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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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Lieblingsbücher

Geschrieben von T.H. , in Statistik, Meine Empfehlung, Subjektive Eindrücke 18 November 2010 · 1.065 Aufrufe
Da war doch mal was...

Im Horror-Forum darf man jetzt seine "All-Time-Favs" eintragen. Habe ich getan, und das will ich mal hier auch tun.
Was für eine schwere Frage: All Time Favs!!! ????
Hmm, weiß ich ja noch gar nicht, will ja noch in Zukunft was lesen, und wer weiß, was mir da noch begegnet? - Aber versuchen kann ich es ja mal...

 

1. Dan Simmons: „Ilium / Olympos“, auch „Hyperion“ & „Das Ende von Hyperion“; die beiden Nachfolger rauschten etwas vorbei an mir; also gelesen habe ich sie, habe aber nicht dasselbe Kick-Erlebnis dabei gehabt wie bei den ersten beiden Bänden. Alle vier Bücher sind der Art, für die ich Simmons einfach nur liebe: Etwas für den sense of wonder, großartige moralische Verwerfungen, faszinierende Ideen und Figuren.
2. Dietmar Dath: „Am blinden Ufer“ & „Die Ehre des Rudels“ - die frühen Werke von Dath haben mir gezeigt, wie man Phantastik mit allem Anderen mischen kann und zu einem wahrlich relevanten Gedankenbrei mixen MUSS. Dann ist er ja ein Zeitgenosse und hat ein ähnliches Weltbild wie ich, ich fühle mich in seinen Büchern sehr gut aufgehoben.
3. Tim Powers:“ Die kalte Braut“; interessanter Weise nicht „Tore zu Anubis Reich“, was auch nicht übel ist, aber eben nicht den Knalleffekt in mir auslöste, wie die Kalte Braut.
4. Cormac McCarthy: „Die Straße“ - aber eigentlich ALLES von ihm. Dank des Forums hier erst kürzlich entdeckt und voll infiziert mit dem southern gothic virus. Danke Forum!
5. Poppy Z. Brite: „Verlorene Seelen“ - ist das Kitsch? Mir egal! Das Buch habe ich während einer Krankheit, die mich ans Bett fesselte, gelesen - das erste Mal, dass ich irgendwie froh war, krank zu sein...
6. Ray Bradbury: „Der illustrierte Mann“
7. Dan Simmons: „Das leere Gesicht“ - hat mich echt berührt.
8. David Mitchell: „Der Wolkenatlas“ - seine Panoptika berührender Geschichten, die alle zu einer Meta-Story verschmelzen, ohne sich in die Quere zu kommen, finde ich einfach genial.
9. James Morrow: „Das Gottesmahl“ (u.a. alle anderen Romane, vor allem noch „Die eingeboren Tochter“)
10. Strugazkis: Die Maxim-Kammerer-Trilogie
11. Ursula K. LeGuin: „Planet der Habenichtse“ - viel gelernt aus dem Buch...
12. Lansdale: „Drive Inn“, „Die Wälder am Fluss“ - zwei Bücher, die sicher den Rahmen von L.s Oeuvre abstecken.
13. China Mieville: "Perdido Street Station"

 

Von Autoren wie Borges, Lovecraft, Dick, Jeffrey Thomas kann ich nicht so recht einen Einzeltitel nennen, obwohl ich sie gerne als Lieblingsautoren nenne.

 

Und dann gibt es noch die „alten“ Lieblingsbücher, sozusagen aus der Jugendzeit (12 - 20 Jahre alt war ich da)
1. Hugh Lofting „Doktor Dolittle und seine Tiere“
2. Franz Fühmann: „Die dampfenden Hälse der Pferde zu Babel“
3. Jakob Wassermann: „Alexander in Babylon“
4. Gustave Flaubert : „Salammbo´“
5. Waldtraud Lewin: „Federico“

 

edit 21.11.2010: Menschenskind, da habe ich doch glatt den guten China vergessen; dabei muss der unbedingt mit rein!!!




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Fu Manchu landet in München not...

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung, Subjektive Eindrücke 13 Oktober 2010 · 859 Aufrufe

...bevor es verwüstet wird.

Mike Mignola, John Arcudi, Guy Davis
B.U.A.P. - Band 8 - Die Warnung

Ein B.U.A.P.-Band pro Jahr, darauf muss man sich als Fan und Leser wohl nun einstellen.Also gut. Allerdings wird nun das Warten doppelt schwer, denn dieser neue Band ist der Beginn einer Trilogie.

Muss ich Welt und Figuren vorstellen? Hmm, wahrscheinlich würde dies nicht viel bringen, denn wie ich schon zu Band 7 feststellte: Quereinsteigern wird es relativ schwer gemacht sich einzulesen. Zu viele Bezüge, zu viele Anknüpfungspunkte aus vorherigen Teilen werden aufgegriffen. Nur der Umstand, dass es tatsächlich sozusagen der Beginn eines Mini-Zyklus ist, könnte auch Interessierten Zugang zum Hellboy-Universum gewähren, die bisher nichts davon kannten. Aber gibt es solche Leute überhaupt? - Andererseits: Wer die Hellboy-Filme kennt, wird erst Recht in die Irre geleitet, denn die Figuren der Graphic Novels sind doch anders angelegt, als im Film. Den gravierendsten Unterschied stellt Ape Sapiens dar, der im Film eher der zurückhaltende Intellektuelle, in den gezeichneten Abenteuern aber immer mehr der harte Durchgreifer ist. Ape ist hier auch der Chef, nicht Johann Kraus, wie im Film.

Weil ich gerade bei den Parallelen bin: Natürlich ist ein Generalthema des Hellboy / B.U.A.P.-Universums der Umstand, dass die Protagonisten, also die Mitglieder der Behörde, die paranormale Phänomene aufklärt und bekämpft, selber solche „paranormalen Phänomene“ verkörpern, also Teil des Problems sind, das sie bekämpfen. Hellboy war immer der größte Kämpfer - und das größte Problem. Nunmehr kommt dieser Part Liz Sherman zu, die in ihren Träumen einem Magier begegnet, der ihr eine bestimmte Rolle im Fortlauf des Weltgeschehens offeriert. So wie einst Rasputin bei Hellboy; auch sie wehrt sich natürlich dagegen, doch am Ende dieses neuen Bandes sehen wir, was auf sie, auf alle, zukommen kann. Die Bilder gleichen sich; vielleicht ist dieses retardierende Moment nicht unbedingt eine richtig gute Idee, um das Leseinteresse wach zu halten, konsequent ist es allemal.

Band 8 setzt dort fort, wo Band 7 endete. Johann Kraus, der ja aus Indonesien einen seelenlosen menschlichen Körper mitbrachte und diesen gerne in Besitzt genommen hätte, um sein Dasein als ektoplasmische Projektion zu beenden, kann den Körper erst mal nicht benutzten, da er Unzulänglichkeiten aufweist. Der knallharte Zombie-Offizier Ben Daimio entpuppte sich als Wer-Tier, der in der Schneewüste Colorados einem Wendigo folgte. Die Suche nach ihm wird fort gesetzt. Der Geist des Lobster Johnson ergriff Besitz von Johann Kraus; in einer Seance, geführt von der wiederbelebten ägyptischen Mumien-Dame Panya, enthüllt der Geist den Namen des Magiers, der Liz peinigt. Und natürlich: Panya kennt ihn. Dieser mysteriöse Kerl hat was von Dr. Fu Manchu, das war von den Machern durchaus beabsichtigt, wenn man dem Nachwort Glauben darf.

In der ersten Hälfte des achten Bandes wird sehr dicht, Schlag auf Schlag erzählt. Die Schauplätze und Zeitebenen wechseln sich schnell ab. In der zweiten Hälfte dagegen wird ein infernalisches Schlachtengemälde ausgebreitet, eigentlich passiert da nicht mehr viel, dafür wird der Leser und Betrachter förmlich mit Farben und Formen erschlagen.

Die Agenten trage allesamt ihre eigenen Geister-Welten, ihre Geheimnisse aus vormaligen Leben mit sich, in die nun ihre Kollegen mit hineingezogen werden. Im Falle von Liz wird es richtig brenzlig. Die Spur führt nach Deutschland, München, in die nicht vollendeten U-Bahn-Tunnel. Dort treffen wir Wesen aus den ersten Bänden der Serie wieder, den Proto-Menschen aus der Hohlen Erde.Sie sehen sich einer riesigen Armee gegenüber, die ihr unseliges Tun zunächst in München entfesselt.

Tja, das war auch erst die Warnung; was wird nun aus unserer Welt? Welche Rolle spielt Liz Sherman dabei? Der Gegner scheint übermächtig zu sein, kann er aufgehalten werden? Die Antworten kriegen wir wohl erst nach 2 Jahren.


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Vampire Earth - zum Dritten...

Geschrieben von T.H. , in Subjektive Eindrücke, Meine Empfehlung 11 September 2010 · 1.435 Aufrufe
Subjektive Eindrücke zur Lektüre
E.E. Knight
Donnerschläge
Vampire Earth Band 3

Heilige S... ! Das ist doch mal ein Cliffhanger!
Der dritte Band der Vampire Earth-Serie spielt ein paar Jahre nach dem 2. Die gefährliche Mördertruppe, die unter dem Hakenkreuz agierte, wird nicht mehr erwähnt. Die sind sozusagen Geschichte.
Direkte historische Bezüge blendet der Geschichtsprofessor Knight diesmal mehr oder weniger aus. Es gibt ein paar Halbsätze zur Geschichte des Bürgerkrieges in den USA und natürlich Anklänge an die Piraten-Ära in der Karibik. Denn dorthin verschlägt es die „Katze“.
Als Geheimagent des Kommando Süd, einer von den Kur befreiten Zone in den ehemaligen USA, hat er sich als Offizier in der Armee des Feindes etabliert und kann sich so in den Besitz eines umgebauten Eisbrechers bringen, eines Schiffes, das die karibische See beherrscht ob seiner Größe und Bewaffnung.
Die Kur, lernen wir, haben es nicht so mit dem Wasser, zumindest die meisten. So ganz kann man sich auf solche Aussagen nicht verlassen, wie die Protagonisten des Romans erleben müssen. Zudem gibt es auch einen abgefallenen Kur, einer, der gelernt hat, dass die Gier nach den Lebensauren verwerflich ist und der ganz gut mit den Menschen zusammen leben kann.
Das ist eines der großen Pluspunkte für mich in dieser Romanreihe: Knight malt nicht schwarz-weiß, seine Welt ist vielschichtig, die Grenzen zwischen Freund und Feind sind fließend, durchlässig und keineswegs geradlinig. Somit ist immer für Überraschung gesorgt.
Und natürlich begegnet er in der Karibik einer menschlichen Gesellschaft, die an die Traditionen der Piraten dieser Region anknüpft; dass sie teilweise auch so wie ihre geistigen Ahnen im 18. Jahrhundert aussehen, ist ein bisschen albern, aber man möge dies dem Autor verzeihen. - Ach ja, eine dufte Piratenbraut gibt’s auch...
Was will David Valentine eigentlich dort? Er sucht eine Waffe, der der Ruf vorauseilt, mit den Schlächtern, den Avataren der Kur, fertig werden zu können. Nun ja, er findet sie; was er da findet, ist dann schon eine Überraschung. Aber wie er diese Waffe dann in seine Heimat bringt, bzw. was ihm dann am Ende des Romans noch zustößt, hat den Leser schon etwas um. Was da passiert, kann ich hier natürlich nicht schreiben. Auf alle Fälle müsste ich jetzt gleich weiter lesen, eigentlich...
Neben der wieder recht spannenden, aktionsreichen Handlung, die aber keineswegs als zu anspruchsvoll bezeichnet werden kann – es ist halt ein unterhaltsamer Sonntagnachmittagsroman – zeigt der Autor wieder ein paar Aspekte dieser postapokalyptischen Welt auf.
Ich muss es nochmal betonen: Der Roman ist nicht gruslig, hat nur wenige düstere Aspekte. Eher ist er eine Mischung aus epic fantasy und etwas military sf, wenn man so will. Auch wenn der Titel der Reihe in eine andere Richtung weist, hat die ganze Sache kaum was mit der gerade abflauenden Vampir-Welle zu tun.
Was für Aspekte meine ich?
Da gibt es diesmal mehr über die Grogs, die von den Kur mitgebrachten Kreaturen zu lesen. Sie bilden keine einheitliche Art, sondern gehören verschiedenen Spezies an. Der Entwicklungssand der einzelnen Arten ist auch unterschiedlich. Die Relgion der Goldenen hat sogar Aspekte, die nicht uninteressant sind. Einer der Goldenen ist Davids engster Begleiter und Freund.
Ein Kur auf einer karibischen Insel, genannt Papa Legba (es gibt natürlich auch viele Bezüge zu Voodoo), erzählt auch aus Sicht der Kur, was da mal passierte, was die Weltenweber und Kur einst trennte, dass auch die Kur keine homogen Masse waren und sind.
In der Schlussphase des Romans treffen wir noch auf Kreaturen, die den Labors der Kur entsprangen, die sich gerne Wesen züchten, deren Auren sie trinken können und die ihnen auch sonst zur „Hand gehen könnten“ - die Schlächter sind ja solche Experimentalprodukte. Aber da ging wohl auch was schief und es wird die Erde punktuell von neuen Arten bewohnt. Auch hier steckt wieder viel Potential, das der Autor vielleicht sogar zu wenig nutzt. Aber die Reihe ist ja noch lang...
Daher muss ich wohl weiter lesen, den nächsten Band auf alle Fälle. Mal sehen, wie lange ich durchhalte.


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Mein Lese-Sommer 2010

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung 28 August 2010 · 1.296 Aufrufe
Meine Leseliste 2010 und 1 weitere...
Michael Marano: "Dawn Song"
Suhrkamp beginnt eine neue Reihe: NEWGOTHIC. Hg. von niemand Geringerem als Dietmar Dath.
Auf satten 570 Seiten beschreibt der Autor in seinem Erstlingswerk (war vorher wohl eher als Rezensent auf dem phantastischen Sektor tätig) die Tage vor Weihnachten 1990 im kalten Boston. Ein weiblicher Succubus nistet sich in einem Mietshaus ein und rüstet sich zum Kampf gegen eine andere Fraktion höllischer Vertreter. Hier gibt es also keinen mythischen Kampf zwischen Gut und Böse vor einer modernen Kulisse (urban Fantasy), sondern ein mythischer Kampf zwischen Böse und Böse.
Zum Zwecke ihrer Stärkung tötet die Succuba Männer, vornehmlich im Liebesrausch.
Auch die Anderen bedienen sich der Menschen und machen aus ihnen Werkzeuge. Da Ganze findet vor dem Alltag einiger Personen statt, die der Leser kennen und lieben lernt. Das kann der Autor nämlich: Er erzählt so, dass man gerne mit den Leuten mitfiebert, die ihre eigenen Höllen in sich tragen, oftmals mit dem Schicksal hadern, nun aber noch zusätzlich in Rollen gedrängt werden, die sie vor allem psychisch überfordern
So richtig blutrünstig wie das Backcover verspricht, ist der Roman dann aber doch nicht, dafür lebt er von seiner großartigen Atmosphäre und den Personen.
Das Buch war für mich eine große Entdeckung. Da freue ich mich auf ein nächstes, an dem der Autor laut Vorwort von Dietmar Dath bereits schreibt.
10 / 10 Punkte

Terry Pratchett und Neil Gaiman: "Ein gutes Omen"
Das war für mich eine typische Sommerurlaubslektüre. Dabei muss ich sagen, dass ich gar kein Urlaubs-Leser bin. Es gibt ja da diese seltsame Gruppe von Menschen, die sich vornimmt, jetzt im Urlaub mal endlich die "dicken" Romane zu lesen, zu der sie sonst keine Zeit hat. Ich habe diese mir fremde Menschenart nicht eingehend studiert und weiß gar nicht, ob sie auch ihr Vorhaben zu Ende führen. Ich vermute mal, da dieses Unterfangen einen zu großen Unterschied zu ihrem "normalen" Leben darstellt, geben sie schnell auf; kann mich aber täuschen...
Bei mir gehört das Lesen zum normalen Leben; ohne kann ich gar nicht mehr. Außer im Urlaub. Da bin ich tatsächlich so abgelenkt, dass ich da eher wenig lese - und wenn, dann lieber was, was nicht zu sehr beansprucht.
Da kam mir dieses Buch gerade Recht. Habe es ja schon mal vor 18 Jahren oder so gelesen, war damals nicht sonderlich angetan, und bin es jetzt immer noch nicht. Was finden die Leute nur an Pratchett? Eine ketzerische Frage, sicherlich.
Na ja - war hinreichend lustitsch... Aber mehr irgendwie eben nicht, davon kann man aber gerne immer mal ein paar Seitchen so zwischendurch lesen.
5 / 10 Punkte

Mignola und Fegredo: Hellboy 10- einfach nur großartig
10 / 10 Punkte

Robert Quint: "Der Erbe der Macht"- Terranauten, Heft 1
Nach einigen Taschenbüchern nun also mal Heft No. 1 aus der Kult-SF- Serie. Na ja, ist halt ein Heftroman, so dolle hat es mich nicht überzeugt, war aber gut. Da sitzt das Herz noch auf der linken Seite (Anatom. Inkorrekt ausgedrückt), was ich durchaus als angenehm empfand. Die telepathisch begabten Treiber erinnern ja doch sehr an einen anderen Klassiker der SF, aber was solls....
Die Aktionen und Reaktionen der Personen sind dann auch etwas einfach - um es mal so zu formulieren. Ich weiß nicht, ob ich da bis zum Schluss durchhalte mit dem lesen, mal sehen....
6 / 10 Punkte

Clifford D. Simak: "Als es noch Menschen gab"
12 / 10 Punkte

Joe R. Lansdale: "Akt der Liebe"
8 / 10 Punkte

Lukas Kollmer: "Anomia"
Schwerer, dystopischer, teilweise beklemmender, teilweise auch fast lustiger Stoff. BIn mal auf den Autor gespannt, der Leipzig zum ElsterCon besuchen wird.
- ohne Wertung -


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März 2010

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung 05 April 2010 · 1.131 Aufrufe
Meine Leseliste 2010 und 2 weitere...
Gelesen habe ich in diesem Monat....

... Romane:
E.E.Knight: "Tag der Finsternis"
- der 1. Band der Vampire Earth-Serie. Bin gerade auf dem Trivial-Tripp. Und da gefällt mir sowas. Is nich schlimm, wa?
Die Erde in naher Zukunft: Außerirdische haben die Erde erobert. Sie nutzten das Wissen und die Technologie einer viel älteren, bereits ausgestorbenen Alien-Art, die halt durch solche Tore fremde Welten betreten konnten. Die Kur sind sehr langlebig, dazu benötigen sie die "Auren" anderer Lebewesen - je intelligenter, desto besser die Auren... Daher sind ihnen die Menschen gerade willkommen. Sie schufen eine Reihe von HIlfswesen, Kreaturen, die die Menschen tyrannisieren und ihnen die Auren abziehen.
Es gibt aber menschlichen Widerstand und der Held der Story ist ein junge Kerl, der als "Wolf" - ein Typ, der alles verloren hat und daher auch nichts mehr zu verlieren hat, ausgestattet mit speziellen Kräften zum Waldkämpfer wird.
Die Handlung ist recht spannend, der Hintergrund hinreichend interessant. Mich hats gepackt. Seltsam sind ein paar Züge, die ich noch nicht richtig einordnen kann, und die in komische Richtung gehen: Na ja, die geschilderten Hintergründe sind sicher kein Paradies, ein umgedrehtes Hakenkreuz spielt eine bedrohliche Rolle, welche wird sich noch zeigen...
Und es wurden ein paar Versatzstücke der indianischen Vergangenheit Nordamerikas eingewoben.
8 / 10 Punkte

Vladimir Sorokin: "Die Herzen der Vier" - das soll laut Umschlagtext ein Thriller aus Moskau sein, wo KGB, Mafia, Regierungsstellen etc. miteinander ringen.
Nun, der Umschlagtexteschreiber muss irgend ein anderes Buch gelesen haben. Der kurze Roman ist eine lakonische Dauer-Darstellung sinnloser Gewaltexzesse, nicht gerade hübscher sexueller Ergüsse und völlig sinnfreier Dialoge. Die Vier - 4 Verbrecher - machen irgend etwas, irgendwelche Aktionen, die sind aber durchnummeriert und erschließen sich dem Leser im Grunde gar nicht. Dazwischen dürfen ein paar Veteranen - des Großen Vaterländischen Krieges, des Gulags - ihre Erlebnisse vortragen, daraus moralische Schlussfolgerungen ziehen, um diese entweder selbst ad absurdum zu führen oder gemeuchelt zu werden.
Ich bin ja Sorokin-Fan, doch dieser Text ist echt grenzwertig. - Daher also keine Wertung, weil Fan und ich irgendwie der Meinung bin, dass ich das gelesen haben muss - als Fan - aber empfehlen kann ich es auch nicht...

Dietmar Dath: "Deutschland macht dicht" - endlich mal wieder ein Dath-Buch, das nicht an seiner eigenen Formulierungswut erstickt! Das hat wieder richtig Spaß gemacht: absurdes Theater auf hohem Niveau. Danke für die Kurzweil!
9 / 10 Punkte

Neil Gaiman: "Zerbrechliche Dinge. Geschichten & Wunder" - was soll ich sagen? Einfach großartig!!!
12 / 10 Punkte

†¦ Hörbücher:
Nick Cave: "Der Tod des Bunny Munro"
- Hörbuch, gelesen von Blixa Bargeld. Na, wenn das nichts ist... Na ja, war nicht wirklich was...
Blixa macht seine Sache sehr gut, keine Frage. Aber was für ein Problem hat Nick Cave? Der titelgebende Mann hat nur einen Wunsch: f..., na ihr wisst schon. Sein ganzen Denken, Handeln, Reden dreht sich nur darum.
Sein Leben ist hohl und wird unerträglich, als seine Frau Selbstmord beginnt (also, nicht dass sie ihm "deshalb" fehlen würde, da hat er als Handelsreisender genügend Gelegenheiten). Sein Sohn kann einem Leid tun, aber ansonsten empfand ich das fast ein wenig als Zumutung, habe aber die 6 CDs durchgehalten - das ist eine gekürzte Lesung, was wohl im Roman sonst noh so drinsteht? Na ja, mich interessiert es nicht.
3 / 10 Punkte

Umberto Eco: "Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana" - Hörbuch/Hörspiel. Es ist mehr als nur eine Lesung. In dieser Präsentation gefiel mir das Buch viel besser als damals das richtige Buch. Hier habe ich eher einen Zugang erhalten. Vielleicht liegt es an der Kürzung, denn jetzt war es teilweise richtig spannend.
8 / 10 Punkte

...Comic:
Gaiman: "Sandman. Traumland"
- graphic novel, diesmal ein recht dünner Band, der dritte. aber vier astreine Erzählungen:
"Kalliope" - über eine gefangenen Muse, die erst der eine, dann der andere Schriftsteller ausnutzt und missbraucht
"Der Traum von 1000 Katzen" - über den Traum der Haustier-Katzen von einer anderen Welt, in der sie die Herren und die Menschen ihre Haustiere sind.
"Ein Sommernachtstraum" - Shakespeare hat sein meisterhaftes Theaterstück im Auftrag des Sandman geschrieben, als Abschiedsgeschenk für die real existierenden Feen.
"Fassade" - über die Qualen einer morphogenetisch veränderten CIA-Agentin, die sich nach der Erlösung im Tod sehnt. Da kann ihr Dreams Schwester helfen.
Ich weiß gar nicht, welche Story die beste ist, gefallen haben sie mir alle. Die Shakespeare-Hommage vielleicht doch am wenigsten, obwohl die einen Preis bekommen hat. Aber sie war zu sehr dem alten Dichter nachempfunden, fast zu unselbständig.
10 / 10 Punkte

...Sachbücher:
Anne Hahn / Frank Willmann: "Satan, kannst du mir noch mal verzeihen"
- der Titel suggeriert vielleicht was, was das Buch nicht hält. Der Mensch, um den es hier gibt, glaubte wohl tatsächlich, mit dem Teufel einen Bund eingegangen zu sein, aber das ist jetzt nicht das Thema des Sachbuches. Es geht um einen berühmten DDR-Punker, Otze Ehrlich von der Gruppe Schleimkeim. Für mich als seinen Zeitgenossen ist das sehr interessant, einfach auch deshalb, weil ich so nie war und so was nie selber erlebt habe: Eine Parallelwelt neben der eigenen, ganz, ganz nahe, und doch total fern.
9 / 10 Punkte

Milo Rau: "Die letzten Tage der Ceausescus: Materialien, Dokumente, Theorie" - na ja, hab mir mehr von versprochen. Es geht mehr um eine Filmproduktion (oder Theater?), wo die Hauruck-Verhandlung gg. die Diktatorenfamilie nachgestellt werden soll. Da musste man auch recherchieren. Aber es wird viel um den heißen Brei herum palavert. Das Phänomen "Ceausescu" versteht man danach auch nicht viel besser, finde ich.
5 / 10 Punkte


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Shock, zum Zweiten

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung 11 Oktober 2009 · 1.498 Aufrufe

Shock 2. Das Magazin für exklusive Alpträume. Nr. 2, Februar 1975
145 Seiten, sehr viele Illustrationen und Karikaturen

 

Hat mir insgesamt wieder gut gefallen, wenn auch nicht so wie die 1. Ausgabe. Der Sekundär-Text-Anteil dürfte diesmal größer gewesen sein, leider aber nicht so interessant (für mich); so ein bisschen wirken die meisten Texte wie: "die müssen hier irgendwie ins Konzept passen".
Unter den Stories ragt sicherlich "Der Leuchtturm" von Ladislav Mnacko heraus. Der Autor war mir bis dato gänzlich unbekannt, scheint aber seinerzeit eine gewisse Popularität genossen zu haben, auch in Bezug auf den Prager Frühling.
In seiner recht langen Erzählung geht es um einen Häftling, der des Mordes überführt war und 20 Jahre Haft in einem Arbeitslager mit Steinbruch aufgebrummt bekam. Diese Zeit zu überleben ist wohl so gut wie unmöglich. Da bekommt er ein tolles Angebot: Er kann die Haft auf 2 Jahre verkürzen, allerdings wird er die Zeit allein auf einem einsamen Leuchtturm verbringen müssen.
Dass das in 1. Linie ein psychologisches Problem darstellt, wird dem Leser bald klar. Am Ende scheint es fast, aber eben nur fast, ein happy end zu geben. Ein absolut starker Text!
Auch die Beiträge von Patricia Highsmith sind sehr gut! Drei Short Stories steuerte sie bei, die allesamt Beziehungskisten auf makabre Weise darstellen.
Dann gibt es noch je einen sehr kurzen, schwarz-humorigen Text von Robert Bloch und MacKinlay Kantor, beiden Texte spielen übrigens mit Behinderungen, interessanter Weise.
Franz Rottensteiner präsentiert unter der Rubrik "Shocker des Monats" einen Klassiker: "Der Italiener" von Ann Radcliffe. Na, ich denke, da hat der Meister etwas das Thema verfehlt, ich glaube kaum, dass so ein Text die Erwartungen der Leser erfüllt hat....




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Leseliste März 2009

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung, Subjektive Eindrücke 28 März 2009 · 1.387 Aufrufe
T.H. Leseliste 2009, Dietmar Dath
Kingsley Amis: "Das Auge des Basilisken" - ein alter SF-Roman über die Besetzung Englands durch die Sowjetunion von einem der "zornigen jungen Männer" Englands. Leider sehr zahm, ohne den viel beschworenen englischen Humor.
2 / 10 Punkte

Lars Maria Maly: "Der Fluch des dunklen Mondes" - eine Fantasynovelle und Familien-Kabale.
Meine Rezi dazu im Buchrezicenter.
6 / 10 Punkte

Antal Szerb: "Die Pendragon-Legende" als gekürzte Lesung von Heikko Deutschmann. Das Buch wollte ich schon immer mal lesen, nun habe ich es mir vorlesen lassen. Na ja, nicht übel! Aber am Ende war es halt doch "nur" ein Familienstory-Krimi mit mystical Elementen oder so. Nicht so dolle, da war meine Erwartungshaltung zu hoch wahrscheinlich. Die Rosenkreutz- und Schwarze Magie-Elemente vor dem old british Hintergrund waren ja nicht übel.
5 / 10 Punkte

Hayford Peirce: "Der zeitgereiste Bonaparte" - wieder einer Empfehlung der tollen Website zeitreisender.net folgend hatte ich mir diese alten Schmöker besorgt. Der Autor sagte mit bis dato eigentlich gar nichts, aber das Cover des Buches fiel mir in der Vergangenheit schon mal auf - ein jugendlicher Napoleon mit leuchtender Krone. Und das Cover stimmt diesmal auch sehr mit dem Inhalt überein, was ja nicht immer so ist...
Also, das Buch ist wirklich toll! Eine humorige Gauner- Zeitreise- Alternativwelt-Geschichte, ohne großen Tiefgang, sehr unterhaltsam.
8 / 10 Punkte

Rolf W. Liersch: "Die Terranauten. Sternenstaub" - ein Klassiker? Ich hatte mal so richtig dolle Lust auf richtig schöne, olle Trivialliteratur. Und da las ich vor kurzem, dass der Mohlberg-Verlag die alte deutsche SF-Serie wieder auflegen will. Und irgendwie wollte ich schon immer mal wissen, was da dran ist, dass diese Serie etwas Besonderes ist - halt progressiver, engagierter als herkömmliche Heftromanserien. Also habe mir erst einmal zwei TBs besorgt und muss sagen, nach der Lektüre des ersten Bandes (also des ersten TB-Bandes) bin ich echt angetan. Nun weiß ich nicht, ob ich da wirklich alles von lesen muss, aber das zweite habe ich auch gleich angefangen...
Das Buch führt den Leser vor den Beginn der eigentlichen Terranauten-Handlung und zeigt, wie die Menschheit ausssieht nach dem 4. (!) Weltkrieg (der 3. WK ist quasi der Kalte Krieg, der 4. war dann der Atomkrieg, der nur wenige Tage währte). Es gibt ein seltsames Kastensystem mit Arbeitern (Autisten genannt), Nomans (Ausgestoßenen), Freibeutern (sozusagen wohlhabende Dauerrentner mit Sinn für das Abenteuer), Relax (stumpfsinnige Dauerrentner) und den Konzernbossen, die die Welt regieren. Staaten gibts wohl nicht mehr..
Na ja, dann gibts die PSI-Begabten, die sich formieren und deren Begabung Weltraumfahrt möglich macht. Insgesamt eine interessante Welt, flott erzählt, ohne wirklich trivial zu wirken. Mir hat riesigen Spaß gemacht!
8 / 10 Punkte

Robert Quint: "Die Terranauten. Planetenmuster" - also mein 2. Terranauten-Roman, diesmal vom viel zu früh verstorbenen Thomas Ziegler (na ja, ist ja auch ein Pseudonym, aber sicher das, unter welchem der Autor am bekanntesten geworden ist). Hat mir auch sehr gut gefallen. Ist ja diesmal eine "richtige" SF-Story, mit parallelen Welten und einem Tor dazwischen, exotischen Lebewesen, Helden und ihren Gegenstücken, einer positiven Aussage und einem positivem Ende, einer edlen Wilden als Nachkomme irdischer Raumfahrer und einer leidlich spannenden Story.
7 / 10 Punkte

Bernd Rothe & Astrid Pfister (Hrsg.): "Gequälte Seelen" - Welt der Geschichten Sonderband.
Puh, geschafft. Hatte ja echten Horror vor der Lektüre. Es geht um ein ekelhaftes Thema: Gewalt gegen Kinder / Kindesmissbrauch. Von Bernd weiß ich, dass ihm das Thema auch sehr nahe ging, er seine Ohnmacht und Wut, die er empfindet, wenn er von solchen Fällen hört, irgendwie verarbeiten musste. Deshalb entstand diese kleine Anthologie.
Anders als sonst bei den Ausgaben der Anthologiereihe "Welt der Geschichten" sollte das Thema aber keinesfalls "unterhaltsam" abgehandelt werden, worauf ja ansonsten in WdG Wert gelegt wird. Und die Beiträge sind auch nicht unterhaltsam, teilweise gehen sie sehr unter die Haut!
Die Sammlung könnte auch heißen: "Sophia und andere gequälte Seelen", denn die Geschichte "Sophia" von Silke Schulz füllt das halbe Buch. Und die geht dolle unter die Haut. Es ist einfach fürchterlich von dieser un-menschlichen Mischung aus asozialer Gleichgültigkeit und unmoralischer Verkommenheit zu lesen. Und es gibt keinen Ausweg, da macht die Autorin dem Leser keine Illusion.
Auch Astrids Beitrag erschüttert. Auch wenn der etwas spröde, fast aufsatzartig beginnt, weil sie einige psychologische Begriffe und Inhalte bei der Betrachtung des "Phänomens Kindesmissbrauch" einführen will, so eröffnet sie dann doch einen tiefen Abgrund in die Seele eines Opfers.
Die auf eine Überraschung hinarbeitende Auflösung der Frage, wer denn der Täter ist, deutet sich schon früh an; ich weiß nicht, ob das so nötig wäre, konsequent war es allemal!
Das Gedicht von Tobias Bachmann fand ich etwas daneben, auch die metaphysischen Rachegeschichte von Jan-Christoph Prüfer konnte mich nicht so sehr überzeugen. Ich weiß nicht, ob eine klischeemäßig Horrorstory, in der das Kuscheltier Rache übt, so sehr man sich dies vielleicht wünschen mag, dem Thema gerecht wird.
Markus Bethe zeigt einen bitteren Ausweg, und das großartig formuliert, ein poetisches Prosa-Kleinod. Mit der Story von Torsten Scheib konnte ich nicht viel anfangen, hier wird teilweise aus der Sicht des perversen Täters geschildert, doch dann ändert der Autor mittendrin die Erzählperspektive; das empfand ich als inkonsequent.
In der Story von H.H. greift das Kind zur Selbstjustiz; das liest sich gerecht, ist aber sicher unrealistisch.
Insgesamt ist eine gelungene Sammlung, finde ich. Die Lektüre macht aber keinen Spaß, das kann man wirklich nicht behaupten. Doch man kann den Herausgebern und Autoren nur dankbar sein, dass sie die Kraft gefunden haben, das Thema in Erzählungen zu präsentieren und damit die Leser dafür zu sensibilisieren.
ohne Wertung

Dietmar Dath & Kammerflimmer Kollektief: "Im erwachten Garten" - Hörbuch
Kooperation IMPLEX / staubgold / Verbrecher Verlag
Das neueste Buch von Dath, "Abschaffung der Arten" , habe ich ja noch nicht gelesen, aber vielleicht muss ich das doch noch machen! Das Hörbuch enthält quasi en verlorenes Kapitel aus dem Buch und führt auf bezaubernde Art und Weise in die absolut phantastische Welt einer biologisch veränderten, zukünftigen Erde ein. Menschen scheint es noch zu geben, aber deren Herrschaft über die Natur / Welt ist vorbei. Tiere und sogar Pflanzen besitzen Vernunft, dabei wohl eine vernünftigere Vernunft als der homo sapiens. So konsequent habe ich das in der SF selten gelesen (bzw. gehört).
In dieser Story speziell gehts um die Planung einer Duplizierung einer Persönlichkeit mittels einer Zeitmaschine, die als außerirdisches Artefakt von einem Protagonisten zur Erde gebracht wurde. Die überaus komplizierte Berechnung dieses Projekts wird mittels titelgebenden "erwachten Garten" absolviert, dem größten Pflanzen-Rechner Europas.
Aber Dath wäre nicht Dath, wenn es nicht auch noch zusätzlich sehr viel menscheln würde in diesem Text. Ja, der Begriff "Mensch" bekommt hier in diesem animalischen Kontext allerdings einen ganz neue Dimension. Das Ganze untermalt und begleitet von sehr schöner Popmusik, die mich in in ihre ambienten Machart an Aronofsky-Filme und andere moderne SF-Filme wie "Code 46" und "Sunshine" erinnert. Absolut Spitze!
10 / 10 Punkte


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Ruhm

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung 04 März 2009 · 1.369 Aufrufe
Kehlmann, Daniel Kehlmann
Daniel Kehlmann: "Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten"

Über dieses Buch noch Worte fallen zu lassen, erscheint fast müßig und überflüssig; ich glaube, inzwischen wurde mehr über das Buch geschrieben als in ihn steht. Außerdem tut der Autor mir leid: Sein „Vermessung der Welt“ ist sicher zurecht ein Bestseller geworden, das Buch ist toll, wenn es auch nicht so ein 08/15-Schmöker ist, der ansonsten die Kassen der Buchhandlungen füllt, aber nun scheint alle Welt zu glauben, das ginge so weiter. Kann das sein?

Kehlmann gabs ja vor der „Vermessung...“ auch schon und da war er auch nicht übel; sein „Mahlers Zeit“ ist ein brillantes Stück Phantastik - by the way - das in der SF&F-Szene so gut wie unter ging, wenn ich das mal richtig verfolgt habe. Doch nun muss der arme Kerl ja wieder einen Bestseller abliefern, auch wenn das in jeder Rezension irgendwie in Frage gestellt wird, leuchtet genau diese Forderung durch; es besteht einfach so ein Erwartungshaltung.

Ich könnte mir denken, dass es auf den Autor einerseits einen enormen Druck ausübt, aber sicher auch dass es ihm nicht wirklich schaden kann; so einen (Vorschuss-) Erfolg wünscht sich sicher manch anderer Autor.

Wie habe ich die Lektüre nun empfunden:
Zunächst: Es ist doch eher kein Roman, sondern 9 Stories, die lose miteinander verbunden sind, die alle für sich genommen stehen und gelesen werden können. Nur die letzte Story ergibt ohne die restlichen keinen richtigen Sinn, ist aber auch nicht essentiell.

Lustig, dass es - wie der Buchtitel verrät - genau um die Erwartungshaltung des Publikums an den Autor selbst geht, denn was ist Ruhm anderes als eine besondere Sicht auf einen Menschen. So wie seine Figuren muss sicher auch der noch junge Autor mit seinem erworbenen Ruhm umgehen. Vielleicht ist dieses Buch die Form, wie der Autor mit dem ganzen Trubel umgehen kann, er schriebt es sich von der Seele. Ich hoffe aber, dass es ihm dabei nicht so geht wie seinen Figuren. Das war für mich das überraschenste Moment des Buches: Die Stories sind alle durchweg melancholisch, mitunter depressiv und haben alle ein offenes Ende.

Normale Menschen werden aus ihrem Alltag gerissen, weil sie mit Leuten und ihrem Leben konfrontiert werden,die im gesellschaftlichen Fokus stehen und erkennen stellvertretend für den Leser (?) wie öde das / ihr Leben eigentlich ist. Auch wenn da jemand durch eine Art Doppelleben scheinbar neue Ufer erreicht, so ist dies keine Erweiterung, sondern macht halt nur zweimal dasselbe.

Die Promis, die der Autor literarisch vorführt, stoßen auch wieder nur an Grenzen, verlieren auf befremdliche Art und Weise ihren Prominentenstatus bzw. den Sinne, in dem was sie tun, was sie am Ende schon als Verlust erleben. Dass sie in so eine Situation geraten, liegt daran, dass sie auch nur unzufrieden sind.

In vielen Rezensionen wird der Autor dafür gelobt, dass er mit der Realität in diesen Geschichten spielt. Mitunter wird deutlich, dass das gerade Gelesene zum Teil nur die Fiktion eines Schriftstellers ist. Allerdings empfand ich diese Passagen und diesen Ansatz als etwas aufgesetzt. Das hat mich nicht überzeugt. Und einen höheren Sinn konnte ich darin auch nicht erkennen. Im Gegenteil, mitunter nahmen diese Wendungen der Story ihre Brisanz, am deutlichsten z.B. in der, wo eine ältere, krebskranke Dame den Entschluss zum Selbstmord fasst und der Autor ihr am Schluss die Chance gibt, wieder jung und gesund zu werden. Dabei ist die Seelennot der Frau und was sie bei der Realisierung ihres Unterfangens erlebt, mit das Stärkste in dem Buch.

Das Buch ist toll. Ob es nun diese riesigen Erwartungshaltung in „den neuen Kehlmann“ erfüllt, wage ich zu bezweifeln, aber vielleicht habe ich ja zu viel erwartet? Die Stories sind mit leichter Hand geschrieben, haben tolle Plots und sehr interessante Protagonisten, in denen man sich selbst, mehr als einem lieb sein kann, wiederfindet. Ich war begeistert.

Leseliste Februar 2009






Motto

„Die Welt der Kunst & Fantasie ist die wahre, the rest is a nigthmare.“ 
Arno Schmidt
 
Er weiß nun auch, was er gegen die … lauernde Stupidität, die sich als Realismus ausgibt, zu tun hat: das Bild von Wirklichkeit eingrenzen, sie mit ästhetischem Maß und nur mit diesem messen, den Schritt in surreale Reiche wagen."
(aus: Gunnar Decker: Franz Fühmann. Die Kunst des Scheiterns. Eine Biographie. S. 201)

 

 

Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

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© Thomas Hofmann

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

 

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

 

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.

 

 

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Archiv

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
 Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990
 Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
 Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
  Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
 Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
 Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
 Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
 Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
 Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
 N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
 Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
 Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
 Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
 Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
 Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
 Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
 Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
 Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
 Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
 Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
 Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016
 A.G.Wolf: Die weissen Männer, KOVD 2020 (Neuauflage)
 Peter Schünemann, "Nachtmahr", Ed. Dunkelgestirn, 2023
 Andreas Fieberg & Ellen Norten (Hrsg.): RÜCKKEHR NACH BLEIWENHEIM, p.machinery, 2023

 "Angst im Empire", hg.v. Reinhard Klein-Arendt, Ed. Dunkelgestirn, 2024
 Jörg Weigand, "ISABELLA. Eine ganz besondere Liebe", p.machinery, 2025

 Thomas Hofmann und Petra Hartmann: "Das intergalaktische Bestiarium", Ed. Dunkelgestirn, 2025

â– 
Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
 Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
 Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
 Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
 Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
 Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
 Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
 Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
 Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001
 Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
 C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
 Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
 Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
 Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
 Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
 Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
 Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
 G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
 M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
 Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
 Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
 Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
 Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
 Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
 Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
 Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
 Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
 Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
 Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
 Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
 Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
 Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
 Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012
 "Saramees Blut", Atlantis 2012
 M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
 Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
 Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
 Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017
 Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
 Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
 IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
 Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Der Traummeister, Memoranda, 2020
 Angela & Karlheinz Steinmüller: Marslandschaften, Memoranda, 2020
 Fahrenheit 145, Buch zum 15. ElsterCon, 2020
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Pulaster, Memoranda, 2021
♦ (N)IRGENDWO (N)IRGENDWANN. Utopie und Humor. Begleitband zum ElsterCon 2022
♦ Goblin Press. Die frühen Jahre: 1990 - 2004. Eine illustrierte Dokumentation von Uwe Voehl, Lindenstruth 2022
♦ Hubert Katzmarz: Im Garten der Ewigkeit, p.machinery, 2022

 Angela & Karlheinz Steinmüller: Computerdämmerung, Memoranda, 2023

 Andreas Fieberg (Hrsg.): ABSCHIED VON BLEIWENHEIM. In memoriam Hubert Katzmarz MMXXIII, p.machinery, 2023

 Hubert Katzmarz: EIN MEISTERWERK DER WELTLITERATUR, p.machinery, 2023
 

 
Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016
Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018
!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018

EXODUS 38, 09 / 2018
!Time Machine 2, Januar 2019
!Time Machine 3, April 2020
!Time Machine 4, Januar 2021
Der neue Pegasus Nr. 2, April 2021

!Time Machine 5, Oktober 2021
!Time Machine 6, Januar 2022
!Time Machine 7, Januar 2023

!Time Machine 8, Januar 2024

!Time Machine 9, Februar 2025

!Time Machine 10, Februar 2026 
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Fanzines
aktuell & laufend NEUER STERN, Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte
TERRAsse 27 (zum 60. FörsterCon, April 2019)
TERRAsse zum PentaCon 2019
TERRAsse zum PentaCon 2021
REISSWOLF S5, 2024

SF-Notizen Kalender August 2025 bis Dezember 2026
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CD-Cover
 The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
 Syngularity: The Four Horsemen; 2000
 Gothica: Within A Dream; 2000
 Gothica: Into The Mystic; 2000
 The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
 Gothica, Workbook 1995, 2003

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