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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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Februar 2013: Die Lektürezusammenstellung ist deutlich bunter als der Monat

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 03 März 2013 · 770 Aufrufe

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© des Bildes bei mir

4) D. J. Franzen: „Gottes letzte Kinder“, D.J.Franzens Armageddon, die Suche nach Eden, Nr. 1
- Rezi dazu siehe hier im Blog
9 /10 Punkte

5) Paul Auster: „Unsichtbar“
Hörbuch, 6 CDs, gelesen v. Burghart Klaußner
Tja, wohin wollte der Autor mit diesem Buch? Fragt man sich ja oftmals bei Auster, nicht wahr...
Ein Student bekommt von einem älteren Herrn die Einladung, eine Literaturzeitschrift herauszubringen. Warum? Tja, da ist zum einen seine liebestolle, attraktive Begleiterin, die auch ein Verhältnis mit dem Studenten beginnt.
Das mit dem von dem reichen „Onkel“ finanzierten Literaturblatt (das übrigens so heißen sollte, wie das von Poe einst geplante Journal - The Stylus) scheiterte, als der Typ einen angreifenden, jugendlichen Dieb abstach.
Der reiche Gönner scheint mehr zu sein als ein Hochschulprofessor. Geheimdienst? Wie auch immer, unserer Student wird ihm in Paris wieder begegnen, um ihn dort zwar nicht zur Verantwortung zu ziehen, aber sich sozusagen zu rächen. Das funktioniert natürlich nicht...
Dann gibt es noch ein Bruder-Schwester-Verhältnis, oder doch nicht - ??? - und am Ende den Versuch einer Aufarbeitung einer Lebenslüge.
Toll ist es, wie Auster den Leser, hier: Zuhörer, reinzieht in leicht bizarre Lebensläufe. Wie echte Lebensläufe bleiben sie unerfüllt, laufen ohne Sinn aus. Wie denn sonst? Aber für einen Buchleser könnte das unbefriedigend bleiben.
8 / 10 Punkte

6) Philip K. Dick: „Irrgarten des Todes“
Hörbuch, 4 CDs, gelesen von Christian Vayhinger
Endlich mal wieder ein Dick! War sehr gut. Auch wenn ich mich am Ende gefragt habe, warum das Alles...
Man lernt eine kleine menschliche Kolonie auf dem Planeten Delmak-O kennen, Leute, die dahin kamen, weil sie sich irgend etwas davon versprachen, zumindest eine Veränderung in ihrem Leben erhofften. Allerdings merken sie, dass sie dort einfach nur verraten und verloren sind.
Der Planet scheint fremdes Leben zu bergen, aber die Menschen kommen irgendwie nicht dazu, diesen ordentlich zu erforschen, dazu sind sie mit sich selbst zu sehr beschäftigt.
Es gibt da ein seltsames Gebäude, in dem jeder was anderes sieht - buchstäblich. Kleinst-Roboter scheinen nicht nur niedlich und allgegenwärtig zu sein, sondern können auch töten.
Die Menschen sterben, doch bleibt erst einmal unklar, wer sie tötet. Natürlich verstärken die Morde die allgemeine Paranoia.
Nun, es stellt sich natürlich heraus, dass nichts so ist, wie es scheint - im Wort „scheint“ steckt dann auch der Schlüssel zum Geheimnis. Das Geheimnis wird auch mehrmals gebrochen und durch ein neues ersetzt.
Es ist ja Dicks Lieblingsthema: Die Wirklichkeit ist nur Schein, oder umgedreht. Hier erschien mir die Story allerdings etwas konstruiert. Wer hier warum so komische Experimente macht, blieb mir am Ende unklar. Eine Protagonistin kommt dann auch an einen Punkt, an dem sie das alles nicht mehr hinterfragt und sich der Scheinwelt hingibt.
Alles ist sehr spannend, sehr phantasievoll, die Figuren richtig schön paranoid und absurd in ihrem Verhalten, die SF-Ideen anschaulich und greifbar, wirken aber auch kafkaesk, theatralisch.
Nebenbei entwirft Dick Grundzüge einer Religion, die sämtliche Weltreligionen sublimiert und auch im wissenschaftlichen Zeitalter Bestand hat, weil sie nachprüfbar und erlebbar ist - wie sich herausstellt, ist hier aber der Wunsch Vater des Gedankens...
8 / 10 Punkte

7) Robert Silverberg: „Lord Valentine. Die Majipoor-Chroniken. Band 1“
Großartige Fantasy mit viel SF-Elementen (die ich vorher dort gar nicht so erwartet hätte). Meine Rezi dazu demnächst im Cthulhu Libria und im NEUEN STERN.
Auffallend: Die Abenteuer sind eher unblutig, was sicher nicht typisch für die Fantasy ist. Die Welt Majipoor ist einfach großartig, der Plot dagegen ziemlich dünn, wie ich finde (also, kaum Kampf, aber auch sonst wenig Substanz, dafür viele Träume, leider immer sehr ähnliche...).
8 / 10 Punkte

8) Robert E. Howard: „Das Blut Belsazars“
Habe lange auf das Buch gewartet, so lange, dass das Titelbild vom Verlag zwischenzeitlich geändert wurde. Das jetzige Ergebnis ist nicht unbedingt das bessere - meiner Meinung nach. Ein bisschen sieht es aus wie ein Versuch in unmöglicher Typografie oder so. Dann lag es noch lange auf dem SUB.
Diesmal wendet sich Howard keiner fernen fiktiven Fantasy-Vergangenheit zu, sondern setzt seine Helden / Antihelden-Epen in einen konkreten, historischen Rahmen. Dem Nachwort kann man entnehmen, dass ihm dies ein wichtigeres Anliegen war als die reine Fantasy. Allerdings muss ich nun schreiben, dass es eher egal ist, welchen Rahmen Howard für seine Heldengeschichten wählt. Sein normannisch-gälischer Clan-Mann (nicht adlig, also kein Ritter) ist vom gleichen Schrot und Korn wie Conan oder Kull. Er heißt Cormac Fitzgeoffrey, zieht allein durch das Morgenland im Zeitalter der christlichen Kreuzzüge, hat mit Richard Löwenherz zusammen gekämpft und hat mehr Feinde als Freunde. Es ist dem Text auch anzumerken, dass für Howard eine direkte Linie von Atlantis, über Hyboria an die Levante des 12. Jahrhunderts führt. So ruft Cormac auch den Gott Conans, Crom, an.
Cormac wurde nicht so bekannt wie andere Figuren Howards. Mal davon abgesehen, dass es nur wenige Texte dazu gibt und diese teilweise nie fertig wurden und posthum erschienen, so kann ich das auch nachvollziehen. Ihre Exotik ziehen sie aus reinem namedropping, die verwegenen und moralisch allesamt verlodderten Krieger, die Cormac das Leben schwer machen und ihm andererseits seinen Lebensinhalt verschaffen, weil er sie nieder machen kann, stammen allen möglichen Völkern ab, die sich im Vorderen Orient ein Stelldichein geben. Das mag sogar weitestgehend historisch stimmig sein, aber die dauernde Betonung, dass der Türke, der Kurde, der Ägypter, der Franke, der Sonstwer da rumlungert, ermüdet mit der Zeit. Die „echte“ Geschichte der Kreuzzüge spielt dabei aber keine Rolle, die Abenteuer sind da eher beliebig und hätten auch in Atlantis stattfinden können.
7 / 10 Punkte


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D. J. Franzen: „Gottes letzte Kinder“

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013, Meine Empfehlung 10 Februar 2013 · 1.226 Aufrufe

D. J. Franzen: „Gottes letzte Kinder“
D.J.Franzens Armageddon, die Suche nach Eden, Nr. 1

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Zählt man die „Romantic Thriller“, Mystery-Krimis, viele Thriller, die eher im Krimi-Regal einsortiert wurden, zur Horror-Literatur dazu, erlebt das Genre gerade eine Hochzeit. Als Fan des Genres bin ich von dieser Flut überrollt worden.
Schmonzetten mit liebestollen Vampiren und anderen dunklen Lovern haben für mich einige Topoi und Motive der Horrorliteratur bis auf viele Jahre hinaus regelrecht „verbrannt“. Das bedeutet, dass mir sicher so einige Perlen in der Publikationsflut entgehen.
Fast so schlimm erscheint mir auch die mediale Auswertung des Zombie-Themas. Aber da verhält es sich doch etwas anders. Vergammelte Leichen eignen sich nicht sehr als Liebhaber und Schwerenöter. Natürlich gibt es da auch Ausnahmen und Versuche, aber die kommen mir eher wie satirische Reflexionen vor.
Es sind gerade Zombie-Filme, die mir das Genre (finstere Bedrohungen im Alltag) gerettet haben, angeführt von „28 Days Later“ bis hin zur TV-Serie „Walking Dead“. Unterm Strich finde ich die modernen Zombies im Hauptprogramm des Kinos und Fernsehens um ein Vielfaches besser als die klassischen B-Movie-Kreaturen.
Nun muss es aber so sein, dass auch das Thema ausgereizt wird. Insofern war ich sehr voreingenommen und zurückhaltend, was diese neue Heftromanserie anbelangt, deren ersten Band ich nun gelesen habe.
Die Reihe wird als eBook und auch in gedruckter Form angeboten. Ich las das gedruckte Buch, das in angemessener Form herausgegeben wurde. Ja, „angemessen“ - will heißen, nicht zu viel und nicht zu wenig. Bleiben wir erst einmal beim Äußeren.
Das Buch / Heft umfasst 134 Seiten und ist broschiert, hat also einen biegsamen Kartoneinband. Das Titelbild ist recht einfach, im Grunde füllt eine bedrohlich wirkende, rote Wolke mit schwarzen Silhouetten im Vordergrund das Cover: Menschen rennen vor einer Gruppe angedeuteter Widerwärtigkeit davon. (Diese sparsame Gestaltung setzt sich in den Folgebänden fort; ich vermute mal, dies ist dem Umstand geschuldet, dass Cover bei eBooks eine eher untergeordnet Rolle spielen - es wird niemand durch ein ins Auge fallendes Cover im Buchladen angelockt. Auf jeden Fall kann Lothar Bauer sonst mehr. Andererseits wird eine Reihengestaltung etabliert, die durchaus stimmig wirkt, wenn man sich die Bände mal - wie ich virtuell - nebeneinander legt.)
Satz und Seitenaufbau sind sehr lesefreundlich - großzügig, ich finde es angenehm!
Der Autor hat sich gut 130 Seiten eingeräumt, um den Leser für sich einzunehmen und ggf. für die Serie zu interessieren. Ist ihm das gelungen?
Es beginnt wie in gefühlt 1000 Zombiefilmen: Kurze Szenen, die in die katastrophale Welt einführen, versehen mit Zeitstempeln, so nachrichtenmäßig aufbereitet. Die Erzählweise wirkt „filmisch“,
Nun, dachte ich, werden hier die bekannten Klischees wiedergekäut? - Aber ok, irgendwie muss es ja losgehen...
Interessant ist, dass die Handlung in Deutschland angesiedelt ist und in Köln beginnt. Aber, das darf ich mal vorweg nehmen: Nicht an diese Stadt gewöhnen, denn schon im ersten Band bleibt von ihr nicht so viel übrig.
Auslöser der Zombie-Apokalypse war ein Grippe-Virus; auch hier lehnt sich der Autor an die Erfahrungswelt seiner Leser an. Manche Nachricht über Schweine- u.a. Grippen fühlen sich ja tatsächlich wie Vorboten der Apokalypse an. Nun ja, in den kleinen Halblebewesen steckt ja auch wirklich genug teuflisches Potential. Dies ist allerdings auch keine neue Idee.
Wir lernen eine kleine Gruppe Überlebender kennen. Leute wie Du und ich, die Glück hatten, aber auch genug Biss, um sich gegen die Zombies zu erwehren? (also eher nicht so wie ich...). - Bei der Personalwahl übertreibt es der Autor für meine Begriffe etwas. So ist die junge Dame eine Ex-Porno-Filmdarstellerin. Nun ja, wer’s braucht... Dazu kommt ein Priester, der sehr an den Kumpel von Robin Hood erinnert.
Der Autor schreibt flott, bemüht vielleicht zu viele volkstümliche Alltags-Floskeln. Aber ok, damit holt er die Leser quasi zuhause ab. Mitunter bemüht er - nun ja - lustige Wortspiele und -Vergleiche. Das erinnerte mich etwas an Markus Kastenholz, so nebenbei. Allerdings wirken einige dieser Vergleiche auch unter Umständen leicht unfreiwillig komisch.
Doch dann wird es richtig interessant. Da gibt es eine Gruppe von Kindern, die überlebt hat. Wie das? Sie zeichnet etwas aus, das sie dazu befähigt. Der Leser bekommt auch eine Kostprobe, erschöpfend erklärt wird noch nichts, ist ja der Auftakt einer Serie.
Und noch etwas: Ein Zombie, im Erscheinungsbild einem Komiker in Hausarbeiterkluft ähnelnd, ist kein seelenloses, tumbes Geschöpf, allein fresstriebgeleitet. Er reflektiert seine Umwelt; der Leser darf Teil haben an seinen Gedanken. Und es gibt noch ein Geschöpft, Gabriel, eine Art Zombie-Gott. DAS wird nun wirklich gefährlich. DAS droht spannend zu werden. Zum Schluss des kleinen Romans war ich echt angetan. Alle Achtung, Herr Franzen, hätte ich echt nicht gedacht, hast das Genre für mich gerettet! Daher meine Empfehlung!
..und es geht weiter; bisher (Stand Feb. 2013) sind 6 Bände erschienen bzw. angekündigt, nicht alle wurden von Dirk Franzen geschrieben, auch von Ben B. Black und Dave Nocturn. Weitere Infos findet man auf der Verlags-Seite: verlag.begedia.de.
9 /10 Punkte


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Leselistenfortsetzung mit Neuem Stern

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 08 Februar 2013 · 784 Aufrufe

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© Bild: Thomas Hofmann

o..N.) ein NEUER STERN
...ist aufgegangen. Der „Rundbrief für die Freunde des ASFC“ umfasst nur 24 Seiten. Im Zentrum steht eine für meine Begriffe streitbare Story von Peter Schünemann. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass sie Diskussionen provoziert. Ich las sie als Statement zum Zeitgeist, der von zunehmender Religiosität und religiös-fundamentalistischen Welt- und Feindbildern geprägt ist. Ich wähnte in der Story eine Art ... Bekenntnis. Peter „beruhigte“ mich, seine Intention ist weit philosophischer als ich vermutete. Der Titel gibt da bereits Aufschluss, worum es geht: „Tot sei der Mythos“.
René Meyer von der Schreibfabrik hat einem seiner Film-Idole eine eigene Homepage gewidmet: www.harryhausen.de - und erinnert an ein großes Kapitel phantastischer Filmgeschichte mit einer Kurzbiografie des Trickfilmers. Torsten Altmann schaut sich Filme offensichtlich sehr genau an, das beweist er zumindest in seiner überaus originellen und sehr umfangreichen Rezension zu einem ansonsten wohl eher nicht empfehlenswerten Film. Bernd Wiese entführt in die ferne Vergangenheit der SF-Literatur, er liest und rezensiert alte deutsche SF recht ausführlich, was ja angemessen ist, denn spoilen kann er da kaum, sind die Bücher meist nicht leicht zu haben. Es ist total amüsant, was es alles damals gab!

3) Philip José Farmer: „Die Flusswelt der Zeit“ Flusswelt-Zyklus 1.
Keine Ahnung, warum ich mich so lange gesträubt habe, das Buch zu lesen. Na ja, Zyklen sind ja nicht so mein Ding. Doch nach der Lektüre des 1. Bandes habe ich mir den Rest fest vorgenommen.
Muss ich noch etwas zum Inhalt loswerden? Nun, im ersten Band verfolgen wir die Abenteuer des wiedergeborenen Richard Burton. Schon mal der Name! Sofort hat man ja den Schauspieler im Kopf, oder? Es ist aber ein englischer Forscher des 19. Jh. gemeint. Sein Leben scheint an sich schon genügend Stoff für Romane zu liefern. Mit diesem persönlichen Hintergrund versetzt Farmer seine Figur ein eine seltsame Jenseitswelt, in der sich alle je auf der Erde bis Ende des 20. Jahrhunderts gelebte Menschen auf einen Schlag wiederfinden. Das Ganze ist ein großes Experiment von Menschen aus dem 50. Jahrhundert (oder so). Für Farmer ist es auch ein groß angelegtes Experiment, in dem er sein Menschen.- und Gesellschaftsbild aufzeigt. Nun, das ist sicher Ansichtssache, aber es ist auf jeden Fall nicht immer so politisch korrekt, im heutigen Sinne schon gar nicht. Farmer widmet sich in seiner SF gerne den sexuellen Beziehungen zw. Menschen, so auch hier. Auch da nicht immer „korrekt“.
In der Piper-Ausgabe ist noch eine Novelle enthalten: „Auf dem Fluss“; hier ist es der Cowboy-Darsteller Tom Mix der Held. Sein Widerpart ist Kramer, ein Inquisitor des 15. Jh., der ein Terrorregime errichtet. Die Story geht nicht gut aus, auch wenn der Tod nicht das Ende für die Protags bedeutet, so hat die Novelle das denkbar schlechteste Ende. Der letzte Satz schreibt einen sehr berühmten Satz aus dem Neuen Testament um und ist wenig versöhnlich.
10 / 10 Punkte


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...geht das schon wieder los? - Leseliste 2013, Januar, Anfang

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 18 Januar 2013 · 2.074 Aufrufe
Dietmar Dath
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© Bild: Thomas Hofmann
Comic 1) Ted Naifeh: Polly & die Piraten. Bd. 1. Das Erbe der Meg Malloy“
Nach Courtney Crumrin bin ich so was wie ein Naifeh-Fan. Als hab ich es auch mit der anderen Serie, die bei eidalon auf Deutsch herauskam, versucht. Nun, nicht ganz so Klasse, aber immer noch sehr gut. Ist natürlich irgendwie naiver, kindlicher, vielleicht auch eher was für Mädchen...
Wieder steht ein Mädchen im Mittelpunkt, die in einem bizarren Mädchenpensionat lebt. Das befindet sich in einer Küstenstadt auf einer Art Hausboot. So richtig gut geht es ihr dort nicht, aber ein Fluchtversuch scheiterte schon mal.
In einer Nacht wird sie von Piraten entführt und erfährt, dass sie wohl eine recht abenteuerliche Verwandte hatte. Die Piraten brauchen sie, es geht um einen Schatz, und schon interessiert sich auch ein schmucker junger Piraten-Prinz für sie, was ihr wohl auch ein bisschen gefällt. Tja, mehr erst mal nicht; mal sehen, ob ich am Ball bleibe...
8 / 10 Punkte

1) Brian W. Aldiss: „Der entfesselte Frankenstein“
Das Buch war eine Zugabe. Ich hatte in anderes Buch ertauscht und dies dazu bekommen. Es wanderte zunächst auf den SUB. Und lag dort...
Hier im Forum wurde ich dankenswerter Weise auf das Buch aufmerksam gemacht. Und? Habe die spontane Lektüre nicht bereut!
In der Zukunft führen Atombombenexplosionen im Orbit zu Zeitverwerfungen, besser: „Zeitrutsche“. Unser Held landet mit samt seinem kanonenbewehrten Auto am Genfer See zur Zeit Byrons und Mary Shelleys - und Dr. Frankensteins. Irgendwie stimmt was mit der historisch korrekten Zeit nicht. Unser Held wechselt zwischen 2 Realitätsebenen hin und her. In der einen begegnet er den historisch verbürgten Dichtern, in der anderen dem Produkt der Phantasie Marry Shelley, also Frankenstein und seinem Monster.
Neben einer eher unglücklichen Liebe zwischen den Zeiten gibt es eine Entscheidung. Unser Held will das Wüten des Monsters unterbinden und wird selbst zum Mörder. Eine tragische Geschichte, die unbekümmert von Aldiss erzählt wird. Das Werk atmet die SF der 50er Jahre, also noch nichts von new wave oder dergleichen. So hätte sie auch Bester schreiben können.
Das Ganze ist recht kurz und knackig, eine unterhaltsame und etwas verrückte Abwechslung. Anfänglich begeisterte mich der Text durch interessante Erkenntnisse über den Mythos Kindheit und die philosophischen Aspekte von „Frankensteins Fluch“; doch nach der Einführung wird im Wesentlichen der Plot vorangetrieben.
8 / 10 Punkte

2) Dietmar Dath: „Pulsarnacht“
Das sollte mein neues Lieblingsbuch von meinem Lieblingsautor werden! Es begann auch äußerst vielversprechend. D.h., eigentlich nicht, denn nach der Ankündigung kam es zwar schnell auf mein Wunschliste, doch mit der Zeit und den Erinnerungen an den letzten Lektüreerinnerungen mit Dath war ich auf einmal unentschlossen. Doch dank der Empfehlungen hier konnte ich nicht widerstehen.
Und es ging richtig gut los. Es ist eine space opera reinsten Wassers, allerdings in Dath†™scher Diktion, die mir hier aber durchaus gängig und sehr gut lesbar erschien. Seine Figuren hat er eindrucksvoll vorgestellt, die Suche nach der Admiralin - in zerstückelter Form - ist sicher skurril, aber fassbar. Dazu dieses absolut fantastische Universum mit seinen verschiedenen Lebensformen, die nicht unbedingt an Planetenoberflächen gebunden sind; einfach toll!
Diese Raum-Oper ist eher ProgRock, denn Casting-Pop, klassischer Jazz, kein Dixie. Doch irgendwie gab der Autor mit zunehmender Seitenzahl seinem Affen Zucker, der Sound verklärte sich zu Free-Jazz und 12-Ton-Musik (von der ich auch keine Ahnung habe..)
Ich gebe es zu: Das Stück wurde mir zu groß. Auch hier fiel es mir zunehmend schwerer, dem Plot zu folgen; auch vermute ich, dass der Plot gar nicht mehr so wichtig ist...
Einen Eindruck möchte ich aber auf alle Fälle noch einmal betonen: Auch wenn die Dath†™schen Sätze nicht einfach sind, so haben sie den absoluten Sound! Man möge sie sich laut vorlesen; das swingt, echt!
Also, auch wenn meine Begeisterung am Ende nicht anhielt, so ist dieses Buch dennoch ein Juwel, zu dem ich sicher nicht die richtige Fassung bin. Für die anfängliche Euphorie gebe ich subjektive, liebgemeinte...
8 / 10 Punkte






Motto

„Die Welt der Kunst & Fantasie ist die wahre, the rest is a nigthmare.“ 
Arno Schmidt
 
„Er weiß nun auch, was er gegen die … lauernde Stupidität, die sich als Realismus ausgibt, zu tun hat: das Bild von Wirklichkeit eingrenzen, sie mit ästhetischem Maß und nur mit diesem messen, den Schritt in surreale Reiche wagen."
(aus: Gunnar Decker: Franz Fühmann. Die Kunst des Scheiterns. Eine Biographie. S. 201)

 

 

Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

Angehängtes Bild: Demiurg_g.jpg

© Thomas Hofmann

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

 

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

 

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.

 

 

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Neueste Kommentare

Archiv

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
♦ Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990
♦ Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
♦ Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
♦  Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
♦ Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
♦ Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
♦ Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
♦ Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
♦ Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
♦ N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase, Solingen, 2001
♦ Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
♦ Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
♦ Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
♦ Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
♦ Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
♦ Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
♦ Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
♦ Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
♦ Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
♦ Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011
♦ A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
♦ Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016
♦ A.G.Wolf: Die weissen Männer, KOVD 2020 (Neuauflage)
♦ Peter Schünemann, "Nachtmahr", Ed. Dunkelgestirn, 2023
♦ Andreas Fieberg & Ellen Norten (Hrsg.): RÜCKKEHR NACH BLEIWENHEIM, p.machinery, 2023

♦ "Angst im Empire", hg.v. Reinhard Klein-Arendt, Ed. Dunkelgestirn, 2024
♦ Jörg Weigand, "ISABELLA. Eine ganz besondere Liebe", p.machinery, 2025

♦ Thomas Hofmann und Petra Hartmann: "Das intergalaktische Bestiarium", Ed. Dunkelgestirn, 2025

â– 
Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
♦ Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
♦ Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
♦ Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
♦ Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
♦ Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
♦ Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
♦ Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
♦ Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001
♦ Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
♦ C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
♦ C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
♦ Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
♦ Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
♦ Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
♦ Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
♦ Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
♦ Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
♦ Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
♦ G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
♦ M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
♦ Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
♦ Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
♦ Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
♦ Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
♦ Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
♦ Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
♦ Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
♦ Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
♦ Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
♦ Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
♦ Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
♦ Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
♦ Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
♦ Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012
♦ "Saramees Blut", Atlantis 2012
♦ M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013
♦ Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
♦  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
♦ Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
♦ Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
♦ Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017
♦ Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
♦ Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
♦ IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
♦ Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Der Traummeister, Memoranda, 2020
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Marslandschaften, Memoranda, 2020
♦ Fahrenheit 145, Buch zum 15. ElsterCon, 2020
♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Pulaster, Memoranda, 2021
♦ (N)IRGENDWO (N)IRGENDWANN. Utopie und Humor. Begleitband zum ElsterCon 2022
♦ Goblin Press. Die frühen Jahre: 1990 - 2004. Eine illustrierte Dokumentation von Uwe Voehl, Lindenstruth 2022
♦ Hubert Katzmarz: Im Garten der Ewigkeit, p.machinery, 2022

♦ Angela & Karlheinz Steinmüller: Computerdämmerung, Memoranda, 2023

♦ Andreas Fieberg (Hrsg.): ABSCHIED VON BLEIWENHEIM. In memoriam Hubert Katzmarz MMXXIII, p.machinery, 2023

♦ Hubert Katzmarz: EIN MEISTERWERK DER WELTLITERATUR, p.machinery, 2023
 

 
Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016
Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018
!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018

EXODUS 38, 09 / 2018
!Time Machine 2, Januar 2019
!Time Machine 3, April 2020
!Time Machine 4, Januar 2021
Der neue Pegasus Nr. 2, April 2021

!Time Machine 5, Oktober 2021
!Time Machine 6, Januar 2022
!Time Machine 7, Januar 2023

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SF-Notizen Kalender August 2025 bis Dezember 2026
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CD-Cover
♦ The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
♦ Syngularity: The Four Horsemen; 2000
♦ Gothica: Within A Dream; 2000
♦ Gothica: Into The Mystic; 2000
♦ The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
♦ Gothica, Workbook 1995, 2003

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