Dauer; ist halt so, wenn es nix kosten soll. Na ja, jetzt musste das Redaktions-Alien improvisieren und nun liegt das Inhaltsverzeichnis auf einem Extrazettel anbei. – Ja, mehr Katastrophe ist dann aber auch nicht.
Das neue Jahr startet, auch im NEUEN STERN; die Reise wird fortgesetzt. Die Auslieferung läuft; noch sind nicht mal mehr eine Handvoll Hefte übrig; ich sag’s ja bloß…
Was erwartet die lieben Mitreisenden:
Zwei neue Namen tauchen im NEUEN STERN unter den Mitmachenden auf. Zum einen eine neue Autor*in (unter Pseudonym), ein neuer Rezensent, direkt hier aus dem Forum.
Dann wagt es doch der NEUE STERN glatt, auch mal politisch zu werden, indem ich mich u.a. mit so selbst titulierter „Anti-Wokeness-Phantastik“ auseinandersetze. Es gibt auch noch ein 2. Werk, das eventuell in diese Sparte passt. Mit beiden bin ich – so sagt man ja heute – nicht fein. Aber das wird man ja wohl noch mal schreiben dürfen!?

 

Titelbild: "Wüstenplanet" von Gerd Frey - diesmal in Gänze, war ja auf der 118 bereits partiell zu bewundern.

 

Hier der Inhalt der 120 im Überblick:
Thomas Hofmann - Editorial
Bernd Wiese gratuliert Wolf Weitbrecht zum 105. Geburtstag: Stern der Mütter
Thomas Hofmann über Primo Levi, Die Verdopplung einer schönen Dame
Story: Eine postapokalyptische Kurzprosa: Der Nachbar von oben, von Solan Aric
Bernd Wiese u. Thomas Hofmann über Daedalos 17
Thomas Hofmann über Michael Tillmann, Jenseits des Zeitgeistes...
Thomas Hofmann über Dietmar Sievers: Halbhorsts Erzählungen
Peter Schünemann über Christian Kracht, Ich werde hier sein im Sonnenschein...
Peter Schünemann über Thomas Brussig, Das gibt's in keinem Russenfilm
Volker Adam über Im Jenseits
Volker Adam über Lee Killough, Das Doppelgänger-Gambit
Gerd Frey über Barry N. Malzberg, Ein schwarzer Tag im Universum
Peter Poppe über GALAX ACHERONIAN, ODYSSEE (Koloniewelten 8)
Bernd Wiese über Buntes Abenteuer 58 und 60
Peter Schünemann über „Ein Meister des Phantastischen aus Norwegen: Tor Åge Bringsværd“




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Vincent Voss im Dark Flower zu Leipzig am 8. Januar 2026

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 09 Januar 2026 · 1.214 Aufrufe

Vincent Voss im Dark Flower zu Leipzig am 8. Januar 2026

 

Damit ist die Saison (für mich) eröffnet! Ein neues Jahr mit phantastischen Lesungen und Veranstaltungen wartet hoffentlich auf mich. Und das war gleich die erste.
Der Autor selbst hatte gar nicht mit einem „vollen Haus“ gerechnet, denn Lesungen im Januar stehen im Ruf, schlecht besucht zu werden.
Das Dark Flower, ein Musik-Club für die eher dunklen Töne, bietet allerdings auch nicht so viel Raum. Und der war dann aber gefüllt. Als ich auf den letzten Drücker ankam, musste ich schon schauen, wo noch ein Plätzchen auf den Bänken frei ist…
Das ist der Veranstalterin nur zu wünschen, dass das Leseformat nun im zweiten Jahr sich weiter etabliert und Bestand hat. Carolin Gmyrek hat wieder moderiert. Diesmal hatte sie sich gut auf das Thema vorbereitet – und dadurch vielleicht ein wenig zu viel erzählen können und auch selbst erzählt. Dabei hätte der Autor doch mehr zu Wort kommen sollen. Andererseits sollte neben der Lesung aus dem neuesten Horrorroman des Autors auch das Gespräch zum Thema „Was macht uns Angst? Psychologie des Schreckens in der Literatur“ stattfinden.
Das riesengroße Thema konnte natürlich nur angeschnitten werden und es belief sich auf Anekdoten der beiden, Autor und Moderatorin, wie sie erstmalig mit Horrorfilmen und -Literatur konfrontiert wurden, damit, was für sie Horror ist (sehr weites Feld), was ihnen Angst macht (Frage auch an das Publikum: Warum schaut oder lest Ihr Horror?) und Biografisches des Autors.
V.V. hatte schon mit jungen Jahren einen Zombiefilm gesehen, der ihn, so schätzt er es nun selbst ein, ziemlich verstört hatte. Man sollte damit sicher nicht so früh anfangen. Andererseits hatte er damit seine Leidenschaft für das Schaurige gefunden, wie es aussieht.
V.V. hat in einer Schüler-Punk-Band als Sänger und Texter gewirkt. Da hat er seine Leidenschaft für das Schreiben entdeckt. Die Texte, so Vincent, war manchmal Grund für Auftrittsverbote. Offensichtlich waren die auch schon ziemlich Horror-mäßig.
Im Horror muss für den Autor immer was Übernatürliches dabei sein. Allerdings gab er auch zu, dass dieser Horror dann schon fast „cosy“ wäre, da er weit genug von der Realität entfernt ist, die im Grunde so viel mehr Horror bietet, als er sich als Autor ausdenken kann. Na, da hat er wohl leider Recht.
Vincent Voss las aus seinem letzten Roman: „Seemannsgräber“.
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Er wählte recht unterschiedliche Teile dafür aus, zunächst eine richtig unheimliche Geisterbegegnung, dann eine Szene, die der Autor zum Tell selbst erlebte, in der eine Schulklasse bei einem Ausflug mit einem Schiff und beim Schau-Fisch-Fangen ein Zombie ins Netz geht und zum Schluss eine ziemlich heftige Splatterszene. Gerade die letzte Szene – muss ich, inzwischen wohl zum Sensibelchen mutierter, alter Sack mir eingestehen, sagt mir, dass ich gar kein Horror-Fan bin, zumindest nicht in dem Sinne, wie es dieser Body-Horror und Splatter beinhaltet. Im Grunde waren mir die unheimlichen Wesen aus dem All, die übermächtigen Entitäten des Kosmos, die mir ein Gefühl der Ohnmacht und des unpersönlichen Grauens vermitteln, näher als solche Schlacht-Szenen. Aber: Weites Feld.
Insgesamt war das ein toller, inspirierender Abend. So hat das Jahr gut begonnen; kann so weitergehen.

 

Das Foto: Im Dark Flower ist es immer sehr dunkel, viel dunkler, als das Foto vermuten lässt.
Ein Bild des Lesenden im Sessel - ohne das Licht - konnte nicht sinnvoll erstellt werden.
Der Autor hat sich beim letzten Lese-Teil mit Leselampe am Kopf unter das Publikum gemischt, um mit viel Verve, starker Betonung und quasi über die Schiffsbohlen marschierend die Zuhörerschaft zu beeindrucken:

 

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Im Interview

Geschrieben von T.H. , in Ich war dabei... 02 Januar 2026 · 232 Aufrufe

(Dieser Beitrag ist mehr als Sammler und Erinnerungsstation für mich selbst gemeint)

 

Icke im Interview - als SF-Fan, Redaktions-Alien oder einfach nur als "alter Sack"?

 

https://defms.blogsp...-interview.html

 

https://fantasyguide...as-hofmann.html

 

in den AN 283, ab Seite 16
https://sfcd.eu/file...85b73907112.pdf
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… und wo ich über unseren Club, Fanzines & mich palavern durfte:
im GarchingCon 12 – Das ConBuch, 2023, Inhalt
in der !Time Machine 10, Februar 2026




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2025 - Hofmanns (nicht nur) Leselistenabrechnung

Geschrieben von T.H. , in Statistik, Leseliste ab 2013 29 Dezember 2025 · 420 Aufrufe

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... wird wohl kaum zu den glorreichen Jahren der Menschheit zählen. So viele Problemfelder, die wieder nicht angegangen wurden, die sich sogar verschlimmert haben. Lösungen (realpolitische) sind nicht in Sicht. Die Aussichten für das kommende Jahr sind dann auch ziemlich düster. Schade, dass die Dystopisten Recht behalten werden.
Persönlich war es auch erst mal nicht so gut. Da war die gesundheitliche Sache im März, die mich durch die erste Jahreshälfte hindurch beschäftigte. Sieht aber so aus, als ob ich es in den Griff bekommen habe. Gesundheitlich hat es leider auch jemanden in unserem SF-Club erwischt. Auch dort gibt es aber, glaube ich, Grund hoffnungsfroh in die Zukunft zu sehen.
Was das geliebte SF-Fandom und meine geliebte phantastische Kunst anbelangt, hatte ich aber ein sehr schönes Jahr! Es erschien das „Das intergalaktische Bestiarium“, in dem Petra Hartmann meine Zeichnungen zu literarischem Leben verhalf, editiert von Eric Hantsch in seiner Edition Dunkelgestirn (wer die kennt, weiß, dass es ein tolles Buch geworden ist!) und in dem ich mich ja zeichnerisch mal so richtig austoben konnte: Ich zeichne am liebsten Monstren und Drachen, phantastische Szenarien. Dafür war hier viel Platz. Die Zeichnungen sind ja alle vor 2025 entstanden, aber in diesem Jahr erschien das Buch. Es war daher auch ein willkommener Anlass, den MarburgCon zu besuchen – für mich das 2. Mal, nach mehr als 10 Jahren (wo ich es mir doch immer wieder mal vorgenommen hatte). Der Besuch in Marburg wird mir auch deshalb in lieber Erinnerung bleiben, weil mich dort Holger Marks so toll empfangen hatte, um mir seine Stadt zu zeigen. Holger ist ja Mitstreiter in der APA F.A.N. und auch mitunter Autor für den NEUEN STERN.
Das BESTIARIUM konnten wir, Petra und ich, dann beim FKSFL auch noch mal präsentieren, was – so mein Eindruck – eine gelungene Veranstaltung war. Ja, irgendwie hat meine Passion (die allerdings schon mal stärker ausgeprägt war) – das phantastische Zeichnen – ihren Höhepunkt und gewissermaßen Abschluss gefunden. Jetzt wäre ich frei für neue künstlerische Wege – aber ich suche noch und bin selbst gespannt, was da jetzt kommen wird.
Nach wie vor ist mir unser kleines Fanzine, der RUNDBRIEF – NEUER STERN – DAS Herzensprojekt. Da gab es durchaus viele kleine Höhepunkte, an die ich mich gern zurück erinnere: Das Doppelheft zur polnischen Phantastik, die Interviews, die Lars Dangel für uns führte (mit Franz Rottensteiner und Klaus Geuss), die kleine Grundsatzdiskussion zur SF und dem SF-Fandom, angeregt durch Wilko Müller jr. und von Clemens Nissen und Peter Schünemann aufgegriffen, wieder (oder immer noch) viele Beiträge von Bernd Wiese u.a. zur Rubrik „Aus alten Bücherschränken“ (ich staune weiterhin, wie viele phantastische Texte aus dem Vergessen geborgen werden können!). Neue Namen und Mitstreiter*innen tauchen auf: Jean Li, Franziska Appel, Peter Poppe, Denis Vidinski; gute „alte“ Bekannte sind auch noch dabei, wie z.B. Gerd Frey.

 

Auch das Lesen macht mir weiterhin Laune und ich bedauere nur, dass ich so langsam lese und daher meinen SUB einfach nicht runter kriege (aber das sind ja schöne „Sorgen“). Hier nun meine Leseliste, sortiert nach meiner persönlichen Wertung.
Ein paar Bücher haben keine Wertung, weil ich mir nicht herausnehme / anmaßen möchte, sie so einfach bewerten zu können, ein paar, weil ich sie ev. voreingenommen gelesen habe und nicht ungerecht sein möchte.

 

So eine Retrospektive hat ja was: Sie bringt mich selbst zum Staunen: „Was, das habe ich gelesen!? Ach ja, das war ja auch dabei…“
Es gab ein paar Interessenschwerpunkte, die aber auch nach diesem Jahr nicht „abgearbeitet“ sind.
Zum einen stand die Phantastik / SF Frankreichs im Fokus – Zuarbeiten für ein Sonderheft des NEUEN STERNS in 2026. Teilweise ist das eine Reise in die Vergangenheit für mich, weil ich mit einer alten Schwarte aus DDR-Zeiten begonnen habe (Sieben Masken…). Allein dafür war das ein tolles Erlebnis.
Ein altes Buch hat mich dann angeregt, einer mythologischen Figur (Ahasver) nachzuspüren. Die Spur führte mich u.a. zu den Erzählungen von Michael Ende, die mich ziemlich beeindruckt hatten.
Meinem lange gehegten Vorhaben, mehr Meyerink zu lesen, konnte ich auch – etwas – Folge leisten. Aber da muss noch mehr passieren.
Auch so eine Passion – Dichter und Denker der ersten Hälfte des 20. Jh., die sozusagen zwischen den Stühlen saßen, ambivalent waren und bewertet werden – konnte ich auch weiter frönen; inklusive überraschende Neuentdeckung für mich: Walter Mehring.
Neues war auch dabei - „sogar“ muss ich langsam schreiben, denn mein Fokus auf SF- u. a. Phantastik-Neuerscheinungen ist seit ein paar Jahres etwas erlahmt. Aber zuletzt waren es die ANDYMONADEN, die mich echt faszinierten (auch, weil sie mir Anlass waren, eine alte SF-Liebe wieder aufzuwärmen). Außerdem habe ich die neuen Sachen von den eigentlich eher Social-Beat-Autoren Jörg Herbig und Jerk Götterwind lesen dürfen. Und ein paar wenige neue Horror-Bücher waren auch dabei; aber sehr wenige.

 

Überragende 11 / 10 Punkte
Emmanuel Carrère: „Ich lebe und ihr seid tot. Die Parallelwelten des Philip K. Dick“
Angela & Karlheinz Steinmüller: „Andymon“
Sebastian Guhr: „Chamissimo“

 

supergute 10 / 10
Nils Wiesner: „Axis Mundi. 1. Buch: Die geschiedene Welt“
Gérard de Nerval: „Aurelia oder Der Traum und das Leben“
Walter Mehring: „Die verlorene Bibliothek“
Gunnar Decker: „Die Fledermaus. Bote der Nacht“
Gunnar Decker: „Houellebecq. Das Ungeheuer“
Primo Levi: „Die Verdopplung einer schönen Dame“
Gustav Meyrink: „Fledermäuse“
Yvan Goll: „Die Eurokokke“
Michael Ende: „Das Gefängnis der Freiheit. Erzählungen“

 

gute 9 / 10
Theresa Hannig: „Pantopia“
Nico von Gracau: „Der Rettungstaucher“
Kurt Vonnegut: „Der taubenblaue Drache“
Jörg Herbig: „Die dunkle Romantik einer Stadt“
David Gray: „Umarmung der Barbaren“
Walter Mehring: „Paris in Brand“
„Der Planet mit den sieben Masken“
Luci van Org: „WIR FÜNF und ich und die Toten“
Dan Simmons: „Ilium“
Dario Gamboni: „Odilio Redon. Das Faß Amontillado. Der Traum eines Traumes“
„Andymonaden“ Anthologie, hg. Von Michael Wehren

 

8 / 10
Jens Bisky: „Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934“
Felix Woitkowski: „E/Meth“
Brian W. Aldiss: „Der lange Nachmittag der Erde“
Jörg Herbig & Sybille Lengauer: „Ungebrochen und mutig“
Jörg Weigand (Hrsg.): Sie sind Träume
Michail Schatrow: „Weiter… weiter… weiter“
Brian W. Aldiss: „Der entfesselte Frankenstein“
Brian Aldiss: Das Ende aller Tage
Luci van Org: „Der Tod wohnt neben an“
G.S. Viereck & P. Eldridge: „Meine ersten 2000 Jahre. Autobiographie des Ewigen Juden“ Übersetzer: Gustav Meyrink, 1928
Alain Dorémieux: „Spaziergänge am Rande des Abgrunds“
Stefan Heym: „Ahasver“
A.E. van Vogt: „Weltraumexpedition der Spacebeagle“
Robert Boehm: „Walhalla brennt“
Alan Moore: „Das Große Wenn“
Gerard Klein: „Die Herren des Krieges“
Thomas Melle: „Haus zur Sonne“
Jerk Götterwind: „Das Atelier in Schielding“

 

7 / 10
B.R. Bruss: „Geister im Moor“
A. E. van Vogt: „Der Krieg gegen die Rull“
Gerard Klein: „Schachbrett der Sterne“
Gilles d’Argyre: „Die Herrschaft des Zufalls“

 

6 / 10
B.R Bruss: „Die Bestien“

 

5 / 10
Nils Wegner: „Neoreaktion und Dunkle Aufklärung. Die rechtslibertäre Versuchung“
B.R.Bruss: „Die magische Seuche“
Brian Aldiss: „Dr. Moreau’s neue Insel“

 

Ohne Wertung
Irina Rasorgueva: „Pop-Up-Propaganda“
Thomas Hofmann und Petra Hartmann: „Das intergalaktische Bestiarium“
Primo Levi: „Ist das ein Mensch?“
Peter Schneider: „Lenz“
Hans Dietmar Sievers: „Halbhorsts Erzählungen“
Michael Tillmann: „Jenseits des Zeitgeistes lauern Gespenster“

 

Die Liste hat 55 Einträge.




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NEUER STERN. Das erste Heft 2026

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 28 Dezember 2025 · 374 Aufrufe

Da mal wieder im Heft selbst kein Platz ist, finden hier die Leser*innen des NEUEN STERN 120 das Inhaltsverzeichnis:

 

Thomas Hofmann - Editorial - Coverinnenseite
Bernd Wiese gratuliert Wolf Weitbrecht zum 105. Geburtstag: Stern der Mütter - S. 3
Thomas Hofmann über Primo Levi, Die Verdopplung einer schönen Dame - S. 4
Eine postapokalyptische Kurzprosa: Der Nachbar von oben, von Solan Aric - S. 8
Bernd Wiese u. Thomas Hofmann über Daedalos 17 - S. 17
Thomas Hofmann über M. Tillmann, Jenseits des Zeitgeistes... - S. 20
Thomas Hofmann über Dietmar Sievers: Halbhorsts Erzählungen - S. 23
Peter Schünemann über Chr. Kracht, Ich werde hier sein im Sonnenschein... - S. 31
Peter Schünemann über Th. Brussig, Das gibt's in keinem Russenfilm - S. 33
Volker Adam über Im Jenseits - S. 35
Volker Adam über Lee Killough, Das Doppelgänger-Gambit - S. 39
Gerd Freu über Barry N. Malzberg, Ein schwarzer Tag im Universum - S. 41
Peter Poppe über GALAX ACHERONIAN, ODYSSEE (Koloniewelten 8) - S. 44
Bernd Wiese über Buntes Abenteuer 58 und 60 - S. 48
Peter Schünemann über Ein Meister des Phantastischen aus Norwegen: Tor Åge Bringsværd - S. 51




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Rest von Hofmanns Leseliste 2025

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 24 Dezember 2025 · 653 Aufrufe
Sebastian Guhr, Thomas Melle

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So ab Herbst, bis Mitte Dezember 2025 gelesen, zumindest zu Ende gelesen. Was so begonnen, abgebrochen wurde, sei hier verschwiegen.
Das Jahr endet mit "kontroversen" Texten, aber auch mit einem absoluten Highlight für mich: Sebastian Guhr!
So viele Bücher, die ich auf meinem SUB nach oben gelegt habe, die ich aber doch wieder nicht "geschafft" habe - aber so habe ich vieles, worauf ich mich im neuen Jahr freuen kann. Hat doch was.

 

Gerard Klein: „Die Herren des Krieges“
Nachdem mit die Titelstory der Anthologie „Der Planet mit den sieben Masken“ so ausnehmend gut gefallen hatte, musste ich mehr von G. Klein lesen! Nicht ganz uneigennützig, denn wir wollen ja ein Zine zum Thema „SF aus Frankreich“ zusammenstellen.
Dieser Roman macht schon was her. Muss damals auch ganz gut angekommen sein, wenn kein Geringerer als John Brunner ihn ins Englische übersetzt hatte. Die deutsche Übersetzung als TERRA-SF-Roman dürfte wieder mal gekürzt sein. Schade, denke ich, denn mir kam bei der Lektüre es durchaus so vor, als wären da Sprünge und ein paar Dinge erschienen mir unerklärlich. Als würde da was fehlen. Aber vielleicht hat der Autor es auch selbst so angelegt. Die Geschichte ist eine riesige Space-, besser: Time-Opera, eine fulminante, groß angelegte, aber auch haarsträubende Geschichte.
In einem galaktischen Krieg zwischen den Solar-Mächten (Menschen) und den Urianern, der bereits Jahrhunderte tobt, will unser Held Corson ein Monster auf den Heimatplaneten der Urianer aussetzen, das dort alles niedermetzelt. Das Monster hat aber noch eine andere Eigenschaft, die die Menschen bisher nicht wirklich kennen: Es kann kleine Zeitsprünge unternehmen. Bei Ankunft auf Uria hüpft das gefangene Monster in der Zeit und kann sich so befreien. Es stürzt zusammen mit dem Astronauten auf dem feindlichen Planeten ab. Allerdings ist der Zeitsprung nicht nur ein paar Sekunden, sondern gleich mal 6000 Jahre in die Zukunft erfolgt.
Jetzt gibt es keinen Krieg mehr zwischen Menschen und Urianern, ein anarchistisches, friedliches Utopia herrscht. Corson gilt jetzt als Kriegsverbrecher. Aber es gibt da so einen machtgierigen Nachkommen der Prinzen von Uria, der Corsons kriegerischen Kompetenzen ausnutzen möchte. Und ihn mit Hilfe der Zeitspringer-Monster, die inzwischen Freunde der Menschen und Urianer sind, durch Zeiten und Räume schickt, um einen perfiden Intrigenplan auszuführen. Na ja, der Rest ist Geschichte, eine abstruse, verrückte Geschichte. So richtig ernst kann man das Ganze nicht nehmen. Aber es war amüsant und unterhaltsam.
8 / 10 Punkte

 

Gerard Klein: „Schachbrett der Sterne“
Weiter mit den Zeitkriegsromanen des Herrn Klein. Ist nämlich auch so einer. Allerdings auf das Format eines TERRA ASTRA Romanheftes geschrumpft. Wie man in der isfdb nachlesen kann, wurde es zudem wohl aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Keine Ahnung, wieviel davon noch Klein ist…
Ein Raumschiff der im All ausgebreiteten Menschen aus der magellanschen Wolke gerät auf en Schlachtfeld unbekannter Über-Mächte, die gern Dritte involvieren, indem sie sie in die ferne Vergangenheit (230 Mill. Jahre) zurückversetzen. Dort dürfen sie dann gegeneinander Krieg führen – gern mit Raumschiffen, Atomraketen, aber auch Flitzebogen und zu Pferd. Hier entspinnt der Autor wieder ein komplett verrücktes Szenarium. Leider hatte ich beim Lesen mitunter echt den Eindruck, mir wurde hier nur das Exposé vorgelegt.
Unsere Magellaner wollen natürlich wieder zurück und machen bei den Kriegsspielen mit, um dadurch irgendwie das Geheimnis zu ergründen, wie sie die Zeit manipulieren können. Wie das zusammen passt, habe ich nicht kapiert. Komplett unlogisch, das alles.
Wieder spielt ein monsterhaftes Wesen eine Rolle, das intelligenter ist, als die Menschen gemeinhin glauben. Aber der Raumschiffkapitän hat ihm Schachspiel beigebracht und kann sich mit ihm verständigen. Und dieses Monster kann eventuell den Weg in die ferne Zukunft aufzeigen. Oder auch nicht…
Man lernt natürlich Vertreter der großen Mächte kenne, die da im galaktischen Hintergrund seit tausenden von Jahren Krieg führen, bzw. Krieg führen lassen. Die können „helfen“, wieder in die eigene Zeit zurück zu kehren, wollen dafür aber das besagte Monster ausgeliefert bekommen, vor dem sie echt Angst haben.
Was für eine Klamotte – 7 / 10 Punkte

 

Peter Schneider: „Lenz“
Eine Bildungslücke geschlossen – zufällig. Auf den Autor gestoßen bin ich durch den Film „Das Verschwinden des Josef Mengele“ in dem auch über das Verhältnis des Sohnes von Mengele zu seinem Vater erzählt wird. Und darüber hatte nun wiederum Peter Schneider geschrieben. Aber mein Interesse schwenkte dann zu dieser Büchner-Hommage, die ja auch irgendwie mich selbst mehr berührte. Obwohl ich natürlich kein westdeutscher Alt-Linker bin, kein 68er, aber eben als „Ossi“ mit vermeintlich linken Idealen aufgewachsen. Jetzt wollte ich mal wissen, wie so Linke im Westen, also solche, die sich als links ansahen und ansehen, verhalten haben.
Ja, interessant, aber weit weniger aufregend als ich dachte. Vielleicht ist die Zeit auch weiter fortgeschritten. Aber die Wohlstands-Linken gibt es ja immer noch, die der Protagonist hier etwas ungläubig wahrnehmen muss und die ihn in seinem revolutionären, proletarischen Elan ausbremsen. Mit den „echten“ Arbeitern kommt er aber auch nicht zurecht. Ein Fazit kann ich gar nicht ziehen; gibt es eins?
(keine Wertung)

 

Thomas Melle: „Haus zur Sonne“
Hatte mir mehr von versprochen. Der Autor verarbeitet hier wiederum seine bipolare Erkrankung, die sich seit dem letzten Roman*, den ich von ihm dazu gelesen hatte, verschlechtert hat. Wobei mir natürlich nicht bewusst ist, ob das Beschriebene wirklich hundertprozentig autobiografisch ist, denn der „Ausweg“, den er hier für sich andeutet, ist ja mit Sicherheit fiktiv.
Es gibt ein Institut, eine medizinische Einrichtung, das „Haus zur Sonne“, in dem Menschen einkehren können, die sterben wollen.
Der Ich-Erzähler will sterben, weil vor allem seine manischen Phasen immer unerträglicher werden, die depressiven aber auch. Im Haus zur Sonne bietet man ihm an, alles erleben zu können, was er möchte, sich vorstellen kann, was ihn glücklich machen kann. Am Ende wird er aber in den Tod begleitet.
Er ist dort nicht allein, andere Menschen haben andere Gründe, sterben zu wollen; meist unheilbare Krankheiten.
In dem Roman geht es vor allem um den seelischen Zustand des Erzählers, dann auch um die „Erlebnisse“ in dem Haus, also die von den Medizinern erzeugten Traum-Sequenzen.
Nun, seine manisch-depressiven Befindlichkeiten, sein Leidensdruck, dem er dadurch ausgesetzt wird, die wirklich erschreckend sind, für mich nicht nachvollziehbar (natürlich, sowas möchte ich nie erleben), sind schon sehr eindrucksvoll beschrieben, aber das kannte ich ja schon durch seinen anderen Roman.
Die „Erlebnisse“, die er dort träumen kann, sind beliebig und austauschbar; da bleib auch wenig bei mir hängen. Sie sind ohnehin nur Hinhalte bis zum bitteren Ende, oder?
Er lernt dort auch andere Insassen kennen, mit denen er sich auch etwas anfreundet. Können diese menschlichen Bindungen ihn retten, ihm helfen? Durch seine Krankheit hat er ja auch alle Freunde verloren. Wird er wirklich den Tod finden? (Und wenn ja, wer erzählt dann diese Geschichte?)
8/10 Punkte
*) siehe Orwell, Orwell, Melle... (T.H.s. Leseliste) - SF-Netzwerk

 

Gilles d’Argyre: „Die Herrschaft des Zufalls“
Hinter dem Autorennamen verbirgt sich Gérard Klein, von dem ich zuvor 2 „Bücher“ gelesen habe (eins davon war ja nur ein Heft, ein stark gekürzter Roman).
Diesmal ist der Ansatz ein eher gesellschaftlich-politischer, vielleicht satirischer, aber auch utopischer: Menschheit auf der Ede auf 120 Millionen geschrumpft. Dafür 200 Welten galaxisweit besiedelt. „Regiert“ wird diese Gemeinschaft von einem von einem Zufallsgenerator ermittelten, also per Los-Verfahren (nicht) „gewählter“ Repräsentant. Diesmal erwischt es jemanden der mit diesem Amit absolut nix anzufangen weiß. Aber er muss… Zumal bald auf ihn ein Attentat ausgeübt wird, er gejagt, entführt wird und auf seiner Heldenreise natürlich reift.
Was utopisch beginnt, geht über in eine für den Autor typische bizarre, haarsträubende, üppige Space Opera. Es gibt einen anonym bleibenden Alien-Feind, mit dem sich unser Held aber aussöhnen kann. Und es gibt eine Untergrundbewegung, die komischen Demokraten, und eine Untergrundwelt, eine irgendwie libertär-liberale, anarchistische Welt in den alten Metroschächten von Paris.
Wie das endet und wie mir mundet, kann man dann im Frankreich-Spezial unseres NEUEN STERNS im Sommer 2026 lesen.
7 / 10 Punkte

 

Jerk Götterwind: „Das Atelier in Schielding“
Kurzer, knackiger Horror-, besser: Gruselroman um die Geheimnisse eines Malers, Pictor (nomen est omen), der sich vor 200 Jahren in die Einöde zurückzog, um wahre Kunst zu schaffen. Die scheint aber etwas zu lebendig geworden zu sein. Das wollen in unserer Zeit zwei Kunststudent*innen rausbekommen und erleben auch ihr grusliges Wunder.
Hat mir gefallen, ist kurzweilig, auch wenn das Genre mit dem Roman nicht neu erfunden wird.
8 / 10 Punkte

 

Hans Dietmar Sievers: „Halbhorsts Erzählungen“
Diese neue Sammlung von Erzählungen, fast ein Roman, könnte man als dystopische Polit-Satire bezeichnet. Deutschland in naher Zukunft ist wieder mal in Besatzungszonen aufgeteilt, weil die NATO wohl den Krieg gegen Russland verloren hat. Aber irgendwie waren die staatlichen Maßnahmen vorher auch schon stark freiheitsbeschränkend, so, als würden die Corona-Maßnahmen weitergehen: also, nur Straßenbahnfahren mit gültigem Impfausweis z.B. Außerdem wurde ein Sozial-Score eingeführt und wer den unterschreitet kann nicht mal mehr die Regionalbahn nutzen.
Was die Zukunft bringt, weiß ich natürlich auch nicht. Dass es so haarsträubend wird, glaube ich nicht. Aber es ist ja ohnehin nur satirisch gemeint, wobei mir ein paar Witze nicht wirklich gelungen wirkten, für meine Begriffe.
Der Detektiv ist von der Sorte der traurigen (Noir-) Detektive, immer hart am Absturz. Aber er nimmt das alles ziemlich cool auf. Der kurze, knappe Erzählton des Autors hilft ihm dabei. Sogar eine Zwangsrekrutierung für den Krieg im Osten überlebt er und kehrt heim, ohne damit groß Aufsehen zu erregen.
Unterm Strich: War mal eine kurzweilige, durchaus streckenweise unterhaltsame Exkursion, von der ich aber erst mal auch nicht mehr brauche. Das politische Grundrauschen ist nicht so meins; ich finde, die Gesellschaftskritik kratzt an den falschen Stellen. Wir haben eventuell ganz andere Problemfelder in naher Zukunft, an denen wir uns die Zähne ausbeißen; verspätete Zwangsimpfungsmaßnahmen würde ich nicht dazu zählen.
Mehr darüber im ersten NEUEN STERN des Jahres 2026. Ich vergebe mal keine Punkte.

 

Michael Tillmann: „Jenseits des Zeitgeistes lauern Gespenster“
Und gleich weiter auf diesem Spielfeld. Diesmal mehr Phantastik / Grusel, aber auch gesellschaftskritische Satire – wiederum aus einer Sicht, die nicht meine ist. Aber ich war neugierig und außerdem ist der Autor ja ein sehr guter Schreiber. Das hat er auch in einigen Texten in diesem Band unter Beweis stellen können, in anderen eher nicht.
Der Untertitel, der dem Autor auch sehr wichtig ist, lautet: „Anti-Wokeness-Phantastik“. Der Autor ist sehr engagiert dabei, seine Sichtweisen an die Phantastik-Interessierten zu bringen. Die Stories in diesem Band, in denen seine Botschaften im Vordergrund stehen, leiden meiner Meinung nach darunter. Die Plots sind kaum vorhanden, übernatürliche Erscheinungen sind oft nur Platzhalter, es geht ihm halt mehr um das Proklamieren von Meinungen, die – so der Autor – subversiv gegen den sog. Zeitgeist gerichtet sind.
Mir hat die Lektür am Ende nicht so viel Laune gemacht. Im Vergleich dazu fand ich die Stories von Dietmar Sievers unterhaltsamer, weil wenige bissig, lakonischer, schwarz-humoriger. Ich will aber keine Äpfel mit Birnen vergleichen, obwohl es durchaus ideologische Überschneidungen gibt.
Mehr dazu von mir auch im 1. 2026er NEUEN STERN dann. Ich lass es hier auch mit der Punktewertung weg.

 

Sebastian Guhr: „Chamissimo“
Endlich gelesen! 2022 gekauft, als das Buch neu rauskam. Formal ist es ein biografischer Roman, aber es ist eben auch ein „echter Guhr“. Was das heißt? Ich weiß gar nicht so genau. Ich weiß nur, dass ich im Grunde alles von dem Autor lesen möchte, weil er einfach supergut schreibt.
Das Buch ist nicht sehr umfangreich, als Biografie vielleicht nicht ausreichend. Für mich ist es sehr gut vergleichbar mit Kehlmanns „Vermessung der Welt“. Wobei sich hier S. Guhr auf eine Person konzentriert. Anders als in dem vorherigen Roman – „Mr. Lincoln & Mr. Thoreau“ (siehe hier), im gleichen Verlag in gleicher Aufmachung. (Eine Serie? Wo noch mehr kommt?) – wo ähnlich wie in Kehlmanns Buch zwei historische Figuren / Persönlichkeiten quasi im Vergleich miteinander portraitiert werden.
Den Dichter, Wissenschaftler und Weltreisenden Chamisso kannte ich zuvor eigentlich nur dem Namen nach. Der Autor vermochte es aber hervorragend, die Person, in all ihrer Widersprüchlichkeit und damit charmant und einfühlsam näher zu bringen. Sein Lebenslauf ist ein Roman, da braucht der Autor gar nicht viel zu erfinden, um hervorragend zu unterhalten.
Mir hat auch die Begegnung mit einer „Nebenfigur“ aus dem Leben Chamissos gefreut: ETA Hoffmann und seine „dunkle Sicht“ auf das Leben und die Poesie. Einfach Klasse!
Soweit mein kurzer Eindruck, der hier nur sehr unvollkommen beschreibt, was das kleine Buch alles enthält. Der Autor ist ein Meister der Verknappung, des auf den Punkt Bringens. Ein Kleinod & Meisterwerk!
11 / 10 Punkte








Motto

„Die Welt der Kunst & Fantasie ist die wahre, the rest is a nigthmare.“ 
Arno Schmidt
 
Er weiß nun auch, was er gegen die … lauernde Stupidität, die sich als Realismus ausgibt, zu tun hat: das Bild von Wirklichkeit eingrenzen, sie mit ästhetischem Maß und nur mit diesem messen, den Schritt in surreale Reiche wagen."
(aus: Gunnar Decker: Franz Fühmann. Die Kunst des Scheiterns. Eine Biographie. S. 201)

 

 

Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

Angehängtes Bild: Demiurg_g.jpg

© Thomas Hofmann

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

 

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

 

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.

 

 

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
 Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990
 Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
 Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
  Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
 Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
 Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
 Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
 Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
 Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
 N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
 Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
 Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
 Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
 Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
 Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
 Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
 Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
 Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
 Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
 Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
 Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, KOVD 2020 (Neuauflage)
 Peter Schünemann, "Nachtmahr", Ed. Dunkelgestirn, 2023
 Andreas Fieberg & Ellen Norten (Hrsg.): RÜCKKEHR NACH BLEIWENHEIM, p.machinery, 2023

 "Angst im Empire", hg.v. Reinhard Klein-Arendt, Ed. Dunkelgestirn, 2024
 Jörg Weigand, "ISABELLA. Eine ganz besondere Liebe", p.machinery, 2025

 Thomas Hofmann und Petra Hartmann: "Das intergalaktische Bestiarium", Ed. Dunkelgestirn, 2025

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Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
 Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
 Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
 Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
 Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
 Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
 Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
 Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
 Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001
 Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
 C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
 Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
 Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
 Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
 Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
 G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
 M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
 Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
 Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
 Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
 Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
 Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
 Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
 Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
 Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
 Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
 Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
 Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
 Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
 Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
 Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012
 "Saramees Blut", Atlantis 2012
 M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
 Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
 Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017
 Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
 Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
 IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
 Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Der Traummeister, Memoranda, 2020
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Marslandschaften, Memoranda, 2020
 Fahrenheit 145, Buch zum 15. ElsterCon, 2020
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Pulaster, Memoranda, 2021
♦ (N)IRGENDWO (N)IRGENDWANN. Utopie und Humor. Begleitband zum ElsterCon 2022
♦ Goblin Press. Die frühen Jahre: 1990 - 2004. Eine illustrierte Dokumentation von Uwe Voehl, Lindenstruth 2022
♦ Hubert Katzmarz: Im Garten der Ewigkeit, p.machinery, 2022

 Angela & Karlheinz Steinmüller: Computerdämmerung, Memoranda, 2023

 Andreas Fieberg (Hrsg.): ABSCHIED VON BLEIWENHEIM. In memoriam Hubert Katzmarz MMXXIII, p.machinery, 2023

 Hubert Katzmarz: EIN MEISTERWERK DER WELTLITERATUR, p.machinery, 2023
 

 
Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016
Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018
!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018

EXODUS 38, 09 / 2018
!Time Machine 2, Januar 2019
!Time Machine 3, April 2020
!Time Machine 4, Januar 2021
Der neue Pegasus Nr. 2, April 2021

!Time Machine 5, Oktober 2021
!Time Machine 6, Januar 2022
!Time Machine 7, Januar 2023

!Time Machine 8, Januar 2024

!Time Machine 9, Februar 2025

!Time Machine 10, Februar 2026 
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Fanzines
aktuell & laufend NEUER STERN, Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte
TERRAsse 27 (zum 60. FörsterCon, April 2019)
TERRAsse zum PentaCon 2019
TERRAsse zum PentaCon 2021
REISSWOLF S5, 2024

SF-Notizen Kalender August 2025 bis Dezember 2026
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CD-Cover
 The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
 Syngularity: The Four Horsemen; 2000
 Gothica: Within A Dream; 2000
 Gothica: Into The Mystic; 2000
 The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
 Gothica, Workbook 1995, 2003

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